Michael Stuhlbarg

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Lasst uns mal ein bisschen träumen: Ich bete schon, seit ich ihn gesehen habe, dafür, dass genau dieser Film den Goldjungen in der Kategorie “Best Picture” abräumt!
Es wäre so ein dermaßen endgeiles Statement der Academy und ganz ehrlich: Timothée Chalamet spielt zum Heulen schön! Egal, was du über die Thematik denkst: Nach diesem Film bleibt garantiert kein Auge trocken und kein Herz unberührt!
Bislang hat man noch nicht oft genug versucht, den Menschen diese Inhalte in einer derartig normalen Version zu vermitteln, und alle früheren Versuche hatten bislang eins gemeinsam: Sie scheiterten grandios!
Call Me By Your Name macht die Ausnahme und holt garantiert jeden aus seiner Ecke ab und pulvert ihn mit Normalität zu, dass gar nicht auffällt, was sich hier eigentlich tatsächlich abspielt!
Und Leute: Vorbilder! Es ist so tränenrührend nachahmenswert, wie sich Stuhlbarg und Co. hier verhalten: Jede Gesellschaft muss davor niederknien, zutiefst um Entschuldigung flehen und anschließend schwören, sich für alle Zeiten zu bessern! Eine bessere, sinnlichere und aufwühlendere Pointe in einem Bilderbad der Gefühle hat bislang noch niemand so unvergesslich auf die Leinwand gebannt!
Nach Call Me By Your Name gibt es einfach keine Entschuldigungen mehr, kein “Ich konnte es ja nicht wissen”, keine Intoleranz und Wegsehen – danach muss es endlich jeder verstanden haben und ich erbitte, dass die Welt reif genug ist, um damit umgehen zu können: Der Oscar® in Best Picture würde ein Vielfaches dazu beitragen!
Und ja, ich hab selten so intensiv und berührt im Kino gesessen und einfach geweint!
 

.kinoticket-Empfehlung: Mein Lieblingsfilm 2018? Call Me By Your Name.
Timothée Chalamet legt eine Performance an den Start, die dieses Genre ENDLICH mit Normalität, verspielter Jugendlichkeit und absolut liebenswürdiger Unerfahrenheit beseelt, was aus Call Me By Your Name für mich schon jetzt DEN Film des Jahres macht!
Rein! Anschauen und von dem lernen, was euch da vor die Füße gespielt wird – etwas herzergreifenderes wie das hier werdet ihr sowieso nicht so schnell wieder finden!
Vote 4 Best Picture!

 
Nachspann
😭😭😭😭😭😭😭 Wer hält sowas aus?
Kinostart: 1. März 2018
P.S: Man spricht bereits über Fortsetzungen … JAAAAAA BITTE!!!

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Mit zwei Oscar®-Nominierungen in den wichtigsten Kategorien “Best Picture” und “Best Actress in a leading role” hat sich Die Verlegerin seine Aufmerksamkeit bereits vor der Verleihung erkämpft.
Wieder einmal geht es um Polit-Skandale und wieder einmal erreicht man ein Niveau, das sich vom BILD-gebeutelten Leser abhebt und mehr sein will.
Tom Hanks und Meryl Streep geben ein funktionierendes, klassisches und harmonierendes Spielpaar ab, das zu den Machenschaften von Steven Spielberg mehr als passt. Der als sehr konservativ geltende Regisseur ist für seine bodenständige und hochwertige Arbeit bekannt – und genau diesem Schema entsprechen auch die Inhalte, um die es in Die Verlegerin geht.
Es lässt andeuten, dass man in Zukunft mehr dieser Art ins Kino portieren möchte, denn nicht umsonst hat man in der Zeitungsgeschichte “ganz am Anfang” angefangen. Erschreckend, festzustellen, dass die damaligen Vorfälle selbst in heutiger Zeit immer noch topaktuell sind und von ihrer Brisanz kein Stück verloren haben.
Tatsächlich muss man sich mit dieser Art Film ein klein wenig anfreunden können, um hier wirklich seine Freude dran zu haben. Performance und Darbietung der einzelnen Darsteller sind herausragend, das Thema allerdings sehr “anstrengend”, insofern man solche Dinge nicht sowieso liebt.
Vielleicht ein klein wenig vergleichbar mit Filmen wie The Big Short oder Spotlight, bei denen auch die Hirnaktivität gefragt war und man sich nicht einfach nur zurücklehnen und popcornmampfend unterhalten lassen konnte. Wer allerdings seinen Spaß daran findet, darf hier einmal mehr in die amerikanische Wirtschafts- und Politikwelt eintauchen und erhält knappe zwei Stunden brisante und extrem spannende Unterhaltung aus der Geschichte der Menschheit.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hochkarätige und extrem gut recherchierte Aufarbeitung historischer Ereignisse.
Das Kinoerlebnis kann sich sehen lassen, erfordert aber ein wenig die Hingabe für solch fordernde Themen. Wer damit kein Problem hat, erlebt einen spannenden Kinoabend und ist hinterher definitiv informierter.

