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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Laurence Fishburne

Ant-Man and the Wasp (3D)

Auf den Werbeplakaten wird von dem “nächsten großen Blockbuster nach Avengers: Infinity War” gesprochen und wahrhaftig hab ich mir schon seit einiger Zeit meine lieben Gedanken gemacht, wie man dieses monströse Meisterwerk jetzt noch toppen und daraus etwas erstrebenswert Sehenswertes machen möchte. Und mich immer wieder mit den Worten beruhigt: “Es ist Marvel – die wissen seit langem ganz genau, was sie tun.”
Und so ist es. Klar schiebt die PR-Abteilung irgendwelche .trailer außer Haus, klar muss man irgendwo anfangen, die Leute wieder zu ködern, aber das wäre in meinen Augen gar nicht nötig gewesen, weil da längst nicht aufgefahren wird, was der Film letztendlich liefert: Das pure Vergnügen und so einen gigantischen Plot, dass die Leinwand sich förmlich auflöst und man vergisst, dass man auf dieser Welt und dazu noch in irgendeinem Kino sitzt.
Man ist mittendrin. Seit langem ist klar, dass Marvel weiß, wie 3D richtig zu funktionieren hat. Und seit langem ist klar, dass Marvel-Filme nicht zu der Spezies gehören, die entweder mit grandiosen Effekten ODER mit einem vergötterbaren Plot daherkommen, sondern die Macher wissen beides perfekt miteinander zu verschmelzen und werfen damit genau das auf den Screen, das ich bei Jurassic World: Das gefallene Königreich erwartet und gewünscht hätte.
Es ist der Hammer! Der zweite Teil dieser Mini-Filmreihe innerhalb des MCU heimst natürlich automatisch die Vorschusslorbeeren durch den perfekten Cast und die irre geile Zusammenstellung von Charakteren ein und wieder einmal hat man so überhaupt nicht das Gefühl, dass hier mit Ach und Krach weiter gevögelt wurde, sondern der Humor quillt förmlich aus allen Ritzen und man spürt überdeutlich, wie viel Freude die Darsteller bei ihrem Tun hatten.
Der damals von mir beklagte Was-sollen-wir-eigentlich-noch-hier, den man in Avengers – Age of Ultron noch deutlich spüren konnte, ist längst weg. Er wurde schon vom ersten Ant-Man dahingerafft. Dieser neue Charakter entpuppt sich langsam als Neuentdeckung der Coolness eines Tony Stark, was durchaus geschichtliche Konsequenzen haben dürfte, da die ganze Stammhorde ja nun durch Infinity War leicht angekratzt ist und man hier jetzt Geschütze auffährt, die das Fortbestehen von Gänsehautmomenten im Kinosaal garantieren dürften.
Ja, ich steh auf ihn. Ja, mir sagt diese Form des Humors absolut zu. Ja, Marvel fährt wieder in Hochform auf und lässt sich überhaupt nichts davon anmerken, dass jeder meinte, nach dem Vorgänger ist jetzt Schluss, weil das Ding nicht mehr zu toppen wäre.
Und es ist bezeichnend, dass gerade die “Kleinsten” ganz groß werden.
Mein Rat an alle, die Filme mögen, ist daher: Scheiß drauf, was die .kinotickets kosten, scheiß drauf, ob ihr Zeit habt oder nicht, scheiß drauf, was ihr von Vorgängerteilen hieltet oder welche Aversionen ihr gegen amerikanisch produzierte Blockbuster-Monster hegt: Gönnt euch Ant-Man and the Wasp in 3D im größten Kino weit und breit, dass ihr finden könnt und habt dabei genauso extrem viel Spaß, wie ich es bereits hatte.
Wirst du ihn dir nochmal ansehen?” wurde ich nach der Pressevorführung gefragt.
Jeder freie Filmslot ist für Ant-Man and the Wasp reserviert.” Natürlich werde ich ihn mir nochmal ansehen. Und nochmal. Und nochmal. So oft ich eben kann und so lange das Ding in den Kinos läuft. Und wenn ihr genau das tut … und dann bis ganz zum Schluss sitzen bleibt … dann werdet ihr von allein verstehen, warum.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn einer der Kapital-Giganten kapiert hat, wie man ordentliches Kino produziert, dann die Marvel Studios.
Verdient Kohle damit, so viel ihr wollt. Lasst euch von nichts und niemandem reinreden und macht einfach weiter mit dem, was ihr die ganze Zeit schon tut. Never change a running system. Und an Disney: Lasst Marvel einfach tun und schreibt ihnen nichts vor. Besser als jetzt wird es nicht! Die Jungs und Mädels garantieren dafür, dass auch große Produktionen mit Geist und Hirn gefüllt sein können und das Wörtchen “Blockbuster” nicht automatisch mit “Plot-Rohrkrepierer” zusammenhängt. Diese Eleganz, mit der man sich hier durch die infantil-wunderschönen Comedy-Momente schlängelt und dabei das ganze Equipment menschlicher Emotionen durchpflügt, ist einzigartig in der Filmwelt zur Zeit und ich bete und hoffe, dass dies zu meinen Lebzeiten für immer so bleiben möge.
Steht Marvel drauf, ist Gutes drin! Einfach drauf verlassen und reingehen!

