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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Asche ist reines Weiß

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© 2019 Neue Visionen Filmverleih

Es ist eigentlich schade, dass man hierzulande so wenig Zugang zu asiatischen Inhalten hat bzw. diese so selten beworben werden. Vielleicht ist deren Kultur so extrem anders als unsere, dass einfach das Interesse nicht groß genug ist? Dabei sind Mangas und Animes doch auch hier längst etabliert und der Zuschauer sehnt sich nach Inhalten, die weit über das Mini-Niveau von billigen RTL II-Animes hinausgehen.

Ich kann’s nicht beurteilen, ich war noch nie dort und hab daher absolut keine Ahnung – und wenn das nicht mal beste Voraussetzungen für einen Kritiker sind, weiß ich’s auch nicht 😉

Wir reden hier ja auch nicht von Animes, Mangas und dergleichen, sondern einfach von asiatischen Spielfilmen, die es ebenfalls zu Hauf gibt und die meiner Meinung nach viel zu selten das deutsche Leinwandlicht erblicken: Asche ist reines Weiß erzählt nämlich eine dieser Geschichten, die man auch als Europäer gerne konsumieren darf und die sich nicht vor Hollywood verstecken brauchen.

Natürlich fährt man an dieser Stelle keinen Allerweltscast auf oder trumpft mit bekannten Gesichtern – aber, wenn wir mal ehrlich sind, das bietet uns das westliche Kino auch schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr in der Form, die man sich gerne wünscht, sondern langweilt mit Austauschbarkeit, dass es nur so zum Himmel stinkt.

Und Inhalte? Gibt es immer wieder mal mehr mal weniger. Was die asiatischen Kinokracher aber immer richtig gut können: Tiefe. Geistiger Reichtum und Tiefgründigkeit, die man in vielen Blockbustern vergeblich sucht und die auch in so manch independentösem Film eher verkrampft als natürlich rüberkommt und dadurch an seiner Authentizität zweifeln lässt.

Beides liefert Asche ist reines weiß in Pur-Form: Man entzückt mit einer tollen Story, gestaltet diese mit chinesischen Wahrheiten aus und liefert so das gewisse Extra, das aus dem Film eben nicht bloß pure Unterhaltung, sondern auch Lebensweisheit macht, die ich schon als Kind immer gern aufgesaugt habe.

Und auch, wenn vielleicht so manch einer am Schluss dann dasteht und sich fragt: “Das war’s jetzt?” – spätestens dann merkt ihr, dass wir eigentlich viel zu wenig von dieser Art Stoff zu sehen kriegen und man sich viel mehr darum bemühen sollte, auch asiatische Filme anzubieten und dabei aus den Klischeegrenzen von Bollywood zu verschwinden.

.kinoticket-Empfehlung: Großartig gespielt, toll geschrieben und mit einem verstörenden Ende: Asche ist reines Weiß erzählt eine super Geschichte, die einen fesselt und nach klassisch-chinesischer Manier mit Lebenswahrheiten um sich schmeißt.

Hier wird einem nicht nur das Leben “da drüben” etwas anders gezeigt, sondern wunderbar unterhalten und ich finde, dass solche Produktionen sich nicht hinter Hollywood verstecken müssen, sondern durchaus im Kino gesehen werden sollten.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Jiang Hu Er Nü
Length: 136 Min.
Rated: FSK 12

Alita: Battle Angel (3D) (inkl. Gewinnspiel)

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© 2019 Twentieth Century Fox

So, und nun fehlen mir mal wieder die Worte und ich fürchte, dass dies einer der nächsten “langen” Beiträge werden wird, die einen ganz vergessen lassen, dass Twentieth Century Fox mal wieder ein gewaltiges Paket geschnürt hat, das ich an euch weiter verlosen darf. Mehr dazu findet ihr am Ende des Beitrags!

Beginnen wir mal mit dem Plakat und damit mit einer der wenigen Ausnahmen, wo es tatsächlich mal wichtig ist, zu schauen, von wem das hier alles eigentlich stammt: James Cameron.

Cameron zählt schon seit Jahren zu meinen Lieblingsregisseuren und ich schätze nicht nur, welche Geschichten er zu erzählen hat, wie er sie erzählt, sondern auch, was er im Hintergrund alles für Kino getan hat und immer noch tut. Dieser Mann liebt Kino und verdient damit nicht nur sein Geld.

Schaut man sich seine vergangenen Werke an, findet man Filme, die weltweit und zeitlos in den Top-Rängen der besten Filme aller Zeiten rangieren. Cameron hat die zwei erfolgreichsten kommerziellen Filme überhaupt verbrochen, ist Erfinder bahnbrechender Techniken und Möglichkeiten, die das Gefühl auf der Leinwand mehrfach revolutionierten und ist damit einer der “ganz großen”.

Auch in Sachen 3D haben wir ihm viel zu verdanken: Mit Avatar – Aufbruch nach Pandora hat er 3D quasi für die Kinos “erschaffen” und extrem viel in die Verbreitung und Weiterentwicklung gesteckt, die mehr oder weniger dieses Feature überhaupt für Kinos interessant gemacht hat. Wenn 3D, dann James Cameron-3D – und ja, ich habe bereits die .trailer mit einer derart heißen Vorliebe erschnüffelt und immer wieder genossen, wenn er dann endlich mal wieder im Vorprogramm gezeigt wurde, denn das 3D ist brachial und lässt alles andere wieder weit hinter sich.

