.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Killer

Bad Spies

The Spy Who Dumped Me … wie der Titel im Original heißt, lässt wieder einmal durchblicken, welch einflussreicher Meisterschlag James Bond-Filme seinerzeit bereits waren. The Spy Who Loved Me aus dem Jahre 1977 gilt als Anspielungsvorbild, auf das hier Hommage-Abgesänge gesungen werden, indem man das Meisterwerk als Trittbrett nutzt und darauf eine “Bad”-Version gründet, die in die moderne Zeit passt und jeglichen Anspruch auf Seriösität aufgegeben hat.
Mila Kunis gilt sowieso nicht als die Top Triple Star-Favoritin im Showbusiness, sondern spielt in einigen Filmen mit, die von vielen so als “mittel” bewertet werden. Jupiter Ascending war sogar ein Flop und auch in Bad Moms fanden sie viele zu schlecht.
Ich finde, sie trägt eine gewisse Unterschwelligkeit mit sich und spielt ihre Rollen immer sehr glaubhaft und überzeugend. Das Tableau eines Weltstars möchte sie vielleicht gar nicht entern.
Der deutsche Titel Bad Spies erinnert auch nicht an ein Weltklassemovie, sondern trägt bei vielen eine Egal-Stimmung auf, was den inneren Weg zu viel Toleranz freischaufelt, mit der man gerne die Kinosäle betreten darf.
Bad Spies ist nämlich ein Film, der sehr viel Spaß machen kann, wenn man weiß, worauf man sich einlässt und sich damit auch abfinden kann. Diesen für Elitäre schwer überwindbaren Schritt einmal getätigt, ist der Weg frei für einige Lachsalven, da der Plot so selten dämlich ist, dass es echt Spaß macht, ihn sich anzuschauen. Vorhersehbarkeit hin oder her – es ist so dumm, aber funktioniert trotzdem hervorragend, weil die Mixtur des Films die absolut richtige ist.
Die Location Scouts haben hier ganze Arbeit geleistet und so ziemlich alles aus dem Planeten rausgeholt, was filmtechnisch möglich ist und der Streifen wartet zudem mit einigen hochintelligenten Überraschungen auf, die man in der Form niemals erwartet hätte.
Laber-Rhabarber kann jeder, aber dann auch liefern zu können, das verspricht dieser Film zwar nie, tut es aber, was immens beeindruckend ist. Man merkt, dass hier keine Ernsthaftigkeit gewollt ist und ich glaube sehr stark, dass alle Beteiligten am Film ungemein viel Spaß hatten, das sieht man z.B. den Stunt-Men total an. Diese Irrwitzigkeit und der Wahnsinn, den man hier aufleben lässt, zieht alles durch den Dreck, was sich in dem Metier finden lässt – und das kann in einem vollen Kinosaal sehr viel Freude bereiten.
 

.kinoticket-Empfehlung: Urteilt also nicht vorschnell, wenn ihr diesen Titel lest, sondern bereichert euch eines .kinotickets und lasst den Film einfach mal auf euch wirken – auch wenn vieles dumm wirkt, die Zusammensetzung stimmt und man merkt dem Film an, dass die Darsteller sehr viel Freude daran hatten.
Locations, Twist-Momente und einige Cast-Überraschungen inklusive erhält man hier ein abendfüllendes Ereignis, über das man hinterher vielleicht nicht mehr häufig spricht, dass für einen tollen Kinoabend aber sehr wohl tauglich ist.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 30. August 2018

