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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Regeln

Wahrheit oder Pflicht

Okay, Klartext: Im Presseheft ist vom “Meister des Horror-Films Jason Blum” die Rede, von “äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen”, von “Geschichte, deren Rahmenbedingungen eine Herausforderung sind”.
Ich blätter wieder zu, schau nochmal auf das Cover: Jap, ist wirklich von Wahrheit oder Pflicht die Rede.
Gut, ich hatte den .trailer im Rahmen der Sneak Preview bereits angeteasert gesehen, und die ist grundsätzlich FSK 18 – also darf alles gezeigt werden, auch im Vorprogramm. Und es hat mich nicht begeistert, sondern eher enttäuscht. Alle anderen so: “Ja, der wird mega geil!” – Ich so: “Ähm, ich hab da so meine Zweifel, denn der .trailer zeigt bereits genügend Macken, die eigentlich voraussagen, dass das Ding einfach scheiße wird.”
Was eignet sich besser, als den Film einfach zu sichten? Nichts. Kein Gelaber mehr – Fakten auf den Tisch.
Hand hoch: Wer will nochmal die Abhandlung über das “Horror”-Konzept von Blum hören? Bausteine? Billiger Plot? Keine Lust, irgendwas explizites zu kreieren? Usw.? Keiner?
Gut, dann erspar ich euch das an der Stelle und rege mich heimlich und leise über was ganz anderes auf: Dieser Schuppen hat mit Get Out unfassbare Summen eingefahren, er hat – und ich meine, mich daran zu erinnern, darüber auch bereits schonmal lautstark rumgenölt zu haben – Herausforderungen wie die The Purge-Reihe auf die Rippen gestellt, Happy Deathday als Überraschung im Kino gebracht und jetzt zu all dem noch Kohle in den Taschen.
Und was kommt?
Wahrheit oder Pflicht.
Ernsthaft jetzt?
Ich mein, nicht dass der Titel nicht vielversprechend wäre und man daraus nicht eine endgeile Story rauskitzeln könnte, so mit “Welt geht unter – alles am Arsch … Raumstation … letzter Funkspruch: Wahrheit oder Pflicht?” – Nein… Achso… ähm … ja, hier war ja was mit “ich spoiler nicht” – äh … stimmt, aber das kommt ja auch nicht. Jason Blum als Leihgabe für miesen Horrorgeschmack ist in seiner Meister-des-Horrorfilms-Genialität ja längst über all unsere Vorstellungen hinaus und hat die grundgeniale Kombination an Überraschung und Grandiosität entdeckt. Nicht.
Es ist nämlich einfach nur billigster Abklatsch von allem bisher dagewesenen, nur in unlustig und langweilig. Der ganze Film hat überhaupt keinen Drive, die einzige Stelle, die wenigstens lustig und langweilig war, war wieder so selten dämlich, dass man sich das auch hätte ersparen können und während der Show haben mir links und rechts ständig Leute reingequasselt, was sie meinen, das als nächstes passieren wird.
Und – ihr dürft raten – sie haben ihren Satz teilweise kaum zu Ende sprechen können, da ist es auch schon passiert.
Scrollen wir noch einmal zurück: “äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen” – was zu lassen? Rätselhaft? Was denn? Wenn jede kleinste Handlung bereits schon Stunden im Voraus von jedem Dahergelaufenen vorausgesagt werden kann? Ernsthaft jetzt? MEISTER DES HORRORFILMS?
Mir kommen die Tränen!
Und ich erinnere nochmal daran: Dieser Verein schwimmt mittlerweile im Geld! Sie könnten also … ordentliche Drehbuchschreiber engagieren… äh … der hat ja schon mal einiges geschrieben.
Unter anderem das Drehbuch zum X-Men/Deadpool Spin-Of X-Force, der uns im Herbst beglücken soll.
DAS ist nun wahrhaftiger Horror.
NEEEEEEEIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNNNNNN…
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab gewonnen: Er ist so, wie ich im .trailer bereits vermutet hab.
Aber andererseits haben Blum-Filme es ja nicht umsonst auf das Treppchen des Erfolgs geschafft, also irgendwelche Geister muss es geben, die dafür .kinotickets ordern und ihn damit erfolgreich machen. Denen wird der Stoff dann sicher auch gefallen.
Ich fands ehrlich gesagt nur zum Kotzen – und das ist allein meine persönliche Meinung, von der ihr euch alle bitte überhaupt nicht beeinfluss… ach vergesst es!

