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Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats

Of Fathers and Sons

© 2019 Port au Prince Pictures GmbH

Talal Derki hat’s getan: Sein Leben riskiert, eine falsche Identität angenommen, andere Verhaltensweisen einstudiert, sich als jemand ausgegeben, der er nicht ist, sich mit Kamera über 300 Tage in der “Friendzone” einer Familie der al-Nusra-Front eingenistet und deren Alltäglichkeiten gefilmt.

Dieser Coup brachte ihm bereits 17 Preise, 19 Nominierungen sowie eine Oscar-Nominierung ein.

Und die ganze Welt hat nun die Chance, den “Fehler” der Academy wieder auszubügeln und diesen immens wichtigen Film dennoch zu schauen – denn der macht viele Diskussionen überflüssig.

Und kein Film dieser Art hat mich bisher mehr beeindruckt, als dieser.

Der Stoff ist harter Tobak. Extrem harter Tobak. Man wird mitten in die Dinge geworfen, die einem kein Medienvertreter zeigen, kein TV-Sender zur besten Sendezeit präsentieren kann, denn in diese geschlossenen Gelage dringt gewöhnlich niemand vor, ohne dabei seinen Kopf zu verlieren. Talal Derki hat seinen noch, aber auch nur, weil er in der Lage dazu war, sich als Sympathisant dieser grausamen Machenschaften auszugeben und dabei nicht aufzufliegen.

Das Material, das hier gesammelt und ungeschönt vorgeführt wird, wurde unter Einsatz seines Lebens zusammengetragen – und ich hab keine Ahnung, ob ich persönlich dazu in der Lage gewesen wäre, mit solchen Menschen zu speisen, zu beten, zu leben … über 300 Tage lang. Wohl eher nicht.

Umso mehr Respekt verlangt diese Tat mir ab, umso mehr verbeuge ich mich vor dem Risiko, dem sich dieser Regisseur gestellt hat – eine Welt zu erkunden, über die man im “Wilden Westen” unserer Breitengrade eigentlich wenig weiß.

Als jemand, der das Leben schätzt, der gleichzeitig aber auch alle Menschen erst einmal respektiert und in ihrer Kultur und ihren Bräuchen toleriert und der zugegebenermaßen keinerlei Ahnung vom Islam, IS, Terrorismus und Co. hat, weil mich das Thema bis dato offen gesagt nur “tangiert”, aber niemals aufmerksam interessiert hat, habe ich beim Sichten dieses Films nahezu Schockzustände bekommen, denn die bittere Wahrheit dieser Personen kommt in diesem Film abartigst zum Tragen.

Und ich verneine solcherlei Absichten, Durchführungen, Weltanschauungen und Taten aufs Schärfste, denn für solches Gedankengut kann und darf man keinerlei Verständnis und Toleranz aufbringen… und es ist mir bis jetzt immer noch ein Rätsel, wie dieser Regisseur in solch einem Umfeld ruhig bleiben konnte.

Of Fathers and Sons geht aber nicht um Abartigkeiten, sondern nimmt sich einer noch viel größeren Aufgabe an: Nämlich ein Bild zu zeichnen, dass nicht Schlag auf Schlag verurteilt und grausame Gräueltaten zur Schau stellt, sondern das Verhältnis eines Vaters zu seinen Söhnen darzustellen, die in dieser krankhaften Welt aufwachsen und mehr oder weniger gar keine Chance dazu haben, anderes Gedankengut kennenzulernen oder zu spüren, was echte Liebe überhaupt ist.

Das rechtfertigt überhaupt nichts, schafft aber sehr viel Denkstoff, zukünftig solche Personen anders zu bewerten und ihnen die “Menschlichkeit” nicht vollständig abzusprechen. Wie wärst du, wenn du so einen Vater hättest und dir keine Auswege blieben, um dich anders zu entwickeln? Was würdest du tun?

Fragen, die ich niemals beantworten möchte …

Das eigentlich grausame daran ist, dass es für diese Menschen normal ist, so zu handeln, so zu leben, so zu denken und ihre Beweggründe aus einer tiefen Überzeugung heraus geschehen, die man ihnen womöglich noch nicht einmal vorwerfen könnte – as said: Was würdest du in dieser Situation tun?

“Auf keinen Fall Menschen umbringen” ist an dieser Stelle keine Antwort, denn diese Konsequenz ist bereits aus westlicher Erziehung innerhalb einer Demokratie entstanden und nicht auf dem eigenen Mist gewachsen…

Ihr merkt: Es ist soooooo wichtig, dass ihr diesen Film seht. Und es gibt tatsächlich Möglichkeiten, dies in einem sicheren Rahmen zu erledigen, denn die Kinovorstellung weiß, worum es geht und kennt die “Rahmenhandlung” drumrum, während bloßes Ausstrahlen auf einem Fernsehsender womöglich bei Menschen, die “mitten rein zappen” zur bloßen Verstörung führen könnte, denn hier wird unkritisch berichtet und einfach draufgehalten… mit dem allseits vorhandenen Anfangswissen “Er kann nicht anders.”

