Mark Webber

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Endlich wieder ein Titel, der von amazon studios produziert wurde und trotzdem das Licht der Leinwand erblicken darf: Dieses Werk braucht sich überhaupt nicht hinter aktuellen Kinoblockbustern verstecken, sondern zeigt einmal mehr, wozu das ehemalige Buchverkäufer-Label in der Lage ist. Und ich finde es großartig, dass man diesem Stück die Kinoauswertung nicht vorenthält, sondern den Zuschauern die Möglichkeit gibt, das Werk auf dem Big Screen zu besehen.
Die Story basiert auf dem wahren Cartoonisten und wird von Joaquin Phoenix hervorragend gespielt. Hat der überhaupt je einen Flop produziert? Mit flapsigem Humor bestückt schlängelt sich das bewegende Drama über alle Ebenen hinweg und portraitiert den Aufstieg und Fall eines Menschen in unterhaltsamer und einprägender Weise.
Die Portion Ruhe, die der Film dabei mitbringt, wirkt wie eine solide Basis, die es einem seelisch nicht ermöglicht, in irgendwelche Abgründe zu fallen, sondern garantiert, dass man trotz der ernsten Phasen dennoch seinen Spaß hat und nicht selbst in irgendwelche Depressionen rutscht. Zeitweilig wirkt es fast wie eine Doku, allerdings ohne das Stundenplan-Gefühl. Man hat einfach seine Freude beim Schauen, darf sich dabei auch gerne ein Popcorn genehmigen und erfährt vielleicht ein wenig Unterstützung dabei, wenn es darum geht, wieder “zurück ins Leben” zu finden.
Die Story ist definitiv spannend und es ist interessant, welche – und vor allem, woher – er seine Inspirationen nimmt. Ein spannender Fakt ist zudem: Obwohl ich mit dem Großteil des Casts bislang nicht so wirklich grün geworden bin, stört die Besetzung hier absolut nicht, sondern man wundert sich eher, dass wirklich diese Personen auf der Leinwand zu sehen sind: Sie fügen sich so wunderbar in den Plot ein, ohne Personenverherrlichung, die es auf Plakaten und in der PR bei Hollywood sonst übermäßig viel gibt.
Und mit dieser fast schon einzigartigen Genügsamkeit erobert sich der Film den Weg in die Herzen der Zuschauer ganz von allein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einprägsames Erzählerlebnis über das Leben eines vom Leben gezeichneten Menschen.
Die Story hinter ihm ist bezeichnend. Das Werk zeigt einmal mehr, dass Streaming-Giganten auch am Kino nicht vorbei müssen, sondern beide Optionen Hand in Hand miteinander kooperieren können. Die aufgelockerte und ruhig-fundierte Erzählweise sorgt für ein nachhaltiges Erlebnis beim Zuschauer und öffnet die Möglichkeiten für suchende Menschen, indem man viel Inspiration und Vorbildverhalten liefert. Und das ohne großartiges Helden-Rumgepose, sondern mit einer genügsamen und defensiven Einstellung.
Großartig!

 
Nachspann
✅ zeigt den wahren “Wegläufer” und zertifiziert damit die Geschichte als wahre Begebenheit.
Kinostart: 16. August 2018

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Green Room

Begriffserklärung: Als Green Room wird der Raum bezeichnet, in dem die Künstler und Musiker sich aufhalten, bevor oder nachdem sie ihren Auftritt auf der Bühne gehabt haben.
Besuchern der Vorstellung wird alsbald klar, weshalb sich der Autor zu diesem Titel entschieden hat, wobei Leser der Filmbeschreibung an der Kinokasse wohl eher weniger diesen Titel wählen dürften, da sich die kurze Inhaltsangabe eher nach einem billigen C-Movie als nach guter Unterhaltung anhört und somit wohl eher weniger die Massen in die Säle locken dürfte.
Gefundenes Fressen für einen gelungenen Sneak-Abend, an dem erfahrungsgemäß bevorzugt genau solche Nischenfilme gezeigt werden, die nicht die Bedürfnisse der breiten Masse befriedigen, aber dennoch künstlerisch wertvolles Schauspiel beinhalten.
Was hier unangefochten in alleroberster Liga mitspielt, ist die düstere, knisternde und allzeit unheimliche Stimmung verbreitende Atmosphäre, in die man von Anfang an hineingeworfen wird und aus der es kein Entrinnen gibt. Statt sich – durch Schmutz, Dreck oder anderweitige Plagen – langsam wieder nach oben zu kämpfen, rutscht man im Verlauf des Films immer tiefer in das Unheilvolle, bis es schließlich zum fulminanten Showdown kommt, bei dem man die Stärken des gewählten Genres plausibel ausspielt und die Zuschauer somit mit tiefen Erinnerungsfurchen wieder zurück in den Alltag entlässt.
Dass Schauspiel hier als “Musikfilm” zu bezeichnen, wäre ziemlich gewagt, zumal es ein sehr düsteres Kapitel der melodischen Kulisse anspricht, in dem sich mit Sicherheit die wenigsten aus den Reihen der üblichen Kinogänger zu Hause fühlen dürften. Jedoch gehört auch diese Art von Kunst zu der Geschichte der Musik und äußert sich hier in einem Fall von zerstörerischer Idylle, die so selten auf der Leinwand erlebt wurde und eben in meinen Augen gar nicht ins Regal der C-Movies gehört.
Gerade Schauspieltalente wie Anton Yelchin, dessen unvergessene Darstellung in Alpha Dog – Tödlichen Freundschaften ich nie vergessen werde und der vielen vielleicht eher als Kyle Reese aus dem vierten Terminator-Film bekannt sein dürfte oder der seinerseits eher bekannte Patrick Stewart, der mit X-Men und Star Trek bereits jetzt Filmgeschichte geschrieben hat, erheitern hier die Leinwand mit ihrer erfrischend neuartigen Darstellung in einem Genre, das man keinem von beiden in dieser Form zutraut.
Und der düstere Mix aus geschundener Abgeschiedenheit und der allzeit pulsierenden, teils vorausschaubaren, aber dennoch unglaublich gänsehautproduzierenden Atmosphäre lockt hier die Fans des Genrekinos in die Lichtspielhäuser und bietet eine Show, über die man auch nach dem Abspann noch einige Gedanken verlieren kann.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mainstreamkino sind anders aus, was einem hier blüht, steht bisher in keinem Lehrbuch und erfreute sich bei mir allergrößter Beliebtheit: Die pure Angst, die durch die Anwesenheit der Personen im Film produziert wird, lässt hier ein tiefschwarzes Schauspiel auf den Zuschauer los, das nicht nur die Seele an seiner dunkelsten Stelle ankratzt, sondern tiefe Wunden hinterlässt und einen froh darüber sein lässt, dass das Licht brennt, wenn man den Saal nach gesehener Vorstellung wieder verlässt.
FSK 18 wurde hier zurecht vergeben und die späten Spielzeiten deuten auch darauf hin, dass man endlich wieder begriffen hat, welches Zielpublikum der Film ansprechen darf. Zurecht ausgezeichnet, zurecht auf die späte Uhrzeit verbannt, ein Film, der ein düsteres Kapitel der Menschheit ausnutzt, um eine krasse Unterhaltungsstory daraus zu schöpfen.
Freunde dieses Genres dürften auf ihre Kosten kommen.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, der weitere Inhalte zum Besten geben würde – man darf den Saal also getrost verlassen.

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