 
Nachspann
Nö. Also einfach nein.
Kinostart: 10. Mai 2018

Ready Player One (3D)

Steven Spielberg ist der erfolgreichste Regisseur aller Zeiten, der auf ein Repertoire an Filmen zurückblicken kann, die legendär-episch und definitiv prägend für die Geschichte Hollywoods und auch für die Geschichte des Films an sich sind.
Neben Kevin Feige (Avengers) zählt er zudem zu den erfolgreichsten Produzenten aller Zeiten, zumindest, wenn man sich die Einnahmen mal so ansieht.
Seine Lebenswerkliste liest sich runter wie das Who is Who in Hollywood und wer bin ich schon, dass ich einen Großmeister wie ihn kritisiere.
Ich tu’s trotzdem!
Ready Player One – als sein neuester Geniestreich – ist ein Film, der als allererstes Mal ein Kniefall vor den 80ern ist, was man an der diebisch freudigen Hingabe und Exzellenz spürt. Spielberg hatte definitiv seinen Spaß daran und es ist dabei völlig egal, ob er seinen Kindern eine Freude machen oder sich und den Rest der Welt nostalgisch in dieses Zeitalter zurück katapultieren wollte: Gepaart mit dem vollmundigen Humor und der vor Easter Eggs und Anspielungen triefenden Tiefe, mit der er in dieses Jahrzehnt abtaucht, erlebt man als Zuschauer einen ehrenhaften und respektvollen Kniefall vor einem Jahrzehnt, aus dem die heutigen Generationen, die .trailer und Plakat ansprechen sollten, wohl schon längst entwachsen sind.
Die Leute, die damals mit den entsprechenden “Artefakten” in ihrer Jugend groß geworden sind, können nun endlich dankbar den seinerzeit von Pixels vermasselten Versuch als gelungen bezeichnen, einer Ära den Respekt zu zollen, die es verdient. Was damals in lächerlicher Peinlichkeit versank, kommt dank Spielberg und seiner exzellenten Fähigkeit, solide Filme zu machen, nun endlich vollkommen zur Geltung.
Wie ich jüngst schon einmal schrieb: Spielberg gehört der konservativen Generation an, die es noch gewohnt ist, Filme zu machen, in denen man sich etwas ausdenken musste, um es glaubwürdig an die Zuschauer weiterzugeben. Er gab sich auch in der Vergangenheit nicht mit einem Versuch ab, sondern war – wie z.B. James Cameron auch – eine wegweisende und innovative Größe, die nicht einfach das tat, was ganz Hollywood schon mehr oder weniger versuchte, sondern der Meilensteine setzte und damit maßgeblich das nächste Zeitalter einläutete. Spielbergs Filme waren visionär, er war ein Mann, der sich Gedanken darum macht, was demnächst kommt und dem man durchaus nachsagen durfte, dass er sich auf der Ebene eines Genies bewegte.
Genau dieser Tupfer hat mir bei Ready Player One gefehlt. Natürlich versucht er, über moderne Techniken zu akkumulieren, dass sein Werk im Jahr 2018 tatsächlich ein Existenzrecht hat, was sich mit dem Kniefall vor den 80ern aber irgendwie beißt, da die Generation 80er schon längst aus den Kinderschuhe raus ist und dafür auf breiter Fläche viel zu wenig Zeit hat, um sich mit etwas derartigem zu beschäftigen, auf der anderen Seite mir von Spielberg zu wenig Innovation aufgefahren wurde, um daraus ein legendäres Masterpiece zu machen, dass in die Annalen der Geschichte eingeht.
Wäre ich böse (und ihr wisst, dass ich viel zu brav bin ^^), würde ich sagen: Man könnte es mit der katholischen Kirche von 1604 vergleichen, die dir erzählt, dass weiterhin alles so bleibt, wie bisher, man aber jetzt die Bibel auch auf dem iPad lesen könne. Innovation. Yeah.
Genau diese Bauchschmerzen, dieses “Können, aber aus Gründen nicht so richtig wollen”, dieses Abgeschleifte, damit sich keiner so richtig dran stößt, das “auf alle Märkte zugeschnitten sein” beißt sich mit der einst vorpreschenden Marke, die Spielberg schon immer ausgemacht hat.
Keine Frage: Die Actionszenen sind allesamt grandios umgesetzt, es kracht gewaltig und für’s Auge ist immens viel geboten. Wer sich für den Film entscheidet und dabei auf 3D verzichten möchte, sollte hochkant wieder aus dem Kino geschmissen werden, denn das wäre ein unverzeihlicher Frevel – das 3D ist gigantisch! Und zwar permanent! Da wurde nicht gespart und es rummst auch gewaltig.
Am Drehbuch scheitert es allerdings ein bisschen, da kommt meiner Meinung nach viel zu sehr die brave Anstandsmoral, die man auch schon aus BFG – Big Friendly Giant kennt, durch. Hier hat er sich meiner Meinung nach einfach ein wenig zu viel selbst gefeiert und dabei vergessen, dass nicht nur das (durchaus erlaubte und verständliche) Zurückschauen auf vollbrachte Taten an der Tagesordnung stehen sollte, sondern man den einen Schritt, den bisher noch keiner gewagt hat, eben auch noch hätte gehen sollen.
Ja, ich weiß, das ist Jammern auf sehr sehr hohem Niveau – doch jemand, der eben nicht grad erst damit begonnen hat, sondern unglaublich viele Filmjahre und -erfolge auf dem Buckel hat, darf man – denke ich – auch etwas anspruchsvoller kritisieren.
Für gute Laune, spaßige Unterhaltung und ein Easter-Egg-Feuerwerk an Anspielungen auch auf mein liebstes Jahrzehnt ist definitiv gesorgt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Spielberg ist ein Genie, der auch dieses Mal wieder bis an seine Grenzen gegangen ist, ohne jedoch den einen entscheidenden Schritt auch noch zu gehen, der aus Ready Player One ein unvergessliches Meisterwerk hätte machen können.
Stattdessen hört er an dem Punkt auf, wo er auch die letzten Jahre schon stand, ohne dabei nicht trotzdem einen Reißer abzuliefern, der andere Filme mit Leichtigkeit in den Schatten wirft.
Für DIE Empfehlung der Woche reicht es definitiv – allerdings bitte NUR in 3D – denn das ist so grandios wie schon lange nicht mehr!

