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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Liebeskummer

Letztendlich sind wir dem Universum egal

Als wir Kinder waren, haben wir den Fernseher eingeschaltet, einen Film eingelegt und uns dann gebannt vor die Flimmerkiste gehockt und uns von Filmen verzaubern lassen. Es war das Tor zu einer anderen Welt. Unmögliche Dinge waren auf einmal möglich, Magie erwachte zum Leben, Unvorstellbares wurde so glaubwürdig serviert, dass man einfach nicht zweifeln durfte, ob es echt war. Für uns war es das. Für uns war auf einmal alles möglich. Es war DIE Freikarte für eine Welt ohne Grenzen. Spannung wurde aufgebaut. Unglaubliches wurde offenbart.
Letztendlich sind wir dem Universum egal ist genau die Sorte Film, die ich damals als Kind geliebt habe: Du legst einen Film ein, etwas unfassbares passiert gleich am Anfang und der restliche Film beschäftigt sich dann mit der Auflösung oder Suche nach dem Grund oder erzählt, was überhaupt passiert ist. Genau diese Optionen lotet man hier ganz neu wieder aus, packt den Streifen dabei voll mit klasse Schauspielern und erzählt eine wunderbare Story, die so faszinierend sein kann – wenn man vorher nichts, wirklich rein gar nichts darüber weiß.
Also schaut euch KEINE .trailer an, lest keine Inhaltsangaben, haltet euch die Ohren zu, wenn andere etwas über diesen Titel erzählen wollen und geht völlig unbefangen und voller Interesse in diesen Film – dann, und nur dann, macht er auch richtig Spaß.
Ich habe mich mittlerweile wieder mit einigen unterhalten, die mir summa summarum mitgeteilt haben, dass sie diverse Probleme mit dem Ende hatten. Hier sei eine zu unvollständige, unbefriedigende Lösung angeboten worden.
Genau da hängt sich dieser Film auch ein wenig an sich auf: Allerdings ist das meiner Meinung nach kein Problem dieses Films, sondern ein Problem dieses “Genres” wenn man so will: Die Faszination und Mystik, die einem am Anfang in unerträglich hohen Dosen ins Hirn geworfen wird, kann per se nicht komplett bis zum Schluss erhalten werden, es sei denn, man böte gar keine Auflösung, was dann der Rest des Publikums wieder scheiße finden würde. Es ist also gar kein so großes Problem, sondern mündet einfach in ein “großes Becken” und läuft darin langsam aus.
Dieser Umstand macht den Film für mich aber jetzt nicht uninteressanter. Ein .kinoticket darf man also auch gerne für diese Vorstellung lösen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Rein ins Kino, Licht aus, Spannung an und eine faszinierende Geschichte ist garantiert.
Der Film baut auf Systeme alter Schule und hat damit auch Erfolg, scheitert ein klein bisschen am Schluss, was das Gesamterlebnis aber kaum trübt, da die Idee und Umsetzung wirklich einmalig ist und so auch noch nie vorher im Kino präsentiert wurde.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 31. Mai 2018

Rico, Oscar und das Herzgebreche

Um ehrlich zu sein hatte ich im Zuge meines Kinotages auf diesen Film am wenigsten Lust. Schuld daran war der wirklich dämlich zusammengeschnittene Trailer, der Furchtbares vermuten ließ. Flachwitze vom Allerfeinsten, doofe Anspielungen unter der Gürtellinie und das alles so verpackt, dass sich die naiven Kinder vor Kringeln den Bauch verbiegen? Absolut nicht mein Fall.
Tja, gottseidank reizt der Ehrgeiz, neue Filme zu sehen, dann doch stark genug, damit man sich tatsächlich ins Kino begibt und den Film sogar ganz an den Anfang seines Marathons setzt.
Der Einlasser machte mir dann gleich Mut, indem er fragte, ob ich den ersten Teil bereits gesehen habe, weil der auch schon gar nicht schlecht ist für einen Kinderfilm. Wow – wenn selbst das Kinopersonal gut von dem Film redet, dann darf ich meine Erwartungen wohl doch wieder etwas hoch schrauben?
Die Antwort lautet: Jap!
Selten so einen Film gesehen, bei dem sich Trailer und das Schlusswerk so stark unterscheiden. Hier wird nicht nur wirklich ansprechende Unterhaltung geliefert, sondern schön dezent verpackte Anspielungen, die den Erwachsenen im Saal richtig Spaß machen. Das “Unter der Gürtellinie” verschwindet komplett und entpuppt sich als wirklich unglücklicher Schnitt im Trailer – das Niveau des Films erstaunt.
Was ebenfalls so richtig vom Hocker haut: Der Bildungswert. Ja – richtig gelesen: Dieser Film macht sich zur Aufgabe, die heranwachsende Nation zu bilden – und das sogar richtig gut! Es tat sooo gut, immer wieder diese “Einspieler” (falsches Wort, aber ein anderes fällt mir grad nicht ein) zu sehen und die wahrhaft rühmlichen Absichten der Macher dahinter zu erkennen. Fantastisch, dass hier mal nicht die übliche “Hey, wir machen einen Kinderfilm, schön einen auf dämlich und ja keine intelligenten Szenen rein, das könnten die Sabberviecher nicht verstehen”-Keule ausgepackt wurde, sondern vorgemacht, dass es auch anders geht.
Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache echt professionell und versprühen einen angenehmen Charme, der jeglichen “Sowas tu ich mir nicht an”-Hass, den man im Trailer noch spürte, verblassen lässt. Es macht ganz schnell richtig Spaß, mit den beiden auf ihre Entdeckungsjagd zu gehen und die Dinge zu durchleben, denen sich die zwei stellen.
Am Ende hat man einen Film, der nicht nur unterhält, sowohl groß und klein anspricht, sondern auch noch mit richtig viel Wissensdurststillung daherkommt. Top – so sollten Filme sein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Durchaus unterhaltsame Lektüre mit einem richtig großen Stück Bildung, geistiger Unversehrtheit und jeder Menge detektivischem Spaß, der sowohl jung als auch älter durchaus anzusprechen weiß.
Wer den Trailer hasste, wird den Film lieben. Das Niveau ist überraschend hoch und alle involvierten machen ihre Sache richtig gut.
Kann bedenkenlos mit der ganzen Familie geschaut werden und selbst Erwachsene erleben hier und da ein paar Szenen zum Schmunzeln. Daumen hoch!

 
Nachspann
Der wartet mit ein paar zusätzlichen Szenen auf, beim Aufstehen also nicht allzu sehr hetzen, da folgt nach einem kurzen “schwarz” noch mehr.

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