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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Melissa McCarthy

Can You Ever Forgive Me (inkl. Gewinnspiel)

© 2019 Twentieth Century Fox

Die Gewinner von Alita: Battle Angel (3D) wurden gezogen und werden benachrichtigt … watch your inbox 😉 – und wir starten in Woche 2 der Gewinnspielräusche und machen weiter mit einem Film, den ich euch schwerstens ans Herz legen möchte: Can You Ever Forgive Me?

Wer‘s Plakat sieht, denkt gleich „Oh My Gosh, Melissa McCarthy“ und erlebt einen Schwall von Vorurteilen, was diese Frau betrifft! Oh Mann, was hat sie in der Vergangenheit alles rausgehauen und dabei einen ganzen Planet voller Chancen für Vorurteile geschaffen: billige Comedy, Fremdschämfaktoren, schlechte Unterhaltung, Mittelklasse-Entertainment usw. – und ja, alles das trifft auf Can You Ever Forgive Me absolut nicht zu!

Genau darin liegt die Schwierigkeit: Einen Film zu bewerben mit ihrem Konterfei, der alles andere ist, außer Melissa McCarthy: Diese Frau liefert hier eine dermaßen geile Performance ab und spiegelt damit das Bild der „echten Dame“ wieder, dass man zu Recht „Rolle ihres Lebens“ sagen darf.

Die ganze Sache ist nämlich tatsächlich so abgelaufen und allein deshalb schon sehenswert, weil es einfach viel zu verrückt ist, um wahr zu sein. Auch wenn uns die Geschichte längst eines besseren belehrt hat: Dieser Film ist es wert, gesehen zu werden!

Von der „aufgesetzten Comedy“ weit und breit keine Spur, wenngleich der Streifen genügend Material mitbringt, um situationskomisch zu sein – so habt ihr diese Frau noch nie erlebt. Und die Ernsthaftigkeit des Themas bleibt davon unberührt: Hier bewegt man sich viel näher an Seriösität und Professionalität als an irgendwelchen spinnigen Flachwitzen, die man sonst von ihr so kennt.

Selbst Twentieth Century Fox scheint nicht so recht an den Erfolg dieses Films zu glauben, sonst wäre viel mehr Werbung zu sehen … und ehrlich gesagt, ist mir da noch kaum was begegnet. Und damit solch eine Filmperle nicht im Meer der Veröffentlichungen untergeht, tut euch selbst einen Gefallen:

Sucht euch ein schönes, gemütliches Kino, bucht .kinotickets für die Show und genießt den Abend.

G E W I N N S P I E L

Und damit dieser Abend in ewiger Erinnerung bleibt, spendiert euch Twentieth Century Fox noch ein paar Plakate zu dem Film, die ihr hier gewinnen könnt.

Beantwortet einfach folgende Frage in den Kommentaren: Welche Filme mit Melissa McCarthy habt ihr schon gesehen und welcher hat euch davon am besten oder überhaupt gar nicht gefallen?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, 24. Februar 2019 (Oscar-Nacht!!!) unter diesem Beitrag eingehen, wird per Los entschieden. Gebt also wie immer eine gültige E-Mail an, unter der ihr erreichbar seid, damit ich eure Adresse abfragen und euch die Plakate zuschicken kann.

Und nun viel Glück und natürlich extremst gute Unterhaltung im Kino!

.kinoticket-Empfehlung: Melissa McCarthy trumpft hier mit einer Performance auf, die ihr so gar nicht entspricht und absolut positiv begeistert.

Die Geschichte ist wahr, verrückt, unglaublich und extrem spannend und definitiv für einen kuscheligen Kinoabend tauglich – wo immer ihr möchtet.

Nachspann
✅ Nach dem „Text“ ist alles rum und ihr dürft raus gehen.

