New York

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Robert Pattinson kennt man in unserer Generation wohl eher aus der Twilight-Saga, mit der er sich international berühmt gemacht hat. Was ich an dem Jungen aber viel mehr bewundere, ist seine Entscheidung, sofort im Anschluss in die Independent-Produktionen zu wechseln und seine Karriere dort aufzubauen, statt sich – wie üblich – für Massenprodukte fürstlich bezahlen zu lassen.
Und es gibt ja bereits viele Titel, in denen er mitwirkt, die sich wirklich sehen lassen können und die ich den Twilight-Filmen immer vorziehen würde. Good Time gehört meines Erachtens dabei zu den wahren Stilblüten, in denen er die Hochkonjunktur seines kreativen Schauspielschaffens zeigen und erbarmungslos ausleben darf. Dieser Film ähnelt durch die Methoden des modernen Film Noir einer irren und subtilen Fahrt in die Abgründe des Wahnsinns solcher Eskapaden, die beim Zuschauer definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Es macht höllisch Spaß, dem düsteren Schaffen zuzusehen und selbst ein Teil davon zu werden. Dabei driften die Schöpfer auch niemals zu stark auf die Bahn der Hollywood-Geldmacherobjekte, sondern bleiben ihrem Hang zum Nischenkino immer treu. Angeführt von einer mehr als interessanten Persönlichkeit mit einer einzigartigen Ausstrahlung profitiert Good Time tierisch von Pattinsons Anwesenheit und macht aus diesem bislang nicht viel umworbenen Stück ein modernes Kinowunder.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unbedingt reingehen! Einer der besten Darbietungen, die Twilight-Star Robert Pattinson je abgeliefert hat!
Zerreißt vor Spannung, Ambiente und diebischer Hingabe an ein Kinogenre, dem wir wieder etwas mehr Aufmerksamkeit widmen sollten! Einzigartig!

 
Nachspann
beinhaltet keine weiteren Szenen oder Abfolgen. Rausgehen erlaubt!
Kinostart: 2. November 2017

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Müsste ich das vorliegende Werk klassifizieren, würde ich ihn dem New York-Genre zuordnen, denn diese Stadt hat sich in der Geschichte doch längst – sind wir ehrlich – als eigenes Filmgenre herauskristallisiert.
Norman erzählt wieder eine Story, die sich in dem für mich bis heute immer noch nicht greifbaren Genre der New Yorker Büroturm-Welt abspielt und es dennoch geschafft hat, mich so richtig zu packen.
Wer jetzt glaubt, er wird mit Floskeln aus einer Branche beworfen, mit der auch er nichts anfangen kann: Selbst die Originalversion des Films ohne Untertitel war für alle leicht verständlich – ein Hoch auf Richard Gere, dessen seelige Ruhe auch in diesem Film wieder maßgeblich zu einem wunderbaren Feeling beiträgt.
Neben ihm machen Lior Ashkenazi, Michael Sheen, Steve Buscemi, Harris Yulin und andere ebenfalls eine gute Figur und offenbaren dem Kinopublikum eine verzweigte Story, die in Theater-Manier aufgespielt wird und mit der man sich spätestens nach 10 Minuten innig angefreundet hat.
Und wer zwischendrin meint, aus welchen Gründen auch immer den Saal verlassen zu müssen, der verpasst eines der schönsten Filmenden, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und bei im Durchschnitt 400-500 Vorstellungen im Jahr sind das einige.
 

.kinoticket-Empfehlung: So unscheinbar der Titel, so altbacken vielleicht der Hauptdarsteller in seinem Genre wirken mag, so genial und grandios durchzogen ist der Plot, der in einem Finale mündet, dass wirklich jedes Herz aufbricht.
Man braucht vielleicht eine Weile, bis man drin ist, aber dann macht die Show wirklich Spaß. Zutiefst berührend und sehenswert.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten – Ausgang freigegeben.
Kinostart: 21. September 2017

