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wenn aus filmen leidenschaft wird

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The Darkest Minds – Die Überlebenden (inkl. Gewinnspiel)

Zum Gewinnspiel (Poster, Freikarten, Pins, Rucksäcke) bitte nach unten scrollen!
The Darkest Minds – Die Überlebenden fristete in der PR-Phase ein sehr ruhiges, unterschwelliges Dasein und machte nicht viel Aufhebens von sich. Völlig zu Unrecht, wenn man sich den Film mal genauer unter die Lupe nimmt.
Erstens würde ich mal festhalten, dass die Glaubwürdigkeitszielgruppe hier eindeutig die untere Jugend ist, also 13-14jährige Teenager, die noch auf der Suche nach ihren Vorbildern sind und die gewisse Plot-Elemente dringend brauchen, um heil über den Tag zu kommen. An sie ist dieser Film gerichtet, alles was sich weiter davon entfernt, benötigt um so mehr Toleranzpotenzial, um mit der Geschichte wirklich warm zu werden.
Aber: Auch als Erwachsener hat man seine Freude am Geschehen, weil der Film nämlich mit irre geilen Ideen um die Ecke kommt. Die ausgearbeitete Apokalypse ist zwar auf kinderfreundlich getrimmt und erinnert in seiner Machart an einen Mix aus Die Tribute von Panem, Die Bestimmung und Maze Runner, fördert aber genügend Einfallsreichtum zu Tage, an dem man sich gerne gedanklich weiter fortbewegt und sich quasi fast schon eine “Adults only”-Version des Films wünscht.
Aufgrund der FSK 12-Freigabe sind vielen Ausartungen hier natürlich enorme Grenzen gesetzt, die man in einem anders bewerteten Film gänzlich anders hätte ausleben können, was für durchtriebene Erwachsene das Hitpotenzial am Film etwas schmälert, die Idee aber keineswegs langweilig macht.
Ich sehe hier Kreativität, an der man sich auch in Zukunft gerne bedienen und diese Welten weiter ausschmücken sollte, um sie in eine Filmreihe zu führen, die eines Tages der zukünftig neu aufgesetzten Darkness der X-Men Konkurrenz anbietet. Anhand der ausgewählten Darsteller merkt man sehr schnell, dass Erwachsene hier eben geduldet und nicht speziell angesprochen sind und auch enorme Teile des Plots weisen auf die geistige Unfähigkeit junger Teenager hin, die solche Dinge eben einfach brauchen und darin womöglich völlig aufgehen.
Die Frage ist, weshalb man sich als Großer nicht auch darauf einlassen sollte? Das Zelebrieren von Milchbubi-Idolen und jungen Schönheiten findet hier genauso Platz wie die Suche nach Liebe, Glück und einem höheren Sinn. Der Coolness-Faktor wird mit unglaublichen Einfällen bedient, die förmlich danach schreien, weiter ins Erwachsenenleben ausgefeilt zu werden. Ich wünsche mir einen Christopher Nolan, der mit der Batman‘schen düstren Profanität auf den Plan tritt und hier entartete Bühnenkunst à lá The Walking Dead auf den Plan ruft, nur dass der eben fürs Kino tauglich gemacht wird und nicht in endlosen Serien endet. Und man weniger auf Zombies und vielmehr auf die dunklen Endzeit-Apokalypsen zusteuert, wie es zuletzt Maze Runner exzellent vorgelebt hat: Im Kindergarten begonnen und als grandioser Film für Erwachsene geendet.
Mit diesem Potenzial legt The Darkest Minds einen fulminanten Start für ein Kinoabenteuer hin, dass ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zielgerichtet an Jugendliche erbaut man hier ein Endzeit-Apokalypsen-Spektakel, dass sich viel um jugendliche Wünsche, Träume und Sehnsüchte kümmert und dabei die filmlogische Vernunft manchmal außer Acht lässt.
Die Einfälle und Ideen liefern aber unglaublich viel Stoff, um auch in Zukunft in eine Filmreihe ausgebaut zu werden, an der wir womöglich noch enorm viel Spaß haben könnten. Der Grundstein ist gelegt und dürfte in der jugendlichen Zielgruppe auch vollends überzeugen.

 
Nachspann
❌ braucht nicht ausgeharrt zu werden, hat aber einen immens geilen Soundtrack! (Benjamin Wallfisch!)
Kinostart: 16. August 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Um euch den Kinostart etwas zu versüßen, hat Twentieth Century Fox wieder ein irres Paket für euch geschnürt und mir zur Verlosung an meine Leser überlassen!
 
