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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Schrecken

The Nun (inkl. Gewinnspiel)

Unter dem Beitrag gibt’s Freikarten für den Film zu gewinnen!
An alle Christenfreunde: Es wird kirchlich in den Kinos … und ihr dürft gerne mit Beten anfangen … zumindest suggeriert uns das der Film so.
The Nun ist die Konsequenz, die sich aus den Hauptfilmen The Conjuring und The Conjuring 2 ergeben, gefolgt von den Spin-Offs Annabelle und Annabelle: Creation. Folgerichtig hat man getan, was seinerzeit im Action-Segment mit Alien und Predator auch passiert ist: Man segmentiert das “Monster” aus dem Hauptfilm heraus und spendiert ihm einen eigenen Film.
Und da diese Horror-Reihe weltweit zu einer der beliebteren zählt, ist es klar, dass sich ein Großteil der Fangemeinde des Kinohorrors auf eben jenen Spin-Off megamäßig freut: Auch ich.
Was Warner Bros. uns da liefert, zählt auch tatsächlich endlich wieder zu “brauchbarem Horror”, der nicht so megamäßig enttäuscht, wie die unendlich gehypten Möchtegern-Bösewichte der letzten Jahre: Auch wenn man sich hier nicht mit Brillanz und Genialität übertrifft, sondern auf solidem Boden agiert, machen die Schockeffekte und der Look endlich wieder mal Spaß.
Die brutale Angst vor bösem Rot ist endlich gebrochen worden und man darf sich als Zuschauer endlich wieder an boshaftem Schwarz laben, ohne dafür schräg von der Seite aus angesehen zu werden: Diese Optik hat mir durchweg absolut gefallen.
Zudem spürt man, dass sich die Superbillig-Chinamüll-Manier vom Gesamteindruck verabschiedet und man sich tatsächlich dazu durchgerungen hat, einen etwas ernsthafteren Film zu kredenzen, der zwar immer noch mit Realitätsgetreuheit schwächelt, dafür aber in seinem Genre durchaus ernstzunehmen ist.
Dass Horror jetzt nicht der Mainstream-Massenfänger ist (war er nie), ist klar. Dass dadurch viele seriöse Pressevertreter seltsam mit den Augen rollen und man hierzulande auf komische Kritiken diesbezüglich stoßen wird, absehbar. Das erfordert dann einfach die natürliche Selektion, wer in den Film rennt und wer nicht: Es ist und bleibt ein Nischen-Genre, das durch The Nun nun einen nennbaren tollen Titel mehr hat, den man sehr schön auf der großen Leinwand bestaunen kann.
Das Fanherz schlägt definitiv höher, wenn man sich immer weiter in die obskuren Welten dieses Universums durchschlägt und in immer tiefere Gefilde eintaucht, die skurriler, merkwürdiger und böser werden – mit einer passablen Auflösung am Schluss, die nicht gut genug ist, um jetzt von dem neuen Plot-Durchbruch sprechen zu können, aber auch keine Hassgefühle hervorruft und die Leute langweilt.
Kurzum: The Nun ist genau das, was man eigentlich erwartet – dafür aber mit ausbleibenden Enttäuschungen, wie sie so oft in solchen Tragiken zum Vorschein kommen. Der Gang ins Kino deshalb definitiv lohnenswert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Führt konsequent das Conjuring-Universum fort und überzeugt mit hohem Niveau in seinem Genre.
Schockeffekte, Einfälle, Optik und Sound überzeugen und heben sich vom Horror-Schund deutlich hervor, bahnbrechende Elemente sucht man jedoch vergebens.
Der Gang ins Kino ist wegen des Fehlens anderer gleichwertiger Genre-Filme sehr empfehlenswert, erwartete Enttäuschungen bleiben aus. Sprecht eure Gebete! 😉

 
G E W I N N S P I E L
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Warner Bros. Ent. hat für meine Leserschaft zwei coole Freitickets klargemacht, die ich euch hiermit verlosen möchte. Zwei von euch dürfen also gratis in den Film, indem sie die gewonnenen Kinogutscheine an der Kasse eines frei gewählten Kinos abgeben und dafür Freikarten für eine Vorstellung von The Nun erhalten.
Voraussetzung ist, dass dieses Kino den Film im Programm hat (logisch) und in der gewählten Vorstellung noch freie Plätze verfügbar sind (eigentlich auch logisch). Die Gutscheine sind gültig bis 3. Oktober 2018 – bis dahin sollte ein Kinobesuch also definitiv möglich sein. Achja: Nur innerhalb Deutschlands einlösbar.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis einschließlich Mittwoch, den 12. September 2018 unter diesem Beitrag, warum ihr den Film sehen wollt und gebt dabei eine gültige E-Mail Adresse an.
Unter allen Kommentatoren wird der Gewinner dann via random.org ausgelost und per E-Mail benachrichtigt.
Ich drück euch die Daumen und wünsche auf jeden Fall allen schon mal extrem viel Gänsehaut und megamäßig viel fun in den dunklen Sälen. 🙂
 
Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 6. September 2018
Original Title: The Nun
Length: 96 Min.
Rate: FSK 16 | R

Ghostland

Wollt ihr mal wieder richtig guten Horror sehen? Dann ordert euch .kinotickets für Incident in a Ghost Land – wie der Titel im Original heißt und genießt die Show!
Ich bin ja bekanntermaßen Fan von Gruselfilmen auf der großen Leinwand und daher beständig auf der Suche nach Werken, die man auch Fans außerhalb dieses Genres empfehlen kann – und genau da bietet uns das auf Massenfilme getrimmte Kino oft nichts ernstzunehmendes, wofür man sich nicht in irgendeiner Weise fremdschämen muss.
Entweder landet man in stupider Verzweiflung oder es wird dermaßen auf Horrorcomedy gebaut, dass es als Normalsterblicher nicht mehr auszuhalten ist. Ghostland schafft hier gleich von Anfang an eine Mordsstimmung und prescht mit Karacho los, um den Zuschauer direkt zu fesseln und im Sturm zu erobern.
Ich weiß, Humor ist etwas, das den Geschmack treffen muss. Der punktete bei mir durch seine subversive Ader und brachte mich so eher zum Schmunzeln statt mir mit der Keule der Dummheit eins überzuziehen.
Was mir eigentlich als einziges gefehlt hat, war ein Twist am Ende des Films, der die Geschehnisse noch einmal in Frage stellt – quasi der finale Arschtritt, der dem Werk die Krone des Meisters aufzieht.
Da dies ausbleibt und man einfach so dahin dümpelt (was den Film keineswegs schlechter macht, und auch den Sehspaß während der Spielzeit nicht trübt), rede ich hier nicht von vollkommenem Horrorkino, sondern einem überdurchschnittlichen Werk, dass an wenigen Ecken etwas kränkelt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde des Horror-Kinos sind herzlich eingeladen, endlich mal wieder etwas auf die Kacke zu hauen und einen Film zu genießen, der sich über die bekannten Klischees hinwegsetzt und einfach gutes Kino liefert.
Einzig das Ende ist etwas enttäuschen, der Weg dorthin macht aber riesigen Spaß und erfreut jedes Gruselherz. Reingehen erlaubt 🙂

 
Nachspann
Nach der Schwarzblende seid ihr erlöst: Es folgen keine weiteren Szenen mehr.
Kinostart: 5. April 2018

The Boy

Ein Film, der den schlichten Titel “Der Junge” trägt, lässt nicht wirklich vermuten, dass es hier um erstklassigen Suspensehorror geht, bei dem die großen Beschützer unserer Nation so richtig tief in die Scheiße gegriffen haben.
Wieso? Das Teil hat von der Jugendschutzwahnsinnigenorganisation das Label FSK 12 verpasst bekommen. Was zu deutsch heißt, dass es absolut kein Problem darstellt, wenn Kinder im Alter von 6 (!!!) Jahren in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigen diesen Film ansehen.
Äh … nein! Never. Ever.
Ich bin ein Freund von Horrorfilmen und LIEBE es, wenn man mir Gänsehaut auf den Rücken schickt – und aufgrund der unzähligen, zehntausenden Titel, die ich in meinem Leben bereits gesehen habe, ist es verdammt schwierig, mich wirklich zu gruseln und das spannende Gefühl ausschüttenden Adrenalins zu produzieren. The Boy schafft das mit links.
Mein Stammkino weist bereits mit roten Schildern in den Foyers darauf hin, dass sie es als wertvoll und wichtig erachten, ihre persönliche FSK-Empfehlung dazu auszusprechen. Mein Gedanke dabei: FSK 16 ist sogar teilweise noch ein Kompromiss. Warum nicht 18?
Achja, dann verdient man ja nichts mehr. Es geht keiner rein und das Publikum schrumpft erheblich zusammen. Immerhin dürften solche Filme vor einer bestimmten Uhrzeit nicht gezeigt werden. Auch später im Fernsehen nicht.
Solltet ihr erwachsen sein, dann macht euch den Spaß und besucht eine Vorstellung von The Boy und überlegt euch, ob ihr dies eure Kinder um 14 Uhr alleine auf RTL II schauen lassen wollt. Ist nämlich mit dieser FSK-Freigabe der Jugendschutzwahnsinnigen kein Problem.
Ja, genau. Die Institution, die es für extremst wichtig erachtet, dass auf allen verkauften Filmdatenträgern vorne übergroße FSK-Logos prangen, um die Kinder und Jugendlichen vor geistiger Zerstörung zu schützen (!!!) ist exakt die gleiche, die es fertig gebracht hat, einem Film wie The Boy FSK 12 (!) aufzulabeln.
Dieses Mal bin ich mir fast sicher, dass diese Freigabe gekauft worden ist. Kein Mensch mit funktionierendem Verstand würde zulassen, dass solch ein Material in die Hände von 6jährigen Kindern gelangt! Willkommen, schöne, brutale Welt.
Sich damit zu entschuldigen, dass hier ja nix gezeigt wird kann man dieses Mal nämlich nicht. Dieser Film war der erste seiner Art, bei dem das Restpublikum wirklich still war. Und das, obwohl sie bei den Vorschautrailern am Anfang noch wild gekreischt haben.
War es Schock? War es die brutale, geistige Härte, die sich im Kopf abspielt, wenn man das sieht?
Nur eines vorweg: Der Trailer – egal, welcher – zeigt gar nichts. Was genial ist. Denn dann macht der Film trotz Trailerspoilerei noch tierisch Spaß.
Ich war auf jeden Fall geflasht und froh darüber, dass dies mein 250ster Film innerhalb meines Kinojahres war. Der kommt definitiv in die heimische Filmsammlung, denn ansehen kann man sich den ruhig noch drei, vier weitere Male. Wenn man erwachsen ist. Und sowas verträgt.
Mir hat das ganze Unterfangen einfach nur bewiesen, was für ein Heuchler die Freiwillige Selbstkontrolle Film ist. Wir ärgern uns heute immer noch über diesen scheiß Jugendschutzzwang auf den Covern, die die Industrie dazu veranlasst, Wendecover zu erfinden, um die Sammler nicht ganz so vor den Kopf zu stoßen und gleichzeitig lassen sie sich dazu herab, diesen Titel an Kinder auszuschenken und widersprechen damit ihren eigenen Prinzipien. Ist das die neue Art von Welt, in der wir leben? In der Kohle wirklich alles ist und das Wort Schutz offensichtlich nur als Gelddruckmaschine missbraucht wird, um hier und da noch etwas mehr abzukassieren?
Ich weiß es nicht. Ändert aber nichts daran, dass jeder geneigte Suspense-Fan sich diesen Scheiß hier reinziehen sollte. Denn so einen geilen, abartigen und gänsehautproduzierenden Wahnsinn habe ich immer gesucht und bisher nie gefunden.
Und in den großen, dunklen Kinosälen mit einem Betreiber, der weiß, dass solche Filme laut sein müssen, macht dieser Schocker nämlich richtig Laune! Ich könnte mir vorstellen, dass von der Intensität einiges flöten geht, wenn man ihn auf dem heimischen Fernseher schaut, dessen Bildgröße einem iPad Pro gleicht. Also Abflug ins Kino.
Und zuletzt noch ein Wort an die FSK: Wundert euch nicht, wenn wir in 10-20 Jahren mit ein paar Geisteskranken mehr überflutet werden, denn die Kinder, die sich das anschauen, können nur mit geistigen Schäden daraus hervorgehen – und daran seid IHR Schuld!
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte wissen, dass der Trailer absolut nichts von der Schockstarre zeigt, die sich im Kopf der Zuschauer manifestieren könnte, wenn man sich den ganzen Film ansieht.
Ich fand’s affengeil und würde jederzeit wieder reingehen, wenn dieser Titel nicht nur in den Spätvorstellungen laufen würde. Das wiederum haben die Kinos aber sensationell gelöst, um so zumindest etwas einzudämmen, dass sich kleine Kiddies diesen Kram ansehen. Laut Freigabe ist dies nämlich möglich, laut Inhalt sollte man genau das aber tunlichst vermeiden.
Fans von Suspense feiern hier eine Orgie, die so schnell sicher nicht überboten werden wird.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, aber du bist zutiefst berührt und grundiert geschockt. Das reicht, um wankend wieder auf die Straße zurückzukehren und ins echte Leben zu finden.

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