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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Wald Page 1 of 2

WUFF

Wuff

© 2018 DCM Filmdistribution

 

Buck – manch einer mag vielleicht mit den Augen rollen, wenn er seinen Namen auf dem Regie-Platz liest sich und sich seinen Teil dabei denken. Er hat in jüngster Vergangenheit einige Werke rausgebracht, die nicht überall für Applaus sorgten und einfach seinen eigenen Ruf. Seinen eigenen Stil. Er macht, was er denkt und haut es so an die Bevölkerung raus.

In diesem Rahmen kann man nun über den Titel denken, was man will – fest steht: Der Film ist für Hundeliebhaber.

Und genau die werden wohl auch ins Kino gehen und ihn sich anschauen, denn für sie ist er gemacht. Für niemanden sonst.

Klar, Tierchen haben in Bucks Filmen schon immer eine Rolle gespielt, dieses Mal erhält man jedoch eine völlig andere Story, als man auf den ersten Blick erwartet, die plottechnisch aber auch nicht sonderlich vom Hocker reißt. Man wollte eben was mit Hunden machen und spricht somit einen millionengroße Schar an Menschen an, die Hundebesitzer sind und sich den Film möglicherweise schon allein deshalb ansehen werden.

Das ist wohl genauso wie mit Kindern: Solange man keine hat, steht man eiskalt über den Dingen, sobald das eigene da ist, fängt man selbst mit “Butzi Butzi” an und kann nicht mehr anders, als sich an den kleinen Süßen zu erfreuen. Same with dogs.

Demnach schätze ich, dass hier der Grat ist, an dem die Meinungen sich scheiden werden: “Betroffene” finden es herzallerliebst, die “Eiskalten” stehen über den Dingen und sagen sich: “Naja”.

Das einzige, über das sich alle einig sein dürften ist der Nachspann: Verrückt, skurril, dümmlich und zum Knutschen geil! Also bitte bis ganz zum Schluss sitzen bleiben.

 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte Hundeliebhaber sein, das erhöht die Bonuspunkte für diesen Film immens!

Alle anderen finden ihren Spaß dran, wenn sie “Hundetypen” sind, die bei so einem Filmtitel klar favorisiert bespaßt werden. Und wer reingeht: Auf jeden Fall den Nachspann mitnehmen, der ist meiner Meinung nach das allerbeste am ganzen Film!

 

Nachspann
✅ sollte man mitnehmen, das Gebotene ist herzallerliebst 😉

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: WUFF – Folge dem Hund
Length: 114 Min.
Rate: FSK 6