 
Nachspann
Bis auf die aufgeführten Mitspieler und Details zu den damaligen Vorfällen gibt es hier auch keine weiteren Szenen oder After-Sequenzen. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 22. Februar 2018

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Mit 13 Oscar(r)-Nominierungen an der absoluten Spitze der diesjährigen Vorfreude auf die Academy Awards hat dieser Film bereits jetzt etwas völlig richtig gemacht!
Und das kann man von Guillermo del Toro’s Filmen generell behaupten: Er versteht es, den Zuschauer gleichermaßen zu faszinieren und zu schocken. Dafür hat man sich hier ein unglaublich sinnliches Beispiel hergenommen, mit einem exzellenten Cast besetzt und daraus eine Geschichte gemacht, die man so schnell nicht wieder vergisst.
Die Grenzen zwischen unbändiger Liebe und roher Gewalt verschwimmen auch hier wieder zu einer märchenhaften Erzählung, deren Wurzeln viel zu tief im Realismus des Erwachsenseins verankert sind, als dass man sie tatsächlich als Märchen abtun könnte. Shape of Water ist so viel mehr!
Es fällt wieder schwer, über etwas zu reden, ohne zu spoilern, aber ich denke, ich nehme nicht zu viel vorweg, wenn ich sage, dass man hier in allen Facetten mit ausdrucksstarker Bildgewalt gearbeitet hat, die weit über Worte hinausgeht. Um diese schauspielerische Vielfalt erbringen zu können, wurden nicht die Rollen geschrieben und anschließend nach Kompromissen gecastet, sondern jeder Einzelne stand bereits vorher fest und ihre Rollen wurden an die Stärken dieser Schauspieler angepasst.
Daraus erblüht eine Basis, auf der sich jeder Protagonist vollkommen ausleben und “er bzw. sie selbst” sein konnte, was vorzeiglich zu diesem Nominierungsergebnis geführt hat. Daraus lässt sich erkennen, dass der Zuschauer es ungemein schätzt, wenn Charaktere authentisch sind und nicht nur versucht wird, etwas möglichst gut zu spielen.
Aber del Toro hat auch ein unglaubliches Gespür dafür, Menschen zu fesseln und sie in ihren eigenen Emotionen ertrinken zu lassen, indem er Szenerien erschafft, in die man sich einlullt, nur um anschließend von ihm wieder durchs Eck gebeutelt zu werden. Diese unfassbare Erzählstärke und bildgewaltigen Ausdrücke einer tiefsinnigeren Welt mit Elementen, die einen aus dieser hier entreißen, erschafft ein filmisches Monument, dass ich im März einfach ausgezeichnet sehen will – weil es gottverdammtnochmal verdient ist!
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier explodieren Nominierungen und Auszeichnungen aller Art und das hat einen Grund: Dieser Film basht so ziemlich alles vom Thron, was vorher mal daran geglaubt hat, hier Platz nehmen zu dürfen.
Diese Zeiten sind vorbei, denn Shape of Water – Das Flüstern des Wassers eruiert den Meilenstein des Kinos völlig neu und belegt dabei gleich mal das Treppchen ganz oben. Gut gemacht!

