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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Schindlers Liste

Schindlers Liste

© 2019 Universal Pictures International

25 Jahre – ein Vierteljahrhundert – ist es her, dass Schindlers Liste auf der Außenwand des Kinos in der Stadt stand, in der meine Musikschule war. Mich hat man damals nicht in den Film rein gelassen – und ich hatte auch noch nicht so die Ambitionen für Kino, wie sie heute ausgeprägt sind.

Sehr wohl habe ich aber früher oder später damit Kontakt bekommen und ich war gelinde gesagt geschockt über das, was dort gezeigt wird. Diese brutale Aufwicklung von Geschehnissen aus dem zweiten Weltkrieg, die eine Geschichte erzählen, mit der jeder von uns auch heute noch tagtäglich konfrontiert wird.

Ehrlich gesagt zählt Schindlers Liste zu den Filmen, die in meinem Leben die meisten einprägsamen, bleibenden Momente erzeugt haben und dessen Soundtrack allein mir schon mehrfach das Herz zerrissen hat. Was für Tränen hab ich vergossen für die Menschen, denen man so etwas angetan hat. Wieviel Leid und Kummer muss das gewesen sein … in all der Zeit, nach all den Jahren, in Tagen wie diesen, wo dieser Geist erneut aufzublühen scheint, frage ich mich eigentlich immer wieder, ob die Welt diesen Film immer noch nicht gesehen hat.

Für mich ist das kein Film, für mich ist das Geschichte. Für mich entbehrt es jedweder Diskussion, denn am Anfang steht immer die Frage „Hast du Schindlers Liste etwa immer noch nicht gesehen und begriffen, was hier vor sich geht?“

Tatsächlich wäre dann sicherlich vieles in unserem Land anders, wenn Menschen begreifen würden, welche Zusammenhänge das hat, wie die Dinge ineinandergreifen, wie man systematisch ohne es zu wollen Menschen vernichtet und selbst zum Arschloch wird, obwohl man es „nur gut gemeint hat“ usw.

Dieser Film ist eine Bombe!

Eine Bombe, die man nicht oft genug zünden und den Menschen vor Augen halten kann, damit sie begreifen und lernen. Anders werden. Anders denken. Und aufhören mit dem Bullshit, über den die Medien dann gezwungenermaßen berichten.

Es würde so viele … so viele Diskussionen überflüssig werden lassen, weil danach kein einziges Wort mehr gesprochen werden müsste, da dieser Film einfach alles sagt! Und ja, ich übertreibe kein bisschen!

Hier wird weder einseitig berichtet, noch Dinge ausgespart, noch Sachen übertrieben oder unterschwellisiert, hier werden einfach Tatsachen gezeigt und der Zuschauer darf selbst entscheiden, wie er dazu stehen möchte.

Und dieses Ding ist einprägsam! Ja, ich habe nicht berichtet über Filme, die schon vor Urzeiten im Kino liefen und die man jetzt einfach nochmal auf den Screen zerrt. Coole Sache übrigens, so hat man ganz regulär die Chance, die geilen alten Streifen nochmal im Kino zu sichten und ist nicht zwingend auf Heim-Zumutungen angewiesen.

Diesmal konnte ich die Finger aber nicht still halten, denn:

Ihr habt einmalig die Chance, am heutigen Sonntag, 27. Januar 2019 in den Kinos deutschlandweit den Film erneut auf der großen Leinwand zu sehen!

Zum 25jährigen Jubiläum bringt man den Film digital überarbeitet und qualitativ aufgewertet zurück auf die Leinwand und öffnet somit allen heute lebenden Menschen die Möglichkeit, den Film entweder zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt zu sehen oder ihn erneut auf der Leinwand zu erleben und sich all die Erinnerungen zurückzurufen.

Und dieses Ding ist Pflicht! Absolute Pflicht. Obwohl 25 Jahre vergangen sind, gab es niemals einen wichtigeren Zeitpunkt, als die Message in die Köpfe der Menschen zu bringen und sie nachwirken zu lassen, auf dass ganze Heerscharen zur Besinnung gelangen und die Welt endlich anfängt, ein besserer Ort zu werden, als er ist.

Film Facts:
Inzwischen lief dieses unzählige Male ausgezeichnete Werk auch auf diversen Fernsehkanälen und sorgte dort für Furore. Vielleicht ist es jemandem schon mal aufgefallen, dass sich viele Fernsehsender daran halten und den kompletten Film absolut werbefrei zeigen, um die Wirkung nicht zu beeinträchtigen und ihm die angemessene Ehre zuteil werden zu lassen.

Sender wie superRTL verzichteten 2017 sogar auf das Senderlogo und zeigte den Film damit quasi in der DVD-Fassung. Wenn selbst hier außergewöhnliche Zustände herrschen, wieviel wichtiger ist dann, dass ihr euch ins Kino bewegt und ihn euch dort nochmals anschaut!

.kinoticket-Empfehlung: Achtung: NUR HEUTE auf der großen Leinwand – Sonntag, 27. Januar 2019 – 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung als digital aufgewertetes Werk zurück in den Kinos!

Es gibt kaum einen Film, der wichtiger wäre, kaum ein Werk, dass brachialer und mächtiger nachwirkt, kaum einen Titel, der einem mehr Emotionen abverlangt, als dieser hier: Nutzt die Chance und seht ihn euch an! Es sind 195 Minuten eures Lebens, die ihr nie wieder bereuen werdet!

Nachspann
❌ Dieser Song!!! Es bricht mir das Herz!

Kinostart: 03. März 1994 | Zurück als Event am 19. Januar 2019

Original Title: Schindlers Ark
Length: 194 Min.
Rated: FSK 12

Der Junge muss an die frische Luft

Der Junge muss an die frische Luft

© 2018 Warner Bros. Ent.

Dass Hape Kerkelings Buch demnächst auf die Leinwand kommt, haben ja bereits einige .trailer zahlreich angedeutet. Dass Julius Weckauf den jungen Hape spielt, haben auch viele schon sehnlich herbeigewartet … und nun ist der Film endlich im Kino!

Und ja, man hat in der Vorschau bereits gemerkt, dass der Cast-Operator hier einen Meistercoup gelandet hat und mit der Auswahl des Jungen DEN Volltreffer des Jahrhunderts gemacht!

Ganz ehrlich? Ich wünsche mir derzeit grad nichts sehnlicheres, als dass der Kleine einfach nochmal die Laufbahn von Hape einschlägt und wir ihn in der Form einfach nochmal ins Fernsehen bekommen! Wahnsinn! Der spielt einfach mal alles und jeden dermaßen an die Wand, dass es nur so kracht!

Und demnach waren meine Erwartungen vor dem Film bereits extrem hoch. Man spürt, welch gefühlvolle Kraft nebeneinander gepaart mit Humor und Tragik in diesem Stück eine große Rolle spielen werden… und bangt ein wenig, weil der Plot nahezu danach schreit: “So war er als Kind … so entwickelt er sich … um dann in seinem “ersten großen Auftritt” zu gipfeln”.

