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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Wasser

It Comes at Night

Heute möchte ich euch eine Perle des aktuellen Kinos vorstellen: It Comes at Night.
Leute: Ich bin sprachlos! Der .trailer lässt Hoffnung auf einen mittelmäßigen Horrorstreifen aufkommen und in meiner Sehnsucht nach gutem Material zieht es mich natürlich in die Lichtspielhäuser.
Ticket gekauft, Popcorn im Schoß und los die Show!
Und was da kommt, ist so viel besser als das, was man erwartet – ich habe lange nicht mehr so einen grandiosen, unbeschreiblich guten und bewundernswerten Streifen gesehen wie diesen hier!
Mein bester Freund steht überhaupt nicht auf Schockmomente und hasst es, wenn man Suspense-Stimmung aufbaut und ihn werde ich definitiv vor den Bildschirm fesseln und  dieses Teil zeigen! Natürlich hat man auch hier stimmungsmäßig ordentlich die Sau rausgelassen, aber eben nicht so, wie man vermutet! Mit so viel Liebe, Detailangst, Misstrauen und menschlicher Analyse hat man sich einer Situation zugewandt, die von Anfang bis Ende absolut spannend bleibt und einen mit einem übermäßigen und fast unerträglichen Brainfucked-Gefühl wieder aus dem Saal stößt. Mein Gedanke war eher, dass das extrem durchdachtes, extrem intelligentes Kammerspiel ist, in dem bedrohliche Elemente die Hauptrolle übernehmen, die keinerlei Anstalten machen, auch nur anflugweise an der Intelligenz des Zuschauers zu zweifeln.
Es hat lange gedauert, aber ich war tatsächlich wieder einmal sprachlos nach einem Film!
 

.kinoticket-Empfehlung: Von daher: Es wird zur Masteraufgabe, das Kino zu finden, in dem dieser Titel überhaupt (noch) gezeigt wird, aber der Kampf um diesen Platz ist mehr als lohnenswert, denn man darf endlich wieder mal in einen Plot abtauchen, in den sich der Regisseur selbst verliebt hat!
Großartig – beklemmend – fesselnd und absolut sehenswert!

 
Nachspann
folgt keiner mehr, der Saal kann freigegeben werden.
Kinostart: 18. Januar 2018

(Trailer) Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Lasst uns doch mal wieder etwas in die .trailer-Offensive gehen und einen kleinen Vorausblick auf 2018 werfen: Diesmal mit einem Film, von dem sicher noch niemand großartig etwas gehört hat, der aber – nicht nur dank Erfolgsregisseur Guillermo del Toro – unglaublich Lust auf mehr macht:
 

 © brought to you by Twentieth Century Fox

 
Warum man diesen Film gesehen haben sollte:
Ich will gar nicht mehr großartig viele Worte darüber verlieren, die Bilder sprechen für sich – und spoilern wohl auch schon ein bisschen.
del Toro hat seinen ganz eigenen Filmstil und ich finde es großartig, dass man ihn immer wieder mal einfach machen lässt – demzufolge halte ich jetzt schon große Stücke darauf und freue mich auf die Kinoveröffentlichung am
Kinostart: 15. Februar 2018