Hier spürt man das Echte, das Tiefe, das Wahrhaftige… kein gerendertes Nachgeäffe oder Möchtegern-“Aber-das-ist-doch”-3D, sondern PS unterm Arsch, dass es nur so kracht.

Und ja, setzt euch nach vorne! Je weiter ihr an der Leinwand hockt, umso granatenmäßiger fliegen euch die Gegenstände um die Ohren und je größer die Leinwand ist, umso besser!

Und der Film macht den Versprechungen wieder mal alle Ehre! Hier kracht, was das Zeug hält und man landet in einer Steampunk-Welt, die den Wunderwerken, die man von Cameron gewöhnt ist, in nichts nachsteht.

Man findet wirklich alles, was man sich nur erträumen kann: Einfälle, Ideen, Detailreichtum, ausgearbeitete Kulissen, fertige Kreaturen, Charaktere, die nicht im Vorbeigehen gezeichnet wurden, eine Story, die laut nach mehr schreit und Schauspieler, die man nicht zwingend alle kennt: Auch hier wurde alten Traditionen Ehre gemacht und frisches Blut auf die Leinwände gebracht, die damit eine Chance für eine wundervolle Karriere vor sich haben.

Und nun paart sich dieser westliche Regisseur mit der amerikanisierten Verfilmung eines Themas, das östlicher nicht sein könnte: Mangas. Alita: Battle Angel ist im Anime-Sektor zu Hause und dort auch nicht unbekannt. Das ist der Punkt, an dem Autoreifen im Gullideckel hängen bleiben können: Hier kommen die Kritiker und Manga-Fans zum Einsatz und schreien normalerweise nach “Geht gar nicht” und so weiter … aber auch hier kann ich wenig entdecken, das diesen Film weniger interessant machen würde. Die Umsetzung ist mega durchchoreografiert, man hat sich so viel Mühe gegeben, hier etwas von Belang an die Kundschaft weiterzureichen, das mir eher Respekt abverlangt statt Kritik über die Tische rollen zu lassen.

Im .trailer haben wir bereits einen guten Einblick bekommen, was auf einen wartet – und auch, wenn man das Ding auswendig mitbeten kann: Der Film wird deshalb nicht langweiliger oder zerstört, sondern erhebt sich als Epos am Himmel der Kinos, als gäbe es kein Morgen.

Glaubt mir: Wenn ihr diesen Titel auf euren .kinotickets stehen habt, dann war euer Abend ein berauschendes Event, dass nicht nächste Woche wieder vergessen ist, sondern von dem ihr auch nächstes Jahr noch erzählen werdet.

Fanschwarm, weil ich hier verlose und irgendwie von Twentieth Century Fox gekauft wurde?

Nope – ich schreibe weiterhin aus freien Stücken und verdiene hieran keinen Cent, damit genau das niemals passiert. Im Gegenteil: Das kostet mich sogar ne Menge Geld und ich gebe es gerne aus, weil ich – genau wie James – Kino liebe und es jedem von euch wünsche, solch ein Event endlich mal wieder zu erleben.

Producer James Cameron and Director Robert Rodriguez on the set of ALITA: BATTLE ANGEL. Photo Credit: Rico Torres.

© 2018 Twentieth Century Fox

G E W I N N S P I E L

Und damit das meine Leser können, ohne tief in die Taschen greifen zu müssen, gibt’s nun wieder ein fettes Fanpaket zu gewinnen: Twentieth Century Fox hat für euch nämlich 5x 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) ausgemacht und obendrein gibt’s noch 2 megacoole Poster zum Film dazu, die ihr euch in eure Zimmer hängen könnt, um das Kinoerlebnis wie im Fotoalbum früh beim Aufwachen nochmal zu erleben.

Und das beste ist: Die Kinos sucht ihr aus! Einfach mit den Verleih-Gutscheinen an die Kinokasse gehen und diese dort gegen 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) tauschen. Damit seht ihr das 3D-Spektakel auf Kosten von Twentieth Century Fox und werdet quasi indirekt von ihnen ins Kino eingeladen! Was will man mehr?

Wie ihr gewinnen könnt?

Kommentiert unter diesem Beitrag, ob ihr Filme grundsätzlich lieber in 3D oder in 2D seht und warum. Was gefällt euch an dieser Technik und welche Filme habt ihr evtl. schon in 3D gesehen und wie fandet ihr diese?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, den 17. Februar 2019 eingehen, entscheidet das Los und der Gewinner / die Gewinnerin wird von mir per E-Mail benachrichtigt. Bitte gebt also zwingend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann, damit die Karten und Poster rechtzeitig bei euch eingehen.

Das Gewinnspiel wird von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Preise wurden von Twentieth Century Fox gestiftet. Es gelten die üblichen Bedingungen. Die Auswertung findet von mir persönlich statt und keinerlei Daten werden an fremde Institutionen oder ähnliches weitergegeben, sondern alles händisch von mir ausgewertet und nach dem Versand gelöscht.

Nun wünsch ich euch viel Glück, freue mich auf eure Kommentare und kann es kaum erwarten, bis der Film endlich in den Kinos startet: Ich werde definitiv wieder reingehen. Und ihr?

.kinoticket-Empfehlung: Vom Quasi-Schöpfer des 3D aus der japanischen Manga-Szene aufgeschnappt und als Leinwand-Epos mit neuem Leben versehen entdeckt man hier einmal völlig neu, wozu Kino überhaupt fähig ist!

