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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Beautiful Boy

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© 2019 NFP marketing & distribution

Sich mit den Dingen einfach mal auseinanderzusetzen, ohne dabei auf bekannte Ansichten und Gedankenprogrammierungen zurückzugreifen … eine Aufgabe, der sich viele überhaupt nicht stellen wollen, weil sie schon mal gar nicht wissen, dass das überhaupt geht. So viele Menschen haben ihr vorgefertigtes Bild, was bestimmte Menschen und Dinge angeht und sie lassen sich davon auch überhaupt nicht abbringen.

Dabei geht völlig unter, dass nie jemand gefragt hat, woher diese Ansichten überhaupt kommen, wer sie in die Welt gesetzt hat, ob sie heute noch gültig und überhaupt gerechtfertigt sind oder nicht, sondern völliger Humbug. Stichwort: Vorurteile.

Aktuell erleben wir immer noch, wie berühmte Vorurteile sich die Wege durch die Gehirnbahnen verschiedener Menschen graben und dort jede Menge Unfug und Dummheiten verzapfen, die sich dann als geistiger Dünnschiss den Weg zurück in die verbale Welt erkämpfen und überall ihre dünnflüssige Suppe an Idiotie verbreiten und permanent die Wahlergebnisse beeinflussen.

Dass so etwas Schaden anrichten kann und sogar Menschen das Leben kosten, haben wir aktuell alle schon erlebt und gesehen. Dass man diese Richtung auch ändern und alles zu etwas Positivem entwickeln kann, wisst ihr spätestens jetzt, denn: Man kann, darf und sollte solche Einstellungen und Gedanken hinterfragen und ihre Richtigkeit anzweifeln, um zu erfahren, ob die eigene innere Einstellung tatsächlich so unangreifbar korrekt ist, wie man bisher immer geglaubt hat.

Das beste Anzeichen dafür, dass irgendetwas faul an einer Sache ist, ist: Die Verantwortlichen mögen nicht, wenn man zweifelt. Geht in irgendwelche christlichen Ligen, hört ihnen zu und zweifelt dann an, was sie sagen. Je nachdem, wie sie reagieren, werdet ihr merken, wieviel Wahrheitsgehalt in ihren Lehren steckt und ob eigentlich alles nur eine große Lüge ist und jeder von vornherein verdammt wird, der es nicht kommentarlos schluckt.

Genau das gleiche betrifft nicht nur Religion, sondern auch Menschengruppen, Kulturen, Verhaltensweisen, gesellschaftliche Rituale usw. – und eben auch das, was in Beautiful Boy thematisiert und in eine völlig neue Korrelation gestellt wird. Mir haben die Ansätze, derer man sich hier bedient, unglaublich gut gefallen, weil das tatsächlich Fragen sind, die selbst ich mir niemals gestellt habe und die den Horizont und das Denken derart erweitern, dass die Erkenntnisse förmlich ins Hirn sprudeln und man als geistig bereicherter Mensch den Kinosaal wieder verlässt.

Mit solch einer positiven Inbrunst und strebender Energie an ein so düsteres Thema heranzugehen und dabei diesen Film hervorzubringen … der Wahnsinn. Und damit meine ich nicht nur das Schauspiel von Steve Carell, der hier mit seinem Charakter ein Vorbild liefert, von dem ich mir extrem viele Nachahmer in der Gesellschaft wünsche.

.kinoticket-Empfehlung: Wer bei den Twist-Erleuchtungen dieses Films keine feuchten Augen kriegt, dem kann ich auch nicht weiter helfen.

Gegen die offensichtliche Inbrunst, jedwede Vorurteile des Menschen anzugehen und sie mit Vernunft, Klarheit und aufstrebendem Willen zu besiegen, kommt auch kein Kritiker an: Steve Carell liefert hier Vorbildfunktion und erzählt eine dramatische Geschichte, die aus den tiefsten Höllen des Menschen die besten Seiten hervorkehrt.

Beautiful Boy ist ein leuchtendes Beispiel dafür und sollte von euch bis ganz zuletzt ausgesessen werden.

Nachspann
✅ So poetisch war garantiert noch kein Abspann – bleibt sitzen, auch wenn nicht gleich was passiert!

Kinostart: 24. Januar 2019

Original Title: Beautiful Boy
Length: 121 Min.
Rated: FSK 12

Polaroid

© 2019 Capelight Pictures

Mit brauchbarem Horror im Kino ist das so eine Sache: Als Grusel-Liebhaber hat man oft das Gefühl, dass dieser schlichtweg nicht existiert. Dabei eignen sich doch gerade die großen, teils unübersichtlichen und von vielen fremden Menschen bevölkerten Kinosäle als brauchbarer Nährboden für Angst und Schrecken, der dazu von der Leinwand herab gefördert und gefüttert wird und den Menschen mal wieder so richtig das Adrenalin in die Blutbahn und das Herz in die Hose schießen lässt.

