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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: June Squibb

Wer ist Daddy?

Was mir zuerst in den Sinn kommt, wenn ich Ed Helms auf der Leinwand sehe, ist Hangover. Und tatsächlich hatte Regie-Debütant Lawrence Sher auch in allen drei Teilen seine Finger mit im Spiel, was die vielverzweigten Anspielungen und Elemente, die man gut und gerne auch in diesen Filmen eingebaut sehen könnte, bei Wer ist Daddy? erklärt.
Aufgebaut auf einen recht ungewöhnlichen Road-Trip erobert man mit jeder Menge Slapstick-Einlagen und urkomischen Momenten des Zuschauers Herz und setzt dabei komplett auf familiäre Elemente, die in einem für diesen Film untypischen Finale münden, was ich auch gleichzeitig als kleinen Kritikpunkt anbringen will.
Natürlich sitzt man im Kino, beschaut sich das Prozedere und ist von vielen liebevollen Gags und spinniger Liebenswürdigkeit umgeben und denkt sich, dass das zwingend so enden muss, andererseits könnte man genau dieses Finale aber auch als Versuch werten, hier wieder mehr sein zu wollen, als man ist und damit eben etwas mehr Publikum abgreifen zu können, was ich – in wirtschaftlichen Interessen begründet – niemals für gut heiße.
Das ändert jedoch nichts daran, dass man während des Films – insbesondere zu Beginn – unglaublich viele tragende, spaßige und vorantreibende Momente erlebt, die für viel Kurzweil und gute Unterhaltung sorgen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Egal, ob mit Freundin oder Familie, allein oder mit Kumpels – dieser Film eignet sich hervorragend, um einen gemütlichen und lustigen Kinoabend zu genießen.
Das Ende fordert einem ein klein wenig was ab, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen – als Gesamterlebnis bleibt ein durchweg positiver Eindruck zurück, den man gerne mit nach Hause nimmt. Also auf geht’s und rein da!

 
Nachspann
ist anfangs gesäumt von tollen Aufnahmen und erliegt dann dem schwarzen Stream, man darf also gerne wieder nach draußen.
Kinostart: 15. Februar 2018

Table 19 – Liebe ist fehl am Platz

Dieser Film besticht durch seine komplette Andersartigkeit sowohl in der Auswahl des Themas, als auch in seiner Art, die Dinge zu erzählen. Wenngleich die großen Köpfe des verbalen Intellekts hier auch ihre Schwierigkeiten haben mögen, so entfaltet dieser Titel dennoch eine ungewohnte, völlig absurde und dadurch absolut interessante Plattform, auf der man sich eines Themas annimmt, von dem der normale Zuschauer denkt, dieses gehöre wohl kaum als Hauptaugenmerk auf die Leinwand.
Dass genau dies passiert, macht diesen Streifen zu einem sehenswerten Konstrukt, denn man findet sich mal nicht in den üblichen platten Klischee-Zelebrierungen wieder, sondern widmet einen ganzen Spielfilm einer Gruppe, die sonst außen vor bleibt.
Dass man da jetzt keine schauspielerischen Offenbarungen oder horizonterweiternde Erlebnisse erwarten braucht, ist glaube ich jedem von Anfang an klar. Dass der Besuch eines Lichtspieltheaters trotzdem lohnenswert ist, bezeugt allein schon die Tatsache, dass diese wirklich derb komischen Vögel gemeinsam besser belacht werden können, als zu Hause auf der heimischen Couch.
Und der Spaß kommt mit dem Tun: Im Laufe der Zeit entwickelt der Plot immer mehr Eigenständigkeit und kommt durch seine skurrilen Ausführungen ins Rollen, auch wenn das groß erwartete Finale eher unspektakulär wirkt, so gehört genau dieses Ende auch wieder der Zielgruppe an, um die es hier geht.
Es ist nicht der Inhalt oder die Pointe, sondern vielmehr die Tatsache, warum dieser Film gedreht wurde, der uns einen Spiegel vorhält und zeigt, dass eben nicht nur die üblichen Verdächtigen auf einer Leinwand Platz haben, sondern man auch ganz andere Materie hernehmen kann, um diskussionswürdigen Stoff zu produzieren.
Mit Table 19 schickt man da einen Film ins Rennen, der durchaus kritisch begutachtet werden darf und den man sich gerne als Grundlage für weitere Gespräche ranziehen kann.
 

.kinoticket-Empfehlung: Erwartet nichts normales, sondern stellt euch einfach auf eine völlig andersartige Überraschung ein, dann wird es auch keine Enttäuschung.
Die Nische, in der man hier wandelt und die gekonnte Nicht-Inszenierung dessen, was eigentlich jeder erwartet hätte, lässt aufleuchten, dass hinter den Absichten mehr steht, als man eingangs vermutet.
Definitiv eine interessante, aufschlussreiche Erfahrung.

 
Nachspann
Aufstehen, anziehen, rausgehen – hier folgen keine weiteren Szenen.
Kinostart: 17. August 2017

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