Dieser Film macht einen Heidenspaß, liefert eine bombastische Welt und sorgt schon jetzt für mächtig Furore.

Die Steampunk-Welt ist großartig und detailverliebt gestaltet, die Action kracht gewaltig und das 3D ist so, wie es sein soll: Makellos! Wer den nicht im Kino sieht, macht einen gewaltigen Fehler – und Twentieth Century Fox spendiert sogar die Karten – einfach beim Gewinnspiel teilnehmen und etwas Glück haben!

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Alita: Battle Angel
Length: 122 Min.
Rated: FSK 12

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (3D)

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© 2019 Universal Pictures International

Nachdem der 3D-.trailer in den Sälen mit Brille auf dem Kopf schonmal richtig gezeigt hat, wo es demnächst langgeht, war auch bei mir die Lust geweckt, endlich die beiden Vorgänger zu sichten und mit vollem Karacho in den neuen Teil dieser Story einzutauchen: How to Train Your Dragon hat Erfolgsgeschichte geschrieben und ist nicht umsonst jetzt schon bei der Trilogie angelangt.

In Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt stürzen die Protagonisten erneut in ein Abenteuer, indem es um Mut, Kraft, Kampfgeist und Stärke geht. Und dabei fährt man allerhand optische Hochgenüsse auf, die dem Kino wieder mal seine besten Reserven entlocken und auf der Leinwand sowie im Saal für richtig Krach und Gaudi sorgen. Das Zusammenspiel zwischen den Hochglanzfarben, der gestochen scharfen Optik und dem bildschönen 3D sorgt in Verbindung mit einem super Soundtrack und eindrucksvollen Szenerien allein schon für ein Erlebnis, dass sich sehen lassen kann.

Und da ist wirklich für jedermann etwas dabei. Klar mögen die Dialoge hier und da etwas kindlich erscheinen und das Zielpublikum mit zwei schielenden Augen auch der jüngeren Riege angehören, dennoch ist ebenfalls für Erwachsene ein Event geboten, dass eines Kinos würdig ist und bei dem man nicht zwingend auf die Heimkinoveröffentlichung warten sollte.

Ich vertrete immer noch die Ansicht, 3D gehört ausschließlich in die Säle und niemals nach Hause, weil dort definitiv nicht die Atmosphäre und das Momentum erzeugt werden kann, wie auf dem richtigen Sitzplatz im Kino. Schon allein deshalb sollte man zum .kinoticket greifen und die Chance wahrnehmen.

Doch auch der Plot hat es in sich und weist eine gewisse “Süßheit” auf, die nicht von der Hand zu weisen ist und die sich damit in das Protegé der Vorgänger nahtlos einfügt. Auch hier sollte man die “3” im Titel etwas ignorieren und sich keine falschen Vorurteile in den Schädel setzen: Enttäuschungen bleiben auch an dieser Stelle sicher aus.

.kinoticket-Empfehlung: Der Gang ins Kino lohnt sich definitiv: Die Optik, 3D, der Sound und das Inhaltspaket passen derart stimmig zueinander, dass einem auch als Erwachsener hier ein Event geboten wird, dem sich niemand verweigern sollte.

Süß erzählt, ergreifend bebildert und majestätisch inszeniert setzt man die Erfolgsreihe fort und liefert nun den dritten Teil dieser Saga in technisch einwandfreiem Zustand für die Großbildleinwand ab.

Setzt eure Heimkinos auf Pause, verzichtet auf den “Ich warte, bis er …”-Satz und pflanzt euch mit Groß und Klein ins Kino und genießt den Film dort, wo er hingehört: Auf dem Big Screen!

Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, am Schluss folgt nichts weiter.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: How to Train Your Dragon: The Hidden World
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6

Big Fish & Begonia

Big Fish - Begonia

© 2016 B&T Film

Achtung: Bei diesem Film handelt es sich wieder um ein Einmal-Event, welches nur heute, am Sonntag, den 3. Februar 2019 deutschlandweit in den Kinos gescreent wird!

Solltet ihr also in den Genuss dieses überaus sehenswerten Streifens gelangen wollen, müsst ihr euch heute (!) in ein Kino setzen, das diesen Film zeigt.

Das Plakat verrät bereits, dass es sich um asiatische Kunst handelt, die – was Animes betrifft – meist in Japan angesiedelt ist, hier aber mal nichts mit dem Land der Kirschblüten zu tun hat, sondern sich im Großraum China abspielt und auch von dort stammt. Dass der Erzählstrang dabei mit allerlei seltsamer “Natürlichkeiten” angereichert ist, ist ein Merkmal für Filme, die aus Fernost kommen.

Hier sind aber auch erneut viele Weisheiten, interessante Sprüche und die übliche fortschrittliche Denkweise der Chinesen etabliert und werden in einer Großgeschichte verpackt serviert, die mit Sicherheit jeden Zuschauer auf seine Weise packen wird. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, wieso es derart positive und hochkarätige Filme nicht öfters auf die deutschen Leinwände schaffen, denn das Publikum ist doch längst da und das Interesse groß, solche Filme sehen zu wollen. Zumindest sind die Anime-Night-Säle fast immer ordentlich voll und zuweilen auch schon mal vollkommen ausverkauft.

Tut euch also selbst einen Gefallen und lasst diesen Tag im Zeichen des Lebens stehen, indem ihr nicht nur die (Nicht)Kirche eurer Wahl, sondern danach noch ein Lichtspielhaus aufsucht und euch auf die Reise begebt, die euer Leben ändern wird.