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Mit von der Partie sind enorm coole Rucksäcke, Filmplakate, Ansteckpins und jede Menge Freikarten für den Film, die in einem Kino eurer Wahl eingelöst werden können.
Kommentiert einfach bis einschließlich Sonntag, 26. August 2018 unter diesem Beitrag, mit wem ihr gerne diesen Film sehen wollt und ihr seid bei der Verlosung dabei.
Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch schnell erreichen kann, um zu wissen, wohin ich euch im Gewinnfall die coolen Gimmicks schicken darf. Die Gewinner werden am Sonntag dann per random.org gezogen und von mir benachrichtigt.
Sämtliche im Rahmen des Gewinnspiels erfassten Daten werden nur zum Versand der Artikel verwendet und anschließend wieder von mir gelöscht. Barauszahlung ist ausgeschlossen.
Nun wünsch ich euch viel Glück und natürlich enorm viel Spaß dann im Kino!

Catch Me!

Catch Me! – ein Spiel, dass glaube ich jeder in seiner Kindheit unzählige Male gespielt hat. Kindheit – die Zeit im Leben, in der man unbeschwert und voller Sorglosigkeit in jeden Tag hineinlebt und ein Abenteuer nach dem anderen durchstreift und dabei immer wieder neue Dinge entdeckt.
Dann kommt das Erwachsensein, man übernimmt Verantwortung, sucht sich Arbeit, wird seriös, macht gewisse Dinge nicht mehr, weil “das so gehört” und benimmt sich nicht mehr kindisch, um in der Gesellschaft nicht negativ aufzufallen.
Der “Ernst des Lebens” beginnt und damit einher gehen Traurigkeit, Depressionen, Sorgen, Nöte, Ängste, Abgründe und unvergleichlich viel negative Emotionen.
So selten fragen sich Menschen dann, wann und vor allem, warum sie die Fähigkeit des Lachens und der Freude aufgegeben haben und was sie eigentlich ganz genau davon abhält, diese Freude auch weiterhin zu verspüren, auch im höheren Alter?
Ich beobachte dieses Phänomen schon seit Jahren und habe mir persönlich damals gesagt, dass es wichtig ist, niemals die Fähigkeit zu opfern, täglich zu spielen. Wer aufhört, das Leben als ein Spiel zu betrachten, der öffnet gewissermaßen Depressionen und Ängsten Tor und Tür.
Catch Me! kommt nun mit einer wahren Geschichte daher, in der ein paar Männer eben jene Fähigkeiten nicht aufgrund ihrer Karrieren oder Lebenswegen geopfert haben, sondern sich alljährlich zusammentun und ihre Kindheit weiterleben lassen, indem sie einfach spielen. Die Idee und Botschaft, die hinter diesem Streifen steckt, ist also außerordentlich und beinhaltet eine gewisse Wichtigkeit, die sich jeder zu Herzen nehmen sollte.
Filmisch umgesetzt wurde das Thema super lustig, sofern man auf Ed Helms-Humor steht. Ich persönlich kann ihm weniger etwas abgewinnen und war auch kein allzu großer Fan der Hangover-Filme, es ist ganz nice anzuschauen und man lacht sich hier und da auch krumm ob der wirklich abstrusen Einfälle, jedoch verliert sich der Streifen damit ein wenig an “Ernsthaftigkeit”, die das Publikum – das ja nun mal erwachsen ist und bereits in der ‘Ich spiele nicht mehr’-Falle gefangen ist – dadurch nicht wirklich abholt, sondern bestenfalls top unterhält.
Die Message des Films bleibt davon aber absolut unberührt, was ihn für mich dennoch zu einem sehenswerten Film macht, den man am besten mit seinen Freunden im Kino anschauen sollte. Zusammen macht’s eben einfach mehr Spaß! 🙂
 

.kinoticket-Empfehlung: Tolle Botschaft, wahre Story und ein Appell an alle, die die Fähigkeit verlernt haben, sorglos durchs Leben zu spazieren.
Ed Helms hat einen besonderen Humorstyle, den man mögen sollte, um völlig bespaßt zu werden, unterhaltsam und witzig ist das Ding allemal und die Moral von der Geschicht’ würde unsere Welt auch in Teilen etwas mehr auflockern. Kein Überflieger, aber für einen tollen Kinoabend durchaus zu gebrauchen.