Kinostart: 21. Februar 2018

Original Title: Can You Ever Forgive Me?
Length: 107 Min.
Rate: FSK 0

The Happytime Murders

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© 2018 TOBIS Film GmbH

 
Brian Henson – da klingeln ansatzweise bei einigen tatsächlich die Glocken – und ja, ihr habt Recht: Es ist der Sohn des legendären Jim Henson, dem wir alle die Sesamstraße zu verdanken haben.
Nur dass der Sesam inzwischen verschimmelt und die Kulissen rund um Anstand, Ehrlichkeit und Moral eingerissen wurden und man sich auf das besinnt, was zwischen den Drehpausen veranstaltet und von den auf dem Set rumspringenden Kindern aufgefasst wurde: Die puren Sexwitze.
Hier gib’s also kein Niveau, es geht auch nicht um Niveau, es geht um äh … Wixxe. 😀
Ja, das ist tatsächlich der erste Film, den ich mir ansehe und bei dem ich bedauere, dass man dennoch versucht hat, irgendwie ein wenig “Story” in das Ganze zu bringen: Man hätte einfach dabei bleiben und diesem stupiden Schwachsinn 100% Sendezeit geben sollen, dann wär’s ein mega Deal geworden.
So flattern nur ansatzweise echt geile Jokes rüber und man bekommt am Anfang die volle Dröhnung in den Arsch geblasen, versucht dann aber, dem noch irgendeinen dummen Tiefsinn abzugewinnen und fährt dabei das Teil marode an die Wand.
Ernsthaftigkeit ist hier sowas von fehl am Platze und die an Sieben erinnernde Unterschwelligkeit hätte man sich sonst wo hin stecken müssen. Dieses Teil lebt vom Doof sein und fordert dabei auch die Lachmuskeln heraus, das ganze “Da muss jetzt aber auch noch mehr kommen, als irgendwelche versauten Anspielungen” macht eben dieses Leben aber kaputt und zerstört somit auch die Oberflächenspannung, auf der das Teil dahinschwimmt.
Selbst Melissa McCarthy passt gut in diesen Film und liefert hervorragende Sprachduelle, die die “miese Stimmung” immer wieder mal aus der Versenkung hieven, allein das reicht am Schluss aber nicht mehr, um wirklich begeistert von dem Streifen zu sein, auch wenn die Idee gar nicht schlecht ist und man quasi das “Quatsch machen und Rumblödeln” zwischen den Drehs zur Hauptattraktion erklärt hat.
Was ich jedoch begrüße, ist die Tatsache, dass man einen “Puppenfilm” nur für Erwachsene kredenzt hat, der zwar auch eine niedrige Freigabe genießt (klar, kein Blut, eher Plüsch!), seine Zielgruppe aber eindeutig im späten Rotlicht-Milieu sucht und nicht in den Kindervorstellungen.
Somit kümmert man sich um das fast ausgetrocknet-halbtote Nischenvolk und liefert endlich wieder einen Streifen ab, der nicht nach Mainstream-Breite sucht, sondern ein spezielles Publikum hat, dieses aber hervorragend bedient. Diese Richtung ist superlöblich und sollte von vielen anderen Genres genauso wieder angegangen werden, dann haben wir bald wieder Vielfalt auf den Leinwänden und müssen uns nur noch darum kümmern, dass die richtigen Leute in den richtigen Vorstellungen landen – und das Glück explodiert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Befriedigt 😉 eine ganz spezielle Truppe und bietet anfänglich ein enormes Lachpotenzial, dass mega Lust auf den Film macht, die der dann aber aufgrund einer Sinnsuche nicht wirklich liefert.
Man hätte einfach doof bleiben sollen und sich nicht um irgendwelche Erzählstränge reißen müssen: Komplett unter der Gürtellinie hätte daraus etwas fast schon Heiliges gemacht . Setzen, Sex – und nächster Versuch bitte .