Unterhaltung, Spannung, Spaß, Farben, Formen, Licht, Reize, Sanftheit, Liebe und ein wahnsinnig cooler Zeichenstil sind das, was euch hier u.a. geboten wird. Und dabei ist man eben nicht voll in die Geek-Nische getreten, sondern spricht durch die doch relativ „bodenständige“ Zeichenart und die Abwesenheit völliger Skurrilitäten dann doch ein größeres Publikum an als nur die eingeschworene Anime-Fangemeinde.

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt nicht so lange rum, sondern nutzt diesen Tag heute und geht in die Kinos.

Morgen ist nämlich schon alles vorbei und die Chance verstrichen, den Big Screen als Location für diese tolle Erzählung zu nutzen. Auch China kann nämlich „Anime“ und die verborgenen Weisheiten für sich selbst daraus zu entdecken und zu entfalten zählt für mich immer noch zu den lebensbereichernden Dingen, die man Filmen abgewinnen kann.

Dies hier ist einer, der dafür ausreichend Stoff bietet und der das Potenzial dazu hat, der nächste größte Hit zu werden. Und ihr wart dann dabei… wenn ihr heute ins Kino geht und ihn euch anschaut!

Nachspann
✅ Bitte nicht rausgehen, hier folgt noch eine Sequenz.

Kinostart: 03. Februar 2019

Original Title: Dayu haitang
Length: 105 Min.
Rated: FSK 6 | PG-13

Plötzlich Familie

© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Dass ich das noch erleben darf … Plötzlich Familie – ja, schon der Titel schreit nach „Just another one“. Mark Wahlberg – auch nicht unbedingt DER Garant für gelungene Comedy… dann irgendwelches Familiengeraffel mit Kindern – eigentlich meistens nur nervig und klischeebehaftet. Und ein .trailer mit “Die Presse ist sich einig…“ – braucht‘s mehr um ein schlechtes Gefühl zu haben?

Schon in der Vorschau im Kino waren die Lacher garantiert und man spürte die Anflüge von „Das könnte echt was werden“ – aber dann das?

Du siehst den Film, kringelst dich am Boden vor lachen und diskutierst hinterher im Foyer mit anderen darüber auf der Suche danach, was daran jetzt kritikwürdig wäre und findest… nichts!

HAMMER!

Dieses Ding hat einen Plot zum Niederknien! JEDER Gag ist einfach absolut gelungen, man feiert sich nicht selbst und zelebriert das, was jeder schon zum ersten Mal verstanden hat, noch 100x in Zeitlupe, sondern lässt das Publikum lachen während man straff am Geschehen weiterarbeitet und einfach noch mehr Gags aufs Volk runter regnen lässt. Die Charaktere allesamt meisterhaft gecastet – der Witz, die Nebenfiguren, die Ideen, die Kulissen, keine Schleimereien, keine Tränendrüsendrückerei, selbst in dramatischen Momenten schafft man es noch, mit Humor zu punkten und die Szenen so aufzulockern, dass sich niemand vors Knie gestoßen fühlt ohne sich dabei von den üblichen Regeln gängeln zu lassen.

Erzieherische Werte, Vorbildfunktion ohne uncool zu sein, Frische, Pep, Jugendprobleme, Erwachsenenprobleme und etwas ganz besonderes: Ehrlichkeit!

Dieser Film macht einfach nur WOW!

Und ja, ungefähr alle 10 Sekunden wird eine Steilvorlage für schlechte Witze geliefert und NICHT ausgenutzt, sondern man hält das Niveau und bricht wirklich KEIN EINZIGES MAL ab und landet doch wieder im Keller der schlechten Komödien, sondern liefert erstklassige Unterhaltung und eine wahre Geschichte oben drauf!

Ladies, Gentlemen und was noch alles so da draußen rum wandelt: Kino!!! Und zwar zackig!

Wer das hier verpasst – egal, ob Familienmensch, Kinderhasser, Single oder frisch verliebt: Ihr MÜSST diesen Film sehen oder ihr verpasst etwas großartiges!

.kinoticket-Empfehlung: Noch nie habe ich erlebt, dass ein Drehbuch und Plot so derart ausgereift und formvollendet war – und das in einer Komödie – der schwersten Form der Unterhaltung überhaupt!

Ohne Scheiß: Hier dran gibt es wirklich GAR NICHTS auszusetzen – das ist die perfekteste Komödie, die ich in meinem Leben je gesehen habe! Und das, obwohl eigentlich alles danach schreit, dass das gar nicht sein kann… Kann es! Plötzlich Familie ist der erstklassige Beweis dafür.

GEHT! REIN!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 31. Januar 2019

Original Title: Instant Family
Length: 119 Min.
Rated: FSK 6

Beautiful Boy

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© 2019 NFP marketing & distribution

Sich mit den Dingen einfach mal auseinanderzusetzen, ohne dabei auf bekannte Ansichten und Gedankenprogrammierungen zurückzugreifen … eine Aufgabe, der sich viele überhaupt nicht stellen wollen, weil sie schon mal gar nicht wissen, dass das überhaupt geht. So viele Menschen haben ihr vorgefertigtes Bild, was bestimmte Menschen und Dinge angeht und sie lassen sich davon auch überhaupt nicht abbringen.

Dabei geht völlig unter, dass nie jemand gefragt hat, woher diese Ansichten überhaupt kommen, wer sie in die Welt gesetzt hat, ob sie heute noch gültig und überhaupt gerechtfertigt sind oder nicht, sondern völliger Humbug. Stichwort: Vorurteile.