Jigsaw

Der nicht enden wollende Horror geht nun in die mittlerweile achte Runde und zieht einmal mehr Fans des Jigsaw-Killers in die Kinos, um mit ihnen gemeinsam die neusten Machenschaften dieser Filmära auszuschlachten.
Als ich den ersten Teil von SAW damals in die Finger kriegte, war ich absolut begeistert und habe mich selbst als den größten Fan dieses Films bezeichnet. Die Genialität, das tiefgründige Rachenehmen an Ungerechtigkeiten und der soziopathische Blick auf eine kaputte Gesellschaft, in der nicht einmal mehr die Kirche dazu in der Lage ist, Sünde wirklich zu verdammen und Gott irgendwie geistesabwesend zu sein scheint – und dann kommt jemand, der einfach mal aufräumt. Mit Verstand und Genialität behaftet – nichts habe ich so gefeiert, wie das Boshaftigkeitsfeuerende des ersten Teils.
Und dann?
Kapitalismusbombe!!!
Meine Sympathie zur Filmreihe schoss in den Keller in den ersten 3 Minuten des zweiten Teils. Aber ihr wisst: Ich gebe allem eine zweite Chance. Und eine Dritte. Lasse mich wieder und wieder enttäuschen, in der Hoffnung, dass man es schafft. Teil 4, 5, 6 … 3D-Gore … was wollte man uns dabei denn eigentlich geniales sagen? Außer: Wir haben einfach nur kranke Fantasien und lassen euch daran teilhaben?
Irgendwo spiegelt diese Filmreihe auch ein wenig das echte Leben wieder – insofern man den ganzen Fanhype a la Facebook-Social-Blabla so bezeichnen möchte: Jeder macht irgendwas, titelt das Logo seines Lieblingsmovies drauf und ist damit schon “genial”. Oder wie Katrin Bauerfeind einst wortgemäß in ihrer Trendkolumne sagte: “Die Jugend wird heute einfach nur fürs Dasein abgefeiert.”
Und genau dieses Gefühl bereitete in der Vergangenheit enorme Bauchschmerzen: Dass da einfach was mit SAW war, nur eben keine Intelligenz. Die Bauchschmerzen kamen eben nicht wegen raushängendem Gekröse, sondern wegen mangelnder Grandiosität, mit der uns der Urvater dieses unbetitelten neuen Genres seinerzeit beglückte.
Und nun lässt man uns wissen: Das Grauen hat noch kein Ende …
Es läuft JIGSAW in den Kinos … Und als Frage stellt man sich dabei eher: Was ist denn mit Grauen gemeint? Dass der Film so schlecht ist? Oder man jetzt endlich zu neuen Höhen gefunden hat und wieder mit Brillanz auftrumpft?
Die Wahrheit liegt nicht irgendwo da draußen, sondern eher irgendwo mittendrin. JIGSAW ist in der Tat besser als seine Vorgänger, vielleicht auch, weil man ein wenig zurück zu seinen Wurzeln und Anfängen gefunden hat und endlich nicht mehr billige Kinder an die Macht lässt, sondern wieder Vernunft und Ehre Einlass gewährt, obwohl es hier nur um Abschlachten und Tötungen geht.
Dennoch gibt es viel zu viele “Hä?”-Momente, die einem das Leben im Kino nicht unbedingt erleichtern, weil zeitgleich schon vorhersehbar ist, was gleich passieren wird – nur eben nicht, warum.
Und das hat laut Ausrufen einiger Zuschauer nicht nur mich heftig gestört.
Damit zündet man also nicht einfach “im neuen Zeitalter” eine alte, einst funktionierende Bombe neu, sondern muss sich damit abfinden, einen Blindgänger-Silvester-Böller auf die Leinwand geworfen zu haben, der zwar brennt, aber bislang noch nicht wirklich explodiert ist. Dafür fehlt einfach noch viel zu viel vom Ursprung.
Positiver Sideeffect: Der “Halloween Blood Drive” wurde dieses Jahr in den USA und Kanada wiederbelebt: Überall in den Staaten und seinem Nachbarland wurden mobile Blutspendemobile aufgestellt, in denen Menschen gegen ein .kinoticket des neuesten SAW-Films Blut spenden konnten. Damit wurden seit Beginn des Franchise bereits 57.000 Liter Blut gespendet, was umgerechnet 360.000 Leben retten konnte.
(Quelle: www.jigsawblooddrive.com) – dafür wieder meine Hochachtung!
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich als Fan vorheriger Teile bezeichnet, wird hier eine erfrischende Belebung der alten Teile finden, die tatsächlich zu neuen Höhepunkten führt und ein wenig von der ursprünglichen Eleganz mitbringt.
Der Beigeschmack fehlender Grandiosität im Vergleich zum ersten Teil ist allerdings so heftig, dass es das Gesamtwerk dennoch merklich abstuft und somit kein vollwertiges Horrorvergnügen mehr darstellt. Schade eigentlich – denn dieses Franchise hätte durchaus wieder ein paar großartige Momente nötig, um weiter bestehen zu bleiben.

