kalter Krieg

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Cold War – Kalter Krieg, Russland, unverständliche Sprache, Vodka und eine uns völlig fremde Kultur, die so fern dessen ist, was in Europa und im westlichen Teil der Welt stattfindet, dass man quasi schon das kalte Schaudern kriegt, wenn man das Wort allein liest und auf den Film schon mal vorab keinen Bock hat.

“Der Breitengrad der Liebe” – hört sich ebenfalls nach nem schmalzigen Titel der neuen Baronin-Sissy-Filme an, also ist die gesamte Fraktion der Nicht-Schnulzgestörten auch aus dem Zielpublikum weg… Was bleibt? Kucken wir lieber was anderes.

Und nun soll es meine Aufgabe sein, euch allen einen Arschtritt zu verpassen, auf dass ihr in den Sälen in eben jenem Film landet?

Schritt eins war die Platzierung in meiner Top 5 of the Week: Dort kommen tatsächlich die Filme rein, auf die ich so stolz bin respektive die so gut sind, dass ich es selbst als quälende Herausforderung ansehe, auf den regulären Kinostart zu warten, um sie mir endlich noch 2-3x ansehen zu können.

Und da rauf hat es dieser Film geschafft! Vergesst also das Russlandgequatsche. Vergesst den kalten Krieg. Vergesst sämtliche Assoziationen, die ihr mithilfe des Plakats vornehmen könntet: Sie sind allesamt gnadenlos falsch!

Was euch hier erwartet ist ein Reigen voller blühender Kunst und brachialer Intelligenz, die zu einem formschön-vollendeten Werk zusammengebündelt wurde und im Vorbeigleiten die Schönheit einer ganzen Kultur offenbart: Zu Zeiten des kalten Krieges! Allein für diese Perversion sollte man ein .kinoticket lösen.

Man verliert sich nicht in slawischer Manier, man sieht keine neunmalklugen Hitler-Bilder oder ergießt sich im trist-schnöden Grau der lasziv vollzogenen künstlerischen Härte eines untergehenden Landes, sondern fokussiert sich auf etwas, womit ganz sicherlich niemand das Wort “Krieg” in Verbindung bringen würde.

Und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass dieses Phänomen so ergreifende Wirkung zeigt, dass es eine Schande wäre, wenn Filme wie dieser im Sumpf der Masse an Filmen untergehen, nur weil nicht Disney als Präsenter oben drauf steht.

 

.kinoticket-Empfehlung: Sämtliche Assoziationen zu jedem Wort aus dem Titel sind falsch: Es gibt nämlich nur eine richtige Reaktion => Reingehen!

Cold War spricht eine glamouröse Sprache und zeugt von hohem Niveau, das es mit Leichtigkeit fertig bringt, die verborgensten Winkel der Seele zu packen und mit Schönheit zu umspülen. Auch, wenn man es nicht glauben mag: Nach diesem Film ist man verliebt in selbigen. Also geht unbedingt rein!

 

Nachspann
❌ nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: Zimna Wojna
Length: 89 Min.
Rate: FSK 12

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Ich glaube, viele wissen heute gar nicht mehr, wie gut es ihnen eigentlich geht. Ich lese immer wieder auf Facebook über die “geile alte Zeit” in der DDR, wie toll damals doch alles gewesen ist, was es für einen fantastischen Zusammenhalt gab und wie gesellschaftlich-sozial jeder eingestellt war.
Spätestens seit Das Leben der Anderen sollte jedem klar sein, dass all das nur eine betrügerische Kulisse des Lebens war, der viele Unwissende heute aufgesessen sind und die sich tatsächlich vollkommen anders abgespielt hat.
Das Schweigende Klassenzimmer gehört zu den Filmen, die mein Herz im Sturm erobert haben… aufgrund ihrer unmaskierten Ehrlichkeit der Geschichte und dem Zuschauer gegenüber.
Tatsächlich haben sich die Ereignisse nämlich genau so im echten Leben abgespielt – lediglich die Namen und der Handlungsort wurden für den Film abgeändert. Und das sollte jedem, der sich die Mühe macht, diesen absolut unterhaltsamen und erschreckenden Film anzusehen, die Augen weit öffnen.
Ich kann den Kinostart kaum erwarten und freue mich schon, ihn wieder auf die Liste meiner Wiederholungstäter-Filme zu setzen, denn ich werde ihn mir definitiv noch ein paar Mal ansehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich kann jedem nur empfehlen, sich diesen außerordentlichen Film im Kino seiner Wahl anzusehen.
Die geschichtlichen Ereignisse sind unverändert wahr und gleichermaßen faszinierend wie erschreckend!
Wer wissen will, was damals wirklich passiert ist: Das Schweigende Klassenzimmer erzählt davon. Selten so einen guten Film über diese Zeit gesehen wie diesen hier!