Aktuell erleben wir immer noch, wie berühmte Vorurteile sich die Wege durch die Gehirnbahnen verschiedener Menschen graben und dort jede Menge Unfug und Dummheiten verzapfen, die sich dann als geistiger Dünnschiss den Weg zurück in die verbale Welt erkämpfen und überall ihre dünnflüssige Suppe an Idiotie verbreiten und permanent die Wahlergebnisse beeinflussen.

Dass so etwas Schaden anrichten kann und sogar Menschen das Leben kosten, haben wir aktuell alle schon erlebt und gesehen. Dass man diese Richtung auch ändern und alles zu etwas Positivem entwickeln kann, wisst ihr spätestens jetzt, denn: Man kann, darf und sollte solche Einstellungen und Gedanken hinterfragen und ihre Richtigkeit anzweifeln, um zu erfahren, ob die eigene innere Einstellung tatsächlich so unangreifbar korrekt ist, wie man bisher immer geglaubt hat.

Das beste Anzeichen dafür, dass irgendetwas faul an einer Sache ist, ist: Die Verantwortlichen mögen nicht, wenn man zweifelt. Geht in irgendwelche christlichen Ligen, hört ihnen zu und zweifelt dann an, was sie sagen. Je nachdem, wie sie reagieren, werdet ihr merken, wieviel Wahrheitsgehalt in ihren Lehren steckt und ob eigentlich alles nur eine große Lüge ist und jeder von vornherein verdammt wird, der es nicht kommentarlos schluckt.

Genau das gleiche betrifft nicht nur Religion, sondern auch Menschengruppen, Kulturen, Verhaltensweisen, gesellschaftliche Rituale usw. – und eben auch das, was in Beautiful Boy thematisiert und in eine völlig neue Korrelation gestellt wird. Mir haben die Ansätze, derer man sich hier bedient, unglaublich gut gefallen, weil das tatsächlich Fragen sind, die selbst ich mir niemals gestellt habe und die den Horizont und das Denken derart erweitern, dass die Erkenntnisse förmlich ins Hirn sprudeln und man als geistig bereicherter Mensch den Kinosaal wieder verlässt.

Mit solch einer positiven Inbrunst und strebender Energie an ein so düsteres Thema heranzugehen und dabei diesen Film hervorzubringen … der Wahnsinn. Und damit meine ich nicht nur das Schauspiel von Steve Carell, der hier mit seinem Charakter ein Vorbild liefert, von dem ich mir extrem viele Nachahmer in der Gesellschaft wünsche.

.kinoticket-Empfehlung: Wer bei den Twist-Erleuchtungen dieses Films keine feuchten Augen kriegt, dem kann ich auch nicht weiter helfen.

Gegen die offensichtliche Inbrunst, jedwede Vorurteile des Menschen anzugehen und sie mit Vernunft, Klarheit und aufstrebendem Willen zu besiegen, kommt auch kein Kritiker an: Steve Carell liefert hier Vorbildfunktion und erzählt eine dramatische Geschichte, die aus den tiefsten Höllen des Menschen die besten Seiten hervorkehrt.

Beautiful Boy ist ein leuchtendes Beispiel dafür und sollte von euch bis ganz zuletzt ausgesessen werden.

Nachspann
✅ So poetisch war garantiert noch kein Abspann – bleibt sitzen, auch wenn nicht gleich was passiert!

Kinostart: 24. Januar 2019

Original Title: Beautiful Boy
Length: 121 Min.
Rated: FSK 12

Bumblebee (3D)

© 2018 Paramount Pictures Germany GmbH

Inzwischen läuft der Streifen schon ne Weile und er wird von euch völlig zu Unrecht durch Nichtbesuchen abgestraft: Dem müssen wir langsam mal etwas entgegen wirken.

Viele haben sich von der Transformers-Tour der letzten Jahre etwas abschrecken lassen: Die Kombination Shia LaBeouf und Megan Fox hatte ja noch so ihre Reize, aber mit den Teilen 4 und 5 hat man es actiontechnisch dann echt übertrieben und die Menschen mehr oder weniger in die Enge getrieben, was bei vielen wohl für Überdruss an der Filmreihe über Hasbro-Spielzeuge geführt hat. Logisch, was soll noch groß kommen und die Realität sieht leider oft so aus, dass diese Art Film eben im falschen Kino angeschaut wird, was dann kein Genuss, sondern bloße Enttäuschung ist.

Dafür sind die meisten Dorfklitschen schlichtweg zu klein bzw. werden selbst in den Städten diese Titel oft nicht in den angemessenen Sälen präsentiert, was diese Filmreihe zusätzlich drückt, da diese Filme tatsächlich nur laut und groß und in 3D wirken und popcornmäßig Spaß machen.

ABER – und das ist das große ABER: Dieser Titel hier heißt Bumblebee und nicht: „Transformers 8 – Bumblebee“ oder sowas … man könnte also gut und gerne sagen, dass dieser Film erstmalig rein gar nichts mit Autobots und Decepticons zu tun hat, sondern etwas völlig anderes ist, obwohl diese Tierchen darin auftreten.

Fakt ist: Man hat endlich (!) gemerkt, dass mit stupider Action auf Dauer kein Geld zu machen ist und es die Leute zunehmend langweilt und hier echt richtig seine Hausaufgaben gemacht und Drehbuchautoren an das Game herangelassen, die sich nach Lust und Laune austoben durften. Und was dabei rausgekommen ist, ist echt ein sensationeller Film mit tollen Dialogen, einer wunderbar austarierten und liebevollen Geschichte, die fast schon vor Anmut und Herzwärme erstrahlt.