Leave No Trace

Hinterlasse keine Spuren. Dann könnten Fragen gestellt werden. Und Fragen sind in einer festgefahrenen Gesellschaft immer unerwünscht. Ich erlebe selbst oft, wie häufig Non-Konformität in der aktuellen Gesellschaft angeprangert und angezweifelt wird und es ist schockierend, wie wenig der wohlwissende Bürger eigentlich wirklich darüber weiß.
Dass viele ihre Aussagen nur noch auf eigener Meinung und längst nicht mehr auf überprüfbaren Fakten basierend äußern, erleben wir derzeit aktuell überall auf dem politischen Tagestisch. Dem muss sich das Kino ja nicht gezwungenermaßen gleich anschließend, sondern es darf so herrlich ehrlich über den Tellerrand blicken und dem Zuschauer dabei zeigen: Es gibt noch mehr da draußen. Dinge, von denen du nichts weißt. Dinge, die dir völlig unbekannt sind. Und wir erklären dir auch, warum diese Dinge tatsächlich funktionieren.
Ich habe bereits bei draußen meine helle Freude gehabt und mich in vielen Aussagen der Menschen wiedererkannt, weil ich die Situationen kenne, sie verstehe, sie durchlebt habe und durchlebe und genau weiß, wie sie fühlen und vor allem, warum sie so fühlen.
Diesen Aspekt bringt Leave No Trace auf den Höhepunkt und sondert sich dabei komplett von allen vergleichbaren Filmen ab. Ich finde es an den Haaren herbeigezogen, stumpfsinnige Vergleiche anzustellen, nur weil jemand mal “raus geht”. Nein, ich denke nicht, dass man mit Captain Fantastic und Co. mitzieht, sondern hier sehr viel mehr Einfühlungsvermögen, Vielschichtigkeit und Sorglosigkeit erlebt, und den Zuschauer sehr behutsam, aber konsequent an ein Thema heranführt, über das man mit dem Durchschnitts-Otto noch nicht mal ernsthaft diskutieren kann. Geschweige denn, es mal auszuprobieren.
Und hier liegt die Crux: Man sieht es. Man fühlt sich vielleicht im ersten Moment angewidert und wird von der Andersartigkeit angestoßen, erfährt im Laufe des Films aber immer mehr, wie Verständnis dafür aufgebracht wird, weil er sich nicht erzwungen erklären möchte, oder mit irgendwelchen Stilmitteln auftrumpfen oder episch-dokumentarisch belegen, wie toll so etwas sein kann, sondern der Film lässt einfach zu.
Genau das ist begeisternd. Dieses Zulassen. Dieses Vielleicht-nicht-einer-Meinung-sein-aber-den-anderen-nicht-ändern-wollen. Das, was der heutigen Protzgesellschaft fehlt, die landesweit gegen irgendwelche Andersartigkeiten demonstriert. Frieden basiert nicht im Akzeptieren und Übernehmen von allem und jedem, sondern manchmal einfach nur im Zulassen von Andersartigkeit. Und genau da stolpern sehr viele, die von sich selbst behaupten, fest im Leben zu stehen, schon allein in der Diskussion.
“Du bist nicht so wie ich? Dann hau ab!”
Genau das hab ich schon unzählige Male an den Kopf geworfen bekommen, direkt oder indirekt, weil jeder gleich glaubt, dass man sein Leben auf andere überstülpen und sie allein durchs Erzählen von etwas überzeugen möchte, dass sie vielleicht gar nicht wollen (und auch gar nicht sollen, wo wäre denn dann z.B. die wunderbare Einsamkeit in der Natur, wenn auf einmal jeder da rumtigert?). Und der Glaube, dass ein “Ich teile dir etwas von meinem Leben und meiner Andersartigkeit mit” gleichbedeutend mit “Ich möchte, dass du in Zukunft komplett und immerdar an meiner Seite weilst und genauso lebst wie ich” ist, ist schlichtweg dumm und naiv. Vielleicht bedeutet das einfach nur, dass du der Person wichtig genug bist, dass sie dir ihre Andersartigkeit anvertraut, um Verständnis zu erlangen oder sich mitzuteilen, weil du ihr nicht egal bist. Es ein Freundschaftsbeweis ist, weil du danach nämlich weißt, was diese Person treibt und wo sie sich rumtreibt und alle anderen nur Fragezeichen auf den Köpfen haben. Aber so weit denkt niemand.
Und genau da punktet der Film sondergleichen und führt den Zuschauer tief in ein ungeahntes Verständnis hinein, dass keine Erklärungen mehr braucht und nach dem man tatsächlich eines tut: Man versteht.
Man versteht, warum sie so sind. Warum sie das wollen. Man spürt und sieht es ihnen an. Oder es liegt an mir und den Erfahrungen, die zu diesem Verständnis geführt haben – ich weiß es nicht.
Fakt ist: Dieser Film entlässt einen bewegt wieder aus dem Saal. Und auch wenn die Story nur über drei Ecken wahr ist (ja, den Fall hat es gegeben, der Autor ist an den Originalschauplätzen rumspaziert und hat sich dazu ausgedacht, wie das wohl gewesen sein könnte und darüber ein Buch geschrieben, welches wiederum als Film interpretiert wurde), zeigt es dennoch, dass eben nicht nur dieses eine Lebensmodell lebensfähig ist, sondern man auch anders ohne zu verwahrlosen durchkommen kann und ein gutes Leben führen.
Und diese Lebenserfahrung sollte jedem von euch ein .kinoticket wert sein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Feinsinnige, abgestimmte und völlig natürliche Erzählung über ein völlig anderes Leben abseits jeder Norm.
Der Film leistet dabei keine Überzeugungsarbeit oder drängt sich unbequem auf, sondern lässt den Dingen einfach ihren Lauf und hält sich dabei sehr dezent zurück, ohne jedoch dem Zuschauer dabei den forcierten Blick auf diese Andersartigkeit zu verwehren. Eine sehr ertragreiche Erfahrung, die man dank Debra Granik demnächst im Kino machen kann.

 
Nachspann
❌ überrascht mit nichts mehr, voreiliges Rausrennen ist also erlaubt. Aber bitte ganz raus … also in den Wald!
Kinostart: 13. September 2018
Original Title: Leave No Trace
Length: 109 Min.
Rate: FSK 6 | PG

