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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Rob Lowe

Super Troopers 2

Seit 2001 musste die Fanbasis von Super Troopers – Die Superbullen darauf warten, dass ihr damals so erfolgreich im Kino gestarteter Film endlich eine Fortsetzung spendiert bekam. Die Machern haben sich dazu entschlossen, 15 Jahre darauf zu warten, um nicht ausschließlich für diesen Filmgaudi bekannt zu sein – und meine Frage ist: Warum?
Scheinbar kam der erste Teil damals so immens gut an, auch wenn der Regisseur davon spricht, dass dies die Zeit gewesen sei, in der er die meisten Anfeindungen und bösen Kritiken bekommen hätte – aber da kann ich nur sagen: Who cares?
Fakt ist: Genau diesen Schmarren wollen Kinder, die in den 90ern aufgewachsen sind, doch sehen! Das ist das gute alte, traditionsreiche Klamauk-Kino, mit dem wir großgeworden sind und dass diesen ganzen banalen, stumpfsinnigen und zum Schreien komischen Scheiß verzapft, der auf der Leinwand und im Kino einfach unglaublich viel Spaß macht!
Die Gags sind teilweise so doof, dass man darüber lachen muss und allem Rumblödeln fehlt niemals der Style und die Courage, zu seinen Dummheiten zu stehen. Damit macht man biedere Vorbilder zu ikonischen Figuren auf der Leinwand und präpariert sie als Steilvorlage für Lachsalven sondergleichen.
Ich kann verstehen, wenn die Feuilleton-Elite sich nicht damit auseinandersetzen mag und es als “Unfug” abtut. Ich kann verstehen, wenn man ernsthaftes Kino erwartet und so einen (positiven) Scheiß serviert bekommt, man leicht angepisst ist oder irgendwas boshaftes darüber schreibt.
Tatsache ist aber: Ich habe mich selten so vergnüglich im Kino amüsiert und hatte so viel Spaß in einem Film, dessen Vorläufer ich bis dahin noch nicht kannte. Danach schaut man dreimal im Kalender nach, ob wirklich 2018 ist, denn man fühlt sich gezeitreist und denkt tatsächlich, die Hochblüte der 90er ist gerade am Gedeihen!
Auf diesen Schmarren muss man sich vorher einlassen oder einfach völlig unbefangen und lockerflockig ins Kino spazieren und der Dinge harren, die da kommen mögen. Es dauert nicht lange, bis man unfreiwillig zu lachen beginnt und der Rest kommt dann ganz von selbst. Vertraut mir.
Allein die Gag-Ideen gehören teilweise ausgezeichnet, denn hier wird mal kein Unterhosen-Humor en masse produziert, sondern man hat sich wirklich etwas einfallen lassen. Und dass nicht nur ich so denke, davon zeugt der Umstand, dass dieses Projekt mit einer Crowdfunding-Aktion begonnen wurde, die als die zweiterfolgreichste aller Zeiten im Bereich “Film” gilt. Die Fans wollen es. Und was sie geliefert bekommen, entspringt 37 Drehbuchentwürfen, die man sich zusammengestückelt hat, um möglichst viele Gags zu schreiben und auf einen reichen Fundus an Lachsalven-Granaten zurückgreifen zu können.
Und glaubt mir eins: Das Ding zündet. Und zwar sowas von.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch wenn sich unsere herrschaftlichen Kinos damit zurückhalten sollten, in die Kapitalbresche zu springen und den Film ordentlich ans Publikum auszuliefern, stürmt die Säle, die sich diesen Coup getraut haben: Es lohnt sich!
Selten habe ich über so viel Blödsinn gelacht und einige Szenen sind derart zum Schreien, da kommt unsere moderne Millennium-Welt längst nicht mehr mit. Dies ist genau das klassisch-traditionelle Comedy-Kino, von dem ich mir so viel mehr wünsche, als es heute existiert.
Danke Broken Lizard, danke FOX und danke an alle, die daran beteiligt waren. In 15 Jahren wollen wir Teil 3! 😀