Die Pfefferkörner und der Fluch des schwarzen Königs

Bam: Na, wen umschleicht hier auch das ungute Gefühl, in einen Kleinkinderfilm gerutscht zu sein und nach dem Titel gar nicht weiter lesen zu wollen? Dazu noch die unpassend platzierten Bilder, die überall auf den einschlägigen Seiten dazu postiert wurden … und fertig ist das Vorurteil zu diesem Film, der weit über das hinausgereicht, was man eingangs denkt.
Ganz ehrlich? Ich wollte mich sogar vor der Pressevorführung drücken, weil mich der Titel einfach mal so gar nicht angesprochen hat. Aber wenn man nun schon einmal da ist …
… zum Glück! Denn was hier von den Deutschen rausgehauen wurde, grenzt fast schon an die Bullidität eines Jason Bourne-Klassikers. Ja – richtig gelesen! Tauscht einfach mal ein paar Szenen aus den Ursprungsfilmen des Agentenepos’ mit denen aus diesem Film aus und ich wette, ein Großteil der Leute merkt kaum etwas.
Und genau so kann man sich dieses Werk vorstellen: Einfach unglaublich hochwertig produziert mit Kamerafahrten und Kulissen, die jeden gnadenlos umhauen. Dafür, dass hier ARD und NDR mitverantwortlich sind, ziehe ich meinen riesengroßen Hut und sage: Respekt!
Der produzierte Soundtrack gleicht wirklich einem unfassbaren Blockbuster aus Amerikas Filmschmiede und die dazu gezeigten Szenen passen sich kompromisslos an das Drumherum an. Einfach gesagt könnte man behaupten, Die Pfefferkörner sind Jason Bourne mit 20 Jahre jüngeren Darstellern.
Und auch im weiteren Verlauf des Films wurde unfassbar authentisch, realistisch und überzeugend gearbeitet, was die Freigabe Ohne Altersbeschränkung definitiv in vielen Szenen anzweifelbar macht. Denn kleine Kinder könnten ob der zu professionellen Darstellung der Effekte und auch von der Geschwindigkeit der Schnitte, als auch von der in diesem Alter zu lange auf sich wartenden Erklärung definitiv hier und da von Verwirrung und Verängstigung geplagt werden.
Ich für meinen Teil würde behaupten, dass es sich hierbei um einen fortgeschrittenen Jugendfilm handelt, der ein maßgebliches Thema hervorragend aufbereitet präsentiert und dabei auf so viel Professionalität zurückgreift, wie es hierzulande noch nicht gesehen wurde.
Natürlich muss man auch hier wieder .kinotickets im Rotlicht-Milieu-Style kaufen und seine Klassenkameraden einfach ungefragt rein schleppen, was aber dann folgt, grenzt filmisch gesehen an die Oberliga und überzeugt auf allen Ebenen – sogar beim Kinderschauspiel.
Ich – als 33jähriger – werde definitiv nochmal rein gehen und hoffe, dass diesem Beispiel viele folgen werden, denn dieser Film hat internationale Aufmerksamkeit verdient.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unfassbar professionell gefilmt und produziert mit viel Humor, Vergnüglichkeit und einem politisch immens wichtigem Thema.
An dieser Umsetzung passt einfach alles: Der Cast, die Kamerafahrten, der Soundtrack, die Ineinanderflechtung der einzelnen Charaktere, der Spannungsbogen, die Effekte und über die leichten Sprachschwierigkeiten der Hauptclique sieht man ob des jungen Alters gerne hinweg.
Definitiv auch für Erwachsene ein riesiger Hit, der ob seines komischen Titels wohl leider zu wenig Aufmerksamkeit in der Bevölkerung finden wird.
Also rafft eure kleinen Geschwister aus ihren Spielzimmern, dann habt ihr an der Kinokasse plausible Ausreden und gemeinsam einen super Kinonachmittag.

 
Nachspann
folgt keiner, nach der Schwarzblende ruhig aufstehen und den Müll mit nach draußen nehmen.
Kinostart: 7. September 2017

Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft

Al Gore ist für viele vielleicht als Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika ein Begriff. Oder als Umwelt-Aktivist, der es sich höchstpersönlich auf die Fahnen geschrieben hat, weltweit mit seinem Dasein für das Wohl unseres Planeten einzustehen.
Was die einen nun als patriotisches Gewäsch und Selbstbeweihräucherung abtun, mögen andere als prominente Vorbildfunktion deuten und die Wahrheit liegt vermutlich – wie immer – irgendwo dazwischen.
Tatsache ist, dass Gore sich auch in seiner Fortsetzung zu dem Thema wieder persönlich selbst inszeniert und der Welt begreiflich machen will, wie wichtig das Thema ist und mit welch persönlichem Eifer er die Bekämpfung dieser Zustände vorantreibt.
Andererseits ist dieser Teil durchflutet von Fakten, die für mich auf eine interessante Weise zusammengetragen wurden und ein Gesamtbild der Katastrophen darstellen, wie sie in den Medien nicht gezeigt werden. Und genau da herrscht meiner Meinung nach durchaus Aufklärungsbedarf in der breiten Bevölkerung.
Jüngst nach dem Ausstieg der USA aus dem Klimaschutzabkommen im Zuge der Pariser Klimakonferenz ist das Thema aktueller und wichtiger denn je und schaut man sich die aktuellen Tagesmeldungen durch, erkennt man, dass Gore mit seinen Behauptungen aus dem Film derzeit wiederholend immer zu 100% genau den Punkt trifft.
Ich meine: Unsereiner tut eine Katastrophe in den Medien mit einem Handschütteln ab und denkt hinterher nicht weiter drüber nach, immerhin gibt’s über den Tag verteilt immer wieder neue Schreckensmeldungen, die auch alle gehört werden wollen. Und wer macht sich dann schon die Arbeit und setzt alles zusammen? Zieht Rückschlüsse und formiert aus einem Natur-Unfall dann in Verbindung mit zig anderen eine Entwicklung, die uns tatsächlich langsam (oder besser schnell) zu denken geben sollte?
Gore tut es – und im Zuge des überlebensabhängigen Interesses soll er sich dafür gerne selbst inszenieren. Denn: Das hier ist keine dieser abermillionsten Moralpredigten, die uns alle vorhalten, dass grundsätzlich alles schlecht ist und man sowieso nichts machen kann und der Rest der Welt auch dem Untergang geweiht ist, sondern sein Plädoyer knüpft ebenfalls an die hoffnungsreichen Bemühungen an, die in der Vergangenheit bereits gestartet wurden und überall auf der Welt fruchten.
Und nicht nur das: Es wird jedem einzelnen Material und Information mit an die Hand gegeben, wie man nicht nur selbst sein Verhalten maßgeblich überdenken kann, sondern auch andere Menschen darüber informieren, ohne dabei missionarisch zu wirken. Und das empfand ich bei diesem Teil als sehr wohltuend und angenehm.
 

.kinoticket-Empfehlung: Was man auf jeden Fall tun sollte: Sich ins Kino setzen (egal, welches) und diesen Film anschauen, um über diese Fakten aufgeklärt zu werden und sich dafür zu sensibilisieren, was da eigentlich genau passiert.
Der Rest obliegt dann jedem selbst, wie weit er das ins Detail ausarbeiten möchte und welche konkreten Schritte er persönlich weiter verfolgen möchte.
Die Botschaft, die Sensibilisierung für dieses Thema ist auf jeden Fall indiskutabel wichtig und da leistet der Film erstklassige Arbeit.
Also Zähne zusammengekniffen und rein da!

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, da folgt nichts mehr.
Kinostart: 7. September 2017

