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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Rettungsaktion

Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes

Verrückte Titelnamen, verrückte Plakate – verrückte Filme.
Sowas ist man üblicherweise aus Frankreich gewohnt und gegebenenfalls noch aus der Türkei, aber doch nicht aus Deutschland und der Schweiz?
Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes wirft eine komplett spaßige, humorgeladene und für Kinder attraktive Geschichte auf die Leinwand, die man sich – allein schon, weil das keiner glauben mag – definitiv mit seinen Kids gemeinsam im Kino anschauen sollte.
Klar wird hier wieder etwas mehr auf jüngere Zuschauer eingegangen und ein bisschen Logik und Normalität zugunsten der Bespaßung geopfert, dies trägt dem Film aber einen authentischen Anstrich auf und hinterlässt auch bei Erwachsenen keine bleibenden Schäden 😉
Das frühkindliche Verhalten reflektiert man hier mit untergrabener Moral, so dass den Kindern keine traurig-dahinsiechenden Situationspointen vor die Füße geworfen werden, sondern man in spannender, witziger und absolut kinotauglicher Atmosphäre etwas über richtiges Verhalten lernen kann.
Mir hat’s sehr gefallen und ich kann diesen Film bedenkenlos für Familien empfehlen. Der Kino-Sonntag ist damit gesichert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unglaublich, dass dieses Land so etwas herzlich-komisches zustande bringt und es dabei schafft, die ganze Familie zu unterhalten.
Geprägt von unterschwelliger Moral düst man hier volle Kanne in ein Abenteuer, das die kleinen Racker so schnell nicht mehr vergessen werden.
Wunderbare Filmlektüre für einen entspannt-verregneten Sonntag für die ganze Familie.

 
Nachspann
braucht keiner sitzen bleiben, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

The Finest Hours (3D)

Als die 3D-Brillen in den Sneak-Saal getragen wurden, schränkte sich die Vielfalt möglicher gezeigter Filme auf einmal nur auf diesen einen einzigen ein: Was sonst hätte in 3D gezeigt werden können, das demnächst irgendwann anläuft?
Das Disney-Logo am Anfang verwirrte mich zwar ein wenig, da ich diesen Film dem Trailer nach eher anderen Studios zugemutet hätte und die Studiofrage wohl verdrängt habe, das Ergebnis wankt dann aber genau an diesem Faktor.
Was genau verbinden wir denn alle mit Disney? Märchen, Sagen, Piraten und die liebreizende Welt gemütlicher Familienstunden mit massentauglicher Unterhaltung.
The Finest Hours versucht anfänglich, genau so etwas aufzubauen. Die Kostüme, das Kulissenbild, die Stimmung und Zeit befördert einen geradewegs in ein Disney-Märchen und will hier die konstruiert aufgesetzte Geschichte erzählen, die die beiden Hauptdarsteller umrankt. Dass es vordergründig um etwas ganz anderes gehen sollte, wird in der ersten halben Stunde so gut wie kaum klar.
Ein Punkt, an dem ich innerlich die ganze letzte Woche haderte, war, zu erklären, dass ich hier die filmische Umsetzung dieser Geschichte kritisiere und nicht das Geschehen der echten Personen bewerten möchte. Sollte dies in dem gezeigten Ausmaß und Umfang tatsächlich so stattgefunden haben, genießen die Originalpersonen meinen tiefsten Respekt und ich möchte ihren Heldentaten keinen einzigen Funken absprechen oder abwertend darüber urteilen.
Da sich der Film jedoch an einem Buch orientiert, das wiederum “nur” auf wahren Begebenheiten beruht, spricht dafür, dass so manch überzogener Zufall im Film doch eher hollywoodeske Liebäugelei mit unrealistischen Tatsachen zur Steigerung des Unterhaltungswertes darstellt und keinesfalls in seiner Gänze als “wahr” wahrgenommen werden sollte. Sollten die Dinge tatsächlich so passiert sein, dann sind die wahren Helden wohl die unzähligen Schutzengel, die so eine wahnsinnige Aktion überhaupt ermöglicht haben und dafür sorgten, dass jemand exakt an dem Punkt aufkreuzt, wo er zu sein hat.
Auch in Sachen Emotion, mitfiebern und “Panik” bei den Zuschauern füllt man den Saal hier eher mit Dunkelheit. Wäre ich gemein, würde ich sagen, dass 80% der Schauspieler 80% der Zeit nur mit Kucken beschäftigt sind und dies aus den immer gleichen Kameraperspektiven aufgenommen wurde. Dialogträchtigkeit mit inhaltlichem Tiefgang sucht man auf dieser See vergebens. Stattdessen wird dem Sturm von angeblichen Fakten nachgegangen, die irgendwie abgespult und währenddessen noch die obligatorisch-konstruierte Liebesgeschichte obendrein zum Besten gegeben werden.
Glaubt man dem Abspann, ist diese den Bildern nach zu urteilen dann tatsächlich vorhanden, jedoch fühlte ich mich in keinster Weise unterhalten oder erschlagen, sondern eher vehement lange gequält.
Als Kinogänger ist man mittlerweile verwöhnt mit episch-tragischen Heldentaten, mit sinnigen Geschichten und Profil, mit tränenangereicherter Moral und Umständen, die den Saal zum Beben bringen. Während der Vorstellung hab ich auf all das die ganze Zeit gewartet und war mir irgendwann dessen bewusst, dass der Seegang des Niveaus sein Endziel bereits erreicht hatte und ich auf nichts weiter zu hoffen brauchte.
Geht man völlig vorbehaltlos an die Sache ran, verbleibt einem dennoch das ungute Gefühl im Magen, dass hier in gewisser Weise nichts gesagt wurde und die Darsteller sowie der Plot den inhaltlichen Ansprüchen der “spektakulärsten Rettungsaktion” aller Zeiten wohl eher der Strom ausgegangen ist, als erfüllend zu unterhalten.
Und man fragt sich zum Schluss: “Was haben die denn jetzt im Ernst überhaupt gemacht?”
 

.kinoticket-Empfehlung: Sollte das tatsächlich die größte Rettungsaktion überhaupt gewesen sein, dann muss man von den Erzählungen noch ein ganzes Stück weiter abweichen, um sie als Geschichte fürs Kino glaubhaft und tauglich zu machen.
Die Personen und der Plot kommen derart träge und fast lieblos rüber, die Dialoge entbehren jedwedem tieferen Sinn und die eigentliche Heldentat besteht gewiss nicht aus den Grundlagen einer gut erzählten Geschichte.
Vielmehr versucht man hier, Disneys Image einem Film aufzudrücken, der aufgrund von Tatsachenberichten nicht in die Welt der Fantasie ausbrechen darf und somit an sich selbst zugrunde geht. Gutes Essen genießt man auch entweder heiß oder kalt und niemals lauwarm.
Darüber oder darunter kommt dieser Film aber nicht – und genau das macht ihn für mich ungenießbar.

 
Nachspann
bleibt von weiteren Enthüllungen verschont. Wer sich dafür interessiert, kann sich am Anfang noch mit Bildmaterial begnügen, das wohl die echten Personen dieses Dramas zeigt, danach folgen aber keine weiteren visuellen Eindrücke mehr.

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