Horror steht schon mal von Anfang an in der eigenen Verdammnis, im breiten Publikum nicht funktionieren zu können, da es ein Genre ist, dass sich schon seit jeher an einer Nieschen-Fangemeinde erfreut und solche Filme einfach nicht jedermanns Ding sind. Hier steht man als Zuschauer eben nicht vor der Entscheidung, ob die Komödie jetzt herausragend oder nur mittelmäßig war, sondern: Ob man in den kommenden Nächten noch schlafen kann oder sich aus Angst kaum noch vors Haus zur Mülltonne traut – schon gar nicht nachts. Da hört bei vielen der Spaß auf, weswegen sie sich grundsätzlich solcher Filme verweigern.

Die Toleranz-Hemmschwelle ist also sehr engmaschig gesetzt und ein „naja – ja, geht so – doch, geil“ weicht einem „Go – No Go“. Das viel brutalere Urteil über einen Film und die meist aberwitzigen Werbemaschen solcher Produktionen („Basiert auf einer wahren Begebenheit“) sorgen zusätzlich für abnormale Annahmen und garantieren förmlich fast, dass hier kein einziges wahres Wort mehr gesprochen wird. Aus einem vergleichsweise lahmarschigen Paranormal Activities wird ein medialer Hype, der unvoreingenommenen Menschen einen Heidenrespekt einflößt und sie einen weiten Bogen um diesen Titel machen lässt, der zuweilen bei Horrorfilmschauern nur ein müdes Gähnen verursacht – und manchmal noch nicht einmal mehr das.

So kommt es, dass medial gefeierte „Horror-Sensationserfolge“ wie The Fog von John Carpenter als Allzeitklassiker gelten, die es zwar teils schon intus haben, aber in meinen Augen noch lange nicht als Alleinstellungsmerkmal funktionierenden Horror-Genres stehen.

Oft werde ich als Kritiker gefragt, welche Horrorfilme denn wirklich gut sind … und oft beantworte ich diese Frage zu gerne mit einer Gegenfrage: „Welche kennst du denn?“

Tatsache ist, dass wahrlich gute, mit einheitlicher Bejahung abgesegnete Horrorfilme fast schon an einer Hand abgezählt werden können. Die Frau in Schwarz finde ich persönlich sehr berauschend und atmosphärisch, The Boy spielt auch definitiv in den höheren Rängen mit, der von vielen dank seiner unverantwortlichen FSK-12-Freigabe aber längst nicht als Horror gewertet wird, bei A Quiet Place kann man fast schon nicht mehr von Horror sprechen, wenn auch dieser Film unsägliche Spannungsmomente aufbaut und eine Atmosphäre des Schreckens kreiert. Und dann landet man direkt wieder in dem Metier verblichener 80er Jahre-VHS, in denen Effekte noch mit schleimiger Gallert-Masse und Farbstoff konstruiert wurden und der Zuschauer so mit explodierenden Mägen und allerlei Gekröse unterhalten wurde – und befindet sich direkt wieder im allerletzten Winkel einer totgeglaubten Nische.

Wenn also im kapitalgeführten 2019 nun ein Autor einen Horrorfilm erschaffen soll, möge er vom Verleih aus doch bitte möglichst viel Geld einspielen und darum möglichst viele Menschen ansprechen und darum möglichst Mainstream-geeignet sein, also möglichst viele Spitzen abgeschnitten wissen, um möglichst wenig Leute zu enttäuschen oder gar zu provozieren. Genau das macht Horror aber aus, der sich also schon in seinen Grundfesten dagegen wehrt, vom Massenpublikum akzeptiert zu werden und darum auch niemals als Massenprodukt vermarktet werden kann.

Tut man‘s doch, landet man schnell im 14-Jahre-Schulhof-Horror-Verriss-Eck, bei dem alles vorhersehbar ist, die Handlung selten-dämlich, die Darsteller mit geistiger Umnachtung gesegnet und der einigermaßen denkende Zuschauer konsequent mit einer Logikfehler-Keule geschlagen wird und während des Films aus dem Facepalmen nicht mehr raus kommt. Oder dazu übergeht, permanent alles und jeden zu kommentieren und am Ende lautstark darüber diskutiert, ob die kommende Vorstellung nun 23:00 Uhr oder bereits 22:55 Uhr anfängt und man sich nach viertelstündiger Diskussion schlussendlich darauf einigt, dass dies doch eigentlich völlig egal sei und man sowieso noch in die untere Etage muss, um Popcorn zu kaufen, wenn die Gastro noch offen hätte.