 
Nachspann
braucht man nicht abzuwarten, hier folgen keine After-Credits.
Kinostart: 05. April 2018

Peter Hase

Schlagt mich, aber ich muss etwas loswerden: In letzter Zeit tauchen immer mehr Filme auf – und Peter Hase ist ein Paradebeispiel dafür – die kein klassisches Genre mehr bedienen, auf das man sich verlassen kann, sondern es vermischt sich – genauso wie auch schon in der Musik alles immer vielfältiger geworden ist.
Genau das passiert jetzt nicht mehr nur mit den Genres, sondern auch mit den Bewertungskriterien, in die man Filme klassischerweise kategorisieren kann. Was sich früher simpel in “mega”, “mittelmäßig” und “schlecht” einordnen ließ, bewegt sich jetzt immer differenzierter und dabei ist mir kürzlich ein besonderes Neugenre im Einordnungssystem aufgefallen: gutschlecht.
Gemeint sind Filme, die eigentlich schlecht sind und von den Kinogängern auch der Einfachheit halber als schlecht bezeichnet werden, aber gleichzeitig so viele grandiose Szenen, Jokes oder Momente haben, die eigentlich verhindern, den Film als schlecht zu markieren. Das bedeutet aber nicht: So schlecht, dass sie schon wieder gut sind, und auch nicht schlechtschlecht, also grottenschlecht, sondern eben grundsätzlich schlecht mit zu vielen geilen Momenten, die per Definition wieder einen mittelmäßigen Film draus machen würden, aber dafür wäre er zu schlecht.
Kommt ihr noch mit?
Genau da tu ich mich gerade besonders schwer, bei Peter Hase eine ehrliche, würdige und aufrichtige Einschätzung abzugeben, denn der Film ist einfach ein Paradewerk von Schrödingers Katze – gleichzeitig gut und schlecht.
Er hat genügend Momente, die durchaus witzig sind, er ist frisch, er trumpft mit inspirierenden Ideen auf und bereitet gleichzeitig Langeweile, verbreitet Klischees oder zündet an vielen Stellen nicht, so dass man oft darüber nachdenkt, warum das eigentlich alles. Und bevor man in depressive Gedanken abgleitet, kommen wieder Momente, die reich an Gefühlen oder Humor sind und einen aus dem Tal des Aufgebens herausreißen, es aber allgemein nicht schaffen, daraus einen Film zu machen, den man mit Freuden anderen weiterempfehlen würde.
Und genau das ist die Crux: Man kann weder sagen, er wäre schlecht, noch, er wäre gut. Er ist beides. Nur eben nicht mittelmäßig.
Deal with it.
 

.kinoticket-Empfehlung: Animierter Spaß mit Längen, merkwürdigen Momenten, grandiosen Einfällen und gleichzeitig klischeeüberladenen Humoreskapaden, die aus dem Film eine leibhaftige Schrödingerkatze machen: Gleichzeitig gut und schlecht.

 
Nachspann
Mitnehmen, der enthält noch einiges an Szenen.
Kinostart: 22. März 2018

