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Tag: Zoe Kravitz

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen (3D)

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Es ist die heiß erwartete Filmfortsetzung aller Harry Potter-Fans: J.K. Rowling hat sich breitschlagen lassen und schreibt quasi für ihre Fans weiter: Phantastische Tierwesen ist entstanden.

Ich hab damit so meine lieben Schwierigkeiten. Fangen wir mal bei Potter an: Dort gab es einen Plan. In einem Film ist unglaublich viel passiert und wenn du quasi 30 Minuten zu spät ins Kino kamst, hast du dir den ganzen Film auch komplett schenken können. Die Dichte an Happenings ist unglaublich hoch und man hat gespürt, dass sie auf etwas ganz bestimmtes hinaus wollte. Auch, als in den späteren Teilen die Story dann erwachsener, düsterer wurde (was mir persönlich unglaublich zusagt), hat man gespürt, mit welchem Vorwärtsdrang und mit welcher intensiven Erzählkraft Rowling hier ans Werk geht um eben jenes zu vollenden.

Und es hat prima funktioniert. Die ganze Welt ist Amok gelaufen deshalb. Und tut es bis heute: Die Harry Potter-Wiederholungsvorstellungen sind fast gänzlich ausverkauft gewesen. Im Kino. Und das, obwohl die Teile schon jeder mitbeten kann und als VoD, Blu-ray, DVD und Buch zu Hause stehen hat.

Und das Teil hat ein fulminantes Ende und bricht damit den Stein und legt ein Siegel auf diese Geschichte. Fortsetzungen quasi unerwünscht.

Wie also soll man Phantastische Tierwesen etablieren, so dass der Zuschauer nicht vor den Kopf gestoßen wird?

Das hat beim ersten Teil noch wunderbar geklappt, da dieser für mich quasi mehr oder weniger den “Zusammenschnitt aller Zauberszenen der kompletten Harry Potter-Reihe” darstellt und somit einen immensen Unterhaltungswert hat. Das, was man in den Potter-Filmen teils noch vermisst, bekommt man in Phantastische Tierwesen mehr oder weniger am Stück geliefert und fühlt sich dadurch unterhalten, vergnügt und mit tollen Effekten und Einfällen geschmeichelt. Und es ging dabei mehr oder weniger genauso “schnell” zur Sache wie in den Vorgängerfilmen.

In der Fortsetzung spürt man jetzt, dass die Macher beginnen, jedes einzelne Zuckerkorn einzeln umzudrehen und quasi wirklich alles aus der Sache rausholen. Es wird gezaubert – und das auch mächtig und imposant, aber in meinen Augen eben viel zu wenig. Und viel zu langsam. Die Szenen füllen nicht mehr den kompletten Film, sondern sind selbst wieder nur solche “Drop-Elemente”, wie man sie aus anderen Filmen kennt: Anfangs-Swush, Mittelpunkt-Aufmerksamkeitssteigerung, Endkampf. Irgendwie fehlt dazwischen sehr viel und es fühlt sich trocken, roh, und langatmig an – und das sollte in einem grenzenlosen Zeitalter wie diesem mit derart viel Kohle in den Taschen eigentlich nicht passieren.

Der Film ist deshalb aber nicht schlecht, im Gegenteil: Er macht unglaublich Lust auf den Dritten Teil, der muss dann jedoch aber wieder liefern, damit die Leute nicht vom Zug abspringen, weil’s nur noch eine endlose Ausschlachterei von solchen Themen wird. Dieses bittere Gefühl, dass man diese Saga und Welt jetzt in Ketten zur Schlachtbank führt und quasi jeder einzelne 10-Minuten-Moment in einem 134-Minüter ausgeschlachtet wird, würde das Todesurteil für diese Art Filme bedeuten und aus ihnen genau das gleiche machen, was Twilight mit der Vampirszene angerichtet hat: Es wäre ihr gnadenloser Untergang.

 

.kinoticket-Empfehlung: Die Fortsetzung ist für mich ein wunderbarer Auftakt für eine neue Zauber-Reihe, die jedoch bedingt, dass man ab dem dritten Film wieder etwas mehr Geschwindigkeit liefert und sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht: Die Schlachtbank, zu der man diese Welt ein wenig trägt, hat Blut an ihren Ecken und würde das Ende der Reihe bedeuten.