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Machen wir es kurz und schmerzlos, bevor dieses “Wunderwerk” dann endgültig die Segel streicht und aus den Kinos verschwindet: Plötzlich Papa.
Hat es irgendwo schon mal gegeben. Sogar fast im Detail. Ändert auch nichts daran, dass der Plot zwar als Buch oder sonstiges funktionieren mag, als lieblos dahingeklatschter Film bei mir aber so dermaßen nicht gezogen hat, dass ich es als extreme Herausforderung angesehen habe, hier bis zum Schluss durchzuhalten, um euch dennoch darüber schreiben zu können.
Auch wenn Omar Sy seine Karriere mit durchaus beeindruckenden Werken geschmückt hat, zieht er für mich hier nicht als Aushängeschild und das Rumgetue seiner Person nervt nicht nur die Darsteller, sondern irgendwo auch den Zuschauer.
Die Wendungen im Film sind und bleiben vorhersehbar und auch der ganze Spaß drumrum funktioniert in meinen Augen irgendwie nicht, sondern zähfließtzieht sich so extrem in die Länge, dass der Blick zur Uhr schon eher dominiert als der zur Leinwand.
Mag sein, dass es Abnehmer dafür gibt, die solche Art von Humor toll finden und für genau die ist der Film gemacht. Alle anderen, vor allem diejenigen, die aus Zeiten von Ziemlich beste Freunde Fortsetzungen erwarten, sollten einen großen Bogen um den Film machen, denn an dieses Niveau kommt Plötzlich Papa auf keinen Fall ran.
 

.kinoticket-Empfehlung: Griff ins Klo, unlustig, unspannend und irgendwo nicht nachvollziehbar.
Dieser Film ist für mich das aktuellste Beispiel eines Misserfolgs. Ich wurde von einigen Kinofreunden ja bereits gewarnt, dass der nicht sonderlich gut sein soll, aber dass er so langweilig und schwer werden würde, hätte auch ich nicht erwartet.
Schade, denn die Idee ist sicherlich wert, dass man darüber einen Film dreht.
Warten wir mal ab, ob Hollywood Lunte gerochen hat und die es in ein paar Jahren dann richtig machen.

 
Nachspann
Auch hier kommt klassisch gar nichts außer reiner Text. Warten ist also sinnlos.

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Es gibt hin und wieder Trailer, die irgendwo nichtssagend sind und dennoch so ein feinfühliges Rausfluppen aus der Allgemeinheit tangieren, das unterschwellig mitschwingt und so manchen Langzeitkinogänger zärtlich ankratzt.
Genau so ein Fall ist Nocturnal Animals, der auf den ersten Eindruck merkwürdig erscheint, man das Gesehene setzen lassen muss, hier und da eine positive Wertung aufnimmt und sich schlussendlich richtig darauf freut.
Strike – was meine Vermutung und mein Hauptwunsch für die Sneak Preview diese Woche angeht – es war Tom Fords neuestes Werk, das nicht nur als film noir wieder berauschende Maßstäbe setzt, sondern eine überraschend packende Story beschreibt, die ich diesmal sogar mega gerne als Buch gelesen hätte.
Die für ihn typischen Charakterzüge mit Achtung vor der Eleganz, Anmut und dem stilistischen Design seiner Schauspieler, dass teilweise bereits schon auf Kosten des Plots in den Himmel gekürt wurde, zieht auch hier wieder kräftig an der Wichtigkeitsleine und beweist, dass es eben ein echter Tom Ford ist.
Stimmung kommt auf jeden Fall auf und das düstere Schauspiel nährt sich im Zuge seiner Episoden immer mehr von den Interpretationsmöglichkeiten, die man als Zuschauer dazu investiert und sich somit irgendwo selbst sein Bild des Geschehens macht – ganz im klassischen Sinne hervorragenden Kinos.
Da ich eh ein Fan von film noir bin und diese Darstellungsmethode liebe, das düstere, das unerreichbare, zerbrochene, markante und trächtige Wesen dieser Filmart total mag, war nicht nur ein Grund, weshalb dieser Titel bei mir voll eingeschlagen hat.
Dazu kommt einer meiner Lieblingsschauspieler – Jake Gyllenhaal – der auch hier wieder eine hervorragende Performance abliefert und dem das Drehbuch – wieder einmal – auf den Leib geschneidert erscheint.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für hervorragende Unterhaltung mit Anspruch, Anmut und Eleganz als empfehlenswertes Stück Filmgeschichte zu gebrauchen.
Die Erzählweise, Verschachtelung der Ereignisse und das Rüberbringen der Atmosphäre sind hier wieder einmal vom Konzept her gründlich durchdacht und mit Hingabe und Liebe zum Detail umgesetzt, ohne dass man sich dazu zu sehr in irgendwelchen Nebensächlichkeiten verirrt.
Herausragend, so darf es gerne weiter gehen!

