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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Michelle Williams

Venom (3D)

Dieser Film wird die Welt heilen. Er saugt all die Boshaftigkeit in sich auf, bringt die zerstörerische Wut unserer Generation in ein passendes Gefäß, lässt dieses explodieren und verteilt die genüssliche Wirkung von Rache, Feindseligkeit und Hass auf unsere Generation.

Diese Krankhaftigkeit, mit der unsere Zeit verseucht ist, bekommt hier ein Symbolbild und wird für Sehende verständlich auf die Leinwand gemalt.

Wer nicht mit Waffen draußen rumspazieren und seinem Ärger durch den Trigger Luft verschaffen will, kann dies völlig unschädlich jetzt auf der Leinwand auch einfach erleben: .kinoticket lösen, 3D Brille aufsetzen und dabei zusehen, wie Venom mit allem aufräumt.

Krieger dieser Welt, schnappt euch ein Pausenbrot, senkt eure Waffen, legt euch auf den Boden und lasst das Blut aus euren Wunden fließen: Ihr braucht vorerst nicht weiter kämpfen: Venom ist da!

Dieses Gefühl ist unbeschreiblich: Pause! Zeit für sich. Zeit, seinen eigenen Schmerz zu erleben, weil man nicht ständig für andere stark sein muss. Da drin … steckt mehr, als Sony oder Marvel weiß.

Ich hab stundenlang danach immer noch Gänsehaut gehabt und ich bin mir ziemlich sicher: Die Welt wird diesen Film nicht verstehen. David, this is for you. Only.

Es klingen überall Befürchtungen an, dieses Werk sei scheiße. Okay, Sony hat in der Vergangenheit nicht immer nur Brüller rausgehauen und Marvel ist dieses Mal nur “in association with” dabei, aber selbst das reicht, um endlich alles richtig zu machen, was vorher mit Spider-Man in die Scheiße geritten wurde.

Es ist das erste Mal, dass Marvel einen Charakter “einkauft”, den sie nicht selbst erfunden und auf die Leinwand gebracht haben. Und die Vorgeschichte ist durch alle, die vorher mit ihren Dreckhänden dran gepackt haben, im Arsch. Marvel muss diesen Charakter also nicht nur retten, sondern auch viele Lügen und Betrug bereinigen, der inzwischen in den Köpfen der Menschen rumgeistert.

Die .trailer zum neuen Spider-Man leisten da schon großartige Vorarbeit und die zerstrittenen Comic-Seelen dürften nun langsam beginnen, ihren Frieden mit dem Major-Label zu schließen und ihre Augen weiter öffnen für alles, was da kommen möge.

Vor dem Wiederaufbau die Zerstörung. Erst alles kaputtschlagen, dann schauen, was überlebt und neu hinstellen. Great American Spirit. Venom ist für’s Kaputtschlagen da und ich hoffe und bete immer noch, dass wir davon eine Trilogy bekommen werden, denn: Dieser Film wird unsere Welt heilen.

P.S: Schaut ihn euch in OV oder OmU an, die deutsche Synchronisation ist zwar ganz passabel, der Voice-Cast für Venom erfreulich düster und auch Tom Hardy‘s geile Performance wurde toll gemastered, allerdings sind einige Jokes im Englischen mit wesentlich mehr Profil gesegnet.

.kinoticket-Empfehlung: Das 3D ist nicht zwingend notwendig, den Film anzusehen dafür um so mehr: Es ist ein perfektes Spiegelbild unserer zerstörten Generation und vollbringt das, wozu alle Regierenden dieser Erde gerade scheinbar nicht in der Lage sind: Er haut mit riesigen Pranken auf den Tisch und beendet einfach alles und räumt auf.

Gebündelter Hass, vollzogene Zerstörung und dabei eine tiefschwarze Liebe, die einzigartig ist: Venom übernimmt den Kampf aller kämpfenden Helden und portraitiert damit auf der Leinwand, was außerhalb der Kinos gerade abgeht.

