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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Kino

Leto (inkl. Gewinnspiel)


© 2018 Weltkino Filmverleih

 

So Leute: Auf euch wartet ein immens wichtiger Film, zu dem es viel zu sagen gibt. Und damit den möglichst viele sehen, hat Weltkino euch 2×2 Freikarten für den Film zur Verfügung gestellt, die unter diesem Beitrag verlost werden.

Kirill Serebrennikow – der Director dieser Erinnerungsnacherzählung von Natalia Naumenko – steht seit dem 23. August 2017 (!) in Russland unter Hausarrest, der es ihm verbietet, weitere Stellungnahmen zu seinem Werk zu äußern und der es ihm u.a. auch verbot, seine eigene Weltpremiere im Rahmen des Wettbewerbs der Filmfestspiele in Cannes zu besuchen.

Er wurde während der finalen Drehaufnahmen festgenommen und hat den Film darum unter Hausarrest fertiggestellt. Künstler wie Cate Blanchett, Volker Schlöndorff und Nina Hoss solidarisierten sich mit ihm und forderten seine sofortige Freilassung.

Ihr spürt, welche Brisanz in diesem Thema steckt? Schaut euch das Plakat an und ratet mal, worum es geht…

Musik, Unterhaltung, Entertainment, das Volk durch Worte und Töne zu bewegen, emotional mitzureißen und dabei nicht vollkommen diktatorisch zensiert zu werden.

Ja, wenn ihr gegen das System seid: Das ist euer Film.

Ich liebe ihn und werde ihn so oft schauen, wie es mir irgendwie möglich ist – denn das trifft genau den Kern auf den Punkt: Der Musik-Style ist der meine, die Botschaften hinter den Texten sind die meinen und der Grundgedanke an die Freiheit künstlerischen Schaffens ist das, wofür ich quasi lebe. Und dieser Film erzählt keinen fiktiven Schwachsinn, sondern basiert auf den Erinnerungen von Natalia, die das damals alles live so erlebt hat und quasi das Portrait der geistigen Gefangenschaft eines ganzen Volkes durch Serebrennikow dokumentiert und über die Leinwände in die Welt hinaus schreit.

Moah, spürt ihr diesen Vibe? Spürt ihr, wie wichtig Kino tatsächlich ist und was für (vom System unentdecktes) Potenzial hierin steckt, freie Gedanken äußern zu dürfen und Wahrheiten entgegen dem Willen einer Regierung doch ans Licht zu bringen und aufzudecken und das weltweit zu können? Welche demokratische Kraft auf diesen Leinwänden zu finden ist und warum es wichtig ist, dass die Menschen bis an ihr Lebensende niemals damit aufhören, Kinos zu besuchen?

All die Unterdrückung, Unmenschlichkeit und immer noch aktuelle Zensur, die durch staatliche Organe vorgenommen wird und Menschen verbietet, ihren Geist frei entfalten zu dürfen und mit etwas positivem zu füllen, wird hier in einem Film präsentiert, der es absolut in sich hat und in meinen Augen auf jede Leinwand gehört, die dieses Land zu bieten hat.

Und lasst euch von unwichtigen Randfakten nicht abschrecken: Dass der Film in schwarz-weiß gedreht wurde, ist für mich oft ein Indiz, etwas distanzierter mit der Auswahl umzugehen und es eher in die hinteren Ränge der “To do”-List zu schieben. Bei Leto hatte ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, dass in diesen Grautönen extrem viel Farbe verborgen ist und dass das einfach so sein muss und nicht anders gehört. Es wäre ein Fehler gewesen, ihn in Farbe zu drehen, weil auch das wieder die Zeitepoche dokumentiert, die Russland damals einfach so erlebt hat und deren Auswirkungen aktuell (siehe Festnahme) immer noch anhalten.

Ich feiere es, wenn irgendwo die Wahrheit gesprochen wird und es mächtige Leute gibt, die diese Wahrheiten ankotzen. Je mehr solche teils weltfremden Personen von Wahrheit angewidert sind, umso wichtiger erachte ich es, dass diese Wahrheiten gesprochen werden. Und genau das tut dieser Film in einer ehrwürdigen Form, die für mich einfach mit einem sensationellen Kinoerfolg gekrönt gehört, der wiederum Aufmerksamkeit auf Serebrennikow lenkt und ihn durch Proteste und andere Reaktionen aus seiner Gefangenschaft befreit.

