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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Paul Feig

Nur ein kleiner Gefallen

© 2018 StudioCanal

 

Ich habe mittlerweile schon einige negative Stimmen zu diesem Film gehört, der ja inzwischen auch durch die Sneak Preview ging und somit mehr Publikum als nur die Presse bekommen hat. Ich kann es teils verstehen, andererseits aber auch wieder gar nicht.

Warum positiv?

Blake Lively und Anna Kendrick liefern in dem Film Verbalduelle ab, die sprachlich weit über das Niveau solcher Filme hinausreichen und den zweien schon eine luxuriöse Dekadenz angedeihen lassen, in der man sich endlich wieder mal rührselig baden kann. Und diese frivole Frische tut zur Abwechslung echt mal verdammt gut.

Das Ding hat Humor, wurde sogar im Deutschen an den entscheidenden Stellen gut übersetzt und trumpft mit einer leichten Andersartigkeit auf, die zwar nicht legendär ist, aber dennoch einen völlig anderen Wind durch die Säle wehen lässt.

Die Idee ist nicht neu, aber solche Filme gab es früher zu Hauf und es tut einfach gut, so etwas mal wieder modern auf der Leinwand zu erleben.

Warum negativ?

Natürlich hat der Film seine Schwächen, hier und da vielleicht auch Längen, leidet ein wenig an Vorhersehbarkeit und hat eben ein ganz bestimmtes Niveau, für das man empfänglich sein muss. Darauf können sich einige nicht einlassen, weil sie gewisse Dinge einfach zu blöd finden und mit dieser Stimmung wird man auch zu fortlaufender Zeit keinen Bohnentopf mehr gewinnen können: Entweder du gehst von Anfang an mit oder wirst eben nicht warm mit dem Ding.

Weil bei mir aber definitiv die Frische überwiegt und ich diesem “Edlen”, wenn man so will, viel abgewinnen kann, steht dieser Film diese Woche dennoch auf der Top 5 – wenn auch ein klein wenig aus Mangel an Alternativen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Grund Nr. 3, warum positiv: ⬇️

 

Nachspann
✅ Der Song im Abspann ist der Hammer! Ich hätte das gern als Musikvideo – offiziell.

Kinostart: 8. November 2018

Original Title: A Simple Favor
Length: 118 Min.
Rate: FSK 12 | R

Mädelstrip

Laut Titel bin ich schon mal per Definition das falsche Publikum. Dazu kommt, dass ich mich alkoholfrei durchs Leben bewege und damit den Sinn für Humor an manchen Stellen wohl nicht so sehr aufbringen kann, wie manch einer das gerne öfters mal hätte.
Böse Zungen könnten behaupten, dass Mädelstrip nur auf Stoff zu ertragen ist, ich denke jedoch, dass ich wirklich eher das ungeeignete Zielpublikum darstelle, weil’s nicht nur da hakt, sondern ich auch meine lieben Schwierigkeiten mit Amy Schumer habe. Keine Ahnung, ich werde nicht warm mit ihr, der Humor ist mir zu platt, ihre Art finde ich absolut unsympathisch.
Dann eine neutrale Kritik über einen Film zu schreiben… unmöglich. Aber Gottseidank ist .kinoticket-blog.de ja keineswegs neutral, sondern absolut parteiergreifend subjektiv, was mir die Chance eröffnet, hier ehrliche Worte zu sprechen – was meine Person angeht.
Ich hätte den Film gerne in einer Ladies Night gesehen, wenn der Saal mit unzähligen Damen voll ist, und dabei die Reaktionen und Feedbacks der Damen konsumiert. Und das dann gerne in die Bewertung mit aufgenommen. Aber da die erst am Mittwoch starten und ich an dem Tag anderweitig beschäftigt bin (seid gespannt!), verzichten wir eben darauf und begnügen uns mit der Meinung, die mir nach der Pressevorführung geblieben ist.
Ich war im höchsten Maße verwirrt. Der Film startet genretypisch in Erfüllung der Erwartungen, die man an eben einen solchen Streifen setzt und erhält dann im Laufe der Zeit ein paar ziemlich untypische Wendungen, die daraus etwas… verwirrendes gestalten.
Zugegeben, ich hatte zwischendrin wirklich meinen Spaß und einige Szenen sind tatsächlich zum Brüllen komisch, jedoch erschließt sich mir die Gesamthandlung nicht wirklich, woran das auch immer liegen mag. Fehlenden, weiblichen Genen? Falsche Zielgruppe? Zu blöd? Zu anders gestrickt? Zu wenig im befreiten Mainstream zu Hause?
Keine Ahnung. Die Idee ist auf jeden Fall super und wird auch an vielen Stellen ordentlich ausgeschmückt, jedoch empfand ich das Ende als unbefriedigend und zu wenig aufschlussreich. Wie oben schon erwähnt: Auf Stoff und mit den richtigen Mädels zu Hause könnte das durchaus Spaß machen, aber dafür bin ich absolut nicht der Typ ^^.
Ich würde sagen, man sollte sich einfach den Trailer zu Gemüte führen und danach entscheiden, denn der bringt die Seele des Films ziemlich gut rüber. Überraschungen und trickreiche Wendungen bleiben danach noch genügend übrig, um auch während dem Film seinen Spaß zu haben, wenn man in die Zielgruppe dieser Art Humor passt. Ich persönlich tu genau das nicht und hake es damit als Erfahrung ab.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte Amy Schumer lieben und dem Trailer gegenüber absolut aufgeschlossen sein, dann wird’s ein super Filmabend mit den Freundinnen.
Ansonsten bleibt eine trickreiche Verwirrungsaktion, zu der ich keine richtigen Worte finde, da ich mit dieser Art Film persönlich einfach überhaupt nichts anfangen kann.
Ihn deshalb jetzt aber schlecht zu bewerten, halte ich genauso für falsch, da mit Sicherheit seine Abnehmerschaft existiert und die hier auch gnadenlos bedient werden.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf also vorzeitig abbrechen und rausrennen.
Kinostart: 15. Juni 2017

Ghostbusters: Answer the Call (3D)

Die Presse verteilte im Vorfeld schon mächtig Kritik an der Neuauflage von Ghostbusters, dessen Trailer – seien wir ehrlich – auch wirklich riesige Scheiße war.
Hatte ich Lust, in diese Vorstellung zu gehen? Nein. Definitiv nicht.
Bin ich trotzdem reingegangen? Was tut man nicht alles für seine Leser …
Und was soll ich sagen? Es war irgendwie die Überraschung des Tages.
Mir missfiel genau wie vielen anderen die Idee, Althergebrachtes nochmal zu verfilmen und dabei einfach alles aufs andere Geschlecht zu verlagern. Melissa McCarthy ist in meinen Augen auch ein zweischneidiges Schwert, in Spy – Susan Cooper Undercover fand ich sie überzeugend, im Rest eher nicht. Und die angeteaserten Gags in der Vorschau waren … naja.
Der Film selbst war dann aber wirklich überraschend gut. Klar ist es immer ein wenig nervig, wenn man sich in diesem stereotypischen Gehabe miteinander rumstreitet, aber das Gesamtkonzept passte irgendwie. Verblüffend und unglaublich gut gearbeitet wurde in der Technik, die hier nicht nur sensationelles 3D liefert, sondern mit ganz vielen kleinen Details die Liebe zum Film proklamiert und somit auf Ebene der Bildgestalter einiges liefert, das durchaus sehenswert ist. So wurden nicht nur die 3D-Effekte endlich wieder einmal in den Kinosaal verlagert und nicht nur in die Tiefe gezogen, sondern auch überraschend genial mit den “Rändern” der Leinwand gearbeitet, was im 3D-Spektrum ja eher selten ist.
Grundsätzlich waren die CGI-Effekte im lobenswerten Bereich, da hier nicht nur das übliche Blabla geliefert, sondern mit Einfallsreichtum gearbeitet wurde, der in sich schlüssig ist und den man meines Erachtens einfach nicht verurteilen kann.
Genauso beim Thema Sound. Ja, wir alle kennen und lieben das Original von Ray Parker Jr., aber ist das wirklich ein Grund, auf der neuinszenierten Version rumzuhacken? Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, man hat das Original mal nicht kaputt gemacht, sondern würdig in die neue Zeit transformiert.
Überraschend waren auch einige würdige Cameo-Auftritte, die hervorragend gecastet waren und irgendwo damit auch eine Art “Respekt” an den neuen Film verteilen, der hier eine Geschichte erzählt, die viele schon kennen, die deshalb aber nicht schlecht ist, nur weil man für den Trailer eben die übelsten Szenen zusammengeschnitten hat.
Hat’s Spaß gemacht? Jup.
Hat man bei den Beats mitgetanzt? Irgendwie auch.
War der Film jetzt wirklich so schlecht, wie jeder behauptet? Ganz ehrlich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man mit den miesen Erwartungen, die einem der Trailer einimpft, in den Kinosaal geht, dann erlebt man die Überraschung des Tages und geht hinterher vergnügt wieder aus dem Saal, denn die Gags sind weitaus besser als angenommen, die Technik überzeugt auf voller Länge und der Beat ist alles andere als schlecht.
Der Film hat unglaublich viel Potenzial und dabei so gut wie kaum welches verschenkt – aber es sollen ja noch weitere Teile folgen. Und die werde ich mir definitiv wieder mit viel mehr Lust zu Gemüte führen.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Nicht nur, dass der gesamte Abspann animiert und bebildert ist, sondern danach kommt noch unglaublich viel Filmmaterial … wir reden hier fast schon von einem weiteren Film. Also nicht rausgehen!

Die Peanuts – Der Film (3D)

Charlie Brown – wieder so ein Massenphänomen, das jeder kennen sollte. Neuer Stoff für neue Geschichten sind in Hollywood immer gerne gesehen – und wenn man dabei dann auf Altbewährtes zurückgreifen kann, das den Erfolg quasi schon per Definition vorgibt, umso besser.
Demnach ist es in einer Zeit, wo so ziemlich alles, was irgendwo irgendwie existiert, zu einem Film gemacht wird, nicht verwunderlich, dass nun auch Die Peanuts das Kino erobern.
Ich spare mir an dieser Stelle die übliche “Buch-besser-Film-schlechter”-Diskussion und verweise erneut auf das Nichtvorhandensein diverser Vorkenntnisse, da – man mag es kaum glauben – ich auch an den Peanuts in meiner Kindheit vorbeigeschlichen bin. Ergebnis: Vorurteilsfreie Rezension zu einem Kinofilm, dessen Besuch sich durchaus lohnt.
Was definitiv positiv auffällt, ist das Fehlen von bösen Elementen. Blue Sky Studios schlagen hier nicht mit Disney-Tönen an, bei denen immer ein Gegensatz existiert, der in beide Richtungen extravagant ausgedehnt ist und in stereotypischer Weise jeweils nach oben oder unten verkommt. Bei der Sippe von Charlie Brown hat man tatsächlich mal vollends auf niedliche, kindgerechte, ordentliche und erzählerische Art gesetzt und den Zuschauern bewiesen, dass man Comics und Animation nicht zwingend mit Blödsinn oder absolutem Übertreiben in Verbindung bringen muss.
Die Charaktere zeichnen sich durch vergleichsweise hohe Profiltiefe gegenüber der Konkurrenz markant ab und erzählen hier aus einer Welt, der man deutlich anmerkt, dass sie nicht erst seit gestern existiert. Vielleicht auch ein Grund, weshalb das Gros der Figuren nicht groß erklärt wird, sondern man einfach loslegt.
Das funktioniert selbst bei Menschen wie mir, die zwar schon davon gehört und das ein oder andere Comicbildchen gesehen, sich jedoch nie tiefer in die Materie eingegraben haben und somit völlig ahnungslos vor der Leinwand hocken.
Was mir ein wenig gefehlt hat, war, dass man unterschwellig doch gespürt hat, dass das Medium “Film” begrenzte Mittel hat und kaum eine derartige Tiefe erreicht werden kann, wenn man Ideen und Spinnereien, die sich im Kopf beim Lesen abspielen, dann materialisieren und somit begrenzen muss. Schließlich ist Fantasie immer noch der größte Inspirationsmotor und dem mussten sich die Macher des Films irgendwo beugen.
Somit landet man hier für die junge Generation definitiv einen Volltreffer, der einfach nur putzig ist, mit Liebe und kindlicher Geborgenheit punktet und neben wahnsinnig überzeugendem 3D auch mit inhaltlichem Intellekt überzeugt und sogar die Erwachsenenriege in ihren Bann ziehen kann.
An dieser Stelle muss ich allerdings auch erwähnen, dass dieser Film nicht mehr “für die ganze Familie” gedacht ist, sondern man mit den Peanuts auch etwas anfangen können muss, um hier wirklich Spaß zu haben. Geht man völlig vorurteilsfrei an die Sache, findet man sich nämlich irgendwo im Kinderzimmer wieder, auch wenn hier interessante Werdegänge und Überlegungen eingearbeitet werden und man sich so von anderen Animationen deutlich abhebt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich in Nostalgie baden, mit seinen Kindern einen tollen Nachmittag erleben oder einfach mal etwas ausschließlich Gutes in sein Hirn brennen möchte, der macht mit den Peanuts sicher keinen Fehler.
Jedoch sollte man sich dessen bewusst sein, dass das Zielpublikum hier eindeutig die jüngeren Zuschauer sind und man sich als Erwachsener in die Welt von Charlie Brown reinfinden muss. Hat man diesen Schritt hinter sich, macht der Rest dann richtig Spaß und hinterlässt ein wärmendes Gefühl von Liebe und Geborgenheit in einem drin.
Und nicht zuletzt bietet der Film ein 3D, dass so richtig reinhaut und allein für sich schon den Kinobesuch wett macht. Dieses Feature sollte man in diesem Fall auf jeden Fall mitbuchen.

