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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Stephen Root

How to Party with Mom

Melissa McCarthy ist keine A-Bomben-Ikone auf der Leinwand, hat aber ihr eingeschworenes Fan-Publikum und kämpft sich – auch in Hollywood – mit ihrer eigensinnigen Art immer wieder ihre eigene Bühne frei. Ich finde, in letzter Zeit trumpft sie immer bessere Rollen auf und überzeugte seinerzeit in Spy – Susan Cooper Undercover, legt dann mit Ghostbusters: Answer the Call einen drauf und erreicht meiner Meinung nach jetzt in How to Party with Mom ihren Karrierehöhepunkt bislang.
Was ihr für einen erfolgreichen Kinoabend benötigt: Einen Kinosaal, der mit ausreichend gemischtem Publikum gefüllt ist und jede Menge Gute Laune. Der übliche “Hey, wir sind Frauen und wir hauen jetzt so richtig auf die Kacke”-Mist, den man erwartet, kommt nämlich nicht, sondern ein sehr, ich möchte fast schon sagen, ruhiges, reflektiertes und irrsinnig witziges Kinostück, dass diesmal nicht auf “Scheiße bauen” setzt, sondern sich in Dialogvielfalt und Humor übt, der sowohl im Original als auch in der deutschen Synchronisation zum Schreien geil ist.
Dazu ist anzumerken, dass der Film diese Faszination und Humorgewalt anfangs zwar anteasert, dann aber stückweise aufbaut und erst in der zweiten Hälfte so richtig auf die Zwölf haut und alles mögliche rauslässt, ohne dabei in irgendeiner Form beschämend und lächerlich zu werden.
Was dabei ebenfalls unglaublich gut passt, ist die Zusammenstellung der Protagonisten, die allesamt herrlich schräg sind und ihre ganz eigenen Macken mit in die Runde werfen, daraus entspringt ein mega sympathisches Frauenteam, dem hier Tor und Tür geöffnet wurde, um sich einfach mal herzlichst ausleben zu dürfen.
Selbst die teils verbissenen Pressemenschen hatten während der Vorführung stellenweise ihren Spaß und beim Publikum während der Sneak Preview kam der Film irre gut an. Man sollte also dem Wesen von McCarthy schon ein klein wenig aufgeschlosen sein, wenn man sich dann aber darauf einlässt, wird’s ein herrlicher Abend mit vielen Lachern und wunderbaren Gags.
 

.kinoticket-Empfehlung: Beste Unterhaltung basierend auf tollen Dialogen und Wortwitz, der mit Schlagfertigkeit und subtiler Verdorbenheit punktet und im Frauengespann wahnsinnig Spaß macht!
Melissa McCarthy landet meiner Meinung nach hier einen richtigen Hit und toppt ihre eigenen Filme um Längen. Auch das Drumrum passt alles. Damit hat man einen “Partyfilm”, der so vollständig anders als seine Kollegen daherkommt und auf der großen Leinwand in gefüllten Sälen unfassbar viel Spaß macht. Also ladet eure Freunde und Familie ein, besorgt euch zu Futtern und genießt dann einen unbeschwert geilen Abend gemeinsam im Kino eurer Wahl.