 
Nachspann
Braucht man nicht sitzen bleiben – aber genießt das geniale Gefühl, mit dem euch der Film wieder nach draußen schickt einfach noch ein wenig.
Kinostart: 15. Februar 2018

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In diesem Fall ist die Wartezeit bis zum 6. Juli 2017 unerträglich lang, bis dieser Film endlich regulär in den Kinos startet und von allen gesehen werden kann.
Ich werde mir dann wohl freinehmen und mich fünf Tage lang ins Kino verziehen, um ihn mir wieder und wieder anzusehen.
Zum einen wäre da Jessica Chastain, die allein schon Grund genug ist, diesen Film in die Wiederholungsschleife zu schicken, denn sie spielt in meinen Augen unglaublich professionell. Doch nicht nur sie, sondern auch Michael Stuhlbarg und alle anderen Darsteller glänzen hier mit einer verbalen Virtuosität, die ich in anderen Filmen mit enormen Budgets nicht zu Gesicht kriege.
Dass in einem politischen Drama nicht unbedingt viel passiert, macht es den Regisseuren und Darstellern umso schwerer, hier trotzdem Spannung und eine mitreißende Atmosphäre zu erzeugen. Und dies ist John Madden zu 100% gelungen.
Man fiebert zu jeder Minute mit der Hauptdarstellerin mit und lässt sich in den Bann der politischen Verstrickungen reißen, was hier nicht nur unglaubliches Aufklärungspotenzial aufweist, welches fast schon vergleichbar mit der Offenlegung in Sachen Finanzen bei The Big Short ist. Der (un)mündige Bürger bekommt also wieder einmal in einfachster Form ein undurchschaubares Konstrukt erklärt, dass nicht nur faszinierend inszeniert wurde, sondern dafür sorgt, dass in Zukunft jeder Idiot die komplexen Vorkommnisse innerhalb der Politik im In- sowie Ausland verstehen kann.
Und dies in einem Gewitter von Dialogen gigantischen Ausmaßes, die zu jeder Zeit ein enorm hohes Niveau vom Zuschauer abverlangen. Höchstwahrscheinlich teilen sich deshalb an dieser Stelle die Meinungen über diesen Film, weil es für einen Großteil schlichtweg zu schwierig ist, die gigantische Informationsmenge in der Kürze der Zeit zu schlucken und zu verstehen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass dieser Film vor informativer Fülle nur so strotzt und die einzige Option im Prinzip ist, ihn sich mehrfach im Kino anzusehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde des geschriebenen Wortes oder von Sprache werden hier immens verwöhnt.
Die schauspielerische Leistung, die den Darstellern in verbaler Form abverlangt wurde, ist enorm und hievt den Film auf ein Niveau, bei dem jeder Intellektuelle vor Freude im Kreis springt.
Jessica Chastain, Aufklärungsfaktor und Spannung sind nur drei Gründe, die diesen Film im Kino zur Pflichtvorstellung machen.

 
Nachspann
Braucht nicht abgewartet zu werden, denn hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