Sauerkrautkoma

Langsam wird’s unübersichtlich im Eberhofer-Universum, darum hier für euch mal die Reihenfolge der Bücher/Filme zum Nachschlagen und Nachschauen:
1) Winterkartoffelknödel
2) Dampfnudelblues
3) Schweinskopf al dente
4) Grießnockerlaffäre
5) Sauerkrautkoma (aktuell in den Kinos)
6) Zwetschgendatschikomplott
7) Leberkäsjunkie
8) Weißwurstconnection
9) Kaiserschmarrndrama
Sauerkrautkoma bildet nun also die derzeitige Halbzeit der bisher erschienenen Krimis von Buchautorin Rita Falk, die in ihren Geschichten rund um den konsequent genervten Polizisten Franz Eberhofer ein geniales Universum geschaffen hat, dass die Bayern in ihren tiefsten Klischees ausleuchtet und dabei durch bissigen Humor und zynische Pointen bestens unterhält.
Und da es Krimis wie Sand am Meer gibt und immer irgendwo irgendwer umgebracht, erschossen, getötet oder sonstwas wird, fragt sich der TV-getränkte Zuschauer vielleicht, weshalb er jetzt genau in diesen Film gehen sollte. Mein Tipp: Schaut euch die Vorgänger einfach nochmal chronologisch von Beginn an, damit ihr den Aufbau der Charaktere und die Erschaffung vieler Running Gags besser versteht, denn dadurch kommt die Sympathie und das Ins-Herz-Schließen ganz von allein. Die Truppe ist einfach ein bayerisches Original, dass es selbst außerhalb des Weißwurst-Äquators zu Bekanntheit geschafft hat und sogar im Norden Deutschlands für Nachfrage sorgt.
Mit den Eberhofer-Krimis ist in meinen Augen ein Stück deutsche Kinogeschichte gelungen, das man selbst international als Erfolg verkaufen könnte, da die Bissigkeit und Einzigartigkeit der einzelnen Protagonisten so detailliert und sprachlich genial herausgearbeitet wurde und dieses Biotop der dörflichen Kommune einfach funktioniert. Wer sich also von bayerischer Authentizität bespaßen lassen möchte, kommt um die Falk-Verfilmungen nicht drumrum und sollte hier beherzt zugreifen.
Im mittlerweile fünften Teil der längst nicht abgeschlossenen Buchreihe (Falk arbeitet aktiv an neuen Krimis) hat man nun einen gewissen Standard etabliert, der vielleicht nicht mehr mit dem versessenen Zynismus aus Teil 1 und 2 aufwartet, deshalb aber trotz allem nicht weniger lustig ist, sondern bestens unterhält und schon in der ersten Minute für ein wohliges Heimatgefühl sorgt, das es in diesem Ausmaß so noch nicht auf der Leinwand gegeben hat.
Für mich ist es immer wieder ein Fest, wenn ein neuer Teil in die Kinos kommt und ich nutze die Chance, mir dann die bestehenden Teile erneut anzusehen um wieder völlig in das Eberhofer-Universum abzutauchen und diese Welt voll auszuschöpfen und zu genießen. Ich zumindest wünsche mir bei jedem weiteren Teil, dass die Saga niemals enden möge, dafür ist sie einfach viel zu gut!
 

.kinoticket-Empfehlung: Der griesgrämige Polizist Franz Eberhofer in seinem fünften Streich: Alle Vorgängerfilme waren zumindest im Süden Deutschlands ein riesiger Erfolg und an diesen Geniestreich grenzt auch der aktuelle Teil an: Lacher, Tränen und jede Menge urkomische Bayern-Originale sind garantiert und sorgen in den Kinos für Kurzweil und beste Unterhaltung.
Reingehen definitiv erlaubt: Wer die Vorgänger noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen, da die Reihe auf sich selbst aufbaut und man sonst die Running Gags und viele Insider nicht wirklich versteht.

 
Nachspann
❌ muss man diesmal nicht bis zum Schluss abwarten, hier folgt nichts weiter. Man wird soft entlassen.
Kinostart: 09. August 2018
Cast & Crew werden im Rahmen des Kinostarts von Sauerkrautkoma eine Kinotour veranstalten und sind in unterschiedlicher Besetzung an vielen verschiedenen Orten zugegen, um ihren Film vorzustellen und Fans Rede und Antwort zu stehen.
Los gings am 6. August 2018 im mathäser München und ab sofort dann durch 33 Städte, bis die Tour am 19. August 2018 im Cinestar Ingolstadt endet.
In den verschiedenen Orten werden jeweils unterschiedliche Darsteller und/oder Crew vor Ort sein, genaueres entnehmt ihr bitte dieser Seite, die neben den einzelnen Standorten auch jeweils die Kinos und anwesenden Stars aufgelistet hat.
Weitere Kinostarts in ganz Deutschland folgen und werden bei Bekanntgabe hier aufgelistet.
Und zum Abschied noch ein paar Impressionen von der Deutschlandpremiere in München direkt vom Red Carpet! Viel Spaß! 🙂
 