Ostwind – Aufbruch nach Ora

Nachdem ich hier bereits meine “große Freude” an dieser Filmreihe bekanntgegeben habe, hatte ich natürlich “wahnsinnige Lust”, mir dieses von frevelhaftem Deutsch durchzogene Nachfolgewerk im Kino anzuschauen.
Und sorry, ja, ich bin spät dran. Zu spät.
Und sorry für meine Vorurteile. Ich entschuldige mich zutiefst bei den Machern, denn mit dem dritten Teil der Ostwind-Verfilmungen hat man mich gelinde gesagt extrem vom Kinosessel gehauen!
Die Verniedlichungen sind weg. Alle. Das ist kein Kinderfilm mehr, sondern höchster Anspruch auf Erwachsenen-Niveau, der nicht nur metaphysische Gipfel erklimmt, sondern mit einer Tiefgründigkeit aufwartet, die mehr als erstaunlich ist!
Probe gefällig? Dann zappt allein mal in den Soundtrack des Films (Ostwind – Aufbruch nach Ora – “Opener” reicht da schon fast als Track) rein und macht eure Augen dabei zu. Was seht ihr?
Ich sehe keinen Kinderfilm mehr (auch wenn die Spielzeiten das vermuten lassen). Ich sehe großartiges Kino, wohl bedacht, mächtig, mit Tiefgang und Eleganz, ein Epos. Und genau das ist Ostwind – Aufbruch nach Ora auch: Ein mit Menschlichkeit durchzogener Strang einer Geschichte, die für Kinder erzählt anfing und eine tränenbringende Wendung angenommen hat, die mich zutiefst im Herzen erschüttert.
Ich schreie vor Verzweiflung und Ergriffenheit, wenn der Soundtrack in meinen Ohren dröhnt und die imposanten Bilder des Films in seiner glanzvollen Pracht in meinem Kopf nachhallen, während ich ungeduldig darauf warte, dass dieser Film wieder und wieder über die Leinwand flimmert und ich mich erneut in den Fluten dieser von Niedergeschlagenheit und Ernsthaftigkeit durchzogenen Welt verlieren kann und als stiller Begleiter der Hauptdarstellerin durch die Wesenszüge gleite, die dort sanft umspielt, ernsthaft untermauert und mächtig durch den Boden krachend in die Welt posaunt werden.
Das hier ist kein “Wir sind kleine Hippies, die Pferde anhimmeln” mehr. Es ist so viel größer. So viel ehrbarer. So viel imposanter und mächtiger, dass man längst das Genre verlassen muss, weil Kinder nur noch die nette Beigabe sind, die man außerhalb als Entschuldigung braucht, um sich als Erwachsener ein Bild davon machen zu dürfen.
Und sobald man im Saal sitzt und all die bunten, quietschenden Trailer vorbei sind, landet man in einem Emotionsstrudel, der vor Ernsthaftigkeit und Harmonie nur so sprudelt. Man fiebert. Man weint. Man leidet. Und da ist absolut nichts mehr von dem ursprünglichen Hass des Nichtskönnens oder irgendwelcher Sprache. Oder typisch-deutscher Blödheit. Nichts.
Herrschaft, ich seh kaum noch, während ich diese Zeilen schreibe, weil sich meine Augen bereits beim Klang wieder mit Wasser füllen…
Wie konnte man zwischen zwei Filmen so schnell “erwachsen” werden? Wie konnte man aus einer fast schon “Lachnummer” etwas so dermaßen großartiges werden lassen? Ich bin immer noch beeindruckt und wünsche jedem sehnlichst, dass er meine Worte versteht und sich tatsächlich auf den Weg macht und sich den Film im Kino anschaut.
Denn Kino ist der einzige Ort, wo diese präsente Wucht auch gebührend rübergebracht werden kann. Nicht umsonst landete die Ausstrahlung im größten Saal, der dem Film überraschend angemessen war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Überwindet euren Stolz und traut euch in diesen Film.
Er ist für Erwachsene fast besser geeignet als für Kinder, denn nicht nur die Charaktere sind älter geworden, sondern die Story bezeugt eine derartige Reife, wie sie manch andere – an Erwachsene gerichtete – Filme vermissen lassen.
Mich hat’s zutiefst beeindruckt (und dabei meine ich nicht nur, dass man sich von der üblichen Schmalzigkeit deutscher Filme gelöst hat).
Absolut sehenswert – und dieses Prädikat auch mehr als verdient bekommen!
Reingehen!

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen. Es endet langsam.
Kinostart: 27. Juli 2017

