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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Jeffrey Dean Morgan

Rampage – Big meets Bigger (3D)

Dann schauen wir mal, wie gut ihr alle mit Vorurteilen umgehen könnt 😀 – und beginnen gleich mal mit einem Schauspieler, der sich in letzter Zeit irgendwie sein eigenes “Genre” aufgebaut hat: Dwayne Johnson.
Gebt zu, wenn ihr seinen Namen lest, denkt ihr alle an die Art Film, in der er gefühlt permanent vertreten ist – und schaut man sich seine Filmografie mal näher an, ist deutlich erkennbar: Dieser Typ hat seinen Style, Filme zu machen, gefunden und lebt ihn:
The Scorpion King
Welcome to the Jungle
San Andreas
Central Intelligence
Baywatch
Jumanji – Willkommen im Dschungel
Es ist irgendwie immer die gleiche Variante von “billigem Humor”, gepaart mit einer Unzahl an übermenschlichen Kräften und Muskelspielchen, bei denen er prollhaft seine Männlichkeit demonstrieren und über den Normalo obsiegen kann. Alles jenseits der realen Möglichkeiten physischer und psychischer Konstellationen.
Stellt euch das Szenenbild doch einfach mal mit Orlando Bloom in der Hauptrolle vor: Funktioniert?
Nicht wirklich. Hier fehlt nämlich die protzende Stärke, mit der er u.a. auch in der The Fast and the Furious-Reihe vertreten ist und dort innerhalb der Fangemeinde für einigen Unmut sorgt, da er angeblich nicht dort reinpasst und zu der scharfen Antiheld-Coolness eines Vin Diesel einfach einen zu proletenhaften Gegenpol bildet.
Und genau deshalb ist er für Rampage – Big meets Bigger perfekt: Es ist ein Film, der zu ihm passt, der ihm genügend Nährboden für seine Ausflüchte bietet und ihm das Wasser reicht.
Achja: Rampage ist ein Computerspiel und daher zählt dieser Film auch zu den Spieleverfilmungen, die … Fluch … und so … ihr wisst schon.
Mit über 335 Mio. Einnahmen bislang kann sich dieser Film aber bereits in der Top 10 Liste der erfolgreichsten Filme des Jahres 2018 wähnen und ist dabei noch nicht mal in Deutschland angelaufen … und das hat einen Grund: Er funktioniert.
Wenn man mit den Vorurteilen klar kommt.
Ich glaube, Dwayne Johnson-Fans wissen bei seinen Titeln genau, worauf sie sich einlassen und schrauben daher keine widernatürlichen Erwartungen in absurde Höhen, sondern gehen mit einem gemächlichen, Popcornentertainment-Gefühl ins Kino, um sich einfach gut unterhalten zu lassen. Ohne Anspruch, ohne Tiefgang, einfach nur gute Action und mittelmäßige Jokes.
Dem entgegen steht der anfängliche Start des Films, wo durchaus andere Erwartungen geweckt werden könnten, jedoch wird sehr schnell klar, in welche Richtung sich das alles bewegen wird und als Zuschauer gelangt man schnell an den Punkt, wo es einfach heißt: Actiondauerfeuer und CGI-Explosion. Mass-Destruction und abartige Zelebration einer übermäßigen Devastation.
Nichts verstanden? Macht nichts. Auf die Story oder andere tiefgreifende Elemente kommt es nämlich überhaupt nicht an, im Gegenteil: Die hätte gern auch noch etwas platter ausfallen dürfen, hauptsache das Maß an Action stimmt.
Und hier fährt man gewaltige Geschütze auf und verbreitet so viel Spaß in den Räumen, dass einem die Laufzeit von 108 Minuten viel zu kurz vorkommt. Für den nächsten Männerabend im Kino absolut perfekt. Für Action-Liebhaber und Freunde von brachialer Zerstörungswut ein gefundenes Fressen.
Für Bierchen, Popcorn, Hirn aus und eine grandiose Filmschlacht ohne Anspruch feiern: Perfekt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Streifen zeigt nirgendwo Andeutungen auf, dass er gern mehr sein möchte: Er ist ehrlich und damit liebenswürdig und funktionierend: Man bekommt gewaltiges Action-Gewitter mit Szenen, die optisch und klanglich überwältigend sind und dem Zuschauer einmal mehr einen guten Grund bieten, sich in ein Kino zu setzen und ihn nicht irgendwo anders zu schauen.
Dann – und nur dann – macht er richtig Spaß!