Keine Kommentare, keine Erklärungen, keine kritischen Fragen, sondern das hungrige Draufstürzen auf diese krankhaften Wahnvorstellungen, die eine Welt offenbaren, die – wie oben erwähnt – viele Diskussionen beendet und überflüssig macht.

Und das macht Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats zu einem brutal wichtigen Werkzeug im Rahmen der Aufklärung über Kultur, Brauchtum, Gedankengut und Handlungsweisen, weil es kein Blatt vor den Mund nimmt und weil es das vorführt und bloßstellt, das hierzulande niemand zu Hauf zu Gesicht bekommt und von dem viele gar nicht erst sprechen, weil sie sich selbst entblößen und sich ihrer eigenen Grundlage berauben würden, die sie so vehement verteidigen.

Der Film ist aber kein Moralstück, dass zum Hass und zum Völkermord aufruft oder in mannigfaltiger Art und Weise denunziert und demütigt, sondern es ist eine Flut von Aufrichtigkeit und Vervollständigung, die ein Bild gänzlich beleuchtet und darum höchst wertvoll im Umgang mit diesen Themen bei Diskussionen und Konfrontationen ist, denen sich die westliche Welt immer häufiger aussetzen muss.

Und glaubt mir: Ihr wollt dieses Ding nicht auf Netflix im Bus oder irgendwo auf der Straße schauen, eure Blicke würden immer mehr über eure Schultern wandern und ihr würdet irgendwann vermutlich vor Scham und Angst abschalten, denn wenn euch jemand darauf ansprechen würde, kämt ihr in große Erklärungsnöte.

Harter Tobak.

Und was sich da festsetzt, was man da sieht, was sich zusätzlich im Kopf abspielt und was letztendlich der Regisseur vor seinen Augen gesehen und teilweise (Gott sei Dank) nicht gefilmt hat – ich hoffe, dass der FSK 12-Antrag scheitert und es eine 16 wird – und jeder, der dieses Alter erreicht hat, dazu aufgerufen wird, dieser Pflicht nachzugehen und diese Inhalte zu konsumieren, um sich – ganz automatisch – damit auseinanderzusetzen und die Dinge zu bewerten.

Ganz ehrlich? Der Text ist jetzt schon viel zu lang und ich hab noch lange nicht das Gefühl, euch auch nur annähernd gesagt zu haben, was ich zu diesem Titel gerne los werden möchte: Hier habt ihr es auf jeden Fall mit einem Ausnahmewerk zu tun, dass die Nominierung verdient und den Oscar erhalten hätte sollen. Das Niveau wurde bei weitem überstiegen.

.kinoticket-Empfehlung: Schockierend, brachial, erschütternd und gnadenlos: Dieser Film wurde unter dem Risiko gedreht, das Leben des Regisseurs von Heut auf Morgen zu beenden.

Es ist ein Ausnahmezustand, der so viel Kraft, Mut und Courage erfordert, um so etwas fertig zu bringen, die tatsächlich kaum jemand besitzt, sonst hätten wir längst viele dieser Dokumentationen. Das Niveau ist Oscar-würdig, die Einsichten zerschlagen deinen Geist und die Erkenntnisse zertrümmern dein Weltbild mehrfach in Gänze.

Harter Stoff, Bilder im Kopf und Herausforderungen, denen manche womöglich nicht gewachsen sind, die aber eine dringliche Wichtigkeit und Warnung an alle beinhalten, die sich mit solchen Themen auseinandersetzen und die grundsätzlich dabei helfen, Terror und Hass zu verstehen und damit umzugehen.

Was der Film kann, dazu bin ich nicht in der Lage, darum reiche ich euch einfach ans Kino weiter: Ich weiß, ihr werdet anders wieder raus kommen, als ihr reingegangen seid. Promise!

Nachspann
❌ muss nicht abgewartet werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 21. März 2019

Original Title: Of Fathers and Sons
Length: 99 Min.
Rated: FSK 12 (beantragt)

Escape Room

© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

„Escape Room“ – seit dieses Wortgeflecht aufgekommen ist, warte ich förmlich darauf, dass sich jemand dessen annimmt und einen Film darüber dreht, denn es schreit förmlich danach! Billiger Horror, die übliche Mache, gequetschte Körperteile, schreiende Frauengesichter – all die Klischees … einfach abhaken, aber machen, damit wir‘s hinter uns haben.

Und dann flattert auf einmal die Pressemeldung in den Mailkasten: Er kommt – Escape Room – der Film!

WHOUM!

