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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: soziale Netzwerke

The Cleaners

Dieses Mal ist es ganz einfach: Beantworte folgende Fragen. Falls du bei einem (oder mehreren) Punkten mit “ja” antwortest, dann ist dieser Film für dich Pflicht!

  • Hast du ein Smartphone?
  • Bist du bei Facebook registriert?
  • Nutzt du Twitter?
  • Schaust du hin und wieder (oder regelmäßig) auf YouTube Videos?
  • Nutzt du Instagram?
  • Nutzt du generell soziale Netzwerke?
  • Folgst du auf irgendeiner Plattform Freunden?
  • Hast du dir Ausschnitte eines Lebens schon mal in einer Timeline oder Wall angesehen?
  • Kennst du Menschen, die soziale Netzwerke nutzen?
  • Hast du vom Datenskandal auf Facebook gehört?
  • Hast du schon mal etwas von der Einflussnahme sozialer Netzwerke auf unsere Gesellschaft gehört?
  • Kennst du den Namen “Mark Zuckerberg“?
  • Sagt dir Google etwas und nutzt du deren Online-Angebote manchmal?

Solltest du eine dieser Fragen da oben mit “ja” beantworten, dann stehst du in der Pflicht! Dann bist du mit verantwortlich! Dann bist du Teil von etwas, das der Menschheit längst über den Kopf hinausgewachsen ist – ein entfesseltes Monster, dass es wieder zu bändigen gilt!

In den letzten Tagen und Wochen ist ein Konstrukt durch die Medien gegeistert, von dem diejenigen, die sich nicht aktiv mit Medien, IT und der Macht dahinter beschäftigt haben, vielleicht nicht viel verstanden haben.

Wieder einmal gilt nämlich: Worin Politik, Medien und öffentliche Personen glorreich versagt haben, obsiegt einmal mehr die Leinwand, indem sie eine Filmproduktion zulässt, die jedem Menschen diese Dinge beispielhaft und einleuchtend erklärt.

Es geht um ein Phänomen, von dem kaum einer etwas mitkriegt, weil diesen Personen unfassbare Bürden aufgelegt werden – wie die, über ihre Tätigkeiten schweigen zu müssen … was nun mutige Filmemacher recherchiert und enthüllt haben: Die schmutzige Dreckwäsche der Communities, in denen wir alle uns mehr oder weniger täglich rumtreiben und von dem Gebaren vordergründig kaum etwas mitkriegen.

The Cleaners heißt zu Deutsch: “Die Säuberer” – und dieses Wort allein löst schon eine schmutzige Affirmation aus: Ethnische Säuberungen, brutale Aktionen, Etwas, wo man am liebsten schnell wegschauen möchte, weil es mit Sicherheit irgendetwas Ekelhaftes im Hintergrund birgt.

Dieses Ekelhafte ist der Mensch. Das, was Menschen tagtäglich auf sozialen Plattformen hochladen, was von Facebook sozialgenormt als “hatespeech entfernen” in den Medien salonfähig gemacht wurde. Was so “normal” und wie eine gesellschaftliche Pflicht klingt, ist in Wirklichkeit ein hässliches Geschäft, dass auf dem Rücken weniger ausgetragen wird und enorme Risiken birgt, die eine Grundsatzdiskussion auslösen MÜSSEN!

Leute, um diese Pflicht können und dürfen wir uns nicht mehr drücken: Die Inhalte dieses Films MÜSSEN in den Medien und der Öffentlichkeit, in Schulen, Universitäten diskutiert werden, ja – dieser Film sollte zur Pflichtlektüre werden, bevor man sich als Anwender jemals an ein Smartphone setzen und dieses benutzen darf.

Ich appelliere hier ganz stark an die öffentlich-rechtlichen Medien, von ihrer Reichweite und Gebührenstärke unabhängig von der Quote Gebrauch zu machen und diesen Film breitflächig durch das Programm zu jagen – wieder und wieder – und all diejenigen zu erreichen, die es bislang noch nicht in den Kinos gesehen haben, solange der Film dort läuft.

Diese Botschaft hat nichts mehr damit zu tun, dass jemand hier Geld verdienen will oder man einfach nur “eine Geschichte” erzählt, diese Botschaft grenzt von ihrer Wichtigkeit her an die Grundprinzipien des Menschen, deckt Abgründe auf, in die wir uns alle mit Scheuklappen verrennen und elendig darin zugrunde gehen, sofern wir uns nicht aktiv diesem Thema annehmen und uns alle endlich darüber klar werden, was da eigentlich im Hintergrund gespielt wird – und wieso!

Das hat auch nichts mehr mit “Facebook” allein zu tun oder mit sozialen Netzwerken. Selbst wenn du kein Handy hast, kein Account auf dem Blauen Riesen besitzt, dich vehement dagegen weigerst, ein Smartphone zu besitzen und zu bedienen, aber deine Freunde oder Familie tut es: Deine Pflicht ist hier genauso, sie mit diesem Film zu konfrontieren und zur allgemeinen Debatte beizutragen, damit endlich Aufklärung in diese dunklen Bereiche kommt und die Menschen wissen, WAS sie da in den Händen halten.