Das hier ist kein Aufruf dazu, Gewalt anzuwenden oder in anderer Form auszuticken: Es ist ein Aufruf dazu, sich diesen Film anzusehen und darüber in Kenntnis zu kommen, wie es anderswo aussieht. Diese Fakten richten nämlich viele ungeraden Ansichten in den Köpfen der Menschen wieder gerade. Und dass die Welt in Tagen wie diesen so etwas bitter nötig hat, brauch ich ja wohl nicht extra erwähnen oder?

 

.kinoticket-Empfehlung: Eines der wichtigsten Werke, in denen der Kampf um die Freiheit des Geistes weitergeführt wird – das überaus gelungene Portrait einer Gesellschaft, die ihren Geist öffentlich nicht frei entfalten darf.

Filme wie dieser gehören auf die Pflicht-Liste eines jeden Menschen, egal, ob Kinogänger oder nicht: Die Wahrheiten, die hier gesprochen werden, kotzen große Regierungen an. Umso wichtiger ist es, sie weiter zu verbreiten und den Menschen zu sagen, damit die Mehrheit dieser Welt über das Gebaren Bescheid weiß und dementsprechend reagieren kann. Und wenn es nur korrigierte Ansichten im Kopf sind, weil man danach definitiv mehr weiß als vorher.

 

Nachspann
❌ I love the music, mehr Szenen kommen deshalb aber nicht. Wer also rausgehen möchte, dem sei es erlaubt.

Kinostart: 8. November 2018

Original Title: Leto
Length: 128 Min.
Rate: FSK 12

 

G E W I N N S P I E L

Weltkino hat für euch von diesem extrem wichtigen Film 2×2 Freikarten klargemacht, die ich hiermit an euch weiter verlosen darf.

Kommentiert bis einschließlich Sonntag, 11. November 2018 unter diesem Beitrag, mit wem ihr euch den Film gerne ansehen möchtet und ihr seid im Lostopf dabei. Die Gewinner/innen werden anschließend via random.org gezogen und von mir per E-Mail benachrichtigt. Gebt also unbedingt eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann.

Die Freikarten werden dann per Post zugeschickt und können von euch in jedem Kino eingelöst werden, das diesen Film regulär im Programm hat und in der gewünschten Vorstellung noch freie Plätze zur Verfügung stellt. Genaueres erfahrt ihr dann im Anschreiben.

Ich drücke euch die Daumen und wünsche allen viel Glück und lege jedem ans Herz: Geht da rein und schaut es euch an – dieses Movie ist enorm wichtig für eine weitere gute Welt!

Auf der Suche nach Ingmar Bergmann

Auf der Suche nach … Margarethe von Trotta könnte dieser Titel auch heißen, zumindest, wenn man sich die 50% des Films ansieht, die sich nicht mit Ingmar Bergman beschäftigen, sondern mit der Regisseurin Margarethe von Trotta. Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich habe nichts gegen diese Frau. Ich finde nur, wenn man einen Film so nennt wie diesen, sollte man sich dann auch mit Ingmar Bergman und seinen Gepflogenheiten beschäftigen und nicht ständig ellenlange Szenen einbasteln, die sie in ihrer Schönheit durch Paris spazierend zeigen oder sich sonst in einer Form mit ihr beschäftigen.

Auf mich wirkte das stellenweise wie das Insta-Video einer Girl-Clique, die sich selbst feiert und ihren Idolen auf der Spur ist. Als wäre es kein Film von … sondern eine Selbstinszenierung von … und das machte das eigentlich ansonsten hervorragende Werk doch ein ganz klein groß wenig viel kaputt. Die Passagen, die sich tatsächlich mit Ingmar Bergman beschäftigen, sind nämlich spannend und verfolgen einmal den Gang des Films in die Epoche des Kinos und zeigen hier die Anfänge allen Seins, was selbst für unsere Generation heute interessant wäre. Auch, wenn man sich deshalb jetzt nicht zwingend seinen Filmen zuwenden möge (Geschmackssache), so ist doch der Ursprung allen Seins aus kinotechnischer Sicht definitiv einen Einblick wert.

Die andauernden Narzissmus-Phasen stören dabei halt gewaltig. “Uh, yeah, dort haben wir das, und da haben wir das … und geil war’s” – so etwas kennt man heute tatsächlich von Best Buddies, die zum Tomorrowland-Festival reisen und sich selbst dabei aufnehmen. Ganz nett, wenn man so etwas sehen möchte, dann ist aber der Titel gewaltig irreführend und diese Selbstdarstellung ist nicht nur mir negativ aufgefallen.

Sollte man sich beim Kauf des .kinotickets also für diesen Titel entscheiden, dann mit dem Wissen, dass hier zwei Persönlichkeiten großartig im Vordergrund stehen. Wer’s positiv sehen will, bekommt eben gleich zwei zum Preis von einem – dafür dann jeweils nur halb so lang.