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden – rausgehen erlaubt!
Kinostart: 1. März 2018

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Mit 13 Oscar(r)-Nominierungen an der absoluten Spitze der diesjährigen Vorfreude auf die Academy Awards hat dieser Film bereits jetzt etwas völlig richtig gemacht!
Und das kann man von Guillermo del Toro’s Filmen generell behaupten: Er versteht es, den Zuschauer gleichermaßen zu faszinieren und zu schocken. Dafür hat man sich hier ein unglaublich sinnliches Beispiel hergenommen, mit einem exzellenten Cast besetzt und daraus eine Geschichte gemacht, die man so schnell nicht wieder vergisst.
Die Grenzen zwischen unbändiger Liebe und roher Gewalt verschwimmen auch hier wieder zu einer märchenhaften Erzählung, deren Wurzeln viel zu tief im Realismus des Erwachsenseins verankert sind, als dass man sie tatsächlich als Märchen abtun könnte. Shape of Water ist so viel mehr!
Es fällt wieder schwer, über etwas zu reden, ohne zu spoilern, aber ich denke, ich nehme nicht zu viel vorweg, wenn ich sage, dass man hier in allen Facetten mit ausdrucksstarker Bildgewalt gearbeitet hat, die weit über Worte hinausgeht. Um diese schauspielerische Vielfalt erbringen zu können, wurden nicht die Rollen geschrieben und anschließend nach Kompromissen gecastet, sondern jeder Einzelne stand bereits vorher fest und ihre Rollen wurden an die Stärken dieser Schauspieler angepasst.
Daraus erblüht eine Basis, auf der sich jeder Protagonist vollkommen ausleben und “er bzw. sie selbst” sein konnte, was vorzeiglich zu diesem Nominierungsergebnis geführt hat. Daraus lässt sich erkennen, dass der Zuschauer es ungemein schätzt, wenn Charaktere authentisch sind und nicht nur versucht wird, etwas möglichst gut zu spielen.
Aber del Toro hat auch ein unglaubliches Gespür dafür, Menschen zu fesseln und sie in ihren eigenen Emotionen ertrinken zu lassen, indem er Szenerien erschafft, in die man sich einlullt, nur um anschließend von ihm wieder durchs Eck gebeutelt zu werden. Diese unfassbare Erzählstärke und bildgewaltigen Ausdrücke einer tiefsinnigeren Welt mit Elementen, die einen aus dieser hier entreißen, erschafft ein filmisches Monument, dass ich im März einfach ausgezeichnet sehen will – weil es gottverdammtnochmal verdient ist!
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier explodieren Nominierungen und Auszeichnungen aller Art und das hat einen Grund: Dieser Film basht so ziemlich alles vom Thron, was vorher mal daran geglaubt hat, hier Platz nehmen zu dürfen.
Diese Zeiten sind vorbei, denn Shape of Water – Das Flüstern des Wassers eruiert den Meilenstein des Kinos völlig neu und belegt dabei gleich mal das Treppchen ganz oben. Gut gemacht!

 
Nachspann
Braucht man nicht sitzen bleiben – aber genießt das geniale Gefühl, mit dem euch der Film wieder nach draußen schickt einfach noch ein wenig.
Kinostart: 15. Februar 2018