Was das mit dem Film zu tun hat? Nichts. Genauso wie Polaroid nichts mit echtem Horror zu tun hat, sondern eher eine herbe Enttäuschung für jeden ist, der mit Interesse einmal in solch eine Richtung geblickt hat. Hier ist wirklich ALLES vorhersehbar, unendlich langsam und quälend in die Länge gezogen mit Botox-Püppchen und dummen Schulkindern ausgestattet, denen man den Tod nahezu wünscht, einfach nur, damit deren Dummheit endlich ein Ende findet. Und wenn der Film dann endlich (1,5 Stunden nachdem du selbst auf die Lösung gekommen bist) auf die Lösung kommt, auf die du bereits seit 1.5 Stunden wartest, und diese in einigermaßen brauchbaren Effekten als „Big Invention“ zu verkaufen versucht, weißt du selbst nicht mehr, ob du mehr über das streitende Ehepaar, das inzwischen bei „Wo ist mein Handy jetzt?“ angekommen ist oder über den Tathergang auf der Leinwand lachen oder weinen sollst.

Wieder einmal hat man also eine glorreiche Idee an den Höchstbietenden verschachert und damit quasi manifestiert und in Ungnade gestürzt, statt sie in vollen Zügen auszukosten und daraus etwas unglaubliches zu gestalten. Das hätte wiederum dann so viel Aufmerksamkeit verdient, dass man sich ans Massenpublikum wenden könnte, ihnen gleichermaßen aber auch erklären müsste, dass hier immer noch Horror im Vordergrund steht und damit ein Genre bedient wird, dass ihnen normalerweise nicht zusagt.

Den Schritt geht Polaroid aber nicht und fällt so – wie fast alle materialisierten Horrorfilme – in die Grube des Vergessens und Ausgelacht-Werdens und sorgt einheitlich für bitterböse Enttäuschungen im ganzen Kinosaal. Selbst die Twists kann man nicht als solche bezeichnen, weil man sich währenddessen nur „Echt jetzt?“ fragt und auch hier von vornherein klar war, dass so etwas kommen musste.

Und würde jetzt noch irgendein Schauspieler oder -in durch extravagante Darstellungen glänzen oder in irgendeiner Form positiv herausstechen, hätten wir doch schon etwas, das ich an diesem Film loben könnte.

So bleibt leider nur das prähistorische Design der Polaroid-Kamera, das tatsächlich unsäglich gut ist und in jedem nostalgischen Fotografenherzen für mehr Blutfluss sorgt, cineastisch aber nichts an der Leichenstarre ändert, die vor der Leinwand bereits vor der 22:55-Uhr-Diskussion eingetreten ist.

.kinoticket-Empfehlung: Holt euch den Titel in eure Non-Mainstream-Home-Pyjama-Party-Sammlung und genießt ihn mit ein paar Molchaugen und unerlaubtem Alkohol auf eurer Teen-Home-Party, nachdem ihr in den Dorf-Club gar nicht erst reingelassen wurdet und gruselt euch – denn nur da könnte das Ding evtl. funktionieren.

Im Kino läuft da eher nix und von Horror-Fans braucht der Film gar nicht erst angeschaut zu werden. capelight ist auch bekannt dafür, nicht unbedingt von der breiten Masse akzeptierten Content zu verbreiten, sondern eher nieschiges Klientel zu bedienen – aber auch dafür war mir das einfach viel zu schlecht.

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Polaroid
Length: 88 Min.
Rated: FSK 16

Müslüm

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© 2018 Kinostar Filmverleih GmbH

Lang lang ist’s her, dass ich mal wieder einen türkischen Film auf dem Teller serviert bekommen habe und ehrlich gesagt war mir zwischendrin zwar sehr wohl die Chance gegeben, hier und da mal wieder in diesen Kulturkreis zu schauen, allerdings hat mich die überdrehte und oftmals doch sehr ungewöhnliche Art, “Humor” zu betreiben, abgeschreckt und lieber etwas anderes schauen lassen.

Müslüm war auf einmal dann doch interessant für mich, weil ich den .trailer gesehen und festgestellt habe, dass hier absolut rein gar nichts witzig ist, sondern man sich ernsthaft um ein Drama (wenn man so möchte) bemüht, das die reale Geschichte eines türkischen Stars aufzeichnet, der durch einige Höllen gegangen ist, die ich besser niemandem wünsche.

Zwar braucht man jetzt als Westeuropäer nicht zwingend von der Form Kunst sprechen, die hierzulande alltäglich ist und in irgendeinem Maße überjubelnd begeistern würde, jedoch zählt der Film, nachdem ich ihn gesehen habe, sehr wohl zu den Dingen, die man nicht ungesehen an sich vorbeistreifen lassen sollte, da nicht nur dramaturgisch, sondern auch inhaltlich harter Tobak auf den Tisch kommt, der einen eben doch ungeniert bei den Eiern packt.

Und dafür ist Kino ja da: Um Geschichten zu erzählen, die spannend, mitreißend, unterhaltsam und allgemein tauglich sind und nicht nur eine ganz spezielle Klientel ansprechen.

Was mich ebenso fasziniert hat, war, dass ich hier eine völlig neue Seite türkischen Kinos bewundern konnte, die wirklich absolut gar nichts mit allem, was mir je aus diesem Land schon unter die Füße gekommen ist, zu tun hat oder in irgendeiner Weise vergleichbar wäre. Diese schwermütige Ernsthaftigkeit und krasse Drama-Tiefe sitzt einem hinterher tatsächlich noch in den Knochen und wirft ein völlig neues Licht auf dieses Land.

