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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Schwester

Tanz ins Leben (Freikarten zu gewinnen!)

Am Ende des Beitrags gibt es zwei Freikarten für den Film zu gewinnen!
Ihr steht gerade vor einem Phänomen, dass ich sehr lange Zeit weder im deutschen, noch im britischen oder französischen Kino gesehen habe. In heutiger Zeit sind wir ja längst daran gewöhnt, dass mit absurden Summen plot-halbgare Monsterfilme auf die Leinwand befördert werden, in denen weder Seele, noch Herz, noch irgendwelche schauspielerischen Leistungen stecken, sondern man jüngliche, frisch dem Mutterleib entschlüpfte und im Fitnessstudio großgezogene Milchbubis herangezüchtet hat, die allesamt in sich austauschbar sind und den eigentlichen CGI-Stars einfach nur ein Gesicht geben sollen, damit die großen Verleihe Geld verdienen können.
Diese Form des abgestumpften Kinos hat eine große Zuschauergruppe in den vergangenen Jahren oft vor den Kopf gestoßen: Menschen, die sich noch an Zeiten zurückerinnern können, wo die Schauspieler die Stars, technische Kniffe und Tricks das “CGI” ausgemacht haben und man noch echte Handwerkskunst auf der Leinwand geboten bekam. Diese Gruppe ist es gewöhnt, mit Inhalten umspült zu werden, Herzblut und Seele zu genießen und möchte nach einem Kinobesuch beseelt von Liebe, erzählerischer Leidenschaft und emotionalem Tiefgang sein.
Und wenn man das so liest, denkt man sehr schnell an “Kitsch”, Filmgesetze, die übliche Vorhersehbarkeit und somit auch gleich an Langeweile und wenig Spaß.
Damit stehen wir jetzt vor dem Phänomen: Tanz ins Leben ist ein Film, bei dem sehr schnell klar wird, dass genau das hier gespielt wird – und der einen absolut mitreißt und bei dem diese ganzen vorhersehbaren Klischees wunderbar und hervorragend funktionieren. Man sitzt drin und will es! Man wäre enttäuscht, wenn sie sich von dem üblichen Schema abwenden würden und ergötzt sich auf einmal an einem wunderbaren Stück Kinogeschichte, dass genau diese Generation herzlichst dazu einlädt, ihre Seele mal wieder umsorgen zu lassen und 111 köstliche Minuten zu träumen und zu genießen!
Und das hat es schon sehr lange nicht mehr gegeben. Es ist dauerhaft kurzweilig, man ist gespannt bei der Sache, man kann es kaum erwarten, wenn endlich der nächste Schritt im Drehbuch eintrifft und man ist ergriffen und beherzt von der süßen Melodie, die das Leben hier vorgibt.
Auch bei der Schauspieler(innen)-Auswahl hat man voll ins Schwarze getroffen und dem gewünschten Zielpublikum das geliefert, was hier passt, ohne auf Koryphäen zurückzugreifen, mit deren Namen man marketingstrategisch bessere Werbung fährt, sondern das Ensemble passt so gut zusammen, dass auch hier wieder völlige Harmonie und Einheit herrscht und man – selbst als jüngerer Zuschauer – hier nicht vor den Kopf gestoßen wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Am Schluss ist jedem klar, dass hier typische Klischees gefeiert werden, aber jeder einzelne weiß, dass es diesmal echt funktioniert und keiner möchte es anders.
Dieser Film gehört damit fast schon zur “traditionellen Schule”, weil er die Filmgesetze perfekt inszeniert und ein Filmerlebnis bietet, dass zwar in Vorhersehbarkeit ertränkt, jedoch keineswegs enttäuscht oder langweilt.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden.
Kinostart: 31. Mai 2018
 
:: G E W I N N S P I E L ::
Entertainment One Germany GmbH lädt zwei meiner Leser dazu ein, sich den Film gratis in einem Kino ihrer Wahl anzusehen und hat mir daher zwei Freitickets zum Selberausdrucken überlassen, die ich euch hiermit weiterverlosen darf.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis zum einschließlich 6. Juni 2018 24:00 Uhr unter diesem Beitrag und hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, an die ich euch die Freitickets schicken kann.
Diese müssen von euch dann ausgedruckt und mit ins Kino genommen werden, z.B. ins