Nationen, zieht euch warm an, Venom ist da und ihr wollt ihn nicht als Feind.

Nachspann
✅ Die Presse wurde bereits vor der Weltpremiere bestraft, die Vorpremierenzuschauer haben sich selbst gegeißelt und die Kinogänger werden es wohl auch kaum lernen: Bei einem Marvel bleibt man bis zum Schluss sitzen.

Ja, der Abspann ist lang. Elends lang.

Ja, es kommt eine Zwischensequenz.

Ja, danach kommen noch 10 Minuten Abspann.

Ja, danach kommt noch ein Film, der den Vorfilm von Coco locker in der Zeit toppt. Nicht nur eine Sequenz … ein Film!!! Wer ihn verpassen möchte => Die Kinotüren sind die ganze Zeit offen.

Achja, und Venom steht draußen und prügelt euch wieder zurück in den Saal.

BLEIBT. ALSO. VERDAMMTNOCHMAL. BIS. ZUM. BITTEREN. ENDE. SITZEN!
Danke. 

Kinostart: 04. Oktober 2018

Original Title: Venom
Length: 112 Min.
Rate: FSK 12 (halte ich für wesentlich zu gering!)

I Feel Pretty

Amy Schumer hat bei mir schon längst tiefe, schmerzende Spuren hinterlassen, die sie für mich persönlich als Subjekt filmischer Überzeugungskraft durchfallen lassen haben. Ein Film mit Amy Schumer ist für mich gleichbedeutend mit Langeweile, Fremdscham, niveaulosen Jokes, abwesender Tiefgründigkeit … sowas eben.
Wenn ich also in einen Saal voller Frauen spaziere und mir einen Film mit Amy Schumer anschaue, dann mit entsprechend abwesenden Erwartungen.
Und dafür hat mich I Feel Pretty wahnsinnig positiv überrascht!
Manche erinnern sich vielleicht noch an Embrace – ich würde sagen, das hier ist dasselbe, nur in Spielfilmform. Die Botschaft und Idee gehört vielleicht ein paar Dekaden weiter in die Vergangenheit, aber – sind wir mal ehrlich – waren es nicht diese Filme, die damals unser Herz erobert haben und damit restlos funktionieren? Genau dafür ist Kino doch wie geschaffen: Um auf der Leinwand etwas zu zeigen, dass unser Kindsein weiterhin am Leben erhält. Dass uns dabei unterstützt, weiter zu träumen und sich von dem Realismus, den man als Erwachsener in der Welt erlebt, seelisch nicht vollends umbringen zu lassen.
Genau darin liegt doch unser Problem: Sobald das Erwachsensein auf den Plan tritt, opfern die Menschen bereitwillig all das, was ihnen vorher dabei geholfen hat, ein unbeschwertes Leben zu leben, nur um anschließend darüber zu jammern, wie schwer doch alles geworden ist.
I Feel Pretty überredet einen dazu, erneut über solche Dinge nachzudenken und sich einfach mal wieder in eine Geschichte entführen zu lassen, die nichts mit ihren bösen Schwestern gleichen Genres’ zu tun hat: Man wird nicht mit dieser übertriebenen Peinlichkeit überschüttet, sondern alles findet in sehr ruhigen, subtilen und fast schon ernstzunehmenden Situationen statt, die das Augenmerk wirklich auf das Wesentliche lenken, ohne dabei hier und da den Humor zu vergessen.
Das Publikum im Saal hatte auch sichtlich Spaß dabei und sogar ich selbst habe mich an vielen Stellen erwischt, wie ich einfach lachen musste, nicht weil’s peinlich war, sondern Schumer hier tatsächlich zu Höchstformen aufläuft und ihr altes Film-Selbst damit mehr als in den Schatten stellt.
Und das, was dieser Film transportieren möchte, ist ungemein wichtig und ich glaube fest daran, dass die Message auch die entsprechenden Personen erreichen wird und ihnen zu neuen Höhen aufhilft.
Ist es nicht das, wofür Kino einst gedacht war? Den Menschen weiterhin träumen zu lassen? Ihm weiterhin Hoffnung zu schenken und ihn glauben zu lassen, dass er alles schaffen kann, wenn er nur will?
Abseits all dieser “Niveaulosigkeit”, den viele Kritiker diesem Film attestieren, empfand ich die eigentliche Botschaft hervorragend rübergebracht und auf einem völlig glaubhaften Fundament begründet, dass hieraus nicht nur einen wunderbar erzählten Filmabend macht, sondern eben auch eine Grundsatzfrage meisterhaft beantwortet.
Mögen sich viele nach diesen Weisungen richten.
 

