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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Schuss

Trouble

Trouble

© 2018 Kinostar Filmverleih GmbH

Anjelica Huston – diese Frau ist mir persönlich zuletzt von Die Nebel von Avalon in Erinnerung, ein Werk, das kaum jemand kennt und das man definitiv gesehen haben darf. Und auch, wenn diese Dame einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen und für ihr Schaffen inzwischen erkenntlich viele Preise bekommen hat … so wirklich “präsent” auf der Leinwand hab ich sie nie empfunden.

Ein wenig anders ist es schon mit Bill Pullman, der in meinem Leben erstmalig in Spaceballs in Erscheinung trat und dessen wohl prominenteste und in meiner Kindheit auch prägendste Rolle als Präsident in Independence Day sowie dessen Nachfolger war und damit sein Konterfei in mein Gehirn einbrannte.

Beide gemeinsam treten nun in Trouble gegeneinander an und brüsten sich mit verbaler Schlagkräftigkeit und dramatischer Lethargie. Die Aufschlüsselung, die man dem Plot angedeihen ließ, reißt mich zwar nicht sonderlich vom Hocker, die Rollenverteilung – bei der Huston definitiv die besseren Karten zugeschanzt bekommen hat – ist aber amüsant und sorgt grade zu Beginn des Films für unglaublich viel Kurzweil.

Dennoch hat mir – um hier eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen zu können – einfach zu sehr das gewisse Extra gefehlt. Man stellt sich eher die rollkragenpullovertragende Oma-Armada vor, die glückselig die Kinosäle bereist und wahnsinnig empört wieder nach draußen kommt, was heutzutage alles fürn Mist gedreht wird – auch wenn das jetzt unfassbar klischeehaft und vorurteilsbehaftet klingt … aber genau so ging’s mir: Es ist eben fast alles Heiter-Sonnenschein und damit einer dieser “American Moms”-Filme, die zwar herzallerliebste Szenen beinhalten, jedoch die Masse nicht beeindrucken und für die coole Gefolgschaft an Peinlichkeit kaum zu überbieten sind.

Damit muss man klar kommen, dann hat man mit diesem Film auch seine helle Freude.

.kinoticket-Empfehlung: Nicht zwingend für jüngeres Publikum geeignet, dafür aber bissig, scharf und genau so, wie sich “Oma” den Verlauf einer Story wünscht.

Kann man sich sehr wohl anschauen, sollte aber bedenken, dass dies eher für die gesetzteren Altersklassen geschaffen ist und nicht zwingend Schulfhoflektüre.

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 20. Dezember 2018

Original Title: Trouble
Length: 100 Min.
Rate: FSK 12

Venom (3D)

Dieser Film wird die Welt heilen. Er saugt all die Boshaftigkeit in sich auf, bringt die zerstörerische Wut unserer Generation in ein passendes Gefäß, lässt dieses explodieren und verteilt die genüssliche Wirkung von Rache, Feindseligkeit und Hass auf unsere Generation.

Diese Krankhaftigkeit, mit der unsere Zeit verseucht ist, bekommt hier ein Symbolbild und wird für Sehende verständlich auf die Leinwand gemalt.

Wer nicht mit Waffen draußen rumspazieren und seinem Ärger durch den Trigger Luft verschaffen will, kann dies völlig unschädlich jetzt auf der Leinwand auch einfach erleben: .kinoticket lösen, 3D Brille aufsetzen und dabei zusehen, wie Venom mit allem aufräumt.

Krieger dieser Welt, schnappt euch ein Pausenbrot, senkt eure Waffen, legt euch auf den Boden und lasst das Blut aus euren Wunden fließen: Ihr braucht vorerst nicht weiter kämpfen: Venom ist da!

Dieses Gefühl ist unbeschreiblich: Pause! Zeit für sich. Zeit, seinen eigenen Schmerz zu erleben, weil man nicht ständig für andere stark sein muss. Da drin … steckt mehr, als Sony oder Marvel weiß.

Ich hab stundenlang danach immer noch Gänsehaut gehabt und ich bin mir ziemlich sicher: Die Welt wird diesen Film nicht verstehen. David, this is for you. Only.

Es klingen überall Befürchtungen an, dieses Werk sei scheiße. Okay, Sony hat in der Vergangenheit nicht immer nur Brüller rausgehauen und Marvel ist dieses Mal nur “in association with” dabei, aber selbst das reicht, um endlich alles richtig zu machen, was vorher mit Spider-Man in die Scheiße geritten wurde.

Es ist das erste Mal, dass Marvel einen Charakter “einkauft”, den sie nicht selbst erfunden und auf die Leinwand gebracht haben. Und die Vorgeschichte ist durch alle, die vorher mit ihren Dreckhänden dran gepackt haben, im Arsch. Marvel muss diesen Charakter also nicht nur retten, sondern auch viele Lügen und Betrug bereinigen, der inzwischen in den Köpfen der Menschen rumgeistert.