 

.kinoticket-Empfehlung: Selbstinszenierung meets hervorragende Recherche über Ingmar Bergman.

Das Werk liefert spannende Einblicke in die anfänglichen Entwicklungen des Films hin zum Kino und durchmischt sich mit girliehaftem Erinnerungsgeplänkel über alte Zeiten, die ein Massenpublikum kaum interessieren dürften. Aber wer weiß, vielleicht releast Frau von Trotta das Ding ja nicht auf Blu-ray, sondern in ihrem Instagram-Kanal, da wäre sie dann der absolute King mit ihrem Werk. Wir werden sehen.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, hier folgen keine Szenen oder Bilder mehr.

Kinostart: 12. Juli 2018

Original Title: Searching for Ingmar Bergman
Length: 99 Min.
Rated: FSK 12

Frohe Weihnachten 2017 (+ Weihnachts-Toplist)

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Was für ein fulminantes Jahr!
Doch ich möchte mich gar nicht in Rückblicken verzweigen, sondern alle neuen Besucher herzlich willkommen heißen. Mein Dank gilt gleichermaßen allen treuen Freunden dieses Blogs – es ist der Wahnsinn, was ihr mittlerweile aus diesem Projekt gemacht habt.
Ein ganz ganz großes Dankeschön geht auch an all die unermüdlichen Helfer und Presseveranstalter, die mit ihrem intensiven Einsatz und ausdauernder Arbeit dafür sorgen, dass jeder von uns immer mehr Filmmaterial zu Gesicht bekommt. Ich habe mich im vergangenen Jahr über jede einzelne Einladung gefreut, auch wenn ich längst nicht jede wahrnehmen konnte.
Und natürlich geht ein dickes, fettes Danke an all die großartigen Filmemacher, denen wir unfassbar viele Stunden puren Kinogenuss verdanken – macht einfach weiter damit!
 
Die Weihnachts-Toplist
Natürlich ist an Heiligabend auch im Kino abends kein Licht mehr an, da auch diese Mitarbeiter Familien und Freunde haben, mit denen sie ihr Weihnachten verbringen möchten. Aber morgen geht’s schon wieder weiter und daher hier noch eine kleine Empfehlungsliste meiner besten Filme, die man sich rund ums Fest dieses Jahr anschauen kann:
 

Platz 1: La Mélodie – Der Klang von Paris – Eine berührende und wahre Begebenheit
Platz 2: Eine bretonische Liebe – Voller Sinn für Familie und emotionale Beziehungen
Platz 3: Paddington 2 – Der süßeste und liebste und lustigste Film aller Zeiten
Platz 4: Coco – Lebendiger als das Leben – Tragisch, emotional und herzallerliebst
Platz 5: The Killing of a Sacred Deer – Schräg und daher eine prima Alternative
Platz 6: Dieses bescheuerte Herz – Spaßig und ergreifend zugleich
Platz 7: Madame – Französischer Witz und karikative Verbissenheit
Platz 8: Bo und der Weihnachtsstern – Eine gelungene Weihnachtsgeschichte
Platz 9: Liebe zu Besuch – Für die einsamen Romantiker
Platz 10: Star Wars – Die letzten Jedi – Wem das auf unserem Planeten alles zu viel ist…

 
Und damit entlasse ich euch an den Christbaum: Feiert, lasst euch reich beschenken und gebt die Liebe im kommenden Jahr permanent an andere weiter – nur so schaffen wir es, das Böse permanent zu besiegen.
Euer Ben von www.kinoticket-blog.de

Radiance (mit Gewinnspiel)