Hier gehört Schulung her, hier gehören Menschen her, die mit klugen Gedanken eine Gesellschaft unterrichten und die Kompetenz in jedem einzelnen herstellen, der bereits ein Smartphone besitzt und diese Netzwerke ständig nutzt.

Die jahrelang versäumten Informationen, die aus dem “Was ist das überhaupt? Das braucht doch kein Mensch” ein Medium entwickelt haben, von dem heute viele süchtig sind und ohne das viele nicht mehr leben können, gehören endlich in die breite Öffentlichkeit, damit jeder, der dort drin agiert, endlich selbstbestimmt und verantwortungsbewusst postet und derartige Aktionen nicht mehr in den digitalen Hinterzimmern durchgeführt werden müssen, sondern endlich transparent und vom Bürger verständlich in die Primetime von ARD und ZDF gespült werden, damit diejenigen, die zu dem Zeitpunkt nicht schauen, spätestens in die Wiederholungen in den Dritten reinschalten, weil es vom Ersten in einer Primetime ausgestrahlt wurde und daher wichtig sein muss!

Letztendlich liegt die Verantwortung nämlich allein bei uns – den Anwendern – die ihr Verhalten und ihre Sichtweise mit eigenen Gedanken bespielen müssen, damit nicht mehr das Netz das alleinige Medium bleibt, dem man Glauben schenkt, sondern das eigene Hirn das zentrale Organ wird, mit dem ein objektives Bild hergestellt wird und manche (viele?) Dinge vorerst in Frage gestellt werden.

Und bevor jetzt der ein oder andere Angst kriegt, dass dies wieder so eine aufmerksamkeitsheischende Hetzjagd auf soziale Netzwerke wird: Dies ist es nicht. Dieser Film versteht sehr gut die Bedürfnisse und zeigt genauso auf, wie wichtig diese digitalen Einrichtungen sind. Hier werden keine Pauschalurteile gesprochen, sondern immens wichtige Punkte angerissen und Dinge aufgezeigt, die zum Alltag (!) dieser Netzwerke gehören und die einfach nicht länger ignoriert werden dürfen!

.kinoticket-Empfehlung: Der Film feierte im Rahmen des DOK.fest in München seine Deutschlandpremiere und startet am 17. Mai 2018 regulär in den Kinos.

Seit diesem Zeitpunkt kann niemand mehr behaupten, er “habe ja nichts davon gewusst”, sondern es gehört zu eurer bürgerlichen Pflicht, diesen Stoff zu konsumieren und zu verstehen – und lautstark dafür zu protestieren, dass diese Diskussion endlich von den Medien sachlich aufgegriffen wird, in Schulen und Universitäten verbreitet und flächendeckend die Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, wie wir alle in Zukunft mit so etwas umgehen müssen.

Die Zeit des Wegsehens ist vorbei und Ausreden gelten dabei auch nicht: Wer sich den Eintritt ins Kino nicht leisten kann, für den werden TV-Ausstrahlungen zur Verfügung stehen, wo er sich spätestens darüber in Kenntnis setzen kann, was dieser Film zu berichten hat.

Und ja, hier ist nichts gefaked, sondern es ist ein Enthüllungsfilm, der unter enorm schwierigen Voraussetzungen gedreht wurde und bei dem einige Menschen ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um uns an diese Informationen gelangen zu lassen. Also zollt ihnen gefälligst den Respekt dafür, den sie verdient haben!

Ich weiß: Die Konkurrenz diese Woche ist riesig – aber die Message dieses Dokumentarfilms ist um Welten wichtiger!

Nachspann
❌ Raus zu den anderen und darüber reden! Tauscht euch darüber aus. Diskutiert auf den Schulhöfen, in den Klassen, mit euren Lehrern, in Apple-Stores und Handyverkaufsgeschäften. Auf der Straße. Einfach überall darüber, was hier abgeht. Den Nachspann braucht ihr dafür nicht abwarten.

Kinostart: 17. Mai 2018

Original Title: The Cleaners
Length: 85 Min.
Rated: FSK 16

Und das sagen andere zu diesem immens wichtigen Film:
Programmkino.de: https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/the-cleaners/
ARD-Sendung Stilbruch: http://www.ardmediathek.de/tv/Stilbruch/The-Cleaners-Doku-über-die-digitale-/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3914800&documentId=49763856
Variety.com: http://variety.com/2018/film/reviews/the-cleaners-review-1202673932/ (englisch)
Puls im BR: https://www.br.de/puls/themen/popkultur/interview-macher-the-cleaners-100.html


Userstimmen: Wenn ihr auch in diesem Beitrag gelistet und verlinkt werden möchtet, schreibt einfach eine kurze E-Mail mit eurem Blog/Artikel und einem Link dazu an meine E-Mail benjamin@directbox.com – ich werde eure Beiträge sichten und gerne mit einpflegen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass sich so viele Menschen wie möglich mit diesem Thema auseinandersetzen und wir denjenigen Gehör verschaffen, die so etwas im Namen dieser Konzerne durchleiden müssen.

