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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Udo Kier

Don't Worry – Weglaufen geht nicht

Endlich wieder ein Titel, der von amazon studios produziert wurde und trotzdem das Licht der Leinwand erblicken darf: Dieses Werk braucht sich überhaupt nicht hinter aktuellen Kinoblockbustern verstecken, sondern zeigt einmal mehr, wozu das ehemalige Buchverkäufer-Label in der Lage ist. Und ich finde es großartig, dass man diesem Stück die Kinoauswertung nicht vorenthält, sondern den Zuschauern die Möglichkeit gibt, das Werk auf dem Big Screen zu besehen.
Die Story basiert auf dem wahren Cartoonisten und wird von Joaquin Phoenix hervorragend gespielt. Hat der überhaupt je einen Flop produziert? Mit flapsigem Humor bestückt schlängelt sich das bewegende Drama über alle Ebenen hinweg und portraitiert den Aufstieg und Fall eines Menschen in unterhaltsamer und einprägender Weise.
Die Portion Ruhe, die der Film dabei mitbringt, wirkt wie eine solide Basis, die es einem seelisch nicht ermöglicht, in irgendwelche Abgründe zu fallen, sondern garantiert, dass man trotz der ernsten Phasen dennoch seinen Spaß hat und nicht selbst in irgendwelche Depressionen rutscht. Zeitweilig wirkt es fast wie eine Doku, allerdings ohne das Stundenplan-Gefühl. Man hat einfach seine Freude beim Schauen, darf sich dabei auch gerne ein Popcorn genehmigen und erfährt vielleicht ein wenig Unterstützung dabei, wenn es darum geht, wieder “zurück ins Leben” zu finden.
Die Story ist definitiv spannend und es ist interessant, welche – und vor allem, woher – er seine Inspirationen nimmt. Ein spannender Fakt ist zudem: Obwohl ich mit dem Großteil des Casts bislang nicht so wirklich grün geworden bin, stört die Besetzung hier absolut nicht, sondern man wundert sich eher, dass wirklich diese Personen auf der Leinwand zu sehen sind: Sie fügen sich so wunderbar in den Plot ein, ohne Personenverherrlichung, die es auf Plakaten und in der PR bei Hollywood sonst übermäßig viel gibt.
Und mit dieser fast schon einzigartigen Genügsamkeit erobert sich der Film den Weg in die Herzen der Zuschauer ganz von allein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einprägsames Erzählerlebnis über das Leben eines vom Leben gezeichneten Menschen.
Die Story hinter ihm ist bezeichnend. Das Werk zeigt einmal mehr, dass Streaming-Giganten auch am Kino nicht vorbei müssen, sondern beide Optionen Hand in Hand miteinander kooperieren können. Die aufgelockerte und ruhig-fundierte Erzählweise sorgt für ein nachhaltiges Erlebnis beim Zuschauer und öffnet die Möglichkeiten für suchende Menschen, indem man viel Inspiration und Vorbildverhalten liefert. Und das ohne großartiges Helden-Rumgepose, sondern mit einer genügsamen und defensiven Einstellung.
Großartig!

 
Nachspann
✅ zeigt den wahren “Wegläufer” und zertifiziert damit die Geschichte als wahre Begebenheit.
Kinostart: 16. August 2018

Meine Tochter – Figlia Mia

Meine Tochter – Figlia Mia ist einer der Nischenfilme, die wohl nicht jeder auf einem Plakat oder in der Werbung gesehen haben dürfte: Wer auf diesen Titel stößt, muss schon gezielt danach gesucht haben.
Doch die Suche lohnt sich! Was hier vermittelt wird, hat sehr viel mit Einfühlungsvermögen zu tun. Man wird entführt in eine wunderbare Welt mit bezaubernden Landschaftsaufnahmen und der vorsichtigen Annäherung an die Psyche dreier Menschen, die ein gemeinsames Schicksal teilen. Die teils bedrückende Enge wird durch exzellente Kameratechnik sehr realistisch rübergebracht, was ich dem Streifen sogar teilweise etwas ankreide, da ich mir stellenweise nichts sehnlicher gewünscht hätte, als ein paar Totalen. Geschichtlich passt dies jedoch sehr gut und auch der Twist war überraschend gut.
In solch einer Vorstellung ist man so weit vom Mainstream entfernt, dass sich irgendwelche Vergleiche eigentlich gar nicht mehr lohnen, da alle irgendwo an den Haaren herbeigezogen wären, weshalb sich dieses Werk auch sehr schlecht einordnen lässt. Was jedoch nicht heißt, dass man hier nicht reingehen darf: Im Gegenteil: Ich empfehle es sogar, weil die Story zumindest mich sehr nachdenklich gestimmt und zu weiteren Gedankengängen angeregt hat, die wieder das Menschsein als solches im Mittelpunkt haben und dabei interessante Thesen aufstellen und ausleuchten.
Und zuguterletzt kann man sogar sagen, dass man es ein klein wenig mit einem “Sonnenscheinchenfilm” zu tun hat, der durch ganz viele optische und liebevolle Momente punktet und hier den Zuschauer erstklassig unterhält. Langweilig wird dabei sicher niemandem!
 

.kinoticket-Empfehlung: Unvergleichbar, absolut mainstreamfremd und damit einzigartig: Diese Geschichte sonnt sich in ihrer eigenen Eleganz und erzählt auf beflügelnde Weise eine teils harte Story.
Man muss schon gezielt danach suchen, wird nach solch einem Kinostück aber gewiss nicht enttäuscht nach Hause gehen – also .kinoticket kaufen und rein da.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 31. Mai 2018

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