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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Mutterschaft

Tully

Über Tully gibt es nicht sonderlich viel zu verraten, wenn ich meiner “Absolut keine Spoiler”-Regel treu bleiben will, denn: Jeder gesagte Satz ist im Prinzip ein Satz zu viel. Menschen, die den Twist bereits im Voraus kennen, dürften beim Anschauen dann wesentlich gelangweilter und unfreudiger sein, was sich teilweise bei den Previews geäußert hat: Fast alle, die den .trailer bereits kannten, fanden den Film schlechter als die, die völlig unvoreingenommen reingegangen sind.
Das Thema empfand ich allerdings sehr anschaulich präsentiert und gerade als Nicht-Betroffener außerordentlich einprägsam und plastisch dargestellt. Auch Charlize Theron zeigt einmal mehr, was für schauspielerische Fähigkeiten in ihr stecken. Bei einem so heiklen Thema, zu dem schon oft wütende Diskussionen entbrannt sind, einmal so ehrlich und aufgeschlossen auf der Leinwand zu sein und damit einige Tabus zu brechen und für diese Menschen zu sprechen, ist in meinen Augen das, was Tully am besten gelungen ist. Von dieser einfühlsamen, hingebungsvollen und absolut nachvollziehbaren Annäherung an diesen Konflikt war ich sehr angetan.
Am Ende ist man zwar vom Twist überrascht, jedoch nicht sonderlich begeistert, weil mir dafür einfach die Pointenschwere fehlt, wenn man so möchte. Der Knall kommt zwar, schlägt aber nicht wie gewünscht ein, sondern hinterlässt eher Fragezeichen auf den Augen und hat damit in meinen … Augen … das Ziel verfehlt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Charlize Theron spielt großartig und mimt einmal mehr den Fürsprecher einer ganzen Nation zu einem diskussionsfreudigen Thema.
Umsetzung, Darstellung und Verträglichkeit sind garantiert und funktionieren auch, das gewisse Etwas, dass diesen Ballon dann auch wirksam platzen lässt, bleibt aber – trotz hervorragendem Twist – irgendwie aus. Für einen gemütlichen Abend mit den Freunden und Freundinnen aber nicht die schlechteste Wahl.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, es folgen keine weiteren Szenen.
Kinostart: 31. Mai 2018

Meine Tochter – Figlia Mia

Meine Tochter – Figlia Mia ist einer der Nischenfilme, die wohl nicht jeder auf einem Plakat oder in der Werbung gesehen haben dürfte: Wer auf diesen Titel stößt, muss schon gezielt danach gesucht haben.
Doch die Suche lohnt sich! Was hier vermittelt wird, hat sehr viel mit Einfühlungsvermögen zu tun. Man wird entführt in eine wunderbare Welt mit bezaubernden Landschaftsaufnahmen und der vorsichtigen Annäherung an die Psyche dreier Menschen, die ein gemeinsames Schicksal teilen. Die teils bedrückende Enge wird durch exzellente Kameratechnik sehr realistisch rübergebracht, was ich dem Streifen sogar teilweise etwas ankreide, da ich mir stellenweise nichts sehnlicher gewünscht hätte, als ein paar Totalen. Geschichtlich passt dies jedoch sehr gut und auch der Twist war überraschend gut.
In solch einer Vorstellung ist man so weit vom Mainstream entfernt, dass sich irgendwelche Vergleiche eigentlich gar nicht mehr lohnen, da alle irgendwo an den Haaren herbeigezogen wären, weshalb sich dieses Werk auch sehr schlecht einordnen lässt. Was jedoch nicht heißt, dass man hier nicht reingehen darf: Im Gegenteil: Ich empfehle es sogar, weil die Story zumindest mich sehr nachdenklich gestimmt und zu weiteren Gedankengängen angeregt hat, die wieder das Menschsein als solches im Mittelpunkt haben und dabei interessante Thesen aufstellen und ausleuchten.
Und zuguterletzt kann man sogar sagen, dass man es ein klein wenig mit einem “Sonnenscheinchenfilm” zu tun hat, der durch ganz viele optische und liebevolle Momente punktet und hier den Zuschauer erstklassig unterhält. Langweilig wird dabei sicher niemandem!
 

.kinoticket-Empfehlung: Unvergleichbar, absolut mainstreamfremd und damit einzigartig: Diese Geschichte sonnt sich in ihrer eigenen Eleganz und erzählt auf beflügelnde Weise eine teils harte Story.
Man muss schon gezielt danach suchen, wird nach solch einem Kinostück aber gewiss nicht enttäuscht nach Hause gehen – also .kinoticket kaufen und rein da.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 31. Mai 2018

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