Kindheit

Dieser Film hat zwei Seiten. Einerseits – und das ist vollkommen löblich – setzt er sich mit Erziehungsmethoden auseinander, die grandios durchdacht sind und aus dieser Welt systematisch die Waschlappenkinder wieder entfernen könnten, wenn sich mehrere Tagesstätten derartiger Methoden annehmen und sie im Alltag praktizieren würden.
Ich habe nach der Pressevorführung jede Menge negative Stimmen gehört, worauf ich aber später noch zu sprechen komme. Warum mein Blickwinkel darauf trotzdem positiv ist? Wahrscheinlich lese ich zu viel zwischen den Zeilen oder mache mir währenddessen Gedanken darüber, wie es sonst in der Welt so aussieht und finde das Konzept, das im Hintergrund damit beworben wird, einfach fantastisch.
Und das sage ich jetzt befreit von jedwedem Öko-Bio-Neumodern-Gelaber, sondern einzig im Hinblick auf die Tatsache, dass wir von diesen Helikopter-Eltern einfach zu viele haben und sich viele abgewöhnt haben, Erziehungsberechtigte zu sein und sich stattdessen lieber darauf konzentrieren, beste Freunde der Kinder zu werden, die bei nichts mehr durchgreifen und damit Menschen heranwachsen lassen, die ihrerseits absolut unfähig dazu werden, wieder ihre Kinder zu erziehen.
Diesem Trend, der damit die ganzen Vollidioten produziert, die einem auf der Straße tagtäglich begegnen und von denen man auch im Netz jede Menge Bullshit vor die Augen geschmissen bekommt, wird hier auf eine völlig defensive und erkenntnisreiche Art entgegengewirkt und man sollte sich tatsächlich über das ein oder andere mal wieder klar werden – dazu werden gerade am Anfang des Films einige Sätze in den Raum gespeist, über die es sich ernsthaft nachzudenken lohnt.
Andererseits – und damit kommen wir zu den kritischen Stimmen – ist dieser Film sehr “nah” gefilmt, was bedeutet, dass während des Drehs der unabhängige Abstand zu den Kindern fehlt, die sich vor der Kamera tatsächlich völlig eigenständig und unbeeinflusst bewegen und verhalten können, was den Verdacht aufwirft, dass es im Hintergrund wohl doch “Regieanweisungen” gegeben haben könnte. Wohlgemerkt: haben könnte, es ist nicht gesagt, dass es tatsächlich so war, sondern das geschulte Auge bemerkt eben einfach, dass räumlich gesehen oft zu wenig Platz war, um beispielsweise mit extremem Zoom zu filmen und so den Kindern nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken.
Wer schon mal vor einer solchen Kamera hat agieren müssen, weiß selbst, wie “seltsam” das ist und kann sich daher denken, dass auch Kinder anders reagieren – auch hier gab es einige Szenen, die solcherlei Vermutung aufkommen lassen, weil es – sagen wir – etwas unnatürlich wirkt, wie sich die Kinder angeblich “aus freien Stücken” verhalten.
All dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass dieses Gesamtkonzept absolut löblich ist und – ohne Kamera – gerne weiterverbreitet werden darf.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit pädagogischen Augen betrachtet ist dies ein rühmliches Vorbild, an dem man sich in der Kindererziehung gerne in jedem Haushalt orientieren kann.
An vielen Stellen fehlte ein wenig der Abstand, um die Kinder nicht zu aufdringlich zu verfolgen, was einen negativen Beigeschmack produziert, in meinen Augen aber das hintergründliche Prinzip deswegen nicht angreift.
Darum empfehle ich den Streifen definitiv als sehenswert und warte einfach darauf, welche Generationen diesem Erziehungsprinzip entspringen. Es wäre in höchstem Grade wünschenswert, dass es viele sind.

 
Nachspann
braucht man nicht abzuwarten, es folgt nichts mehr.
Kinostart: 19. April 2018

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier

Fünf Freunde zählt bereits zu den bekannten und etablierten Buchreihen, die sich in Kinderzimmern schon längst ausgebreitet haben und ebenso im Kino einer großen Beliebtheit erfreuen. Mit Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier erleben wir nun schon das fünfte Kinoabenteuer, dass jetzt nach mehrjähriger Pause und fast kompletter Neubesetzung einen quasi Neustart der Erzählungen hinlegt, da man bereits im Vorgänger schon gemerkt hat, dass die Schauspieler für ihre Rollen langsam zu alt wurden.
Um der angehenden Anzweiflung in Sachen Glaubwürdigkeit entgegenzuwirken, hat man also den Trupp neu besetzt und sich anschließend wieder vollends in die Kindererzählung geschmissen und dabei wohl nicht bemerkt, dass an (zu) vielen Stellen eben jene Glaubwürdigkeit weiterhin angezweifelt werden darf. Zumindest, was die denkende Bevölkerungsschicht betrifft.
Ich bin (als Erwachsener) auch weiterhin Verfechter und Möger von Kinderfilmreihen im Kino, nicht umsonst habe ich sogar dieses Blogprojekt mit einem herrlichen Kinderfilm gestartet.
Man findet mich bekanntlich auch in Babyfilmen vor, deren Sichtung ich zwecks Rezension gerne über mich ergieße, weswegen ich mich ebenso mit Freuden in das neueste Abenteuer der Fünf Freunde aus der Kinderbuchreihe von Enid Blyton gestürzt habe.
Was mir hier bitter aufgestoßen ist, war, dass man quasi grundsätzlich mit einer Lässigkeit davon ausgeht, dass die Zuschauerschaft zu doof ist, um zu kapieren, dass viele Dinge so einfach nicht funktionieren. Natürlich ist es dramaturgisch vorteilhaft, gewisse Handlungen eben mit einer “Spektakulär”-Portion auszustatten, die Kinderherzen gerne höher schlagen lassen darf, wenn’s dann allerdings pädagogisch gefährlich wird, sollte man spätestens die Reißleine ziehen und sich nicht mit physikalisch unmöglichen Dingen über die Szenen hinweghelfen.
Genau dies wurde hier aber reichlich getan. Inmitten eines Bads aus unzähligen Klischeerollen, die sich gegenseitig die Klinke in die Hand geben, wird hieraus ein von Älteren geächtetes Werk, da sich diese Dinge so weit von der Realität entfernt abspielen, gleichzeitig aber zu wenig Abstand da ist, um mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Kleinen dies als “nur” eine Geschichte respektive Märchen begreifen und nichts mit der Wirklichkeit assoziieren.
Natürlich sind die Kulissen beeindruckend und auch das prähistorische Zeitalter hat man wesentlich netter in seiner Rolle aufgehen lassen, als es z.B. bei Conny & Co. 2 der Fall war – allerdings bleibt der fade Beigeschmack von zu viel absurdem Klischee und zu wenig intellektueller Verantwortung.
 