Dieser Teil macht unfassbar viel Lust auf eine Fortsetzung, fühlt sich selbst aber als eigenständiger Film etwas zu langatmig und “bürokratisch” an. So, als hätte man Rowling dazu gezwungen, weiterzuschreiben und sie übertüncht ihre Blockade, statt dass sie mit Lust und Hingabe ein Werk entwirft. Anschauen: Trotzdem im Kino im größten Saal den ihr finden könnt. Und unbedingt in 3D.

 

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, ist wie in den alten Potter-Filmen auch.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald
Length: 134 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

KIN

Regiedebüt: Eines der Movies, das mich sofort gepackt hat! Diesmal hab ich mich sogar dazu herabgelassen und bereits vorher den .trailer geschaut und der hatte mich quasi schon fest in der Tasche – und der Film setzt dem ordentlich eins oben drauf!
KIN gehört zu der Sorte SciFi, die mit Hirn und Verstand an die Sache rangeht und somit unvergleichbar viel Realismus-Nähe mitbringt, was seinerzeit bei Arrival auch schon einen derart guten Beigeschmack hinterlassen hat. Man hebt eben nicht mehr in fantastische Zukunftswelten ab und bewegt sich völlig in einer Fantasie, sondern gestaltet die Elemente derart durchdacht, dass der Zuschauer die Handlung und Möglichkeiten abkauft und sich intellektuell nicht vor den Kopf gestoßen fühlt.
Und was mich absolut begeistert hat: Der Look und das Design des Films! Leute? Burner! Diese Einfälle erstmal zu kriegen und dann derart leuchtend und grandios umzusetzen ist ein Move, den ich lange nicht gesehen habe und der wirklich absolut überzeugend rüberkommt, trotz CGI-Rumgefummel. Ehrlich, wie kommt man dazu, so eine geile Technik zu erfinden und sie dann so formschön und elegant und gleichermaßen zerstörerisch und wütend auf die Menschheit loszulassen?
Dieser Film räumt auf und holt eine ganz bestimmte Sorte Menschen vor die Bildschirme, um ihre unausgesprochene Wut zu beantworten und zu kurieren. Und dabei bewegt man sich so fernab von jedweder Kinoblockbuster-Dummheit und kriegt jedesmal wieder eins auf die Twist-Mütze, wenn die Meinung aufkommen könnte, dass es langweilen würde.
Ganz ehrlich? Es macht so einen riesigen Spaß, dieser Geschichte zu folgen und auch wenn einiges vorhersehbar ist, stört dies nicht die exzellente Zusammenstellung des Casts und die bärigen Design-Elemente, mit denen man jedes Auge hier verwöhnt!
Schreibt mir, wem’s nicht so ging, dass er sich selbst auf die Leinwand wünscht um dies und das einfach zu klauen und es selbst zu besitzen, einfach weil’s geil aussieht! Auch wenn der Start inzwischen nahe gerückt ist, fällt es extrem schwer, darauf zu warten, dass ich endlich wieder Dauerkinosaalbesetzer werden kann, um dieses Ding hoch und runter laufen zu lassen, denn genau das sollte man damit anstellen: Gebt ihm so einen ruhmreichen Kinostart, dass sich die Produzenten von großartigen Filmen noch öfters dazu hinreißen lassen, so etwas grandioses zu probieren und aus dieser Geschichte eine Reihe werden lassen: Potenzial dazu hätte sogar der Plot in der Tasche!
 

.kinoticket-Empfehlung: Design: Augenschmaus! Cast: Mega! Twist: Bravourös!
KIN hat mich sofort gepackt und bisher nicht mehr losgelassen: Ich liebe so einen Scheiß! Allein nur wegen der Effekte und dem außerordentlich göttlichen Design des Films hat dieser Titel Aufmerksamkeit verdient und wer sich dann noch in dem Plot verliert, wünscht sich genauso, dass man hier jetzt ansetzt und endlich mal eine taugliche SciFi-Reihe auf die Füße stellt, die man sich ungeschoren ansehen kann!
Großartig – und als Regie-Debüt einfach klasse!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht aushocken, Kinosaal freimachen und zum Putzen freigeben. Bucht lieber die nächste Vorstellung inzwischen… 😉
Kinostart: 13. September 2018
Original Title: KIN
Length: 102 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