Und nun fangen die Geister der Klischeekleingeistigkeit an, zu feiern! Logisch, denn das komplette Konstrukt besteht quasi aus Steilvorlagen für schlechte Comedy, miesen Horror, langweilige Unterhaltung, 0815-Movie. Und es hat meiner Meinung nach auch viel zu lang gedauert, bis endlich mal jemand filmische Interpretationen dazu liefert. Ich meine, selbst in meiner ländlichen Ödnis irgendwie im Nirgendwo gibt es einen Escape Room. Aber keinen Film. Bis jetzt.

Und nun denken alle, die hier nicht lesen, sondern nur drüber fliegen: „Naja, ist nichts“, weil überall negative Worte rumliegen, also lass uns das ändern:

GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL!!!!

Wie zur Hölle kann man bitte etwas so perfektes und grandioses aus so einer Steilvorlage an Scheiße-geworden machen?

Das beginnt schon mit dem Anfang des Films vorm Vorspann: Wahnsinnsunterhaltung par excellence und Stimmung im Saal, dass man keine Boxen mehr bräuchte, um für Gänsehaut zu sorgen: Hier geht‘s ab! (Vorausgesetzt, das Kino hat Boxen und diese auf laut gestellt!)

Während dann irgendwann endlich der Titel des Films eingeschreddert wird, ist man schon voll in Feierlaune und absolut dabei!

Und dann bricht die Chose nicht etwa ab, was man erwarten würde (Einstand, Ruhe, Aufreger, Ruhe, angehender Höhepunkt, Enttäuschung, Abspann), sondern man fährt mit immer neuen „What the Fuck“-Momenten auf, die den Sehspaß in keinster Weise mindern, sondern dafür sorgen, dass permanent Zuschauervergnügen garantiert ist und die Arme sich dabei nie entkrampfen.

Und was mich daran noch mehr fasziniert hat: Sooooo viele Steilvorlagen, dass man das Ding endlich in den Mittelklassebereich oder die Unterschicht entlassen könnte und KEINE wird ausgenutzt, sondern galant und mit Modernität und Intelligenz umschifft, auf dass das Niveau niemals sinke! WHOUM!

Die Einfälle: Geil!

Die Darstellerriege: Geil! Frisches Blut, tolle Gesichter und Wahnsinnsdarstellungen!

Der Soundtrack (Brian Tyler): Der Hammer!

Die Optik und das Genie-Flair dahinter: Großartig!

Die Kulisse – das Bühnenset… Leute, hier kriegt ihr richtig was aufgefahren, was immens Spaß macht und es kommen keine dummen Ideen oder Einfälle, bei denen ihr Kopfschmerzen vom Facepalmen bekommt, sondern ihr sitzt im Saal und denkt euch „Ooooouuuuukkkaaaaayyyyyyyyyyy – wham!“

Selbst der Twist des Films war in meinen Augen großartig und sorgt am Schluss nochmal für richtig Haudraufstimmung und ich FREUE mich +zappel zappel+ richtig auf den hoffentlich kommenden zweiten Teil!

Und solange: Abfeiern! Rein und keine Widerrede. Und sollte eure Freundin anfangen mit „Bäh, Horrorfilm, mag nicht, Blabla“ >> Küssen, dann ist sie ruhig und währenddessen die Kohle auf den Tresen legen und .kinotickets mitnehmen, damit’s endlich in den Saal gehen kann. Klar soweit?

Prima!

.kinoticket-Empfehlung: WHOUM!

Wie kann man ein so nach Versagen schreiendes Thema in so einen geilen Film packen?

„Richtig geiler „Horror“ im Kino?“ „Escape Room!“ – es gibt also endlich wieder eine aktuelle Antwort auf diese Frage! Also rein da! Ohne Widerrede!

Nachspann
✅ Am Anfang kommt nochmal eine Sequenz, dann darf man raus spazieren – vorausgesetzt, man mag den Soundtrack nicht (was ich mir an dieser Stelle kaum vorstellen kann)!

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Escape Room
Length: 99 Min.
Rated: FSK 16

Heavy Trip

Headbangen … bei Heavy Metal denk ich sofort an Schweden, Dänemark und Finnland… Wikingerlanges Haar, schrammelige Gitarren und grölende Laute, die irgendwie „Musik“ abgeben.

Wenn man genauer hinhört, entdeckt man ziemlich bald eine zarte Liebe zu diesen durchdringenden Tönen und – sofern es nicht ausschließlich Geschrei ist, sondern hier und da etwas Melodisches abgespielt wird – zählt diese Musikrichtung bald zu den öfters gehörten Stücken in der hauseigenen Playlist.

Seitdem ist „Heavy Metal“ bei mir irgendwie finnisch.

