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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Roland Moller

Papillon

Wer sich an den hauseigenen Produktionen von Constantin Film stört, sollte etwaige Vorurteile geflissentlich fallen lassen und sich mit dem Phänomen einer “weißen Seite” auseinandersetzen: Dieser Film ist “eingekauft” und zählt daher nicht zur Fack Ju Göhte-Generation, sondern erzählt einmal mehr die wahre Geschichte eines Menschen, der erneut beweist, dass das Leben selbst die besten Geschichten schreibt.
Die ältere Fraktion wird sogleich nach Steve McQueen und dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1973 verlangen und sich wohl an den Neuerungen einer bereits verfilmten Story stören. Den Jüngeren, denen man solche “alten Schinken” nicht mehr vorzusetzen braucht, spendiert man mit King Arthur: Legend of the Sword-Darsteller Charlie Hunnam eine modernisierte und durchweg fesselnde Neuinterpretation einer grandiosen Aktion, die ihre Verfilmung selbstredend verdient hat.
Und wer sich jetzt fragt, woher man seinen Mitspieler bereits kennt, der sei auf die prächtige Mr. Robot-Serie verwiesen, in der er auch den Hauptdarsteller mimt. Die beiden führen zusammen durch eine glanzvoll und düster durcherzählte Historie, die gespickt mit glorreichen Bildern und einem fantastisch-tragenden Soundtrack eine absolut packende Story ergeben, die sowohl alt als auch jung in ihren Bann ziehen.
Ich habe im Rahmen der Pressevorführungen bereits Kritiken darüber gehört, dass der Neuverfilmung die flüchtige Leichtigkeit eines “Papillon” (Schmetterlings) ein wenig fehlt, finde es im Angesicht unseres erdrückenden Zeitalters aber überhaupt nicht schlimm, weil dadurch nichts von der Impression dieser Geschichte verloren geht, sondern man tiefst gebeutelt und definitiv nachhaltig beeindruckt wieder aus dem Saal entlassen wird.
Hunnam selbst hat für diese Rolle auch jede Menge Opfer gebracht und sich z.B. mehrere Tage komplett eingesperrt gelassen, keine freien Entscheidungen während des Drehs gehabt und sich den psychischen und physischen Anforderungen des Originals so weit als möglich angepasst, um der Rolle total zu entsprechen. Cast & Crew hatten die Absicht, keine Neuverfilmung im klassischen Sinne zu vollziehen, sondern sie wollten eine völlig neue, frische Interpretation der Buchvorlagen haben, damit daraus kein “billiges Remake” wird, sondern eine vollständig neu erzählte Geschichte.
Diesem Anspruch sind sie in meinen Augen vollkommen gerecht geworden, denn dieser Film macht keinen kopierten oder nachgemachten Eindruck, sondern berührt einen auf eine völlig authentische und tief beeindruckende Art und Weise und hinterlässt tiefe Spuren, die man so schnell nicht wieder vergisst.
 

.kinoticket-Empfehlung: Lasst euch vom Label nicht irrtieren, sondern kauft ein .kinoticket und lasst euch in diese absolut beeindruckende Spektakel entführen – es hinterlässt großartige Spuren!
Manch ältere Generation meint, dass hier die Leichtigkeit des 1973er Originals ein klein wenig fehlt, umso beeindruckende und “schwerer” ist die Neuinterpretation, die als Story als solches durchaus verfilmenswert ist und der heutigen Generation neuen Stoff zum Nachdenken und Staunen liefert.
Definitiv reingehen!

 
Nachspann
❌ Nach dem Endtext ist Ruhe, den Rest braucht man nicht auszusitzen.
Kinostart: 26. Juli 2018

Skyscraper (3D)

Dwayne Johnson in seinem neusten Superwerk: Ich habe es schonmal geschrieben, dass dieser Schauspieler einfach genau weiß, was er möchte, seine feste Fan-Base längst errungen hat und sie ihn für genau das lieben, was er tut: Solides Action-Kino zweiter Güte, viel CGI, Pompösität und ein billiges Drehbuch dazu, ganz, wie man es aus dem klassischen 90er-Jahre-Action-Kino kennt.