Girls' Night Out

Ich weiß nicht, womit sich Scarlett Johansson dazu hinreißen ließ, diese Rolle zu verkörpern. Bereits in Mädelstrip zeigte man die neue Marotte, jetzt altbekannte Hangover-Elemente derart ins Extrem zu prügeln. Irgendwie beginnt alles relativ normal und spitzt sich dann derart überdreht zu, dass es jedwede Glaubwürdigkeit und somit auch jederlei Anspruch verliert, den man als intellektuell bewanderter Kinozuschauer gerne mal mit in den Saal bringt.
Ich weiß generell nicht, was das soll. Bereits in Office Christmas Party, der unter dem Titel Dirty Office Party derzeit in den Regalen zu finden ist (was der Schwachsinn soll, erklär mir mal einer), hat man damit begonnen, eine dieser “unverwüstlichen Partys” zu feiern, bei denen alles noch so herrlich abgedreht erscheinen soll, was sich zuletzt jedoch nur als Babysturm im Kindergarten-Wasserglas entpuppt.
Genau die gleichen Ambitionen entwickelt Girls’ Night Out: Was eine durchaus interessante Story hätte werden können, wird durch seine konsequenzlose Belanglosigkeit zu einem derben Niedergang der Partykultur, die man mit solchen Filmen scheinbar am Leben erhalten will. Dass der Patient jedoch schon von Anfang an bereits längst tot ist, hat bisher wohl noch niemand bemerkt.
Der Tagesspiegel feiert den Streifen als Hoffnungsträger, dass in Hollywood nun doch noch die Frauen-Gleichberechtigungsnorm angekommen zu sein scheint, die Einspielergebnisse erzählen jedoch eher eine völlig andere Story: Nämlich, dass man sich dermaßen blamiert und der gekünstelte Dreck keineswegs erfolgversprechende Ergebnisse liefern kann, die den Zuschauer auch tatsächlich unterhalten.
Vielleicht sollte ich den Titel mal dazu nutzen, um meinen Unmut über die immer mehr eintretenden Schwachsinnspolitologen vom Stapel zu lassen, denn mir geht diese ganze Gleichberechtigungsscheiße echt langsam auf die Eier. Und zwar nicht in Form von “Frauen an den Herd” oder ähnlichem Schwachsinn, den man ursprünglich einmal zu Recht bekämpfen wollte.
Dieses Thema ist so dermaßen ins Falsche verkehrt worden, dass es langsam einfach keinen Spaß mehr macht. Ja, ich begrüße es, wenn Frauen wie Jennifer Lawrence, Jessica Chastain oder Emily Blunt über die Leinwand huschen und man ihnen sämtliche Hauptrollen verpasst, die man möchte. Frauen sind großartige Menschen, großartige Schauspieler und – genau wie bei den Männern auch – sind viele mit Talenten gesegnet, die in der Welt längst nicht so gewürdigt wurden, wie man es hätte tun sollen. An dieser Stelle: Gleichberechtigung: Ja.
Was ich allerdings absolut verachte, ist dieser zwanghaft auferlegte, gesetzesmäßige Schwachsinn von “Frauenquoten” und dem ganzen Mist, der per Definition verlangt, dass man jetzt alles und jeden auch nochmal in weiblich herstellen muss. Und da gehören solche Filme für mich dazu.
Meine Güte, wenn jemand etwas gut kann, dann würdigt ihn oder sie dafür. Es ist okay. Aber jetzt zu sagen: “Hey, das ist zwar absoluter Bockmist, den du da verzapft hast und es ist einfach nur peinlich und zum Fremdschämen, aber weil du ja eine Frau bist, verzeihen wir dir und machen daraus jetzt einen Riesenhit” – was bitte soll der Schwachsinn? Wenn jemand etwas gut gemacht hat – Lob verdient, wenn jemand etwas scheiße gemacht hat, dann sagt es bitteschön auch und stört euch dabei nicht an irgendeiner Frauenquote.
Und Girls’ Night Out war scheiße. Er war unwitzig, ist absolut ohne Moral, trägt weder mit Wissen oder Bildung zur Erweiterung des Geistes bei noch unterstützt er in irgendeiner Form Unterhaltung und dient damit zur Freizeitgestaltung. Und dabei ist mir egal, ob dieser Film den Bechdel-Test bestanden hat oder nicht – das hat Mad Max: Fury Road auch und den habe ich gefeiert. Unter anderem wegen seiner starken, weiblichen Rollen.
Wer großartige Frauenrollen sehen will, der sollte dann wohl eher zu Miss Sloane – Die Erfindung der Wahrheit, Passengers oder Sicario greifen, denn: Dort spielen auch Frauen und das ohne Ausnahme herausragend!
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten einen so jämmerlichen Schwachsinn gesehen, der für mich keinerlei Relevanz oder Bedeutung hat.
Es ist erbärmlich, so einen Film als Hoffnungsträger für Gleichberechtigung hinzustellen, denn die Show entbehrt jedweder Glaubwürdigkeit und ist für mich ein Paradebeispiel für nicht gelungene Comedy. Ein Aushängeschild dafür, weshalb ich Comedyfilme generell verachte und mich oft so weit wie nur irgend möglich von ihnen fern halte.
Weg damit!