Regeln spielen keine Rolle

Der Geschichte dieses Mannes ist man im Laufe seiner Filmlaufbahn sicherlich schon hier und da begegnet, nicht zuletzt deshalb, weil u.a. Großmeister Martin Scorsese sich deren Verfilmung bereits in der Vergangenheit angenommen hat. Warum also alten Stoff erneut hervorkramen und schon wieder verfilmen?
Ganz einfach: Weil es sich gelohnt hat. Nicht nur Lily Collins, sondern auch Alden Ehrenreich kauft man die Rolle dank seines süffisanten Charmes sofort ab und erliegt nicht nur seinem smarten Lächeln, sondern auch der Atmosphäre, die die beiden um sich herum aufbauen.
Dass man etwas Dagewesenes so verfilmen kann, dass man dennoch spannungsgeladen im Stuhl hockt und die Weiterführung der Geschehnisse herbeisehnt, verbuche ich mal als dramaturgischen Erfolg und ziehe hier in aller Demut meinen Hut vor den Machern.
Was mir zudem außerordentlich gut gefallen hat, war der Stil, in dem man die Räumlichkeiten und die damalige Zeit eingefangen hat: Die Authentizität schleicht auch hier aus allen Ritzen und formt erneut eine historische Epoche, in die sich auch heute noch viele zurückwünschen. Das ganze Trara um die eigentliche Hauptperson umgarnt hier eine völlig neue Sichtweise und offenbart einmal mehr die Chronologie der Ereignisse von vor über einem Jahrhundert. Dabei wurde nicht nur stilistisch, sondern auch mit Worten und Handlungen sehr sensibel agiert und dem Zuschauer eine wohlwollende Plattform für weiterführende Fantasien geboten, die sich mit den Regeln einer Gesellschaft auseinandersetzt, wie sie vor langer Zeit existierten.
Die Schwierigkeit und Komplexität im Gefühlschaos zu entschlüsseln und einen gemeinsamen Konsens zu finden, der alle Seiten glücklich macht, ist hier nicht nur Aufgabe der Darsteller, sondern auch Thema des Films und führt zu einer für mich befriedigenden Konklusion.
 

.kinoticket-Empfehlung: Allein das Schauspiel der oben genannten Hauptdarsteller ist es wert, ein .kinoticket zu lösen und sich auf den Weg zu machen, um diese Interpretation der Story erzählt zu bekommen.
Die Designer haben hier großartige Arbeit geleistet, die Spannung ist zum knistern und am Schluss wird man zufrieden aus dem Kino entlassen – mit einer großartigen Geschichte im Gepäck, die man ab sofort zu seinem Wissensschatz hinzuzählen darf.
Der Besuch im Lichtspielhaus seiner Wahl ist hier also durchaus angebracht.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, man darf also frühzeitig rausspringen, sofern man nicht an der Abschlussmusik interessiert ist.

Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe

Es ist soweit: Der Film, auf den die Massen gewartet haben, steht vor der Tür und feierte vorgestern seine Deutschlandpremiere in Hamburg.
Ich selbst war heute im Rahmen der Ladies Night in Augsburg und habe zusammen mit ca. 1400 Frauen die Vorpremiere von Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe geschaut.
Es ist ein Kulturphänomen, das seinesgleichen sucht. Als Fanfiction zu den Twilight-Filmen gestartet und ursprünglich als reine SM-Kopie von Edward und Bella geschrieben entwickelten sich die im Nachhinein als Christian und Anastacia betitelten Figuren zu einem weltweiten Erfolgsprodukt, dass seit jeher als Publikumsmagnet gilt.
Doch statt jetzt hier meinen Senf zum Film abzugeben, möchte ich euch an den Meinungen einiger Damen teilhaben lassen, die mir freundlicherweise hinterher zum Interview zur Verfügung standen (und namentlich nicht genannt werden möchten ^^).
 

