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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Teenager

The Strangers: Opfernacht

Das Horrorgenre scheint dieser Tage neu belebt zu werden. Mit The Strangers: Opfernacht kommt bereits der zweite Teil dieser Filmreihe auf die große Leinwand und die Previews waren sehr vielversprechend.
Dass ich Horror allgemein viel abgewinnen kann, dürfte mittlerweile ja schon jeder wissen. Was ich allerdings überhaupt nicht mag, ist das seichte Dahindümpeln von immer gleichen Methoden, um die dann viel Tamtam gemacht wird, damit man auf dem Poster anschließend obskure Superlativen von sich geben kann, die dem Film einen Hauch von Lachhaftigkeit verleihen.
Plottechnisch bewegt man sich hier natürlich wieder auf ganz dünnem Eis, nach Logik und Vernunft sollte man grundsätzlich keine Ausschau halten. Das kennen wir schon aus den Horrorfilmen der 80er Jahre. Musikalisch fährt man hier auch große Stücke auf. Das kennen wir ebenfalls aus den 80er Jahren. Und damit setzt The Strangers: Opfernacht klare Akzente und punktiert, wo genau man hin will. Diese Hommage an die “guten alten Klassiker”, die handlungsmäßig fast immer selten-dämlich bis stümperhaft waren, aber den gewissen Charme eines fast schon komödianten Geniestreichs besaßen – genau diese Ära lässt man nun mit viel Liebe zum Detail wieder aufleben.
Man besetzt nicht mit Kategorie-A-Schauspielern, man steckt viel in die bewusst billig wirkende Kulisse, man lässt Stimmung aufkommen, macht gute Kamerafahrten und holt alte “Du bist so doof, mach einfach das Gegenteil”-Reaktions-Klassiker wieder aus der Schublade.
Und das funktioniert erstaunlich prächtig. Ich bin ein Kind, dass damals mit genau solchen Filmen groß geworden ist und das sich hier einfach mal 20 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt, ohne zu merken, dass die Jahreszahl hinter dem Produktions-Copyright tatsächlich 2018 heißt, obwohl der erste Teil auch erst 2008 erschien. Man setzt keine höheren Erwartungen an und man gibt nirgends zu erkennen, dass man mehr sein möchte, als hier tatsächlich dargestellt wird – und somit passt das dann schlussendlich auch.
Inzwischen habe ich beide Versionen gesichtet: OV und in deutscher Synchro, wobei mich letzteres weniger begeistert hat, da hier einfach alles etwas unernster wirkt. Wieder mal das übliche Synchronisationsproblem. Tut dem Film als Nostalgie-Konstrukt aber keinen weiteren Abbruch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man fühlt sich herrlich in die 80er Jahre-Zeit zurückversetzt und genießt alte Klassiker des Horror-Genres mit viel Liebe zum Detail.
Der Film möchte nicht mehr sein, als er ist und versprüht den nostalgischen Charme traditioneller Horrorfilme, ohne dabei großartige Überraschungen zu bieten, aber dabei auch keine Wehmut aufklingen zu lassen, denn man hält sich penibel genau an die Filmgesetze, die damals auch schon galten. Für Fans alter Schule also ein wunderbares Fressen 🙂