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Beide Daumen gedrückt, hoffend darauf, dass exakt dieser Titel in die Kinos flattert, wenn es wieder heißt: Sneak Preview. Meine Erwartungen wurden … übertroffen.
Der Trailer mutete mit einigen Actionszenen an und sprach damit unverblümt die Riege Popcornkino an, die man aus der Masse rausholen und in die Kinosäle bringen wollte. Diesbezüglich wird Arrival wohl viel negative Kritiken ernten, denn der Film entbehrt jedweder aufgesetzter Durchschlagskraft und entfaltet seine Stärken ganz wo anders.
Sehr zur Freude meiner einer. Es wird schwer, nicht zu spoilern und euch trotzdem davon zu überzeugen, die Vorstellungen zu stürmen, denn der Lohn wird groß sein.
Die Power steckt hier abartigst in den Vorbereitungen zu diesem Film. Konkret in den Ideen, den Gedanken, dem Brainstorming, das man der Schaffenskunst hier vorauseilen hat lassen. Da hat sich jemand übelst Gedanken um etwas gemacht, die Dinge hinterfragt, Tellerränder überschritten und das gesamte Machwerk in seine Idee verpflanzt, damit es selbst das beste Beispiel für die Botschaft abliefert und quasi als Referenz der Moral herangezogen werden kann.
Nach dem Film spült man entspannt zum Ausgang hin mit dem Gefühl, absolut beruhigt und zufriedengestellt zu sein, nur um hinterher festzustellen, dass der Film mit einer immensen Geschwindigkeit abgespult wurde, die sich erst durch Nachdenken im Nachhinein ergibt.
Philosophischer Tiefgang auf Wunsch im Kopf des Zuschauers? Oh ja! Möglichkeiten zur Interpretation dieses absurden Themas, das vom Namen her zwar bekannt, von der Umsetzung so aber völlig neu ist? Oh ja! Ich sag nur: Bonusmaterial. Hoffen wir alle, dass das die Spielzeit des Films deutlich überschreitet.
Dennis Villeneuve schafft es hier, Spannung zu erzeugen, die teilweise sogar Gänsehaut auf dem Rücken entblättert, und verzichtet dabei auf jederlei ablenkende visuelle Eindrücke. Allein der Look des Films ist ein paar Diskussionen wert, denn hier wurde wirklich auf allerhöchstem Niveau gearbeitet. Ich war fasziniert von der einheitlichen und doch alles durcheinanderbringenden Art, die hier kongruent durch die Spielzeit durchgezogen wurde und in einem Finale gipfelt, dass niemanden enttäuschen dürfte.
Doch nicht nur die Kulissenbauer, Designfetischisten und Bühnenprofis haben hier ganze Arbeit geleistet, sondern alle Bereiche, die einem Film zuträglich sind, arbeiten hier in einer Synergie zusammen, die etwas oscarreifes produziert, das im Kino einfach nur eines macht: Begeistern.
Jóhann Jóhannsson zum Beispiel, der seinerseits auch schon verantwortlich für den Soundtrack von Sicario war, hat hier wieder einmal mit Selbstübertreffen gepunktet und einen Beat kreiert, der nicht nur in völlig andere Dimensionen entreißt, sondern als alleinstehendes Werk eine derartige Überzeugungskraft mitbringt, dass man zum Schauen des Films zusätzlich empfehlen kann, ein paar Euro für den Soundtrack hinzublättern.
Hier ein brachiales Ereignis vorzuführen, ohne dabei an die superlativen Exponate zu stoßen, die von Hollywood in derlei Situationen aufgefahren werden, sondern gegenteilig die Reize zu minimieren um dann einen Effekt zu erzielen, der um so vieles größer ist – wow!
Ihr merkt schon – ich komme ins Schwärmen, und das ist gut so. Arrival ist die Art Film, die es für mich dauerhaft geben könnte, bei der – realistisch betrachtet – der kreative Geist der Schöpfer jedoch zwingend an seine Grenzen kommt, bevor die Show überhaupt gestartet ist. Arrival gehört zu den Filmen, die man nicht einmal, nicht zweimal, sondern viele Male gesehen haben sollte, um alle Wesenszüge zu entdecken, die tief in den profilstarken Vorbereitungen drin stecken, die man vor dem ersten Paukenschlag gemacht hat.
Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg und andere Schauspielgrößen hier auflaufen zu lassen, zeigt, dass der Sinn für tiefgründiges Kino auch in Hollywood noch nicht ausgestorben ist und ich hoffe – ich bete – für viele Auszeichnungen, um genau diese Art Unterhaltung nach vorne zu pushen, die den Geist anspricht, das Denken erfordert und die Zuschauer dazu animiert, wieder selbst in die Materie einsteigen zu wollen und sich nicht nur mit plumpen Animationen und stupidem Geballer zufrieden zu geben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Pflicht! Absolutes Pflichtprogramm.
Dieser Film bringt alles mit, was ich von einem exzellenten Streifen erwarte. Hier wurde vor der Produktion an Details gefeilt, die sich erst im Nachhinein ergeben und in ihrer Intelligenz und Durchdachtheit derartig überzeugen, dass wir wohl lange auf “Nachahmerfilme” warten dürfen.
So viel exzessive Atmosphäre, so eindrückliches Entführen in eine Geschichte und deren Tiefe, so eine überzeugende Soundstärke und visuelle Bildgewalt, die auf ein Minimum reduziert ist, habe ich selten bis gar nicht erlebt.
Wenn es ein Wort geben müsste, dass diesen Film treffend beschreibt, dann: AbsoluteBegeisterung!
Geht rein und genießt die Show – endlich wieder mal eine Story, für die sich jeder einzelne Cent verdammt lohnt!