.kinoticket-Empfehlung: Überraschend gut gelungen und in meinen Augen der perfekte Film, um in der Ladies Night zu laufen.
Egal, was andere darüber schreiben: Ich finde, der Film gehört in die Kinos und sollte gesehen werden, denn diese ruhigen Töne, das zur Abwechslung mal richtig bereichernd Normale, birgt eine ernstzunehmende Weisheit, über die manche mal diskutieren sollten.
Embrace hat damals eine grundsätzliche Sache klargestellt und dieser Film liefert den nötigen Realismus dazu, um mehr Menschen dazu zu verhelfen, ein einfaches, wunderbares – ja fast traumhaftes Leben zu führen ohne sich von den ganzen Irrgedanken runterziehen zu lassen.
Deshalb ist I Feel Pretty in meinen Augen mehr als gelungen und zählt als die positive Überraschung der Woche!

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 10. Mai 2018

Alles Geld der Welt

Alles Geld der Welt hat bereits in den Medien mit jeder Menge internationaler Aufmerksamkeit von sich reden gemacht, die ich jetzt nicht mehr großartig ausführen möchte – allerdings lasse ich mir nicht die Chance entgehen, hier mal einige Spekulationen zu beenden, die in meinen Augen oft nicht richtig im TV wiedergegeben werden:
Wir alle wissen, dass Kevin Spacey wegen diesen Vorwürfen aus der Produktion geschmissen wurde, damit – so die offizielle Pressemitteilung der Filmemacher – “… die bedauernswerten Anschuldigungen gegen einen Nebendarsteller nicht einen Film beschädigen, an dem über 800 Schauspieler, Autoren, Künstler, Handwerker und Crewmitglieder mehrere Jahre lang unermüdlich und unbescholten gearbeitet haben.”
Fakt ist, dass Christopher Plummer schon von Anfang an die erste Wahl von Ridley Scott gewesen ist und sich die Studios im Nachgang für Kevin Spacey entschieden haben, da dieser als Oscar®-Preisträger eine wesentlich höhere Bekanntheit hatte und vermutlich mehr Zuschauer in die Kinos gelockt hätte.
Tatsächlich hat man sich deshalb gegen den Willen der Macher für ihn entschieden, bis dann die Vorwürfe auftauchten, die Scott seinerseits dazu nutzte, den von ihm schon anfangs favorisierten Christopher Plummer einzusetzen, was in meinen Augen definitiv die richtige Wahl gewesen ist.
Dies führt mich zu zwei Punkten: Einerseits erkennt man hier – in einem Film, in dem es perverser Weise um Geld geht – mit welchen Mitteln tagtäglich in Hollywood gearbeitet wird, um eigentlich sensationelle Gedanken und kreative sowie künstlerische Prozesse so niederzubügeln, dass sie an einen kalten, emotionslosen Markt angepasst sind und möglichst viel Geld in die Kassen spülen, was sich als negatives Beispiel an sich selbst rächte, da genau der gewünschte Vorteilseffekt durch die unentschuldbaren Anschuldigungen jetzt ins Gegenteil verkehrt wurde und man jetzt paradoxerweise Angst davor hatte, dass die Zuschauer den Film gerade deshalb boykottieren.
Andererseits ist es ein Paradebeispiel dafür, woran Hollywood schon seit Jahren erkrankt ist: Junge, talentierte, erfahrene und fähige Menschen trumpfen mit tollen Ideen, klasse Erfindungen, filmischen Interventionen und anderen brauchbaren Möglichkeiten auf, die dann allesamt von den Studios in eine massentaugliche, langweilige und von allen Spitzen befreite Lahmarschigkeits-Maschinerie umgewandelt werden, die sich weder am künstlerischen Potenzial, noch an freigeistigen Ideen, sondern einzig und allein an einer perfekt optimierten Vermarktungsstrategie orientiert, der nichts mehr heilig ist: Nischen werden nicht mehr bedient, man möchte niemanden mehr vor den Kopf stoßen und opfert seine prätentiösen Möglichkeiten einer öffentlichen Zurschaustellung, die in einer desaströsen medialen Schlacht endet.