 
Nachspann
✅ Ja, und bitte bleibt bis ganz nach dem Abspann sitzen. Das Ding hört wirklich erst ganz zum Schluss auf. Und das ist keine billige Blabla-Szene, sondern noch richtig viel Film am Schluss.
Kinostart: 12. Juli 2018

Monster Trucks (3D)

Hinweis zur Sneak Preview
In der Sneak lief diese Woche der Film LION – Der lange Weg nach Hause, den ich hier bereits bewertet habe. Daher geht es heute mit dem regulären Kinoprogramm weiter.

Wer den Trailer des Films gesehen hat, kennt eigentlich fast schon die ganze Geschichte und kann sich den Besuch im Kino fast sparen. Es sei denn, man ist weiblich und dem Hauptdarsteller verfallen oder hat einen Faible für kids-like Transformers-Action, denn dieser Eindruck wird im Trailer vermittelt, dass man hier die Kiddieversion der größeren Blechbrüder abgedreht hat.
Allerdings wäre es an dieser Stelle wohl ein Fehler, wenn ich gewisse Abstriche nicht erwähnen würde.
Da wäre zum einen die Animation, die mich stark an die frühen Stephen King-Verfilmungen erinnert und mehr so in Richtung Der Nebel deutet als sich tatsächlich an den scharf-brillierten Bildern der Transformers-Reihe auszurichten. Dafür war wohl das Budget nicht ganz ausreichend.
Womit ich auch etwas größere Probleme hatte, war die Idee, die im Grunde ja eigentlich gar nicht schlecht, dafür aber im Film so dermaßen unglaubwürdig umgesetzt wurde, dass die gesamte Story zur Lachnummer mutiert als mit einer aus der Norm ausbrechenden Geschichte zu begeistern.
Man kauft den Darstellern ihre Drehbuchtreue im gesamten Film nicht wirklich ab. Und in Verbindung mit den gewöhnungsbedürftigen Animationen kommt dann während dem Schauen durchaus mal Langeweile auf.
Ich könnte jetzt aber auch nicht wirklich sagen, woran es genau hapert: Irgendwo passen die im Film vereinten Welten wohl nicht ganz zusammen oder der Mensch als solches hat Probleme damit, diese beiden Elemente miteinander zu verbinden, weil man sein ganzes Leben dahingehend programmiert wird, dass genau das eigentlich nicht zusammen gehört.
Wie dem auch sei – diese Disharmonie schwingt den ganzen Film über im Raum und bereitet zumindest denkenden Zuschauern gewisse Kopfschmerzen.
Gegen Ende wird man dann tatsächlich noch mit etwas Drive, Action und ungewöhnlichen Szenen belohnt, die den Kinogang als Ganzes meiner Meinung nach aber auch nicht rausreißen.
Nochmal anschauen würde ich mir den Film auf keinen Fall, dann lieber die richtigen Transformers-Filme raus kramen und die zum 4978sten Mal anschauen!
 

.kinoticket-Empfehlung: Das Zielpublikum scheint auch hier wieder in den pubertären Bereichen angesetzt zu sein, denn bei Älteren zieht man mit dieser Idee wohl kaum mehr Begeisterungserscheinungen aus den Gesichtern.
Das 3D kann sich dafür stellenweise wirklich sehen lassen und ist – sofern man sich für diese Vorstellung entscheidet – tatsächlich sein Geld wert.
Ansonsten würde ich diesem Film das Label “Transformers-Discountfilm” verpassen, der es in meinen Augen ziemlich auf den Punkt bringt.

 
Nachspann
Hier wurde auch bis zum Ende mit 3D-Animationen gearbeitet, die die wahrlich gute räumliche Umsetzung aus dem Film konsequent fortsetzen. Wer sich die bunten Bildchen sparen will, darf aber gerne schon vorher aus dem Saal – das Warten auf eine weitere Szene ist auch hier vergeblich.

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