Heavy Trip ist nicht etwa irgendeine Band-Doku, sondern das klamaukbehaftete Beispiel eines „Blödheini-Films“, der für ziemlich viel Furore sorgt und im Kinosaal kein Auge trocken bleiben lässt. Tatsächlich ist man hier weit entfernt von Seriösität, Anstand und moralischen Werten und haut auf deutsch gesagt einfach mal richtig mächtig auf die zwölf. Dabei zählen Dummheit, Übertreibungen, und skurrile Momente, die immer wieder von boshaftem Humor untermalt werden und rein gar nichts mit political correctness zu tun haben.

Und damit macht dieser Film zwischen „wahren Begebenheiten“, tiefgründigem Arthouse-Kino und anspruchsvoller Kostümlektüre als geistige Entspannung zwischendurch richtig Laune.

.kinoticket-Empfehlung: Befreit euren Geist … und habt einfach mal wieder ausgelassen Spaß im Kino: Bitterböser Humor, Galgen-Klamauk und das tief-dunkle, finnische Böse in einem Film über Heavy Metal und seine nicht ganz ernstzunehmende Genre-Politik dazu.

Macht Spaß, ist herrlich politisch-unkorrekt und spiegelt einfach mal die pure unterhaltsame Blödheit wider.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Hevi reissu
Length: 90 Min.
Rated: FSK 12

Feinde – Hostiles

Schaut euch das Poster zum Film mal ein paar Minuten genau an: Was seht ihr?
Ich weiß, man sollte sich einen Job suchen, wenn man Zeit hat, über solche Dinge nachzudenken … Aber: Hey – es weiß doch keiner – also who cares … denken wir doch einfach mal darüber nach! Also: Was seht ihr?
Wir sind in einer Zeit, in der es noch Dinge zu erobern gab. Ländereien. Machtgebiete. Neuland. Dinge, die die “Welt” vorher nicht kannte. Quasi den Ursprungsgedanken Amerikas. Glaubt ihr nicht auch, dass es Trump am meisten ärgert, dass quasi die ganze Welt schon erschlossen ist und er einfach nicht mehr mit Waffengewalt erobern kann? Nun muss man hingehen und umständlich politisch verhandeln… Diplomatie kannte man mal, Drohgebärden sind doch viel geiler, man begibt sich wieder zurück zu der guten alten “Wenn du nicht machst, was ich dir sage, schlag ich dir den Schädel ein”-Zeit, in der alles noch ganz einfach war.
Ja, es gibt solche Leute auch heute noch. Die ärgern sich maßlos über alles mögliche. Fernsehen. Rundfunkgebühren. Ausländer. Rente. Den Nachbarn, der es in der Früh wagt, lautstark durchs Haus zu trappeln und die Tür hinter sich ins Schloss fallen zu lassen, um der Arbeit nachzugehen, mit der er meine Rente finanziert, damit ich mich im Haus über ihn aufregen kann.
Solche Dinge waren damals genauso unnötig wie sie es heute sind. Und dennoch: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und er hat sich daran gewöhnt, über alles und jeden zu meckern und bei Nichtgefallen die Hölle auf Erden hereinbrechen zu lassen.
Nur, dass das damals eben noch sehr viel einfacher war.
Wisst ihr was? Es gibt eine Lösung – und die heißt: Kino!
Zwei Stunden Zeit, ein paar Piepen im Gegenwert von 2-3 Kaffees mitbringen und schon kann man sich exzellent aus dieser “beschissenen Welt” entziehen und zurück zu den “guten alten Tagen”, wo “die Welt noch in Ordnung war”.
Dass sie’s nicht war, seht ihr z.B. in Feinde – Hostiles. Und was daran so exzellent ist: Filme bieten gewaltiges Potenzial für Künstler, Filmschaffende, Menschen, denen das dumpfe Rumjammern nicht reicht, einfach neue Gedanken, Inspirationen, Lösungen zu finden und den Zuschauern quasi “für lau” zu präsentieren.
“Ja – aber Kino kostet doch ungemein viel Geld” … nicht für lau auf den Eintrittspreis bezogen, sondern “für lau” in Form dessen, dass man selbst keine Arbeit mehr hat und keine eigene Denkleistung mehr erbringen muss, sondern sich am Festmahl durchdachter Philosophien bedienen kann. Und das quasi – bedenkt man, was Wissen einst wert war und dass Wissen heute dank Datensammelei zur weltweiten Währung geworden ist – für ‘n Appel und ‘n Ei.
Und jetzt kommen wir zu dem, was Kino in meinen Augen wahrhaftig groß macht: Hier werden nicht die Probleme präsentiert und man wird damit alleingelassen, sondern bekommt von vielen anderen Geistesgescheiten verschiedene Situationen und gleichermaßen ein Konzept an die Hand, dass sich dann mit ein klein bisschen Rest-Denk-Energieleistung unfassbar einfach aufs reale Leben des Zuschauers übertragen lässt.
Ich kann also die “Früher war alles besser”-Gegebenheiten aktuell neu erkennen und sie auf meinen Alltag übertragen und damit – auf deutsch gesagt – aus Filmen lernen.
Und wenn dann die Welt so kompliziert geworden ist, dass man der Menschheit das simple, einfache Miteinander leben wieder neu beibringen muss und es zur physischen Arbeit gehört, sich NICHT die Köpfe einzuschlagen, dann entpuppt sich Kino als großartiges Medium, um hier erst in eine fremde Fantasiewelt zu flüchten und anschließend zu erkennen, dass genau diese “einfachen Grundfakten menschlicher Existenz” heute aktueller denn je sind.
Tut euch einen Gefallen und schnuppert währenddessen mal in eine der angebotenen OV-Vorstellungen rein, die im Vergleich zur synchronisierten Fassung unvergleichbar mehr “hasserfüllte Depressiv-Grundstimmung” mitbringen und die Story somit um ein Vielfaches tiefgründiger und ernster erscheinen lassen. Die deutsche Synchronisation ist eher vorsichtig ausgedrückt auf dem “Plastik-Niveau”, weil die Stimmlagen und Höhen eben sehr viel von der Schwere und der Unbereitwilligkeit zur Veränderung, diesem tiefen Seelenabgrund und der Verbitterung einbüßen, indem sie einfach zu “hell” sind – überzogen vorgestellt: Wenn ein mächtiger Kampfbulle mit Heidi Klum-Stimmchen vor dir brüllt, nimmst du ihn einfach weniger ernst, als wenn er mit Bud Spencer-Kampfmaul spricht. Und das zieht sich in der Synchro konsequent durch, während man im Original kaum Luft zum Atmen kriegt und einfach nur “deeply impressed” ist.
So beeindruckt, dass mein erster Gedanke war: Feinde – Hostiles ist DIE Ablösung unserer Generation von Der mit dem Wolf tanzt – genauso episch, genauso tragend, genauso großartig, dass es andere Filme einfach bei weitem in den Schatten stellt.
Christian Bale hat ja schon im Original eine endgeile düstre Stimme, und ich finde, seine Schauspielleistung toppt hier die eines Dark Knight um Längen!
Dann in dem Film zu sitzen und zu begreifen, WAS einem da wirklich gezeigt wird – war für mich ein unvergessliches Erlebnis, das noch sehr lange nachhallt und mich vor einiger Zeit innerhalb der Sneak Preview erneut in seinen Bann gezogen hat.
Und ihr dürft raten: Ich erwarte mit Freuden den Kinostart und werde …….. und ihr hoffentlich auch!
 