 
Nachspann
Braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 26. Oktober 2017

(Trailer) Killers Bodyguard

Willkommen am Sonntag – Willkommen zum neuen .trailer von Killers Bodyguard:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=6Ho0uNqEsG0?rel=0&w=560&h=315]
Hollywood-Klamauk präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Hausaufgabe: In einen supergut sortierten DVD-/Blu-ray-Laden gehen und nach einem blau-silbernen Cover mit Whitney Houston und Kevin Costner Ausschau halten, den Film kaufen und anschauen, denn der wird hier offensichtlich aufs Korn genommen.
Wer wissen will, um welchen Titel es sich handelt: Streicht einfach aus meiner Überschrift das “Killers” raus.
Und warum man den noch gesehen haben sollte? Nun, Ryan Reynolds ist einfach eine verdammt coole Sau und im Zusammenspiel mit Samuel L. Jackson könnte dies mal wieder eine Komödie werden, die mir ein paar Lacher abringen wird, weil die Witze auf den ersten Moment mal nicht ganz so platt wirken, wie sonst in solchen groß aufgemachten Filmen.
Und wenn die Parallelen zum “Original” dann konsequent so durchgezogen werden und man mit dieser ausrastenden Version Hollywoodgeschichte parodiert, dann ist wahnsinnige Unterhaltung eigentlich schon uneingeschränkt vorprogrammiert.
 
Kinostart: 31. August 2017

American Ultra

Zu Beginn: Wessen Toleranzschwelle sehr niedrig angesiedelt ist, der braucht gar keinen Gedanken daran verschwenden, sich diesen Film überhaupt anschauen zu wollen, denn hier wird alles geboten, außer Mainstream-Kino.
Das beginnt bereits bei der Untertitel-Bezeichnung, die man auf den ausgehängten Kinoplakaten sieht, deren Bedeutung hier nicht nur wörtlich umgesetzt, sondern bei weitem strapaziert und teilweise sogar grenzüberschreitend zelebriert wird.
Man ist sich teilweise nicht ganz so im Klaren darüber, ob es sich hier jetzt über eine Verballhornung amerikanischer Agentenfilme handeln soll, oder man einfach mal nur draufkloppen und irgendeinen Comic verfilmen wollte, herausgekommen ist auf jeden Fall ein sehr schräges Konstrukt mit einem anspruchsvollen Humor, der weit über die Grenzen der sonst im TV zu beobachtenden ‘Angst vor dem Vergrämen der Masse’-Humors hinausragt.
Und genau das macht neben den bissigen Kommentaren und absolut schrägen Handlungsweisen von Jesse Eisenberg und Kristen Stewart richtig Spaß. Hier gibt es weder Regeln, noch Anspruch auf Kultur und Bildung, sondern einfach nur absolut hartes, krankhaftes Kino, bei dem selbst der verbissenste Kritiker nicht umhin kommt, über den ein oder anderen Kommentar zu schmunzeln.
Die Aggressionen und Verhaltensweisen sind derart überstrapaziert und überzeichnet, dass es manchmal ins Lächerliche abzudriften droht, jedoch finde ich, führt man den Zuschauer damit gezielt auf den Verstandesuntergang hin und bleibt sich somit seiner schon vor Anfang bekanntgegebenen Linie einfach treu. Und dafür: Meinen Respekt!
Einziger Kritikpunkt meinerseits: Vor dem Finale gibt es zeitweilig ein paar Strecken, die sich etwas ziehen und nicht so richtig förderlich für die Geschichte sind – hier noch 5-10 Minuten rausgeschnitten, wäre das Werk perfekt für den Untergang allen, was man in den Blockbusterschmieden zur Freude der Masse sonst so generiert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein mehr als wertvoller Beitrag dafür, anderen zu zeigen, dass auch solche Filme funktionieren und man keine Angst davor haben muss, wenn mal keine Milliardengewinne eingefahren werden.
Hier wird nicht nur nicht die komplette Masse bedient, sondern ausschließlich Nischenkino zelebriert und das in einer wunderbar erfrischenden Art, die mit bösartigem Witz und surrealen Aktionen eine authentische Stimmung aufkommen lässt, die dem Zuschauer pures Vergnügen bereitet – wenn er sich darauf einlässt.
Da liegt auch der Haken: Man muss tolerant genug sein, um so eine Geschichte auch als das hinzunehmen, was sie sein will: Einfach schlichtweg durchgeknallt!

 
Nachspann
Anfangs: Hocken bleiben! Die Darstellungen erinnern fast schon ein wenig an Sin City und wären als Film allein schon einen Beitrag wert.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén