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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Nahrung

It Comes at Night

Heute möchte ich euch eine Perle des aktuellen Kinos vorstellen: It Comes at Night.
Leute: Ich bin sprachlos! Der .trailer lässt Hoffnung auf einen mittelmäßigen Horrorstreifen aufkommen und in meiner Sehnsucht nach gutem Material zieht es mich natürlich in die Lichtspielhäuser.
Ticket gekauft, Popcorn im Schoß und los die Show!
Und was da kommt, ist so viel besser als das, was man erwartet – ich habe lange nicht mehr so einen grandiosen, unbeschreiblich guten und bewundernswerten Streifen gesehen wie diesen hier!
Mein bester Freund steht überhaupt nicht auf Schockmomente und hasst es, wenn man Suspense-Stimmung aufbaut und ihn werde ich definitiv vor den Bildschirm fesseln und  dieses Teil zeigen! Natürlich hat man auch hier stimmungsmäßig ordentlich die Sau rausgelassen, aber eben nicht so, wie man vermutet! Mit so viel Liebe, Detailangst, Misstrauen und menschlicher Analyse hat man sich einer Situation zugewandt, die von Anfang bis Ende absolut spannend bleibt und einen mit einem übermäßigen und fast unerträglichen Brainfucked-Gefühl wieder aus dem Saal stößt. Mein Gedanke war eher, dass das extrem durchdachtes, extrem intelligentes Kammerspiel ist, in dem bedrohliche Elemente die Hauptrolle übernehmen, die keinerlei Anstalten machen, auch nur anflugweise an der Intelligenz des Zuschauers zu zweifeln.
Es hat lange gedauert, aber ich war tatsächlich wieder einmal sprachlos nach einem Film!
 

.kinoticket-Empfehlung: Von daher: Es wird zur Masteraufgabe, das Kino zu finden, in dem dieser Titel überhaupt (noch) gezeigt wird, aber der Kampf um diesen Platz ist mehr als lohnenswert, denn man darf endlich wieder mal in einen Plot abtauchen, in den sich der Regisseur selbst verliebt hat!
Großartig – beklemmend – fesselnd und absolut sehenswert!

 
Nachspann
folgt keiner mehr, der Saal kann freigegeben werden.
Kinostart: 18. Januar 2018

Der letzte Wolf (3D)

In China soll’s wohl ein Bestseller sein, hierzulande wird es wohl eher in einer Nische verschwinden – teils zurecht, teils so absolut gar nicht: Der letzte Wolf.
Das Problem bei diesem Kinostück ist ziemlich offensichtlich die innere Zerrissenheit, die man als Zuschauer zu überwinden hat. Da kommt zum Einen die so völlig klischeehafte Doofheit der chinesischen Darsteller zum Tragen, die den Film vom Blockbuster-Thron runter reißt und ihn zu einem billigen, chinesischen C-Movie verkommen lässt – und überdeckt wird das ganze dann von grandiosen Naturaufnahmen, sensationellem 3D und einem feinfühligen Gespür für die wechselseitigen Annäherungs- und Distanzierungsversuche von Mensch und Tier.
Eines steht definitiv fest: Für Tierschützer, Peta-Freunde und sonstige Öko-Fanatiker gibt’s hier so richtig was aufs Schnittchen: Das Gejammer und die Tränen sind groß, der intolerante Hass gegenüber den Machern lässt die Zähne nicht nur an ein oder zwei Stellen im Film knirschen. Denn hier werden teilweise wirklich an der Substanz kratzende Szenen gezeigt, die allerdings offen hervorgehen lassen, dass es sich eindeutig um animierte und keine echten Tiere handelt. Aber soweit denkt man in seiner Beschränktheit zu diesem Zeitpunkt dann einfach nicht mehr – die Geschichte reißt dafür viel zu tief in sich selbst rein und lässt vergessen, dass das hier “nur ein Film” ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Und genau das ist der Punkt: Hätte man den Hauptdarstellern hier ein klein wenig mehr Hirn spendiert, auf die übliche Allzeit-Gut-Wetter-Stimmung der typisch-chinesischen Darsteller verzichtet, wäre daraus ein richtig guter Film geworden, der auch in Europa zum Kassenschlager hätte werden können.
So bleiben Szenen im Gedächtnis, die sensible Mägen ordentlich umdrehen und neben unverhaltenen Lachern aufgrund von absoluter Doofheit halt auch irgendwie schocken und damit so richtig funktionieren.

 
Nachspann
darf getrost ignoriert werden – raus aus dem Saal und weiterleben.

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