 
Nachspann
Es bleibt der übliche Schuss vor den Bug, der den Zuschauer entlässt und ihm Zeit zum Nachdenken gibt. Diese Zeit wird durch nichts weiteres unterbrochen.

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Sully

Es ist ein Clint Eastwood.
Und damit ist eigentlich schon alles gesagt.
Über den Hergang, das Dazwischen und das Ende braucht niemand mehr ein Wort verlieren, denn diese Story ist garantiert jedem zu Ohren gekommen, der auch nur annähernd mit der Gesellschaft Kontakt hat und hier und da mal ein Sekündchen über eine Schlagzeile fährt.
Umso erstaunlicher, dass Eastwood es dann schafft, hier derart hohe Spannungsausschläge und zielsichere Pointen einzubauen, die den Kinozuschauer leicht mal vergessen lassen, dass er den Her- und Ausgang der Geschichte längst kennt. Man fiebert trotzdem irgendwo mit.
Für mich von essentieller Bedeutung ist das Zusammenspiel des “echten Captains” mit Tom Hanks, der wieder einmal beweist, dass ein Griff zu ihm als Schauspieler in einem erfolgreichen Ergebnis mündet. Die beiden hatten bereits vor dem Dreh regen Austausch miteinander und Hanks durfte sich von dem echten Helden inspirieren und anleiten lassen, was auch in jeder Szene spürbar deutlich ist.
Die Authentizität, das wahre Erleben in Sully ist nicht nur erfrischend ehrlich, sondern zeugt von einer Art Heldentum, die den Verzicht auf CGI und großangelegte Actionsequenzen durchaus rechtfertigt. Man braucht keine großartigen Explosionen, um die Story voranzutreiben, sondern die menschliche Kraft, das Miteinander, das In-sich-Zusammenfügen verschiedener Augenblicke erzeugt ein Erzählmomentum, das auf ganzer Linie beweist, dass auch mit gegenteiligen Meldungen als den bekannten aus der Presse erzählenswerte Geschichten zustandekommen, über die man berichten kann.
Die Wichtigkeit, dass hier auf die Aspekte gesetzt wird, die von den Medien gerne mal verschwiegen werden, das absurde Verdrehen von Ahnungen und damit die Bloßstellung der Medien in ihrer Seriösität wird am Rande genauso zum Thema gemacht wie die direkte Konfrontation mit Fakten, die sich im Nachhinein als richtig erwiesen haben.
Dass die Erzähltiefe hier ein wenig an Eastwoods Hang zum Melodramatischen leidet, dass sich die Ehrlichkeit, mit der der Zuschauer hier überhäuft wird, selbst ins Knie beißt, weil dadurch die spektakuläre Action, die vielleicht mancher beim Gang ins Lichtspielhaus erwartet, nicht in dem Ausmaß geboten wird, ist selten so selbstironisch gewesen wie der Fakt, dass genau dieses Manko gleichzeitig eines der größten Errungenschaften von Sully ist: Man bleibt sich treu und verzichtet auf derartige Übertreibungen, die Passiertes ins zweifelhafte Licht rücken, sondern stellt nur dezent an den “Dramatisiert”-Schrauben rum.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein jeder darf sich dazu aufraffen und den Film aufs .kinoticket drucken lassen, denn die Wahrhaftigkeit, mit der hier zu höchst ethischen Werten angestachelt wird, läuft nicht nur von der Leinwand runter wie Öl, sondern obsiegt auch gegen jedes Actionkino, das durch immer größer werdende Helden dazu aufrufen möchte, genau die gleichen Gedankengänge umzusetzen.
Eastwood beweist Händchen und haut mal eben die Story verwertbar und ansprechend in ein Milieu, in dem sie eigentlich gar keine Chance hat zu gedeien.
Umso mehr bewundert man schließlich die Pflanze, die sich den Weg durch den Beton erkämpft und allein auf weiter Flur steht und mit ihrem Leben beweist: Es geht eben doch.
Dass alles nahe an der tatsächlichen Begebenheit rumschwirrt, ist dabei nur das Sahnehäubchen auf der Torte.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Es wird nicht nur emotional, sondern auch wichtige Szenen gezeigt, die man sich nach einem Film dieser Art durchaus mitnehmen sollte.