.kinoticket-Empfehlung: Feinde – Hostiles löst Der mit dem Wolf tanzt in unserer Generation ab: Es ist ein Werk epischen Ausmaßes mit einer Botschaft, wichtiger denn je, die garantiert niemanden gefühlskalt zurück lässt.
Ich persönlich bevorzuge absolut die OV/OmU-Varianten, die die drückende Situation sehr viel glaubwürdiger und nachhaltiger rüberbringen, aber auch die deutsche Fassung tut ihr übriges, um als ernsthafter Film wahrgenommen zu werden und den Zuschauer mehr als zu beeindrucken.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, man darf das Gesehene aber gerne noch sacken lassen – dafür ist der Abspann sehr gut zu gebrauchen.
Kinostart: 31. Mai 2018

Wahrheit oder Pflicht

Okay, Klartext: Im Presseheft ist vom “Meister des Horror-Films Jason Blum” die Rede, von “äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen”, von “Geschichte, deren Rahmenbedingungen eine Herausforderung sind”.
Ich blätter wieder zu, schau nochmal auf das Cover: Jap, ist wirklich von Wahrheit oder Pflicht die Rede.
Gut, ich hatte den .trailer im Rahmen der Sneak Preview bereits angeteasert gesehen, und die ist grundsätzlich FSK 18 – also darf alles gezeigt werden, auch im Vorprogramm. Und es hat mich nicht begeistert, sondern eher enttäuscht. Alle anderen so: “Ja, der wird mega geil!” – Ich so: “Ähm, ich hab da so meine Zweifel, denn der .trailer zeigt bereits genügend Macken, die eigentlich voraussagen, dass das Ding einfach scheiße wird.”
Was eignet sich besser, als den Film einfach zu sichten? Nichts. Kein Gelaber mehr – Fakten auf den Tisch.
Hand hoch: Wer will nochmal die Abhandlung über das “Horror”-Konzept von Blum hören? Bausteine? Billiger Plot? Keine Lust, irgendwas explizites zu kreieren? Usw.? Keiner?
Gut, dann erspar ich euch das an der Stelle und rege mich heimlich und leise über was ganz anderes auf: Dieser Schuppen hat mit Get Out unfassbare Summen eingefahren, er hat – und ich meine, mich daran zu erinnern, darüber auch bereits schonmal lautstark rumgenölt zu haben – Herausforderungen wie die The Purge-Reihe auf die Rippen gestellt, Happy Deathday als Überraschung im Kino gebracht und jetzt zu all dem noch Kohle in den Taschen.
Und was kommt?
Wahrheit oder Pflicht.
Ernsthaft jetzt?
Ich mein, nicht dass der Titel nicht vielversprechend wäre und man daraus nicht eine endgeile Story rauskitzeln könnte, so mit “Welt geht unter – alles am Arsch … Raumstation … letzter Funkspruch: Wahrheit oder Pflicht?” – Nein… Achso… ähm … ja, hier war ja was mit “ich spoiler nicht” – äh … stimmt, aber das kommt ja auch nicht. Jason Blum als Leihgabe für miesen Horrorgeschmack ist in seiner Meister-des-Horrorfilms-Genialität ja längst über all unsere Vorstellungen hinaus und hat die grundgeniale Kombination an Überraschung und Grandiosität entdeckt. Nicht.
Es ist nämlich einfach nur billigster Abklatsch von allem bisher dagewesenen, nur in unlustig und langweilig. Der ganze Film hat überhaupt keinen Drive, die einzige Stelle, die wenigstens lustig und langweilig war, war wieder so selten dämlich, dass man sich das auch hätte ersparen können und während der Show haben mir links und rechts ständig Leute reingequasselt, was sie meinen, das als nächstes passieren wird.
Und – ihr dürft raten – sie haben ihren Satz teilweise kaum zu Ende sprechen können, da ist es auch schon passiert.