 
Nachspann
❌ abwarten lohnt sich nicht, my Darling!
Kinostart: 5. Juli 2018

Get Out

Mich würde ernsthaft mal interessieren, was die Regisseure solcher Filme für Zielpublikum wünschen und wie sie selbst ihre Filme einordnen, denn ich weiß immer nicht so recht, welches Genrelabel ich derartigen Publikationen verpassen soll. Horror? Suspense? Gruselschocker? Die Vorankündigung einer seelischen Zerstörung, die niemals folgen wird?
Die Idee, aus dem hausgemachten “Schrecken der Nation” jetzt tatsächlich einen Film zu machen, der eben jenes Thema als Element in die Welt des Grauens einspeist und daraus verwertbaren Kinostoff produziert, verlangt mir schon einige huldigende Verneigungen ab, denn diese Idee ist einfach genial. Chapeu an Blumhouse, denen ich sonst gegenüber aufgrund ihrer Weichgespültheit im Horror-Genre ja nicht so positiv aufgeschlossen bin. Warum?
Normalerweise bauen die ihre Filme nach dem Gruselbaukastensystem: Der anfangs gequält eingeführte Charakter, teils lieblos dargestellt und mit Krawall auf Sympathisch gebügelt, damit der Zuschauer sich damit identifizieren kann, der klassische Twist – meist durch irgendeine Autofahrt irgendwo hin, wo sich am Ende alles als böse rausstellt – der “Merkwürdige Charakter” am Ende dieser Reise, der sich im Verlauf entweder als gut oder böse darstellt, die “Alte Frau” – ist es euch schonmal aufgefallen? In fast allen Horrorfilmen spielt immer eine merkwürdige alte Frau mit… – und ein Reigen an Merkwürdigkeiten, der den Film dann auf hohes oder niedriges Niveau boxt und ihm damit seine Sprosse auf der Leiter der Beliebtheit zuspricht.
Dieses System spiegelt sich in den allermeisten als “wahnsinnig gruselig” ausgeschriebenen Horrorstreifen wieder und entlockt mir nur ein sanftes Gähnen und fördert schon mal überhaupt keine Gänsehaut, sondern allenfalls ein entzückendes Jucken.
Der Trailer von Get Out lockt mit genau den Versprechen, wieder einer der Horrorfilme zu sein, die sich an obigem Schema bedienen und liefert schlussendlich etwas völlig anderes. Ein paar Gäste, die ich aus der Sneak spazierend dazu befragte, waren auch eher der Meinung, dass hier viel mehr von einem Thriller die Rede sein müsste, der wahnsinnig guten Spannungsaufbau betreibe und den Zuschauer durchweg positiv unterhält.
Die Idee konsequent umzusetzen und irgendwie in die Maschinerie einzuflechten ist den Machern auch soweit gelungen, mit dem Ergebnis, dass es eben doch wieder diese Maschinerie ist und kein wirklich verblüffender neuer Overall, den man diesem Genre gerne mal anziehen dürfte – sofern man meint, hier jetzt wirklich in einem Horrorstreifen zu sitzen.
Bewertet man dies unter dem Aspekt, dass der Trailer falsch lag und man den Film eher mit Jussi Adler-Olsen inklusive einer guten Portion Witz vergleichen sollte, nähert man sich schon viel mehr dem Aspekt des guten Films und erhält tatsächlich unglaublich gut gemachte Unterhaltung. Selbst die deutsche Synchronisation ist mal einigermaßen gelungen und stört nicht so, wie ich es bei Sieben Minuten nach Mitternacht erwarte.
Meine beiden Interview-Männer waren sich einig darüber, dass man Get Out am besten im Heimkino als Auftakt für einen tollen Horrorabend hernimmt, nach dem die Show dann erst richtig los geht – sozusagen der “Vorglühfilm” – denn im Kino hätten sie ihn sich nicht freiwillig angeschaut, seien jetzt aber auch nicht enttäuscht gewesen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Insofern man die Muße und Zeit hat, sich das Werk zwei mal zu besehen, erklärt sich nach gefundener Auflösung sogar sehr schlüssig und relativ fehlerfrei das abstruse Verhalten der Darsteller im vorderen Teil des Films.
Diese Erkenntnis hat sich mir nach der 2. Vorstellung deutlich im Hirn eingebrannt und den Film schlussendlich in viel positiveres Licht gerückt, als einst, wo ich eigentlich nur enttäuscht davon war, dass man nicht die Horrorversprechen eingelöst hat, die man im Trailer großzügig verteilte.

 
Nachspann
bleibt folgenlos, der überhastete Ausbruch in das Reich des Sonnenscheins ist also gewährt.

Mike and Dave need Wedding Dates

Wenn Zac Efron auf den Plakaten steht, hat man als Zuschauer schon fast die Garantie, dass es schräg wird, viel Party existiert und man jede Menge zu sehen und als weiblicher Fan zu schmachten hat.
Der einstige BRAVO-Bubi hat sich zum Body-Idol seiner Fangemeinde entwickelt und trägt in der Neuzeit immer wieder mit den körperlichen Errungenschaften seiner Arbeit dafür auf.
Wer ihn jüngst in Bad Neighbors 2 gesichtet hat, hätte meinen können, seine besten Tage sind gezählt und er rappelt sich jetzt nur noch von einem Film zum nächsten, während das Rampenlicht um ihn herum immer dunkler wird und schlussendlich im Nirgendwo verblasst.
Und genau das stoppt Mike and Dave Need Wedding Dates mit einer Vollbremsung: Hier geht es sprüchemäßig wieder richtig zur Sache und man bewegt sich nunmehr mit Stil unter der Gürtellinie und spricht dadurch auch die etwas erwachsenere Klientel an, da nicht mehr nur stupides Feiern an der Tagesordnung steht.
Und genau das versprüht einen gewissen Charme, der aus einem niedrigniveaulastigen Billigfilm etwas Sehenswertes kredenzt – wenngleich man sich den Film auch nur ein einziges Mal anschauen braucht, denn danach ist wirklich alles gesagt.
Soll heißen: Er ist phänomenal genug, um ihn im Kino zu besuchen, man sollte bei diesem Besuch aber alle Freunde dabei haben, denn das zweite Mal könnte dann langweiliger werden.
Im Sneak-Saal war zumindest mal Gelächter angesagt und das kam diesmal nicht nur von blöden Schnepfen, denen man auch auf der Straße davon gehen würde, sondern wir hatten Spaß bei der Sache, waren uns aber hinterher alle irgendwo einig, dass das ein Einmalding ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fans von Zac Efron dürfen sich freuen: Der Junge läuft wieder in Höchstform auf und begeistert mit einer neuen Frische seine Fans und Zuschauer.
Die Story drumrum ist diesmal auch gar nicht so bescheuert und man hat durchaus Spaß, auch wenn das kein Film ist, den man unbedingt mehrere Male gesehen haben muss.

 
Nachspann
Auf jeden Fall sitzenbleiben!

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