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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Katastrophe

Rampage – Big meets Bigger (3D)

Dann schauen wir mal, wie gut ihr alle mit Vorurteilen umgehen könnt 😀 – und beginnen gleich mal mit einem Schauspieler, der sich in letzter Zeit irgendwie sein eigenes “Genre” aufgebaut hat: Dwayne Johnson.
Gebt zu, wenn ihr seinen Namen lest, denkt ihr alle an die Art Film, in der er gefühlt permanent vertreten ist – und schaut man sich seine Filmografie mal näher an, ist deutlich erkennbar: Dieser Typ hat seinen Style, Filme zu machen, gefunden und lebt ihn:
The Scorpion King
Welcome to the Jungle
San Andreas
Central Intelligence
Baywatch
Jumanji – Willkommen im Dschungel
Es ist irgendwie immer die gleiche Variante von “billigem Humor”, gepaart mit einer Unzahl an übermenschlichen Kräften und Muskelspielchen, bei denen er prollhaft seine Männlichkeit demonstrieren und über den Normalo obsiegen kann. Alles jenseits der realen Möglichkeiten physischer und psychischer Konstellationen.
Stellt euch das Szenenbild doch einfach mal mit Orlando Bloom in der Hauptrolle vor: Funktioniert?
Nicht wirklich. Hier fehlt nämlich die protzende Stärke, mit der er u.a. auch in der The Fast and the Furious-Reihe vertreten ist und dort innerhalb der Fangemeinde für einigen Unmut sorgt, da er angeblich nicht dort reinpasst und zu der scharfen Antiheld-Coolness eines Vin Diesel einfach einen zu proletenhaften Gegenpol bildet.
Und genau deshalb ist er für Rampage – Big meets Bigger perfekt: Es ist ein Film, der zu ihm passt, der ihm genügend Nährboden für seine Ausflüchte bietet und ihm das Wasser reicht.
Achja: Rampage ist ein Computerspiel und daher zählt dieser Film auch zu den Spieleverfilmungen, die … Fluch … und so … ihr wisst schon.
Mit über 335 Mio. Einnahmen bislang kann sich dieser Film aber bereits in der Top 10 Liste der erfolgreichsten Filme des Jahres 2018 wähnen und ist dabei noch nicht mal in Deutschland angelaufen … und das hat einen Grund: Er funktioniert.
Wenn man mit den Vorurteilen klar kommt.
Ich glaube, Dwayne Johnson-Fans wissen bei seinen Titeln genau, worauf sie sich einlassen und schrauben daher keine widernatürlichen Erwartungen in absurde Höhen, sondern gehen mit einem gemächlichen, Popcornentertainment-Gefühl ins Kino, um sich einfach gut unterhalten zu lassen. Ohne Anspruch, ohne Tiefgang, einfach nur gute Action und mittelmäßige Jokes.
Dem entgegen steht der anfängliche Start des Films, wo durchaus andere Erwartungen geweckt werden könnten, jedoch wird sehr schnell klar, in welche Richtung sich das alles bewegen wird und als Zuschauer gelangt man schnell an den Punkt, wo es einfach heißt: Actiondauerfeuer und CGI-Explosion. Mass-Destruction und abartige Zelebration einer übermäßigen Devastation.
Nichts verstanden? Macht nichts. Auf die Story oder andere tiefgreifende Elemente kommt es nämlich überhaupt nicht an, im Gegenteil: Die hätte gern auch noch etwas platter ausfallen dürfen, hauptsache das Maß an Action stimmt.
Und hier fährt man gewaltige Geschütze auf und verbreitet so viel Spaß in den Räumen, dass einem die Laufzeit von 108 Minuten viel zu kurz vorkommt. Für den nächsten Männerabend im Kino absolut perfekt. Für Action-Liebhaber und Freunde von brachialer Zerstörungswut ein gefundenes Fressen.
Für Bierchen, Popcorn, Hirn aus und eine grandiose Filmschlacht ohne Anspruch feiern: Perfekt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Streifen zeigt nirgendwo Andeutungen auf, dass er gern mehr sein möchte: Er ist ehrlich und damit liebenswürdig und funktionierend: Man bekommt gewaltiges Action-Gewitter mit Szenen, die optisch und klanglich überwältigend sind und dem Zuschauer einmal mehr einen guten Grund bieten, sich in ein Kino zu setzen und ihn nicht irgendwo anders zu schauen.
Dann – und nur dann – macht er richtig Spaß!