Wie hat dir der Film gefallen?
“Ich fand ihn schon gut. Also ich fand ihn teilweise ein bisschen lächerlich.”
Ist das förderlich für den Unterhaltungseffekt?
“Ja, ich glaube schon.”
Das ist ja jetzt der zweite Teil. Habt ihr den ersten auch gesehen und wie fandet ihr den Nachfolger im Vergleich?
“Ja, viel besser als den ersten.”
Von der Technik her oder vom Schauspiel oder komplett besser?
“Mei, es war halt mehr Sex…” (lacht)
Und was hat dir besser gefallen?
“Die Handlung war irgendwie näher am Buch.”
“Ich fand ihn von allem her eigentlich besser. Man hat mehr gesehen. Beim 1. Teil hat man sich viel mehr erwartet, von den sexuellen Handlungen her, dass es da mehr in die Tiefe rein ging.”
Hast du auch alle drei Bücher gelesen?
“Ja.”
“Ich habe die Bücher nicht gelesen, aber mir hat er gut gefallen. Alles war dabei.”
Was findest du besser? Die Bücher oder was sie mit dem Film daraus gemacht haben?
“Ich muss sagen, der erste Teil: Da fand ich das Buch besser, und jetzt den Film. Ich hab die Bücher ab der Mitte des zweiten Teils auch nicht mehr weiter gelesen.”
“Ich hab nur das erste Buch gelesen, ich kann es gar nicht sagen, weil ich dachte, dass ist eh das gleiche. Aber jetzt hätte ich es vielleicht lesen sollen, wo ich das jetzt gesehen habe.” (lacht)
Wie fandet ihr den Humor des Films?
“Ja, naja (lacht) – eher stumpf.”
“Vom Witz her? Ich fand’s witzig. Erotischer wie im ersten Teil.”
“Der Humor war absolut richtig. Wir haben uns davon sehr unterhalten gefühlt.”
Hat man gemerkt, dass es ein Abklatsch von Twilight ist?
“Nein, gar nicht.” – “Überhaupt nicht.”
Auf meine Erklärungen und Vergleiche hin, die ich aus Spoilergründen hier mal nicht anbringen möchte, meinten die Damen dann:
“Ja, stimmt. Ich mochte Twilight auch, die hab ich auch angeschaut.”
“Ja, dann ist es aber echt so, dass die, die Twilight mögen, auch den hier mögen. Ich war nämlich auch kein Twilight-Fan und bin auch hiervon kein Fan.”
“Ich bin Twilight-Fan, ich habe auch alle Filme zu Hause, aber ich hätte das jetzt nicht so gesehen. Aber jetzt, wo du es so sagst…”
Was war jetzt der Grund, warum ihr ins Kino gegangen seid und euch genau diesen Film angeschaut habt?
“Musste man einfach jetzt wieder sehen. Ich hab die Karten schon im Dezember gekauft und hab die hier alle überredet. Wir haben halt den ersten gesehen und wollten die Fortsetzung sehen. Ist jetzt ja schon zwei Jahre her.”
“Ich bin nur mitgegangen, ich hätte ihn mir jetzt nicht alleine angeschaut.”
“Ich bin vielleicht jetzt auch nicht repräsentativ, ich kann das auch gar nicht so richtig begründen. Das hätte man sich vor Jahren auch gar nicht vorstellen können, dass das wirklich so groß übertragen wird und ich finde, dass man an manchen Stellen wegschauen muss und peinlich berührt ist. Und deswegen hab ich auch ein bisschen Abneigung.”
Würdest du sagen, durch Fifty Shades of Grey werden Sex und Tabuthemen öffentlicher präsentiert und dadurch mehr salonfähig gemacht? Dass man öffentlich besser und leichter drüber reden kann?
“Ja, das schon, dadurch, dass das jetzt öffentlich ausgestrahlt wird auch in den ganzen Kinos wird bei manchen Leuten, wo noch ein Tabu ist, dieses vielleicht schon gebrochen. Aber viele – glaube ich – haben da auch keine Berührungsängste.
“Jein, also im ersten Teil wird’s schon sehr verharmlost. Wenn Tenies das anschauen, die denken, das ist normal, wenn man die Freundin übers Knie legt. Es kommt halt drauf an, wer es schaut und wie man es aufnimmt.”
Was sagt ihr jetzt als Frauen dazu: Im Film wird ja immer ein wenig die Stellung der Frau im Gegensatz zu der Emanzipation und Gleichberechtigung, die ja heute eigentlich auf dem Plan steht, wieder komplett ins Gegenteil verkehrt. Ist das gut oder schlecht oder warum meint ihr, reagieren da so viele Leute drauf?
“Also ich finde sogar, dadurch, dass sie die einzige ist, die es schafft, ihn zu ändern und nicht zu allem Ja und Amen sagt, spiegelt sie die Emanzipation wieder. Weil sie eben dagegen ankommt. Im ersten Teil nicht, aber jetzt im zweiten vielleicht schon ein bisschen.”
“Ich finde nicht, dass es Schwierigkeiten mit der Darstellung der Frau gibt, die im Film ja oft als “Objekt” dargestellt werden soll. Es kommt halt darauf an, wer was mit sich machen lässt. Geschmäcker sind da verschieden.”
Würdest du sagen, dass dieser Film ein Erfolg wird? Würdest du ihn dir nochmal anschauen?
“Ja, würde ich schon machen.”
“Ich kauf mir auch die DVD” (lacht)
“Ja.” (mehrfach wie aus der Pistole geschossen ^^)
“Definitiv ja.”
“Kann es mir schon vorstellen, weil eben dieses ‘Verbotene’
oder nicht Alltägliche mal übertragen wird.”
Und da liegt jetzt die Faszination drin, dass gerade beim weiblichen Publikum – wie man ja sehen kann – der Film so gut ankommt?
“Ja, könnt ich mir schon vorstellen.”
Freut ihr euch auf den dritten Teil?
“Ja, auf jeden Fall.”
Würdet ihr diesen Teil hier weiter empfehlen?
“Ja, auf alle Fälle.”
Was hat euch am Film am meisten gefallen?