 
Nachspann
kommt keiner, allerdings erhält man hier nochmal eine heftige Dosis Sound, die man unbedingt mitgenommen haben sollte. Nicht umsonst ist das halbe Kino sitzen geblieben.

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Wer Marvel kennt, weiß, dass man sich hier wieder auf herausragendes Blockbusterkino einlässt, dass nicht nur unglaublich die Massen ins Kino zieht, sondern auch eine markante Bodenständigkeit aufweist, die trotz Superheldentum irgendwo klassisch-konservativ anmutet und einen erneut zum Staunen einlädt.
Was ich dabei interessant finde, sind nicht etwa die Einfälle und Bewegungen, die man hier aus der Realität heraus macht, sondern vielmehr die unglaublich funktionierende Größe, mit der man sich innerhalb dieser Produktionen bewegt und einmal mehr beweist, dass es nicht sonderlich viel braucht, um etwas Herrschaftliches zu erschaffen, hinter dem dennoch tiefere Abgründe verborgen sind.
Die majestätische Rückführung in die Höhle des Bösen, wie es bei DC oft der Fall ist, findet hier gar nicht statt, sondern man entfesselt einen neuen Charakter aus dem Marvel-Universum auf der Leinwand und erklärt damit der Langeweile den Krieg. Doctor Strange hinterlässt nicht nur mit seinem ersten Eindruck bleibende Erinnerungen sondern überzeugt auch mit einem vortrefflichen 3D, dass sich den Namen tatsächlich verdient.
Hiermit werden Sphären geschaffen, die sich nicht nur aus der Zweidimensionalität heraus bewegen, sondern sowohl Geist als auch Seele entführen und in neue Welten vorstoßen, die sich abseits der bisherigen Auseinandersetzungen befinden und einmal mehr etwas Neues in Angriff nehmen, dem man sich auf diese Weise bislang noch nicht in dieser Form genähert hat.
Auch hier herrscht wieder viel Interpretationsspielraum, kreative Bühne für neue Ideen, die einem guten Kinobesuch das gewisse Etwas verleihen und dafür Sorgen, dass man als Zuschauer eher geschmeichelt als gekränkt ist und sich auch in seinem Intellekt nicht verraten fühlt. Gleichwohl gibt es an der Gesamtumsetzung viel Diskussionswürdiges zu bemerken, das allerdings im Gros der Erzählung keinen nennenswerten Unterschied macht, sondern sich auf hervorragendes Popcornniveau begibt und hier – ganz klassisch – die Massen unterhält.
Die Effekte sind anfangs ein Augenschmaus, etablieren sich meiner Meinung nach dann aber etwas zu früh und lassen damit etwas Geschwindigkeit im Film liegen, was stellenweise zur Übersättigung des Zuschauers führt, jedoch reißt dies die nahezu kritiklose Darstellung eines Benedict Cumberbatch wieder raus, der hier den Charakter des Doktor Strange wunderbar vorstellt und damit den Grundstein für viele weitere, tolle Geschichten legt, die sich im Marvel-Universum abspielen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich für meinen Teil war begeistert von der schonungslosen Veränderlichkeit, die man hier in einem bekannten Erzähluniversum durchzieht und welcher Mittel man sich alles bediente, um keinen übertrieben-krampfhaft-sinnigen Film zu machen, sondern durchaus effektvoll und bleibend eine Figur einzuführen, von der ich persönlich auch in Zukunft gerne mehr sehen will.
Die schauspielerische Arbeitsleistung ist hoch lobenswürdig und auch das Team im Hintergrund hat ganze Arbeit geleistet, um wieder einen Sprung nach vorne zu machen und sich einmal mehr in dem zu übertreffen, was man dem Publikum vorsetzt.
Dass dabei der Geist auf wundersame Reisen geschickt wird, ist nur einer der positiven Effekte, die dieser Film auf seine Besucher haben wird.