Die .trailer zum neuen Spider-Man leisten da schon großartige Vorarbeit und die zerstrittenen Comic-Seelen dürften nun langsam beginnen, ihren Frieden mit dem Major-Label zu schließen und ihre Augen weiter öffnen für alles, was da kommen möge.

Vor dem Wiederaufbau die Zerstörung. Erst alles kaputtschlagen, dann schauen, was überlebt und neu hinstellen. Great American Spirit. Venom ist für’s Kaputtschlagen da und ich hoffe und bete immer noch, dass wir davon eine Trilogy bekommen werden, denn: Dieser Film wird unsere Welt heilen.

P.S: Schaut ihn euch in OV oder OmU an, die deutsche Synchronisation ist zwar ganz passabel, der Voice-Cast für Venom erfreulich düster und auch Tom Hardy‘s geile Performance wurde toll gemastered, allerdings sind einige Jokes im Englischen mit wesentlich mehr Profil gesegnet.

.kinoticket-Empfehlung: Das 3D ist nicht zwingend notwendig, den Film anzusehen dafür um so mehr: Es ist ein perfektes Spiegelbild unserer zerstörten Generation und vollbringt das, wozu alle Regierenden dieser Erde gerade scheinbar nicht in der Lage sind: Er haut mit riesigen Pranken auf den Tisch und beendet einfach alles und räumt auf.

Gebündelter Hass, vollzogene Zerstörung und dabei eine tiefschwarze Liebe, die einzigartig ist: Venom übernimmt den Kampf aller kämpfenden Helden und portraitiert damit auf der Leinwand, was außerhalb der Kinos gerade abgeht.

Nationen, zieht euch warm an, Venom ist da und ihr wollt ihn nicht als Feind.

Nachspann
✅ Die Presse wurde bereits vor der Weltpremiere bestraft, die Vorpremierenzuschauer haben sich selbst gegeißelt und die Kinogänger werden es wohl auch kaum lernen: Bei einem Marvel bleibt man bis zum Schluss sitzen.

Ja, der Abspann ist lang. Elends lang.

Ja, es kommt eine Zwischensequenz.

Ja, danach kommen noch 10 Minuten Abspann.

Ja, danach kommt noch ein Film, der den Vorfilm von Coco locker in der Zeit toppt. Nicht nur eine Sequenz … ein Film!!! Wer ihn verpassen möchte => Die Kinotüren sind die ganze Zeit offen.

Achja, und Venom steht draußen und prügelt euch wieder zurück in den Saal.

BLEIBT. ALSO. VERDAMMTNOCHMAL. BIS. ZUM. BITTEREN. ENDE. SITZEN!
Danke. 

Kinostart: 04. Oktober 2018

Original Title: Venom
Length: 112 Min.
Rate: FSK 12 (halte ich für wesentlich zu gering!)

Game Night

Stell dir vor, es gibt einen Comedy-Film, der an der FSK 18 Schiene kratzt, du willst nicht lachen – und alles, was aus deinem Mund kommt, sind Schreie vor Glück, da du nicht aufhören kannst, zu lachen 😂
Im Ernst: Niemals im Leben hätte ich Warner Bros. eine derart geballte Portion Humor diesen Ausmaßes zugetraut. Und niemals hätte ich erwartet, dass ich (und der komplette Rest des Kinos) deswegen am Boden liegt vor Lachen 😂
Es ist unfassbar, dass man gerade mit Jason Bateman in der Hauptrolle (der zuletzt für das Drama Office Christmas Party verantwortlich war) einen so dermaßen gelungenen Coup gelandet hat, der garantiert kein Zwerchfell unberührt lässt: Mit einer beschwingten, twistreichen und absolut unterhaltsamen Kurzweil lädt man hier den Zuschauer auf ein Spiel ein, dass er so garantiert noch nie gespielt hat.
Und ich schwöre: Es wird für jeden der witzigste Kinoabend des Jahres!
Wenns um Humor geht und ihr wissen wollte, worauf ich zu 100% stehe: Das hier! Unglaublich pointenreich, absolut nicht unter der Gürtellinie, Situationskomik zum Niederknien und ein Ende, dass geiler nicht sein könnte: Zieht euch … versprecht mir das … definitiv Game Night rein, sobald er in den Kinos anläuft!
 

.kinoticket-Empfehlung: So witzig, humorvoll und durchgeknallt habt ihr Jason Bateman definitiv noch nicht erlebt!
Dieser Film toppt alles, was dieser Kerl bisher gemacht hat – und hebt sich von der sonst so peinlichen Comedy durch exzellente Pointen und absolut nicht vorhandene Unter-der-Gürtellinie-Witze von allen Genrekollegen ab und sorgt für die spaßigste Runde beim Zocken dieses Jahr.
Haut rein und versprecht mir, dass ihr euch diesen Titel definitiv ansehen werdet!!!