 
Nachspann
✅ Hier finden sich im Wallpaper-Background noch ziemlich lustige “Cover”-Parodien wieder. Sitzenbleiben lohnt also.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: The Happytime Murders
Length: 91 Min.
Rate: FSK 12

How to Party with Mom

Melissa McCarthy ist keine A-Bomben-Ikone auf der Leinwand, hat aber ihr eingeschworenes Fan-Publikum und kämpft sich – auch in Hollywood – mit ihrer eigensinnigen Art immer wieder ihre eigene Bühne frei. Ich finde, in letzter Zeit trumpft sie immer bessere Rollen auf und überzeugte seinerzeit in Spy – Susan Cooper Undercover, legt dann mit Ghostbusters: Answer the Call einen drauf und erreicht meiner Meinung nach jetzt in How to Party with Mom ihren Karrierehöhepunkt bislang.
Was ihr für einen erfolgreichen Kinoabend benötigt: Einen Kinosaal, der mit ausreichend gemischtem Publikum gefüllt ist und jede Menge Gute Laune. Der übliche “Hey, wir sind Frauen und wir hauen jetzt so richtig auf die Kacke”-Mist, den man erwartet, kommt nämlich nicht, sondern ein sehr, ich möchte fast schon sagen, ruhiges, reflektiertes und irrsinnig witziges Kinostück, dass diesmal nicht auf “Scheiße bauen” setzt, sondern sich in Dialogvielfalt und Humor übt, der sowohl im Original als auch in der deutschen Synchronisation zum Schreien geil ist.
Dazu ist anzumerken, dass der Film diese Faszination und Humorgewalt anfangs zwar anteasert, dann aber stückweise aufbaut und erst in der zweiten Hälfte so richtig auf die Zwölf haut und alles mögliche rauslässt, ohne dabei in irgendeiner Form beschämend und lächerlich zu werden.
Was dabei ebenfalls unglaublich gut passt, ist die Zusammenstellung der Protagonisten, die allesamt herrlich schräg sind und ihre ganz eigenen Macken mit in die Runde werfen, daraus entspringt ein mega sympathisches Frauenteam, dem hier Tor und Tür geöffnet wurde, um sich einfach mal herzlichst ausleben zu dürfen.
Selbst die teils verbissenen Pressemenschen hatten während der Vorführung stellenweise ihren Spaß und beim Publikum während der Sneak Preview kam der Film irre gut an. Man sollte also dem Wesen von McCarthy schon ein klein wenig aufgeschlosen sein, wenn man sich dann aber darauf einlässt, wird’s ein herrlicher Abend mit vielen Lachern und wunderbaren Gags.
 

.kinoticket-Empfehlung: Beste Unterhaltung basierend auf tollen Dialogen und Wortwitz, der mit Schlagfertigkeit und subtiler Verdorbenheit punktet und im Frauengespann wahnsinnig Spaß macht!
Melissa McCarthy landet meiner Meinung nach hier einen richtigen Hit und toppt ihre eigenen Filme um Längen. Auch das Drumrum passt alles. Damit hat man einen “Partyfilm”, der so vollständig anders als seine Kollegen daherkommt und auf der großen Leinwand in gefüllten Sälen unfassbar viel Spaß macht. Also ladet eure Freunde und Familie ein, besorgt euch zu Futtern und genießt dann einen unbeschwert geilen Abend gemeinsam im Kino eurer Wahl.

 
Nachspann
❌ abwarten lohnt sich nicht, my Darling!
Kinostart: 5. Juli 2018

Ghostbusters: Answer the Call (3D)