 
Und an dieser Stelle möchte ich vor spoilernden, aber interessanten Antworten mal aus den Interviews aussteigen und mich nochmal für alle bereitwilligen Antworten der Gäste bedanken, die sich die Zeit genommen haben und mir Rede und Antwort standen.
Was mir persönlich am meisten gefallen hat?
Man ist endlich ein wenig tiefer in die Materie eingestiegen, auch wenn man von Fifty Shades of Grey noch lange nicht behaupten kann, wirklich im Genre angekommen zu sein, sondern das alles durchaus noch sehr oberflächlich und – um es mit den Worten einer Dessouladenbesitzerin zu sagen – “langweilig” ist.
Das Interesse an Erotik und dem Verbotenen ist wohl vielerorts schon immer da gewesen, aber es wurde in unserem Jahrzehnt nicht derart offen ausgelebt, wie es Fifty Shades of Grey jetzt tut.
Ich erinnere nur an die rühmlichen 68er, da wäre ein Film dieser Größenordnung wohl eher langweilig gewesen und hätte den Zuschauern nur müdes Lächeln abgerungen. Dass wir danach wieder in einer amerikanischen Prüderie angelangt sind, aus der man sich jetzt schrittweise wieder hervorkämpft, ist nun mal Tatsache und beweist, dass die Gesellschaft nicht nur permanent im Wandel ist, sondern sich gewisse Dinge in Abschnitten auch immer wiederholen.
Der Design-Effekt, der mir beim ersten Teil noch am besten gefallen hat, fällt in dieser Fortsetzung nun komplett weg, diese Liebe zur Unerreichbarkeit ist weg und man befindet sich mehr auf dem Boden der Tatsachen.
Über den Plot brauchen wir nicht reden, auch die Dialoge sind wieder zeitweilig so beschissen, dass sich in vielen Situationen allein aus der dämlichen Ausdrucksweise eine Art Selbstironie entwickelt, die als solches dann schon wieder lustig ist und durchaus seinen Unterhaltungseffekt hat.
In punkto Forschheit und anzüglicher Anmache hat man sich hier tatsächlich gesteigert und langsam ein Gespür dafür entwickelt, wie man in die Tiefen der Dunkelheit vordringen kann, die sich in der Allgemeinheit noch zu befinden scheint, jedoch agiert man auch hier relativ zaghaft und plotbedingt teilweise lächerlich.
Ich persönlich habe immer noch meine Probleme mit der Darstellung der Frau, die immer wieder als Sexobjekt und “Gegenstand” bzw. “Eigentum” angesehen werden soll. Diesbezüglich gibt es – wie beim Interview oben schon benannt – zwar nun endlich halbwegs vernünftige Gegenwehr, das Thema als Solches finde ich aber im Film zu unreflektiert und damit für die heutige Generation als zu unverantwortlich behandelt. Die Unterwerfung der Frau dem Mann gegenüber ist immer noch Thema in der Gesellschaft, was man schon anhand der Problematiken sieht, die aus dem Arabischen in die westliche Welt überschwappen und immer wieder für Unmut in unserem Land sorgen.
Interessant war auch, den Einlass zu beobachten, wie sich die Scharen der weiblichen Welt ins Kino zwängten und immer ein bedrückt dreinblickender Typ dazwischen … Macht euch den Spaß und vergleicht einfach mal mit Twilight und ihr werdet im Film so extrem viele Parallelen finden, dass man fast behaupten könnte, die Schreiberin der Fifty Shades of Grey-Romane hat absolut keine Fantasie, sondern tatsächlich Wort für Wort in den SM-Slang übernommen. Selbst Nebencharaktere bilden so eindeutig und erkennbar das Gegenstück zu den jeweiligen Doublen aus Twilight, dass einem fast schon die Lust daran vergeht.
Fakt ist, dass hiermit ein Nerv der Zeit getroffen wird, der gestern in Augsburg fast 1500 Menschen zeitgleich ins Kino gelockt hat und sicher wie beim ersten Teil auch in den nächsten Wochen und Monaten für volle Kinosäle sorgen wird.
Müsste ich mich zwischen beiden Filmen entscheiden, würde ich sofort zum neuesten greifen, da der tatsächlich sehr viel mehr Unterhaltungseffekt bietet und nicht mehr so zimperlich mit den Dingen umgeht, auch wenn man die Thematik durchaus besser hätte beleuchten und ausarbeiten können. Stichwort: SM-Variante von Underworld…? 😉
Die Damen bekommen in den nächsten Wochen auf jedenfalls einiges zu sehen – und das nicht nur im Kinosaal, sondern auch davor…

© Dessous und Modelle ausgestellt von Fee, Steingasse 10, 86150 Augsburg, www.my-fee.de

 

.kinoticket-Empfehlung: Das Gespür, in die Materie einzusteigen, erwächst langsam, Teil zwei ist um Welten besser als der erste, erreicht aber noch lange keine Krone der Filmschöpfungen, sondern etabliert sich in der Frauenwelt durch Diskussionen über Tabuthemen garantiert immer noch zu einem Publikumsliebling und punktet durch teils sehr selbstironische Züge.
Ernst nehmen sollte man den Film auf keinen Fall, sondern einfach die Show genießen und sich über teils abartig dämliche Aktionen lustig machen und mit richtig viel Publikum, das stellenweise sogar zu den Entscheidungen der Darsteller applaudiert, wird auch der Kinobesuch zu einem ganz eigenen Erlebnis.