.kinoticket-Empfehlung: Unvergleichlich, was sonstige türkische Filme angeht – man erzählt eben eine wahre Geschichte eines Menschen, der ziemlich viel krassen Mist hinter sich gebracht hat und damit einen völlig neuen Weg beschreitet, der es bisher noch nicht in unsere Kinos geschafft hat.

Die dramatische Schwere, die diesem Werk beihaftet, packt einen sehr und liefert eben nicht nur völlig andere Einblicke in diese Kultur, sondern berichtet auch über ein Phänomen, der ein ganzes Land begeistert hat. Auch, wenn der Kinostart schon etwas her ist: Wer noch die Chance hat, nehmt ihn ruhig mit, bevor er wieder verschwindet.

Nachspann
✅ zeigt Fotos von dem echten Müslüm, ist also gar nicht unspannend.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Müslüm
Length: 132 Min.
Rate: FSK 12

Forever My Girl

Buchverfilmung: 98% derer, die das Originalwerk gelesen haben, fühlen sich also schon mal angepisst. Ich lese nichts, von dem ich glaube, dass es verfilmt werden könnte, um mir den Filmspaß nicht zu verderben, ergo hatte man mich spätestens nach 3 Minuten und dem ersten Song.
Ja, ich hab eine Schwäche für American Country Music und kann mich an unzählige Nächte erinnern, in denen ich eben jenen Klängen gelauscht habe und meine eigenen Vorstellungen davon hatte.
Und yes, die Umsetzung davon ist dermaßen bombastisch, dass einfach jeder davon begeistert sein muss – einfach, weil im Film dazu alles passt! Farben, Klänge, Publikum, Sound, Kamera, Technik im Hintergrund, Abmischung: Die Songs sind dermaßen geil, dass sie den Film fast allein schon retten.
Gleiches gilt für die Technisierung rund um den Film: Die Crew im Hintergrund hat großartige Arbeit geleistet – und zwar bis in die kleinsten Ecken: Selbst die Casting-Geschichte, die sich über Wochen hinzog, weil man tatsächlich sehr anspruchsvoll auswählen musste, hat hier erstklassige Arbeit geleistet und Leute auf die Bühne geholt, die man von außen vielleicht nicht gleich kennt, die aber in meinen Augen perfekt ausgewählt wurden, um ihren Rollen im Film zu entsprechen.
Mankos? Die Inhalte. Man mag sich über die Moral solcher Filme streiten und ich mag sie aufgrund meiner Spoilerfreiheit jetzt hier auch nicht einzeln zerpflücken und aufschlüsseln .. und meinetwegen, es ist okay, wenn man derart in eine Geschichte packen will und die Leute dazu “bekehren”, auch wenn alles in Love-Liebe und Schnulze ertrinkt.
(P.S: Don’t forget the songs: Die retten wirklich alles!!!)
Die Handlung an sich (Buchvorlage => Gebt also der Autorin die Schuld) ist allerdings derartig kitschig und unglaubwürdig, dass ich sehr gut verstehen kann, wenn dieser Film gemischte Kritiken vom Publikum erntet: Und die fielen in der Sneak Preview tatsächlich super ausgewogen aus – zu etwa gleichen Teilen gut / mittel / schlecht, was meiner Meinung nach absolut zu diesem Film passt, je nach Gewichtungsgrundlage.
Mein Kinobuddy meinte noch: “Warum verschleudert man so viel großartiges Potenzial an so einen mistigen Plot?” – und damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Wer sich wieder einmal richtig in einen Milchbubi verschießen will, oder die weibliche Riege voll auskosten, wer auf gemütlichen Südstaaten-Flair steht oder in Musikwelten abtauchen möchte ohne dabei den trockenen Knuspermüsli-Effekt einer Dokumentation ertragen zu müssen, wer abartig geile Songs genießen und in den erstklassigen Kinoboxen zum Besten gegeben haben möchte, der darf in den Film – und wird ihn lieben.
Wem’s um Story geht und wer da ein paar Ansprüche erhebt, wird gnadenlos enttäuscht und wer beides zu gleichen Teilen wertet, wählt am Ende eben “mittel”.
Ich bin gespannt, was ihr zu dem Titel sagen werdet, ich werde (ob der grandiosen Musik!!!) wohl noch einmal reingehen und mir die Show erneut antun … denn davon hätte ich gern unsäglich viel mehr!
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Musik!!! So etwas großartiges, mitreißendes und absolut exzellent ausgeführtes gehört durch ein Kinobesuch belohnt!
Der Rest vom Film stimmt auch absolut, bis auf den tragenden Teil der Geschichte: Der ertrinkt im süffisanten Südstaaten-Heimatschmonzetten-Kleinbürgertum und kann von Plotversessenen wohl kaum wegignoriert werden.
Wer sich jedoch dafür entscheidet, den Film zu sehen, der sollte es solange tun, solange er im Kino läuft, danach ist auch der absolut rettende Teil der Musik “im Arsch”. Also sagt ja und geht ins Kino, oder lasst es ganz bleiben.