Und genau das passiert eben … nicht!

Ein weiterer der Punkte, die mich im Kino ungemein gefreut haben. Es ist nicht alles Freude-Sonnenschein, es ist kein völlig auf eine Seite gebügeltes Werk, man zielt nicht auf seine “Und so war er als Kind und da kommt das alles her” ab, man erwähnt manche Dinge einfach gar nicht und muss einige seiner Auftritte selbst kennen, um die Andeutungen überhaupt zu verstehen – und liefert damit ein wunderbar einfühlsames Porträt eines Lebens ab.

Und: Dieser Film ist beides – super lustig und gleichzeitig mega dramatisch und beides ist sehr eng beieinander. Da reinzugehen mit der Erwartung, jetzt hier DEN Comedy-Brüller geliefert zu bekommen, ist in meinen Augen genauso falsch, wie davon auszugehen, dass es da überhaupt nichts zu lachen gibt – beides ist nicht der Fall.

.kinoticket-Empfehlung: Wesentlich besser als erwartet mit einer Performance von Julius Weckauf, der einfach alles und jeden absolut an die Wand spielt und den Kinobesuch allein wert ist!

Wenn irgendwer was Problematisches daran entdecken möchte, dann finde ich nur die falschen Erwartungen, wer hier unbefangen ran geht, erlebt einen vollkommen wunderschönen Film, der einen mitreißt und viel mehr abliefert, als der .trailer verspricht.

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 27. Dezember 2018

Original Title: Der Junge muss an die frische Luft
Length: 100 Min.
Rated: FSK 6

Widows – Tödliche Witwen (inkl. Gewinnspiel)

Widows

© 2018 Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox hat euch für diesen Film wieder ein Gewinnerpaket geschnürt bestehend aus 3×2 Freikarten sowie 3x Kinoplakaten, die ich unter dem Beitrag an meine Leser weiterverlosen darf!

Der Rachefeldzug gegen die männliche Dominanz im Kino geht weiter – und erbt inzwischen ertragreiche Früchte, die nichts mehr mit Gender-Gerede zu tun, sondern den Absprung zum ernsthaften und wahnsinnig unterhaltsamen Kino-Entertainment-Abenteuer längst vollzogen haben.

Widows – Tödliche Witwen ist das geistige Erbe eines Fans der TV-Serie von damals, der die geballte inhaltliche Power auf die neuzeitliche Gegenwart und damit eine völlig andere Gesellschaft projizieren wollte und in meinen Augen einen großartigen Coup gelandet hat.

Gleichzeitig berührt der Film abseits der Action auch sensible Parts des Lebens und liefert übersetzbare Vorbildpraktiken für ein gemeinschaftlicheres Ziele-Erreichen, das jeder auf seine Art in den Alltag interpretieren und (ohne Waffen & Gewalt) umsetzen kann.

Steve McQueens Werk steht dabei aber in keinem Schatten und muss sich durch irgendetwas behaupten, sondern er wartet mit starken, überzeugenden und inhaltlich tragbaren Elementen auf, die am Ende einen unglaublich sehenswerten Streifen auf die Leinwand gebracht haben, der für einen gemeinschaftlichen Kinoabend lässig taugt.

Das Metier, in dem man sich hier bewusst bewegt, grenzt an das Plot-Genre des Actionkinos heran und trumpft hier und da mit ein paar tollen Überraschungen auf, die aus dem Gesehenen definitiv keine Enttäuschung werden lassen.

Damit schafft McQueen ein vorzeigbares Neuzeitelement von Lynda La Plantes Miniserie und liefert als Oscar-Gewinner für 12 Years A Slave erneut einen Titel für die große Leinwand ab, den man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte.

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox hat wieder zugeschlagen und euch ein Bundle geschnürt, bestehend aus 3×2 Freikarten für den Film sowie insgesamt 3 Kinoplakaten, die ich hiermit an euch weiterverlosen möchte.

Beantwortet diesmal einfach folgende Frage:

Welche Filme mit starken Frauenrollen habt ihr bereits im Kino gesehen und welcher hat euch davon am besten gefallen?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, 16. Dezember 2018 unter diesem Beitrag im Blog eingehen, werden die Gewinne verlost. Bitte gebt hierfür bitte dringend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann.

Nach Abfrage eurer Adresse wird euch im Falle des Gewinns dieser postalisch zugeschickt und alle Daten anschließend wieder gelöscht.

Ich wünsche euch viel Glück und natürlich – wie gehabt – mega viel Spaß in den gemütlichen Sesseln der Kinos.

.kinoticket-Empfehlung: Starke Geschichte über extrem starke Frauen!

Steve McQueens Filmwerk ist eine Hommage an die Londoner TV-Serie und trägt deren Inhalte ins moderne Chicago, was an der kraftvollen Aussage dieses Werks rein gar nichts ändert und definitiv für einen gelungenen Kinoabend steht.

Nutzt die Chance auf die Freikarten und bevölkert die Kinos – dieser Titel lohnt sich definitiv.

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Widows
Length: 129 Min.
Rate: FSK 16 | R

Der Nussknacker und die vier Reiche (3D)

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© 2018 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

 

Disney, Disney, was mach ich mit dir?

Kaum ist Weihnachten, buddelt jeder seine Tannenbaum-Schnee-Romantik-Filme aus dem Arsenal, bügelt sie auf und stellt sie alljährlich ans Fenster. Meine Meinung zu dem Laden ist bekannt, die Mentalität der Macher mir ein Dorn im Auge und irgendwo erwiesen, dass das, was sie höchstpersönlich anpacken, eigentlich fast immer in die Hose geht.

Die Subunternehmen: Ja – volle Kanone, die hauseigenen Produktionen: Naja.

Damit hätten wir mal mein Einstiegsgefühlsmomentum, als ich mir die 3D-Brille angezogen habe und sehen (musste), was sie diesmal abliefern.

Und wie soll ich sagen? Ich war zwei Mal drin.

Grob zusammengefasst kann man vorweg nehmen: Wenn in dem Film jeder die Klappe halten würde, wäre es fast schon ein perfektes Stück!

Beginnen wir mal mit der Musik. Der Nussknacker ist ein Stück von Peter I. Tschaikowsky, der schon zu Kindertagen einer meiner Lieblingsklassikkomponisten gewesen ist, weil seine Werke etwas mehr Biss, mehr Schärfe, mehr b’s und härtere Töne haben und nicht mit so einer konservativen Weichheit punkten, wie es z.B. Bach oder Schumann tun.

Folglich ist Tschaikowsky einer der Interpreten, die man heut immer noch wahnsinnig gern her nimmt, weil damit beim Publikum einigermaßen gepunktet werden kann. Daraus ergibt, dass es inzwischen tausende Interpretationen seiner Stücke gibt, die allesamt nicht zwingend besser werden. Man hat es schon so oft runtergespielt, so oft durch die Leier genudelt, so oft schräg und lieblos abgemischt und als “Klassiker” verkauft, um noch 2,99 € am Wühltisch zu machen, dass man eigentlich schon gar keine Lust mehr darauf hat, das zu hören.

