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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Schusswechsel

Sweethearts

Sweethearts

© 2019 Warner Bros. Ent.

Karoline Herfurth – manchen bekannt aus Türkisch für Anfänger – den meisten spätestens durch die Fack Ju Göhte-Trilogie, hat nun ihre zweite Regiearbeit angenommen und uns im Rahmen der Ladies Night im CinemaxX München gebeichtet, dass dies gar nicht so einfach war, da sie zeitgleich auch noch die Hauptrolle in ihrem eigenen Film spielte und beide Persönlichkeiten unterschiedlicher nicht sein könnten: Hauptdarstellerin und Regisseurin.

Tatsächlich erwägt der .trailer auch beim Publikum nicht so großes Interesse, sondern sorgte teils sogar für verhaltene Reaktionen, was wohl auch der Grund dafür ist, dass sich die Meute nicht zwingend auf den Film stürzt und die Säle aus allen Nähten platzen lässt. Großer Fehler!

Ihr kennt meine Affinität zu deutscher Kultur, was Filme angeht und wisst, dass ich regelmäßigen Brechreizen erliege, wenn ich die Klientel da drin so “sprechen” höre. Dazu kommt dann noch der “Blödplot” bekannt aus Sat.1 und fertig ist das Fremdschämprodukt… WAS?

NEIN! Herfurth zeigt endlich, wie man es richtig macht und sorgt im Saal für dermaßen Humor, wie ich es in meiner Karriere in deutschen Filmen bislang noch nie erlebt habe! ENDLICH hat’s jemand verstanden und bringt einen Plot, ausgereifte Charaktere und empfehlenswerten Witz auf die Leinwand, bei dem der Spaß im Saal mal sicher ist. Ganz ehrlich? Beste Unterhaltung ist hier garantiert!

Frederic Linkemann (ganz links) und Karoline Herfurth (ganz rechts) in der Ladies Night im CinemaxX München

© Petra Schönberger

Die beschwingte Leichtigkeit, die präsenten Darsteller, der exquisite Humor und ein Drehbuch, das am Ende leicht melancholisch wird und vielleicht etwas an Geschwindigkeit einbüßt, formen hier einen Film, den man sich definitiv mit Freundesschaft und Familie im Kino besehen sollte – denn auch das Publikum tut sein übriges und zählt an dieser Stelle für mich mit zum Film dazu.

Herfurth selbst sorgte nach dem Film zusätzlich mit Frederic Linkemann nochmal für bombastische Stimmung im Kino und stand anschließend Rede und Antwort auf die Fragen zum Film … und bewies einmal mehr, dass ihr schauspielerisches Talent tatsächlich auch außerhalb von Kamera und Set perfekt zur Unterhaltung taugt und sie die “müden Deutschen” trotzdem dazu animieren kann, Spaß zu haben und einen tollen Abend zu erleben.

Vielen Dank an dieser Stelle für die sensationelle Show – und danke, dass es nun endlich wieder eine deutsche Regisseurin gibt, deren Arbeit man anderen empfehlen kann – besucht ihren Film und habt viel Vergnügen!

.kinoticket-Empfehlung: Deutsches Kino mit Lachern und einem vergnüglichen Plot, dass tatsächlich empfehlenswert ist?

Karoline Herfurth hat genau dies geschafft und den Monster-Zweifler überzeugt: Dieser Film taugt bestens für eine absolut lustige, unterhaltsame und erfrischende Show – besser könnte man einen Tag nicht ausklingen lassen.

Also besorgt euch .kinotickets, schnappt ein paar Jungs und Mädels von der Straße dazu und geht gemeinsam in diesem Film – ihr werdet es hinterher nicht bereuen!