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 21. Juni 2018

Swimming with Men

Nehmt jemand her, der kein Problem mit Vorurteilen hat, lasst ihn oder sie die .kinotickets kaufen und den Rest der Truppe dann einfach mit einem sanft-gemütlichen Arschtritt ins Kino befördern und schauen, was passiert.
Liest man vorab den Plot, schaut sich .trailer oder sonstiges zu dem Titel an, kommt man womöglich auf seltsame Gedanken, die viele wohl erstmal ein klein wenig abstoßen dürften, weil diese Form des Sports eben nicht so geläufig ist, wie manch einer das wohl gerne hätte.
Vor Jahren gab es bereits eine Dokumentation namens Men who Swim, die ziemlich hohe Wellen schlug, und auf der basierend dieser Spielfilm gedreht wurde. Teile der Crew wurden sogar in die Arbeit mit einbezogen, damit ein möglichst wahrheitsgetreues Abbild der Ereignisse von damals geschaffen werden konnte, das dennoch die liebenswerten Qualitäten eines herzerwärmenden Spielfilmes aufweisen und das Kinopublikum zu unterhalten weiß.
Und dabei geht Regisseur Oliver Parker aufs Ganze und trumpft mit britischem Humor erster Güte auf, der die gar nicht mal so unalltägliche Geschichte eines Mannes erzählt.
Das Problem sehe ich hier eigentlich nur im ersten Schritt: Den Zweifeln und Vorurteilen einer ganzen Rasse vorauszugreifen und sie dazu zu bewegen, sich einfach mal ins Kino zu bewegen. Ist das passiert, wird’s garantiert köstlich und amüsant. Die Truppe weiß exzellent zu unterhalten, an Jokes und lustigen Momenten wird nicht gespart und auch die “Merkwürdigkeiten” verschwinden relativ schnell und werden vom Film sehr einfühlsam und respektvoll umschlungen, so dass am Schluss eigentlich jeder begeistert wieder aus dem Saal kommen wird, trotz dieses Themas.
Und darin brilliert dieser Film meisterlich: Er umwirbelt all die Gedanken, fängt sie ein und spinnt daraus ein farbenprächtiges Rad an Situationskomik und Alltagstragik, die eben nicht vollständig erfunden, sondern auf einer wahren Begebenheit beruht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer wieder einmal ungeniert lachen und sich köstlich amüsieren will, dabei aber auch sensible Gefühle zulassen kann, der ist mit diesem Film bestens beraten.
Britischer Humor in seiner vollen Blüte in einer fesselnden und zugleich faszinierenden Story, bei der es nur einen Knotenpunkt gibt: Den Einstieg. Ist man einmal im Saal, wird der Abend definitiv als gelungen in die Geschichte eingehen.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 07. Juni 2018

Letztendlich sind wir dem Universum egal

Als wir Kinder waren, haben wir den Fernseher eingeschaltet, einen Film eingelegt und uns dann gebannt vor die Flimmerkiste gehockt und uns von Filmen verzaubern lassen. Es war das Tor zu einer anderen Welt. Unmögliche Dinge waren auf einmal möglich, Magie erwachte zum Leben, Unvorstellbares wurde so glaubwürdig serviert, dass man einfach nicht zweifeln durfte, ob es echt war. Für uns war es das. Für uns war auf einmal alles möglich. Es war DIE Freikarte für eine Welt ohne Grenzen. Spannung wurde aufgebaut. Unglaubliches wurde offenbart.
Letztendlich sind wir dem Universum egal ist genau die Sorte Film, die ich damals als Kind geliebt habe: Du legst einen Film ein, etwas unfassbares passiert gleich am Anfang und der restliche Film beschäftigt sich dann mit der Auflösung oder Suche nach dem Grund oder erzählt, was überhaupt passiert ist. Genau diese Optionen lotet man hier ganz neu wieder aus, packt den Streifen dabei voll mit klasse Schauspielern und erzählt eine wunderbare Story, die so faszinierend sein kann – wenn man vorher nichts, wirklich rein gar nichts darüber weiß.
Also schaut euch KEINE .trailer an, lest keine Inhaltsangaben, haltet euch die Ohren zu, wenn andere etwas über diesen Titel erzählen wollen und geht völlig unbefangen und voller Interesse in diesen Film – dann, und nur dann, macht er auch richtig Spaß.
Ich habe mich mittlerweile wieder mit einigen unterhalten, die mir summa summarum mitgeteilt haben, dass sie diverse Probleme mit dem Ende hatten. Hier sei eine zu unvollständige, unbefriedigende Lösung angeboten worden.
Genau da hängt sich dieser Film auch ein wenig an sich auf: Allerdings ist das meiner Meinung nach kein Problem dieses Films, sondern ein Problem dieses “Genres” wenn man so will: Die Faszination und Mystik, die einem am Anfang in unerträglich hohen Dosen ins Hirn geworfen wird, kann per se nicht komplett bis zum Schluss erhalten werden, es sei denn, man böte gar keine Auflösung, was dann der Rest des Publikums wieder scheiße finden würde. Es ist also gar kein so großes Problem, sondern mündet einfach in ein “großes Becken” und läuft darin langsam aus.
Dieser Umstand macht den Film für mich aber jetzt nicht uninteressanter. Ein .kinoticket darf man also auch gerne für diese Vorstellung lösen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Rein ins Kino, Licht aus, Spannung an und eine faszinierende Geschichte ist garantiert.
Der Film baut auf Systeme alter Schule und hat damit auch Erfolg, scheitert ein klein bisschen am Schluss, was das Gesamterlebnis aber kaum trübt, da die Idee und Umsetzung wirklich einmalig ist und so auch noch nie vorher im Kino präsentiert wurde.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 31. Mai 2018