Zum Gewinnspiel für 2x 2 Kinofreikarten bitte ganz nach unten scrollen. 🙂

Jüngst habe ich hier meinen 500. Beitrag veröffentlicht und damit wohl besiegelt, dass Kino tatsächlich etwas super Wertvolles in meinem Leben ist. Als Mensch ohne weitere Einschränkungen nimmt man dies fast schon selbstverständlich zur Kenntnis und erhofft sich einfach nur immer weiter gute Unterhaltung.
Dass hinter dem Film an sich aber noch weitaus größere zeit- und kraftraubende Prozesse stehen, erkennen wohl die wenigsten. Dabei ist die Liebe zum Kino mit so viel mehr gespickt, als es auf den ersten Moment den Anschein hat.
Radiance kümmert sich innerhalb einer unglaublich bild- und tongewaltigen Version seiner selbst um einen Bereich, der den meisten wohl eher verborgen bleibt: Der Möglichkeit, auch Menschen ohne Sehvermögen in die Welt der Fantasien und Kreativität eintauchen zu lassen.
Tatsächlich gibt es unzählige Beispiele dieser Arbeit bereits jetzt schon auf dem Markt, ohne dass jemand diese als Hauptaugenmerk wahrnehmen würde. Welch schwieriger Tanz an Herausforderungen dafür hinter den Kulissen der Öffentlichkeit zu meistern ist, hat die japanische Regisseurin hierbei wunderbar herausgearbeitet.
Dabei vereint dieser Film beide meiner größten Leidenschaften und kreiert hier ein Werk, dass vor Sensibilität und Einfühlungsvermögen nur so strotzt. Die Macht, mit der man in diese farbenfrohe Dunkelheit eintaucht, scheint so hell am Leinwandhimmel, dass selbst Blinde dabei anfangen, zu sehen.
Für mich eines der reichhaltigsten, inhaltsträchtigsten und begehrenswertesten Stücke, die man in diesem Jahr auf die Leinwand gebracht hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine Würdigung an die Arbeit unzähliger Menschen, denen ihre Umwelt nicht scheißegal ist, sondern die anderen ermöglichen, auch die Zukunft, Hoffnung und Perspektive im Kino zu finden, die uns auf der Leinwand täglich geboten wird.
Radiance trifft dabei nicht nur voll ins Herz, sondern bricht die Emporen zu völlig neuen Dimensionen der Gefühlswelt auf, um allen anderen zu offenbaren, wie viel mehr in Filmen steckt – und präsentiert damit in brachialer Weise die Kraft des Kinos, die sich in Licht, Farben und Glanz widerspiegelt.
Definitiv sehenswert!

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen, sondern in Ruhe bis zum Schluss genießen. Da folgen noch einige Sequenzen.
Kinostart: 14. September 2017
 

* * Gewinnspiel * *

Radiance ist ein absoluter Nischenfilm, der sicherlich nicht in großen Multiplex-Kinos anlaufen und somit die Massen erreichen wird. Umso wichtiger ist es, diese Botschaft der Gesellschaft zugänglich zu machen.
Darum habe ich vom Verleih jeweils 2x 2 Kinofreitickets für Radiance zum Verlosen bekommen, die ich hiermit an euch weitergeben möchte.
Wie funktioniert das genau?
Einfach unter diesem Beitrag oder auf Facebook im entsprechenden Post bis zum einschließlich 10. September 2017 kommentieren, dass ihr diese Tickets gerne gewinnen möchtet.
Solltet ihr gezogen werden, werde ich mich per E-Mail bei euch melden (also gebt mir bitte irgendwo per PN oder in den Kommentaren hier eine gültige E-Mail an), um eure Adressdaten zu erfragen, damit ich euch die Freitickets zuschicken kann.
Mit diesen geht ihr dann in ein Kino eurer Wahl, das Radiance im regulären Programm zeigt und gebt an der Kasse die Freitickets ab. Im Gegenzug erhaltet ihr dafür zwei .kinotickets aus dem Haus und könnt somit kostenfrei in die Vorstellung gehen.
Barauszahlung des Gewinns ist natürlich ausgeschlossen und auch sonst gelten die üblichen Regeln: Facebook, WordPress oder andere Firmen haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu tun. Dies wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de betrieben und die Freitickets wurden von Concorde Filmverleih GmbH gestellt.
Nun wünsche ich euch viel Glück und natürlich wahnsinnig tolle Unterhaltung hier im Blog und im Kino.
Ben
Kurz und knapp:

  • Unterm Beitrag im Blog oder auf Facebook bis 10. September kommentieren, dass ihr gewinnen wollt.
  • E-Mail Adresse dabei hinterlassen.
  • Am 11. September E-Mails kontrollieren und schnell antworten, falls ihr gewonnen habt.

Die Gutscheine werden euch dann per Post zugeschickt und ihr könnt ab 14. September in den Genuss dieses herausragenden Films kommen.

Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

Ihr wisst, was ich von deutschen Filmen halte, kennt meine abschätzige Meinung zu deutschen Schauspielern und deren Lautdarstellungen und vernehmt an dieser Stelle, dass selbst mein hoch geschätzter Sender ZDF hier coproduziert hat.
Beste Voraussetzungen für eine positive Kritik.
Spinnt der jetzt?
Zugegeben, als ich Milan Peschel auf der Darstellerliste entdeckt habe, kamen in mir auch die größten Angstgefühle hoch und ich befürchtete das Schlimmste. Vielleicht war das auch grade mein Glück, denn mit derart niedrigen Erwartungen liegt die Arbeitsleistung dann wieder darin, diese nicht noch zu unterbieten, sondern einfach nur mäßig gute Arbeit abzuliefern.
Es wurde mehr getan. Sehr viel mehr. So richtig viel mehr.
Irgendwie fällt nämlich gar nicht so richtig auf, dass das hier eine deutsche Produktion ist, wenn man über die üblichen Filmkinderkrankheiten mal hinweg sieht. Im Gegenteil: Timm Thaler oder das verkaufte Lachen hat mir sogar bis auf ein paar Ausnahmen so richtig gut gefallen.
Und das meine ich diesmal auch nicht ironisch. Gut, das Lachen des Kleinen wirkt auf den ersten Moment doch etwas befremdlich und unfreiwillig komisch, jedoch gewinnt Arved Friese als Hauptdarsteller dieser Kinderbuchverfilmung dann ganz schnell die Sympathie aller Anwesenden und punktet als glaubwürdiger und überaus charmanter Jungdarsteller in einem Bühnenstück, das die Empore guter Filme recht schnell erklimmt.
Gedreht wurde in Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, Berlin und Umgebung und dabei eine sehr tiefgründige, Fragen aufwerfende Geschichte erzählt, die sich mit den wichtigen Themen unserer Zeit auseinandersetzt und somit nicht nur dem jungen Publikum ein Forum für Überlegungen und Diskussionen bieten.
Dabei wird dem zärtlichen Aufbau von Gefühlen und Magie, Neugier, Herausforderungen und Problembewältigung in der sicheren Atmosphäre eines Kinder- und Jugendfilms sehr viel Raum geboten. Man hat während des Schauens sehr viel Zeit zum Entdecken und Erkunden des Lebens und stellt dem Zuschauer die Frage danach, was wirklich wichtig ist und zählt.
Einzig die Rolle des Justus von Dohnanyi hat mir ob der Undurchsichtigkeit seiner Handlungsmotive nicht ganz so gefallen, was aber dem ansonsten gut durchstrukturierten Plot mit aufgeweckten Figuren und klaren Zielen nicht weiter schadet.
Lobend erwähnen möchte ich auch nochmal die Kulisse, die hier genutzt wurde, die malerisch durchaus mit Design und Ästhetik zu beeindrucken weiß.
 

.kinoticket-Empfehlung: Nicht nur als Kinderbesitzer sollte man hier zuschlagen und die Chance auf richtig gutes, unverdorbenes und lehrreiches Kino vertun, sondern ein .kinoticket lösen und die große Version dieses Kinderuniversums in vollen Zügen genießen.
Der Plot ist abwechslungsreich, spannend und wird vom gesamten Cast super rüber gebracht, hier und da gibt es ein paar kleine Mankos, die aber dem gesamt positiven Eindruck keinen Schaden zufügen.
Daumen hoch!

 
Zum Schluss noch ein paar interessante Fakten über das Lachen
© Constantin Film Presseheft
☑️ Die Wissenschaft vom Lachen heißt Gelotologie und stammt vom griechischen “gelos” ab, was soviel wie “das Lachen” heißt.
☑️ Das Lachen war ursprünglich eine Drohgebärde und entstand aus dem Zähnefletschen.
☑️ Beim Lachen aktiviert der Mensch 80 Muskeln, davon 17 in seinem Gesicht.
☑️ Die Redensart “Ich mache mir vor Lachen in die Hose” hat einen wahren Kern. Denn das Lachen entspannt die Blasenmuskulatur.
☑️ 20 Sekunden herzhaft zu lachen entspricht in etwa der körperlichen Leistung von drei Minuten schnellem Rudern. Somit kräftigt Lachen das Herz-Kreislauf-System.
☑️ Bären können nicht lachen, ihnen fehlen die entsprechenden Muskeln im Gesicht.
☑️ 1998 wurde der Weltlachtag eingeführt. Am ersten Sonntag im Mai lachen die Teilnehmer in mehr als 100 Ländern um Punkt 14 Uhr deutscher Zeit eine Minute lang.
☑️ Der Weltlachtag ist eine Initiative des Inders Madan Kataria, dem Gründer der weltweiten Yoga-Lach-Bewegung.
☑️ In einem Sketch der Comedytruppe Monty Python setzt das britische Militär im Zweiten Weltkrieg den “lustigsten Witz der Welt” als tödliche Waffe gegen die deutsche Wehrmacht ein.
 
Nachspann
Optisch anfangs ansprechend gestaltet bringt einen dieser auch bei gänzlichem Schauen nicht zu noch mehr Bildmaterial. Rausgehen ist also erlaubt.

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