.kinoticket-Empfehlung: Den Kindern wird hier zu wenig zugetraut und zu sehr auf altbackene Klischees gesetzt – das gibt dem Film einen faden Beigeschmack und lässt ihn trotz exzellenter Neubesetzung weiterhin an seiner Glaubwürdigkeit scheitern.
Die Kulisse ist toll, der Soundtrack und das technische Drumrum hervorragend ausgestaltet, nur am Drehbuch und einigen pädagogisch fragwürdigen Aktionen hapert es hier und da.

 
Nachspann
ist gespickt mit Outtakes vom Dreh, man muss also nicht gleich raus sprinten.
Kinostart: 15. März 2018

Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt

Kürzlich habe ich mich mit meiner Schwester über Peru unterhalten, ein Land, das noch nicht so zivilisiert und modernisiert ist, wie Deutschland. Es ging um gesellschaftliche Gepflogenheiten, Kulturbräuche, Umstände und Situationen aus dem alltäglichen Leben.
Sie war völlig entgeistert, mit welcher Geschwindigkeit und welchem Irrsinn wir uns hier in Deutschland mittlerweile rumärgern müssen und hat mir von Zeit haben berichtet: Menschen, die am Straßenrand sitzen und einfach mal nichts tun und die Welt sich dabei trotzdem weiter dreht.
Bei diesem Gespräch kam ich nicht umhin, in mir ein wenig Neid auf die Einfachheit und Simplizität zu entdecken, mit der dieses arme und durchaus ebenfalls mit Problemen geplagte Land gesegnet ist. Am Heiligabend kommen viele Familien einfach im Dorf zusammen, bringen gerichtete Backbleche mit Truthahn und anderen Speisen darauf mit, geben diese beim öffentlichen Lehmofen ab und werden dann nach wenigen Stunden informiert, sobald sie diese wieder abholen können. Erst dann zahlt man für diesen Service, der dort üblich ist, da viele Leute keine Öfen in ihren Häusern haben und zudem Truthahn in einem Lehmofen zubereitet wesentlich besser schmeckt als mit einem Elektroherd zu Hause – sofern denn Strom da ist.
So kann es also passieren, dass in einem riesigen Ofen, der eigens dafür hergerichtet wurde, eben mal 20-24 Backbleche verschiedener Familien nebeneinander stehen, bei denen man nur den Namen gesagt hat und sonst nichts weiter. Diese unbürokratische Gemeinschaft und Unkompliziertheit wäre in Deutschland heutzutage fast undenkbar!
Warum ich das alles erzähle?
Sitzt man demnächst im Kino und schaut sich Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt an, könnte in einem genau das gleiche Gefühl des in der Zeit Zurückgeworfenseins entstehen, denn man fühlt sich auf einmal, als wäre Disney noch an seinen Ursprüngen und würde erstklassige Familienunterhaltung liefern, nur eben in viel niedlicher.
Diese Figur wurde 1966 von Rune Andréasson erfunden und erfreut sich seitdem in Schweden höchster Beliebtheit. Mit seinen Anfängen im TV, später durch Comics in Wochenzeitungen und eigene Hefte ergänzt, eroberte der Bär mittlerweile seinen eigenen Freizeitpark und steht als unmissverständliches, kindgerechtes und vollkommen unverdorbenes Symbol für so ziemlich alles, das man als gut bezeichnen kann.
Dabei ist nicht nur die Geschichte für jedermann geeignet, sondern die Inhalte beschäftigen sich mit teils hochkomplexen politischen und gesellschaftsrelevanten Themen – aber dermaßen kindgerecht verarbeitet, dass selbst als Erwachsener oft vor Staunen der Mund offen bleibt.
Mittlerweile gibt es zwei Kinofilme, die in Schweden ca. 300.000 Zuschauer begeistert haben und damit verhältnismäßig mit Filmen wie Ice Age oder Ich – Einfach unverbesserlich im Kinderfilmsektor mitziehen. Dieser Erfolg ist Grund genug, den liebenswürdigen Bär nun auch nach Deutschland in die Kinos zu bringen und ich wünsche mir von Herzen, dass er hierzulande genauso die Herzen erobert, wie in unserem Nachbarland.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zu recht mit dem Prädikat “besonders wertvoll” ausgezeichnet – Kindgerechte Unterhaltung mit absolut pädagogischem Mehrwert in einer optimistischen, lebensbejahenden und fast schon superheldenmäßigen Weise, die bislang beispiellos ist.
Die Welt des Bären versprüht familiären Charme, die Probleme sind brandaktuell und die Geschichte ist völlig frei von Boshaftigkeit und düsteren Elementen, so dass dieser Film tatsächlich für jeden geeignet ist.
Auch Erwachsene sollten sich von den moralischen Ansichten dieses Bären eine große Scheibe abschneiden.