Girls' Night Out

Ich weiß nicht, womit sich Scarlett Johansson dazu hinreißen ließ, diese Rolle zu verkörpern. Bereits in Mädelstrip zeigte man die neue Marotte, jetzt altbekannte Hangover-Elemente derart ins Extrem zu prügeln. Irgendwie beginnt alles relativ normal und spitzt sich dann derart überdreht zu, dass es jedwede Glaubwürdigkeit und somit auch jederlei Anspruch verliert, den man als intellektuell bewanderter Kinozuschauer gerne mal mit in den Saal bringt.
Ich weiß generell nicht, was das soll. Bereits in Office Christmas Party, der unter dem Titel Dirty Office Party derzeit in den Regalen zu finden ist (was der Schwachsinn soll, erklär mir mal einer), hat man damit begonnen, eine dieser “unverwüstlichen Partys” zu feiern, bei denen alles noch so herrlich abgedreht erscheinen soll, was sich zuletzt jedoch nur als Babysturm im Kindergarten-Wasserglas entpuppt.
Genau die gleichen Ambitionen entwickelt Girls’ Night Out: Was eine durchaus interessante Story hätte werden können, wird durch seine konsequenzlose Belanglosigkeit zu einem derben Niedergang der Partykultur, die man mit solchen Filmen scheinbar am Leben erhalten will. Dass der Patient jedoch schon von Anfang an bereits längst tot ist, hat bisher wohl noch niemand bemerkt.
Der Tagesspiegel feiert den Streifen als Hoffnungsträger, dass in Hollywood nun doch noch die Frauen-Gleichberechtigungsnorm angekommen zu sein scheint, die Einspielergebnisse erzählen jedoch eher eine völlig andere Story: Nämlich, dass man sich dermaßen blamiert und der gekünstelte Dreck keineswegs erfolgversprechende Ergebnisse liefern kann, die den Zuschauer auch tatsächlich unterhalten.
Vielleicht sollte ich den Titel mal dazu nutzen, um meinen Unmut über die immer mehr eintretenden Schwachsinnspolitologen vom Stapel zu lassen, denn mir geht diese ganze Gleichberechtigungsscheiße echt langsam auf die Eier. Und zwar nicht in Form von “Frauen an den Herd” oder ähnlichem Schwachsinn, den man ursprünglich einmal zu Recht bekämpfen wollte.
Dieses Thema ist so dermaßen ins Falsche verkehrt worden, dass es langsam einfach keinen Spaß mehr macht. Ja, ich begrüße es, wenn Frauen wie Jennifer Lawrence, Jessica Chastain oder Emily Blunt über die Leinwand huschen und man ihnen sämtliche Hauptrollen verpasst, die man möchte. Frauen sind großartige Menschen, großartige Schauspieler und – genau wie bei den Männern auch – sind viele mit Talenten gesegnet, die in der Welt längst nicht so gewürdigt wurden, wie man es hätte tun sollen. An dieser Stelle: Gleichberechtigung: Ja.
Was ich allerdings absolut verachte, ist dieser zwanghaft auferlegte, gesetzesmäßige Schwachsinn von “Frauenquoten” und dem ganzen Mist, der per Definition verlangt, dass man jetzt alles und jeden auch nochmal in weiblich herstellen muss. Und da gehören solche Filme für mich dazu.
Meine Güte, wenn jemand etwas gut kann, dann würdigt ihn oder sie dafür. Es ist okay. Aber jetzt zu sagen: “Hey, das ist zwar absoluter Bockmist, den du da verzapft hast und es ist einfach nur peinlich und zum Fremdschämen, aber weil du ja eine Frau bist, verzeihen wir dir und machen daraus jetzt einen Riesenhit” – was bitte soll der Schwachsinn? Wenn jemand etwas gut gemacht hat – Lob verdient, wenn jemand etwas scheiße gemacht hat, dann sagt es bitteschön auch und stört euch dabei nicht an irgendeiner Frauenquote.
Und Girls’ Night Out war scheiße. Er war unwitzig, ist absolut ohne Moral, trägt weder mit Wissen oder Bildung zur Erweiterung des Geistes bei noch unterstützt er in irgendeiner Form Unterhaltung und dient damit zur Freizeitgestaltung. Und dabei ist mir egal, ob dieser Film den Bechdel-Test bestanden hat oder nicht – das hat Mad Max: Fury Road auch und den habe ich gefeiert. Unter anderem wegen seiner starken, weiblichen Rollen.
Wer großartige Frauenrollen sehen will, der sollte dann wohl eher zu Miss Sloane – Die Erfindung der Wahrheit, Passengers oder Sicario greifen, denn: Dort spielen auch Frauen und das ohne Ausnahme herausragend!
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten einen so jämmerlichen Schwachsinn gesehen, der für mich keinerlei Relevanz oder Bedeutung hat.
Es ist erbärmlich, so einen Film als Hoffnungsträger für Gleichberechtigung hinzustellen, denn die Show entbehrt jedweder Glaubwürdigkeit und ist für mich ein Paradebeispiel für nicht gelungene Comedy. Ein Aushängeschild dafür, weshalb ich Comedyfilme generell verachte und mich oft so weit wie nur irgend möglich von ihnen fern halte.
Weg damit!