 
Nachspann
Da es sich hier um eine back-to-back-Produktion handelt (der folgende Teil ist also bereits abgedreht), sollte man auf jeden Fall noch sitzen bleiben, denn die Vorfreude auf 2018 wird in der Mitte des Abspanns nochmal angehoben.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (3D)

Wir alle kennen Harry Potter und haben die Filme bis zum Erbrechen gezeigt bekommen. Alljährlich im Free-TV, ständig im Kino, in den DVD- und Blu-ray-Regalen… man kann es bald nicht mehr sehen.
Ja, das Universum, dass Rowling da erschaffen hat, hat durchaus seinen Reiz und definitiv ein Alleinstellungsmerkmal, jedoch habe ich es – Achtung: Blogbeichte! – immer noch nicht geschafft, mir tatsächlich alle bisher acht Harry Potter-Filme anzusehen.
Warum? Ich finde es irgendwie … kindisch. Klar, mag es Spaß machen, sich in diese Welt zu begeben, allerdings empfinde ich das “Gehabe” von Potter und seiner Hermine etwas zu laienhaft, schulisch, unprofessionell – wie auch immer. Warm geworden bin ich damit genauso wenig wie mit der Der Herr der Ringe-Trilogie, die als solches genauso ein Alleinstellungsmerkmal aufweist, mich jedoch in ihrer Weise genauso wenig abgeholt hat.
Ich weiß, dass ich mich filmisch damit etwas zu einem Außenseiter degradiere und hoffe inbrünstig, dass ich euch trotzdem die Message rüberbringen kann, die mir bei diesem Spin-Of extrem am Herzen liegt.
Aufgrund meiner extraordinären Abneigung gegen diesen ganzen Kinderhexen-Quatsch bin ich nämlich mit reichlich angefüllten Vorurteilen und höchst niedrigen Erwartungen in den Saal spaziert und dachte mir: Gleich die Vorpremiere abgreifen, bevor der ganze Pöbel dann ins Kino rennt und man wieder die Hype-Kinder um sich rum hat.
Hat sich’s gelohnt?
Äh … ich würde ohne Umschweife sämtliche Harry Potter-Filme ohne zu zögern für die Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind-Filmreihe opfern.
Filmreihe? Yes! Geplant sind fünf Teile, die die neuen Handlungsstränge miteinander verweben und innerhalb des Potter-Universums ausleben, ohne dabei zu sehr an die Original-Geschichte angehaftet zu sein.
Und damit kommen wir zu dem, was mich bei Phantastische Tierwesen extrem vom Hocker gehauen hat.
Die Magie ist endlich erwachsen geworden. Der Witz, dieser humorvolle, umspielende Charme ist geblieben und auf einer wundersamen Art in Eddie Redmaynes Schüchternheit verpflanzt, der sich als Hauptdarsteller hier nicht nur extrem nach oben spielt, sondern seine in meinen Augen beste Leistung überhaupt abgeliefert hat.
Dazu gesellen sich die neuen “Teammitglieder”, die nicht nur extreme Frische zurück in die magische Filmwelt katapultieren, sondern zwischen denen die Chemie derart stimmt, dass man sie allesamt direkt ins Herz schließt und sich mit ihnen auf Lebenszeit anfreunden möchte.
Gespickt mit kreativen Einfällen, die dann doch wieder etwas ans Potter-Universum anknüpfen, hier jedoch keinerlei Wettbewerbsvorteile herauskitzeln wollen, wird eine (neue) magische Welt geschaffen, in der man sich als Zuschauer nicht nur zu Hause fühlt, sondern die man sich sehnlichst in immer mehr Filme hineinwünscht.
Geplant sind derzeit fünf … sorgt dafür, dass es mehr werden, indem die Vorstellungen überrannt werden und ihr den Schöpfern damit zeigt, dass ihr genau so etwas sehen wollt.
Denn diese Welt macht nun nicht mehr nur 6jährigen Spaß, sondern erhebt sich fast schon zur Märchenerzählung, die ausschließlich an Erwachsene gerichtet ist und nur am Rande zulässt, dass auch Kinder in die Vorstellung dürfen. Und es geht nicht nur mir so, sondern auch anderen, die Potter in und auswendig kennen, die mir ebenfalls mitgeteilt haben, dass sie von diesem Einschlag als Bystander-Filmserie zutiefst beeindruckt sind und sie fast besser finden als das Original.
Und die Ideen sind grandios. Die Einführung neuer Figuren, die Eröffnung neuer Möglichkeiten, das sanfte Umweben verschiedener Erzählstränge, die allesamt in einem großen Ganzen münden wollen, eröffnen hier so viel Handlungsspielraum, dass es kaum auszuhalten ist, bis Ende 2018 dann Teil 2 auf die Bühne kommt…
…was mich schon wieder begeistert, denn dieser 1-Jahres-Zyklus, mit der die Filmreihen konzipiert und aus dem Fließband gezerrt werden, empfinde ich angesichts der Zeit, die man braucht, um etwas anständiges zu produzieren, als zu kurz. Phantastische Tierwesen gibt auch hier schon von Anfang an bekannt, dass im 2-Jahres-Zyklus veröffentlicht werden soll, wo dann genügend Zeit ist, um nicht nur irgendwas Geldbringendes zu verwursten, sondern man sich tatsächlich den Tiefen der Story annehmen und sie bis ins Exil hinaus zu einer erzählenswerten Story transformieren kann, die den Kinozuschauer nicht nur abholt und tief in eine andere Welt hineinreißt, sondern auch dafür sorgt, dass man sich im Alltag immer wieder zurück in diese Ebenen der Erzählung wünscht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kurzum: Der Text wird zu lang, wenn ich hier ins Schwärmen gerate, aber genau das sprießt nur so aus meiner Empfindung für diesen Titel in die Welt hinaus.
Geht rein! Flutet die Säle, kuckt euch den Film wieder und wieder an und beweist damit den Studios, dass ihr genau das wollt – wieder und wieder – immer mehr. So werden gute Geschichten erzählt. So geht man mit Effekten um. So produziert man sagenhaftes 3D. So vereint man unsägliche Raumtiefe mit tiefgründiger Story und unterhaltsamem Witz.
Und noch etwas: Dieser Film wurde für’s Kino erschaffen. Keine Heimkinoanlage kann diese Power aufbringen, die benötigt wird, um die zerberstenden Eindrücke so wiederzugeben, wie sie gedacht sind. Devise: Je größer der Saal, je lauter die Boxen, je näher an der Leinwand, desto größer das brachiale Filmerlebnis, in das man hier eingeladen wird.
Also würdigt den Film mit einem .kinoticket und besucht ihn an dem Ort, für den er geschaffen wurde: im Kino.
Rein! REIN REIN REIN REIN!