Bei Alles Geld der Welt ist jetzt eher unfreiwillig genau das passiert, was ich so vielen Filmen immer wünsche: Er wurde von den alles beherrschenden Gier-Mentalitäten der Publisher befreit und genießt nun auf einmal wieder ungestört das künstlerische Potenzial, dass sich Scott anfangs genau so ausgemalt hatte, wie es jetzt final auf der Leinwand zu bestaunen ist: Mit einem Christopher Plummer in Höchstform!
Ganz ehrlich: Ich habe den Titel bereits gesehen, als die Anschuldigungsvorwürfe noch ganz am Anfang standen und die Presse sich noch nicht wie die Geier über die Story hergemacht hatte und habe es – da ich Spacey als Schauspieler höchst schätze, weil er einfach verdammt gut spielt – verflucht, dass man jemand so talentierten wegen dieser Scheiße nun von der Leinwand verbannt … obwohl es definitiv gerechtfertigt ist und dieser Schritt absolut richtig war.
Beim Sichten habe ich jede Szene mit Plummer dann gedanklich auf Spacey übertragen und mich gefragt, wie er das gespielt hätte … oder allein, wie es mit seiner Stimme geklungen hätte – und da war ich bereits zu Beginn vollkommen davon überzeugt, dass niemals in der Geschichte jemand anderes als Plummer diese Rolle hätte spielen dürfen, weil Spacey dafür einfach der absolut falsche Mann gewesen wäre.
Man merkt so sehr, dass Plummer die Rolle so sehr auf den Leib geschrieben ist, da er als Person auch viel mehr an den echten Paul Getty rankommt. Ich meine, eine direkte Golden Globe-Nominierung spricht ja auch Bände.
Was ich nun bedenklich fände, wäre, wenn die Öffentlichkeit diesen Film aufgrund seiner medialen Skandal-Ambivalenz ignorieren würde, weil einfach schon zu viel darüber geredet wurde, denn das hat er nicht verdient.
Im Gegenteil: Die Botschaft des Films sollte mehr unters Volk verteilt werden, da man hiermit einen völlig neuen Blickwinkel auf Geld und Reichtum angetreten hat, der meiner Meinung nach absolut sehenswert ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Plummer war von Anfang an gewünscht und ist kein Ersatz, sondern die erste Wahl – er spielt perfekt und macht aus dem Film etwas Großartiges!
Die skandalträchtigen News rund um diesen Film sollte man einfach beiseite schieben und sich wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren: Nämlich, sich diesen Film auf die .kinotickets drucken zu lassen und ihn in einem Kino seiner Wahl zu besehen! Es lohnt sich – versprochen!

 
Nachspann
Nicht sitzen bleiben, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 15. Februar 2018

Greatest Showman

Fühler ausstrecken und da ist sie: Die Vermutung, dass ein Zeitalter angebrochen ist, in dem uns Kinogängern auch andere Formen der Kunst schmackhaft gemacht werden sollen – quasi das theatralische Mit-dem-Fuß-Aufstampfen in Richtung der Kunstbanausen, die sich nicht ins Theater oder Musical trauen, um ihnen diese Form geistiger Unterhaltung etwas schmackhafter zu machen.