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Das Buch hat in die Windeseile die Bestsellerlisten erobert, der Film klammert sich an den Erfolg und versucht, die Geschichte von Paula Hawkins zu verfilmen.
Die Erwartungen wurden im Trailer vielleicht etwas missverständlich angerissen, wer den großartigen Thriller erwartet, in dem es genauso heiß hergeht, wie zum Beispiel in den Adler-Olsen-Verfilmungen, der irrt.
Hier steht vor allem eine Feinfühligkeit im Raum, die Emily Blunt geradezu auf den Leib geschneidert ist. Sie trägt den Film durch ihre Art zu Schauspielern in großen Teilen und erschafft eine nahezu unrühmliche Aura, in der sich das absurde Geschehen abspielt.
Was mir immer wieder etwas im Hals gekratzt hat, war die faktisch nicht greifbare Bosheit, die man in einem solchen Film erwartet und nach allen Regeln der Kunst ausgelebt sehen will. Dieser Umstand selbst sorgt aber auch schon wieder für Unbehagen in den Mägen der Zuschauer, das wiederum sehr gut zum Allgemeinzustand des Films passt und damit in seiner Weise auch richtig produziert wurde.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der große Überflieger mit der offenbarenden Aufschlüsselung des Falls steht hier nicht gerade vor einem, wer jedoch solide Unterhaltung und gutes Schauspiel sucht, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt.
Die Undurchsichtigkeit, durch die sich Blunt auf ihrer Suche nach der Wahrheit gräbt, entfächert immer größere Abgründe, in denen schließlich das wahre Grauen gipfelt, dass das Buch so groß gemacht hat.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also entfliehen.

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Culture Clash ist derzeit in aller Munde und vollzieht gerade ein Revival, bei dem vorhandene Erfolgsgaranten aus der Vergangenheit mit Sequels und Prequels abgefrühstückt werden, bis einem das Lachen im Halse stecken bleibt. So will man meinen, wenn man die überall aus dem Boden sprießenden Komödien internationaler Verwirrungen im Kino begutachtet, die in Zeiten von Flüchtlingsströmen, Andersartigkeit und kultureller Vielfalt einen gemeinsamen Nenner in die Kinosäle transportieren wollen: Das gemeinsame Lachen.
In Antonio, ihm schmeckt’s nicht! baut man dabei voll auf direkte Provokation mit der komplett widersinnigen Art des Schwiegervaters, den man zuvor schon in unzähligen Trailern bewundern durfte und der (zumindest mich) im Film eigentlich permanent nur genervt hat.
Klar ist die Aufgabe seines Charakters das Rumnerven und genelles Unfrieden stiften, jedoch wirken die teils so überzogenen und stereotypischen Verhaltensmerkmale dermaßen aufgesetzt, dass dem ganzen Unterfangen dabei die Glaubwürdigkeit abhanden kommt und man als Zuschauer liebend gern einmal mit der Faust auf den Tisch schlagen und dem ganzen Zinnober ein Ende bereiten möchte.
Nur geht das eben als passiver Konsument nicht so leicht und man ist wohl oder übel daran gebunden, sich das Schauspiel bis zuletzt unkommentiert ins Hirn einzuflößen oder die Schmach in Kauf zu nehmen, für dieses Werk Geldscheine hingeblättert zu haben um anschließend eben nicht in der Form unterhalten worden zu sein, wie man es sich anfangs gewünscht hatte.
Ganz vor den Bug geschossen hat man die Story jetzt aber nicht, denn hier und da flammen schon ein paar richtig nette Szenen auf, die Unterhaltungspotenzial aufweisen und teilweise wirklich witzig sind, jedoch ist Humor immer so eine Sache, die jeder anders versteht und bei der manch einer dann gar keinen Spaß mehr versteht.
Ich persönlich empfand es eher als anstrengend denn als witzig und war ehrlich gesagt froh, dass die Veranstaltung endlich vorbei ist. Aus diesem Grund durftet ihr auch so lange auf den Beitrag warten, denn mit nicht ganz so hasserfülltem Herzen schreibt es sich freundlicher 😉
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer diesen überzogenen Stereotypen etwas abgewinnen kann und es toll findet, wenn man in der Klischeebadewanne absäuft, der wird auch mit diesem Streifen wieder einen Titel mehr auf dem Markt vorfinden, bei dem man nach Herzenslaune kichern kann.
Der Rest sollte sich den Trailer nochmal genau unter die Lupe nehmen und die Art von Humor verstehen, die hier auf den Tisch kommt. Christian Ulmen ist ja schon seit jeher ein diskutierter Schauspieler gewesen, dessen Art nicht jedem in den Kram passt und wenn dazu noch ein nerviger Schwiegervater auf den Plan tritt, wird es für den ein oder anderen tatsächlich auch vor der Leinwand ungemütlich.