Die Presse verteilte im Vorfeld schon mächtig Kritik an der Neuauflage von Ghostbusters, dessen Trailer – seien wir ehrlich – auch wirklich riesige Scheiße war.
Hatte ich Lust, in diese Vorstellung zu gehen? Nein. Definitiv nicht.
Bin ich trotzdem reingegangen? Was tut man nicht alles für seine Leser …
Und was soll ich sagen? Es war irgendwie die Überraschung des Tages.
Mir missfiel genau wie vielen anderen die Idee, Althergebrachtes nochmal zu verfilmen und dabei einfach alles aufs andere Geschlecht zu verlagern. Melissa McCarthy ist in meinen Augen auch ein zweischneidiges Schwert, in Spy – Susan Cooper Undercover fand ich sie überzeugend, im Rest eher nicht. Und die angeteaserten Gags in der Vorschau waren … naja.
Der Film selbst war dann aber wirklich überraschend gut. Klar ist es immer ein wenig nervig, wenn man sich in diesem stereotypischen Gehabe miteinander rumstreitet, aber das Gesamtkonzept passte irgendwie. Verblüffend und unglaublich gut gearbeitet wurde in der Technik, die hier nicht nur sensationelles 3D liefert, sondern mit ganz vielen kleinen Details die Liebe zum Film proklamiert und somit auf Ebene der Bildgestalter einiges liefert, das durchaus sehenswert ist. So wurden nicht nur die 3D-Effekte endlich wieder einmal in den Kinosaal verlagert und nicht nur in die Tiefe gezogen, sondern auch überraschend genial mit den “Rändern” der Leinwand gearbeitet, was im 3D-Spektrum ja eher selten ist.
Grundsätzlich waren die CGI-Effekte im lobenswerten Bereich, da hier nicht nur das übliche Blabla geliefert, sondern mit Einfallsreichtum gearbeitet wurde, der in sich schlüssig ist und den man meines Erachtens einfach nicht verurteilen kann.
Genauso beim Thema Sound. Ja, wir alle kennen und lieben das Original von Ray Parker Jr., aber ist das wirklich ein Grund, auf der neuinszenierten Version rumzuhacken? Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, man hat das Original mal nicht kaputt gemacht, sondern würdig in die neue Zeit transformiert.
Überraschend waren auch einige würdige Cameo-Auftritte, die hervorragend gecastet waren und irgendwo damit auch eine Art “Respekt” an den neuen Film verteilen, der hier eine Geschichte erzählt, die viele schon kennen, die deshalb aber nicht schlecht ist, nur weil man für den Trailer eben die übelsten Szenen zusammengeschnitten hat.
Hat’s Spaß gemacht? Jup.
Hat man bei den Beats mitgetanzt? Irgendwie auch.
War der Film jetzt wirklich so schlecht, wie jeder behauptet? Ganz ehrlich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man mit den miesen Erwartungen, die einem der Trailer einimpft, in den Kinosaal geht, dann erlebt man die Überraschung des Tages und geht hinterher vergnügt wieder aus dem Saal, denn die Gags sind weitaus besser als angenommen, die Technik überzeugt auf voller Länge und der Beat ist alles andere als schlecht.
Der Film hat unglaublich viel Potenzial und dabei so gut wie kaum welches verschenkt – aber es sollen ja noch weitere Teile folgen. Und die werde ich mir definitiv wieder mit viel mehr Lust zu Gemüte führen.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Nicht nur, dass der gesamte Abspann animiert und bebildert ist, sondern danach kommt noch unglaublich viel Filmmaterial … wir reden hier fast schon von einem weiteren Film. Also nicht rausgehen!

Central Intelligence

Die Vorschau erinnerte fast ein wenig an Ride Along – Next Level Miami und warb mit dem gleichen durchgeknallten Witz, obgleich hier schon angedeutet wurde, dass dank Dwayne Johnson und Kevin Hart sehr viel höheres Niveau prognostiziert und erreicht werden würde als in oben erwähntem vergleichbarem Film.
 
Und genau diese undurchsichtige neue Art von Humor wurde hier auch auf die Tischplatte geschmissen und anschließend genüsslich zerlegt. Man bekommt, was keiner erwartet hat und das in überraschend gutem Zustand.
Dass ich immer so mit Komödien hadere und selten erreicht wird, dass ich mich wirklich gut unterhalten fühle, weiß der gediegene .kinoticket-Blog-Leser ja jetzt schon länger. Wenn ich nun also schreibe, dass mich dieser Streifen durchaus vergnügt hat und ich nicht nur mehrere Male schmunzeln, sondern hier und da auch herzhaft lachen konnte, so kann man sich sicher vorstellen, mit welchem Stil hier gearbeitet wurde und wieviel Klasse man in dieses doch recht abgedroschen wirkende Genre impliziert hat.
Fest steht, dass man das Werk längst nicht nach dem Titel beurteilen darf und sich vorher zumindest den Trailer anschauen sollte, um einen Einblick in die Geschehnisse zu bekommen – denn: Diesmal wird auch hier nicht zu viel verraten und es bleibt im Film genügend Spielraum, um die Geschichte trotzdem spannend zu halten und keine Langeweile aufkommen zu lassen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Fazit bekommt man hier einen frisch-vergnüglichen Film, der den langersehnten Sommer zumindest gefühlstechnisch auf die Leinwand bringt und hier aus einem Thema, das längst ausgeschlachtet ist, nochmal etwas völlig neues rausholt und dem Zuschauer unterbreitet.
Hart und Johnson machen hier wirklich ganze Sache und überraschend mit gelungenem Witz und viel Grund, seine Lachmuskeln anzustrengen.
Wer spaßige Unterhaltung ohne viel drumrum sucht, ist mit diesem Titel mega gut bedient!

