.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Simon Schwarz

Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken

Til Schweiger ist ein wahnsinnig toller Hecht. So ein toller Hecht, dass er nicht mal mehr Einladungen zulässt, um seine Filme vorab zu sichten und zu bewerten. Hält sich für was besseres und meint wohl, dass dadurch die Presse davon ablässt, seine Kredenzien zu sichten und darüber zu urteilen. Ich bin keine Presse, urteile aber trotzdem.
Und er ist ein grandioser Regisseur, Schauspieler und Ideenlieferant. Beispiel gefällig?
Schaut euch seinen (!) neuen Film an und googelt danach mal nach The Reunion aus dem Jahre 2011 – hat ca. 1,5 Stunden Laufzeit, ist Comedy und kommt ursprünglich aus Dänemark. Dem aufmerksamen Leser dürften jetzt diverse Parallelen zu seinem neuen Film auffallen, der im Jahre 2018 das Licht der Leinwand erblickt. Nein, niemand wirft ihm hier Ideenklau oder stupides Plagiatieren vor, allerdings kam es mir seltsam und merkwürdig vor, als ich in der Ladies Night saß und mit missmutiger Laune diesen Streifen konsumiert habe.
Irgendwie steckte in dem Plot nämlich tatsächlich Witz und ein paar echt nette Ideen, so als würde man leckere Sahne in Plastikbeutel stecken und diese dann in einer Sandbombe vergraben. Es ist da, darf aber nicht raus und wird von jeder Menge ekligem Mist umspült. Man spürt, dass hier kein Original-Schweiger am Start war, auch wenn seine ganze Truppe wieder mit von der Partie ist und hier etwas vorgibt, dass stellenweise sogar echt ernstzunehmend rüberkommt: Die Lunte zündet nicht und wird durch Dummheiten und Blödsinn immer wieder selbst ausgetreten.
Witzig ist die Vorstellung nur deshalb, weil genügend Frauen im Saal ob der Blödheiten tatsächlich gelacht haben und damit Stimmung erzeugten, die von den Peinlichkeiten auf der Leinwand gelinde abgelenkt haben. Meine Prognose war: Dieses Ding toppt die Schlechtigkeit von Hot Dog um Längen und besteht zu 30% aus Peinlichkeiten, 30% aus Altersarmutszeugnis und 30% aus nackten Männerärschen.
Ich wurde … nicht enttäuscht. Oder bitter enttäuscht. Wie man will. An der Werbemasche hat sich rein gar nichts geändert, nur dass man sich jetzt langsam selbst lustig darüber macht und irgendwie zu kaschieren versucht, dass zig Firmen diesen Schmu finanzieren. Es ist bezeichnend, wenn im Abspann am Schluss ein vollständiges Feld aus kleinen Firmenlogos besteht, die allesamt Sponsor waren und die breitflächig im Film auftauchen, als gäbe es kein Morgen und nirgendwo anders Möglichkeiten, um Produktwerbung zu platzieren. Wenn das die Zukunft des Kinos werden soll, dann habe ich eine Bitte:
Verschwinde, Til Schweiger und lass die Leinwände mit deinem Mist einfach in Ruhe!
Es ist okay, wenn man unterschwellige Product Placements begeht und somit hier und da zu Subventionen greift, aber wenn das dann nur noch ne große Werbeshow mit Randstory wird, die dazu noch von 7 Jahre alten Filmen geklaut ist, dann ist mit der Sympathie endgültig Schluss!
Kommen wir zu Lilly, Emma und wie sie alle heißen: Dass diese Ladies nicht schauspielern können, ist kein großes Geheimnis. Dass sie von ihrem Vater immer wieder mit Rollen ausgestattet und vor die Kamera gezerrt werden, echte Vaterliebe. Was es für den Kinogänger aber nicht zwingend einfacher macht: Allein schon die Moral, die aus deren Verhalten aus dem Film gezogen werden könnte, ist hochgradig verwerflich. Was soll uns damit gesagt werden? Dass dieses versnobte Leben mit derartig ignoranter Leichtigkeit toleriert werden muss, um ja die boshaften Kleinen nicht zu gefährden? Oder hat er inzwischen zu viel Geld und pumpt trotzdem die Filmförderungen an, um seinen Schund auf der Leinwand zu probieren?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man auf fäkalen Schwanz- und Alte-Männerärsche-Humor steht, findet man hieran tatsächlich seinen Gefallen.
Niveau sucht man dennoch vergebens, auch wenn der Film seine ernsten Momente hat, diese werden ständig durch Arsch-Humor zerstückelt und dadurch mit Füßen getreten. Und das ist in keiner Weise witzig, zum Lachen oder unterhaltsam, sondern einfach nur peinlich und jämmerlich. Typisch deutsch, typisch dumm, typisch Schweiger.

