Wer einmal ein Bollywood gesehen hat, hat entweder für immer damit abgeschlossen, oder seine Liebe daran gefunden. Ich bin zwiegespalten, was das angeht. In der Vergangenheit war ich mehrfach beeindruckt von dieser Art Film, seiner epischen Größe und der unglaublichen schauspielerischen Leistung, die man hier eingebracht hat.
Mit Tubelight geht wieder solch ein Titel an den Start, der in seiner Ernsthaftigkeit zwar schon leicht am türkischen Kino kratzt, jedoch niemals so ausfallend und absolut schräg wie dieses Land in cineastischer Hinsicht wird. Damit hat man Hauptdarsteller, die zwar die ganze Zeit über rum blödeln, Songtexte, die für sich einen Beitrag wert wären bezüglich inhaltlicher Fragwürdigkeit, dafür aber ein absolut stimmiges Gesamtkonzept und eine Botschaft, die wieder in den Untiefen des indischen Glaubens und dessen Weisheiten gräbt und Erstaunliches zutage fördert.
Und genau das rechne ich diesem Werk hoch an: Die behutsame und trotzdem unterhaltsame und spaßige Heranführung an diese durchaus expliziten und wichtigen Lebensweisen, denen wir auch in unserer westlichen Kultur etwas mehr Aufmerksamkeit beikommen lassen sollten, um generell ein besseres Leben führen zu können.
Solcherlei Gedankengut dümpelt in den Köpfen höchstens als fernes geschichtliches Konstrukt rum, das in der aktuellen Zeit keinerlei größerer Beachtung mehr bedarf, Tubelight zeigt aber genau das Gegenteil.
So kann man jetzt über die gelungene oder misslungene Darstellung von Salman Khan und Soheil Khan diskutieren, oder sich einfach auf das besinnen, was dieses Werk einem positiv mit auf dem Weg gibt: Die subtile, tiefgründige und umso wertvollere Botschaft in ihrem Kern daselbst.
 

.kinoticket-Empfehlung: Lasst euch von dem Wörtchen “Bollywood” nicht abschrecken, denn auch hier findet ihr wieder einen Film, der in meinen Augen absolut sehenswert ist.
Klar, sollte man mit den Grundpfeilern dieser Filmform zurechtkommen und keinen absoluten Hass hegen – oder man lässt sich einfach darauf ein, löst ein .kinoticket und lässt sich von dem, was da kommt, einfach überraschen. Wer weiß, vielleicht ist hinterher der ein oder andere ja gar nicht mehr so enttäuscht, wie vielleicht erwartet?

 
Nachspann
kommt keiner, man darf also wieder ans Tageslicht.