 
Nachspann
✅ Es ist ein Marvel. Also ja. Und zwar bis ganz zum Ende!
Kinostart: 26. Juli 2018

Passengers (3D)

Ich höre schon die Plot-Eulen am Horizont rumschreien … aber mal der Reihe nach.
Ein jeder erinnert sich noch an das sagenumwobene 2-Mann-Werk, welches von Hollywood gefeiert wurde und neben Avatar – Aufbruch nach Pandora einen erneuten 3D-Hype auslöste, der diese hinter den Zäunen gefeierte Technik innerhalb der Filmwelt mit einem Pro-Argument mehr ausstattete – Gravity?
So manch böse Zunge könnte nun behaupten, dass hier ein zweiter Teil vorliegt, denn viele Komponenten scheinen laut Trailer eindeutig zu passen. Das mag auf den ersten Blick wohl auch stimmen, doch der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass der Filmtitel in der Mehrzahl geschrieben ist, was gleich die erste Abweichung von besagtem Schein-Vorbild ist.
Was mich angeht: Ich liebe das Weltall. Mit all seinen Facetten. Als Horror, als Action, als “unendliche Weiten” – mit Reisen ins Universum kann man mich fast immer einfangen. Demnach hatte man mich schon bei dem ersten Blick auf das Raumschiff im Trailer und der Rest war mir ehrlich gesagt egal.
Ich habe mich auf den Film gefreut. Tierisch.
Und dann kommen die damit!
Ästhetik im Schiffdesign, die sich gewaschen hat. Einem Plot, der die erste Hälfte vom Film so richtig abartig Spaß macht. Immer wieder dazwischen diese unglaublich präzise, anschmiegsame und Lust auf mehr bereitende Schiffsoptik in 3D-Bildern, die selbst Gravity klein machen.
Irgendwann kommt dann der Break und man eröffnet sich einer Actionballade, die meiner Meinung nach gar nicht hätte sein müssen, hätte man die lineare Struktur des ersten Teils einfach gradlinig bis zum Schluss durchgezogen und damit perfekt ein Nischenpublikum angesprochen ohne “am Schluss auch noch die Masse zu befriedigen”.
Dennoch: Ich war beeindruckt. Beeindruckt von der Idee (die es auch in diversen Mangas schon mal gegeben hat – ich weiß), beeindruckt von der Innenarchitektur und dem Design des gesamten Films, beeindruckt von der Durchdachtheit, die bis zur Mitte des Films nahezu perfekt ist. In Anbetracht dessen sehe ich auch gerne über das ein oder andere Manko hinweg, das nicht bis zum Schluss fertig entwickelt worden ist, da sich auch hier so manche Logik- und Denkfehler verbergen. Dennoch bleibt einem im Film kaum Zeit darüber nachzudenken, weil man permanent mit den Darstellern mitfiebert und irgendwo nicht nur das, sondern: Ich kann mich richtig gut in die Lage reinversetzen, weil viele Punkte nicht nur mein persönliches Empfinden zu 100% widerspiegeln, und ich mich dadurch vom Film selbst nicht nur verstanden, sondern umarmt fühle.
Vielleicht rührt auch daher ein wenig meine Beratungsresistenz, was den nicht perfekten Plot angeht und ich überlasse das Heulen den Eulen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein GEDICHT, was die Optik, das Design und das Anfixen der Story angeht.
In der zweiten Hälfte lässt er etwas nach und bricht mit der ruhigeren Schiene, stürzt aber als positiver Eindruck absolut nicht ab, sondern entlässt aus einer Welt bestehend aus wunderschönen Formen, Farben und anschmiegsamer Kunst.
Gibt es die Möglichkeit, das Raumschiff irgendwo zu besichtigen oder sogar dort einzuziehen?

 
Nachspann
Wer auf Zusatzmaterial wartet, tut dies an dieser Stelle vergeblich.

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