 
Nachspann
❌ bringt’s nicht, wenn man sitzen bleibt, hier feiert nur der qualvoll auf jugendlich gemachte Soundtrack nochmal ein paar Takte ab.
Kinostart: 20. September 2018
Original Title: Klassentreffen 1.0
Length: 127 Min.
Rate: FSK 12

Sauerkrautkoma

Langsam wird’s unübersichtlich im Eberhofer-Universum, darum hier für euch mal die Reihenfolge der Bücher/Filme zum Nachschlagen und Nachschauen:
1) Winterkartoffelknödel
2) Dampfnudelblues
3) Schweinskopf al dente
4) Grießnockerlaffäre
5) Sauerkrautkoma (aktuell in den Kinos)
6) Zwetschgendatschikomplott
7) Leberkäsjunkie
8) Weißwurstconnection
9) Kaiserschmarrndrama
Sauerkrautkoma bildet nun also die derzeitige Halbzeit der bisher erschienenen Krimis von Buchautorin Rita Falk, die in ihren Geschichten rund um den konsequent genervten Polizisten Franz Eberhofer ein geniales Universum geschaffen hat, dass die Bayern in ihren tiefsten Klischees ausleuchtet und dabei durch bissigen Humor und zynische Pointen bestens unterhält.
Und da es Krimis wie Sand am Meer gibt und immer irgendwo irgendwer umgebracht, erschossen, getötet oder sonstwas wird, fragt sich der TV-getränkte Zuschauer vielleicht, weshalb er jetzt genau in diesen Film gehen sollte. Mein Tipp: Schaut euch die Vorgänger einfach nochmal chronologisch von Beginn an, damit ihr den Aufbau der Charaktere und die Erschaffung vieler Running Gags besser versteht, denn dadurch kommt die Sympathie und das Ins-Herz-Schließen ganz von allein. Die Truppe ist einfach ein bayerisches Original, dass es selbst außerhalb des Weißwurst-Äquators zu Bekanntheit geschafft hat und sogar im Norden Deutschlands für Nachfrage sorgt.
Mit den Eberhofer-Krimis ist in meinen Augen ein Stück deutsche Kinogeschichte gelungen, das man selbst international als Erfolg verkaufen könnte, da die Bissigkeit und Einzigartigkeit der einzelnen Protagonisten so detailliert und sprachlich genial herausgearbeitet wurde und dieses Biotop der dörflichen Kommune einfach funktioniert. Wer sich also von bayerischer Authentizität bespaßen lassen möchte, kommt um die Falk-Verfilmungen nicht drumrum und sollte hier beherzt zugreifen.
Im mittlerweile fünften Teil der längst nicht abgeschlossenen Buchreihe (Falk arbeitet aktiv an neuen Krimis) hat man nun einen gewissen Standard etabliert, der vielleicht nicht mehr mit dem versessenen Zynismus aus Teil 1 und 2 aufwartet, deshalb aber trotz allem nicht weniger lustig ist, sondern bestens unterhält und schon in der ersten Minute für ein wohliges Heimatgefühl sorgt, das es in diesem Ausmaß so noch nicht auf der Leinwand gegeben hat.
Für mich ist es immer wieder ein Fest, wenn ein neuer Teil in die Kinos kommt und ich nutze die Chance, mir dann die bestehenden Teile erneut anzusehen um wieder völlig in das Eberhofer-Universum abzutauchen und diese Welt voll auszuschöpfen und zu genießen. Ich zumindest wünsche mir bei jedem weiteren Teil, dass die Saga niemals enden möge, dafür ist sie einfach viel zu gut!
 

.kinoticket-Empfehlung: Der griesgrämige Polizist Franz Eberhofer in seinem fünften Streich: Alle Vorgängerfilme waren zumindest im Süden Deutschlands ein riesiger Erfolg und an diesen Geniestreich grenzt auch der aktuelle Teil an: Lacher, Tränen und jede Menge urkomische Bayern-Originale sind garantiert und sorgen in den Kinos für Kurzweil und beste Unterhaltung.
Reingehen definitiv erlaubt: Wer die Vorgänger noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen, da die Reihe auf sich selbst aufbaut und man sonst die Running Gags und viele Insider nicht wirklich versteht.

