Professor

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Der Titelschriftzug sagt im Prinzip schon alles aus: Brillant!
Man sollte sich auf jeden Fall auf den Weg machen und diesen Film suchen! Wo immer er läuft – jedes Kino ist recht, hauptsache man geht rein und sieht ihn! Im Rahmen der galanten Suche nach kunsttragender Orientierung innerhalb eines Geschwulsts aus Politik, Intrigen und infantiler Dummheit entpuppt sich auf einmal ein intellektuelles Stück Lehrgeschichte, dass nicht nur von Eleganz getragen wird, sondern vor allem durch seine niederschmetternde Lehre punktet und dabei allen Argumentatoren sämtliche Register aus der Tasche klaut und sie vernichtend schlägt.
Obwohl man geistesschreiend nach Abwehr-Reaktionen sucht und flehentlich bittet, dass dieser politisch inkorrekten Verhaltensweise keine Klarheit angedeihen möge: Der Film ist gnadenlos und verfolgt seine bitteren Ziele bis zum Schluss – und die Erleuchtung ist großartig!
Ja, ich war zwiegespalten, als ich geohrfeigt wieder aus dem Laden rausgetrümmert wurde und wusste erstmal nicht wirklich was mit mir anzufangen. Doch letzten Endes sind diese Methoden bei weitem Ungeschlagen und: Trotz Schmerz und körperlichen Qualen: Sie tragen Früchte und sollten wohl auch in unserem Alltag desöfteren mal angewandt werden, um die Menschen stark zu machen, die diese Stützen dringend brauchen und ihnen eine Waffe an die Hand zu geben, mit der sie ihr Leben herausragend meistern.
Wer jetzt glaubt, ich rede von “Randgruppen” oder der Ansicht ist, ich breche hier bestimmte Bevölkerungsgruppen auf irgendwas runter, der irrt: Ich rede von jedem einzelnen! Denn jeder Mensch ist auf irgendeinem Teil der Welt einer Randgruppe zugehörig und damit “potentiell gefährdet, selbst auf der Schlachtbank zu sitzen”.
Und was wären wir froh darüber, würden wir anstelle der Hauptdarstellerin da stehen und das mit auf den Weg bekommen, was sie bekommen hat…. Warte mal…. durch den Film würde dann ja genau das eintreten. Also aufhören zu quatschen und Abmarsch ins Kino => Lehrstunde!
 

.kinoticket-Empfehlung: Intellektuelle Sahnekirsche mit großartigen Schauspielern und einem Plot, der garantiert Diskussionen auslöst!
Die himmelschreiende Unfassbarkeit in einer Zeit, in der politisch korrekter Schwachsinn Hochkonjunktur ohnegleichen feiert – ein Film, der nicht besser in unsere Epoche passen könnte. Und jeder von uns hat eine Menge daraus zu lernen.

 
Nachspann
❌ braucht nicht ausgeharrt zu werden, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.
Kinostart: 14. Juni 2018

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Wish Upon

Neben Happy Deathday ein weiterer Horrorstreifen, der die .trailer-Welt der Kinos derzeit beflügelt und offenkundig Lust auf mehr macht.
Zwar hat man hier vom Twist her nicht unbedingt das große Los gezogen, um mit grandiosen Einfällen zu punkten und die Zuschauer durch überragende Drehbuchleistungen zu überrumpeln, jedoch besticht das Werk durch seine durchaus bodenständige und solid-ruhige Art, durch einen Film zu führen und authentische Persönlichkeiten zu formen, die durch diese von Suspense durchzogene Story getrieben werden.
Dass dabei eben nicht die üblichen Klischees erfüllt werden (und auch der Trailer richtig geschnitten wurde, um keine Handlungsüberraschungen vorweg zu nehmen) rechne ich dem Titel dabei hoch an.
Die große Offenbarung bleibt zwar außen vor, die große Enttäuschung verabschiedet sich hinterher aber auch vor der Kinotür und hinterlässt einen würdigen Eindruck vom Gesamtgeschehen.

.kinoticket-Empfehlung: So wenig ich einfallslosen Geschichten abverlangen kann, so sehr habe ich mich bei diesem Titel unterhalten gefühlt und finde, dass dies durchaus ein nettes Beiwerk zu einem ansonsten grandiosen Kinotag werden kann, dass man entweder mit Freunden in der 23-Uhr-Vorstellung genießt oder als Auftakt für andere Horrorfilme im Heimkino verwenden kann.

Nachspann
Auf jeden Fall bis ganz zum Schluss durchhalten, so gehört sich ein guter Abgang!
Kinostart: 27. Juli 2017

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Dan Brown gehört genauso zu diesem Ensemble wie Tom Hanks und Ron Howard, der jetzt schon zum dritten Mal eine Bestsellerverfilmung dieses Stoffes zum Besten gibt. Dementsprechend groß sind auch die Erwartungen, denn hier handelt es sich nicht mal eben um eine lieblose Buchverfilmung, sondern der selbst gesetzte Anspruch an Niveau, Intellektuellenehre und künstlerische Ambitionen wurde vom ersten Teil bereits sehr weit nach oben gedrängt.
Der Trailer selbst entbehrte ja schon ein bisschen dieser in der Kunstszene integrierten In-sich-Geschlossenheit, die sich per se vom restlichen Unfug abgrenzt und durch ihre Mitarbeitsaufrufe an den Zuschauer ein filmisches Niveau etablierten, dass die beiden Vorgänger vom Prädikat eines B-Movies abgrenzte.
Wenn also die oben genannten Namen auf der Bildfläche auftauchen, erwartet man, dass dem Anspruch Genüge getan wird – und genau dies passiert in einem Punkt nicht: Dem Plot.
Der nämlich ragt meilenweit unter die Erwartungsgrenze und ähnelt eher einer lieblosen 0815-Erzählung als der wirklich durchdachten, ausgeklügelten Erzählweise, die man aus dem ersten Teil kennt. Ohne Frage ist das Schaffen rund um den Plot herum durchaus professionell und erhaben, die Effekte dürfen sich sehen lassen, die Leinwandmomente sind groß und auch der Stil der Darbietungen lässt wissen, dass hinter dem Projekt durchaus der ein oder andere Dollar geflossen sind, allerdings durchbricht die Storyline so dermaßen den angesetzten Anspruch, dass man manchmal nicht weiß, ob hier nicht eventuell doch zu viel Kohle in einen zweitklassigen Streifen investiert wurde.
Das lässt auch das Schauspiel eines Tom Hanks zur würdevollen Neige driften, der sich neben Felicity Jones wirklich wacker durch die Laufzeit kämpft und auch nichts weiter dafür kann, dass sich der Charakter nicht in die Richtungen weiter entwickelt, die man sich als Zuschauer gerne gewünscht hätte.
Ein großes Plus sind die Drehorte, mit denen man hier nicht nur ein Loblied auf architektonische Meisterleistungen singt, sondern auch das ein oder andere romantische Herz zum Schlagen bringt. Die tragen unbewusst stark dazu bei, diesen Film dennoch als empfehlenswert durch die Medien hallen zu lassen, denn falsch macht man mit einem Kinobesuch an dieser Stelle nicht wirklich etwas, jedoch sollte man seine Erwartungen entweder komplett zu Hause lassen und sich einfach auf seichte Berieselung einstellen, wenn es um die findigen Einfälle geht, die wir an den Vorgängerteilen alle so geliebt haben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wirklich unglücklich ist mit der dritten Verfilmung des Buchbestsellers tatsächlich nur die Storyline, der Rest prangt genauso großartig über die Bildfläche und lädt zum munteren Staunen ein.
Die Momente sind groß, die Effekte erhaben, der Score phänomenal, der Plot jedoch reißt hier tiefe Enttäuschungen in das eingefleischte Dan Brown-Herz und lässt hoffen, dass künftige Verfilmungen nicht noch weiter an Stil verlieren.
Kinobesuch ja – jedoch mit runtergeschraubten Erwartungen.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts weiter.

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Die Presse verteilte im Vorfeld schon mächtig Kritik an der Neuauflage von Ghostbusters, dessen Trailer – seien wir ehrlich – auch wirklich riesige Scheiße war.
Hatte ich Lust, in diese Vorstellung zu gehen? Nein. Definitiv nicht.
Bin ich trotzdem reingegangen? Was tut man nicht alles für seine Leser …
Und was soll ich sagen? Es war irgendwie die Überraschung des Tages.
Mir missfiel genau wie vielen anderen die Idee, Althergebrachtes nochmal zu verfilmen und dabei einfach alles aufs andere Geschlecht zu verlagern. Melissa McCarthy ist in meinen Augen auch ein zweischneidiges Schwert, in Spy – Susan Cooper Undercover fand ich sie überzeugend, im Rest eher nicht. Und die angeteaserten Gags in der Vorschau waren … naja.
Der Film selbst war dann aber wirklich überraschend gut. Klar ist es immer ein wenig nervig, wenn man sich in diesem stereotypischen Gehabe miteinander rumstreitet, aber das Gesamtkonzept passte irgendwie. Verblüffend und unglaublich gut gearbeitet wurde in der Technik, die hier nicht nur sensationelles 3D liefert, sondern mit ganz vielen kleinen Details die Liebe zum Film proklamiert und somit auf Ebene der Bildgestalter einiges liefert, das durchaus sehenswert ist. So wurden nicht nur die 3D-Effekte endlich wieder einmal in den Kinosaal verlagert und nicht nur in die Tiefe gezogen, sondern auch überraschend genial mit den “Rändern” der Leinwand gearbeitet, was im 3D-Spektrum ja eher selten ist.
Grundsätzlich waren die CGI-Effekte im lobenswerten Bereich, da hier nicht nur das übliche Blabla geliefert, sondern mit Einfallsreichtum gearbeitet wurde, der in sich schlüssig ist und den man meines Erachtens einfach nicht verurteilen kann.
Genauso beim Thema Sound. Ja, wir alle kennen und lieben das Original von Ray Parker Jr., aber ist das wirklich ein Grund, auf der neuinszenierten Version rumzuhacken? Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, man hat das Original mal nicht kaputt gemacht, sondern würdig in die neue Zeit transformiert.
Überraschend waren auch einige würdige Cameo-Auftritte, die hervorragend gecastet waren und irgendwo damit auch eine Art “Respekt” an den neuen Film verteilen, der hier eine Geschichte erzählt, die viele schon kennen, die deshalb aber nicht schlecht ist, nur weil man für den Trailer eben die übelsten Szenen zusammengeschnitten hat.
Hat’s Spaß gemacht? Jup.
Hat man bei den Beats mitgetanzt? Irgendwie auch.
War der Film jetzt wirklich so schlecht, wie jeder behauptet? Ganz ehrlich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man mit den miesen Erwartungen, die einem der Trailer einimpft, in den Kinosaal geht, dann erlebt man die Überraschung des Tages und geht hinterher vergnügt wieder aus dem Saal, denn die Gags sind weitaus besser als angenommen, die Technik überzeugt auf voller Länge und der Beat ist alles andere als schlecht.
Der Film hat unglaublich viel Potenzial und dabei so gut wie kaum welches verschenkt – aber es sollen ja noch weitere Teile folgen. Und die werde ich mir definitiv wieder mit viel mehr Lust zu Gemüte führen.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Nicht nur, dass der gesamte Abspann animiert und bebildert ist, sondern danach kommt noch unglaublich viel Filmmaterial … wir reden hier fast schon von einem weiteren Film. Also nicht rausgehen!