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Das Thema Alter ist für viele Menschen nicht unbedingt mit positiven Assoziationen verbunden. Daher ist es auch nicht wenig erstaunlich, dass bereits im Büchermarkt der Vorgänger dieses Films ein Bestseller wurde, da viele Menschen durch die aufgeweckte und lustige Art des Hauptdarstellers inspiriert und zu ein wenig mehr Leichtigkeit im Leben eingeladen werden.
Die Fortsetzung dieses Films basiert diesmal nicht auf einem Buch, sondern entspringt aus dem Enthusiasmus und der Begeisterung der Regisseure über das Universum des alten Mannes. Die beiden haben sich hingesetzt, und eine Fortsetzung gesponnen, die seine Geschichte glaubwürdig weitererzählt. Dabei die richtigen Nuancen zu treffen und den Schauspielern zu sagen, dass sie nicht witzig sein sollen, obwohl sie in einer Komödie sind, war sicherlich eines der schwierigeren Aufgaben. Denn der Film mutet genau in diesem Stil an: er besticht durch seinen unterschwelligen Humor und seine herzensgute und bodenständige Art, die keineswegs abgehoben oder super speziell ist.
Man verliebt sich sofort wieder in die alten Charaktere, hat jede Menge Spaß bei den neuen Abenteuern und beschäftigt sich eingehend mit der Planbarkeit des Lebens. Zu sehen, wie dieser alte Mann von einem Abenteuer ins nächste stürzt, macht nicht nur vor der Leinwand richtig Spaß.
Mit seinen 101 Jahren ist Allan Karlsson mit Sicherheit nicht nur eine Inspiration und Vorbild für die ältere Generation, sondern die liefert auch genügend Lebensenergie für Junggebliebene.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand liefert beste Unterhaltung, wartet mit spritzigem, unterschwelligem Humor auf und entführt erneut in die skurrile Welt eines über 100-Jährigen.
Das Anschauen macht Spaß, es gibt jede Menge zu lachen, und man hat als Zuschauer garantiert einen unterhaltsamen Abend.

 
Nachspann
Nach der Schwarzblende darf man aus dem Saal verschwinden, hier kommt nichts weiter mehr.

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Hier mal schnell reinschauen um sich einen Eindruck vom Film zu machen, ist meines Erachtens nach gar nicht so ohne weiteres möglich.
Edward Zwick entführt in eine Welt, die den meisten wohl unbekannt vorkommt und von der man auf der Oberfläche des alltäglichen Medienkonsums eher weniger liest. Herrschaften älteren Semesters könnten sich noch an die wahren Ereignisse erinnern, auf denen die geschilderten Erfahrungen basieren. Dabei ist dieser Film seit langem mal wieder eine Form von cineastischer Kost, die ich jedem auf den Tisch packen würde, denn wie hier gearbeitet wurde, obsiegt im Sumpf medialer Verkrustung und wirtschaftlich-ambitionierter Arbeitsmoral.
Die Macher haben es komplett verstanden, ein Thema, das von Ruhe und Tatenlosigkeit geprägt ist, derart unterhaltsam umzusetzen, dass man als Zuschauer gebannt vor der Leinwand steht und einem herausragenden Tobey Maguire dabei zusieht, wie er im Kampf mit sich selbst das von ihm gesteckte Ziel zu erreichen versucht.
Überhaupt ist der Cast fast schon vergötterbar elegant in seinem Umfeld unterwegs. Die Szenen, die sich früher so im Fernsehen abgespielt haben, gepaart mit den Einblicken hinter die Kulissen und den ständigen Fragen und Ängsten, die damit einhergehen, wurden hier so dermaßen wunderbar umgesetzt, dass man am Schluss vor der Leinwand kniet und sich bei den Darstellern für die gute Unterhaltung bedanken möchte.
Wohl mag es diejenigen geben, die mit den Allüren von Bobby Fischer nicht ganz klar kommen und denen das ganze Spiel zu viel wird – jedoch unterstreicht genau dieser Punkt den psychologischen Wahnsinn, in den sich der Hauptakteur im Verlauf seiner Zeit manövriert und ganz nebenbei eben nicht nur über das Spiel der Könige, sondern auch die restlichen politischen Schachzüge entscheiden will.
Und diese mit Worten kaum beschreibbare Handlung so spannend zu inszenieren, dass dir während dem Film zu keiner Zeit langweilig wird und man alles andere gerne dafür vergisst, zeugt für mich von ganz großem Können und lässt die Hoffnung aufkeimen, das anspruchsvolles Kino noch nicht ausgestorben ist.
Möge dieser Film den Weg in die Kinos finden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wann immer es eine Chance gab, gegen die Oberflächlichkeiten der heutigen Massenfilme zu wettern, dieser Film zeugt von leidenschaftlicher Eleganz und intellektueller Würde und beleuchtet ein Thema, das in den Medien bisher viel zu selten Aufmerksamkeit bekommen hat.
Der Cast ist hervorragend, das Thema zwar recht handlungsarm, aber derart spannend inszeniert, dass es vor Anspannung im Kinosessel fast ungemütlich wird. So sieht großartige Unterhaltung aus. Also packt eure Leute ein und schaut euch diesen Film im Kino an – es lohnt sich!