 
Nachspann
lohnt sich in dem Sinne, wenn man bis dahin durchgehalten hat, denn hier kommt noch einiges.

The Fourth Phase (4K)

Und wieder einmal hat Red Bull seine Flügel ausgebreitet, um den gemeinen Sportliebhaber ins Kino zu locken und ihm einen Bilderreigen außergewöhnlicher Momente vorzusetzen, die sich diesmal mit der Welt des Wassers auseinandersetzen.
Dabei fällt auf, dass man sich hier nicht so konsequent und ehrlich mit den Begebenheiten auseinandergesetzt hat, die versuchen zu vermitteln, dass es im Leben gewisse Momente gibt, die alles verändern können und einem als Zuschauer den Sport und seine Begeisterung näher bringen, sondern man geht völlig neue Wege und pflanzt eine teils schon nervige, metaphysische Schwafelei über Dinge ein, die meines Erachtens gar nicht mehr mit der Sache als solches korrelieren, sondern in diesem Fall völlig Fehl am Platze sind.
Nichtsdestotrotz: Die Bilder in 4K beeindrucken trotzdem, die Moves und Slides, die man sieht, fordern Respekt von dir und die Kulissen entführen an Orte, an die sicherlich kein Mensch mal eben einfach so vorbeischneit, um hier ein paar Minuten zu verweilen.
Dass hinter der Produktion jede Menge Geld zu stecken scheint, zieht sich nicht nur durch einige Szenen, sondern lässt bedrückende Beklemmnis auftreten, da die Huldigung an den Sport somit der Kapitalisierung weicht, bei der bekanntlich keine großen Gewinner am Schluss stehen, sondern einzig und allein die Profitgier.
Weshalb dieses Werk dann so penetrant promotet wird, darf sich jeder selbst erklären.
Schafft man es, als Zuschauer über diese offensichtlichen Mängel hinwegzusehen, erlebt man eine sportliche Reise, die durch ihre Metaphysik immer wieder belächelt werden kann, deren physische Aktivitäten aber dennoch beeindrucken und vor allem einem wieder große Bühne bieten: Der Natur selbst.
Dass die durch die enorme Technik nun fast schon zu gut aussieht, lässt sich auch noch verschmerzen – wer allerdings den wahren Geist des Sports erleben möchte, dem lege ich lieber die vorherige Sportverfilmung ans Herz: Chasing Niagara.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man hat das Gefühl, das Label Red Bull kommt langsam auf den Geschmack und lässt in Zukunft immer mehr Gelder in die Filmproduktion fließen, die dann sicherlich nicht mehr alle authentisch über die wahren Leidenschaften einiger weniger berichten, sondern genau wie andere Produktionen ihre Ideen aus den Fingern saugen.
Das kann nach hinten losgehen, muss es aber nicht. Die Location-Aufnahmen wurden hier extrem klasse gemeistert und die unglaubliche logistische Herausforderung von einem potenten Unternehmen geschultert, was allerdings an der Sympathie für das gesamte Unterfangen kratzt und somit nicht mehr ganz die Leidenschaft zum alleinigen Motor der Unternehmungen deklariert.
Wer sich jedoch für (Winter)-Sport interessiert, dem sei diese Dokumentation schwer ans Herz gelegt: Die Bilder beeindrucken und ich gehe mal davon aus, die waghalsigen Stunts genauso. Über die Philosophiererei sieht man halt galant hinweg.

 
Nachspann
unbedingt sitzen bleiben: Der ist am authentischsten und macht bis zum Schluss hin richtig Freude.

