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Styx

Styx gilt in der Mythologie als Grenzfluss zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten. Er ist demnach ein magisches Symbol, das quasi den Übergang vom Leben in den Tod symbolisiert. Gleichermaßen ist sowohl das Wort im Griechischen weiblich als auch die Bedeutung der Name einer Göttin, was bezugnehmend auf den Film einer Doppeldeutung gleicht, die man kennen sollte, bevor man sich in das Werk stürzt.
Styx beeindruckt durch eine Gänsehaut verursachende Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit, die eine Problematik auf der Leinwand zum Leben erweckt, die viele von uns nicht kennen. Zudem habe ich (mittlerweile) das Gefühl, dass dieser Film zu spät in den Kinos landet, da die meisten die Aktualität und Brisanz dieser Thematik nicht mehr auf dem Schirm haben und es sich jetzt so anfühlt, als würde man es “nur noch verfilmen, damit auch dieser Punkt abgehakt ist”, wo es – als ich den Film vor Monaten gesehen habe – vor Aktualität und immenser Wichtigkeit nur so geschrieen hat.
Schreie hört man in diesem Film übrigens auch genügend. Und zwar vieler Arten. Es ist eben jene durchdringende Bosheit, die einen zum Schaudern bringt und nicht das offensichtlich Gezeigte, mit dem andere Filmemacher ihr Publikum zum Gruseln bringen wollen. Eigentlich will dieser Film ja gar nicht zum Gruseln bringen, er erzählt nur eine tiefschürfende Wahrheit, die das wahre Wesen des Menschen entkernt und ihn in seiner toten Hässlichkeit zum Vorschein bringt.
Und warum? Aus Ängsten. Aus Gründen, die nie einer verstehen wird und die jedweder Basis entbehren.
Dazu hat man hier keine Moralkeulen in die Säcke gepackt oder abartige Verbalbomben platzen lassen, sondern man lässt ein Gewitter an “Warum”-Fragen auf den Zuschauer und die Welt herunter regnen. Und das traurige daran ist: Diese Fragen sind bis heute unbeantwortet.
Styx stellt somit nicht mehr nur das Bindeglied zwischen Tod und Leben dar, sondern wirkt fast wie ein Appell an die Menschlichkeit und Vernunft und hinterlässt ernste Narben auf einer jeden Seele, die sich den Streifen zu Gemüte führt.
Diese unerträgliche Ruhe, diese angespannte Hilflosigkeit und die Pointe dieser Geschichte geraten bei allen, die sich den Weg ins Kino auferlegen, definitiv nicht in Vergessenheit.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Titel ist ein unglaublich bereichernder Beitrag zum Geiste unserer Zeit, der Fragen aufwirft, die unsere Rasse beantworten sollte, um auch in Zukunft bestehen zu können.
Die Brisanz des Themas ist schon etwas aus dem Fokus gerückt, hier wäre ein früherer Kinostart wünschenswert gewesen, die schaurig-düstere Stimmung und Endgültigkeit, mit der man uns hier die dunklen Facetten menschlicher Existenz aufzeigt, hallen aber noch genauso stark und nachhaltig nach.

 
Nachspann
❌ aufstehen erlaubt, gebt den Saal zum Putzen frei.
Kinostart: 09. August 2018

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