 
Nachspann
darf ruhig abgewartet werden, auch hier spart man nicht mit gelungenen Überraschungen

The Boss

Melissa McCarthy ist ein Fall für sich. Kennengelernt habe ich die Dame beim Zappen zu Mike & Molly, das ich aber auch nicht zu Ende geschaut, sondern eher dem typisch-normalen Fernsehtrott zugeordnet habe, der mich nicht groß weiter interessiert.
Auf einmal stattete mir diese Dame dann im Kino auf der Leinwand Besuch ab und holte sich so meine Aufmerksamkeit in Filmen wie Spy – Susan Cooper Undercover, der für mich Anlass war, meine Blu-ray-Bibliothek mit ein paar Werken von ihr zu bestücken, um ihre Karriere etwas näher beleuchten zu können um zu sehen, wie sich diese Dame macht.
Ich fand Voll abgezockt und fand es merkwürdig. Ich sah Taffe Mädels und ordnete es unter belangloser Normalität ein. Ich sichtete St. Vincent und empfand sie als eher störenden Faktor gegenüber Bill Murray, der hier als Hauptakteur auftritt. Keiner ihrer vorherigen Filme hat mich derart überzeugt, wie es Spy getan hat. Menschen entwickeln sich, entwickeln ihren Charakter, bilden sich weiter, lernen dazu. Vergangenes ist vorbei, auf zu neuen Ufern.
Dementsprechend gespannt war ich auf ihr neustes Werk: The Boss. Der Trailer beinhaltete wieder die typisch-verrückten McCarthy-Momente, die ihr Markenzeichen sind und sie irgendwo auch ausmachen.
Der Film war dann allerdings einfach nur enttäuschend. Hier und da mit ein paar ganz netten Gimmicks gespickt, über die man wirklich lachen konnte, zerreißt sich das Werk selbstständig in viele kleine Puzzlesteine, die allesamt nicht zusammenpassen und so ganz und gar nicht ein formvollendetes Werk von erster Unterhaltungsgüte abliefern.
Besagte Jokes wirken so aus dem Zusammenhang des Films gerissen, dass sie wiederum gar nicht mehr witzig sind, betrachtet man die Szenerie im Kontext zur restlichen Geschichte. Spaß dabei haben dürften wohl eher 10jährige Kinder, die in ihrem Leben bislang an Gürtellinien-Humor vorbeigezogen sind. Wenn dann allerdings innerhalb von 3 ½ Minuten 15x das Wort “Schwanz” und “Penis” fällt, ist diese Art der Unterhaltung wieder keineswegs für jüngeres Publikum geeignet und eine Freigabe ab 12 Jahren eher als fragwürdig anzusehen.
Und was dem Film außerdem meiner Meinung nach extrem fehlt, ist Geschwindigkeit und Flow. Die zu passierenden Dinge konnte man bereits im Trailer vorher ahnen, daher bleiben jedwede Überraschungen von z.B. meisterlicher Umsetzung und dennoch vorhandenem Überraschungsmoment einfach aus – was dazu führt, dass man sich einer fortwährenden Schleife von Längen entgegenstemmen muss, die das Werk mit seinen 99 Minuten Laufzeit zu einem unerträglichen Moment im Reiche des Kinos machen.
Der Humor ist absolut unterirdisch und lädt überhaupt nicht zum Lachen ein, sondern reiht eher einen nach dem anderen peinlichen Moment aneinander, der absolut belanglos und moralunstiftend ist. Würden oben erwähnte Kinder sich diesen Streifen mit etwas suchendem Geist ansehen, hätten wir in ein paar Jahren eine gesellschaftlich-relevante Masse an verblödeten, geistlosen, rücksichtslosen und dummen Menschen, die durch ihr Wahlrecht über Politik und das alltägliche Geschehen entscheiden – und diese Tatsache macht mir eher Angst als dass ich darüber lachen könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch Fans von Melissa McCarthy sollten sich hier überlegen, ob sie diesen Streifen wirklich ihren Freunden empfehlen wollen, denn Sinn, Moral, Unterhaltung oder irgendeine künstlich überzogene Darstellung der Realität sind hier völlig ausbleibend.
Die Show war eine reine Enttäuschung und man darf nur darauf hoffen, dass diese Art von Geldverdienen ein Kinoflop wird, der den Machern signalisiert, dass sie dieses in Zukunft bitte unterlassen und sich lieber anderen Dingen zuwenden mögen.
Daumen runter.

