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Tag: Nazi

Schindlers Liste

Schindlers Liste

© 2019 Universal Pictures International

25 Jahre – ein Vierteljahrhundert – ist es her, dass Schindlers Liste auf der Außenwand des Kinos in der Stadt stand, in der meine Musikschule war. Mich hat man damals nicht in den Film rein gelassen – und ich hatte auch noch nicht so die Ambitionen für Kino, wie sie heute ausgeprägt sind.

Sehr wohl habe ich aber früher oder später damit Kontakt bekommen und ich war gelinde gesagt geschockt über das, was dort gezeigt wird. Diese brutale Aufwicklung von Geschehnissen aus dem zweiten Weltkrieg, die eine Geschichte erzählen, mit der jeder von uns auch heute noch tagtäglich konfrontiert wird.

Ehrlich gesagt zählt Schindlers Liste zu den Filmen, die in meinem Leben die meisten einprägsamen, bleibenden Momente erzeugt haben und dessen Soundtrack allein mir schon mehrfach das Herz zerrissen hat. Was für Tränen hab ich vergossen für die Menschen, denen man so etwas angetan hat. Wieviel Leid und Kummer muss das gewesen sein … in all der Zeit, nach all den Jahren, in Tagen wie diesen, wo dieser Geist erneut aufzublühen scheint, frage ich mich eigentlich immer wieder, ob die Welt diesen Film immer noch nicht gesehen hat.

Für mich ist das kein Film, für mich ist das Geschichte. Für mich entbehrt es jedweder Diskussion, denn am Anfang steht immer die Frage „Hast du Schindlers Liste etwa immer noch nicht gesehen und begriffen, was hier vor sich geht?“

Tatsächlich wäre dann sicherlich vieles in unserem Land anders, wenn Menschen begreifen würden, welche Zusammenhänge das hat, wie die Dinge ineinandergreifen, wie man systematisch ohne es zu wollen Menschen vernichtet und selbst zum Arschloch wird, obwohl man es „nur gut gemeint hat“ usw.

Dieser Film ist eine Bombe!

Eine Bombe, die man nicht oft genug zünden und den Menschen vor Augen halten kann, damit sie begreifen und lernen. Anders werden. Anders denken. Und aufhören mit dem Bullshit, über den die Medien dann gezwungenermaßen berichten.

Es würde so viele … so viele Diskussionen überflüssig werden lassen, weil danach kein einziges Wort mehr gesprochen werden müsste, da dieser Film einfach alles sagt! Und ja, ich übertreibe kein bisschen!

Hier wird weder einseitig berichtet, noch Dinge ausgespart, noch Sachen übertrieben oder unterschwellisiert, hier werden einfach Tatsachen gezeigt und der Zuschauer darf selbst entscheiden, wie er dazu stehen möchte.

Und dieses Ding ist einprägsam! Ja, ich habe nicht berichtet über Filme, die schon vor Urzeiten im Kino liefen und die man jetzt einfach nochmal auf den Screen zerrt. Coole Sache übrigens, so hat man ganz regulär die Chance, die geilen alten Streifen nochmal im Kino zu sichten und ist nicht zwingend auf Heim-Zumutungen angewiesen.

Diesmal konnte ich die Finger aber nicht still halten, denn:

Ihr habt einmalig die Chance, am heutigen Sonntag, 27. Januar 2019 in den Kinos deutschlandweit den Film erneut auf der großen Leinwand zu sehen!

Zum 25jährigen Jubiläum bringt man den Film digital überarbeitet und qualitativ aufgewertet zurück auf die Leinwand und öffnet somit allen heute lebenden Menschen die Möglichkeit, den Film entweder zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt zu sehen oder ihn erneut auf der Leinwand zu erleben und sich all die Erinnerungen zurückzurufen.

Und dieses Ding ist Pflicht! Absolute Pflicht. Obwohl 25 Jahre vergangen sind, gab es niemals einen wichtigeren Zeitpunkt, als die Message in die Köpfe der Menschen zu bringen und sie nachwirken zu lassen, auf dass ganze Heerscharen zur Besinnung gelangen und die Welt endlich anfängt, ein besserer Ort zu werden, als er ist.

Film Facts:
Inzwischen lief dieses unzählige Male ausgezeichnete Werk auch auf diversen Fernsehkanälen und sorgte dort für Furore. Vielleicht ist es jemandem schon mal aufgefallen, dass sich viele Fernsehsender daran halten und den kompletten Film absolut werbefrei zeigen, um die Wirkung nicht zu beeinträchtigen und ihm die angemessene Ehre zuteil werden zu lassen.

Sender wie superRTL verzichteten 2017 sogar auf das Senderlogo und zeigte den Film damit quasi in der DVD-Fassung. Wenn selbst hier außergewöhnliche Zustände herrschen, wieviel wichtiger ist dann, dass ihr euch ins Kino bewegt und ihn euch dort nochmals anschaut!

.kinoticket-Empfehlung: Achtung: NUR HEUTE auf der großen Leinwand – Sonntag, 27. Januar 2019 – 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung als digital aufgewertetes Werk zurück in den Kinos!

Es gibt kaum einen Film, der wichtiger wäre, kaum ein Werk, dass brachialer und mächtiger nachwirkt, kaum einen Titel, der einem mehr Emotionen abverlangt, als dieser hier: Nutzt die Chance und seht ihn euch an! Es sind 195 Minuten eures Lebens, die ihr nie wieder bereuen werdet!

Nachspann
❌ Dieser Song!!! Es bricht mir das Herz!