 
Nachspann
Macht in 3D sicher auch richtig Spaß – allerdings funktioniert der Streifen genauso in 2D – also überlegt es euch. Sitzenbleiben, wenn ihr mögt – muss aber nicht.
Kinostart: 10. Mai 2018
Wer ihn gerne vor Kinostart schon sehen möchte, kann dies im Rahmen des Männerabends z.B. im CinemaxX München bereits am 9. Mai 2018 um 20:15 Uhr tun.

Norman

Müsste ich das vorliegende Werk klassifizieren, würde ich ihn dem New York-Genre zuordnen, denn diese Stadt hat sich in der Geschichte doch längst – sind wir ehrlich – als eigenes Filmgenre herauskristallisiert.
Norman erzählt wieder eine Story, die sich in dem für mich bis heute immer noch nicht greifbaren Genre der New Yorker Büroturm-Welt abspielt und es dennoch geschafft hat, mich so richtig zu packen.
Wer jetzt glaubt, er wird mit Floskeln aus einer Branche beworfen, mit der auch er nichts anfangen kann: Selbst die Originalversion des Films ohne Untertitel war für alle leicht verständlich – ein Hoch auf Richard Gere, dessen seelige Ruhe auch in diesem Film wieder maßgeblich zu einem wunderbaren Feeling beiträgt.
Neben ihm machen Lior Ashkenazi, Michael Sheen, Steve Buscemi, Harris Yulin und andere ebenfalls eine gute Figur und offenbaren dem Kinopublikum eine verzweigte Story, die in Theater-Manier aufgespielt wird und mit der man sich spätestens nach 10 Minuten innig angefreundet hat.
Und wer zwischendrin meint, aus welchen Gründen auch immer den Saal verlassen zu müssen, der verpasst eines der schönsten Filmenden, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und bei im Durchschnitt 400-500 Vorstellungen im Jahr sind das einige.
 

.kinoticket-Empfehlung: So unscheinbar der Titel, so altbacken vielleicht der Hauptdarsteller in seinem Genre wirken mag, so genial und grandios durchzogen ist der Plot, der in einem Finale mündet, dass wirklich jedes Herz aufbricht.
Man braucht vielleicht eine Weile, bis man drin ist, aber dann macht die Show wirklich Spaß. Zutiefst berührend und sehenswert.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten – Ausgang freigegeben.
Kinostart: 21. September 2017