Und nun kommt Disney in die Kinos und liefert hier eine gefühlvolle, ober-akurate und monstermäßige Darbietung dieser Musik, dass einem das Herz aufgeht und ich mich schon in den ersten 2 Minuten dazu entschlossen habe: Nochmal!

Im Ernst: Es ist der Wahnsinn, mit welcher Tonlage, welcher Präsenz, welcher Liebe und Hingabe man hier diese Musik aufgearbeitet hat: So, als wäre der Dreck nun endlich passé und man hätte sich wieder dem Premium-Sektor zugewandt. Hammer!

Weiter bei der Optik: Das 3D ist obergeil! Super räumlich, wahnsinnig gut gemacht und vor allem konsequent und nicht nur – wie man beim .trailer vermuten könnte – bei den “Fadenszenen” oder solchen überaus nach 3D schreienden Momenten. Dieses Spiel mit der Tiefe wurde hier selbst beim Nachspann noch vollends ausgekostet und auch das ist wieder ein Grund, weshalb ja und weshalb Kino.

Und farblich driftet man zwar etwas in Richtung Kitsch, betrachtet man das ganze aber eher als “Musikvideo” zum Nussknacker, dann ist das eine herrliche Optik, die sich anzuschauen einfach Spaß macht und dessen Raffinesse und Brillanz vollkommen überzeugen.

Über den Plot brauchen wir nicht reden, der ist so, wie in jedem Disney-Film: Wer hier etwas erwartet, kann nur enttäuscht werden.

Und was eben enttäuscht, ist der Sprech. Hier merkt man so sehr das altamerikanisch-konservative Nicht-Duldungsverhalten und den sehnlichen Wunsch, dass die ganze Welt wieder mega christlich wird und die Neumoderne verschwindet.

Bin ich auch schicklich gekleidet?Sehr wohl, meine Liebe.

Zusammenfassend gilt also: Würden sie alle die Klappe halten, wäre es der beste Film zur Weihnachtszeit, den es dieses Jahr gibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Soundtrack: Hammer! Abmischung top, Auswahl top und in einer ungeahnten Premium-Quality.

3D sehr empfehlenswert und konsequent durch den ganzen Film durch.

Farben und Optik sehen super aus.

Der Plot enttäuscht und die Sprache ist furchtbar.

Das fasst den Film denke ich ganz gut zusammen.

 

Nachspann
✅ Ist durchanimiert bis zum Schluss, jedoch nicht mit wichtigen Dingen. Den Anfang darf man aber ruhig noch mitnehmen.

Kinostart: 1. November 2018

Original Title: The Nutcracker and the four Realms
Length: 99 Min.
Rate: FSK 0

Rememory

Rememory

© 2018 Kinostar

 

Rememory – ein Wort, dass in den Ungetümen monströser Marvel-Blockbuster unterzugehen scheint und sich eher rücksichtsvoll auf kleineren Leinwänden ausbreiten wird … wenn überhaupt … ich hoffe es.

Allein Peter Dinklage ist es wert, dass man diesen Film sieht! Dieser Mann spielt unglaublich präsent und mit so einer dystopischen Hingabe an seine Rolle, dass er allein dem ganzen Film schon genügend Seele einhaucht und ihn zu einem sehenswerten Stück macht.

Wer sich an dem Wörtchen “Science Fiction” stört, der darf beruhigt ein- und ausatmen: Zwar spielen die technischen Errungenschaften in diesem Film in einer zukünftigen Vision unserer Welt, allerdings ist das kein Grund, deshalb Angst vor diesen illustren Techno-Drugtrip-Shows zu haben, in die SciFi gerne mal abdriftet: So ist es nicht. Viel mehr bekommt man hier ein sehr eigenständig gezeichnetes, abgedunkeltes Bild einer Welt präsentiert, die sich vollends in ihrer Nische ausbreitet und mit ihrer gänzlich durchstrukturierten Ästhetik beeindruckt.

Dass der Plot dann vielleicht hier und da ein paar kleine Logiklücken haben könnte, sei dem Film verziehen, Überraschungsmomente und eine durchweg plausible Story bietet er bei nicht ganz exzentrischem Hinsehen nämlich trotzdem.

Und einen Besuch im Kino ist Rememory auf jeden Fall wert.

 

.kinoticket-Empfehlung: Peter Dinklage allein rechtfertigt bereits den Film, der sich in ruhiger Manierlichkeit um zukunftsvisionäre Probleme menschlichen Seins bemüht und hierin auch relativ plausibel aufgeht.

Dabei bringt der Film so viel Eigenatmosphäre mit, die ihn in einer eigenen Nische als hellen Stern erstrahlen und zu einem Insidertipp mutieren lassen. Am SciFi-Thema sollte man sich nicht abschrecken lassen, vielmehr punktet man hier mit Inhalt und geistreichen Gedanken, die einen wundervollen Kinoabend fast schon garantieren. Definitiv lohnenswert!

 

Nachspann
❌ braucht man nicht auszusitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 8. November 2018

Original Title: Rememory
Length: 113 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

The Darkest Minds – Die Überlebenden (inkl. Gewinnspiel)