Scrollen wir noch einmal zurück: “äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen” – was zu lassen? Rätselhaft? Was denn? Wenn jede kleinste Handlung bereits schon Stunden im Voraus von jedem Dahergelaufenen vorausgesagt werden kann? Ernsthaft jetzt? MEISTER DES HORRORFILMS?
Mir kommen die Tränen!
Und ich erinnere nochmal daran: Dieser Verein schwimmt mittlerweile im Geld! Sie könnten also … ordentliche Drehbuchschreiber engagieren… äh … der hat ja schon mal einiges geschrieben.
Unter anderem das Drehbuch zum X-Men/Deadpool Spin-Of X-Force, der uns im Herbst beglücken soll.
DAS ist nun wahrhaftiger Horror.
NEEEEEEEIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNNNNNN…
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab gewonnen: Er ist so, wie ich im .trailer bereits vermutet hab.
Aber andererseits haben Blum-Filme es ja nicht umsonst auf das Treppchen des Erfolgs geschafft, also irgendwelche Geister muss es geben, die dafür .kinotickets ordern und ihn damit erfolgreich machen. Denen wird der Stoff dann sicher auch gefallen.
Ich fands ehrlich gesagt nur zum Kotzen – und das ist allein meine persönliche Meinung, von der ihr euch alle bitte überhaupt nicht beeinfluss… ach vergesst es!

 
Nachspann
Nö. Also einfach nein.
Kinostart: 10. Mai 2018

Luna

Wer das Wörtchen “Luna” hört, denkt wohl erst mal an den leuchtenden Himmelskörper, der des Nachts die Strahlen der Sonne widerspiegelt.
Khaled Kaissar hat sich dieses Wort zu eigen gemacht und erzählt die kinotauglich gemachte Geschichte einer Familie, die 2012 hier in Deutschland tatsächlich existierte und auf deren Erfahrungen und Handlungen die ganze Story aufgebaut ist.
Und um dem ganzen noch etwas drauf zu setzen, hat man nicht etwa in Serbien oder sonstwo gedreht, sondern im naturschönen Oberstdorf, München und Dachau. Durch und durch einheimisch – und es schrillen keine Alarmglocken?
Nein. Ich sage es nicht zum ersten Mal: Drama kann Deutschland. Und das immer besser. Mit Luna erlebt ihr ab 15. Februar ein weiteres Beispiel in den Kinos, das bezeugt, dass man sich hierzulande immer besser aufs Filmemachen versteht und die altbackene Humorschiene langsam abgelegt hat.
Und dieser Entwicklung stehe ich sehr positiv entgegen, auch wenn wir noch längst nicht am meisterlichen Himmel angekommen sind und uns auf den begangenen Taten ausruhen dürfen. Es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns, um international auf das Niveau anderer Filmschmieden zu kommen, aber man merkt, dass man ernsthaft mit einer Art “Selbstfindung” beschäftigt ist, deren positive Resonanzprodukte Filme wie dieser sind.
Die idyllische Trauer, das farblose Spektrum der Seele, die liebevolle Hingabe zur Dekonstruktion, das zarte Suchen nach neuer Identität und dem eigenen ich: Man könnte meinen, die Inhalte dieses Films treffen genauso auf die Filmhistorie zu, mit der man sich zukünftig befassen muss.
Und ich sage dazu nur: Macht weiter – die Richtung stimmt definitiv.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ernstzunehmendes deutsches Kino, dass sich mit einem Fall aus den eigenen Reihen auseinandersetzt und diesen kinotauglich präsentiert.
Der Weg zum richtig großen Filmfeldzug ist zwar noch lang, aber die Weichen dafür sind längst gestellt und alles weitere ist nur eine Frage der Zeit. Luna liefert hier einen weiteren Beweis, dass man auch hierzulande fähige Leute hat, die etwas zu erzählen haben und dieses Handwerk auch verstehen.