 
Nachspann
❌ abwarten lohnt nicht, man darf gerne rausspazieren.
Kinostart: 16. August 2018

303

303 – wenn ich die Zahl sehe, denke ich erstmal an den “Upgrade”-Raum in The Matrix. Fortgeschrittenes Level. Philosophie. Und tatsächlich beschäftigt sich 303 auch mit philosophischen Ansätzen und ermöglicht es den Besuchern, drei Jahre langwieriges Studium an der Universität mit allen pseudometaphysischen Ansätzen jeglicher Campus-Diskussionen innerhalb eines Filmes zu durchleben. Man könnte quasi sagen: Alle Klischees, die man von Studenten kennt, werden hier kompakt in einem Film zusammengefasst.
Negativ eingestellt? Dann schnappt euch Popcorn, löst die .kinotickets und geht in den Film: Der ist nämlich großartig. Finde ich.
Weil? Im Wesentlichen wird er von den beiden plakatierten Schauspielern durchgetragen, die in ihrer wunderschönen Studienart vehement ihren Charme versprühen und durch tastendes Feingefühl den Weg der Unidiskussionen durchleben. Die feine Sensorik, mit der man sich hier durch allerlei systemkritische Denkansätze bewegt, gepaart mit der feinfühligen Aneinanderreihung menschlicher Emotionen, beeindruckt auf vielen Ebenen.
Der Film tischt einem prachtvolle Bilder auf, verströmt Abenteuerfeeling und erinnert an die guten alten Zeiten, in denen man selbst Roadmovies durchlebt hat. Hier erhält der Titel dann letztendlich nämlich auch seine Bedeutung. Es ist wunderbar, den beiden beim Leben entdecken zuzuschauen, ihren Ausführungen zu folgen und auch, wenn man diese Dinge anderweitig schon zig mal vernommen hat, macht es dennoch Spaß, sich in dem seichten Strom der Gedankengänge treiben zu lassen und dabei in den visuellen Eindrücken zu baden.
Allein schon das Sprachbild der beiden ist mir jedes Mal, wenn ich diesen Film mitgenommen habe, so positiv aufgefallen: Die beruhigenden, warmen Stimmen in ihrer vorsichtig austestenden Sprachweise wieder und wieder zu erleben, ist ein Gefühl, dass man sowohl im Kino als auch auf dem heimischen Fernseher erleben kann.
Die Pracht und das landschaftlich-romantische Vergnügen, in das man dabei geschmissen wird, kommt jedoch nur im Kino so richtig zur Geltung. Und auch die Ruhe und “schwarze Geborgenheit”, die man in einem Kinosaal mitgeliefert kriegt, kann man zu Hause nur schwer herstellen. Darum sollte man sich in den nächsten Wochen ein geeignetes Kino suchen und sich für die extrem lange Laufzeit darin ausbreiten, um die Show einfach zu genießen. Ich werde es (nochmals) tun und lade euch einfach ein, es ebenso zu probieren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kompakt-metaphysische Langzeit-Diskussion aller Gesprächsthemen, die der klischeebelastete Student im Laufe seiner Universitätszeit durchpflügt: Man nimmt sich systemkritischer Gedanken an und paart sie mit einer Portion Realismus, und wirft beides dann einfach mitten ins Leben und macht daraus dann einen Film.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und begeistert in vielfältiger Hinsicht: Ruhe, Geborgenheit, Abenteuerlust und altbekanntes Studi-Gelaber passend zusammengefasst in einem einzigen Streifen. Den zu sehen dürfte man trotz allem deshalb nicht bereuen.

 
Nachspann
❌ liefert die Nameroll, das Warten auf zusätzliche Szenen kann man sich also sparen.
Kinostart: 19. Juli 2018