Zum Gewinnspiel (Poster, Freikarten, Pins, Rucksäcke) bitte nach unten scrollen!
The Darkest Minds – Die Überlebenden fristete in der PR-Phase ein sehr ruhiges, unterschwelliges Dasein und machte nicht viel Aufhebens von sich. Völlig zu Unrecht, wenn man sich den Film mal genauer unter die Lupe nimmt.
Erstens würde ich mal festhalten, dass die Glaubwürdigkeitszielgruppe hier eindeutig die untere Jugend ist, also 13-14jährige Teenager, die noch auf der Suche nach ihren Vorbildern sind und die gewisse Plot-Elemente dringend brauchen, um heil über den Tag zu kommen. An sie ist dieser Film gerichtet, alles was sich weiter davon entfernt, benötigt um so mehr Toleranzpotenzial, um mit der Geschichte wirklich warm zu werden.
Aber: Auch als Erwachsener hat man seine Freude am Geschehen, weil der Film nämlich mit irre geilen Ideen um die Ecke kommt. Die ausgearbeitete Apokalypse ist zwar auf kinderfreundlich getrimmt und erinnert in seiner Machart an einen Mix aus Die Tribute von Panem, Die Bestimmung und Maze Runner, fördert aber genügend Einfallsreichtum zu Tage, an dem man sich gerne gedanklich weiter fortbewegt und sich quasi fast schon eine “Adults only”-Version des Films wünscht.
Aufgrund der FSK 12-Freigabe sind vielen Ausartungen hier natürlich enorme Grenzen gesetzt, die man in einem anders bewerteten Film gänzlich anders hätte ausleben können, was für durchtriebene Erwachsene das Hitpotenzial am Film etwas schmälert, die Idee aber keineswegs langweilig macht.
Ich sehe hier Kreativität, an der man sich auch in Zukunft gerne bedienen und diese Welten weiter ausschmücken sollte, um sie in eine Filmreihe zu führen, die eines Tages der zukünftig neu aufgesetzten Darkness der X-Men Konkurrenz anbietet. Anhand der ausgewählten Darsteller merkt man sehr schnell, dass Erwachsene hier eben geduldet und nicht speziell angesprochen sind und auch enorme Teile des Plots weisen auf die geistige Unfähigkeit junger Teenager hin, die solche Dinge eben einfach brauchen und darin womöglich völlig aufgehen.
Die Frage ist, weshalb man sich als Großer nicht auch darauf einlassen sollte? Das Zelebrieren von Milchbubi-Idolen und jungen Schönheiten findet hier genauso Platz wie die Suche nach Liebe, Glück und einem höheren Sinn. Der Coolness-Faktor wird mit unglaublichen Einfällen bedient, die förmlich danach schreien, weiter ins Erwachsenenleben ausgefeilt zu werden. Ich wünsche mir einen Christopher Nolan, der mit der Batman‘schen düstren Profanität auf den Plan tritt und hier entartete Bühnenkunst à lá The Walking Dead auf den Plan ruft, nur dass der eben fürs Kino tauglich gemacht wird und nicht in endlosen Serien endet. Und man weniger auf Zombies und vielmehr auf die dunklen Endzeit-Apokalypsen zusteuert, wie es zuletzt Maze Runner exzellent vorgelebt hat: Im Kindergarten begonnen und als grandioser Film für Erwachsene geendet.
Mit diesem Potenzial legt The Darkest Minds einen fulminanten Start für ein Kinoabenteuer hin, dass ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zielgerichtet an Jugendliche erbaut man hier ein Endzeit-Apokalypsen-Spektakel, dass sich viel um jugendliche Wünsche, Träume und Sehnsüchte kümmert und dabei die filmlogische Vernunft manchmal außer Acht lässt.
Die Einfälle und Ideen liefern aber unglaublich viel Stoff, um auch in Zukunft in eine Filmreihe ausgebaut zu werden, an der wir womöglich noch enorm viel Spaß haben könnten. Der Grundstein ist gelegt und dürfte in der jugendlichen Zielgruppe auch vollends überzeugen.

 
Nachspann
❌ braucht nicht ausgeharrt zu werden, hat aber einen immens geilen Soundtrack! (Benjamin Wallfisch!)
Kinostart: 16. August 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Um euch den Kinostart etwas zu versüßen, hat Twentieth Century Fox wieder ein irres Paket für euch geschnürt und mir zur Verlosung an meine Leser überlassen!
 
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Mit von der Partie sind enorm coole Rucksäcke, Filmplakate, Ansteckpins und jede Menge Freikarten für den Film, die in einem Kino eurer Wahl eingelöst werden können.
Kommentiert einfach bis einschließlich Sonntag, 26. August 2018 unter diesem Beitrag, mit wem ihr gerne diesen Film sehen wollt und ihr seid bei der Verlosung dabei.
Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch schnell erreichen kann, um zu wissen, wohin ich euch im Gewinnfall die coolen Gimmicks schicken darf. Die Gewinner werden am Sonntag dann per random.org gezogen und von mir benachrichtigt.
Sämtliche im Rahmen des Gewinnspiels erfassten Daten werden nur zum Versand der Artikel verwendet und anschließend wieder von mir gelöscht. Barauszahlung ist ausgeschlossen.
Nun wünsch ich euch viel Glück und natürlich enorm viel Spaß dann im Kino!

Foxtrot

Foxtrot ist ein glanzvolles Beispiel dafür, wo Gelder aus den Gebühren für arte und ZDF hin fließen und dass der Rundfunkbeitrag eben doch nicht so stumpfsinnig ist, wie es im Programmheft der ARD oft den Anschein hat. Genau dieser Umstand ist mir in den letzten Jahren so oft aufgefallen und ich empfinde es an dieser Stelle mal als wichtig, darauf hinzuweisen, dass hinter dem (ja, ich weiß – es ist wirklich so) blöden Programm des öffentlich-rechtlichen Mediengiganten noch viel mehr steckt, wozu Gebührengelder ebenfalls genutzt werden, wenn auch nur in Teilen davon. Genau das ist aber ein Grund, weshalb man diese Gebühren nicht partout abschaffen sollte. Vielmehr müsste man sich um eine neue Gebührenstruktur bemühen, die eine gerechtere Aufteilung unter allen Anteilhabern ermöglicht und eben solche Projekte wie das hier mehr fördert.

Vielleicht würde es auch reichen, die Öffentlichkeit mehr (und einfacher) darüber aufzuklären, wo alles Gelder aus dem Rundfunkbeitrag in welchen Höhen hin fließen, da oftmals auf den Leinwänden im Kino Projekte und Filme landen, die einen enormen Wichtigkeitsgrad innehaben oder großartige Geschichten erzählen und damit aktiv Kunst und Bildung ermöglichen und leben. Hier werden die Gebühren sozusagen mehr ihrem eigentlichen Zweck zugeführt, als im TV-Programm. Zielgerechteres Zahlen wäre eine mögliche Alternative, den Bürger versöhnlicher auf die oft so verhasste “GEZ-Zwangsgebühr” zu stimmen und Filme wie dieser beweisen, dass der Grund dieses Beitrags durchaus seine Berechtigungen hat.

Israel als Land hätte es niemals auf die Reihe gekriegt, in seiner kinogeschichtlichen Umgebung einen Film wie diesen auf die Füße zu stellen. Hier hat Deutschland unter die Arme greifen müssen, damit die Autoren diese Geschichte erzählen, diese Inhalte an die Weltbevölkerung weitergeben können. Das großartige Zusammenspiel beider Länder zeugt von künstlerischer Annäherung, die die Beziehung zwischen den beiden durch ihre Geschichte so gebeutelten Länder erneut positiv beeinflusst und Hoffnung darauf macht, dass es vielleicht irgendwann doch ein “Vergeben” gibt und man nicht mehr über manche Dinge sprechen muss.

Auch hier hat Kino wieder Vorbildwirkung und es bleibt zu hoffen, dass sich dies in den kommenden Jahren dann auf die restliche Menschheit und Gesellschaft auswirkt.