 
Nachspann
war irgendwie merkwürdig, weil man hier keine Szenen oder Bilder hatte, sondern irgendwelche sich immer wiederholenden “GIF-Animationen”, die auf mich irgendwie befremdlich wirkten, aber wenigstens konsequent bis zum Schluss durchgezogen wurden.

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Wenn Michael Bay im Spiel ist, dann krachts und macht dem eingefleischten Popcornjünger richtig Spaß. Genau dieses Credo gilt auch für Teenage Mutant Ninja Turtles 2: Out of the Shadows, denn hier wird mit 3D gearbeitet, das wieder als Meilenstein in der Geschichte des dreidimensionalen Films gilt und eine Story abliefert, die erwartungsgemäß ist und somit keinerlei großartige Überraschungen bereithält.
Aber wen schert es: Man geht nicht in diesen Film, um mit herausragenden Dialogen begeistert zu werden, sondern weil man es krachen sehen will. Und tatsächlich erinnert hier alles ein wenig an die monumentale Größe von Transformers, nur dass die Effekte und der Wahnsinn fast einen Ticken besser sind als in der Saga der Autobots.
Der Streifen macht dabei nicht nur den jüngeren Zuschauern Spaß, deren Actionfiguren man belebt und in eine Schlacht schickt, die effektreißerisch und großartig ist, sondern unterhält hier auf einem Level, das eine eigene Dynamik entwickelt und somit nach gegebener Zeit auch erwachseneren Menschen Spaß zu machen beginnt.
Der absolute Star des Films ist ganz klar die Technik und Erfahrung, die Bay hier mit einfließen lässt, die eindrucksvoll beweist, das hier Action-Können dahintersteckt, von dem sich viele Kracherfilme eine Scheibe abschneiden können. Wer jemandem eindrucksvolles 3D näherbringen möchte, sollte sich diesen Referenzfilm packen, denn auch die Inhalte sind nicht so schlecht, dass man sich darüber mockieren müsste, sondern man bekommt solide Unterhaltung und hat hoffentlich viel Popcorn am Start, denn das wird gebraucht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Das 3D ist allererste Sahne, die Action weiß überzeugend zu beeindrucken und die Bayschen Einflüsse der Transformers-Liga sind deutlich spürbar.
All das macht TMNT 2 zu einem Film, der als Referenz in Ton und Bild gilt und hier einmal mehr eindrucksvoll beweist, welche audiovisuellen Fähigkeiten in einem Kinosaal stecken können.
Als Familienunterhaltung sehr wohl zu gebrauchen, auch wenn man nicht zwingend mit 4jährigen da reingehen sollte, so wie es eine Zuschauerin versucht hat ^^.