Goodbye Christopher Robin

Was haben wir aus der Vergangenheit gelernt? Twentieth Century Fox kann Filme. Einmal mehr hat sich das Tochterunternehmen des Studios einer Geschichte angenommen, die unverblümte Wahrheiten auspackt und damit ganz neue Einblicke in den Wahnsinn manchen Geschehens ermöglicht. Dass Menschen so sind, wie sie sind, ist ja weithin bekannt und wurde millionenfach von Hollywood besungen.
Was hier allerdings zum Besten gegeben wird, ist nicht nur sensationell überraschend, sondern trumpft mit einer Unglaubwürdigkeit auf, die so manches Weltbild zum Einsturz bringen könnte. Anfangs mutet der Film noch sehr altmodisch an, braucht eine Weile, um in die Gänge zu kommen und richtig an Fahrt aufzunehmen, aber dann entwickelt sich das einerseits zu einem Heidenspaß, andererseits glänzt man hier durch schockierende Tatsachen, die endlich mal die ganze Wahrheit solcher Fälle offenbaren und nicht immer nur die Creme-Seiten auftischen.
Und genau das macht diesen Film so spannend: Inspiriert von der wahren Geschichte, die die Hintergründe zu dem liefert, was Medien und Co. seinerzeit schon zu Tode getrampelt haben, ermöglicht man nun den Zuschauern, sich hier umfänglicher zu informieren und die Reise noch einmal durchzuführen, nur diesmal eben von der anderen Seite der Scheibe aus.
Ganz deutlich muss man hier auch die Hauptakteure des Films hervorheben, die sich durch ihr Schauspiel großartig von der Masse abheben: Margot Robbie, vielen aus Suicide Squad oder I, Tonya bekannt, begleitet von Domhnall Gleeson, den einige wohl zuletzt in Star Wars: Die letzten Jedi auf der Leinwand gesehen haben dürften, und den Kinderstar Will Tilston, dem nach dieser Leinwandoffenbarung alle Türen im Showbusiness offen stehen dürften.
Die großartigen Leistungen – und vor allem auch das großartige Plädoyer der Dialogschreiber zeigt einmal mehr, dass auch in Hollywood die Kunstfertigkeit der Sprache noch nicht gänzlich ausgestorben ist, sondern man durchaus auf hohem Niveau zu entzücken weiß.
Am Schluss versteht man vieles nicht mehr, an das man früher gerne glauben mochte, zieht aber nicht enttäuscht, sondern bestens unterhalten von dannen und hat einen weiteren wunderbaren Film in seinem Sichtungsportfolio.
 

.kinoticket-Empfehlung: Nehmt euch am Anfang ein wenig Zeit, um in den Film reinzukommen, nach ungefähr 20 Minuten taut der dann wirklich auf und liefert erstklassige Unterhaltung, die u.a. sehr zum Lachen anregt.
Die Story und das Geschehen könnte so manches Weltbild einstürzen lassen, umso wichtiger ist daher, dass genau das auch unters Volk kommt und gesehen wird. Vielleicht versteht man dann einiges ein klein wenig besser.

 
Nachspann
❌ Nach dem Text ist Schluss – hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 7. Juni 2018

Tomb Raider (3D)

Als Kind erinnere ich mich noch daran, die PC-Spiele gezockt zu haben und war zutiefst erfreut, als sich seinerzeit Angelina Jolie daran machte, Lara Croft für die Leinwand zu mimen.
Mittlerweile hat sich vieles getan, im Kino, auf der Leinwand, an den Spiele-Apparaten und die Menschen sind dank der Verwöhnstrategie der letzten Jahrzehnte auch immer anspruchsvoller geworden. Wo man früher noch froh darüber war, wenn etwas Verpixeltes auf dem Monitor überhaupt irgendwie wie ein Mensch aussah, muss es heute das absolut perfekte UHD-Rendering sein, in Filmen darf man CGI nicht mehr merken und das Drehbuch drumherum muss auch stimmen.
Diese Anforderungen erfüllt Tomb Raider nicht.
Dieser Streifen wurde für gigantische Kinosäle gebaut, in denen es vor IMAX-Technologie wimmelt und man von 3D und monströsen Bässen erschlagen wird: Eine optische Augenweide, in die man abtauchen und vor visuellen Eindrücken nur so umschmeichelt ist.
Jedes kleinere Kino kann (und sollte) da nicht mitziehen, weil Tomb Raider dadurch zu einem schlechteren Film gemacht wird, als er ist. Wer nicht von der optischen Wucht und der dazugehörigen 3D-Technik in den Kinosessel gehauen wird, der erlebt stundenlang quälende Langeweile und ein schlecht geschriebenes Drehbuch, dass unter seiner Vorhersehbarkeit krankt wie es schon lange kein anderer Film mehr getan hat.
Als Spieleverfilmung reiht sich dieses Werk damit in die verfluchte Geschichte aller bisherigen Spieleverfilmungen ein, die ein trauriges Kapitel des Kinos aktuell in den modernen Tagesablauf der Kinogänger einpflanzen und dort neu beleben wollen. Sollte dieses Werk nämlich von monetarischem Erfolg gekrönt sein, war dies nur der Auftakt einer ganzen Reihe, in der man Lara Croft als Gamecharakter wieder aufleben lassen und mit neuen Abenteuern rebooten möchte.
Das Problem dabei sehe ich wieder einmal darin, dass hier entscheidende Merkmale der Kategorie “Game” zwangsweise im Kino vernachlässigt werden müssen, da eben nicht jeder Zuschauer die Freiheit hat, durch Interaktion eine ganz eigene Version der Geschichte zu sehen und zu erleben, sondern man sich auf eine einzige Variante (die des Regisseurs) beschränken muss und damit eben viele einfach enttäuscht.
Auch wird das Spielerleben nicht so transportiert, wie es ist, wenn man selbst den Joystick in den Händen hält und den Charakter damit steuert – ergo bleibt mehr Zeit zum Nachdenken, zum Ansprüche stellen und zum sich enttäuschen lassen.
Besieht man sich das Werk (und schaut sich ein paar Bilder hinter den Kulissen des Schaffens an), entdeckt man schnell, dass hier fast vollständig auf CGI gebaut wurde, was leider auch in vielen Szenen unübersehbar ist. In Verbindung mit dem schauspielerischen Können einer Alicia Vikander möchte ich hier fast schon von einer Fehlbesetzung sprechen, da sie für die Rolle einfach viel zu schade ist und im Film eher als “austauschbar-gebeuteltes Objekt” gehandelt wird, da der eigentliche Star des Films wieder einmal die beeindruckenden Bilder aus den Computern sind.
Dies ist insofern schon in Ordnung, wenn das spektakle Drumherum dann auch passt und man mit Popcorn und Coke bewaffnet durch die 3D-Brille auf den Screen starrt, weil dann einfach keine Zeit mehr bleibt, um sich noch in eine intelligente Story reinzufuchsen. Da dies aber in 98,9% der Fälle nicht der Fall sein wird (wer geht schon regulär in ein echtes IMAX?) ist verständlich, dass sich der Großteil davon eher weniger unterhalten fühlen wird und es bleibt abzuwarten, was die Kinokassen am Ende dann tatsächlich sprechen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Alicia Vikander gibt ihr bestes und mimt die neue Action-Ikone in einem Film, dessen Drehbuch eigentlich verhindert hätte werden sollen.
Konzentriert man sich einzig auf die Technik, die grandiosen Kulissen und das intensiv eingesetzte CGI, kann man da drin durchaus aufblühen und ein Bildergewitter erleben. Da dies die meisten Kinos aber nicht in der entsprechenden Wucht bieten können, wie es nötig wäre, sollte man sich an dieser Stelle wohl tatsächlich einzig in ein IMAX aufmachen und den Film dort besehen. Alles andere wäre verschwendet.