  • Cineplex
  • CinemaxX
  • Kinopolis
  • CineStar
  • UCI Kinowelt
  • Cinecitta
  • Cinedom
  • Traumpalast
  • UFA-Palast
  • (m) mathäser
  • Yorck Kinogruppe
  • Kinobetriebe Muckli
  • Dersa Kino
  • Zoo Palast
  • C1 Cinema filmpalast

oder ein Kino eurer Wahl, dass diesen Film zeigt und in der gewünschten Vorstellung noch freie Plätze übrig hat.
Die Freitickets sind gültig bis 1. Oktober 2018 und in jedem Kino einsetzbar, dass Tanz ins Leben im Programm hat, auch denen, die oben nicht gelistet sind. Sollte euer Kino nicht auf der Liste stehen, kauft ihr bei Gewinn regulär zwei Kinotickets, genießt den Film und ladet anschließend ein Foto eurer gekauften Tickets gemeinsam mit den Gutscheinen auf einer Website hoch, gebt dort eure Bankverbindung an und bekommt vom Verleih den Eintrittspreis zurückerstattet. Genaueres werde ich euch dann in der Gewinner-E-Mail mitteilen.
Hinweis zum Datenschutz: Eure Daten werden nur zur Auswertung dieses Gewinnspiels von mir persönlich genutzt und der Gewinner anschließend von mir per E-Mail benachrichtigt. Es genügt, wenn ihr in eurem Kommentar in das entsprechende Feld eine gültige E-Mail Adresse angebt, hierfür können auch Einweg-Adressen oder Alias-Adressen genutzt werden, solange ihr nach dem 6. Juni 2018 noch darauf zugreifen könnt und darunter erreichbar seid.
Nach dem Versand werden alle Daten von mir gelöscht.
Der Rechtsweg ist – wie üblich – ausgeschlossen, ebenso eine Barauszahlung des Gewinns. Es gelten die vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen. Gerne dürfen mehrere Teilnehmer eines Haushalts kommentieren, dies erhöht eure Gewinnchancen. Die Ziehung wird per random.org vorgenommen, indem alle Kommentare durchnummeriert und dann per Zufall der Gewinnerkommentar ausgelost wird.
Und nun viel Glück und viel Spaß bei einem der schönsten Filme des Jahres!

Wer ist Daddy?

Was mir zuerst in den Sinn kommt, wenn ich Ed Helms auf der Leinwand sehe, ist Hangover. Und tatsächlich hatte Regie-Debütant Lawrence Sher auch in allen drei Teilen seine Finger mit im Spiel, was die vielverzweigten Anspielungen und Elemente, die man gut und gerne auch in diesen Filmen eingebaut sehen könnte, bei Wer ist Daddy? erklärt.
Aufgebaut auf einen recht ungewöhnlichen Road-Trip erobert man mit jeder Menge Slapstick-Einlagen und urkomischen Momenten des Zuschauers Herz und setzt dabei komplett auf familiäre Elemente, die in einem für diesen Film untypischen Finale münden, was ich auch gleichzeitig als kleinen Kritikpunkt anbringen will.
Natürlich sitzt man im Kino, beschaut sich das Prozedere und ist von vielen liebevollen Gags und spinniger Liebenswürdigkeit umgeben und denkt sich, dass das zwingend so enden muss, andererseits könnte man genau dieses Finale aber auch als Versuch werten, hier wieder mehr sein zu wollen, als man ist und damit eben etwas mehr Publikum abgreifen zu können, was ich – in wirtschaftlichen Interessen begründet – niemals für gut heiße.
Das ändert jedoch nichts daran, dass man während des Films – insbesondere zu Beginn – unglaublich viele tragende, spaßige und vorantreibende Momente erlebt, die für viel Kurzweil und gute Unterhaltung sorgen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Egal, ob mit Freundin oder Familie, allein oder mit Kumpels – dieser Film eignet sich hervorragend, um einen gemütlichen und lustigen Kinoabend zu genießen.
Das Ende fordert einem ein klein wenig was ab, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen – als Gesamterlebnis bleibt ein durchweg positiver Eindruck zurück, den man gerne mit nach Hause nimmt. Also auf geht’s und rein da!