 
Nachspann
lohnt sich in dem Sinne, wenn man bis dahin durchgehalten hat, denn hier kommt noch einiges.

Die Bestimmung – Allegiant

Ich hab’s versprochen – hier ist sie: Die .kinoticket-Filmrezension zum dritten (und vorletzten) Teil der Bestimmung-Saga.
An diesem Beispiel kann man glorreich erkennen, was passiert, wenn im Trailer viel zu viel verraten wird. An dieser Stelle: Teasern! Lasst die Leute auf die Mauer zurennen und dann blendet ab! Lasst doch den Scheiß und zeigt schon im Trailer die markanten Stellen, um der Geschichte schließlich noch den letzten Rest von Interpretationswürde zu rauben, damit macht ihr den Kinogängern nämlich das Leben wirklich zur Hölle.
Wir reden wieder einmal von: Vorhersehbarkeit.
Nichts ist tödlicher für eine Geschichte, als wenn man deren Ausgang erahnen könnte und sich dann im Laufe der Zeit mit der vorhergesagten Vermutungsbewahrheitung anfeindet. Und genau das wird scheibchenweise bei Die Bestimmung – Allegiant getan.
Klar, das Werk erhebt sich technisch aus der Masse der Dinge und entspricht in seiner Machart locker dem, was man ein episches Finale nennen würde, jedoch gilt mein Lob hier vorwiegend wieder: Der Kulisse, dem Ton und der Kameraführung.
Dass diesmal dann tatsächlich auf 3D verzichtet wurde (kommt das noch?) lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass im zweiten Teil die Leute so dermaßen angepisst waren, dass man den Aufschwung zur 3D-.kinoticket-Grenze wohl nicht mehr wagen wollte, um wieder mehr Leute in den Film zu kriegen, damit die Massenphänomen-Regeln erfüllt werden.
Und ohne sagenhaftes 3D – wir erinnern uns: das war in Teil 2 wirklich herausragend! – bleibt dann auf einmal nur die Story und der Gesamteindruck des Films. Und da beschleicht mich das Gefühl, dass ich dem Alter entwachsen und somit nicht mehr einfach angefixt werden kann, denn das Kino war zum Teil mit 13-14jährigen gefüllt, die ihre helle Freude an den Geschehnissen verkündeten.
Und als Kinderrevolution geht die Sache durchaus durch. Wenn man beabsichtigt, die Generation BRAVO hier zu begeistern, erfüllt man definitiv die gewünschten Kriterien und erntet Lob vom Wunschpublikum. Die Frage ist nur, was diese (Quad)-Trilogie dann von Panem unterscheidet, da hat der Käse nämlich auch für Erwachsene durchaus zumutbar funktioniert.
Die Schauspieler sind ungefähr gleich alt, die Welt ist ähnlich beschissen aufgeteilt, die Menschen werden ähnlich unterdrückt, es geht ebenfalls um nicht ausschließlich erwachsene Systemkritik und bei dem einen krachts gewaltig und endet furios, bei dem anderen gähnt man hinterher und spaziert gemütlich wieder von dannen.
What has happened?
 