 
Nachspann
Rausgehen …. erlaubt! 🙂 Hier kommt nichts weiter.
Kinostart: 15. Februar 2018

A Ghost Story

Dieses Werk lief bereits im Rahmen des Fantasy Film Fests 2017 in München – und genau dort gehört es auch hin. Man muss ein verwegener Fan des Nischenkinos sein, um hier so richtig abtauchen zu können und sich von jedwedem Anspruch an Unterhaltung und Vorsatz befreien, um einen geöffneten, philosophisch empfänglichen und bereitwilligen Geist zu haben, der sich auf dieses durchaus schwierig zu schauende Bühnenstück einlassen kann.
Und mit schwierig zu schauen meine ich schwierig zu schauen: Es ist teilweise eine absolute Zumutung, in welcher Form man hier mit Szenen konfrontiert wird, die einem Dinge abverlangen, die fast schon unmenschlich sind. Die Schwierigkeit hierbei liegt tatsächlich darin, das ganze absolut nicht als Unterhaltung zu sehen und die Zeit zu nutzen, um die tiefenpsychologischen Wirkungen innerlich zu diskutieren, die A Ghost Story auslöst. Betrachtet man es nämlich unter diesem Aspekt, ist dieser Coup absolut gelungen und offenbart sich hier als grandiose Meisterleistung, die sich vollkommen vom Rest der Filmwelt abhebt und völlig neue Gefilde betritt, in der Normalo nicht zurecht kommt.
Und damit verlässt man nicht nur die Bahnen des Mainstreams, sondern auch die der Nische und verkrümelt sich auf einem komplett anderen Planeten, der selbst die Regeln des Films nicht kennt und sich in seiner Erzählweise ebenso außerirdisch anfühlt wie episch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Tut euch selbst den Gefallen und seht A Ghost Story nicht als Entertainment an.
Dieses Stück ist extrem schwere Kost, das mit so viel Inhalt kommt, der nur sehr schwer verdaulich ist und die absolute Elite der Intellektuellen anspornt und sich dem Niveau der Normalos entzieht. Dort wiederum trumpft er mit Ideen auf, die wunderbar sind und sehr wohl zum Nachdenken anregen und den Diskurs fördern.

 
Nachspann
folgt keiner, nach einer unglaublich langen Spielzeit darf man dann endlich nach draußen.
Kinostart: 7. Dezember 2017

Wish Upon

Neben Happy Deathday ein weiterer Horrorstreifen, der die .trailer-Welt der Kinos derzeit beflügelt und offenkundig Lust auf mehr macht.
Zwar hat man hier vom Twist her nicht unbedingt das große Los gezogen, um mit grandiosen Einfällen zu punkten und die Zuschauer durch überragende Drehbuchleistungen zu überrumpeln, jedoch besticht das Werk durch seine durchaus bodenständige und solid-ruhige Art, durch einen Film zu führen und authentische Persönlichkeiten zu formen, die durch diese von Suspense durchzogene Story getrieben werden.
Dass dabei eben nicht die üblichen Klischees erfüllt werden (und auch der Trailer richtig geschnitten wurde, um keine Handlungsüberraschungen vorweg zu nehmen) rechne ich dem Titel dabei hoch an.
Die große Offenbarung bleibt zwar außen vor, die große Enttäuschung verabschiedet sich hinterher aber auch vor der Kinotür und hinterlässt einen würdigen Eindruck vom Gesamtgeschehen.

.kinoticket-Empfehlung: So wenig ich einfallslosen Geschichten abverlangen kann, so sehr habe ich mich bei diesem Titel unterhalten gefühlt und finde, dass dies durchaus ein nettes Beiwerk zu einem ansonsten grandiosen Kinotag werden kann, dass man entweder mit Freunden in der 23-Uhr-Vorstellung genießt oder als Auftakt für andere Horrorfilme im Heimkino verwenden kann.