So viel Liebe, Mitgefühl, Normalität und Austariertheit kennt man schlichtweg nicht im Zusammenhang mit Transformers, dazu paaren sich sensibel erzählte Witze und eine absolut … ja … romantische (?) Story, die mehr oder weniger schon halb zu der Herzlichkeit an Weihnachten passt, weswegen der Starttermin gar nicht so doof gewählt ist.

Leider merkt dies der Zuschauer erst, wenn er bereits in dem Film sitzt und muss die Kaufentscheidung aber lange davor treffen – und dazu reichen weder .trailer noch andere Vorabinformationen aus, um ihn dazu zu bewegen.

Man könnte sagen: Michael Bay gibt die Schablone und zeichnet aus, wie die Transformer aussehen sollen, wobei auch hier ein wunderbar 80s-lastiger Look und nostalgischer Charme aufgespielt wurde. Steven Spielberg bringt seine BFG – Big Friendly Giant-Avancen mit ein und jemand anderes schreibt dazu das Drehbuch und liefert grandiose Dialoge. Dieser geniale Mix bringt’s einfach und macht aus Bumblebee den besten Transformers aller Zeiten, obwohl er eigentlich gar keiner sein möchte.

Hier werden nämlich noch ganz andere Dinge völlig richtig gemacht: Klischeerollen nicht besetzt, Menschen nicht die absolut dämlichsten Worte in den Mund gelegt, um sie wieder in diese Schubladen zu pressen, eine völlig unbefangene und tolle Freundschaft aufgebaut und viele der üblich-bekannten Actionfilm-Fehler nicht begangen: Hier stehen die Soldaten eben nicht einfach, nachdem sie von Betonklötzen erschlagen wurden, eigenhändig wieder auf und laufen, als wäre nichts gewesen … selbst in diesen Dingen hat man sich ein wenig Gedanken gemacht und es „realistischer“ gestaltet, was dem Film zusätzlich sehr viel mehr Glaubwürdigkeit und Ehre verleiht.

Bee hatte schon in den alten Teilen die Avancen dazu, „menschlicher“ zu sein als die anderen und in seinem eigenen Film kriegt er jetzt einfach vollkommen Spielraum, stiehlt dabei einer grandiosen Hailee Steinfeld nicht die Show und lässt sie ihre Geschichte erzählen. Und die ist den Kauf eines .kinotickets allemal wert!

.kinoticket-Empfehlung: Es ist KEIN Transformers-Film – also lasst eure Vorurteile nicht eure Entscheidungsfreiheit trüben!

Die drei magischen Worte lauten: GROSSE Leinwand, LAUTE Anlage und 3D-BRILLE auf dem Kopf! Aber nicht, weil das wieder eine martialisch-bestialische Actionschlacht wird, sondern weil Filme wie dieser da einfach laufen. Das hier? Romantik, Feingefühl, Liebe und wahre Freundschaft. Weit weg von all dem, was Transformers früher geliefert hat – und damit wahrscheinlich der beste Transformers aller Zeiten.

Lasst euch den nicht entgehen!

Nachspann
❌ Den Song sollte man mitnehmen, der im Übrigen als Soundtrack generell grandios ausgewählt ist – neue Szenen kommen aber keine mehr.

Kinostart: 20. Dezember 2018

Original Title: Bumblebee
Length: 113 Min.
Rate: FSK 12

Tabaluga – Der Film

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© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Peter Maffay zählt zu den Miterfindern der Zeichentrickfigur Tabaluga, die seit 1983 die Kinder begeistert und dadurch Generationen durch ihre Kindheit half.

Kein Wunder, dass diese Erfolgsgeschichte nun auch einen eigenen Kinofilm bekommt: Tabaluga – Der Film mit Michael Bully Herbig, Wincent Weiss, Rufus Beck, Heinz Hoenig, Yvonne Catterfeld und Rick Kavanian in den Hauptrollen.

Nun scheiden sich bei solchen Großprojekten, die so viele Generationen umfassen, meistens die Geister: Die älteren bejammern, dass nicht alles gleich ist wie damals, dass man auf neue Technik setzt oder verschiedene (elementare) Dinge anders ausgestaltet und eben vom Original abweicht, während jüngere eine oftmals weniger kritische Meinung äußern, oft wegen Nichtwissens älterer Fakten oder weil sie den Film eben einfach unvoreingenommener bewerten als die, die damit groß geworden sind.

Und das ist (und wird vermutlich) auch immer ein “Problem” bleiben, was ich aber gar nicht mal so dramatisch auffasse: Tatsache ist, dass Tabaluga – Der Film als eigenständiges Projekt eine tolle Geschichte erzählt, die Kinder als Neulinge gefangennehmen kann und trotzdem genügend Nostalgie-Essenz enthält, damit sich die Älteren nicht gänzlich verloren im Kino fühlen.

Dass dabei auch auf die Songs von Peter Maffay gebaut wird und man quasi das Musical verfilmt, ist für mich ein weiterer Meilenstein der “Andere-Kunstformen-auf-die-Leinwand”-Anstrengungen, die seit geraumer Zeit bemüht werden.

Die Animationen, auf die man hier gesetzt hat, sehen top aus und zeugen tatsächlich von Können und bereichern dadurch die Geschichte durch die Prise Professionalität, die anderen Kinderfilmen oft noch fehlt.