.kinoticket-Empfehlung: Zusammenfassend würde ich sagen, dass man hier zwar einiges aus dem wirklich verpatzten zweiten Teil wieder gut gemacht hat, jedoch zu wenig Materie auf den Bordstein wirft, um die Menschen darauf auch nur annähernd zu erschüttern.
Stoff genügend hätte man, um hier etwas wirklich großes daraus entstehen zu lassen, doch damit hätte man sich dann wohl von der Kinderfraktion abgewendet und wäre publikumsleer ausgegangen. Und das soll ja nun nicht passieren.

 
Nachspann
Die Musik war gut – wirklich gut. Doch ob sich dafür das Warten auf den Schlussakkord lohnt, bleibt jedem selbst überlassen. Der Teaser für das endgültige Finale bleibt auf jeden Fall aus.

Mad Max: Fury Road (3D)

Ja, ich mochte die bisherigen Filme auch schon sehr. Diese schöne, kranke, gestörte Welt in ihrem ganz eigenen Universum, weitab von allem, das sonst so befilmt wird… Ein Augen- und Ohrenschmaus, der Mel Gibson damals berühmt gemacht hat.

Umso beflügelter war ich, als das erste Mal der Trailer von Mad Max: Fury Road im Kino lief. YES – Neuauflage. In 3D. Dass in Trailern mit

Übertreibung nicht gegeizt wird, ist mir ja auch mittlerweile klar. Und dass man seine Erwartungen runterschrauben sollte, wenn der echte Film dann anfängt, ist auch eine längst bekannte Filmweisheit, an die es sich zu halten gilt.

Nun: Schon der Trailer in 3D schlug ein und machte mich noch ein kleines Stück geiler auf den Film selbst. Der wiederum… Sagen wir es so: Ich habe in meinem Leben schon zehntausende Filme gesehen – allein bis jetzt 54 Stück im Jahr 2015 im Kino, die Blu-rays und DVDs nicht mitgezählt. Ich darf also von mir behaupten, so einiges zu kennen. Was hier abgeht – toppt einfach alles.

Ich wusste nicht, ob ich lachen, schreien, weinen oder alles gleichzeitig tun soll. Wie verfilmt man eine Story von jemandem, der nicht redet, sondern tut? Wie kriegt man es auf die Reihe, etwas auszusagen ohne Worte dafür zu benutzen und dem Zuschauer das Gefühl zu geben, dass 5 Meter unter dem Boden erst der Anfang von dem Schlag ist, mit dem der ganze Film hier ausholt?

Der .trailer zeigt noch die ruhigeren Szenen. Die Musik: Wucht ist hier kein Ausdruck mehr. Hier prallen keine Planeten aneinander, sondern ganze Universen. Hier wird nichts totgelabert, sondern man dialogisiert ausschließlich mit Zwischen-den-Zeilen. Der Hass, diese tiefe, innere Zerstörtheit, das krankhafte Bild einer verrotteten Welt, in der nichts außer Tod, Trockenheit und Zerstörung besteht, drückt momentan so sehr mein inneres Weltbild aus, wie es in meinem ganzen Leben noch kein anderer Film je geschafft hat.

Der Saal bebt. Und das meine ich wörtlich. Es gibt kaum Sekunden, in denen nicht nur die kompletten Stuhlreihen, sondern auch die Böden, Wände und Mägen aller Zuschauer mal nicht vibrieren. DAS hätte ich von Avengers: Age of Ultron erwartet. Mad Max liefert es. Und zwar in einer Perfektion, die Kino in die heutige Zeit katapultiert, dass einem schlecht wird vor Freude.

Ich finde keine Worte dafür, um zu beschreiben, was mir nach dem Film durch die Birne ging. Ich fühlte mich so sehr verstanden. So aufgehoben. So … geliebt. Bin durch die Straßen gelaufen und hab den Tränen freien Lauf gelassen und dabei keinen einzigen Ton rausgekriegt.