 
Nachspann
ist anfangs gesäumt von tollen Aufnahmen und erliegt dann dem schwarzen Stream, man darf also gerne wieder nach draußen.
Kinostart: 15. Februar 2018

The Hateful Eight

Was wurde für ein Aufriss darum gemacht: Quentin Tarantino hat seinen achten Film auf der Leinwand! Und was schleichen sie alle einzeln in die Spätvorstellungen. Wer Tarantino kennt, der dürfte nichts anderes gewohnt sein: Grandiose Kameraaufnahmen, übervorteilende Dialoge, ewige Länge und eine abartige Sinnlosigkeit mit Tiefenpsychologie, die in der Filmwelt bis dato einzigartig ist.
Ich hatte ehrlich gesagt bei den vielen Trailern vorab so manchmal meine Zweifel, ob er damit wirklich wieder so einen Hit landet, wie man es von ihm gewöhnt ist: Irgendwie wurde alles gesagt und der Junge weicht von seinem Schema auch keinen Deut ab.
Und genau so startet man auch. Der Sound? Reißt dich mit. Und zwar ganz tief nach unten. Mit brachialer Macht und unglaublich ästhetisch-kalten Bildern ohne großes Wirrwarr. Man kann den Unterhaltungen folgen. Und es zieht sich. Man braucht Geduld. Zum Warmlaufen.
Denn lässt man sich auf die Story ein (und das braucht dieses Mal wirklich einen aktiven Schritt vom Zuschauer), dann zündet der Funke und auf einmal ist Quentin wieder da. Und es flutet. So als ob das Streichholz erst gar nicht angehen will und dann sofort die ganze Kutsche niederbrennt. Und nach Tarantino-Manier macht es wieder richtig Spaß, dem Geschehen zu folgen und im Zuge der Durchtriebenheit vieler Erzählstränge den Überblick zu behalten. Zeit genug dafür ist da, denn der Großmeister schert sich einen Scheißdreck um hollywoodöse Regeln und macht einfach sein eigenes Ding. Und es funktioniert.
Wer enttäuscht vom Schluss des Films ist, sollte sich vergewissern, dass er tatsächlich erst vor dem Abspann und nicht vor Beginn des zweiten Teils in der Pause nach Hause gerannt ist, so wie es eine Zuschauerin beim Personal des Kinos jüngst beklagte. Der Meister der verbalen Unvergesslichkeit führt einen auch hier wieder an ein zufriedenstellendes Ende in glückseliger Verrücktheit. Und danach kommt tatsächlich der Abspann. Und der lässt keine Fragen mehr offen.
Vergleichen kann man die Filme sowieso nur mit sich selbst und vielleicht sollte man das besser auch nicht tun. Wir alle sind vorbelastet von Titeln wie Pulp Fiction und erwarten brav nach eingeimpfter Steigerungsmentalität dann völlig unbewusst, dass jeder auf diesen Zug aufspringt und sich aus dem einstigen Schleim der Kinderhäute erhebt und zu noch größerem aufsteigt. Oftmals ist das gar nicht notwendig. Manchmal reicht es auch schon, einfach die Türen der normalen Welt hinter sich zu verschließen und in die absurde Wahnsinnigkeit von Tarantinos Fantasie abzusteigen, um einen Film zu erleben, der sich von der Masse der ihn umgebenden Filme deutlich abhebt.
Und diesen Anspruch erhebt The Hateful Eight nicht nur, sondern erfüllt ihn auch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der bittersüße Nachgeschmack, das Tarantino bereits alles gesagt hat, bleibt auch nach dem Abspann noch etwas erhalten.
Der Kultfaktor entsteht allerdings auch, wenn auch womöglich etwas zeitversetzt. Die Einfälle sind durchaus wieder würdig genug, um in die Filmchronologie des Machers einzugehen. Allerdings sollte man hier viel Zeit und Geduld mitbringen, denn das Teil hat nach 1.5 Stunden erst richtig angefangen.

 
Nachspann
Kommt keiner mehr, man darf also fröhlich nach Hause spazieren und damit anfangen, seine Türen zu …. 😉

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