Ottfried Preußlers Kindergeschichten begeistern seit jeher in Buchform die Familien – und es zählt zum ungeschriebenen Gesetz, dass verfilmt wird, was verfilmbar ist.
Die kleine Hexe gehört zu seinen bekannteren Werken und erzielt derzeit in Deutschland große Aufmerksamkeit, u.a. durch einen aufgestellten Weltrekord, der gleich zweimal ein Erfolg war: Zum einen haben sich erstmalig 188 Kinos an dieser Aktion beteiligt (so viele, wie noch nie) und zweitens hat man damit die weltweit meisten Hexen/Zauberer/Magier in einer Preview zusammen bekommen – genauer gesagt 6434, die sich gleichzeitig in Deutschland und Österreich in Verkleidung in den Sälen getroffen haben um die Premiere dieses Films gemeinsam zu feiern.
Zum Film selbst: Ich finde die Umsetzung wahnsinnig liebevoll und reizend, zumal eben nicht der “große böse Disney-Wolf” ausgepackt wird. Karoline Herfurth versteht durch ihre ungemein angepasste, kindlich liebevolle und wärmende Art, weder Angst und Schrecken zu verbreiten und dennoch im Metier der Hexen zu verweilen um eine tolle Geschichte zu erzählen, die die Kinder im Saal auf Trab hält und erzählerisch begeistert.
Mein Problem mit ihr ist folgendes: Für deutsche Verhältnisse spielt sie überragend. Sie hat etwas, dass aus ihr eine ganz große Filmpersönlichkeit machen kann, aber mir fehlt ein klein wenig das individuelle Extra, quasi ihr Markenzeichen, wenn man so will. Alles, was sie bisher angepackt hat, war auf hohem Niveau, lässt sie sich von anderen Schauspielerinnen unseres Landes deutlich abheben, aber internationale Stärke gewinnt sie in meinen Augen damit nicht automatisch, sondern da fehlen eben noch ein paar Treppenstufen, um an Schauspiellegenden wie Jessica Chastain, Jennifer Lawrence oder Emily Blunt heranzureichen.
Den (hoffentlichen) Erfolg von Die kleine Hexe verdankt der Film aber definitiv ihrem Wirken, weil sie in ihrer Rolle ungemein großartig aufgeht und ihre eigene kleine Welt in dem Film mit unvergleichlich viel Liebe und Demut an die Zuschauer weitergibt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Familientauglich ersten Grades mit einer sehr präsenten, liebevollen und überzeugenden Karoline Herfurth, die in letzter Zeit alles richtig macht – aber dennoch noch zu ihrer ganz persönlichen Note finden muss, um sich dauerhaft zu etablieren.
Der Film schmiegt sich nicht in bekannte Klischees ein, sondern erzählt von Boshaftigkeit befreit die seeligen Geschichten aus den bekannten und beliebten Büchern Ottfried Preußlers.
Für’s Familienkino diese Woche der absolute Filmtipp!

 
Nachspann
wurde mit kleinen Animationen aufgehübscht, braucht aber deshalb nicht zwingend abgewartet werden. After-Credit-Scenes folgen keine weiter.
Kinostart: 1. Februar 2018