 
Nachspann
liefert anfangs noch recht nette Animationen, nach dem Umsturz auf den Normalfließtext darf man aber nach draußen.

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Ich vertrete bis heute immer noch die Aussage: “Hat man einen Tanzfilm gesehen, hat man alle Tanzfilme gesehen.”
Keine Ahnung, wieso, aber nirgends hält man sich innerhalb eines Genres so penibel ans Schema F wie bei Tanzfilmen. Absolut keine Abweichungen, die immergleiche Problematik mit den immergleichen Stereotypen, die einem da auf der Leinwand entgegenflimmern und am Ende die immergleiche Auflösung der konstruiert-langweiligen Geschichte, die ihren Höhepunkt dann im Endbattle des jeweiligen Musik-Abklatsches wiederfindet, den man während der Geschichte erschaffen hat.
Liest man sich die Beschreibung zu StreetDance New York durch, erlebt man innerlich bereits beim zweiten Satz schon wieder die Genre-Kotze aus den Gedärmen hochsteigen, denn hier bleibt einem nichts übrig, als zu erwarten, dass … genau wieder derselbe Mist runtergespielt wird.
Falsch. “Phuw, also doch aufatmen und trotzdem reingehen.” <= Auch falsch. Es geht nämlich … noch schlechter.
Frage 1: Warum nennt man das Teil Street-Dance, wenn insofern nicht wirklich was stattfindet, das tatsächlich der Namensgebung gerecht wird und sich auf der Straße abspielt, sondern eher der intellektuell höhergestellten Oper anheim fällt? Das Song-Schema hat man meines Erachtens hier völlig falsch gewählt.
Frage 2: Ist es normal, dass man – weil jeder das Schema F ja jetzt bereits kennt – dann einfach mal die Geschichte komplett weglässt und irgendwas reinkonstruiert, nur weil jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, um diesen Fakt auf den Tisch zu bringen, weil man ihn eben jetzt braucht? Keine Ahnung, wieso, keine Begründung, sondern einfach mal “flatter flatter” liegt es da und man kann es plotmäßig verwenden. Erbärmlich? Oder steckt da irgendwie Sinn dahinter?
Frage 3: Wenn man es schon schafft, einen Remix zu komponieren, bei dem sich wirklich die Nackenhaare aufstellen (und diesmal mein ich das positiv!), warum gibt man eben diesem Moment dann im Film nicht genügend Zeit, um sich derart zu entfalten, dass daraus wenigstens eine grandiose Musikorgie wird, die man frenetisch abfeiern kann, bei der man vergisst, dass Story und der ganze Rest des Films einfach für die Tonne sind?
Denn genau diese Phasen – ganz am Anfang und ganz am Schluss hätte man zu einem überwältigenden Musikvideo zusammenschneiden können, denn auch die Tanz-Szenen überzeugen diesmal so überhaupt nicht. Weder von der Technik noch vom Bewunderungsgrad oder irgendeinem anderen Augenmerk aus. Nichts, eher lieblos dahingekotzte Bewegungen, die weder etwas mit Feingefühl oder Spürsinn zu tun haben. Bläh, bläh, und jetzt noch einmal im Kreis und fertig.
Andererseits ist das genau wieder einer der Punkte, bei dem dieses mal ich richtig heftig Probleme habe zu akzeptieren, dass die Zeit abgelaufen ist, in der man sich so etwas noch anschauen konnte. Eine Generation definiert ihren Musikstil neu und erfindet dafür etwas völlig individuelles, aus der sie ihre Daseinsberechtigung ziehen kann und sich auf der Bildfläche der Welt präsentiert. Und diese Gestalt gefällt mir so absolut nicht, sondern ist einfach nur uninspirativ und demotivierend.
Was mich zu meiner letzten Frage führt: Wer ist das Zielpublikum für so etwas? 14jährige Mädchen, die dieses Halbmädchen von “Junge” zum Anbeten heiß finden und als großes Idol und Vorbild an die Wand hängen? Möchte ich in einer Welt wie dieser leben, die so etwas aufbaut, fördert und vor allem zulässt?
 