Und das geht bereits bei den kleinsten Dingen, wie bei einem “t” los: Kurz nach der Vorstellung bemängelte ein Pressevertreter, dass im beigefügten Presseheft zu wenig darauf hingewiesen wird, dass es sich hier nicht um den allgegenwärtig bekannten Tanz “Foxtrott”, sondern das Codewort im Buchstabieralphabet der Army (“Foxtrot”) handelt. Was uns gleich zum nächsten Problem bringt: Schon wer was vong dem neuen Jugendsprache gehört? In Zeiten von Fack Ju Göhte weiß doch sowieso niemand mehr, wie richtig geschrieben wird, und selbst die alten Hasen sind teilweise bei der Einführung der neuen Rechtschreibung dann endgültig ausgestiegen. Auch bei mir wird “Portmonee” immer noch “Portemonnaie” geschrieben und das wohlwarme Gefühl des “Das passt schon so, weil’s gefühlsmäßig richtig ist”, nach dem man sich zu Schulzeiten immer noch richten konnte, findet heute keine Anwendung mehr.

Wem von der jüngeren Kinotruppe sollte also so etwas auffallen? Zumal selbst schon das Plakat augenscheinlich mit eben diesem Grad an Verschwommenheit arbeitet und man sich eben nicht wirklich sicher ist, was genau nun jetzt hier gemeint ist.

Und damit sind wir voll im Thema: Unklarheiten, kleine Absonderlichkeiten, die großartige Wirkungen und Konsequenzen nach sich ziehen und teils verheerende Folgen haben. Dies lässt sich alles wieder metaphysisch auf unser Land anwenden, aber ich möchte euch mal an der Stelle nicht zu sehr überfordern, sondern verweise still und heimlich auf das “Gewinner Großer Preis der Jury Film Festival Venedig”, das man mitten aufs Plakat gedruckt hat und verrate euch, dass dies absolut berechtigt ist.

Tatsächlich punktet der Film gleich in mehreren Ebenen. Fangen wir mal bei etwas weniger wichtigem an: Der Farbgebung, der Kulisse, dem “Geist eines Landes”, den man hier sicherlich nicht alltäglich kennt. Allein schon die Introduktion der verschiedenen Protagonisten erweist sich als reichlich intelligent und zum ersten Mal seit langem hatte man mal nicht das Gefühl, dass hier etwas “aufgesetzt” oder bewusst “künstlerisch wertvoll” begangen wurde, sondern man sich bodenständig auf sehr eigenwilligen und markanten Wegen vorwärts bewegt.

Die verschiedenen Geistes-Meta-Ebenen, in die man sich dann im Verlaufe des Films verstrickt, sind auch allesamt sorgfältig ausgewählt und bereisen eine Welt, die sich dem monotonen Alltag des Durchschnitts-Deutschen sicherlich entzieht. Es ist höchst interessant, die Jungs auf der Leinwand zu verfolgen und sich in dieses Bad an intellektuellen Gefühlen und Sinneseindrücken zu winden.

Und das ging nicht nur mir so: Viele (eigentlich fast alle) meiner Pressekollegen empfanden diesen Film erstmalig wieder als erfrischend positiv und gelungen. Tatsächlich wird man wirklich mit einer Professionalität überwältigt, die einem so selten begegnet ist – auch hier gerne wieder der Verweis auf die besondere Zusammenarbeit verschiedener Länder. Die Jugendlichkeit dieser Beziehungen zahlt sich an dieser Stelle inhaltlich wieder mal voll aus, gleich dem, wie man es von Debüt-Filmen her bereits aus der Vergangenheit kennt.

Und am Schluss sitzt man da und hat für wenig Geld (Arthaus-Kino) ein großartiges Stück Filmgeschichte bekommen, dass noch lange nachhallt und mit Sicherheit niemanden unberührt wieder von dannen ziehen lässt.

 

.kinoticket-Empfehlung: So wird Kino gemacht: Aus Gebührengeldern teilweise finanziert entstand hier ein Projekt, dass die sinnliche Annäherung grober Gewalten portraitiert und dabei auf die behutsamsten Ebenen des Seins vorstößt: Foxtrot erzählt eine unglaubliche Geschichte und berührt mit überwältigenden Bildern und Sinneseindrücken.

Eine visuell-starke Reise in eine entfernte Welt mit Abstecher in die Gefühlsendlosigkeit der menschlichen Existenz.
Hier sollte man zwingend zugreifen und den Abend ganz bewusst genießen, so etwas prächtiges und faszinierend-schönes bekommt man selten “vor die Linse”.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 12. Juli 2018

Original Title: Foxtrot
Length: 113 Min.
Rated: FSK 12

Jurassic World: Das gefallene Königreich (3D)

