Was haben wir aus der Vergangenheit gelernt? Twentieth Century Fox kann Filme. Einmal mehr hat sich das Tochterunternehmen des Studios einer Geschichte angenommen, die unverblümte Wahrheiten auspackt und damit ganz neue Einblicke in den Wahnsinn manchen Geschehens ermöglicht. Dass Menschen so sind, wie sie sind, ist ja weithin bekannt und wurde millionenfach von Hollywood besungen.
Was hier allerdings zum Besten gegeben wird, ist nicht nur sensationell überraschend, sondern trumpft mit einer Unglaubwürdigkeit auf, die so manches Weltbild zum Einsturz bringen könnte. Anfangs mutet der Film noch sehr altmodisch an, braucht eine Weile, um in die Gänge zu kommen und richtig an Fahrt aufzunehmen, aber dann entwickelt sich das einerseits zu einem Heidenspaß, andererseits glänzt man hier durch schockierende Tatsachen, die endlich mal die ganze Wahrheit solcher Fälle offenbaren und nicht immer nur die Creme-Seiten auftischen.
Und genau das macht diesen Film so spannend: Inspiriert von der wahren Geschichte, die die Hintergründe zu dem liefert, was Medien und Co. seinerzeit schon zu Tode getrampelt haben, ermöglicht man nun den Zuschauern, sich hier umfänglicher zu informieren und die Reise noch einmal durchzuführen, nur diesmal eben von der anderen Seite der Scheibe aus.
Ganz deutlich muss man hier auch die Hauptakteure des Films hervorheben, die sich durch ihr Schauspiel großartig von der Masse abheben: Margot Robbie, vielen aus Suicide Squad oder I, Tonya bekannt, begleitet von Domhnall Gleeson, den einige wohl zuletzt in Star Wars: Die letzten Jedi auf der Leinwand gesehen haben dürften, und den Kinderstar Will Tilston, dem nach dieser Leinwandoffenbarung alle Türen im Showbusiness offen stehen dürften.
Die großartigen Leistungen – und vor allem auch das großartige Plädoyer der Dialogschreiber zeigt einmal mehr, dass auch in Hollywood die Kunstfertigkeit der Sprache noch nicht gänzlich ausgestorben ist, sondern man durchaus auf hohem Niveau zu entzücken weiß.
Am Schluss versteht man vieles nicht mehr, an das man früher gerne glauben mochte, zieht aber nicht enttäuscht, sondern bestens unterhalten von dannen und hat einen weiteren wunderbaren Film in seinem Sichtungsportfolio.
 

.kinoticket-Empfehlung: Nehmt euch am Anfang ein wenig Zeit, um in den Film reinzukommen, nach ungefähr 20 Minuten taut der dann wirklich auf und liefert erstklassige Unterhaltung, die u.a. sehr zum Lachen anregt.
Die Story und das Geschehen könnte so manches Weltbild einstürzen lassen, umso wichtiger ist daher, dass genau das auch unters Volk kommt und gesehen wird. Vielleicht versteht man dann einiges ein klein wenig besser.

 
Nachspann
❌ Nach dem Text ist Schluss – hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 7. Juni 2018