 
Nachspann
❌ muss man diesmal nicht bis zum Schluss abwarten, hier folgt nichts weiter. Man wird soft entlassen.
Kinostart: 09. August 2018
Cast & Crew werden im Rahmen des Kinostarts von Sauerkrautkoma eine Kinotour veranstalten und sind in unterschiedlicher Besetzung an vielen verschiedenen Orten zugegen, um ihren Film vorzustellen und Fans Rede und Antwort zu stehen.
Los gings am 6. August 2018 im mathäser München und ab sofort dann durch 33 Städte, bis die Tour am 19. August 2018 im Cinestar Ingolstadt endet.
In den verschiedenen Orten werden jeweils unterschiedliche Darsteller und/oder Crew vor Ort sein, genaueres entnehmt ihr bitte dieser Seite, die neben den einzelnen Standorten auch jeweils die Kinos und anwesenden Stars aufgelistet hat.
Weitere Kinostarts in ganz Deutschland folgen und werden bei Bekanntgabe hier aufgelistet.
Und zum Abschied noch ein paar Impressionen von der Deutschlandpremiere in München direkt vom Red Carpet! Viel Spaß! 🙂
 

Ferdinand geht STIERisch ab! (3D)

Ich weiß, ich bin reichlich spät mit diesem Titel – aber bevor er ganz aus den hintersten Rängen der Kinos verschwindet, sollt ihr auch hierzu noch eine angemessene Rezension bekommen.
Und keine Sorge, meine Langatmigkeit hat nicht etwa etwas damit zu tun, dass diese Filmkritik negativ ausfällt. Ganz im Gegenteil: Hier drin verbirgt sich viel mehr Herzlichkeit, Liebe, Erziehung zu guter Moral und gutem Verhalten, als man anfangs glauben mag.
Womöglich haben so manche Biofreunde, Tierschützer, PETA-Befürworter oder andere Naturfetischisten anfänglich ein wenig Schwierigkeiten mit dem Thema und gehen auf die Barrikaden, dass Kindern jetzt solcher “Unfug” als toll verkauft werden soll, aber wer sich ruhig und angemessen hinsetzt und sich die Zeit nimmt, dieses Werk vollständig auszuwerten, wird feststellen, dass der Film überhaupt nichts Schändliches oder Verurteilenswertes zu bieten hat, sondern viel mehr für eine gute und nachahmenswerte Lebensweise wirbt – und damit ein vorbildliches Beispiel für Bildung bereits in jungen Jahren ist.
Genau hier liegt womöglich oft die Schwierigkeit, wenn es um solche brisanten Situationen geht und man mit Radikalen über derartiges diskutieren will: Dass oft gar kein Wille daran vorhanden ist, sich der Sache mal vollständig anzunehmen und es in Ruhe auszuwerten. Zeit genug bietet der Streifen und am Ende geht man fast mit ein paar Tränchen in den Augen wieder aus dem Saal.
Interessant: Während des Spiels die Kinder im Saal zu beobachten, die sich gegenseitig aufmunterten mit Sätzen wie “Keine Angst, Filme gehen immer gut aus.” – daran merkt man doch, dass er sein Publikum definitiv erreicht und mitreißt und somit beste Lektüre für die Jüngeren ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Aber nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene liefert Ferdinand geht STIERisch ab! genügend Material, dass man als hilfreich, bildungswirksam und emotional berührend bezeichnen kann: Solange er noch in den Kinos zu finden ist, nehmt ihn mit – egal, in welchem Saal.

 
Nachspann
ebbt sachte in Text ab und braucht daher nicht ausgesessen zu werden.
Kinostart: 14. Dezember 2017