 
Nachspann
folgt mit Bildern und Outtakes, die allerdings auch nicht den Pep reinbringen, der z.B. im Fall von Fack Ju Göhte 2 nochmal einen oben drauf setzte. Das Desaster endet mit Fremdschämen und bitterer Enttäuschung.

Spy – Susan Cooper Undercover

Dass James Bond als DAS Vorbild für Agentenfilme gilt, wissen mittlerweile ja nun alle.
Dass große Vorbilder immer mit Parodien gesegnet werden, auch.
Bei dem aufstrebenden Humorstern, den Melissa McCarthy gerne darstellt, war es also kein Wunder, dass auch sie eines Tages die Hauptrolle in einer Bond-Parodie spielen würde.
Da ich erst kürzlich in den Genuss von Get Smart gekommen bin, waren meine Ansprüche natürlich segensreich gefüttert und dementsprechend “Angst” hatte ich, mir diesen Film hier reinzuziehen.
Darum auch die Fun2Night: Da ist der Saal voll, es gibt Verlosungen und man hat wenigstens jede Menge Mitlacher im Saal, auch wenn es nicht komisch ist. Mit mehr Leuten im Kino macht es einfach mehr Spaß.
Meine Ängste waren unbegründet. Dass das ganze Pulver schon im Trailer verschossen wurde, so wie bei Der Kaufhaus Cop 2, ist hier so absolut nicht der Fall. Im Gegenteil: Spy macht tierisch Spaß und ist zu keiner Zeit derart dämlich, dass man sich dafür fremdschämen müsste.
Klar sind wir in einer Zeit angekommen, in der intellektueller Humor nur noch selten auf den Plattformen der Allgemeinheit zelebriert wird, hier wurde jedoch sehr präzise darauf geachtet, witzig zu sein – und zu bleiben. Der Film führt galant durch die Ebenen der CIA und bietet dabei so richtig was zum Lachen. Ob es die Unbeholfenheit von McCarthy ist, die sich manchmal mit Worten, manchmal mit Taten aus ihrem Schlamassel zu reißen versucht, oder das proletenhafte Rumgetue von Statham, der mit seiner Angeberei ständig für Lacher sorgt – man hat die ganze Spielzeit über was zu tun und wird trotz Parodie-Label als Zuschauer nicht verarscht, sondern für voll genommen.
Hier wird feinfühlig eine Welt geschaffen, die mit ihrer charmanten Darstellung Bond schon fast das Wasser reichen kann, auch wenn die Mutter aller Agenten niemals diesen Platz hergeben würde.
Sei’s drum: Es hat richtig Spaß gemacht und ich werde ihn mir mit Sicherheit noch einmal anschauen. Und genau das solltet ihr auch tun.
 

.kinoticket-Empfehlung: Reingehen! Man muss Bond nicht mögen, um McCarthy zu lieben. Hier stimmt einfach die Zusammenstellung der Stars, der Gags und das ganze Ambiente rundrum, um für einen wirklich gemütlichen Kinoabend zu sorgen, bei dem herzlich gelacht werden darf.
Der Clou, hier sowohl dieses also auch jenes humoristische Vergnügen zu bedienen, wurde professionell vollzogen und der Film bleibt spannend bis zum Schluss.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Auch nach dem Schluss. Da kommt noch mehr.

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