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Filmtitel sind immer so eine Sache. Gerade in der deutschen Übersetzung wird meist unsinniger Schwachsinn produziert, der jegliches tieferes Empfinden gegenüber den amerikanischen Originalen verschwinden lässt und damit sogar oft Wortwitze zerstört.
Bei Irrational Man sollte man sich als Zuschauer etwas genauer mit dem Titel auseinandersetzen, um zu wissen, worauf man sich einlässt. Ich persönlich empfand den Film durchaus als unterhaltsam, jedoch unter dem Aspekt des uneingeschränkten Genusses auch als sehr anstrengend.
Ich habe mich währenddessen oft gefragt, wer wohl für die Macher als Wunschpublikum im Kino hätte sitzen sollen und kam bei meinen Überlegungen immer wieder bei der elitären Studiertenschaft an, die hochtrabende Filme mit geistigem Anspruch vermissen und ihre philosophisch-studierte Art sonst nirgendwo in der Öffentlichkeit derart ausleben können als bei dem Zerpflücken der Thesen dieses Films.
Angesprochen werden hier viele durchaus provokative Themen, die weit über das normale Verständnis gegenseitigen Umgangs hinausgehen und nicht nur einige Tabus des öffentlichen Lebens brechen. Emma Stone und Joaquin Phoenix liefern als perfekter Cast auch eine Vorstellung ab, die den beiden mehr oder weniger ins Gesicht geschrieben ist.
Problematisch empfinde ich eher das Herangeführtwerden an eine neue Art der Problemlösung, und die damit einhergehende “Lehre”, die unaufmerksamen Zuschauern ins Hirn gepflanzt werden kann, genial gleichermaßen das Aufbrechen der üblichen Filmmuster und Aufzeigen völlig neuer Möglichkeiten, wenngleich auch die schlimmste aller Varianten hierbei ausgeführt und umgesetzt wird.
Die Frage nach der zerbrechlichen Sicherheit von Konsequenzen innerhalb unserer Gesellschaft, die traurigerweise auch ein wenig ein Abbild der heutigen Zeit darstellt, wird hier nur indirekt gestellt und in Form von Moral zu lösen versucht. Ob dies nun realistisch oder einfach nur ein perfekter Plot fürs Kino ist, sei dahingestellt.
Definitiv spielt der Film in einer völlig anderen Liga mit gleichzeitig laufenden Streifen und man sollte sich dessen bewusst sein, dass hier Anspruch und Denkvermögen gefragt sind, während man dabei zusieht, wie verschiedene Menschen mit andersartigen Problemen zurecht kommen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Menschen, denen das philosophieren über obskure Themen Spaß macht und die mit einer sehr intelligenten Art von Unterhaltung klar kommen, finden hier definitiv ihre Freude am Schauen.
Das Durchschnittspublikum hat sicherlich seine Probleme mit der non-kontinuierlichen Art der Erzählweise und dem hochtrabenden Verbalerguss, den die Hauptdarsteller hier erstklassig meistern.
Den Anspruch an Intellekt macht dieser Film sicher durch mangelnde Besucher wett, jedoch empfinde ich, dass er gerade deswegen seine Daseinsberechtigung hat, denn ohne Kino in verschiedenen Facetten stirbt die Kunstform Film eines Tages völlig aus.

 
Nachspann
gibt’s keinen, der Streifen bietet aber genügend Input zum Nachdenken und entlässt nicht enttäuscht wieder in unserer Realität.

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