Disney hat da in der Vergangenheit viel “mit Singen” gemacht und es gab hier und da auch ein paar andere Streifen, in denen die Darsteller eher trällernd und tanzend durch die Gegend geflogen sind, als sich – ganz normal – dem Plot zu ergeben und einfach zu schauspielern.

Berühmtestes Beispiel dafür aus jüngster Zeit ist wohl La La Land, welches an dieser Stelle aber nur schwer als Vergleichsobjekt hergenommen werden kann – aus folgenden Gründen:

La La Land hatte meiner Meinung nach noch ein klein wenig Geschichte. Es ging darum, etwas zu erzählen und dabei auch Tanzeinlagen und andere Songelemente einzubauen, die zwar sehr an Musical erinnerten, aber doch irgendwie noch als etwas anderes auf der Leinwand durchgingen.

Greatest Showman reißt hier ganz andere Töne an und offenbart sich eher als Plot-Versager….. äh Moment: Das heißt doch nichts schlimmes: Es ist nämlich tatsächlich ein Musical, das quasi mehr oder weniger ausschließlich für den Big Screen adaptiert wurde und nichts mehr mit Film im klassischen Sinne zu tun haben möchte.

Die Vorwärtsbewegungen finden hier ausschließlich in den Songs statt – wiederum auf eine unglaublich professionelle und galante Weise, die sowohl bestaunenswert als auch inhaltlich trächtig ist. Die erzählenden Momente dazwischen gibt es in dem Sinne nicht mehr. Dafür findet innerhalb eines Songs so unfassbar viel Handlung, Veränderung und inhaltliche Botschaft statt, und dazu mit noch so einer schwerwiegenden Moral und vorbildlich-ethischen Einstellung, die in meinen Augen ausschließlich bewundernswert ist.

Damit bildet Greatest Showman ein herausragendes Beispiel dafür, dass Leinwände nicht nur für erzählende Künste, sondern auch für andere Kunstformen herhalten können und das tatsächlich auch funktionieren kann: Die einschlägigen Berichte der Presse bisweilen sind ja ausschließlich positiv. Und das politische Statement, dass man hier mit prestigeträchtigen Namen wie Zac Efron, Hugh Jackman oder Zendaya inszeniert, ist es mehr als wert, in der Welt verbreitet zu werden.

.kinoticket-Empfehlung: Nutzt die Chance, euch diesen Film im Kino anzuschauen, denn für den Heimgebrauch auf kleineren Leinwänden ist der einfach nichts.

Klar kann man sich eine Zirkusnummer auch auf dem Handy anschauen, aber der Wow-Effekt bleibt dabei einfach aus und es mündet in einem müden Clip mit etwas scheinbar Großartigem.

Die Leinwand bietet hierfür die angemessene Fläche und sorgt dafür, dass man tatsächlich ins Staunen kommt, obwohl in dem Sinne eigentlich gar nicht so viel passiert.

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 4. Januar 2018

Original Title: The Greatest Showman
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6

(Trailer) Greatest Showman

Ohne viele Worte zu verlieren – lasst einfach die Bilder auf euch wirken.
 

Kino in seiner perfekten Form präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Diese weiße Leinwand – die Bühnen dieser Welt – das ganze Aufbauset drumrum wurde nur erfunden, um großartige Geschichten zu erzählen und sie der Welt zu präsentieren.
Dies ist eine großartige Geschichte von einem viel großartigeren Mann, der Visionär, Liebhaber, Leidenschaftler und Zusammenführer war, um etwas auf die Füße zu stellen, das die Welt aus den Angeln hebt.
Der Trailer zeigt bereits seine kühnen Vorstellungen im Ansatz, prophezeit, was da kommen möge und macht mir so richtig Lust auf mehr. Und nicht nur, weil Hugh Jackman nach seinem Abschied aus der X Men-Reihe nun endlich wieder frei für andere Projekte ist, sondern auch, weil hier etwas gefeiert wird, dass ich persönlich mehr als schätze: Wahre Kunst!
Also freut euch schonmal auf den
 