 
Nachspann
Endlich bricht der Song hervor, den man den ganzen Film über immer wieder im Ohr hat … aber auch sonst ist der Soundtrack einfach gelungen und meines Erachtens neben vielen Dingen einen Oscar wert. Wem das egal ist, der darf den Raum vorzeitig verlassen, denn weitere Szenen folgen keine mehr.

Happy Hour

Trailer schon mal irgendwo gesehen? Nein.
Sonst irgendwas über den Film gelesen oder gehört? Nein.
Für mich die allerbesten Voraussetzungen für einen guten Filmabend mit jeder Menge spannender Überraschungen und toller Unterhaltung.
Ganz ehrlich? Nach Wie Männer über Frauen reden war es für mich etwas schwierig, in diesen Film “einzusteigen”. Dem Zuschauer wird es hier nicht gerade leicht gemacht, einen Überblick über die Charaktere und den Sinn der Geschichte zu gewinnen, stattdessen wird man dramaturgisch eher ins kalte Wasser geschubst und mit TV-ähnlichen Aspekten konfrontiert, die man auf der großen Kinoleinwand dann hinzunehmen hat.
Ist dieser Holperstart überstanden, erfreut man sich an einer gut erzählten Geschichte, die hier weniger den Spannungsbogen-Plot als vielmehr die Moral über verschiedenste Erlebnisse und Wesenszüge des Lebens beleuchten und verarbeiten möchte. Dies gelingt auf einem gewissen Niveau auch recht ordentlich, wobei der anfänglich aufgetauchte TV-Effekt niemals ganz weggeht.
Ich möchte nicht sagen, dass die Geschichte schlecht ist, dass man es nicht schafft, in ihr abzutauchen und irgendwann tatsächlich warm mit ihr ist, ich möchte auch nicht sagen, dass die Macher hier schlechte Arbeit geleistet haben, nur die Tatsache, dass man gerade das Kinopublikum dazu nötigt, sich diese Art Film anzuschauen, fand ich als etwas merkwürdig ausgewählt. Das Ding hätte meines Erachtens nach im Fernsehen viel bessere Chancen, wahrgenommen zu werden und wurde schließlich ja auch von diversen Fernsehsendern produziert.
Somit geht der cineastisch angehauchte Fan eher etwas bedröppelt wieder aus dem Saal, weil die ganz großen Kinomomente hier eben fehlen und stattdessen eher auf dramaturgische Schauspieleffekte gesetzt wird. Das gleiche gilt übrigens für die “Auflösung” des Plots. Wäre das Ding an einem Abend auf Arte oder im WDR gelaufen, hätte ich dazu viel eher etwas inhaltlich positives sagen können, aber für einen Kinofilm (und in diesem Blog geht es um Kino und nicht ums Fernsehen!) fand ich es einfach zu tv-esk.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer gute Fernsehfilme liebt und einen niveauvollen Streifen auch im Spätprogramm auf der Flimmerkiste schaut, der darf gern den Absprung ins Kino wagen und sich dort dieses Stück ansehen.
Eingefleischte Kinofans werden wohl eher enttäuscht sein, da die Highlights des Werkes nicht unbedingt fürs Kino gemacht zu sein scheinen, sondern ihren Nährboden eher in der TV-Riege finden.
Alles in allem hat man aber eine einprägsame Geschichte, die teils makabere Wesenszüge der Menschen aufdeckt und analysiert.

 
Nachspann
ist zwar lustig bunt, beinhaltet aber keine weiterführenden Szenen oder ähnliches.

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