Nachspann
❌ muss nicht ausgesessen werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Sweethearts
Length: 107 Min.
Rated: FSK 12

Criminal Squad

Heute läuft er endlich an und es wird Zeit, euch darüber zu berichten: Criminal Squad.
Für mich stellt der Film ein paar ganz wichtige Weichen in Richtung Zukunft des Kinos, auch wenn das nur meine persönliche Meinung ist (so wie ja alles hier im Blog). Tatsache ist, dass in jüngster Zeit ein paar neue Metropolen die Zuschauerschaft aus den Sälen rauslocken und anderweitig an die Monitore zu binden versuchen und die Geschäftszahlen dieser Unternehmen sind vielversprechend.
Klar also, dass sich auch in Hollywoods Reihen etwas tun muss, um die Anlaufstelle Kino auch in Zukunft weiterhin attraktiv zu halten und nicht vollends die Kontrolle über den Zuschauerstrom zu verlieren – denn genau das haben sie in den letzten Jahren ja unentwegt zugelassen.
Und in der Tat: Spricht man mit Regisseuren und Filmschaffenden, stellt man fest, dass den Big Bosses Risiken mittlerweile viel zu risikoreich (haha) geworden sind und man sich lieber 10.000x absichert und ja niemand verprellen will. Das Ergebnis sind weichgespülte Drehbücher, runtergecuttete FSK-Freigaben, merkwürdig seltsame Allgemeinplots und das Fehlen jedweder Nischen, die eine ganz spezielle Klientel – diese dafür dann aber exzellent und nicht nur durchschnittlich ansprechen.
Hauptsache, man lockt so viele Zuschauer wie möglich ins Kino und der Rest ist dann egal. Nun kommen Netflix und Konsorten auf den Plan und vermasseln dieses Geschäft durch ein paar Stellschrauben, die in den großen Studios seit Jahren eingerostet zu sein scheinen: Man erteilt Kreativitätsfreigaben, man macht Gelder locker, man ärgert sich nicht über vergeigte Serien, sondern schöpft aus einem Topf und verteilt einfach an alle.
Hat man sich irgendwo verkalkuliert, holen es drei vier andere Mitspieler durch Mehreinnahmen wieder raus. Dazu greift man nicht zu tief in die Tasche der Nutzer, sondern bietet allumfassenden Service, der im Monat weniger kostet als ein .kinoticket und schon hat man Unterhaltung für den armen Mann.
Soweit, so möglich.
Das Problem ist aber: Filme werden fürs Kino geschaffen und sollten auch auf großen Leinwänden gezeigt werden. Nicht, weil man sie nicht auf kleineren Monitoren schauen könnte, sondern weil es bei Filmen so ist, dass man sie immer nur ein einziges mal “zum ersten Mal” sehen kann. Und dieses Erlebnis wird immens gestört, wenn die Leinwände zu klein sind, die Soundanlage nicht stimmt oder das Publikum einfach das falsche ist. Hier kommt Kino ins Spiel und eröffnet Chancen, die man in seiner eigenen Freundesclique niemals hat, weil da allein schon immer die gleichen Personen zusammen Filme schauen. Natürlich nenne auch ich einen knapp 2m Bildschirmdiagonale-Fernseher mein eigen, aber fragt euch mal, warum Personen wie ich dann trotzdem fast ausschließlich ins Kino rennen und nicht zu Hause vor der Riesenglotze sitzen: Weil alles, was kleiner als eine Kinoleinwand nur noch ein billiger Abklatsch dessen ist, was man im Kino erlebt hat. Am besten vergleichbar mit Fotos, die man im Urlaub geschossen hat und die die Gefühle, Sinneseindrücke und Empfindungen aus dem Urlaub nochmal hervorrufen können – aber immer nur als Abbild dessen und niemals als Original.