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Innovationen wie diese haben sich längst ihren Status als Klassiker auf dem Filmtreppchen einprägsamer Filme verdient und brauchen deshalb keine Neuauflagen, die so wirken, als hätte jemand den innigen Wunsch, von der Liebe zur Thematik ein Stück vom Kuchen abzukriegen.
Genau diese Ambitionen könnte man den Machern unterstellen, die ein Thema gewählt haben, dass schwer durch eigene Inspiration gefüttert werden kann, wenn es auf dem Markt bereits unangefochtene Alltime-Klassiker wie das Paradebeispiel schlechthin gibt. Im Wahn der Neuauflagen sämtlicher je kommerziell funktioniert habender Streifen war es nur eine Frage der Zeit, bis man sich auch diesen Themas erneut filmisch annehmen und es aufbereitet zurück auf die Leinwand holen würde.
Dass man sich jetzt für völlig andere Generationen mit einer grundlegend neuen Ausgangslage entschieden hat, die jedoch die gleichen, martialischen Auswirkungen auf den Zuschauer projizieren und eine schlichtweg konsequente, vorhersehbare und damit unnötige Pointe generieren, die sich nur absoluten Kino-Neulingen als bahnbrechend erweist, hilft meiner Meinung nach auch nicht sonderlich dabei, diesen Film auf ein episches Niveau zu heben, auf dem es seinem stillen Vorbild Konkurrenz machen würde.
Natürlich bewegt man sich hier auf erzählerisch absolut nahrhaftem Boden, der förmlich danach schreit, mit Witz, Kreativität und geistiger Inspiration gefüllt zu werden, doch genau diese Faktoren hält man seitens der Produktion stillschweigend zurück und offenbart damit ein etwas lustloses, spaßarmes und unaufgeregtes Stück Moralgeschichte, dass vielleicht beabsichtigt, mit seiner Konklusion die Jugend wie einen Hammerschlag zu treffen, dabei aber mit selbigen niemals auf der Schlagfläche aufkommt, um den nötigen Wow-Effekt zu erzielen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zurückhaltende Interpretation eines Filmklassikers, den wir alle gesehen und geliebt haben.
Dem Werk fehlt meiner Meinung nach der gewisse Kick, um seine Existenzberechtigung gegenüber dem großen Vorbild zu beweisen. Die Story plätschert still vor sich hin und bietet ausschließlich der neuen Generation etwas bisher nie Dagewesenes, dass zu sehen sich lohnt.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, nach dem Schlussknall ist dann auch wirklich Schluss, egal, wieviel Text noch folgt.

Den Sternen so nah

Ganz vorweg: Wenn irgend möglich, zieht euch das Teil in OV oder OmU rein. Allein schon die Übersetzung zielt hier so abartig auf Mädchen, Romantik, Schmusefilm und Kitschklischee ab, während man im Original schon wieder Mehrdeutigkeit und damit Titelbrillanz aufweist: The Space between us.
Ich bin ein Fan von Asa Butterfield. Ganz im Ernst: der Junge ist brillant! Er spielt nicht nur ausgezeichnet, sondern hat eine defensiv-schmiegsame Ader, die mich tief in meinem Herzen berührt. Als Kerl!
Bereits in seinen Vorgängerfilmen hat er bewiesen, dass er es absolut drauf hat, zuletzt in Die Insel der besonderen Kinder. Er wirkt nicht nur unschuldig und verletzbar, sondern für ihn ist die Rolle des Gardner Elliot wie auf den Leib geschrieben.
In unglaublich ausdrucksstarken Bildern und Emotionen wird hier Gefühlskino in Vollendung gemeistert, das mich nahezu sprachlos zurückgelassen hat. Nicht nur Asa, sondern auch Britt Robertson und Gary Oldman spielen hier ihre Rollen perfekt.
Und der Weltraum. Erwähnte ich schonmal, dass man mich mit Bildern vom Space fast immer gewinnt? Diese Momente wurden hervorragend eingefangen und dem Zuschauer dabei etwas genommen, nur um ihm so vieles mehr zu geben.
Die Liebe zu Selbstverständlichkeiten wird neu entfacht. Das Gefühl der “Leere” dazwischen ist herausragend. Die Hingezogenheit und pure Liebe gleicht der in Das Schicksal ist ein mieser Verräter und setzt erneut Meilensteine mit einem genialen Cast.
Der Film holt einen sofort ab und erzählt eine Geschichte, die gesehen werden muss. Dabei sollte man sich – wie oben gesagt – nicht vom Titel abschrecken lassen, denn die Story ist gewaltig und löst völlige Ergriffenheit und Sprachlosigkeit bei den Zuschauern aus.
 