Testfrage: Gehst du in Jurassic World: Das gefallene Königreich – evtl. sogar in eine 3D-Vorstellung?
Menschen, die unlängst bei der Vorbestellung zugeschlagen haben, dürften hier schon eine feststehende Antwort parat haben. Und alle anderen? Hand aufs Herz? Ja oder nein?
Daran seht ihr, dass die Entscheidungen eigentlich schon längst gefallen sind und man daran auch als Kritiker womöglich nicht mehr wirklich etwas ändern könnte.
Und darum wird der Film auch funktionieren.
Logisch. Der alte hat ja auch funktioniert. Jurassic World gehört immerhin zu den weltweit (!) erfolgreichsten Filmen aller Zeiten nach Einspielergebnis (da ist das böse Wort) und belegt dort gleich Platz 5 im Ranking. Sein Urvater Jurassic Park schafft es im Jahr 1993 sogar auf den historischen Platz 1 auf der Toplist der weltweit erfolgreichsten Einspielergebnisse.
Als erfolgreichstes Franchise räkelt sich die Filmreihe derzeit auf Platz 12, was sich demnächst dann ändern dürfte. Franchise?
Das ist dieses Ding, wo jemand eine – zugegebenermaßen – grandiose Idee hat, sich dann hinsetzt und ein Papier aufsetzt, in dem steht, was andere mit dieser Idee im Rahmen der Freigaben anstellen dürfen und fortan damit nur noch Geld verdient. Und hier fangen die Probleme an. Ja, Entschuldigung, ich jammere …
Jurassic Park war damals einzigartig. Was gab es drumrum an Filmen? Wie sah der Markt aus? Was wurde dem Zuschauer an Gros aus Filmen geboten, wenn er sich für ein Lichtspielhaus entschied? Welche Alternativen gab es? Alles war gleich. Mehr oder weniger. Normale Menschen, normale Größen, mal lustig, mal traurig, aber alles auf ein und demselben Level.
Und es gab Jurassic Park. Dinosaurier! Egal, ob man sich vorher dafür interessiert hat oder nicht, danach tat man es. Diese unfassbare Vorstellung, dass diese Viecher, von denen keiner von uns je eines lebend gesehen hatte, jetzt lebendig auf der Leinwand rumtobten und dort jede Menge Krawall anrichteten – ein Traum! Allein die Faszination des Lebens ganz neu bestaunen zu dürfen und von den Protagonisten mitgerissen zu werden – das Dinofieber war ausgebrochen und ein Wort bekam neue Dimensionen: Superlative!
Die Dinos waren vor allem eins: Groß und mächtig. Wir Zuschauer fühlten uns unterlegen, klein, voller Begeisterung und Bewunderung – gefesselt von der Magie und Faszination, fast schon demütig vor ihnen und zuckten alle in unseren Sesseln zusammen, wenn das schwere Trappen der übergigantischen Monster zu vernehmen war. Es gab nichts, was ihnen den Rang ablief. Sie waren die absoluten Götter der Giga-Dimension mit einer vernichtenden Kraft, vor der man ganz automatisch in die Knie ging.
Heute?
Gibt es Godzilla, Kong: Skull Island, Transformers, Transformers – Die Rache, Transformers – Die dunkle Seite des Mondes, Transformers – Ära des Untergangs, Transformers – The Last Knight, Pacific Rim, Pacific Rim: Uprising, Cloverfield, 10 Cloverfield Lane, Monsters, Rampage: Big meets Bigger … und? Jurassic Park, Jurassic Park II, Jurassic Park III, Jurassic World und nun eben auch Jurassic World: Das gefallene Königreich. Um mal nur ein paar zu nennen.
Die Einzigartigkeit, die Jurassic Park damals ausgemacht hat, das “riesige” was uns über den Kopf gewachsen ist und seit jeher in den historischen Gedanken der Menschheit verankert existierte, wieder neu zum Leben erweckt, fristet heute ein Dasein in einer dunklen Nische und ist umgeben von Superlativen, in denen wir alle in den letzten Jahren längst ersoffen sind.
Geben wir es doch zu: Keiner will mehr was von diesen monströsen “immer noch größer und noch besser und noch schlechter animiert, aber dafür 2489 Billiarden teurer”-Filmen mehr sehen, denen jedweder Geist und Seele fehlt und denen es allen nur ums Geld geht, aber nicht mehr um eine grandiose, und vor allem funktionierende Geschichte.
Willkommen in Jurassic World. Verdammte hacke!
Und jetzt fang ich wirklich das Kotzen an! Warum?
Ihr erinnert euch an meine jüngsten Hasstiraden gegen den Megakonzern Disney, der das weltweit unrühmliche Beispiel geliefert hat, wie man aus etwas Wunderschönem eine karambolagierende Untergangsmaschinerie gestaltet und damit zahlungsunfähige und filmliebende Kinos ausblutet, die fortan mit schlechteren Filmen die großen Blockbuster subventionieren müssen, um über Wasser zu bleiben?
Universal Pictures folgt ihrem diabolischen Beispiel. Sie wollen Geld. Sie werden raffgierig. Sie kriegen nicht genug. Die Zeiten der Dankbarkeit und des “Hey, Wow, wir haben es weltweit zu Bekanntheit und Ruhm geschafft” sind vorbei und machen dem Mammon Platz. Irgendjemand hat zwischen seinen Trilliarden immer noch Lücken im Portmonee und die müssen dringend auf Kosten von kleinen Kinos gestopft werden!!! Da werden harte Verhandlungen im Hintergrund geführt, die sogar Multiplex-Kinoketten wie CinemaxX in die Knie zwingen und bis ganz zum Schluss die Entscheidungen offen stehen lassen, ob Jurassic World 2 dort überhaupt anlaufen wird oder nicht. Warum? Weil der Konzern so immens hohe Gebühren fordert, dass die Kinokette daran nichts mehr verdienen würde.
Ernsthaft jetzt?
Und was machen dann die kleinen, die nicht so solvent und zahlungsstark sind wie solche Megaketten?
Ist das wirklich euer Ernst? Ist das der Respekt vor dem Leben und die Aufrichtigkeit, die uns Jurassic Park gelehrt hat?
Ihr – die ihr die Macht in euren Händen haltet, hättet mit beispielhaftem Vorbild vorangehen müssen und sagen: Wir geben ihn euch. Wir machen damit sowieso Kohle. Unfassbar viel Kohle! Wir verdienen so viel, wie wir niemals tragen oder ausgeben können. Hier ist ein Bruchteil dessen für euch, damit keiner sich zu Tode schuften und irgendwas subventionieren muss, um unseren Film zu zeigen.
Ihr habt nämlich vergessen, dass Kinos die Plattform sind, wo eure Filme gezeigt werden und ihr auf diese Häuser angewiesen seid. Ohne ihre Leinwände seid ihr … nichts! Eure ganze verdammte Großkotzigkeit ist NICHTS ohne eine Leinwand! Ihr verachtet mit solch einer Aktion eure eigene Familie und blutet die aus, die dafür sorgen, dass ihr euch hinterher stolzierend brüsten und selbst feiern könnt, weil nur die Kinos die Menschen anlocken und dort eure Werke gefeiert werden. Oder eben nicht.
Ich warte bis heute auf den Konzern, der das einsieht und der endlich ein markantes Beispiel setzt und sich erkenntlich zeigt. Der es begreift, wenn man große Macht hat, dass darauf große Verantwortung folgt. Habt ihr denn alle nicht euren eigenen Worten zugehört? Habt ihr nichts von den Superhelden der Vergangenheit gelernt? Scheinbar nicht.
Und dieser Umstand kotzt mich an! Recherchiert man ein wenig, findet man ruckzuck Kinos, in denen ein (1!!!) Ticket für einen Film in 3D knappe 30 € – also 60 DM – kostet. Warum DM? Weil ich an die Zeit erinnern wollte, wo man für 50 Pfennig durch die Tür gelassen wurde. Aus 0,25 € wurden 30,00 €. Findet ihr nicht auch, dass ihr durch diesen Wahnsinn den Kinogängern eh das Geld aus der Tasche zieht? Und dass immer genügend Gewinne da sein werden, in denen ihr euch suhlen könnt?