Kinostart: 03. März 1994 | Zurück als Event am 19. Januar 2019

Original Title: Schindlers Ark
Length: 194 Min.
Rated: FSK 12

Der Trafikant

Der Trafikant
© 2018 TOBIS Film GmbH

 

Der Trafikant entfesselt eine Coming-of-Age-Erzählung, wie sie wahrhaftig im Buche steht: Lange hatten wir keine erfolgreiche und überzeugende Buchverfilmung mehr, die gleich von Anfang an in ihren Bann zog und den Zuschauer ins Geschehen gefesselt hat.

Klar, bei Bruno Ganz auf der Darstellerliste ist manch einer sofort davon überzeugt, dass es etwas werden muss, jedoch passen Ausstattung, Kostüme, Stadtbild, Historie und Dekor hier dermaßen in die Vorstellung, dass nicht mehr zu unterscheiden ist, was Fiktion und was womöglich Realität ist.

Ich liebe so etwas – wenn man richtig tief in eine fremde Welt abtauchen und sich darin ausschmückende, blütenreiche Stories erzählen lassen kann und man für zwei Stunden vergisst, wo man eigentlich ist und was man hier eigentlich grade macht.

Der Trafikant schafft genau das. Auch wenn die Buch-Kenner vermutlich wieder vor den Latz gestoßen werden (ich habe es nicht gelesen), weil man immer versucht, denen, die eine Geschichte bereits kennen, auch etwas anderes und neues zu liefern und manch einer sich in seiner Fantasie womöglich beschnitten sieht: Das Gesamtpaket stimmt und überzeugt nicht zuletzt durch das Schauspiel eines jeden Einzelnen: Man kommt wieder aus dem Saal, möchte sich auch als Nichtraucher eine Zigarre anstecken, seinen Nebenmann/-frau ansehen und sich gegenseitig zustimmen: Das war mal wieder ein richtig guter Streifen!

Auch wenn die Plot-Elemente auf altbekannten Mustern basieren: Das Erfolgsrezept geht hier einfach auf und berührt auf magische Weise die Herzen der Menschen.

Mehr davon!

 

.kinoticket-Empfehlung: Ländliche, herzergreifende Coming-of-Age-Story, die nicht nur mit Plot, sondern auch mit Darstellern, Ausstattung, Set-Design und dem Rest vollkommen überzeugt.

Der Tauchgang in diese fremde Welt ist unheimlich spannend inszeniert, man ist gefesselt und fühlt sich erstklassig unterhalten. Wer immer schon mal eine tolle Story auf der Leinwand sehen wollte: Hier ist die Chance dazu – ergreift sie!

 

Nachspann
❌ bringt keine weiteren Szenen, aufstehen erlaubt! 🙂

Kinostart: 1. November 2018

Original Title: Der Trafikant
Length: 114 Min.
Rate: FSK 12

Zeit für Legenden

Bei der dieswöchentlichen Sneak Preview haben wir wieder mal ein klassisches Beispiel verloren gegangener Übersetzertiefgründigkeit, denn der Film heißt im Original Race, was gleichbedeutend mit dem Rennen als auch der Rasse ist.
Beides wird im Film thematisiert anhand eines vergangenen Beispiels, das zurück in unliebsame Jahrzehnte unserer Geschichte wirft und Dinge beleuchtet, die demnächst wohl noch öfters das Filmlicht der Welt erblicken dürften.
Stephan James und Jason Sudeikis geben hier ein Hauptdarstellerpärchen ab, das sich auf vorzügliche Weise den Dialogball zuspielt und somit hochkarätig unterhält. Überhaupt stellt das Werk eine besondere Form von geschichtlicher Aufarbeitung dar, das Phasen unserer Zeitgeschichte beleuchtet, die aktuell immer noch nicht ausgestanden sind und offensichtlich noch weiterer Zuwendung bedürfen.
Dass mit dem Thema so offen umgegangen werden kann, liegt wohl auch an den herausragenden Leistungen der farbigen Mitspieler, die allesamt im Film mehr als überzeugende Arbeit abliefern und somit auf voller Länge begeistern.
Nicht nur die ausführliche Beleuchtung der privaten Umstände, sondern auch die unliebsame Verflochtenheit von Politik und Sport wird hier offen diskutiert und unterschiedlich angegangen. Dass die Umstände in den Jahren, die im Film thematisiert werden, noch wesentlich einfacher waren, als das heute der Fall ist, macht die Gesamtlage nicht weniger verzwickt.
Alles in allem ist Zeit für Legenden ein Film, der ein wunderbares Biopic eines Sportlers liefert, den unsere Generationen sicherlich noch nicht mal kennen dürften, der jedoch eine maßgebliche Geschichte zu erzählen hat, die auch heute noch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat – wenn auch auf etwas andere Art und Weise.
 

.kinoticket-Empfehlung: Im Vergleich zum üblichen CGI-Geschrei bietet dieser Film eine Plattform für Nachdenklichkeit, Humanität, Sportlichkeit und Ehrgefühl und liefert damit vier Gründe, weshalb man sich das Machwerk anschauen sollte.
Es werden nicht nur Ungerechtigkeiten vergangener Tage thematisiert, sondern auch Themen diskutiert, die auch heute höchst aktuell sind und ins Gewissen vieler eingebracht werden sollten.
Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg top und die Kulisse und das Bühnenbild runden den Look ab, der authentisch wirkt und somit ein solides Grundgerüst für eine wichtige Lektion im Leben liefert, die dieser Film in aller Deutlichkeit aufzeigt.

 
Nachspann
kommt nichts mehr, was von Bedeutung wäre – man darf den Saal also guten Gewissens verlassen.

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