.kinoticket-Empfehlung: Tränen in den Augen. Sprachlosigkeit. Verstanden werden und die Schönheit dieser Welt mit ganz neuen Augen betrachten: Wenn das die Ziele des Films waren, dann hat man voll ins Schwarze getroffen.
Den Sternen so nah reizt hier wieder an den oberen Kanten der Meisterwerke und etabliert sich als vollkommen gelungenes Stück emotionaler Stärke, die nicht auf distanzierte Persönlichkeiten zurückzuführen ist, sondern jeden Menschen tief in seinem Herzen trifft, sofern dieser sich darauf einlässt.
Der beste Platz dafür ist ein dunkles Kino mit großer Leinwand und ruhiger Stimmung.
Geht rein – tut euch den Gefallen.

 
Nachspann
folgt keiner, man darf also wieder raus. P.S: Tränen trocknen nicht vergessen ^^.

Verrückt nach Fixi

Dass hier die niederen Instinkte der Zuschauer angesprochen werden sollen, hat der Trailer ja schon eindrücklich aufgezeigt. Den Film mit vorherigen Beispielen wie Abschussfahrt gleichzusetzen, ist nicht unbedingt der schlechteste Gedanke, zumal sich die glattgestreiften Stereotypen hier genauso wiederfinden. Die Genialität der Grundidee scheitert meines Erachtens hierbei aber an der abhandelbaren Ploterzählweise, der keinerlei grenzüberschreitende Einfälle spendiert, sondern eher lieblos begegnet wird.
Somit verkommt die Schauspielerei einer Lisa Tomaschewsky zu der immer wiederkehrenden Einstellung, der im Film selbst nicht mehr viel beigemischt werden muss, um zeitlich über die Runden zu kommen. Überzeugend ist das allerdings nur in den ersten Minuten und hinterlässt später eher den Eindruck von Monotonie, da die überraschenden Wendungen und der Vielschichtigkeit einer möglichen Darstellung nicht Genüge getan wird.
Und da der Geist nicht gerade mit wendungsreichen Pointen und neuen Offenbarungen gefüttert wird, bleibt während des Schauens viel Zeit, um über Intentionen, Darstellungen und Blickwinkel nachzudenken, die sehr schnell klar werden lassen, dass dieser Film ein eher unschönes Bild von Ausgewogenheit liefert und hier in Sachen Geschlechter wieder sehr viel pädagogischer Schwachsinn verbreitet wird, den man besser nicht so ernst nehmen sollte.
Dass dabei dann wohl eher das jüngere Publikum angesprochen werden soll, dessen Hirn längst an Apple, Samsung, Google, und Facebook verkauft wurde, mutiert den Intellektuelleren sehr zum Leidwesen, denn der Humor siedelt irgendwo zwischen 9-Uhr-Pause und Feierabendbier um 18 Uhr an. Unter diesem Aspekt hat man dann einen 0815-Plot, der die Geschichte irgendwie auf die Leinwand rotzt, sich an immergleichen stereotypischen Darstellungen aufhängt und möglichst viel dessen zeigt, was die vorwiegend männliche Besucherschaft den Machern nach wohl erwarten würde.
Hierbei dann eine ernsthafte Kritik abzugeben, ist aus meiner Warte heraus schwierig, da das Stammpublikum solcher Filme durchaus bedient wird und auch auf seine Kosten kommt, ich jedoch den Grundgedanken verurteile, der hier über verschiedene Gruppen urteilt und dessen offensichtlich-logische Schlussfolgerungen ich so nicht teile.
Sieht man dann vom monotonen Schauspiel mal ab und schaut über die recht lieblos herbeigeführten Veränderungsmomente hinweg, hat man einen Film, der die Jugend zumindest für 94 Minuten kurz auf Abstand hält, dem man aber hinterher auch keinerlei weitere Bedeutung zumessen muss.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kann man sich ansehen, wenn man auf Brüste und Sexismus steht, muss man aber nicht.
Zuordnen würde ich diese Klasse Film ganz klar dem Schulhofhumor, der nicht jedermanns Sache ist, jedoch eindeutig herauskristallisiert, an welches Publikum dieses Werk gerichtet ist. Hier eine lebenserweiternde Erfahrung zu erwarten, wäre die falsche Herangehensweise an diesen Film, der eher seichte Oberflächenunterhaltung bietet und nicht weiter ins Detail geht.
Wer Abschussfahrt mochte, wird hier wohl auch seinen Spaß haben, für Erwachsenere ist das aber eher der falsche Saal.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts weiter.

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