 
Nachspann
✅ Sitzen bleiben – selten so gelacht!
Kinostart: 26. Juli 2018

Ant-Man and the Wasp (3D)

Auf den Werbeplakaten wird von dem “nächsten großen Blockbuster nach Avengers: Infinity War” gesprochen und wahrhaftig hab ich mir schon seit einiger Zeit meine lieben Gedanken gemacht, wie man dieses monströse Meisterwerk jetzt noch toppen und daraus etwas erstrebenswert Sehenswertes machen möchte. Und mich immer wieder mit den Worten beruhigt: “Es ist Marvel – die wissen seit langem ganz genau, was sie tun.”
Und so ist es. Klar schiebt die PR-Abteilung irgendwelche .trailer außer Haus, klar muss man irgendwo anfangen, die Leute wieder zu ködern, aber das wäre in meinen Augen gar nicht nötig gewesen, weil da längst nicht aufgefahren wird, was der Film letztendlich liefert: Das pure Vergnügen und so einen gigantischen Plot, dass die Leinwand sich förmlich auflöst und man vergisst, dass man auf dieser Welt und dazu noch in irgendeinem Kino sitzt.
Man ist mittendrin. Seit langem ist klar, dass Marvel weiß, wie 3D richtig zu funktionieren hat. Und seit langem ist klar, dass Marvel-Filme nicht zu der Spezies gehören, die entweder mit grandiosen Effekten ODER mit einem vergötterbaren Plot daherkommen, sondern die Macher wissen beides perfekt miteinander zu verschmelzen und werfen damit genau das auf den Screen, das ich bei Jurassic World: Das gefallene Königreich erwartet und gewünscht hätte.
Es ist der Hammer! Der zweite Teil dieser Mini-Filmreihe innerhalb des MCU heimst natürlich automatisch die Vorschusslorbeeren durch den perfekten Cast und die irre geile Zusammenstellung von Charakteren ein und wieder einmal hat man so überhaupt nicht das Gefühl, dass hier mit Ach und Krach weiter gevögelt wurde, sondern der Humor quillt förmlich aus allen Ritzen und man spürt überdeutlich, wie viel Freude die Darsteller bei ihrem Tun hatten.
Der damals von mir beklagte Was-sollen-wir-eigentlich-noch-hier, den man in Avengers – Age of Ultron noch deutlich spüren konnte, ist längst weg. Er wurde schon vom ersten Ant-Man dahingerafft. Dieser neue Charakter entpuppt sich langsam als Neuentdeckung der Coolness eines Tony Stark, was durchaus geschichtliche Konsequenzen haben dürfte, da die ganze Stammhorde ja nun durch Infinity War leicht angekratzt ist und man hier jetzt Geschütze auffährt, die das Fortbestehen von Gänsehautmomenten im Kinosaal garantieren dürften.
Ja, ich steh auf ihn. Ja, mir sagt diese Form des Humors absolut zu. Ja, Marvel fährt wieder in Hochform auf und lässt sich überhaupt nichts davon anmerken, dass jeder meinte, nach dem Vorgänger ist jetzt Schluss, weil das Ding nicht mehr zu toppen wäre.
Und es ist bezeichnend, dass gerade die “Kleinsten” ganz groß werden.
Mein Rat an alle, die Filme mögen, ist daher: Scheiß drauf, was die .kinotickets kosten, scheiß drauf, ob ihr Zeit habt oder nicht, scheiß drauf, was ihr von Vorgängerteilen hieltet oder welche Aversionen ihr gegen amerikanisch produzierte Blockbuster-Monster hegt: Gönnt euch Ant-Man and the Wasp in 3D im größten Kino weit und breit, dass ihr finden könnt und habt dabei genauso extrem viel Spaß, wie ich es bereits hatte.
Wirst du ihn dir nochmal ansehen?” wurde ich nach der Pressevorführung gefragt.
Jeder freie Filmslot ist für Ant-Man and the Wasp reserviert.” Natürlich werde ich ihn mir nochmal ansehen. Und nochmal. Und nochmal. So oft ich eben kann und so lange das Ding in den Kinos läuft. Und wenn ihr genau das tut … und dann bis ganz zum Schluss sitzen bleibt … dann werdet ihr von allein verstehen, warum.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn einer der Kapital-Giganten kapiert hat, wie man ordentliches Kino produziert, dann die Marvel Studios.
Verdient Kohle damit, so viel ihr wollt. Lasst euch von nichts und niemandem reinreden und macht einfach weiter mit dem, was ihr die ganze Zeit schon tut. Never change a running system. Und an Disney: Lasst Marvel einfach tun und schreibt ihnen nichts vor. Besser als jetzt wird es nicht! Die Jungs und Mädels garantieren dafür, dass auch große Produktionen mit Geist und Hirn gefüllt sein können und das Wörtchen “Blockbuster” nicht automatisch mit “Plot-Rohrkrepierer” zusammenhängt. Diese Eleganz, mit der man sich hier durch die infantil-wunderschönen Comedy-Momente schlängelt und dabei das ganze Equipment menschlicher Emotionen durchpflügt, ist einzigartig in der Filmwelt zur Zeit und ich bete und hoffe, dass dies zu meinen Lebzeiten für immer so bleiben möge.
Steht Marvel drauf, ist Gutes drin! Einfach drauf verlassen und reingehen!