 
Nachspann
lässt deutlich spüren, dass hier nur für 3D gearbeitet wurde, lässt anschließend aber auch keine weiterführenden Hoffnungen zu. Rausgehen ist also erlaubt.
Kinostart: 15. März 2018

The Killing of a Sacred Deer

So ungewöhnlich der Titel, so abstrakt das Plakat zum Film, so verwirrend die Story: Viele kamen mit diesem Werk überhaupt nicht klar, ich feiere es bis zur letzten Minute.
The Killing of a Sacred Deer beschäftigt sich wieder einmal mit dem Wesen des Menschen und erzeugt dabei einen Bilderrausch aus Momenten, die alle in sich faszinierend sind. Dabei ist besonders die starke Ausstrahlung der Hauptcharaktere zu beleuchten: Hier wird endlich mal nicht mit Banalitäten gearbeitet, sondern durch sich zusammenziehende Fühlfäden im Körper eine Stimmung erzeugt, die gleichermaßen faszinierend wie unheimlich ist.
Und es macht Spaß, sich erst in den Plot reinfinden zu müssen. Es macht mehr Spaß, diese Unveränderlichkeit und stoisch-widernatürliche Gesetzgebung durchleiden zu müssen um anschließend vom Film eine Watschn nach der anderen zu kriegen, die einen nach dem Abspann förmlich aus dem Kino rausschleudern und definitiv für Gesprächsstoff sorgen.
Und da kann ich den allgemeinen Aufschrei der Gesamtbevölkerung durchaus verstehen, die für so etwas kaum etwas übrig hat: Nischenkino in seiner besten Form – ich liebe es!
Diese spannende Reise durch die Abgründe menschlichen Seins entfesselt sich selbst und prasselt in virtuosen Bildern auf die Allgemeinheit nieder, um Abscheu, Ekel, Hass oder andere Reaktionen hervorzurufen und es ist fast schon egal, was es wirklich ist: Dieser Film provoziert auf seine eigene Weise – und das mit einer perversen Ruhe und Gelassenheit, was The Killing of a Sacred Deer für mich zu einem faszinierenden und sehenswürdigen Spektakel macht, dass man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer dafür nicht zwingend zusätzlich Geld ausgeben möchte, sollte sich unbedingt nach einer TV-Ausstrahlung umsehen, wobei die Intensität und das mächtige Gebaren meiner Meinung nach erst auf dem Big Screen seine eigentliche Wirkung entfaltet.
Eine interessante und verwirrende Studie über Gefühle und Familie in einer bislang nicht dagewesenen Konstruktion, virtuos für die Leinwand inszeniert.
Anschauen!