 
Nachspann
Gibt es … und der hat es sogar richtig in sich. Ich sag mal so viel: Die Kinder rannten nach vorne und tanzten alle auf der Bühne vor der Leinwand. Hier wird Stimmung gemacht, Bilder gezeigt und der Song ist hammergeil. Drin bleiben!

Spy – Susan Cooper Undercover

Dass James Bond als DAS Vorbild für Agentenfilme gilt, wissen mittlerweile ja nun alle.
Dass große Vorbilder immer mit Parodien gesegnet werden, auch.
Bei dem aufstrebenden Humorstern, den Melissa McCarthy gerne darstellt, war es also kein Wunder, dass auch sie eines Tages die Hauptrolle in einer Bond-Parodie spielen würde.
Da ich erst kürzlich in den Genuss von Get Smart gekommen bin, waren meine Ansprüche natürlich segensreich gefüttert und dementsprechend “Angst” hatte ich, mir diesen Film hier reinzuziehen.
Darum auch die Fun2Night: Da ist der Saal voll, es gibt Verlosungen und man hat wenigstens jede Menge Mitlacher im Saal, auch wenn es nicht komisch ist. Mit mehr Leuten im Kino macht es einfach mehr Spaß.
Meine Ängste waren unbegründet. Dass das ganze Pulver schon im Trailer verschossen wurde, so wie bei Der Kaufhaus Cop 2, ist hier so absolut nicht der Fall. Im Gegenteil: Spy macht tierisch Spaß und ist zu keiner Zeit derart dämlich, dass man sich dafür fremdschämen müsste.
Klar sind wir in einer Zeit angekommen, in der intellektueller Humor nur noch selten auf den Plattformen der Allgemeinheit zelebriert wird, hier wurde jedoch sehr präzise darauf geachtet, witzig zu sein – und zu bleiben. Der Film führt galant durch die Ebenen der CIA und bietet dabei so richtig was zum Lachen. Ob es die Unbeholfenheit von McCarthy ist, die sich manchmal mit Worten, manchmal mit Taten aus ihrem Schlamassel zu reißen versucht, oder das proletenhafte Rumgetue von Statham, der mit seiner Angeberei ständig für Lacher sorgt – man hat die ganze Spielzeit über was zu tun und wird trotz Parodie-Label als Zuschauer nicht verarscht, sondern für voll genommen.
Hier wird feinfühlig eine Welt geschaffen, die mit ihrer charmanten Darstellung Bond schon fast das Wasser reichen kann, auch wenn die Mutter aller Agenten niemals diesen Platz hergeben würde.
Sei’s drum: Es hat richtig Spaß gemacht und ich werde ihn mir mit Sicherheit noch einmal anschauen. Und genau das solltet ihr auch tun.
 

.kinoticket-Empfehlung: Reingehen! Man muss Bond nicht mögen, um McCarthy zu lieben. Hier stimmt einfach die Zusammenstellung der Stars, der Gags und das ganze Ambiente rundrum, um für einen wirklich gemütlichen Kinoabend zu sorgen, bei dem herzlich gelacht werden darf.
Der Clou, hier sowohl dieses also auch jenes humoristische Vergnügen zu bedienen, wurde professionell vollzogen und der Film bleibt spannend bis zum Schluss.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Auch nach dem Schluss. Da kommt noch mehr.

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