Unter deutschen Betten

Soll ich an dieser Stelle auch mal mit “Untertiteln” anfangen und über meine Kritik “Eine Abrechnung” schreiben?
Denn genau das ist es, woran der Film meiner Meinung nach tierisch krankt: Er schürt beim Zuschauer durch diesen blöden Untertitel immens falsche Erwartungen, was in derber Enttäuschung mündet, da genau diese absolut nicht geliefert werden.
Ich weiß natürlich nicht, wie andere das sehen oder auffassen, ich kann da nur von mir ausgehen – als jemand, der das Buch nicht gelesen hat (aber jetzt gerne lesen würde), hätte ich erwartet, dass eben genau das im Film gezeigt und inszeniert wird, was der Untertitel verspricht: Eine Putzfrau packt aus.
Dass im Bezug auf “Unter deutschen Betten” dann eben sehr pikante Details über das Privatleben “echter” Bürger offenbart werden, was wiederum eine interessante Fallstudie zum Thema Öffentlichkeitserscheinung vs. reale Tatsachen darstellen würde – und so etwas interessiert mich brennend! Ein Blick hinter die Kulissen der Fassaden, mit denen fast jeder auf der Straße rumrennt und die von jemandem widerlegt werden, der genau hinter diesen Kulissen arbeitet.
Und da ist der Film auf ganzer Linie enttäuschend: Man könnte fast meinen, er ist eine Art “Rahmenhandlung”, wie es überhaupt zu dem Buch gekommen ist, der dabei wieder auf völlig andere Augenmerke wert legt und sich um den eigentlichen Inhalt einen Dreck schert. Und dabei aber immer mit dem nicht einsehbaren Werk vor den Augen der Zuschauer rum wedelt, der es kaum erwarten kann, doch endlich etwas präsentiert zu bekommen … und dann wohl oder übel auf den zusätzlichen Kauf des Buches angewiesen ist. Marketingstrategisch auf jeden Fall wiederum ein sehr kluger Schachzug, der allerdings auf dem Rücken des Kunden ausgetragen wird.
Kommen wir dann zum Film ohne diesen Untertitel, bleibt ein weiteres Werk, dass zwar bei Weitem nicht an die unterirdische “Größe” von High Society heranreicht, jedoch die gleiche Klientel zum Thema hat und daher bei mir etwas bitter aufstößt.
Ja, ich weiß, wie es ist, wenn man Geld hat – ich weiß aber auch, wie es ist, wenn man mit 10 Pfennig (umgerechnet 5 Cent) im Monat (!) klar kommen muss und 2 ½ Jahre auf eine Dose Pringles sparen müsste und daher seine ganze Kindheit über nie eine zu essen bekommen hat.
Und genau aus dem Grund halte ich es für falsch, mit Besitz und Reichtum hausieren zu gehen und diese blöde öffentliche Zurschaustellung zu zelebrieren, während woanders Leute um ihr Leben kämpfen. Und die peinlichen “Von oben herab”-Spendengalas sind einfach nur bitter und lächerlich, weil sie den Leuten vielleicht Geld vermachen, jedoch keine Wertschätzung und Anerkennung liefern – und genau das hätten die Ärmsten der Armen aber verdient.
Dass hier dann die Chance mal genutzt wird und diese Scherenstellung der Gesellschaft auseinandergepflückt wird, ist zwar tendenziell zu erkennen, mündet für mich aber auch nicht in der bleibenden Moral, die ich dabei hintenan gestellt hätte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich widersprechen sich Untertitel und Inhalt des Films, was in meinem Fall zu einer herben Enttäuschung mutierte, statt zu vergnügter Offenbarung der Fälle hinter den Kulissen unseres Lebens.
Die teils ausbleibenden Lacher im Kino zeugen davon, dass es anderen ebenfalls so geht und auch mit einer Ansammlung nationaler Stars dabei kein großer Hit gelandet wurde, sondern allenfalls eine Nebensächlichkeit.
Man könnte den Film quasi als Rahmenhandlung zum Buch sehen – und sollte spätestens danach zur Lektüre greifen, damit sich der Untertitel auch noch erfüllt.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten – gebt den Saal zum Reinigen frei ^^.
Kinostart: 5. Oktober 2017