Diese Wucht, die bedrohliche Ruhe, die gewaltigen Soundtrack-Eindrücke, das Reagieren von völlig Fremden auf bestimmte Szenen, die Angespanntheit von 256 Personen im gleichen Raum – all das kriegt man mit keinem noch so gut ausgestatteten Heimkino auf die Reihe. Und die meisten dümpeln noch mit 1,09m oder 1,39m Bildschirmdiagonale zu Hause rum. Das ist, als würde man sich die Weltmeisterschaft im Fußball auf seiner Apple-Watch ansehen. Geht, ist aber nicht unbedingt schön.
Und hier erprobt man zur Zeit wieder etwas, das ich persönlich höchst begrüße: Den Zuschauer mit hochwertigem Content zu locken, der das Bildungsniveau ankratzt, aber nicht so dermaßen überstrapaziert, so dass sich auch Hein-Blöd gut unterhalten fühlt, die allgemeine Intelligenz des Zuschauers aber nicht beleidigt wird durch all zu stupide Plots.
Und genau in dieser Liga spielt Criminal Squad: Er taktiert das Action-Genre, reizt seine Möglichkeiten aber nicht bis zur Lächerlichkeit aus, sondern gewahrt eine gewisse American Sniper-Gepflogenheit, die sich von den sonst dermaßen stupiden oder beleidigenden Filmen dieses Genre deutlich abhebt, auch wenn man hier jetzt keinen Meilenstein geschaffen hat.
An dieser Stelle dann Gerard Butler zu nennen, ist vielleicht ein Fehler, weil gerade er für die Sorte Film steht, von der man sich eigentlich distanzieren will, allerdings hat man seinen Bart derart zurechtgestutzt, dass auch er endlich als “gestandener Mann” wahrgenommen werden kann und nicht mehr als Witzfigur. Überhaupt hat man bewiesen, dass es eben nicht ständig irgendwelche zwuseligen Fäden sein müssen, die den “Männern” im Gesicht rumhängen, sondern man mit Gepflegtheit und auch gestutzten Bärten wesentlich mehr anerkennenden Respekt erzielt und sich die destruktive Übertriebenheit an dieser Stelle weniger auszahlt.
Und dass der Plot stellenweise noch Potenzial für wesentlich mehr bereit hält, unterstützt wieder meine Theorie: Man möchte aus dieser Sorte Film in Zukunft noch wesentlich mehr rausholen und “tastet sich mal vorfühlend in die Menge” um zu schauen, wie so etwas angenommen werden könnte.
Dann liegt nämlich hier bereits wesentlich mehr Inhalt für weitere Verfilmungen parat, für die man mit diesem Teil bereits wohlwollend vorgearbeitet hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Männer-Action auf einem Niveau, für das Sicario seinerzeit die Obergrenze gelegt hat: Man distanziert sich von stupider Action und mischt das Genre mit Intelligenzanerkennung des Zuschauers durch und erhält brauchbares, durchtriebenes und gut fundiertes Kino, dass seine Fächer in der Gesellschaft wieder etwas breiter ausgelegt hat.
Meiner Meinung nach ein Film, der die Anfänge dafür setzt, das Kino wieder mit Inhalten zu füllen, die sich vom sonstigen Angebot abheben und die große Leinwand wieder voll auskosten. Daumen hoch – weiter so.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, man braucht also nicht sitzen bleiben, sondern darf gleich raus.
Kinostart: 1. Februar 2018