Nachspann
Auf jeden Fall bis ganz zum Schluss durchhalten, so gehört sich ein guter Abgang!
Kinostart: 27. Juli 2017

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Innovationen wie diese haben sich längst ihren Status als Klassiker auf dem Filmtreppchen einprägsamer Filme verdient und brauchen deshalb keine Neuauflagen, die so wirken, als hätte jemand den innigen Wunsch, von der Liebe zur Thematik ein Stück vom Kuchen abzukriegen.
Genau diese Ambitionen könnte man den Machern unterstellen, die ein Thema gewählt haben, dass schwer durch eigene Inspiration gefüttert werden kann, wenn es auf dem Markt bereits unangefochtene Alltime-Klassiker wie das Paradebeispiel schlechthin gibt. Im Wahn der Neuauflagen sämtlicher je kommerziell funktioniert habender Streifen war es nur eine Frage der Zeit, bis man sich auch diesen Themas erneut filmisch annehmen und es aufbereitet zurück auf die Leinwand holen würde.
Dass man sich jetzt für völlig andere Generationen mit einer grundlegend neuen Ausgangslage entschieden hat, die jedoch die gleichen, martialischen Auswirkungen auf den Zuschauer projizieren und eine schlichtweg konsequente, vorhersehbare und damit unnötige Pointe generieren, die sich nur absoluten Kino-Neulingen als bahnbrechend erweist, hilft meiner Meinung nach auch nicht sonderlich dabei, diesen Film auf ein episches Niveau zu heben, auf dem es seinem stillen Vorbild Konkurrenz machen würde.
Natürlich bewegt man sich hier auf erzählerisch absolut nahrhaftem Boden, der förmlich danach schreit, mit Witz, Kreativität und geistiger Inspiration gefüllt zu werden, doch genau diese Faktoren hält man seitens der Produktion stillschweigend zurück und offenbart damit ein etwas lustloses, spaßarmes und unaufgeregtes Stück Moralgeschichte, dass vielleicht beabsichtigt, mit seiner Konklusion die Jugend wie einen Hammerschlag zu treffen, dabei aber mit selbigen niemals auf der Schlagfläche aufkommt, um den nötigen Wow-Effekt zu erzielen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zurückhaltende Interpretation eines Filmklassikers, den wir alle gesehen und geliebt haben.
Dem Werk fehlt meiner Meinung nach der gewisse Kick, um seine Existenzberechtigung gegenüber dem großen Vorbild zu beweisen. Die Story plätschert still vor sich hin und bietet ausschließlich der neuen Generation etwas bisher nie Dagewesenes, dass zu sehen sich lohnt.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, nach dem Schlussknall ist dann auch wirklich Schluss, egal, wieviel Text noch folgt.

Rings

Samara is back und die PR-Aktionen im Vorfeld haben selbst mir richtig gut gefallen. So gut, dass der Film an sich dagegen fast schon abstinkt. Aber der Reihe nach.
Mit Rings legt man die erfolgreiche Serie der legendären Filmtode fort und baut auf dem Gerüst eines bekannten Namens mit bekannten Ideen und einer Hand voll Neuerungen nun erneut ein zweistündiges Werk auf, dessen Schockeffizienz ungefähr der eines offenstehenden Kühlschranks gleicht.
Die legendären Auflösungen des Films, der mit reichhaltig Zeit, neuen Ideen, Schöpfungskraft und unglaublichen Mitteln ausgestattet sein sollte, entpuppen sich hier als fade Story, die im völlig neuen Ansatz zwar altes aufgreift und neu umsetzt, jedoch keinerlei Masterpiece-Größe mehr vorzuweisen hat und daher einfach schlicht und ergreifend nur noch langweilig ist.
Im Ernst: Diese Form von Enthüllung hätte man sich durchaus schenken können, denn die hat es nicht nur schon tausend Mal gegeben, sondern sie sind auch in keinster Weise mehr derartig schockierend, wie sie vor Zeiten von N. K. und Co. gewesen sind. Solche Rätsel hat die Menschheit längst gelöst und obwohl sie grausam und unmenschlich daherkommen, gehören sie dank Nachrichtenflut heutzutage schon fast zum Alltag und gelten perverserweise bereits als unspektakulär.
Und genau dieses Gähn-Gen macht sich während des Films in einem breit und erobert immer mehr deines Körpers, bis du schließlich tiefenentspannt zum Ausgang schlenderst, sobald der Film vorbei ist.
Und ein Horrorfilm möchte doch genau das Gegenteil erreichen, oder hab ich da was verpasst?
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich fand es langweilig, ohne Schocker und ohne Leidenschaft und Herzblut gemacht.
Stattdessen steckt man durchaus fähige Schauspieler in eine Rolle, baut auf bekannten Mustern auf und versucht, die Leute wieder durch einen Namen ins Kino zu locken statt durch bewundernswerte Taten.
Dieser Schuss ging in meinem Fall nach hinten los und ich würde auch keinem empfehlen, sich dieses Filmende anzusehen, da hier wieder nur für die Masse produziert wurde und man keinerlei Anflüge von Liebe zur Nische erkennt. Der Geist, der den japanischen Originalen innewohnt, die ich mir auch nicht allein anschauen würde, fehlt hier vollständig und gibt die Bühne der großen Langeweile frei.

 
Nachspann
läuft im Textband, aber ohne weitere Szenen oder Überraschungen.

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