Gerne freue ich mich auch über Backlinks: Let’s spread the world!

Snowden

“Oh mein Gott, die müssen echt alles verfilmen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.” … könnte ein Ausspruch jemandes sein, der den Trailer von Snowden zu Gesicht kriegt.
Ehrlich gesagt ist mir das auch durch den Schädel gegeistert, denn so wirklich überzeugend kam die Vorschau nämlich nicht rüber und gepackt hat mich das Thema schon gar nicht.
Mit ein wenig Verbitterung starrte ich also den Titel in der Sneak Preview an und harrte der Dinge, die mich überraschen sollten.
Ein klein wenig schauspielerische Enttäuschung blieb während dem Streifen nicht aus, obwohl hier und da wirklich überragend gut mit den Dialogen gearbeitet wurde, jedoch überzeugte “Snowden” mit seinem Charakter irgendwie nicht wirklich. Man kann hier zwar nicht von einer klassischen Fehlbesetzung sprechen, aber auf den Leib geschneidert ist Joseph Gordon-Levitt die Rolle mal definitiv nicht.
Dafür packt einen die Geschichte um so mehr, egal, wieviel man damals in den Medien mitgekriegt hat. Das hier führt einen nochmal weit mehr hinter die Kulissen dieser ganzen Enthüllungen und zeigt Entwicklungen und mögliche Zusammenhänge in einem ungekannten Ausmaß auf, dass einem als Zuschauer, wenn man zwischen den Zeilen liest, durchaus schlecht werden kann.
Kein Wunder also, dass man sich als Studio nicht unbedingt um den Titel riss, um in der unbarmherzigen Kapitalwelt nicht komplett vor die Hunde zu gehen. Denn der Stoff ist wieder derart harter Tobak, dass The Big Short einen kleinen, durchaus sehenswerten Bruder bekommt, den man sich als Außenseiter solcher Themen zügigst anschauen sollte.
Oder um es anders zu formulieren: Wenn man nach diesem Streifen weiterhin feuchtfröhlich seine allabendlichen Partyfotos auf Facebook postet, hat man wirklich rein gar nichts verstanden. Und genau deshalb sollten sich gerade die Menschen, die beabsichtigen, auch weiterhin den halben Tag kopfüber gebeugt über ihrem Smartphone zu verbringen, schleunigst ans Werk setzen und sich die Inhalte dieser ich möchte fast sagen “Reportage” ins Hirn pflastern – um endlich zu verstehen, was genau sie da in den Händen halten und wie sie am besten damit umgehen.
Der Ansatz “Ich schau mir den Film nicht an, ich will weiterhin unbekümmert am Smartphone spielen” ist hier nämlich genau der Falsche – obgleich dies durchaus passieren könnte, dass sich nach dem Einflößen dieses Wissens so mancher dazu entschließen könnte, künftig vollumfänglich auf derartige Technik zu verzichten.
Ehrlich gesagt war dies eine durchaus ernstzunehmende Alternative für mich, diese Rezension hier die letzte seiner Art werden zu lassen, um die faktische Bedeutsamkeit dieses Films zu unterstreichen – und danach vergnügt von dannen zu ziehen und ein Leben abseits dieses Wahnsinns zu verbringen.
Von daher kann ich gar nicht genug unterstreichen, wie wichtig es ist, dass sich die breite Bevölkerung mit genau diesem Film und Thema auseinandersetzt und begreift, worum es hier wirklich geht. Und das bringt der Film sehr gut rüber. Die schlechte Schauspielerei ist eher noch ein Verstärken des Faustschlags in den Magen, denn das zeigt nur um so mehr auf, dass es hier nicht um Entertainment, sondern Wissensvermittlung ging – und Wissen ist bekanntlich Macht.
Hollywood serviert uns diese Macht auf einem Silbertablett und lässt den Zuschauer entscheiden, was er damit anstellt. Diese Chance würde ich mir an eurer Stelle auf gar keinen Fall entgehen lassen – also …
 

.kinoticket-Empfehlung: … geht schleunigst und zahlreich in diesen Film, allein schon um zu proklamieren, dass ihr mit derlei Aktivitäten und politischen Machenschaften nicht einverstanden seid, denn genau das zeugt öffentlich von der Meinung des Privatbürgers, der bei so mancher Wahl oftmals fälschlicherweise meint, keine Stimme zu haben.
Ihr habt eine. Und die ist wichtig. Verdammt wichtig. Hier wird euch gezeigt, was sich hinter den Kulissen des Lebens abspielt und für mich ist es ehrlich gesagt verwunderlich, dass in der kapitalorientierten Welt etwas derartiges überhaupt den Weg auf die Leinwand gefunden hat – dafür meinen tiefen Respekt und höchste Anerkennung.
Und nun Abflug ins Kino und .kinoticket lösen für Snowden.

 
Nachspann
erfordert allerhöchste Aufmerksamkeit, denn hier verbergen sich dermaßen viele, wichtige Dinge, dass man gut daran tut, seine Augen auf die Leinwand zu tackern und sich unter keinen Umständen von irgendwem ablenken zu lassen.

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