London has fallen

Dieser Film hat einen ganz gewaltigen Fehler: Er genießt verdammt gute PR.
Gerard Butler und Morgan Freeman in einem Trailer zu zeigen, der vor Action-Andeutungen nur so überquillt, endet zumeist in der Tatsache, dass die Massen tatsächlich ins Kino rennen und sich diesen Film als Entscheidung der Woche auserwählen.
Und nun stehen wir vor zwei Problemen. Erstens: Es gab schon mal so ein Teil, nämlich Olympus has fallen, der sich inhaltlich nicht sonderlich von der jetzigen Geschichte abhebt, und zweitens: Der erste Versuch war bereits grottenschlecht.
Auch hier klaffen wieder Logiklücken, die jeden mit Verstand gesegneten Zuschauer bitter zu Gott flehen lassen, dass dieses Dilemma bald enden möge. Diesbezüglich hätten die Macher gut daran getan, sich wenigstens um einige Grundprinzipien der Physik zu bemühen, um nicht alle gemeinen Zuschauer böse vor den Kopf zu stoßen, wenn es um ganz banale Tatsachen geht, die längst nichts mehr mit überzogener Action oder dramatischer Übertreibung zu tun haben.
Um hier nicht zu spoilern, aber dennoch darauf hinzuweisen, was ich meine: Zwei Meter daneben passiert dann nichts mehr, wenn es explodiert, ja? Im Ernst?
Überhaupt wirken die Explosionen hier zwar mächtig gewollt, jedoch fehlt ihnen eine Substanz, die beispielsweise der Trailer von Independence Day – Wiederkehr vermittelt: Stärke. Man spürt einfach das Fehlen von Geld betreffend der CGI-Momente, mit denen im Film ganz rar umgegangen wird. Ironie off.
Irgendwie wird damit der dramatische Absturz eines Flugzeugs mal eben zur schlecht eingespielten Computerspielsequenz, die mehr die Information über das Geschehen vermittelt, als mit Imposanz eine cineastische Erfahrung auf die Leinwand zu produzieren, die dem Zuschauer die Gänsehaut auf dem Rücken stehen lässt. Diesbezüglich lob ich mir Teil 7 der Fast and the Furious-Saga, die auch mit Action maßlos übertrieben, dabei aber den Wumms nicht aus den Boxen geklaut haben, sondern sowohl sound- als auch bildtechnisch ordentlich aufs Gewand hauen. Und diese unterschwellige, fundamentgebende Stärke fehlt hier vollends.
Dass man sich bei dieser Art Unterhaltung nicht über den Stoff selbst austauschen darf, versteht sich von allein. Selbst da wäre ich so kulant zu sagen, dass man hier einfach freigeistige Schöpfungskreativität in einen Popcornstreifen legt, der zu nichts anderem taugt, als die Bassboxen mal wieder von ihrem angesammeltem Staub zu befreien – aber wenn genau dieser Punkt dann ins Leere trifft und hier absolut kein Widerstand zu spüren ist, dann geht für mich als Zuschauer die Story mitsamt allem dahinter komplett den Bach runter.
Und dass hierbei dann meine sowieso schon extrem niedrigen Erwartungen untertroffen werden, hätte ich wirklich nicht erwartet. Aber was will man machen: Die Kinosäle sind voll, die Massen rennen rein, der Trailer und damit die PR-Jungs haben ganze Arbeit geleistet und mit dem Ergebnis wird Kohle verdient – finanziell gesehen also alles richtig gemacht.
Schade finde ich hierbei eigentlich nur, dass das Thema gar nicht so blöd ist, wie man anfangs denkt, denn hieraus könnte man tatsächlich eine gigantische Schlacht epischen Ausmaßes herauskitzeln, was wiederum aber extrem viel Fingerspitzengefühl benötigt, um damit auch die etwas intellektuellere Schicht der Kinogänger anzusprechen. Und für sowas reißt sich heutzutage wohl kaum noch jemand den Arsch auf, oder?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn ihr des Trailers wegen da reinspaziert seid, erwartet keine gigantischen Trümpfe.
Butler bemächtigt sich zwar seiner kuriosen und teilweise überzogenen Brutalität in Wort und Tat, das allein reicht aber nicht aus, um den Film die ganze Spielzeit über am Laufen zu halten.
Hier fehlt meines Erachtens nach einfach ganz viel Glaubwürdigkeit und eine Brise mehr Wumms hinter den teilweise lieblosen Animationen grandioser Zerstörungsmomente, die – mit den richtigen Mitteln – durchaus in cineastischen Nervenkitzel verwandelt werden könnten.
Hier hat man scheinbar an den falschen Ecken gespart und damit die Fortsetzung eines bereits in meinen Augen misslungenen ersten Teils grandios zum Scheitern verurteilt.
Sollte Teil 3 folgen und der wieder mit den gleichen rabiaten Mitteln aufspielen, ändere ich meine Meinung und halte fest, dass ich dieser Form der Unterhaltung einfach nichts abgewinnen kann und somit das völlig falsche Publikum für sowas bin.
Und bis es soweit ist, rate ich euch dringend davon ab, diesen Film im Kino zu sichten. Wartet lieber auf ProSieben, da kostet euch der Spaß dann wenigstens nichts.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, auch wenn hier nochmal züngelnd der teils an Epik grenzende Soundtrack etwas aufspielt, die Kiste aus dem Sand ziehen diese Minuten dann auch nicht mehr.

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