Kürzlich hatte man ja das Vergnügen und konnte sich – völlig kostenfrei – nochmal dem Genuss des Originals aus dem Jahre 1995 mit Robin Williams und Kirsten Dunst hingeben.
Wer dies tat und anschließend das .kinoticket für die Fortsetzung gelöst hat, wird erstaunlich viele Parallelen festgestellt haben, die – ganz nach unserer Zeitalter-Manier – hier erfrischend nüchtern aufgearbeitet wurden.
Was mich daran stört, ist die Dissonanz, die sich aus den Absichten ergibt, weswegen man damals respektive heute solch einen Film gedreht hat. Hier macht einem die fortschrittliche Technik einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, der von mir zumindest überhaupt nicht positiv aufgenommen wurde.
Gehen wir also einmal zurück in der Zeit und begeben uns an die Anfänge der Entdeckungen, wofür man Filme alles nutzen konnte: Menschen zum Staunen zu bringen, Zauber und Magie aufleben lassen, Dinge erklären, die nicht erklärbar waren und sich den rationalen Fakten der Gegenwärtigkeit entzogen haben. Man durfte abtauchen in fremde Welten, die von den Regisseuren eigens geschaffen wurden und konnte frösteln, zittern, bibbern, fiebern oder sich leidenschaftlich in diese Realitäten verlieben und sie immer wieder besuchen.
Heute? Kennt jeder alles, weiß jeder alles und der Fakt, dass Erstaunliches nur noch CGI-Technik ist, fegt jedwede Magie und Zauber hinweg. Man kann nicht mehr staunen, weil alles offensichtlich ist und dieses Aufgeklärtsein steht dem “In eine fantastische Welt entführen”-Prinzip einfach im Weg.
Dadurch entwickelt sich schnell Langeweile, die beim Sichten der teils kopierten Filmelemente entsteht, da sich der Zuschauer nicht mehr in eine magische Geschichte gefangen nehmen lassen kann, sondern quasi mehr oder weniger dazu verdammt ist, eine Aneinanderreihung von immer besseren Effekten über sich ergehen zu lassen, die das damals schon fragwürdige Prinzip des Inhalts jetzt einmal mehr durch den Projektor nudeln und dem Zuschauer schmackhaft machen wollen.
Kommen wir nun zu den negativeren Punkten: Der zwanghafte Drang, hier unbedingt wieder die biologisch-religiös-politisch-fundamental-grandiose Genderdiskussion einfließen zu lassen, deren Hauptargumente die rein lächerlichsten Banalitäten sind, die weder positive Aspekte auf den Tisch werfen, noch dem Film in irgendeiner Weise zuträglich wären. Auf deutsch: Dieses beschissene Frauen/Männer-Gezoffe, das sich derzeit fast überall auf den Leinwänden breit macht, erreicht ein neues Level der Lächerlichkeit und gräbt sich damit selbst das Wasser ab. Damit entweiht man den einst guten Gedanken dieser Ideen nun endgültig und zieht ihn mit unserem Un-Humor nun endgültig in den Dreck.
Dazu paaren sich dann ein paar “Modernisierungen”, die die damals eigentlich gar nicht so dümmliche Idee nun endgültig lächerlich machen, was dieses Werk nun definitiv zu einer schlechten Mutation des einst lustigen Klamauks macht.
Kann man sich Jumanji – Willkommen im Dschungel deswegen jetzt überhaupt nicht ansehen?
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Film ist die konsequente Fortsetzung seines Originals, der gut an die alte Story anknüpft und sie genauso konsequent mit immer mehr mangelndem Humor und Intelligenz anreichert, um daraus letztendlich eine Gender-Lachnummer zu machen, die sich selbst eigentlich nur noch im Weg steht.
Die Magie und der Zauber, den der spinnige Williams seiner Zeit noch inne hatte, ist quasi von CGI und 3D-Gewalt verdrängt worden, wer jedoch mit abscheulich niedrigen Erwartungen da rein geht, erlebt für heutige Verhältnisse mittelmäßiges Popcorn-Kino.

 
Nachspann
in bildhafter Form kommt keiner mehr, wer möchte, kann ihn abwarten – sollte aber keine zu großen Er-Wartungen haben.
Kinostart: 21. Dezember 2017