How to be Single

Rebel Wilson in einem Film zu sehen kann eigentlich nur psychologischer Terror und jede Menge verbale und körperliche Ausartung in jedwede Richtung bedeuten. Das zumindest dachte ich, als mir der Trailer vorgesetzt und ich auf den neuen Film How to be Single eingestimmt werden sollte.
Wir erinnern uns, dass kürzlich bereits schon mal so ein Streifen existierte, in dem zwei gealterte Sisters mächtig auf den Putz hauen wollten und das dann in einer desaströsen Unterhaltungskatastrophe endete, die mehr Peinlichkeit als sinnvolle Abendunterhaltung lieferte.
Wir haben hier wieder zwei “draufgängerische Frauen”, die mächtig auf den Putz hauen wollen, in einer abendfüllenden RomCom für weibliche Zuschauer … und eben jene Tatsache rief das eiskalte Grauen in mir hervor. Aber was tut man nicht alles für dieses Blog.
.kinoticket gelöst und rein da. Das restliche Publikum war tatsächlich komplett weiblich und der Film ist auch ganz klar auf die Damenwelt konzipiert. Nur, dass der eben sehr viel mehr Inhalt aufwies, als ich ihm laut Trailer zugemutet hätte.
Ja, Wilson kriegt ihre Momente, in denen sie draufhauen und ausflippen darf, jedoch ist der Film sehr viel “ruhiger” als der Trailer einen glauben lassen mag. Und diese Verrücktheit, mit der man an das Thema rangeht, ist so viel eleganter als vermutet und wartet mit einer ganz großen Portion Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit auf, von der sich viele der Ausgeflippten unserer Nation eine große Scheibe abschneiden dürfen.
Der Umgang der einzelnen Personen miteinander, die triviale Reise der Selbstfindung, das Ausbrechen, Ausprobieren, Scheitern und Siegen wurden hier ganz neu eingemischt und stellt die bisherigen Liebestöterfilme ganz weit nach hinten.
In gewisser Weise ist man auch hier ein Stück weit erwachsen geworden. Man darf zwar immer noch Spaß haben, sich seines Lebens erfreuen und aus den scheiß Situationen, die einem das Leben vor die Füße wirft, das beste daraus machen, jedoch hat man klassische Werte hier mal völlig außen vor gelassen und den “Suchenden” eine ganz neue Art der Liebe präsentiert, die viele Konzepte der Gegenwart ehrlich durchleuchtet und aufbereitet.
Und genau das hat mir an diesem Film im Nachhinein so richtig gut gefallen: Neben all der Spinnerei und dem lauten Sex and the City-Gehabe waren sehr ernste, tiefgründige und aufrichtige Momente, die dem Film das gewisse Etwas verleihen und ihn somit zu einer wichtigen Inhaltsperle machen, den man sich durchaus anschauen kann.
Allerdings hätte ich hier an einigen Stellen noch die Schnittschere angesetzt, um einige Längen des Films zu beseitigen, die an vielen Stellen immer wieder auftauchen und somit für angehende Langeweile sorgen. 20 Minuten weniger und das Teil wäre ein richtig toller Aufguss altbekannter Probleme in neuem Gewand.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Mann wird man es wahrscheinlich schwieriger haben, mit den Thematiken dieses Films umzugehen, es sei denn, man ist auf der Suche nach mehr Hintergrund, weshalb Frauen so ticken, wie sie ticken.
Diese Problematik wird im Film nämlich unterschwellig deutlich gemacht und offenbart neben Unterhaltung mit teilweise zu vielen Längen auch eine wunderbar ehrliche Sichtweise auf die Dinge, die jeder schon kennt, sich aber bisher keiner so richtig auszusprechen gewagt hat.
Coolste Person meiner Meinung: Der Barkeeper. Sollte man weiblich sein, darf man sich den Film ungeschoren anschauen, alle männlichen Kinobesucher sollten sich darüber im Klaren sein, dass hier ganz klar auf die weibliche Klientel abgezielt wurde und man “männliche Logik” in diesem Film nicht zur Sprache kommen lässt.

 
Nachspann
gibt’s nur in Schriftform, wer auf weitere Szenen wartet, tut dies vergeblich.

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