.kinoticket-Empfehlung: Ganz ehrlich? Wartet darauf, bis jemand die ersten 10 Minuten und den Schlussakkord auf Youtube postet und schaut es euch dort an, bevor ihr Geld für’s .kinoticket rausschmeißt und hinterher enttäuscht seid.
Ich für meinen Teil war es, denn noch nicht mal die Akrobatik wusste zu überzeugen und konnte dem durchaus genialen zweiten Teil in Form von sensationellem 3D eins oben drauf setzen. Und mit Street hatte das alles auch so gut wie gar nichts zu tun … oder … warte ….

 
Nachspann
… doch, im Nachspann kommt was, das dann tatsächlich auf der Straße stattfindet und in meinen Augen angenehmer die Kehle runterglitt als der gesamte Rest vom Film.

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Blödest gewählter Titel ever … Oder würdet ihr freiwillig in einen Film gehen, der so heißt? Die Marketingspezialisten dürften es zumindest schwer haben, den Film an die breite Masse heranzutragen um damit ein möglichst breit gestreutes Publikum zu erreichen, für das die Message des Films unerlässlich wichtig ist.
Dass das Ganze nicht so funktioniert, wie es vielleicht könnte, zeigte schon die Pressevorführung an sich, bei der reichlich wenig Vertreter der Medien zugegen waren als bei anderen, trächtigeren Titeln.
Vor der Morgenröte suhlt sich hier in einem fast verlassenen Bereich des Kinos, in dem viel Platz für Ideen, Kreativität, Geistreichhaltigkeit und andere künstlerisch ambitionierte Leidenschaft ist – und man startet genau so. Mit visuellen Eindrücken, die so gigantisch sind, dass das Herz eines jeden Liebhabers von bildhafter Schönheit zugleich schneller schlagen muss.
Dieses Werk gehört wieder zu jenen, bei denen man nicht von Anfang an klar deuten kann, worauf man sich hier eingelassen hat, sondern wo die Macher es noch verstehen, das Publikum zu überraschen, mitzureißen und zu unterhalten.
Stefan Zweig, seinerzeit ein Künstler und Autor von bedeutender Größe, bereist hier mit einem Teilstücke seines Lebens und erzählt dabei die Geschichte von eigentlich etwas völlig anderem, größerem, furchtbarerem.
Auch hier betritt man für meine Verhältnisse Neuland, indem man über geschichtliche Dinge berichtet, ohne sie jedoch maßgeblich zu bebildern oder voyeuristisch auszuschöpfen. Dass die Klage, der Wehmut, der Schrecken, die Zerstörungskraft und all die mächtigen Elemente allesamt durch die Gesichtsmimik eines einzelnen Darstellers wiedergegeben werden, grenzt für mich nahezu an ein schauspielerisches Wunder.
Hand aufs Herz: Habt ihr von Josef Hader vorher schon mal etwas gehört oder gesehen? Ich nicht. Und dieser Mann ist genial! Den Äußerungen anderer Pressevertreter kann ich nur beipflichten, dass er für seine Darstellung in Vor der Morgenröte durchaus preisverdächtig ist und eine Auszeichnung nicht nur verdient hätte, sondern erhalten muss!
Es blutet einem das Herz, diesen Mann dabei zu beobachten, wie er mit sich selbst kämpft, mit den Umständen der Welt nicht mehr zurecht kommt, immer tiefer in Dimensionen vordringt, derer er längst nicht mehr Herr ist und wie er durch seine wunderbare Art versucht, das Beste aus allem zu machen.
Gerade die perverse Diversität zwischen Horror und Schönheit, die hier so aussagekräftig über die Leinwand ergossen wird, die Dinge aus einem völlig anderen Blickwinkel aus betrachtet, schafft hier ein völlig neues, cineastisches Erlebnis, dem man sich als Zuschauer allein schon aufgrund der Genialität solchen Schaffens stellen sollte – und nicht zuletzt natürlich des Inhalts wegen, der – im Vergleich zu fast allen anderen Filmen dieses “Genres” (das Wort ist eher falsch in diesem Zusammenhang, aber mir fällt nichts besseres ein) hier ein musterhaftes Beispiel darstellt, dem die Geschichtsbücher und historischen Aufarbeiter gerne folgen dürften.