Griessnockerlaffäre

Mit den Kinoverfilmungen der Rita Falk-Bücher hat man zumindest in Bayern ein exzentrisches Epos losgetreten, dass vor Lokalität und Originalität nur so trieft. So sehr ganz Deutschland schimpft, den Weißwurst-Äquator gezogen hat und man Bayern vornehm aus dem Rest des Landes ausgrenzt, so sehr lecken sich nun alle außerhalb dieses – in meinen Augen – besten Bundeslandes die Finger nach den Vorstellungen in den Lichtspielhäusern.
Und das zu Recht: Eberhofer und seine Eskapaden begeistern ganz Deutschland. Sein Charme ist ungebrochen und die durchtriebene Art von ihm und seinen Artgenossen ist bislang einzigartig. Nie zuvor hat es ein so dermaßen erfolgreiches Lokal-Filmfranchise mit bisher über 1,6 Millionen Zuschauern gegeben, das mit derartigem Humor und einer so erzählerischen Kraft auftrumpfen konnte, wie die Eberhofer-Verfilmungen.
Und ich liebe sie alle. Nicht nur die bisherigen Teile Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente, sondern auch die Charaktere, die sie durch alle Teile hindurch schleifen und mit immer neuen Problemen konfrontieren. ENDLICH gibt es mal Menschen auf der Leinwand, deren Nationalität deutsch ist und denen man nicht permanent die Fresse einschlagen möchte, weil sie so gekünsteltes Theater-Hochdeutsch quatschen, was jenseits aller Realität ist. Adieu, schlechtes Fernsehen, willkommen in einer authentischen, mit liebevollen Details und viel Ungewöhnlichkeit verzierten kleinen Welt, die noch nicht mal richtig zur Hochblüte gekommen ist, aber uns allen jetzt schon tief im Herz verwurzelt die Sonne in den Alltag wirft.
Und das schöne daran: Die Autorin der Bücher schreibt aktiv und die Verfilmungen werden – dank der extremen Nachfrage – wohl auch nicht so schnell aufhören. Gut so, denn Eberhofer schau ich mir auch in 10 Jahren noch gerne an – sofern man auf diesem Niveau weiterarbeitet und den Cast nicht austauscht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Urtypisches Meisterwerk mit bayerischem Originalrezept: Die Idee der Bücher ist genial und wird mit einem hervorragenden Cast in den Verfilmungen kontinuierlich mit zutiefst schwarzem Humor umgesetzt.
Es ist spannend, originell, und echt bayerisch: Neben der Mundart kommen so viele lokaltypische Elemente zum Einsatz, die nicht nur zum Schreien komisch, sondern vor allem unglaublich nah an der Realität sind und somit ein glaubwürdiges Bild dieses Kosmos’ vermitteln.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, glänzt aber dennoch mit grafischem Charme.
Kinostart: 3. August 2017

Schweinskopf Al Dente

Das Wunder ist geschehen: Es gibt eine deutsche Filmreihe, die ich genial und urkomisch finde: Dampfnudelblues, Winterkartoffelknödel und darauf folgend Schweinskopf Al Dente.
Das neuste Werk besticht wieder mit seinen typischen Charakteren und dem bayerischen Slang, der einmal mehr beweist, dass man durchaus deutsche Filme in Mundart produzieren kann, die vom Publikum geliebt werden und die auch den Weg in die (zumindest bayerischen) Kinos schaffen.
Die lakonisch-trockene Art des Hauptdarstellers trifft genau meinen Geschmack und ist nur eines von vielen Schmankerl, die man im Film vorgesetzt bekommt. Buchautorin Rita Falk hat hier ein Universum geschaffen, das man gerne am Sonntagabend im Fernsehen vorgesetzt bekommt und die Verfilmungen bestechen mit derartiger Schaffenskunst, dass sich die Kinos mehr oder weniger darum reißen, diesen Streifen zeigen zu dürfen.
Auch im dritten Teil ermittelt man wieder auf die bekannt-charmante Art und Weise und trägt hier mit bekannten Elementen dieser Filmreihe auf, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Genau das ist auch einer meiner Kritikpunkte am aktuellsten Fall: Man verfällt ein wenig in die Lethargie funktionierender Elemente und hat etwas den Biss verloren, den die beiden Vorgängerteile noch lieferten.
Dass die Geschichte noch lange nicht auserzählt ist, verraten hier einige eindeutige Hinweise und es bleibt zu hoffen, dass man wieder zu der Kaltschnäuzigkeit des ersten Teils zurückfindet, wenn Kommissar Eberhofer 2017 erneut die Leinwand betritt. Bis dahin darf man sich aber genüsslich zurücklehnen und hervorragende deutsche Unterhaltung genießen – im wahrsten Sinne des Wortes.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier ist sie: Die deutsche Filmreihe, die ich prächtig finde und an der ich wirklich richtig Spaß habe.
Mit Schweinskopf al dente beweist man einmal mehr, dass unser Land doch im Stande dazu ist, Unterhaltung zu produzieren, auf die man auch international stolz sein kann. Humor, charaktive Ausgewogenheit und ein spannungsträchtiger Plot: Hier gibt es wirklich kaum etwas, das nicht passt.
Wer die Möglichkeit findet, den Film im Kino zu sehen: rein da. Alle anderen warten auf die Ausstrahlung in den öffentlich-rechtlichen Medien, denn der wird definitiv deutsche Kinogeschichte schreiben.

 
Nachspann
mit einem Wort: SitzenbleibenbiszumSchlussdanke. 😉

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén