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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Ostsee

25 km/h


© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

Viele können sich unter dem Titel schwer was vorstellen und meine Prognose war: Sämtliche Autofahrer werden mit diesem Film anfangs ihre lieben Schwierigkeiten haben.

25 km/h – mancher Fahrradfahrer ist schneller, denn das ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Mofas, die auf der Straße allerorts gehasst sind und die deshalb kaum jemand fährt. Ich zähle zu den “kaums”, weil diese Kategorie für mich nicht in die Abzocker-Vereinigung gehört, zu denen ich überteuerte Führerscheine und noch überteuertere Fahrzeuge zähle. Wie viele Menschen leben und arbeiten, rein um ihre Wohnung und ihr Gefährt zu unterhalten, für mich ist dieser Spaß mit 50 € im Jahr gegessen und ich komme – dank Öffis – trotzdem voran und bin auch auf dem Land die paar Kilometer zum nächsten Bahnhof nicht aufgeschmissen.

Was die Touren angeht, die weit über das “Ja, das ist noch machbar” hinausreichen, habe ich auch schon genügend Erfahrungen gesammelt, indem ich z.B. mehrfach mit dem Mofa von Kempten nach Augsburg oder München und zurück gefahren bin und daher weiß, was es heißt, wenn man mal 8 Stunden am Stück auf so einem Teil sitzt und durch strömenden Regen bei Nacht und Gewitter fährt.

Eben jene Personen, die das gemacht haben, haben während dem ganzen Film schon ein Grund-Schmunzeln im Gesicht, weil all diese Dinge, die man als ambitionierter Mofa-Fahrer so erlebt, genau in diesem Film vorkommen und man sich sowas von verstanden damit fühlt.

Alle anderen haben erstmal extreme Schwierigkeiten, auf dieses “langsame Niveau” zu steigen, weil es erstmal ein wenig dauert, bis man damit klar kommt, dass alles eben etwas gemütlicher und sinnlicher von statten geht und man nicht wie die gehetzten Schweine mal eben quer durch Deutschland kommt.

Auch hier hat man meiner Meinung nach vieles richtig gemacht: Man lässt sich Zeit, man übt sich in tollen Dialogen, man spricht Dinge aus, die andere Filme eloquent wegcutten, man spricht Wahrheiten, die sich sonst nie jemand zu sagen gewagt hätte. Überhaupt ist dieser Film unfassbar dialoglastig und unglaublich ernst, was man einem Ernie-gebrandeten Bjarne Mädel sofort abkauft, womit der aber auch unglaublich erstaunt. Überhaupt wartet der Film mit einigen toll besetzten Rollen auf und wer es geschafft hat, bisher den .trailern zu entgehen, dürfte die ein oder andere Überraschung im Film erleben.

Was auch unglaublich gelungen ist, sind die Takes und Kameraeinstellungen: Für deutsches Kino absolutes Hochniveau! Man fährt hier zu Taten auf, die fast an oscarverdächtige Hollywood-Produktionen grenzen mit unglaublich beeindruckenden Bildern, Settings, Takes und Silhouetten, die dir schlichtweg den Atem rauben! Chapeau an den Macher, der dafür verantwortlich war!

Das Ende ist dann etwas in die Art, wie es im ZDF-Buche steht, all das tut dem Gesamtwerk aber keinerlei Abbruch, weil die gute Stimmung dadurch weder verloren geht, noch der Film an sich schlechter wird. Vielmehr vermisst man eigentlich nur den Oscar-Paukenschlag, der aus diesem Ding dann ein Ultimativum macht und es zur Allzeit-Koryphäe erhebt. Die bleibt aus, der Rest des Films ist aber sehr wohl brauchbar und erinnert auch in vielen Punkten an andere große Filme.

 

.kinoticket-Empfehlung: Wunderschönes, deutsches Kino mit Bildern und Kamerafahrten, die oscarreif sind!

Dialoge, Ernsthaftigkeit, Plot, Selbstfindungstrip und alles drumherum ist großartig gestaltet und lässt die Zuschauer mitlachen, emotional werden und liefert ihnen einen tollen Film, der bis zum Schluss großartig unterhält und viel Comedy bereithält.