 
Nachspann
✅ Es ist ein Marvel. Also ja. Und zwar bis ganz zum Ende!
Kinostart: 26. Juli 2018

Kindheit

Dieser Film hat zwei Seiten. Einerseits – und das ist vollkommen löblich – setzt er sich mit Erziehungsmethoden auseinander, die grandios durchdacht sind und aus dieser Welt systematisch die Waschlappenkinder wieder entfernen könnten, wenn sich mehrere Tagesstätten derartiger Methoden annehmen und sie im Alltag praktizieren würden.
Ich habe nach der Pressevorführung jede Menge negative Stimmen gehört, worauf ich aber später noch zu sprechen komme. Warum mein Blickwinkel darauf trotzdem positiv ist? Wahrscheinlich lese ich zu viel zwischen den Zeilen oder mache mir währenddessen Gedanken darüber, wie es sonst in der Welt so aussieht und finde das Konzept, das im Hintergrund damit beworben wird, einfach fantastisch.
Und das sage ich jetzt befreit von jedwedem Öko-Bio-Neumodern-Gelaber, sondern einzig im Hinblick auf die Tatsache, dass wir von diesen Helikopter-Eltern einfach zu viele haben und sich viele abgewöhnt haben, Erziehungsberechtigte zu sein und sich stattdessen lieber darauf konzentrieren, beste Freunde der Kinder zu werden, die bei nichts mehr durchgreifen und damit Menschen heranwachsen lassen, die ihrerseits absolut unfähig dazu werden, wieder ihre Kinder zu erziehen.
Diesem Trend, der damit die ganzen Vollidioten produziert, die einem auf der Straße tagtäglich begegnen und von denen man auch im Netz jede Menge Bullshit vor die Augen geschmissen bekommt, wird hier auf eine völlig defensive und erkenntnisreiche Art entgegengewirkt und man sollte sich tatsächlich über das ein oder andere mal wieder klar werden – dazu werden gerade am Anfang des Films einige Sätze in den Raum gespeist, über die es sich ernsthaft nachzudenken lohnt.
Andererseits – und damit kommen wir zu den kritischen Stimmen – ist dieser Film sehr “nah” gefilmt, was bedeutet, dass während des Drehs der unabhängige Abstand zu den Kindern fehlt, die sich vor der Kamera tatsächlich völlig eigenständig und unbeeinflusst bewegen und verhalten können, was den Verdacht aufwirft, dass es im Hintergrund wohl doch “Regieanweisungen” gegeben haben könnte. Wohlgemerkt: haben könnte, es ist nicht gesagt, dass es tatsächlich so war, sondern das geschulte Auge bemerkt eben einfach, dass räumlich gesehen oft zu wenig Platz war, um beispielsweise mit extremem Zoom zu filmen und so den Kindern nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken.
Wer schon mal vor einer solchen Kamera hat agieren müssen, weiß selbst, wie “seltsam” das ist und kann sich daher denken, dass auch Kinder anders reagieren – auch hier gab es einige Szenen, die solcherlei Vermutung aufkommen lassen, weil es – sagen wir – etwas unnatürlich wirkt, wie sich die Kinder angeblich “aus freien Stücken” verhalten.
All dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass dieses Gesamtkonzept absolut löblich ist und – ohne Kamera – gerne weiterverbreitet werden darf.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit pädagogischen Augen betrachtet ist dies ein rühmliches Vorbild, an dem man sich in der Kindererziehung gerne in jedem Haushalt orientieren kann.
An vielen Stellen fehlte ein wenig der Abstand, um die Kinder nicht zu aufdringlich zu verfolgen, was einen negativen Beigeschmack produziert, in meinen Augen aber das hintergründliche Prinzip deswegen nicht angreift.
Darum empfehle ich den Streifen definitiv als sehenswert und warte einfach darauf, welche Generationen diesem Erziehungsprinzip entspringen. Es wäre in höchstem Grade wünschenswert, dass es viele sind.