Free Fire

Dass die Menschen bei dem Namen Martin Scorsese direkt an die rühmlichen Werke denken, die man von ihm sonst so kennt, wird höchstwahrscheinlich dafür sorgen, dass sich zu Anfang des Films die Reihen der Kinos ganz von selbst lichten.
Als eingeschworener Kinofan erwartet man nach dem zugegebenermaßen genialen Trailer auch erst mal etwas völlig anderes, als einem hier geboten wird.
Mich hat die Machart des Films sehr viel mehr an einen typischen Quentin Tarantino erinnert, als dass ich ihn mit anderen Regisseuren vergleichen würde. Tatsächlich ist hier auch der Regisseur von High-Rise am Start und Scorsese agiert nur als ausführender Produzent. Man befindet sich eher in einem genial durchdachten Konzept eines typischen Kammerspiels, bei dem weniger die Kulisse als viel mehr das Konzept als solches gefeiert wird.
Im Prinzip gibt es in diesem Film keinen Plot, keine Geschichte die erzählt wird, sondern die Fortbewegung in der Story ergibt sich allein durch die Dialoge der einzelnen Persönlichkeiten, die durch in sehr speziellem schwarzen Humor mündenden Dialogen die Zuschauer mit ihrer komischen Art unterhalten.
Faszinierend hierbei war der Soundtrack und die Art und Weise, wie sich die Schauspieler im Verlaufe der Geschichte verhalten haben. Nach den Schusswechseln die richtige körperliche Position einnehmend, realistisches Geballer und im Zuge der Interpretation durch den Zuschauer auch die richtige Pose zeigend, die den Charakter dadurch nicht nur passend beschreibt, sondern auch bebildert, in welcher Gemütsverfassung derjenige gerade ist.
Insgesamt braucht es beim Betrachten sehr viel Interpretation durch den Zuschauer, der eben nicht nur das gezeigte eins zu eins auffassen sollte, sondern die symbolischen Darstellungen auch richtig verstehen muss.
Daraus ergibt sich dann ein Film, der im ersten Moment total schräg anmutet, sich im Verlaufe der Geschichte aber durchaus seine Genialität verdient respektive sie immer mehr offenbart. Wenn wir uns an Zeiten zurückerinnern, in denen Menschen aus den Vorstellungen gerannt sind, in denen The Rocky Horror Picture Show lief, der bekanntermaßen im Anschluss ja auch ein Kultstreifen wurde, dann sehe ich hier gewisse Parallelen, auch wenn ich das Kult-Gen noch etwas vermisse.
Darum muss sich jetzt aber die Fan-Gemeinde kümmern, die diesen Film entweder zu einem kommerziellen Erfolg im Kino oder eben später auf DVD machen kann. Das Potenzial dazu schlummert in den Tiefen der Ritzen, die bis jetzt noch keiner erkennt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film befindet sich so weit abseits des Mainstreams, dass es in meinen Augen sehr schwer werden kann, ihn zu promoten oder im Kino erfolgreich laufen zu lassen.
Das ändert gar nichts daran, dass die Macher durchaus mit der Wahl ihrer Darstellungsform Größe bewiesen haben und hier eher Theater als Kino stattfindet.
Wer Nieschenkino liebt, wird hier mit größtem Glück erfüllt aus dem Saal raus gehen, sobald die Vorstellung vorbei ist.

 
Nachspann
folgt keiner, man darf den Saal also direkt beim Beginn des Abspanns verlassen.

13 Hours – The Secret Soldiers of Benghazi

Wir alle kennen Michael Bay. Wir alle werden in die Irre geführt, wenn wir das Filmplakat erblicken und seinen Namen darauf lesen. Manch einer mag sich angeekelt wegdrehen. Stupide, actionüberladene Popcornkost für Nicht-Denker, die den Besuch im Saal nicht wert ist.
Das mochte stimmen. Für seine vergangenen Werke. Ja, ich bin eingefleischter Transformers-Fan und verstehe bis heute nicht, was mich an diesen Mistviechern so begeistert. Mir geht einfach jedesmal die Gänsehaut auf dem Rücken spazieren, wenn ich das Transformieren der Autobots in meiner Anlage spüre. Abschalten. Nicht denken. Hirn aus, Film an.
Fehler! Wenn man in 13 Hours sitzt, hat man nicht das Gefühl, einen Michael Bay-Film zu schauen. Auf einmal ist Verstand da. Sinn. Tiefsinnigkeit. Erdrückende Schwere. Stimmung. Vom Allerfeinsten.
Dieser Film fickt dir so dermaßen deinen Verstand aus dem Schädel, dass du hinterher zitternd auf wankenden Knien nach draußen schwebst und dabei deine Kinnlade hässliche Geräusche macht, während sie auf dem Boden schrabbt.
Mein Stammkino weiß, wie man unterhält. Anlage aufdrehen! Saal voll (dank Sneak) und dann gib ihm!
Ich schwör euch – die Menschen sind reihenweise mit zitternden Händen nach draußen geflohen, weil sie das, was ihnen da vorgesetzt worden ist, nicht ausgehalten haben. Und die Stühle haben gebebt! Jede verdammte Gewehrsalve war am kompletten Körper zu SPÜREN!
Und es ist wahr!
Überlegt euch, ihr habt einen Pass dieses Landes und euch wird der Ausgang verwehrt. Ihr flüchtet und landet endlich in einem Staat, wo derartige Schlachtorgien nicht zur Tagesordnung gehören.
Und dann kommt ihr endlich in ein Land, in dem (noch) Frieden herrscht … und man zündet euch die Unterkunft an!
FUCK!
Ich hab den Streifen noch vor Kinostart 2x gesehen und war beide Male absolut sprachlos!
Ich habe mich mit einem Insider-Kontakt aus der Bundeswehr unterhalten und ihn dazu interviewt, inwiefern dieses Werk an Echtheit grenzt und welche Szenen da eventuell hinzugedichtet wurden. Seinen Aussagen nach darf man all das, was auf der Leinwand gezeigt wird, für bare Münze nehmen, denn die Waffen liegen in diesen Ländern teilweise wirklich so rum und werden auf dem Schwarzmarkt verhökert. Die Schusssequenzen sind ebenfalls echt und diesmal nicht den Filmgesetzen unterworfen (unlimited munno etc.) und das, was seiner Meinung nach Bay ansprechen wollte, wurde ebenfalls sehr großartig und korrekt umgesetzt.
Diesmal ist es nämlich keine Actionorgie, die der reinen Unterhaltung dient und gleichermaßen versucht man ebenfalls nicht, American Sniper nachzuspielen, wo es eher um den Konflikt der Soldaten in punkto Familie und Heimat geht und die Härte, die ihnen im Einsatz teilweise begegnen, sondern Bay behandelt hier das Thema der grenzenlosen Ungewissheit, derer sich die Soldaten in fremden Ländern ausgesetzt sehen.
Du weißt nie, wer dein Freund ist, wer dein Feind ist, ob deine Freunde immer noch Freunde sind oder bereits zu Feinden wurden. Du hast Dinge zu erledigen, die deine westlichen Werte zwar absolut matchen, jedoch absolut nicht in das Weltbild dieser Länder passen und somit Konfrontationen auf den Plan rufen. Du kannst dich auf deine Landeskontakte nicht verlassen und jederzeit verlassen oder verraten werden und bist mehr oder weniger auf dich selbst gestellt.
Und all das ruft Missverständnisse hervor, Unzuverlässigkeit, Krieg, Tod. Dazu kommt das provokative Weltbild, das unsere westliche Kultur absolut nicht verstehen kann und weswegen es immer wieder hitzige Diskussionen gibt und das summiert mit der propagandistischen Meinungsmache der öffentlichen Medien ergibt ein Schwarz-Weiß-Denken in unserer Gesellschaft, das uns leicht wieder in absolut ungemütliche Szenarien reißen kann, wenn nicht bald ein paar Herrschaften aufstehen und wieder anfangen, das Ding innerhalb ihres Kopfes zu benutzen.
Und hier leistet Benghazi Aufklärungsarbeit vom Feinsten. Ungeschönte, unveränderte Tatsachenberichte spür- und erlebbar umgesetzt von einem Regisseur, der die Eier hat, in diesen kriselnden Zeiten der Bevölkerung Wahrheiten vorzusetzen, die es – die Menschen flüchten aus den Sälen – nicht verträgt.
Das sind die hässlichen Details, die Menschen erleben, wenn sie sich auf den Weg zu uns machen. Das sind die hässlichen Einstellungen, die andere Menschen in sich tragen, die ebenfalls den Weg zu uns gefunden haben. Hier hat nicht nur die Politik versagt, sondern noch viele mehr – und das Endresultat hat der Rest der Welt jetzt auf dem Spielbrett und nennt es IS.
Ich für meinen Teil kann euch nur eines raten:
 

.kinoticket-Empfehlung: Geht verdammtnochmal in diesen Film!
Verzichtet auf Deadpool und The Hateful Eight, die laufen auch hinterher noch. Benghazi kann wegen seiner ungemein schlechten PR und dem absolut grottenmäßigen Trailer keine Massen ins Kino locken, hätte es aber bitter bitter nötig.
Was die Politik versäumt hat, was in den Schulen nicht mehr gelehrt wird, was kein Erwachsener im Eigenstudium erkennen kann, bringt Bay hier ungeniert auf die Leinwand und offenbart einmal mehr, was hinter den Kulissen des Lebens vor sich geht.
Zollt diesen Typen euren Respekt und erwidert ihre Leistungen wenigstens damit, ihnen für 144 Minuten zuzuhören und aus ihren Fehlern zu lernen.
Vielleicht wird dann die Welt ein kleines Stück besser, wenn wenigstens die Besucher dieses Films damit anfangen, ihre Mitmenschen wieder als solche zu respektieren. Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß. Es gibt auch noch unzählige Stufen zwischendrin. Und die sollte die Allgemeinheit langsam wieder entdecken.

 
Nachspann
Vertraut mir, dafür habt ihr anschließend keine Eier mehr. Also lasst es – schaut den Film und versucht irgendwie klar denkend nach Hause zu kommen.

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