Kinostart: 4. Januar 2018

Manchester by the Sea

So manch einer sagt mir ja nach, dass ich ausschließlich Actionkino bevorzuge, Spiele-Verfilmungen mag und für Arthouse nicht zu haben bin … ähm what?
Mit Manchester by the Sea landen wir direkt im Pool dieser atemberaubenden Filmschönheiten, denen ich sehr wohl etwas abgewinnen kann und die weit weg von Blockbuster, Explosionen, Stupidität und anderem Schwachsinn dahin dümpeln.
Ich persönlich hätte gern viel mehr Arthouse in den Kinos – auch den größeren, die – wie z.B. in Berlin im CinemaxX extra eine “Tiefgarage” für Kinopublikationen außerhalb der großen Masse eingerichtet haben, in die man sich als leidenschaftlicher Freund solcher Abwegigkeiten gerne verziehen und die Shows genießen kann.
Seit 19. Januar 2017 erfreut nun endlich die offiziellen Zuschauer das Meisterwerk von Regisseur Kenneth Lonergan, das seine Premiere ja bereits im Januar 2016 feierte und somit schon mal hier mal da zu sehen war.
Warum auch immer man so ein grandioses Schauspielstück so lange vor der Öffentlichkeit verbirgt, bleibt mir ein Rätsel. Denn obwohl auch hier die Erzählgeschwindigkeit nicht unbedingt mit rauschendem Tacho an einem vorbeizieht, ergreift einen das Gesehene nach einiger Zeit tief im Herzen.
Nicht nur Casey Affleck legt hier als Hauptdarsteller eine Portion Charme auf den Tisch, dem sich jeder Cineast einfach beugen muss, sondern auch seine bezaubernden Mitspieler stellen einmal mehr einen Könnens-Beweis auf, der ein paar Ligen über dem bekannten Niveau liegt.
In diesem Film legt man der Technik mal gehörig die Zügel an und lässt endlich wieder den Menschen in den Vordergrund, der mit dramaturgischen Höchstleistungen schauspielerische Höhen erklimmt, die aus diesem Stück schon relativ zu Beginn ein anbetungswürdiges Meisterwerk werden lassen, dass sich das “Prädikat besonders wertvoll” nicht nur verdient hat, sondern quasi daraus zu bestehen scheint.
Und dabei muss noch nicht einmal viel passieren, denn das Ensemble der Gefühle, das man hier anbricht, aufreißt und über den Zuschauer streut, reicht von ganz oben bis ganz unten. Und dabei wird nicht etwa auf billigen Humor oder übertünchendes Trara zurückgegriffen, sondern man flaniert ganz meisterlich in völig andere Dimensionen.
Und trotz der Tatsache, dass Manchester by the Sea ganz klar ein Drama darstellt, hat man als Zuschauer dennoch unglaublich viel Spaß bei der Sache und rennt selbst beim Zuschauen hier und da mal gegen die ein oder andere emotionale Wand.
Gut so, denn genau das erwarte ich von Arthouse-Kino: Stärken, die nicht durch Millionen von Dollar erzielt werden, sondern tatsächliche Film-Kunst auf ganz hohem Niveau.
Dass dieses Werk von der Presse gefeiert wird, steht außer Frage. Und ich hoffe, dass sich das Publikum, das es hoffentlich mega zahlreich geben wird, dieser Freude darüber anschließen wird, denn ich würde mir den Titel sofort wieder ansehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Manchester by the Sea ist ein ruhiges, in tief emotionalen und ausdrucksstarken Bildern erzähltes Drama, in dem die Figuren alles sind.
Trockener Humor, sensible Härte und die Ironie des Lebens werden auf wunderbare Art und Weise eingefangen und wiedergegeben.
Stellenweise fast etwas zu ruhig und langatmig, dafür aber um so ergreifenderes und einprägsames Kino.

 
Nachspann
Der Nachspann entlässt euch genauso bilder- und videoreich wie die imposanten Eindrücke des Films während der Laufzeit sind. Wer also meint, sofort abdackeln zu müssen, der hat meines Erachtens den ganzen Film nicht so recht verstanden.

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