 
Nachspann
braucht man nicht abzuwarten, es folgt nichts mehr.
Kinostart: 19. April 2018

Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes

Verrückte Titelnamen, verrückte Plakate – verrückte Filme.
Sowas ist man üblicherweise aus Frankreich gewohnt und gegebenenfalls noch aus der Türkei, aber doch nicht aus Deutschland und der Schweiz?
Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes wirft eine komplett spaßige, humorgeladene und für Kinder attraktive Geschichte auf die Leinwand, die man sich – allein schon, weil das keiner glauben mag – definitiv mit seinen Kids gemeinsam im Kino anschauen sollte.
Klar wird hier wieder etwas mehr auf jüngere Zuschauer eingegangen und ein bisschen Logik und Normalität zugunsten der Bespaßung geopfert, dies trägt dem Film aber einen authentischen Anstrich auf und hinterlässt auch bei Erwachsenen keine bleibenden Schäden 😉
Das frühkindliche Verhalten reflektiert man hier mit untergrabener Moral, so dass den Kindern keine traurig-dahinsiechenden Situationspointen vor die Füße geworfen werden, sondern man in spannender, witziger und absolut kinotauglicher Atmosphäre etwas über richtiges Verhalten lernen kann.
Mir hat’s sehr gefallen und ich kann diesen Film bedenkenlos für Familien empfehlen. Der Kino-Sonntag ist damit gesichert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unglaublich, dass dieses Land so etwas herzlich-komisches zustande bringt und es dabei schafft, die ganze Familie zu unterhalten.
Geprägt von unterschwelliger Moral düst man hier volle Kanne in ein Abenteuer, das die kleinen Racker so schnell nicht mehr vergessen werden.
Wunderbare Filmlektüre für einen entspannt-verregneten Sonntag für die ganze Familie.

 
Nachspann
braucht keiner sitzen bleiben, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

Die Nacht der Nächte

An dieses Kunstwerk möchte ich euch wieder etwas behutsamer heranführen, damit das schüchterne Leser-Reh nicht sofort verschreckt wird und vorzeitig innerlich abschaltet.
Fakt ist: Wir alle kennen die Stories, die uns die Omis und Opis bei trockenem Kuchen und jeder Menge Langeweile immer auftischen, bei denen sich jeder Jugendliche heutzutage denkt: Meine Güte, komm endlich im neuen Zeitalter an.
Ich habe in der Vergangenheit auch nie verstanden, warum ich mir so einen Scheiß aus dem Krieg und sonstigen Zeiten anhören muss, wo heute gesellschaftlich doch eh alles anders und diese Geschichten alle von Belanglosigkeit behaftet sind.
Die Nacht der Nächte gehört allerdings zu der Art von Wissen, dem man sich definitiv aufschließen sollte und sich die Zeit nehmen, um diesen wunderbaren Menschen zuzuhören und von ihrer Erfahrung zu profitieren.
Warum?
Nun – es ist einerseits eine komplett lustige, unterhaltsame und friedvolle kulturelle Bereicherung, in andere Länder und Sitten zu schnüffeln, ohne großartig Kohle für Flugtickets oder seine rare Zeit opfern zu müssen – und es ist gleichzeitig erschreckend, welche Methoden auch heute in fremden Ländern noch Gang und Gebe sind.
Andererseits empfinde ich “Dokumentation” als Bezeichnung für diesen Film wiederum sehr trocken, da die Erzählweise wirklich super erfrischend und spritzig ist und man niemals Langeweile verspürt oder von irgendwas genervt ist.
Die Auswahl an Beispielen ist über den gesamten Globus verteilt und es geht um etwas, das in unserer Generation schon lange verloren gegangen zu sein scheint und über das man durchaus erneut nachdenken darf – denn dieses Mysterium gehört noch lange nicht zum veralteten Lebensstil, sondern birgt wahrlich viele wunderbare Momente, die der heutigen Generation durch ihre Lebensart verloren gegangen sind.
Die Nacht der Nächte zeigt euch den Weg dorthin zurück und erbittet oder -bettelt dabei nichts, sondern führt mit hervorragendem Defensivismus durch die Show und hinterlässt bei jedem ein Schmunzeln, wenn das Tageslicht wieder durch die Eingangspforten reinströmt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch, wenn es veraltet klingt: Die Botschaft dieser Menschen ist hochaktuell und darf gerne von unserer Generation wieder neu entdeckt werden.
Man verzichtet weder auf Witz noch bringt man die Themen trocken rüber: Es macht sehr viel Spaß und man fühlt sich hinterher sehr beflügelt und einfach klasse unterhalten.

 
Nachspann
Ist anfänglich noch animiert, strömt dann aber ins Schwarze und braucht daher nicht vollständig abgewartet zu werden.
Kinostart: 5. April 2018

Wer ist Daddy?