Mad Max: Fury Road 3D ist für mich DER Kinofilm des Jahrtausends. Eine Säule, deren Umfang F5-Tornados weit in den Schatten stellt. Dessen Größe ausreicht, um seine komplette Sammlung unter dieses Label zu stellen.

Hier wird nicht mit Superlativen gespielt, hier werden exponentielle Supernova-Lativen erschaffen und auf einem Niveau gehalten, dass keinen einzigen Moment zurückweicht, sondern nur vorwärts kennt. Stahl, Blut, Tod und dazwischen die herzzerreißende Liebe für neues Leben – ein Gedicht, das mit seinen Worten erschlägt und tiefe Löcher in deine Seele bohrt, um sie mit etwas zu füllen, mit dem die Masse nicht zurechtkommt.

Der Film schafft es auf eine perverse Art, die Geschwindigkeit in wütende Raserei ausarten zu lassen, genährt von der immerwährenden Schwere.
Ich hab ein neues zu Hause gefunden. Sei mein Zeuge.

.kinoticket-Empfehlung: Wer Referenz-Material für ein Kino sucht, ist hier richtig. Wer wissen will, wie sich epische Musik in riesigen Sälen anhört, ist hier richtig. Wer Unterhaltung will, die abseits vom Mainstream stattfindet, ist hier richtig. Wen Worte stören, wer tiefer will, wer so richtig wahnsinnig werden will, der sollte sich diesen Film auf jeden Fall antun.

Eine Hommage an das Kino der Neuzeit, das neue Maßstäbe setzt und beweist, das eben doch möglich ist, was viele an Hollywood verkennen: Großartige Unterhaltung mit irren Ideen umgesetzt in glorreichem 3D, das selbst Avatar ganz leicht in den Schatten stellt. Wir haben wieder eine Messlatte, an der künftig andere Filme Maß nehmen müssen. Und das wird für zukünftige Meisterwerke richtig richtig schwer, denn hier stimmt einfach alles: Story, Geschichte, Score, 3D und der ganze Rest.

Wer sich dieses Schlachtfest epischer Momente entgehen lässt, dem ist nicht mehr zu helfen. Was besseres hab ich mein ganzes Leben lang noch nicht gesehen! Hut ab – so überrascht hat mich bisher noch kein anderer Film.

Nachspann
✅ Sitzen bleiben. Der Score kommt erst am 29. Mai 2015 in die Regale, das ist lang genug.

Kinostart: 14. Mai 2015

Original Title: Mad Max: Fury Road
Length: 120 Min.
Rate: FSK 16

Die Bestimmung – Insurgent (3D)

Twilight, Tribute von Panem, Harry Potter, Rubinrot / Saphirblau / Smaragdgrün, Fifty Shades of Grey – scheinbar ist es zur Zeit grad in Mode, mehrteilige Buchreihen zu verfilmen. Die Bestimmung – Insurgent als zweiter Teil der “Die Bestimmung“-Reihe bildet da nur einen weiteren Baustein im Buchverfilmungsrausch, den Hollywood gerade abfeiert.

Da der Trailer in 3D sehr vielversprechend wirkte, organisierte ich mir den ersten Teil auf Blu-ray und sah ihn mir kurz vor dem Kinobesuch zum ersten Mal an… und war restlos begeistert und überrascht.

Die eigenständige Welt mit ihren völlig eigenen Regeln, die man hier aufstellte, toppte meiner Meinung nach sogar den Erfindungsgeist von Die Tribute von Panem, dessen Teile ich mir schon zu früherer Zeit gerne im Kino angesehen hatte. Die Idee, die Gesellschaft derart zu klassifizieren und die damit einhergehenden Probleme – gepaart mit der Charakterstudie eines jeden einzelnen Mitspielers und den neuen Ideen – ließ sicherlich nicht nur bei mir Lust auf mehr aufkommen, denn sonst wäre Teil 2 ja niemals entstanden.

Umso mehr freute ich mich darauf, die Fortsetzung von Divergent dann auf dem großen Display zu schauen und umso mehr wurde ich bitter bitter böse enttäuscht.