 
Nachspann
Marvel … also sitzenbleiben. Und wenn die Post-Sequenz vorbei ist: Sitzenbleiben. Es gibt noch eine Aftershow-Party, die nennenswerte und wichtige Szenen zeigt und nicht nur billig die Leute bis zum Schluss im Kino halten will. Also fesselt euch an die Stühle und lasst die Idioten rausrennen, aber seid selbst keiner von denen.

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Hier mal schnell reinschauen um sich einen Eindruck vom Film zu machen, ist meines Erachtens nach gar nicht so ohne weiteres möglich.
Edward Zwick entführt in eine Welt, die den meisten wohl unbekannt vorkommt und von der man auf der Oberfläche des alltäglichen Medienkonsums eher weniger liest. Herrschaften älteren Semesters könnten sich noch an die wahren Ereignisse erinnern, auf denen die geschilderten Erfahrungen basieren. Dabei ist dieser Film seit langem mal wieder eine Form von cineastischer Kost, die ich jedem auf den Tisch packen würde, denn wie hier gearbeitet wurde, obsiegt im Sumpf medialer Verkrustung und wirtschaftlich-ambitionierter Arbeitsmoral.
Die Macher haben es komplett verstanden, ein Thema, das von Ruhe und Tatenlosigkeit geprägt ist, derart unterhaltsam umzusetzen, dass man als Zuschauer gebannt vor der Leinwand steht und einem herausragenden Tobey Maguire dabei zusieht, wie er im Kampf mit sich selbst das von ihm gesteckte Ziel zu erreichen versucht.
Überhaupt ist der Cast fast schon vergötterbar elegant in seinem Umfeld unterwegs. Die Szenen, die sich früher so im Fernsehen abgespielt haben, gepaart mit den Einblicken hinter die Kulissen und den ständigen Fragen und Ängsten, die damit einhergehen, wurden hier so dermaßen wunderbar umgesetzt, dass man am Schluss vor der Leinwand kniet und sich bei den Darstellern für die gute Unterhaltung bedanken möchte.
Wohl mag es diejenigen geben, die mit den Allüren von Bobby Fischer nicht ganz klar kommen und denen das ganze Spiel zu viel wird – jedoch unterstreicht genau dieser Punkt den psychologischen Wahnsinn, in den sich der Hauptakteur im Verlauf seiner Zeit manövriert und ganz nebenbei eben nicht nur über das Spiel der Könige, sondern auch die restlichen politischen Schachzüge entscheiden will.
Und diese mit Worten kaum beschreibbare Handlung so spannend zu inszenieren, dass dir während dem Film zu keiner Zeit langweilig wird und man alles andere gerne dafür vergisst, zeugt für mich von ganz großem Können und lässt die Hoffnung aufkeimen, das anspruchsvolles Kino noch nicht ausgestorben ist.
Möge dieser Film den Weg in die Kinos finden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wann immer es eine Chance gab, gegen die Oberflächlichkeiten der heutigen Massenfilme zu wettern, dieser Film zeugt von leidenschaftlicher Eleganz und intellektueller Würde und beleuchtet ein Thema, das in den Medien bisher viel zu selten Aufmerksamkeit bekommen hat.
Der Cast ist hervorragend, das Thema zwar recht handlungsarm, aber derart spannend inszeniert, dass es vor Anspannung im Kinosessel fast ungemütlich wird. So sieht großartige Unterhaltung aus. Also packt eure Leute ein und schaut euch diesen Film im Kino an – es lohnt sich!

 
Nachspann
Bei der Schwarzblende zum Abspann darf man gerne aufstehen und den Saal verlassen, hier folgen keine weiteren Szenen oder Bilder mehr.