 
Nachspann
Sitzen bleiben – und bis ganz zum Schluss spielen… denn nach dem Abspann kommt noch eine längere Sequenz!
Kinostart: 1. März 2018

(Trailer) Der dunkle Turm

Sagt über Stephen King, was ihr wollt.
 

Woooooaaaaaaaaahhhhhhhhhh gänsehaut powered by © Sony Pictures Releasing GmbH
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Würde ich den .trailer meiner Mutter zeigen, würde sie sagen: “Ich verstehe, warum dir das gefällt.”
Sie kennt mich. In und auswendig. Ich mich wohl weniger. Das einzige, was ich gemerkt habe, als das Ding das erste Mal über die Kinoleinwand flimmerte: Herzrasen, Schweißausbrüche, extreme innere Sehnsuchtsgeilheit nach dieser verdammt bösen, hartnäckigen und abgrundtiefen Düsternis, die man meiner Meinung nach das erste Mal ernsthaft und vollkommen glaubwürdig in Szene gesetzt hat.
Das da? Ein Stephen King? Ernsthaft?
Was ich bisher von seinen Verfilmungen gesehen habe, grenzt eher an minderwertiges B-Movie-Kino, das den Besuch oder Kauf kaum wert ist, es sei denn, man fährt auf diese Art von Film ab.
Hiermit? Durchbricht man womöglich endlich die Mauer zur Allgemeinheit und landet einen massentauglichen, stylisch in Szene gesetzten Hit, der der Leinwand würdig ist und hält, was er verspricht: Klassische Elemente, die ihn unverkennbar zu einem echten King machen, gepaart mit der Schauspielfähigkeit großartiger Männer unserer Zeit.#
Dazu noch dieses Thema, der Style, die Optik … ich wünschte, es wäre real und kann’s kaum abwarten bis zum
 
Kinostart: 10. August 2017
P.S. an alle Buch-Nörgler: Schaut NIEMALS einen Film, dessen Buch ihr gelesen habt. Oder haltet einfach die Klappe! Das gilt nicht nur für Stephen King-Verfilmungen, sondern für alle literarischen Werke. Aber ich will jetzt keine Diskussion vom Zaun brechen.

Southpaw

Eigentlich bin ich jetzt nicht der große Box-Fan, der sich ständig jeden Kampf auf RTL anschaut oder da in irgendeiner Weise mitfiebert.
Ein größerer Grund, weshalb ich mir Southpaw überhaupt geben wollte, war Jake Gyllenhaal, dessen schauspielerische Leistungen bei mir schon früher für Begeisterungsstürme gesorgt haben.
Und richtig: Auch dieses mal landet man wieder einen Coup, der sich durchaus sehen lassen darf und in seinem Genre vollends überzeugt.
Im Film kommt gleich zu Anfang Stimmung auf und man begibt sich auf die Reise durch das Leben eines Boxers, erlebt Höhen, Tiefen, Abstürze und Wiederauferstehungen, die sehr sentimental und berührend auf die Leinwand gebracht werden.
Das Schauspiel aller Beteiligten kann sich sehen lassen, die Dialoge sind präzise zurechtgeschnitten und die Emotionen kochen nicht gekünstelt, sondern zuerst brodelnd und später mitfiebernd in den Gemütern aller Zuschauer hoch.
Selbst im Kino neben mir begaben sich einige Pärchen an bestimmten Stellen des Films näher zueinander hin, weil sie dem Druck nicht standhielten und um Erlösung bangten, denn was hier gezeigt wird, crasht dir teilweise so richtig das Hirn raus und fordert deinem Empfinden einiges ab.
Eben typisch Gyllenhaal-Movie. Und genau das hat nicht nur beim mir einen super positiven und ummantelnden Eindruck hinterlassen, aus dessen Umarmung man sich nur ungerne löst.
Gerne dürfen mehr Sportarten in dieser Weise verfilmt werden. Ohne akribische Suche nach dem großen Durchbruch, sondern einfach heimisch verfilmt und den Menschen darin total nahe gebracht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit Southpaw landet man einen Volltreffer, was das Herantragen an die menschlichen Empfindungen angeht.
Die werden nicht nur teilweise überstrapaziert, sondern permanent so richtig gefordert, denn was man hier sieht, geht einem tierisch an die Seele.
Die ausbleibende Suche nach dem Gigantismus versüßt den heimeligen Auftritt dieses Sport-Movies noch zusätzlich und endet in einem mehr als gemütlichen Kinoabend, bei dem sogar auch die weibliche Fraktion durchaus Freude haben dürfte.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts interessantes mehr.

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