 
Nachspann
Nicht gleich davon springen, hier kommt noch ein klein bisschen was.
Kinostart: 28. Dezember 2017

Bigfoot Junior (3D)

“Kinderfilm!!!” schreit es aus den Mündern der kleinen Götter, die für die Vorurteile in den Köpfen Erwachsener zuständig sind und insgeheim die Weltherrschaft längst an sich gerissen haben. Und ja, der Trailer vermittelt genau dies, das Plakat dementiert davon nichts und rein geht wirklich nur, wer selbst auch welche von den kleinen Schreihälsen dabei hat (und insgeheim hofft, dass die jetzt wenigstens mal 2 Stunden die Klappe halten).
Tja, weit gefehlt. Bigfoot Junior hat mich in vielerlei Hinsicht tatsächlich richtig vom Hocker gehauen. Ich mein: Nimm die Maske der Animation beiseite, schieb das Programm in die 20 Uhr Schiene und James Bond bekommt auf einmal Konkurrenz. Nicht, weil es sich hier auch um Agentenscheiß handelt, sondern einfach, weil der Film durch seine Machart dieser Größe und dem professionellen Erwachsenen in absolut nichts mehr nachsteht.
Woran ich das genau festnageln soll, weiß ich nicht – der Kameraführung? Der Zeichnung? Dem absolut gehaltvollen Plot? Dem “Action-Momentum”, dass sich aus der Tiefe der Kreativität erhebt und gemeinsam mit dem Soundtrack und der gekonnten Blickführung etwas vollkommen Großartiges erschafft, das dem Zuschauer als Kino-Highlight vorgesetzt wird?
Dazu das unfassbar (!) räumliche 3D, das auf mich so krass wirkte, dass ich ernsthaft am Überlegen bin, ob ich euch nicht lieber davor warnen statt davon schwärmen soll, weil die ganzen “Epilepsie”-Warnungen, die man von Spielepackungen so kennt (sollte man tatsächlich – wie ich – die Einleger mal durchlesen), auf einmal doch Sinn ergeben und es absolut ratsam ist, sich nicht in die Vorstellung zu hocken, wenn man eh schon einen flauen Magen hat?
Auf jeden Fall haut’s rein – so sehr, dass sich auch ungezwungen jeder Erwachsene zu jeder Tageszeit in eine dieser Vorstellungen setzen kann und nicht enttäuscht wird.
Hut ab vor dem, was da geschaffen wurde. Entertainment für die Kinder, Technik und Background-Können für die Erwachsenen und einfach Spannung und Abenteuer, dass so sehr aus allen Nähten platzt, dass man es ohne zu Überlegen und ohne viel Zutun ohne Schwierigkeiten als Megablockbuster auf ProSieben präsentieren könnte und niemand erahnen würde, dass dieses Stück einst aus der Feder für Kinderunterhaltung entschlüpfte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Würde ich wieder reingehen?
Auf jeden Fall. Aber nur in Begleitung, denn der Film geht zu sehr in seinem voreingestellten Klischee unter und ist dabei um so vieles Größer als man ihm zutraut.
Was auch immer die Plakateure dazu getrieben hat, hier nur Kinder ansprechen zu wollen: Die Schaffenskunst, die hinter diesem Projekt steckt, ist absolut ausgereift und spricht daher auch alle anderen Altersklassen an, ohne dabei in irgendeiner Form zu hinken.
Rein gehen!

 
Nachspann
Braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 17. August 2017