 
Nachspann
Auch dieser Film ist nicht auf eine Zugabe angewiesen und hört deshalb mit der Schwarzblende auf. Warten sinnlos.
Kinostart: 28. Dezember 2017

Simpel

Wenn man nüchtern auf die Sache blickt, ist es eigentlich nur ein storyschwacher Plot aus deutscher Produktion, die sowieso nicht so wirklich mit etwas auftrumpfen kann. Frage: Wieso kam der Film dann bei den Sneakern so hervorragend an und wurde vorwiegend positiv bewertet?
Weil darin doch etwas steckt, dass so einfach in Worte zu fassen nicht möglich ist. Und damit meine ich nicht mal unbedingt das Schauspiel von Frederick Lau oder Emilia Schüle – wenn davon einer lobend erwähnt werden sollte, dann David Kross, dessen Mimik und Gestik in diesem Werk tatsächlich an Höchstleistungen grenzt, die so durchzuhalten sicher nicht einfach waren.
Ebenfalls lobend erwähnen muss man die Intention des Films, der sich wieder um ein unbekanntes Bild kümmert und es in die Redseligkeit seiner Nation pflanzt, um auch hier wieder unterschwellige Bildung zu leisten, die ich TV und anderen Medien schon länger abgesprochen habe und seit jeher eher auf dem Big Screen suche.
Und finde. Simpel ist nämlich ein herausragendes Beispiel für hochwertiges Kino mit Prädikat besonders wertvoll-Qualitäten, die man durch zahlreiche Besuche in den Sälen belohnen sollte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Großartige Schauspielleistung von David Kross in einem Film, der sowohl unterhält, als auch seinen Beitrag zur Bildung und Kenntnisnahme leistet.
Zwar sind die Elemente durch und durch deutsch und sondern sich damit auch nicht von anderen (schlechten) Produktionen ab, dennoch hat der Film das gewisse Etwas, um seine Zuschauerschaft zu begeistern und sich damit vom restlichen Sud unserer Movieversuche abzusondern und dennoch als sehenswert abgestempelt zu werden.

 
Nachspann
braucht man nicht auszusitzen, diese Anstrengungen werden auch hier wieder mal nicht belohnt.
Kinostart: 9. November 2017

Bigfoot Junior (3D)

“Kinderfilm!!!” schreit es aus den Mündern der kleinen Götter, die für die Vorurteile in den Köpfen Erwachsener zuständig sind und insgeheim die Weltherrschaft längst an sich gerissen haben. Und ja, der Trailer vermittelt genau dies, das Plakat dementiert davon nichts und rein geht wirklich nur, wer selbst auch welche von den kleinen Schreihälsen dabei hat (und insgeheim hofft, dass die jetzt wenigstens mal 2 Stunden die Klappe halten).
Tja, weit gefehlt. Bigfoot Junior hat mich in vielerlei Hinsicht tatsächlich richtig vom Hocker gehauen. Ich mein: Nimm die Maske der Animation beiseite, schieb das Programm in die 20 Uhr Schiene und James Bond bekommt auf einmal Konkurrenz. Nicht, weil es sich hier auch um Agentenscheiß handelt, sondern einfach, weil der Film durch seine Machart dieser Größe und dem professionellen Erwachsenen in absolut nichts mehr nachsteht.
Woran ich das genau festnageln soll, weiß ich nicht – der Kameraführung? Der Zeichnung? Dem absolut gehaltvollen Plot? Dem “Action-Momentum”, dass sich aus der Tiefe der Kreativität erhebt und gemeinsam mit dem Soundtrack und der gekonnten Blickführung etwas vollkommen Großartiges erschafft, das dem Zuschauer als Kino-Highlight vorgesetzt wird?
Dazu das unfassbar (!) räumliche 3D, das auf mich so krass wirkte, dass ich ernsthaft am Überlegen bin, ob ich euch nicht lieber davor warnen statt davon schwärmen soll, weil die ganzen “Epilepsie”-Warnungen, die man von Spielepackungen so kennt (sollte man tatsächlich – wie ich – die Einleger mal durchlesen), auf einmal doch Sinn ergeben und es absolut ratsam ist, sich nicht in die Vorstellung zu hocken, wenn man eh schon einen flauen Magen hat?
Auf jeden Fall haut’s rein – so sehr, dass sich auch ungezwungen jeder Erwachsene zu jeder Tageszeit in eine dieser Vorstellungen setzen kann und nicht enttäuscht wird.
Hut ab vor dem, was da geschaffen wurde. Entertainment für die Kinder, Technik und Background-Können für die Erwachsenen und einfach Spannung und Abenteuer, dass so sehr aus allen Nähten platzt, dass man es ohne zu Überlegen und ohne viel Zutun ohne Schwierigkeiten als Megablockbuster auf ProSieben präsentieren könnte und niemand erahnen würde, dass dieses Stück einst aus der Feder für Kinderunterhaltung entschlüpfte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Würde ich wieder reingehen?
Auf jeden Fall. Aber nur in Begleitung, denn der Film geht zu sehr in seinem voreingestellten Klischee unter und ist dabei um so vieles Größer als man ihm zutraut.
Was auch immer die Plakateure dazu getrieben hat, hier nur Kinder ansprechen zu wollen: Die Schaffenskunst, die hinter diesem Projekt steckt, ist absolut ausgereift und spricht daher auch alle anderen Altersklassen an, ohne dabei in irgendeiner Form zu hinken.
Rein gehen!

 
Nachspann
Braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 17. August 2017

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