Alles, was ich an dem ersten Teil so großartig schätzte – das sich Zurechtfinden in der Gesellschaft, die Zerbrechlichkeit und gleichzeitig Stärke von Tris, vielleicht auch symbolisiert an ihren langen Haaren und der Weiblichkeit, die damit eingeht, die mysteriöse Aura um Eric und Four, die eine tiefgreifende Vergangenheit vermuten ließ, der man sich in fortsetzenden Teilen hätte widmen können – wie bei einem Sprung vom Hochhaus katastrophal in den Abgrund gestürzt.

Doch nicht nur die Veränderungen optischer Natur (auch, wenn man sich im ersten Teil manchmal gewünscht hätte, sie würde es tun), sondern gerade die geistig-verbale Komponente lassen hier nicht nur extrem nach, sondern sind quasi kaum vorhanden. Die Dialoge sind so billig, dass man meinen könnte, der Drehbuchautor hätte vor Beginn seiner Arbeit gekündigt und man hätte das dann verfilmt.

Ganz ehrlich – es zieht sich ewig, bis man offensichtliches dann endlich als Fakt auf der Leinwand präsentiert? Überraschungsmoment gleich Null. Die Story wurde so gehörig gegen die Wand gefahren, dass ich mir für den dritten (und hoffentlich letzten Teil, auch wenn ich in Zeiten von “das Ende verfilmen wir als Zweiteiler” nicht so wirklich dran glauben will) dann so richtig krachige Action und das Zugeständnis von fehlenden Spannungsbögen wünsche, so dass die Trilogy wenigstens wieder einigermaßen auf zwei Füßen steht, wenn auch hinkend.

Schade eigentlich, denn mit Divergent lieferte man Zündstoff erster Güte, aus dem man in den Fortsetzungen eine richtig fette Bombe hätte basteln können.

Vielleicht tue ich den Filmautoren hiermit auch unrecht, denn ich habe weder das eine, noch das andere Buch gelesen und weiß nicht, inwieweit ihnen hier die Hände aufgrund von Buchnähe gebunden waren. Für mich einfach nur enttäuschend.

Man nimmt vorhandenes, bastelt daraus eine Geschichte, die vor Logiklücken und Unlust nur so trieft und möchte damit einen weiteren Hit landen? Das Traurige daran ist, dass aufgrund der “Wir wollen wissen, wie es weiter geht”-Erfolgslinie der zweite Teil somit mehr oder weniger kapitalistisch zum Erfolg verdammt wird und somit ein dritter und womöglich vierter Teil nicht ausbleiben wird. Revolutionsgefühl kam bei mir definitiv nicht auf und wohlwollend umsorgt habe ich mich auch nicht gefühlt. Im Gegenteil. Der Blick zur Uhr versprach an manchen Szenen des Films dann doch ein Stück Hoffnung.

Positiv – und das meine ich an dieser Stelle tatsächlich ernst – war das Bühnenbild und die Kulisse. Hier erweckt man den Eindruck von Kaputtheit, Größe und dekadenter Eleganz, in der sich die ganze Sache abspielt und auch das 3D überzeugt an allen Enden. Selbst einfache Szenen sind wunderbar schmeichelnd umgesetzt. Sowohl Formen als auch Farben und Räumlichkeit kommen nicht nur gut zur Geltung, sondern überzeugen in allen Bereichen.

Das Problem ist nur: Die Charaktäre liefern nicht die Vorgeschichte dazu, um eine Existenzberechtigung für diese “kriegerische Zerschundenheit” zu liefern und dadurch wirkt das Handeln der Einzelnen eher lächerlich als überzeugend. Schade, denn daraus hätte wirklich etwas großes werden können.

.kinoticket-Empfehlung: Holt euch die Blu-ray vom ersten Teil und belasst es dabei.

Ich werde mir die Fortsetzung selbstverständlich “im Namen der Wissenschaft” reinziehen und euch hier im Blog berichten, ob sie sich lohnt oder man sich die folgenden Teile genauso stecken kann.

Dieser Film ist keine Sekunde wert, gesehen zu werden, wenn man auf die anfangs angefixte Story etwas gibt.

Nachspann
❌ Es wäre cool gewesen. Aber auch hier: Enttäuschend.

Kinostart: 19. März 2015

Original Title: Insurgent
Length: 119 Min.
Rated: FSK 12

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