Das Morgan Projekt

Ridley Scott – seinerzeit bekannt durch Filmlegenden wie Alien, beherrscht einmal mehr ein Universum, das vor legendärer Andersartigkeit glänzt, indem er seinen Söhnen dabei hilft, ihr Kinodebüt zu feiern. 
Die Darsteller werden dabei an den Rand einer Gesellschaft geworfen und mit Dingen konfrontiert, die garantiert alles sind, außer alltäglich. Die Szenerie, die Kameraführung, die düstere Atmosphäre und der Touch, der sofort zu Beginn gleich den Zuschauer packt, sind hier einmal mehr professioneller denn je. Der Film erhebt sich in seiner dunklen Erzählweise zu einem Glanzstück packenden Kinos und schickt den Zuschauer auf einen Trip, der garantiert seine Spuren hinterlässt.
Die Charakterzeichnungen sind allglatt, aber dennoch geheimnisvoll und rätselhaft, allerdings hätte ich mir persönlich im Mittelteil etwas mehr Mystifizierung rund um die Darstellungen gewünscht, was jedoch dem gesamten Projekt keinerlei Abstriche zumutet, sondern durchweg eine lobenswerte Qualität durchzieht. 
Das Szenenbild, die Kostüme und die Qualitäten der Eigenschaften der gezeigten Darsteller passt hier so wunderbar herrlich in ein Schema, das keinerlei Kanten und Ecken zulässt, sondern zu einem Filmfinale hinführt, dem man wohlwollend applaudieren kann. Auch technisch hat man hier absolute Größe bewiesen und besticht durch nicht zu schnelle, nicht zu lahme Schnitte, behält ein Erzähltempo bei, das super gut bei mir ankam und erfrischt mit einer Geschichte, der man wirklich sehr viel Fantasie beimischen muss, um sie vergleichbar mit anderen Werken zu machen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als wäre der Geist der inspirativen 90er Jahre wieder aus der Versenkung aufgetaucht, beherrscht einmal mehr großartige Unterhaltung den Kinosaal und sorgt hier für ausgelassenes Forschen, Grübeln, Mitfiebern und visuellen Augenschmaus.
Das Projekt ist als solches absolut gelungen und hinterlässt bei mir als Filmliebhaber einfach nur einen positiven Nachgeschmack, der mich dazu verleitet, euch allen zu empfehlen, diese Vorstellung in euer Repertoire der gesehenen Streifen aufzunehmen, insofern ihr auf hervorragende Thriller steht.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der letzte Eindruck zählt – und der kommt vor dem Text.

Blair Witch

Das Original aus dem Jahre 1999 mag kaum jemand verpasst haben, die PR-Strategie damals und das ganze Drumherum war genial inszeniert. Zudem hat man ganz nebenbei mal einen massentauglichen Meilenstein in punkto “Found Footage”-Movies gemacht und damit eine ganz neue Generation Film ins Leben gerufen, die alsbald ihre Nachahmer gefunden hat.
Der erste Teil verursacht auch heute noch nach spätestens 9 ½ Minuten Kopfschmerzen bei mir dank der irren Kameraführung, die zwar authentisch, dafür aber um so grausamer ist, je länger man hinsieht – überzeugend hin oder her.
Genau diesen “Fehler” wollte man dann beim zweiten Teil ausbügeln und hat einen hoch professionell angelegten Profifilm draus gemacht, der den ganzen Charme von Blair Witch Project kaputtgemacht und auch heute noch vom Großteil der Leute als schlecht bezeichnet wird.
Mit Blair Witch – quasi der Fortsetzung des ersten Teils – hat man nun endlich das galante Mittelmaß gefunden und ist wieder zum Found Footage-Style zurückgekehrt, hat den aber nicht nur mit der Intelligenz und den mystischen Abgründen des ersten Teils, sondern auch mit modernen Technikmitteln ausgestattet, so dass ein Horrorfilm dabei rausgekommen ist, der der heutigen Generation durchaus gerecht wird und nicht nur vereinzelt auf den Kinositzen für gruseliges Vergnügen sorgen dürfte.
Die Atmosphäre im Film ist gigantisch. Man ist sofort dabei, man kriegt zwischendurch zwar auch wieder Zeit, um zur Ruhe zu kommen und Überlegungen anzustellen, jedoch wird einem niemals groß langweilig, sondern man ist umgeben von kraftvoller Atmosphäre, die wieder ganz klassisch an die Urängste der Menschheit anknüpft und hier Szenen erschafft, die das pure Grauen beim Zuschauen hervorrufen.
Dabei ist nicht so sehr entscheidend, ob jetzt tief in die Plot-Trickkiste gegriffen wird, sondern eher das sich aufbauende Angstpotenzial, das mit fortschreitenden Entscheidungen der Protagonisten immer tiefer in Dinge verstrickt, über die man bestenfalls in sicherer Umgebung philosophieren könnte. Und genau die wird dem Geist des Zuschauers nicht geboten, sondern der wird panisch immer tiefer in den Wald gezerrt, um dort drin seine wahre Offenbarung zu erleben.
Für mich haben die Macher damit in nur 32 Drehtagen eine Meisterleistung geschaffen, die die grandiose Messlattenhöhe des ersten Teils nochmals um Welten steigert. Der Clou, hier mit den altbekannten Horrorelementen aus den späten Neunzigern zu arbeiten und dennoch die vielbeklagte Kopfschmerztechnik wegzulassen, hat mich tierisch begeistert. Auch wenn das der Sinnhaftigkeit teilweise etwas zu plump daherkommt, weil der Erzählflow durch die neue Methodik etwas zu glatt wirkt, so empfand ich generell das Erlebnis aber als völlig ausgeglichen und in sich rund, denn diese Symptomatik fällt einem erst später auf und nicht schon während dem Schauen.

Fun Fact: Auf digitale Schockeffekte wurde im Film komplett verzichtet. Die Macher arbeiteten derart detailverliebt an der Kulisse des Films, dass sogar die Macher des Originals schwer beeindruckt davon waren.