Was mir zuerst in den Sinn kommt, wenn ich Ed Helms auf der Leinwand sehe, ist Hangover. Und tatsächlich hatte Regie-Debütant Lawrence Sher auch in allen drei Teilen seine Finger mit im Spiel, was die vielverzweigten Anspielungen und Elemente, die man gut und gerne auch in diesen Filmen eingebaut sehen könnte, bei Wer ist Daddy? erklärt.
Aufgebaut auf einen recht ungewöhnlichen Road-Trip erobert man mit jeder Menge Slapstick-Einlagen und urkomischen Momenten des Zuschauers Herz und setzt dabei komplett auf familiäre Elemente, die in einem für diesen Film untypischen Finale münden, was ich auch gleichzeitig als kleinen Kritikpunkt anbringen will.
Natürlich sitzt man im Kino, beschaut sich das Prozedere und ist von vielen liebevollen Gags und spinniger Liebenswürdigkeit umgeben und denkt sich, dass das zwingend so enden muss, andererseits könnte man genau dieses Finale aber auch als Versuch werten, hier wieder mehr sein zu wollen, als man ist und damit eben etwas mehr Publikum abgreifen zu können, was ich – in wirtschaftlichen Interessen begründet – niemals für gut heiße.
Das ändert jedoch nichts daran, dass man während des Films – insbesondere zu Beginn – unglaublich viele tragende, spaßige und vorantreibende Momente erlebt, die für viel Kurzweil und gute Unterhaltung sorgen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Egal, ob mit Freundin oder Familie, allein oder mit Kumpels – dieser Film eignet sich hervorragend, um einen gemütlichen und lustigen Kinoabend zu genießen.
Das Ende fordert einem ein klein wenig was ab, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen – als Gesamterlebnis bleibt ein durchweg positiver Eindruck zurück, den man gerne mit nach Hause nimmt. Also auf geht’s und rein da!

 
Nachspann
ist anfangs gesäumt von tollen Aufnahmen und erliegt dann dem schwarzen Stream, man darf also gerne wieder nach draußen.
Kinostart: 15. Februar 2018

Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt

Kürzlich habe ich mich mit meiner Schwester über Peru unterhalten, ein Land, das noch nicht so zivilisiert und modernisiert ist, wie Deutschland. Es ging um gesellschaftliche Gepflogenheiten, Kulturbräuche, Umstände und Situationen aus dem alltäglichen Leben.
Sie war völlig entgeistert, mit welcher Geschwindigkeit und welchem Irrsinn wir uns hier in Deutschland mittlerweile rumärgern müssen und hat mir von Zeit haben berichtet: Menschen, die am Straßenrand sitzen und einfach mal nichts tun und die Welt sich dabei trotzdem weiter dreht.
Bei diesem Gespräch kam ich nicht umhin, in mir ein wenig Neid auf die Einfachheit und Simplizität zu entdecken, mit der dieses arme und durchaus ebenfalls mit Problemen geplagte Land gesegnet ist. Am Heiligabend kommen viele Familien einfach im Dorf zusammen, bringen gerichtete Backbleche mit Truthahn und anderen Speisen darauf mit, geben diese beim öffentlichen Lehmofen ab und werden dann nach wenigen Stunden informiert, sobald sie diese wieder abholen können. Erst dann zahlt man für diesen Service, der dort üblich ist, da viele Leute keine Öfen in ihren Häusern haben und zudem Truthahn in einem Lehmofen zubereitet wesentlich besser schmeckt als mit einem Elektroherd zu Hause – sofern denn Strom da ist.
So kann es also passieren, dass in einem riesigen Ofen, der eigens dafür hergerichtet wurde, eben mal 20-24 Backbleche verschiedener Familien nebeneinander stehen, bei denen man nur den Namen gesagt hat und sonst nichts weiter. Diese unbürokratische Gemeinschaft und Unkompliziertheit wäre in Deutschland heutzutage fast undenkbar!
Warum ich das alles erzähle?
Sitzt man demnächst im Kino und schaut sich Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt an, könnte in einem genau das gleiche Gefühl des in der Zeit Zurückgeworfenseins entstehen, denn man fühlt sich auf einmal, als wäre Disney noch an seinen Ursprüngen und würde erstklassige Familienunterhaltung liefern, nur eben in viel niedlicher.
Diese Figur wurde 1966 von Rune Andréasson erfunden und erfreut sich seitdem in Schweden höchster Beliebtheit. Mit seinen Anfängen im TV, später durch Comics in Wochenzeitungen und eigene Hefte ergänzt, eroberte der Bär mittlerweile seinen eigenen Freizeitpark und steht als unmissverständliches, kindgerechtes und vollkommen unverdorbenes Symbol für so ziemlich alles, das man als gut bezeichnen kann.
Dabei ist nicht nur die Geschichte für jedermann geeignet, sondern die Inhalte beschäftigen sich mit teils hochkomplexen politischen und gesellschaftsrelevanten Themen – aber dermaßen kindgerecht verarbeitet, dass selbst als Erwachsener oft vor Staunen der Mund offen bleibt.
Mittlerweile gibt es zwei Kinofilme, die in Schweden ca. 300.000 Zuschauer begeistert haben und damit verhältnismäßig mit Filmen wie Ice Age oder Ich – Einfach unverbesserlich im Kinderfilmsektor mitziehen. Dieser Erfolg ist Grund genug, den liebenswürdigen Bär nun auch nach Deutschland in die Kinos zu bringen und ich wünsche mir von Herzen, dass er hierzulande genauso die Herzen erobert, wie in unserem Nachbarland.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zu recht mit dem Prädikat “besonders wertvoll” ausgezeichnet – Kindgerechte Unterhaltung mit absolut pädagogischem Mehrwert in einer optimistischen, lebensbejahenden und fast schon superheldenmäßigen Weise, die bislang beispiellos ist.
Die Welt des Bären versprüht familiären Charme, die Probleme sind brandaktuell und die Geschichte ist völlig frei von Boshaftigkeit und düsteren Elementen, so dass dieser Film tatsächlich für jeden geeignet ist.
Auch Erwachsene sollten sich von den moralischen Ansichten dieses Bären eine große Scheibe abschneiden.