Lobenswert erwähnt werden muss auch: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH und die Produzenten des Films spenden 10% der Leihmiete an die Peter Maffay Stiftung und setzen sich damit gemeinsam für Werte wie Freundschaft, Empathie und Respekt ein und fördern Kinder mit schwierigen Vergangenheiten, damit diese zu neuem Selbstwertgefühl finden.

Damit schafft man einen Kinofilm, der sowohl diese Werte präsentiert und gleichzeitig auch Taten im Hintergrund, die das Gesagte vorleben und jedem dabei helfen, aktiv etwas zu tun… einfach, indem man ins Kino geht und sich diesen Film anschaut.

Und so etwas ist großartig! Wer gerne mehr darüber wissen möchte, findet hier nähere Infos: https://petermaffaystiftung.de/.

.kinoticket-Empfehlung: Ein mittlerweile 35jähriges Projekt erhält seinen eigenen Kinofilm und begeistert damit die neuen Generationen.

10% der Leihmiete (Einnahmen durch die Kinos, die an den Verleih gehen) gehen via Sony & Produzenten an die Peter Maffay Stiftung und kommen somit Kindern erneut zugute – und damit tut der Film, was er auf der Leinwand selbst lehrt, direkt schon im Hintergrund – ein tolles Unternehmen, vor dem ich auf jeden Fall meinen Hut ziehe!

Nachspann
❌ ist zwar cool in 3D, braucht aber nicht ausgeharrt zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Tabaluga – Der Film
Length: 90 Min.
Rate: FSK 0

Anna und die Apokalypse

Anna und die Apokalypse

© 2018 Splendid Film GmbH

 

Ernsthaft? Die Idee ist großartig! Alljährlich wird man zugemüllt mit Weihnachtsmovies der immer gleichen Sorte und ertrinkt fast in Romantik und Kitsch! Anna und die Apokalypse wartet als Musical mit einer total verblödeten Story auf, die aber zusätzlich ein Genre ins Spiel bringt und damit als “Zombie-Weihnachts-Musical” auf dem Plan steht.

Dafür? Chapeu!

Zombiefilme sind inzwischen genauso Massen-Mainstream, den niemand mehr sehen will und kann und jetzt mit Konstrukten wie “Rom-Zom-Com” um sich werfen zu können ist derart verrückt, dass es fast schon wieder Spaß machen könnte.

Für meinen Teil dauerte es ein wenig zu lange, bis der Titel den roten Kleister ausgepackt hat und den letzten ernsthaften Zombie-Movie habe ich vor meiner Reinkarnation gesehen, ergo sollten die Erwartungen ebenfalls in Grabesnähe dümpeln und keineswegs emporsteigen.

Tatsache: Das Ding ist so dämlich, dass man tatsächlich mehrfach damit beschäftig ist, ob der Dummheit zu lachen und sich insgeheim richtig geil unterhalten fühlt. Dabei wartet man mit typischen La La Land-Manieren auf und bringt dabei den obskuren Witz eines 90er Jahre Zombieslashers mit ins Spiel, was absolut absurd wirkt und der Geschichte ein wenig Würze verleiht.

Dazu entwickelt der Streifen in den ersten Folgeminuten einen tiefschwarzen Humor, der förmliche Lachsalven in den Kinosaal wehte und sowohl jung als auch alt dazu zwang, Zwerchfelltraining zu betreiben! Diesen Humor hätte ich mir ausgebaut gewünscht und dabei noch ein zwei Spitzen mehr in den Plot eingebaut. Jedoch merkt man sehr schnell, dass die Luft ziemlich dünn wird und anschließend nicht mehr viel zu erwarten ist.

Damit pendelt sich das Niveau im ersten Teil schon ziemlich ein, was sich dann bis zum Schluss durchträgt und weder besser noch schlechter wird. Wer damit kein Problem hat, darf sich dieses Jahr zu Weihnachten mal über einen abnormalen Film freuen, der von Weihnachtskitsch nicht viel übrig lässt und eine völlig neue Humbug-Variante ins Spiel bringt, die als Idee – wie anfangs schon erwähnt – echt grandios ist.

 

.kinoticket-Empfehlung: Tolle Idee mit teils grandiosen Gags, die aber relativ schnell absacken und gegen Ende des Films nichts mehr wirklich vorhalten.

Man könnte meinen, es handelt sich um ein wahnsinnig professionell gestaltetes Studentenprojekt, zumindest, was das Plotniveau angeht, auch wenn die Optik dazu viel zu geil aussieht. Die Jokes sind neu und die Idee ist zum Abfeiern, jedoch hätte ich mir wesentlich mehr zynischen Humor gewünscht und vor allem zum Ende viel mehr Biss.

Als Weihnachts-Alternative auf jeden Fall zu gebrauchen, schraubt eure Erwartungen aber nicht höher als die Leichen in den Gräbern.

 

Nachspann
✅ ist animiert, man braucht also nicht gleich raus rennen.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Anna and The Apocalypse
Length: 92 Min.
Rate: FSK 16 | R

25 km/h


© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

Viele können sich unter dem Titel schwer was vorstellen und meine Prognose war: Sämtliche Autofahrer werden mit diesem Film anfangs ihre lieben Schwierigkeiten haben.

25 km/h – mancher Fahrradfahrer ist schneller, denn das ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Mofas, die auf der Straße allerorts gehasst sind und die deshalb kaum jemand fährt. Ich zähle zu den “kaums”, weil diese Kategorie für mich nicht in die Abzocker-Vereinigung gehört, zu denen ich überteuerte Führerscheine und noch überteuertere Fahrzeuge zähle. Wie viele Menschen leben und arbeiten, rein um ihre Wohnung und ihr Gefährt zu unterhalten, für mich ist dieser Spaß mit 50 € im Jahr gegessen und ich komme – dank Öffis – trotzdem voran und bin auch auf dem Land die paar Kilometer zum nächsten Bahnhof nicht aufgeschmissen.

Was die Touren angeht, die weit über das “Ja, das ist noch machbar” hinausreichen, habe ich auch schon genügend Erfahrungen gesammelt, indem ich z.B. mehrfach mit dem Mofa von Kempten nach Augsburg oder München und zurück gefahren bin und daher weiß, was es heißt, wenn man mal 8 Stunden am Stück auf so einem Teil sitzt und durch strömenden Regen bei Nacht und Gewitter fährt.

Eben jene Personen, die das gemacht haben, haben während dem ganzen Film schon ein Grund-Schmunzeln im Gesicht, weil all diese Dinge, die man als ambitionierter Mofa-Fahrer so erlebt, genau in diesem Film vorkommen und man sich sowas von verstanden damit fühlt.

Alle anderen haben erstmal extreme Schwierigkeiten, auf dieses “langsame Niveau” zu steigen, weil es erstmal ein wenig dauert, bis man damit klar kommt, dass alles eben etwas gemütlicher und sinnlicher von statten geht und man nicht wie die gehetzten Schweine mal eben quer durch Deutschland kommt.

Auch hier hat man meiner Meinung nach vieles richtig gemacht: Man lässt sich Zeit, man übt sich in tollen Dialogen, man spricht Dinge aus, die andere Filme eloquent wegcutten, man spricht Wahrheiten, die sich sonst nie jemand zu sagen gewagt hätte. Überhaupt ist dieser Film unfassbar dialoglastig und unglaublich ernst, was man einem Ernie-gebrandeten Bjarne Mädel sofort abkauft, womit der aber auch unglaublich erstaunt. Überhaupt wartet der Film mit einigen toll besetzten Rollen auf und wer es geschafft hat, bisher den .trailern zu entgehen, dürfte die ein oder andere Überraschung im Film erleben.

Was auch unglaublich gelungen ist, sind die Takes und Kameraeinstellungen: Für deutsches Kino absolutes Hochniveau! Man fährt hier zu Taten auf, die fast an oscarverdächtige Hollywood-Produktionen grenzen mit unglaublich beeindruckenden Bildern, Settings, Takes und Silhouetten, die dir schlichtweg den Atem rauben! Chapeau an den Macher, der dafür verantwortlich war!

Das Ende ist dann etwas in die Art, wie es im ZDF-Buche steht, all das tut dem Gesamtwerk aber keinerlei Abbruch, weil die gute Stimmung dadurch weder verloren geht, noch der Film an sich schlechter wird. Vielmehr vermisst man eigentlich nur den Oscar-Paukenschlag, der aus diesem Ding dann ein Ultimativum macht und es zur Allzeit-Koryphäe erhebt. Die bleibt aus, der Rest des Films ist aber sehr wohl brauchbar und erinnert auch in vielen Punkten an andere große Filme.

 

.kinoticket-Empfehlung: Wunderschönes, deutsches Kino mit Bildern und Kamerafahrten, die oscarreif sind!

Dialoge, Ernsthaftigkeit, Plot, Selbstfindungstrip und alles drumherum ist großartig gestaltet und lässt die Zuschauer mitlachen, emotional werden und liefert ihnen einen tollen Film, der bis zum Schluss großartig unterhält und viel Comedy bereithält.

Der Schluss sackt durch die “typisch ZDF“-Plotenden etwas ab, zerstört den Film aber dadurch nicht, sondern hinterlässt trotzdem ein wahnsinnig gutes Gefühl beim Wieder-aus-dem-Saal-spazieren.

Daumen hoch – davon dürft ihr gern mehr bringen!

 

Nachspann
❌ folgt ohne weitere Szenen oder Boni. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 31. Oktober 2018

Original Title: 25 km/h
Length: 116 Min.
Rate: FSK 6

 

25 km/h ist auf großer Kinotour in Deutschland unterwegs!

Die Tour ist inzwischen in vollem Gange und kann von euch noch bei folgenden Events besucht werden:

30. Oktober 2018 – Köln
18:00 Uhr – Filmpalast (mit Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Oliver Ziegenbalg)
20:00 Uhr – Residenz (mit Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Oliver Ziegenbalg, Wotan Wilke Möhring und evtl. Sandra Hüller)

31. Oktober 2018 – München
19:30 Uhr – Mathäser Filmpalast (mit Bjarne Mädel, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

01. November 2018 – Ingolstadt / Nürnberg
17:15 Uhr – Cinestar /
20:30 Uhr – Cinecitta (mit Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

02. November 2018 – Stuttgart / Leonberg
18:00 Uhr – Metropol /
20:15 Uhr – Traumpalast (mit Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

03. November 2018 – Frankfurt am Main
18:00 Uhr – Harmonie Kino
20:30 Uhr – CineStar Metropolis (mit Bjarne Mädel, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

04. November 2018 – Leipzig
18:00 Uhr – CineStar (mit Sandra Hüller, Markus Goller, Oliver Ziegenbalg)

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