Der Schluss sackt durch die “typisch ZDF“-Plotenden etwas ab, zerstört den Film aber dadurch nicht, sondern hinterlässt trotzdem ein wahnsinnig gutes Gefühl beim Wieder-aus-dem-Saal-spazieren.

Daumen hoch – davon dürft ihr gern mehr bringen!

 

Nachspann
❌ folgt ohne weitere Szenen oder Boni. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 31. Oktober 2018

Original Title: 25 km/h
Length: 116 Min.
Rate: FSK 6

 

25 km/h ist auf großer Kinotour in Deutschland unterwegs!

Die Tour ist inzwischen in vollem Gange und kann von euch noch bei folgenden Events besucht werden:

30. Oktober 2018 – Köln
18:00 Uhr – Filmpalast (mit Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Oliver Ziegenbalg)
20:00 Uhr – Residenz (mit Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Oliver Ziegenbalg, Wotan Wilke Möhring und evtl. Sandra Hüller)

31. Oktober 2018 – München
19:30 Uhr – Mathäser Filmpalast (mit Bjarne Mädel, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

01. November 2018 – Ingolstadt / Nürnberg
17:15 Uhr – Cinestar /
20:30 Uhr – Cinecitta (mit Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

02. November 2018 – Stuttgart / Leonberg
18:00 Uhr – Metropol /
20:15 Uhr – Traumpalast (mit Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

03. November 2018 – Frankfurt am Main
18:00 Uhr – Harmonie Kino
20:30 Uhr – CineStar Metropolis (mit Bjarne Mädel, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

04. November 2018 – Leipzig
18:00 Uhr – CineStar (mit Sandra Hüller, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

So farbenfroh das Plakat an den Wänden prangt, so sommerlich frisch mutet der neuste Streich der beiden Kid-Agenten auf der großen Leinwand an, über deren letztes Spektakel ich mich ja auch schon äußerst positiv ausgelassen hatte.

Kaum zu glauben, aber ich habe mich auf diesen Titel irgendwie gefreut. Zwar ist dieses Genre nicht unbedingt auf der Top 5 meiner Filmvorlieben anzutreffen, jedoch überwiegen hier erneut die Punkte, die auch schon beim zweiten Teil maßgeblich waren: Man hat ganz große Mühen investiert, um nicht nur kindgerechte Unterhaltung zu liefern, sondern diese auch noch mit Unversehrtheit und extrem hohem Bildungswert auszustatten.

So erlebt man als Zuschauer eben nicht nur die spannende Reise der beiden durch die durchaus kurzweiligen Abenteuer, sondern erntet auch als Erwachsener eine Portion absoluter Filmgesundheit, wenn man spürt, wie normal, unbefangen, ehrlich und nicht-zerstörerisch die gezeigten Szenen hier liebevoll ineinander spielen.

Die Boshaftigkeit, der kaputte Humor, das Kundenfischen durch Ausrichtung auf Fäkalhumor und Billigwitze bleibt hier völlig aus und liefert genügend Spielraum, um dem Werk zu Recht das “Prädikat besonders wertvoll” zu verpassen.

So fies man als Erwachsener über Kinderfilme urteilen kann, so unmöglich erscheint es mir, über Werke wie dieses etwas negatives zu sagen, denn unter Anbetracht der Tatsache, dass das Zielpublikum hier tatsächlich unterhalb der Jugendlichkeit angesprochen werden soll, hat man meines Erachtens an dieser Stelle absolut alles richtig gemacht, um ein Finalprodukt abzuliefern, an dem sich große TV-Anstalten und öffentlich-rechtliche Sender ein Vorbild nehmen sollten.

 

.kinoticket-Empfehlung: Als Familienfilm absolut empfehlenswert und frei von jedweder geisteszerstörender Bosheit, ohne dabei ins Dutschi-Dutschi-Baby-Getue abzurutschen.

Würde man mich dazu zwingen, mir einen Kinderfilm rauszusuchen, den ich mir ansehen müsste, würde ich ohne zu zögern zur “Rico, Oscar und…“-Reihe greifen und hätte beim Schauen sogar meinen Spaß dabei.

Daumen hoch, so wird perfekte Unterhaltung für jüngere Kinobesucher gemacht!

 

Nachspann
belebt durch animierte Bildchen, zeigt aber keine weiterführende Szenen.

Kinostart: 28. April 2016

Social: www.facebook.com/RicoOskar.Filme

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