 
Nachspann
Nicht gleich davon springen, hier kommt noch ein klein bisschen was.
Kinostart: 28. Dezember 2017

The Square

“Das ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe.” – und wenn hochkarätige Pressevertreter so etwas zu mir sagen, muss da etwas dran sein. Und tatsächlich: Dieser Film ist eine enorme Herausforderung.
Warum denn? Nun – ich, völlig vorbehaltslos gegen 21 Uhr ins Kino und als ich dann aus dem Saal spaziert bin, war es bereits gegen Mitternacht. Mit 142 Minuten reiner Laufzeit verlangt der den Zuschauern von Beginn an schon mal zeitlich eine gute Portion Durchhaltevermögen ab – und dabei hört es noch lange nicht auf.
Meine beiden Cinebuddys waren der Meinung, dass es sich hierbei um eine Kunstsatire handelt, die im komischen Stil verpackt an den Zuschauer weitergereicht wird. Weit gefehlt.
The Square hat nichts mit Kunstsatire zu tun. The Square ist Kunst. Und zwar von der anspruchsvollen Sorte. Einerseits mal ganz klassisch, wie man Kunst eben so kennt – mit Museum, Ausstellungen und Objekten mitsamt ihren Erklärungen.
Andererseits aber auch als Film selbst. Selten habe ich etwas so Gesellschaftsreflektiertes und geistig Anspruchsvolles auf der Leinwand gesehen, dass mit einer derart brachialen Macht ein Bild wiedergibt, dass man zu Hauf in den Zeitungen und Medien vorfindet. Und zwar nicht im BILD-Style, sondern in Intellekt ertränkt!
Für mich war’s ein Hochgenuss! Man wird als Beobachter vor Situationen geprügelt, die einem einfach nur weh tun und die alle Reflexe im Hirn und der Seele wachrütteln und man kann einfach nur dabei zuschauen, was passiert. Sozialkritische Studie vom Feinsten in allerbester Güte – mit einer sinnvollen und provokanten Rahmenhandlung, eingehüllt in so zahlreiche Beispiele grandioser Kunst, dass es einfach nur zum Feiern ist!
Würde ich mir das Werk wieder antun?
Auch, wenn mich mein Wohnpartner jetzt zu Tode prügeln will: Ja! Definitiv!
Was man in diesem Werk keinesfalls vorfindet: Stammtischgequatsche, lapidare Parolen, niederer Instinkt, Belanglosigkeit, Schwachheit.
Was man stattdessen geboten bekommt, sprüht nur so aus allen Poren vor Intelligenz, Grandiosität, Fantasie, Einfallsreichtum, Eleganz und apokalyptischem Versagen, dass einem das Herz vor Feuer verzehrt werde.
Und dann noch so lang: Man nimmt sich wirklich Zeit. Nicht, um dem Zuschauer etwas zu erklären, sondern man fordert und fordert… Jedesmal, wenn eine Erklärung kommen sollte, wird die mit neuen Forderungen erschlagen, damit das Hirn ja niemals aufhört, auf Vollgas zu laufen.
Leute? Zu behaupten, Kino hätte heute keinen Anspruch mehr und es liefe nur noch amerikanische Scheiße, zählt ab sofort nicht mehr, denn es gibt The Square, der deutlich das Gegenteil beweist. Danke Schweden!
 

