Kursk - Filmplakat
© 2019 Wild Bunch

Das Jahr 2000 ist irgendwie noch gar nicht so lange her, und dennoch sind schon wieder fast 20 Jahre vergangen, seit sich im Barentssee diese Ereignisse zutrugen.

Kursk ist die Verfilmung des Buches von Journalist Robert Moore: A Time to Die: The Untold Story of the Kursk Tragedy, das die tragischen Ereignisse dieses Manövers beleuchtet und hintergründig recherchiert hat. Und der Film dazu ist überraschend gut gelungen.

Wenn ich Matthias Schweighöfer lese, dann kriege ich erstmal Angst. Immerhin stehen seine Leistungen für mich nicht unbedingt für seriöses, internationales Schauspiel, sondern er markiert eher den deutschen Blödel-Großmeister, der sich mit seinen Kumpanen zusammengerottet hat und hierzulande abgreift, was andere bislang nicht erobert haben.

Doch Kursk ist keine deutsche Produktion, sondern wurde von Belgien, Frankreich und Norwegen zusammengetragen, was für mich wiederum verwunderlich ist, weshalb dann deutsche Namen wie Schweighöfer oder auch der von mir geliebte August Diehl darin auftauchen.

As said before – die Angst ist unbegründet: Hier markiert man keine Prolls oder lässt den Witzbold raushängen, sondern liefert international seriöses Schauspiel und stellt die Ereignisse nach, die einen – trotz bekanntem Ausgang – dennoch im Film mitfiebern lassen und hier unfassbar viel Sympathie, Mitgefühl und Spannung aufbauen.

Die ganze Erzählung wirkt selbst wie ein kuratiertes Kunstwerk, in der mehr die sensiblen, ethischen Absichten menschlicher Existenz in den Vordergrund gestellt, und nicht – wie erwartet – amerikanischer Patriotismus zelebriert wurde.

Gleichsam ist dieser Film ein Vorzeigebeispiel für junge Generationen, was in Sachen Politik vor ihrer Zeit falsch gelaufen ist und was sie demnächst dann gerne besser machen dürfen, auch wenn dabei die Hoffnung wohl eher Mutter der Gedanken ist als dass irgendwer ernsthaft daran glauben würde, dass sich dadurch etwas ändern ließe.

Zumindest kann am Ende keiner mehr behaupten, er hätte es nicht gewusst. Und ihr könnt mir nicht mehr vorwerfen, ich hätte euch nicht empfohlen, diesen Film unbedingt zu sehen, denn der ist berührend hoch 10 und fordert einige Male die emotionalen Nerven heraus.

.kinoticket-Empfehlung: Wahre Begebenheiten – erst geschrieben, dann verfilmt und trotz bekanntem Ausgang doch unglaublich packend und spannend erzählt.

Nachspann: Muss man nicht aussitzen, hier folgen keine weiteren Szenen.

Kinostart: 11. Juli 2019

Original Title: Kursk
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12