Okay okay … wenn ihr auch etwas dafür bietet. Dann schauen wir doch mal.
Jurassic World: Das gefallene Königreich – gefallen … gehört das zur Selbsterkenntnis oder ist euch nichts besseres eingefallen? Selbst der grottenschlecht abschneidende Solo: A Star Wars Story hatte Momente, die an seinen Schöpfer erinnerten und bei jedem die Gänsehaut aufflammen ließen, z.B. als die beiden erstmalig im Millennium Falcon sitzen und der Beat von Star Wars erklingt. Redet den Film schlecht. Kritisiert seine Unzugehörigkeit zum Rest von Star Wars, aber die Szene hat funktioniert. Und davon hättet ihr in Jurassic Park genügend Ansatzmöglichkeiten gehabt, um genau das wieder hervorzurufen.
Und was tut ihr stattdessen? Weiß jemand, was Killcounts sind? Diese Counter, die am Bildschirmrand mitzählen, wieviele Leute abgemetzelt werden? So etwas hätte ich gerne im Eck gehabt, und zwar für Logikfehler.
Ein Dino rammt mit seinem Schädel gegen Wände und bringt massive Betonsteinmauern zum Einsturz und scheitert anschließend an einer kleinen Holzdiele? Läuft.
Dino rennt eine Treppe hoch und hinterlässt Zerstörung und das absolute Chaos, erklimmt das Dach und die zerbrechlichen, sensiblen kleinen Dachziegelchen bleiben allesamt heile? Läuft.
Oder euer Einfallsreichtum. Ich kann mir das so vorstellen: “Was hat denn schon mal funktioniert?” “Hm… keine Ahnung? Dinos?” “Ahh … ja. Welche denn?” “Ähm, wir könnten … irgendwas mit Raptoren. Ach und T-Rex vielleicht.” “Ja, machen wir das doch. Wie halten wir das Budget gering?” … das könnt ihr im Film selbst anschauen.
Euer Film erstickt an seiner eigenen Vorhersehbarkeit. Ausnahmslos jede einzelne verdammte Szene ist vorhersehbar. “Jetzt passiert das.” … und es passiert. “Und jetzt müsste das passieren” und es passiert. “Und jetzt müsste sie eigentlich dahin rennen.” … und sie rennt dahin. So geht das den ganzen Film über. Es gibt absolut keine Überraschungen oder Momente, die einen wirklich vom Hocker reißen und auch nur ansatzweise das Staunen, die Mystik und Faszination zurückkehren lassen, die uns Jurassic Park einst lieferte. Statt dessen presst sich aus allen Poren etwas völlig anderes: Scheinheilige Kompromisse, um ja niemanden auf der ganzen Erdkugel vor den Kopf zu stoßen. Jurassic World 2 ist alles: heilig, halal, vegan, bio, glutenfrei, koscher und laktoseintolerant. Diese Kompromissbereitschaft und das Daniederliegen in Angst, auch nur einen einzigen Cent zu verlieren, weil IRGENDJEMAND sich vor den Kopf gestoßen fühlen könnte, ist zum Erbrechen!
Ich meine: Überlegt euch das mal… wir haben hier einen Film mit der wohl gewaltigsten Schöpfung und Kraft, die es auf diesem Planeten jemals gegeben hat. Eingepackt in einen Film, der vor Symbolträchtigkeit und Schwere von niemandem anzuheben ist und eigentlich Unvergleichbar sein sollte. Und seine Schöpfer haben Angst? Angst davor, Geld zu verlieren? Stattdessen verlieren sie sich selbst in einer Kompromissbereitschaft, die zum Himmel stinkt und in einer öden, langweiligen und lahmarschigen Variante seiner selbst untergeht und aus etwas Meisterwerk-Unangreifbarem einen Schundfilm gemacht hat, der wie ein billiges, hässliches Kind wirkt, dass mit nichts zufrieden ist, was man ihm gibt.
Die Dialoge sind so dermaßen öde und langweilig, uninspirierend und langsam, überhaupt nimmt der Film keinerlei Fahrt auf. Alles ist einfach da. Dinos rennen. Juhu. Ach nein, auf einmal stehen wieder alle einfach nur rum. Obwohl im Hintergrund …. egal. Spoiler ich? Tschuldigung. Da … eine offene Autotür. Ach Mist, der Dino ist noch nicht da. Warten … Warten …. bloß nicht einsteigen … nicht reingehen und einfach abhauen und wegfahren. Kucken! Warten und Kucken! Noch mal kucken! Und warten. Jetzt ist der Dino da. Ein Schritt. Es wäre nur ein Schritt. Aber ich gehe ihn nicht. Sondern warte lieber. Und kucke den Dino an. Der bewegt sich. Auf mich zu. Ich bewege mich aber nicht, denn ich muss kucken. Und warten. Und zack – ist meine zehnstündige Chance, im Auto mit offener Tür direkt vor meiner Fresse auf einmal unwiderbringlich verloren.
MEINE FRESSE! Und sowas verkauft ihr uns als erfolgreichsten Dinofilm aller Zeiten, der so verhandelbar stark ist, dass ihr sogar Monster-Kinoketten in die Knie zwingen wollt, so dass sie daran nichts mehr verdienen?
Go, fuck yourself.
Das einzige, das an diesem Film gigantisch ist, ist der gigantische Schlag in die Fresse eines jeden, der im Leben schon mehr als 5 Filme gesehen hat, den ihr nach Strich und Faden verarscht und ihn perverserweise noch dafür bezahlen lasst. Und zwar teuer. Teuer mit Zeit und teuer mit Geld, über das ihr dann auf der Leinwand wieder scheinheilig rumlamentiert und es aufs höchste verurteilt. Erkannt? Das, was Jurassic World 2 am Wesen des Menschen anprangert, erfüllt ihr mit eurem eigenen Film parademäßig selbst. Wie pervers bitteschön ist das denn?
Und das eigentlich traurige daran kommt jetzt: Es wird funktionieren. Der Film wird sensationelle Einspielzahlen einfahren, denn wer will denn nicht Dinos auf der Leinwand hüpfen sehen? Wir alle lieben es doch abgöttisch, wenn diese Monster vor uns die Welt in Schutt und Asche legen und wir dabei zuschauen dürfen.
Nur, dass das leider in dem Film hier nicht passiert.
Wisst ihr, was mir an dem Film gefallen hat?
Das, was die meisten meiner Pressevorführungsmitglieder alle schon nicht mehr mitgekriegt haben, weil der Saal grottenleer war: Die After-Credits-Szenen. Ganz zum Schluss – nachdem alles abgelaufen ist, kommt nämlich noch ein saftiger Nachspann. Und bei der Sequenz hatte ich Lust auf einen neuen Film. Der war da aber dann endgültig vorbei. Verdammt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieses Werk ist auf allen Ebenen des Seins eine grandiose Enttäuschung.
Auf der Leinwand, in Sachen Logik, in Sachen “baut Geschwindigkeit auf”, in Sachen Dialoge, in Sachen Animation, in Sachen Einfälle.
Hinter der Leinwand in Sachen Verhandlungen, in Sachen Geldgier, in Sachen Ausbluten kleinerer Kinos, in Sachen Ausbluten großer Kinos, in einem verachtungswürdigen Verhalten der Betreiber in jederlei Hinsicht.
Und aus diesem Grund sollte man dieses Werk konsequent boykottieren, um hier als zahlender Kunde ein Zeichen zu setzen und zu sagen: So nicht! Denn eines haben die Studios auch vergessen: Ihr braucht nicht nur die Kinos, um selbst reich zu werden. Ihr braucht in allererster Linie uns zahlende Kundschaft. Und wenn die auf mein Nachfragen nicht wie aus der Pistole geschossen antwortet “Geil!!!”, sondern Sätze fallen wie “Da muss ich erst nochmal eine Nacht drüber schlafen, ob der wirklich gut war oder nicht”, dann gibt es in meinen Augen kein besseres Zeugnis eures Versagens.
Geht, haut ab und kommt einfach nicht wieder.
P.S: Jurassic World 3 ist bereits für 2021 angekündigt.

 
Nachspann
✅ Hocken bleiben – und zwar ganz bis zum Schluss, sonst verpasst ihr das Beste des Films! Hier kommt noch eine mörderische Szene!
Kinostart: 06. Juni 2018

Tomb Raider (3D)

Als Kind erinnere ich mich noch daran, die PC-Spiele gezockt zu haben und war zutiefst erfreut, als sich seinerzeit Angelina Jolie daran machte, Lara Croft für die Leinwand zu mimen.
Mittlerweile hat sich vieles getan, im Kino, auf der Leinwand, an den Spiele-Apparaten und die Menschen sind dank der Verwöhnstrategie der letzten Jahrzehnte auch immer anspruchsvoller geworden. Wo man früher noch froh darüber war, wenn etwas Verpixeltes auf dem Monitor überhaupt irgendwie wie ein Mensch aussah, muss es heute das absolut perfekte UHD-Rendering sein, in Filmen darf man CGI nicht mehr merken und das Drehbuch drumherum muss auch stimmen.
Diese Anforderungen erfüllt Tomb Raider nicht.
Dieser Streifen wurde für gigantische Kinosäle gebaut, in denen es vor IMAX-Technologie wimmelt und man von 3D und monströsen Bässen erschlagen wird: Eine optische Augenweide, in die man abtauchen und vor visuellen Eindrücken nur so umschmeichelt ist.
Jedes kleinere Kino kann (und sollte) da nicht mitziehen, weil Tomb Raider dadurch zu einem schlechteren Film gemacht wird, als er ist. Wer nicht von der optischen Wucht und der dazugehörigen 3D-Technik in den Kinosessel gehauen wird, der erlebt stundenlang quälende Langeweile und ein schlecht geschriebenes Drehbuch, dass unter seiner Vorhersehbarkeit krankt wie es schon lange kein anderer Film mehr getan hat.
Als Spieleverfilmung reiht sich dieses Werk damit in die verfluchte Geschichte aller bisherigen Spieleverfilmungen ein, die ein trauriges Kapitel des Kinos aktuell in den modernen Tagesablauf der Kinogänger einpflanzen und dort neu beleben wollen. Sollte dieses Werk nämlich von monetarischem Erfolg gekrönt sein, war dies nur der Auftakt einer ganzen Reihe, in der man Lara Croft als Gamecharakter wieder aufleben lassen und mit neuen Abenteuern rebooten möchte.
Das Problem dabei sehe ich wieder einmal darin, dass hier entscheidende Merkmale der Kategorie “Game” zwangsweise im Kino vernachlässigt werden müssen, da eben nicht jeder Zuschauer die Freiheit hat, durch Interaktion eine ganz eigene Version der Geschichte zu sehen und zu erleben, sondern man sich auf eine einzige Variante (die des Regisseurs) beschränken muss und damit eben viele einfach enttäuscht.
Auch wird das Spielerleben nicht so transportiert, wie es ist, wenn man selbst den Joystick in den Händen hält und den Charakter damit steuert – ergo bleibt mehr Zeit zum Nachdenken, zum Ansprüche stellen und zum sich enttäuschen lassen.
Besieht man sich das Werk (und schaut sich ein paar Bilder hinter den Kulissen des Schaffens an), entdeckt man schnell, dass hier fast vollständig auf CGI gebaut wurde, was leider auch in vielen Szenen unübersehbar ist. In Verbindung mit dem schauspielerischen Können einer Alicia Vikander möchte ich hier fast schon von einer Fehlbesetzung sprechen, da sie für die Rolle einfach viel zu schade ist und im Film eher als “austauschbar-gebeuteltes Objekt” gehandelt wird, da der eigentliche Star des Films wieder einmal die beeindruckenden Bilder aus den Computern sind.
Dies ist insofern schon in Ordnung, wenn das spektakle Drumherum dann auch passt und man mit Popcorn und Coke bewaffnet durch die 3D-Brille auf den Screen starrt, weil dann einfach keine Zeit mehr bleibt, um sich noch in eine intelligente Story reinzufuchsen. Da dies aber in 98,9% der Fälle nicht der Fall sein wird (wer geht schon regulär in ein echtes IMAX?) ist verständlich, dass sich der Großteil davon eher weniger unterhalten fühlen wird und es bleibt abzuwarten, was die Kinokassen am Ende dann tatsächlich sprechen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Alicia Vikander gibt ihr bestes und mimt die neue Action-Ikone in einem Film, dessen Drehbuch eigentlich verhindert hätte werden sollen.
Konzentriert man sich einzig auf die Technik, die grandiosen Kulissen und das intensiv eingesetzte CGI, kann man da drin durchaus aufblühen und ein Bildergewitter erleben. Da dies die meisten Kinos aber nicht in der entsprechenden Wucht bieten können, wie es nötig wäre, sollte man sich an dieser Stelle wohl tatsächlich einzig in ein IMAX aufmachen und den Film dort besehen. Alles andere wäre verschwendet.

 
Nachspann
lässt deutlich spüren, dass hier nur für 3D gearbeitet wurde, lässt anschließend aber auch keine weiterführenden Hoffnungen zu. Rausgehen ist also erlaubt.
Kinostart: 15. März 2018

Wer ist Daddy?

Was mir zuerst in den Sinn kommt, wenn ich Ed Helms auf der Leinwand sehe, ist Hangover. Und tatsächlich hatte Regie-Debütant Lawrence Sher auch in allen drei Teilen seine Finger mit im Spiel, was die vielverzweigten Anspielungen und Elemente, die man gut und gerne auch in diesen Filmen eingebaut sehen könnte, bei Wer ist Daddy? erklärt.
Aufgebaut auf einen recht ungewöhnlichen Road-Trip erobert man mit jeder Menge Slapstick-Einlagen und urkomischen Momenten des Zuschauers Herz und setzt dabei komplett auf familiäre Elemente, die in einem für diesen Film untypischen Finale münden, was ich auch gleichzeitig als kleinen Kritikpunkt anbringen will.
Natürlich sitzt man im Kino, beschaut sich das Prozedere und ist von vielen liebevollen Gags und spinniger Liebenswürdigkeit umgeben und denkt sich, dass das zwingend so enden muss, andererseits könnte man genau dieses Finale aber auch als Versuch werten, hier wieder mehr sein zu wollen, als man ist und damit eben etwas mehr Publikum abgreifen zu können, was ich – in wirtschaftlichen Interessen begründet – niemals für gut heiße.
Das ändert jedoch nichts daran, dass man während des Films – insbesondere zu Beginn – unglaublich viele tragende, spaßige und vorantreibende Momente erlebt, die für viel Kurzweil und gute Unterhaltung sorgen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Egal, ob mit Freundin oder Familie, allein oder mit Kumpels – dieser Film eignet sich hervorragend, um einen gemütlichen und lustigen Kinoabend zu genießen.
Das Ende fordert einem ein klein wenig was ab, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen – als Gesamterlebnis bleibt ein durchweg positiver Eindruck zurück, den man gerne mit nach Hause nimmt. Also auf geht’s und rein da!

 
Nachspann
ist anfangs gesäumt von tollen Aufnahmen und erliegt dann dem schwarzen Stream, man darf also gerne wieder nach draußen.
Kinostart: 15. Februar 2018

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