.kinoticket-Empfehlung: Und wer sich nach diesem Festmahl an geistiger Herausforderung und exzellenter Sozialprovokation mit mir darüber unterhalten möchte: benjamin@directbox.com – Mail schreiben!
Ich habe große Lust auf gehaltvolle Konversation und freue mich allein schon darauf, Leute kennenzulernen, die es mit Freuden bis zum Schluss durchgehalten haben. Haut rein – schaut ihn euch an und dann lasst uns damit fortsetzen. Wo packen wir unser Quadrat hin?

 
Nachspann
Liefert dann keine weiteren Ergebnisse und Szenen, man darf also wieder raus in die Nacht.
Kinostart: 19. Oktober 2017

Suburbicon

Würdet ihr Angela Merkel etwas abkaufen, wenn diese Dame aufs Podium tritt und verkündet, dass sie etwas mitzuteilen hat? Man würde ihr vielleicht aus Respekt zuhören oder einfach nur mitkriegen wollen, was da passiert, weil’s nunmal eine wichtige Persönlichkeit ist, aber ernst nehmen und anschließend danach leben ohne zu hinterfragen, wieso sie das sagt, was sie sagt? Niemals. Ich zumindest nicht.
Wie sieht’s bei George Clooney aus? Schon ganz anders, hm? Er hat zwar längst nicht so einen massiven politischen Einfluss auf die Welt, aber er hat bereits früher durchblicken lassen, dass er etwas zu sagen hat – und dazu auch noch etwas in der Birne und ich finde, selbst Jugendliche tun gut daran, sich die Zeit zu nehmen und ihm zuzuhören.
Mit seinem neuen Regiewerk Suburbicon trifft er nämlich mit einem ziemlich wichtigen Thema auf den Kern und offenbart eine hässliche Fratze, die seinerzeit zwar von Vorvorgenerationen erschaffen wurde, jedoch heute wieder beginnt, in vielen Köpfen unserer Nation zu sprießen und seine verdorbenen Früchte zu tragen, weil – wie damals auch – niemand genau hinsieht.
Jetzt kann man hinsehen – so man möchte – und wenn es einfach nur stupide auf die Leinwand ist. Clooney vollbringt nämlich das krasse Wunder, eine völlig komplexe Eigenart in verständliche Bilder zu packen, diese beeindruckend und umwerfend dem Publikum zu präsentieren, damit Humor und Unterhaltung nicht zur Seite zu schieben und dennoch eine der wichtigsten Lektionen begreiflich unters Volk zu verteilen, so dass der Zuschauer sich hinterher weder vors Gesicht gestoßen noch moralisierend belehrt fühlt und dennoch mit unglaublich wertvollen Gedanken wieder aus dem Saal gestoßen wird, die es nun umzusetzen gilt.
Und wie aktuell das Werk, wie wichtig seine Message derzeit ist, merkt jeder, der auch nur ansatzweise etwas von Suburbicon mitkriegt.
Leute: Es lohnt sich und zählt fast schon zu den ehrenwerten Bürgerpflichten, sich mit diesem Stoff auseinanderzusetzen und zu verstehen, inwieweit uns alle diese Belange angehen.
Und wer jetzt meint: Mäh, wieder nur so Politikmüll, der uns zum 100.000sten Mal sagen will, wer wann wo scheiße ist: Falsch. Auch ihr könnt rein und einfach einen wahnsinnig unterhaltsamen, spannenden Kinoabend erleben, der definitiv seine Spuren hinterlassen wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wie anders sollte man es bezeichnen, als ein absolutes Meisterwerk, dessen Brillanz darin liegt, Vergangenes aktualisiert auf die Leinwand zu werfen und damit die Wut und den Ärger vieler aufzugreifen, um ihnen zu zeigen, wohin das alles führen wird.
In letzter Zeit gab es keinen politisch dermaßen relevanten Film, der zusätzlich über genügend Entertainment und Spannung verfügt, um auch Nichtinteressierten einen herrlichen Kinoabend zu bescheren und dennoch unterschwellig eine Botschaft zu verteilen, deren Wichtigkeit man nur unterstreichen kann.
Reingehen, verinnerlichen und anschließend nach guten Maßstäben leben!

 
Nachspann
folgt ohne weitere Szenen oder zusätzliches Material. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 9. November 2017

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