Psychologe

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Bei diesem Titel braucht man vorab ein paar Setting-Erklärungen, sonst geht die Sache gewaltig in die Hose:

    • Der Film zählt zum Horror-Genre, darüber sollte man sich im Klaren sein. Das bedeutet, er kann auch im Rahmen einer FSK-18-Sneak Preview gezeigt werden. Das Kinopersonal anzuschnauzen, dass man so etwas doch nicht in einem Kino zeigen könne, ist hier garantiert nicht intelligent. Genau dafür sind u.a. Sneak Previews da: Um Dinge auf den Screen zu bringen, die nicht im üblichen Kinoprogramm durchlaufen würden. Danke an die Kinos – shame on you an die Beschwerer.
    • Erinnert ihr euch noch an die gute alte Zeit, wo man einfach Klamauk als festen Bestandteil eines jeden Horrorfilms kannte und es seltsam war, wenn die gewollt ironisch-billige Komik während der Blut- und Angstszenen fehlte? Genau da wollten die Macher Winchester – Das Haus der Verdammten haben: Als eine Hommage an diese Zeit. Billiger Plot, angsteinflößende Szenen, die in Lachkrämpfen enden und doch irgendwo horrös rüberkommen.
    • Ja, der Film sieht sich nicht als Blockbusterüberflieger und möchte genausowenig Independent-Geheimtipp sein: Er ist ehrlich zu sich selbst und vermittelt zu jeder Zeit, dass er einfach einen gemütlichen Kinoabend verspricht, der an die unbeschwerte Kindheit erinnert und einem mal wieder so richtig gechillt die Comedy-Eier durchschaukelt, während um einen herum diese von merkwürdigem Humor umflügelnden Angstzenen tanzen.
    • Man soll sich nicht gruseln, man soll belustigt sein.

 
 
Und damit wäre jetzt eigentlich alles gesagt und ihr seid bereit dafür, .kinotickets zu ordern und diesen Streifen zu genießen.
Die Idee ist nämlich durchaus gelungen, hält sogar Stücke aus der Realität parat – soll heißen: Die Gruselvorlagen entstammen dem echten Leben.
Das Bühnensetting steht auch völlig diskussionsfrei erhaben da: Die grandiosen Bauten und imposanten Einrichtungen allein sind ein Blick in diesen Film wert.
Und obwohl man während des Films manchmal seine Plot-Zweifel hegt (und auch hegen darf), so ergießt sich die Auflösung dann wieder völlig in Logik, insofern man oben benannte Regeln beachtet: Nehmt es einfach nicht ernst, sondern erfreut euch an einem wunderbar traditionellen Stück Horror.
Der Fakt, dass sich so viele bereits jetzt darüber aufregen (Ja, er lief in der Sneak) zeugt eigentlich nur von einer traurigen Wahrheit: Das Volk ist viel zu wenig getrimmt auf Horror – schon gar nicht im Kino. Wir wurden weichgespült und uns wurde der Umgang mit Horrorfilmen aberzogen. Der Zuschauer weiß nicht mehr, wie er mit solcherlei Stoff umgehen soll und fühlt sich überfordert, da er ansonsten nur mit geistigem Dünnschiss zugelallt wird oder mit ikonischen Blockbustern umschmeichelt.
Da kann der Horror in sich noch so gut sein, bewertet wird immer schlecht, weil: Horror.
 

.kinoticket-Empfehlung: Tut euch selbst den Gefallen und zieht euch dieses Werk rein, denn hier hat man den Griff ins Klo mal sagenhaft verfehlt 🙂
Man orientiert sich an alten Werten, komödiantischem Horror und trifft damit auf ein Genre, dass nichts im Mainstream verloren hat, sondern einfach Spaß macht und unterhält. Beachtet die obigen Regeln und ihr werdet dieses Ding lieben.

 
Nachspann
Hier seht ihr die originale Dame, was belegt, dass die ganzen Spukvorlagen tatsächlich aus realen Ängsten entstanden sind. Toll, dass dann so als Film herauszuarbeiten.
Kinostart: 15. März 2018

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Nachdem Wonder Woman so ein einschlagender Erfolg war, ist es nicht weit hergeholt, dass man jetzt in allen Butzen und Buden gräbt, um irgendwas mit “Wonder” und “Woman” im Namen hervorzukramen und als weltverändernde Grandiosität zu bewerben.
Sollte man meinen.
Tatsächlich geht es hier aber um DIE Wonder Woman oder genauer gesagt, ihre Entstehungsgeschichte. Und das wiederum ist kein billiger Abklatsch, sondern ein irres Original, dass sich zu sehen definitiv lohnt. Warum?
Nun – es gibt Menschen, die mit Comics als solches schon kaum etwas anfangen können, und hierbei jetzt eine Möglichkeit geboten bekommen, in diese Welt einzutauchen, ohne von Comics erschlagen zu werden oder deren Funktionsweise gleich von Anfang an zu begreifen.
Und es gibt Menschen, die die Comics kennen und lieben, vielleicht mit ihnen aufgewachsen sind und denen nun die Chance geboten wird, tiefere Einblicke in die Entstehungsweisen und Hintergründe der Schöpfer zu werfen, die ihnen vielleicht bislang auch nicht in der Form bekannt war.
Fakt ist, dass dieser Film vor Geschichte nahezu strotzt und super spezielle, teils schwierig zu begreifende Inhalte in eine wunderbare Hülle packt, die allseits von der bei allen beliebten Wonder Woman umgeben sind und spannende Parallelen zur “echten Welt” zieht. Das lässt einen nicht nur sehr tief blicken, sondern offenbart auch ganz andere, grandiose Absichten hinter der Schöpfung dieses damals so verschrieenen Werks.
Wer dieses Jahr zu den Bewunderern von Wonder Woman zählte, sollte sich jetzt wieder ein .kinoticket ziehen und sich somit das Warten auf die Fortsetzung maßgeblich erleichtern.
 

.kinoticket-Empfehlung: Luke Evans spielt grandios die Rolle des Professor Marston und erzählt hierbei die Entstehungsgeschichte eines weltverändernden Comics in rauher, rabiater aber dennoch voller Humor strotzender Version.
Dies zu sehen ist nicht nur ein Augenschmaus, der einen wieder in diese von vielen geliebte Zeit zurückwirft, sondern auch in erzählerischer Hinsicht eine wahre Freude.
Mehr davon!

 
Nachspann
zeigt anfangs deutlich auf, dass es hier um reale Tatsachen und nicht um Vermutungen geht. Danach folgen keine weiteren Szenen mehr.
Kinostart: 2. November 2017

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