Genau das ist auch das Problem: Der Titel ist genauso grausam gewählt, dass das Werk letztendlich tatsächlich eher als Schulunterhaltungsfilm endet und nicht als ernstzunehmende Kost für den gemeinen Kinobesucher gesehen wird – und diese Entwicklung wäre das worst case scenario überhaupt. Denn der Inhalt gehört nicht nur ins Kino, sondern in die Wohnzimmer, in die Köpfe, in das Denken unserer Nation.
Hier werden unglaublich detaillierte, einfühlsame und wahrhaft meisterlich recherchierte Fakten auf den Tisch gelegt, deren Interpretation dem Zuschauer überlassen wird – Berichterstattung, die man sich von allen Medien heute nur noch wünschen kann.
Wer nach diesem Film nicht mit zittrigen Knien im Foyer steht und erstmal nichts mit sich anzufangen weiß, der hat ihn nicht gesehen. Allein wenn ich an die Szenen denke, rührt es mich fast erneut zu Tränen vor Erschütterung und Mitgefühl. Und ja, ich bin ein Kerl.
Ich weiß, dass ich euch in der Vergangenheit auch schon Filme ans Herz gelegt habe, die bewusst dämlich sind, einfach weil sie mal einen Abstecher aus dem Brei an anderer Dämlichkeit heraus getan haben und eben auf ihre Weise erfrischend waren. Das hier ist etwas völlig anderes, das man aus jeglicher vergleichender Bewertung mit gleichzeitig laufenden Filmen herauslösen und für sich selbst bewerten und anschauen sollte. Und zwar konkurrenzlos.
Vor der Morgenröte ist ein unglaublich ehrenhaftes Werk über Menschlichkeit in einer Welt voller Grausamkeit und unglaublicher Schönheit. Hader ist unglaublich in seiner Überzeugung. Die innere Verzweiflung Zweigs portraitiert das grausame Zusammenbrechen und die Dunkelheit eines Krieges, der auf der anderen Seite der Welt stattfindet, von dessen emotionalen Folgen sich Zweig nicht erholt. Der Film beinhaltet die unerträgliche Harmonie zwischen Krieg & Frieden.
Stellt euch vor, ihr habt RTL II, Sat.1 und das Gottseidank nicht mehr existente 9Live. Und ihr habt Arte. Der geistige Anspruch von letzterem ist vielen fast schon zu heftig, aus dem Grund existieren Hartz-IV-Sender und erfreuen sich großartigen Zuschauerquoten. Alles gut und recht. Doch zwischendrin kommt auf Arte mal ein Film, wo man sich denkt: WOW.
Nun nimmst du 500 solcher WOW-Filme und setzt sie mit 9Live gleich. Und innerhalb dieser 500 Filme ist dann einer, der wieder so ein Arte-WOW-Gefühl auslöst: Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika.
Verstanden?
 

.kinoticket-Empfehlung: Nein? Also nochmal zum Mitschreiben: REIN!!! Da gibt es keine Diskussion, keine Ausreden, kein ich habe, ich will, ich finde …. REIN!
Jetzt klar?
REIN GEHEN!
Nein, auch das gilt als Ausrede nicht – geh rein! Geh einfach rein! Was hast du zu verlieren? Facebook läuft dir nicht weg, deine Timeline wartet auch zwei Stunden auf dich und ist hinterher immer noch einsehbar.
Also – geh – einfach – rein!
Jetzt klar?
Gut.

 
Nachspann
nach so einem Film? Bleibt einfach noch etwas sitzen und lasst das, was zu hören ist, auf euch wirken. Hilft besser, um hinterher im Foyer die zitternden Knie zu überspielen. Vertraut mir.
Kinostart: 02. Juni 2016
Social: www.facebook.com/VorDerMorgenroete

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