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Ich weiß, ihr wartet alle heißblütig auf die Rezension von Spectre, allerdings rennt da doch sowieso jeder rein, also warum beeilen, wenn es bei meiner Zusammenfassung lediglich um die Vervollständigung der Filmliste geht und nicht mehr um hilfreiche Erstbewertungen? 😉
Machen wir also heute – wie an jedem Montag üblich – mit einer weiteren Sneak Preview weiter, die es in sich trägt: Steve Jobs.
Man wird als Zuschauer gebeutelt. Und das meine ich mit keiner Silbe negativ. Im Ernst: Du landest in einem Sog von Worten, Diskussionen, Anstrengungen und Dialogen, verpackt in grenzgeniale Schauspielerei, die ich persönlich einem Michael Fassbender so überhaupt nicht zugetraut hätte. Der Mann räumt sowas von ab, dass dir als Zuschauer einfach alle Sinne stocken.
Es muss wahnsinnig anstrengend gewesen sein, diese Rolle zu spielen und die Dialoge auswendig zu lernen. Aber es hat sich gelohnt, denn man kauft Fassbender diese Rolle glaubhaft ab.
Klar, das Thema Jobs ist durch viele Filme, unzählige Biografien und ewige Berichterstattung langsam wirklich ausgelutscht, allerdings möchte ich meine Leser schon fast beknien, sich diese eine Variante noch anzutun. Nicht, weil ich selbst zufriedener Nutzer von Apple-Produkten bin und daher fälschlicherweise als Jobs-Jünger bezeichnet werden könnte, sondern gerade, weil in diesem Film eher die negativen privaten und beruflichen Aspekte behandelt werden, die – begleitet durch Jeff DanielsSeth Rogen und Kate Winslet als bärenstarke Gegenüber – aufleben lassen, wie schwierig und brutal das Leben an der Seite eines der technisch bewundernswertesten Personen unserer Zeitgeschichte gewesen sein muss.
Hier wird eben nicht nur die Firma beleuchtet, sondern mehr das Menschliche behandelt, die Produkte und Arbeit fast zum Nebenprodukt verkommen lassen und einen als Nichtkenner anderer Filme und “Firmenoutsider” nur vermuten lassen, welche Produktlinien und Gerätschaften diese Firma im Laufe der Jahre etabliert hat.
Somit hat man meiner Meinung nach wunderbar eine Grenze gezogen, die diesen Streifen nicht zur Beweihräucherung und Dauerwerbung verkommen lassen, sondern ernsthaft und kritisch eine Person beleuchten, die unser aller Leben weitestgehend für die Zukunft geprägt hat.
Ich hätte diesen Ausführungen noch stundenlang zuhören können, denn es machte Spaß, dass hier mal so gar nicht auf Effekte wertgelegt oder unterhaltsame Actionspektakel eingebaut wurden, sondern sich alles einzig und allein durch die Dialogträchtigkeit und verbale Schwere formt. Gerade diese wörtliche Gradlinigkeit, der man sich hier konstant verschrieben hat und an die sich wirklich alle wahnhaft halten, zeugt in meinen Augen von extremem Drehbuch-Schreiben-Können und von filmischer Beherrschtheit.
Meines Erachtens ein Film, der zwar durchaus seine Startschwierigkeiten hatte, jedoch jetzt ein Endprodukt abliefert, dass sowohl Apple-Möger als auch Apple-Hater gleichermaßen anschauen können, ohne dass auf irgendeiner Seite Emotionen hochkochen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Professionell geführt, dokumentarisch berichtet und zwischenmenschlich orientiert wird hier die Geschichte nochmal durchexerziert mit dem Ergebnis von viel Kurzweil, Spannung, Intensität und visueller Macht.
Ein Erlebnis, dem sich kein Cineast entziehen sollte.

 
Nachspann
gibt es keinen, der enttäuschte Abbruch oder das “Zeit beenden”, was man bei schlechten Filmen manchmal spürt, fehlt jedoch genauso. Ein Rundum gelungenes Erlebnis.

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