Und diese Authentizität kommt dem Film absolut zugute. Blair Witch macht einen Riesenspaß, wenn man Gruselfilme zu schätzen weiß, denn der ganze billige Horrorfilmmist hat hier nichts verloren. Dass dem Regisseur dabei die echt empfundene Angst wichtig war, spürt man mehr als deutlich, denn was die Schauspieler hier abliefern, ist nicht gespielt, sondern portiert die Angst förmlich in den Kinosaal rein.
Und die bleibt bis zum Schluss erhalten und gipfelt in einem grandiosen Finale, nachdem endlich der erlösende Abspann folgt, der wiederum einen Beat zum Niederknien beinhaltet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Blair Witch bastelt hier nicht nur weiter an den Erfolg des allerersten Teils an, sondern setzt erneut Horror-Maßstäbe, an denen sich eine Vielzahl anderer Filme orientieren muss und sollte: So wird es gemacht, wenn man im Kino sitzen und Gänsehaut erleben will.
Schauspieler, Macher und alle Beteiligten haben derart viel Wert auf Echtheit gelegt, was sich im Filmerlebnis absolut positiv niederschlägt und zu einem Ergebnis führt, dass in Fanreihen für Begeisterungsstürme sorgen dürfte. Ich freue mich schon auf die deutsche Variante und die darauf folgenden Philosophien der Filmfreunde, was uns denn da nun tatsächlich geboten wurde.
Also geht rein, aber nur, wenn ihr auch Horror aushaltet, denn ohne harten Magen geht ihr hinterher garantiert nirgends mehr vorbei, wo irgend etwas raschelt.

 
Nachspann
wie oben schon erwähnt mit brutal-bombastischen Beat (wer erfindet sowas?), aber ohne weitere After-Credit-Scenes. Rausgehen ist also durchaus erlaubt. Vielleicht ja in einen Wald? 😉

Elliot, der Drache (3D)

Frage Nr. 1: Schon mal etwas davon gehört?
Frage Nr. 2: Auch vom Trailer derart angefixt gewesen, dass man direkt entschlossen hat, sich etwas anderes anzuschauen, weil die üblichen Klischeekeulen wieder tief durch die Lüfte fliegen und man so gar keine Überraschungen in dem Film vorhält?
Mir zumindest ging es so und nach der ersten Testvorstellung entpuppte sich dieser Film als überraschend positiv. Disney ist bekannt dafür, die Magie in die Welt zu verströmen und versucht dies seit nunmehr schon unzähligen Jahren in immer wiederkehrenden Filmen, die uns erzählen, dass Dinge existieren, die es nicht gibt und man sie sehen kann, wenn man einfach nur daran glaubt.
Zugegeben: Es ist schwer, in der heutigen Zeit mit dem umfassenden Filmwissen noch einen Plot zu kreieren, der tatsächlich Überraschungen parat hält und die Zuschauer wirklich verzaubert, aber diesen Part braucht mittlerweile wohl nicht mehr die Storyline übernehmen, sondern die Magie findet ganz woanders statt.
Und genau das hat mich zutiefst beeindruckt. Man erfindet hier eine Umgebung, lockt aus einer völlig neuen Perspektive eine dermaßen überwältigende kindliche Unschuld heraus, die im Einklang mit sich selbst ist und tiefsten Frieden und Zufriedenheit ausstrahlt. Man lässt sich Zeit und genießt diese unterschwellige Ordnung und gibt dieser völlig surrealen Wirklichkeit Zeit, sich zu entfalten und zu beweisen, dass diese Form von Leben nicht nur möglich, sondern fantastisch ist.
Dieser Film verzichtet dabei auf sämtliche schnulzigen Eigenschaften, die man dem Kinderkino andichten kann und erhebt sich selbst zu völlig neuer Größe. Schon die Introduktion erstrahlt in einer neuen Art des Friedens, die nicht nur vollkommen familiengeeignet ist, sondern auch in epischer Stärke aufspielt, die nichts mehr mit dem unwirklichen Comic-Charakter gemein hat, der in letzter Zeit als Ausweg für die immer mehr explodierenden Superlativen Hollywoods geworden ist. Und genau da – zwischen den Zeilen – erlebt man auch als Erwachsener einen Film, den man sich trotz des schlechten Marketings und uneinladenden Trailers dennoch unbedingt ansehen sollte.
Ob nun das Herz ergriffen, man vielleicht hier und da doch vom Plot erwischt wird, oder man einfach nur die selige Natürlichkeit dieser wahrhaft fantastischen Story in seiner wohlbehüteten Atmosphäre genießen darf – dieser Film ist es wert, ein .kinoticket dafür zu lösen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Es war nicht nur ein fulminanter Start in einen Reigen von herrlichen Filmen, sondern auch ein krönender Abschluss mit einer neuen Art Kino, das wieder an einem Punkt angekommen ist, der die Auswüchse und Verirrungen der letzten Jahre hinter sich lässt und erneut etwas Traditionelles liefert: Richtig gutes Kino mit Geschichte, Emotionen und einer ungekannten Stärke, die nichts Böses braucht, um auf der Leinwand zu überleben und in den Herzen der Menschen zu funktionieren.
Traut euch – dieser Film ist es wert.

 
Nachspann
berührt mit seiner anfänglichen Animation im Detail und blendet danach ins übliche ab. Geht also langsam raus.

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