 
Nachspann
Bei der Schwarzblende zum Abspann darf man gerne aufstehen und den Saal verlassen, hier folgen keine weiteren Szenen oder Bilder mehr.

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Steven Spielberg gehört zu den Altmeistern des Kinos, die die Filmbranche nicht nur mit rühmlichen Werken bereichert, sondern den Zeitgeist der Filmgeschichte durch ihre Beiträge stark geprägt haben.
Gleichzeitig gehört er zu den Regisseuren, die man heute durchaus als konservativ bezeichnen könnte, was sich auch in der gesetzten Drehweise von Bridge of Spies konsequent abzeichnet.
Wo andere Movies ihre Stärken in Bereichen wie 3D oder Gigantismus der Technik setzen, steckt hier das Potenzial definitiv in der Erzählweise und Bodenständigkeit, die nicht nur emotional zurück in die Zeit des kalten Krieges versetzt. Eben drum ist Tom Hanks auch als Hauptdarsteller dieser Nacherzählung der richtig ausgewählte Schauspieler, denn zu ihm passt dieses Geerdet sein von allen derzeit aktiven Schauspielern am besten.
Politisch gesehen springt man zwar wieder ein bisschen auf den “Wir sind die Guten”-Zug auf, der von Amerika so gerne zelebriert wird und auch gefeiert werden darf, denn immerhin machen die ihre Filme ja in erster Linie für sich selbst und erst danach für den Rest der Welt. Anderenfalls – so zumindest empfanden es auch meine Kinonachbarn – würden Leute wie wir nicht ins Kino rennen, wenn Geschichten so trocken erzählt werden, wie sie es manchmal sind.
Die Größe dieses Streifens liegt definitiv im Tun des Hauptprotagonisten, der sich – Erfahrungsberichten nach – tatsächlich so verhalten hat und damals groß durch die Medien gegeistert ist. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für die netten Gespräche und die tolle geschichtliche Aufklärung, die ich während des Abspanns von meinen Nachbarn in München genießen durfte.
Ich finde es bereichernd, sich mit der Generation zu unterhalten, die diese Taten damals noch “live” miterlebt haben und quasi Informationen aus erster Hand weitergeben können. Ihren Angaben zufolge wurde im Film auch nicht unbedingt viel dazu gedichtet, sondern allenfalls etwas “schmackhaft” gemacht, im groben Kern blieb man aber tatsächlich bei den wahren Begebenheiten, was die ganze Sache noch viel unglaublicher macht.
Wenn Politik und Länder versagen, wenn Gesetze anderes verlangen, wenn Menschen unglaubliches vollbringen und dazwischen einzelne Personen sind, die nennenswerte Taten vollbringen und denen einzelne Personen nicht scheißegal sind, dann sollte man auch darüber berichten.
Und da Generation Blöd eher zum Handy greift oder eben allenfalls ins Kino rennt, statt sich mit wichtigen politischen Dingen auseinanderzusetzen und den Ernst der Lage zu begreifen, der sich schon seit Monaten wieder unterschwellig in unseren Alltag einschleicht, ist es auch der absolut richtige Schritt zur richtigen Zeit, diesen Film auf die Leinwände zu bringen und hoffentlich wieder eine Handvoll Menschen aufzuwecken und dazu anzustacheln, sich eben nicht mit dem allgemeinen Denkergeist zufriedenzugeben und wieder sinnentleert TV zu schauen.
Wie schnell so etwas gehen kann, hat Er ist wieder da furios bewiesen. Bridge of Spies erzählt eine genauso wichtige Geschichte mit einem ebenso fatalen und wichtigen Inhalt, nur dass hier eben die andere Seite beleuchtet und “von links” aufgeweckt wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine historische Dokumentation, über die man in irgendeiner Form informiert sein sollte.
Ob das nun Bücher, Informationen im Internet oder eben dieser wunderbar aufbereitete Film ist, sei jedem selbst überlassen. Hanks brilliert in seiner Rolle und das Drumherum stimmt ebenfalls.
Bravourös: Man hat sich im großen Ganzen wirklich an die wahren Begebenheiten gehalten und damit einen Mann geehrt, der viel riskiert hat um noch mehr zu erreichen.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also getrost nach draußen verschwinden.

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