Ich denke, mittlerweile dürfte jeder die gleichen Erwartungen an einen Film wie diesen habe. Johnson steht für sein eigenes Genre, für das man ihn kennt und liebt (oder hasst). Und mit jenen Erwartungen bin ich auch in die Show getigert und habe geschaut, was so auf mich zukommt.

Und Leute? Es kracht. Gewaltig. Um es vorweg zu nehmen: Ich glaube, dass dies mit Abstand der beste Film von Johnson geworden ist, den er je herausgebracht hat. All seine Vorläufer (San Andreas, Rampage, Jumanji etc.) kommen bei weitem nicht an das Niveau ran, das man hier auffährt!

Designtechnisch ist das Ding schon mal die absolute Wucht. Klar, hier haben so ziemlich alle bekannten CGI-Studios ihre Finger im Spiel gehabt und mit der neuesten Technik spielen dürfen und das merkt man. Das Ding ist eine optische Augenweide, wie es sie bisher nicht gegeben hat. Dagegen stinkt sogar Passengers ab und den habe ich ja auch wegen seiner Optik vergöttert. Damit hätten wir ein neues Level von Ästhetik und Schönheit erreicht, dass Maßstäbe setzt und dem Kinozuschauer exklusive Einblicke in die Welt des modernen Kinos präsentiert, die ein .kinoticket bereits jetzt schon vollkommen rechtfertigen.

Doch neben der puren Schönheit und Ästhetik tanzt man ebenfalls den Tanz der üblichen Action-Plots, die damals schon lächerlich waren und es heute noch stellenweise sind, obgleich man hier einen sanften Unterton angeschlagen hat, der Lust auf mehr macht und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt: Schmeißt in den Drehbüchern noch mit etwas mehr Hirn um euch und lasst die typischen Actionkracher-Dummheiten gänzlich sein und Marvel bekommt Jünglings-Konkurrenz!

Beim Soundtrack, der (technischen) Kulissenauswahl und dem Look & Feel des Films hat man definitiv voll ins Schwarze getroffen und liefert hier mehr, als man letztendlich erwartet hätte: Grandioses Popcorn-Kino, dass Avancen zum Megablockbuster aufweist und das ich liebend gerne auf der neue LED-Leinwand in Esslingen betrachten wollen würde: Cinema-LED, neue IMAX-Lasertechnik und damit eine völlig neue Generation der Kino-Publikationen hat begonnen und Skyscraper ist genau der Stoff dafür, den man sich auf diesen Leinwänden besehen sollte.

Der Actionkracher startet heute Abend in den Kinos und ihr tätet gut daran, eure üblichen Pläne auf Eis zu legen und euch ins größte Kino der Umgebung zu verziehen, um diesem Machwerk beizuwohnen, denn es lohnt sich seit langem endlich mal wieder, den Abend mit bester Unterhaltung zu beginnen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Liefert extrem viel mehr, als man erwartet und macht richtig Spaß dabei: Dwayne Johnson‘s bislang bestes Werk in einer überwältigenden Optik-Wucht und ästhetischem Design, dass einen glauben lässt, man wäre im Himmel!

Der Plot krankt wie üblichen an den bekannten Action-Dummheiten, bleibt seinem Genre damit aber konsequent treu und liefert nichts neues, sondern zwingt hier und da zum unfreiwilligen Lachen, dafür haut der Rest des Films einen tatsächlich vom Hocker.

Beste Popcorn-Kino-Unterhaltung ist auf einem hohen Niveau garantiert, dass es bisher so nicht gab: Leute, geht da rein, solange die größten Screens damit beseelt werden: Es lohnt sich!

 

Nachspann
✅ Wo man im Film selbst oft das Gefühl hat, es wird zu wenig davon gezeigt: Hier kommt es – also bleibt sitzen, bis es wirklich dunkel wird und der übliche Nameroll abläuft.

Kinostart: 12. Juli 2018

Original Title: Skyscraper
Length: 103 Min.
Rated: FSK 12

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