 
Nachspann
Macht in 3D sicher auch richtig Spaß – allerdings funktioniert der Streifen genauso in 2D – also überlegt es euch. Sitzenbleiben, wenn ihr mögt – muss aber nicht.
Kinostart: 10. Mai 2018
Wer ihn gerne vor Kinostart schon sehen möchte, kann dies im Rahmen des Männerabends z.B. im CinemaxX München bereits am 9. Mai 2018 um 20:15 Uhr tun.

The Walking Dead – Season 7 Episode 12: "Sage Ja"

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Welcome Screen im CinemaxX München zum Starbesuch presented by Twentieth Century Fox


 
Es ist zugegebenermaßen schon ewig her, dass ich diese Folge der unglaublich tollen Serie im Kino gesehen habe. In den vergangenen Jahren hat man mich schon mehrfach gefragt, ob ich auch Serien bewerte und meine Antwort darauf war stets: “Ja, wenn sie im Kino laufen.”
Da ich diesbezüglich aber noch nichts im Blog habe, wird es endlich mal Zeit, damit anzufangen. Zu dem Event-Abend gab es nämlich für alle Besucher noch einen megafetten Bonus zur Folge obendrauf: Die Darsteller Dr. Eugene Porter (Josh McDermitt) und Dwight (Austin Amelio) waren persönlich da und haben uns vor der Show mit jeder Menge Informationen über den Dreh, die Folgen, die Erlebnisse am Set und Schwänken zugepackt und wir alle hatten gemeinsam megamäßig viel Spaß.
Die Darsteller mal außerhalb der Serie zu erleben und zu merken, dass sie auch da mordsmäßig coole Socken sind, war für sich schon den Abend wert. Und viele tolle Erinnerungen, den Theme Song von The Walking Dead in Kinoqualität und ein paar hübsche Selfies mit den Darstellern machten den Abend perfekt.
Und natürlich die Folge selbst.
Hier orientiere ich mich mal an den ersten beiden Staffeln, auch wenn das für Season 7 ziemlich weit hergeholt ist, jedoch repräsentieren für mich die ersten beiden Jahre noch das Grundwesen dieser Serie. Man hatte eine Folge, in der unglaublich viel passiert ist, unglaublich großartige Einstellungen gemacht wurden und man sich mit Eleganz und Drang durch die völlig absurde Welt bewegte und den Zuschauer einfach blindlings hineinfallen ließ. Genau das haben viele ja so mächtig gelobt, dass endlich mal Anspruch und Stil und nicht die billigen Effekte das Hauptaugenmerk der Serie sind.
In Season 7 sieht das dann schon ein wenig anders aus. Man bekommt viel eher das Gefühl, dass es “am Laufen gehalten” werden muss und man sich mit den Einfällen und der Reichhaltigkeit innerhalb einer Folge mächtig zurückhält. Klar, es ist nur ein Bruchteil der Erzählung dieser Geschichte, die niemals ein absolutes Ganzes darstellt und der verpuffende Wow-Effekt zum Einstand der Serie ist mittlerweile auch längst verklungen, jedoch wirkte auf mich die Folge extrem langsam. Man lässt sich mit allem viel mehr Zeit und hat längst nicht mehr den “Forscherdrang” zu wissen, wie es jetzt überhaupt weiter geht, sondern wundert sich vielmehr eher, wenn überhaupt etwas passiert. Die Entscheidungen sind auch nicht mehr so trächtig und konsequenzenreich, sondern werden eben einfach getroffen und dann durchgezogen. Danach beschäftigt man sich mit Elementen, die man von früher kennt, zieht es alles auf eine Folge hoch und hat am Ende ein Ergebnis mit Cliffhanger zur nächsten Folge – eben der ganz typische Serienalltag.
Ich weiß nicht, ob das nun gut oder schlecht ist, inwieweit man sich da reingefunden und positioniert hat, empfand es aber dennoch als sehr wohltuend, mal mit vielen anderen Fans gemeinsam diese Folge vor Ausstrahlung zu erleben und somit einen völlig neuen Einblick in die Serie zu kriegen, der einem auf Blu-ray nicht gewährt wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Abend war sein Geld auf jeden Fall wert!
Jeder Fan ist begeistert, wenn man Teile seiner Serie plötzlich wahrhaftig vor sich erlebt und es muss ein unglaublicher Erinnerungswert sein, wenn Eugene ins eigene Popcorn greift und sich einfach mal so bedient.
Lustig war’s in jeder Hinsicht und wir alle wissen nun auch aus erster Hand, dass die beiden Oachkatzlschwoaf richtig aussprechen können 😉 Dann kann für den Dreh in München ja nichts mehr schief gehen 😀

 
Nachspann
wie üblich, nur eben in Groß und unglaublich präsent.
(Heim)Kinostart: 9. November 2017
(Hier mach ich mal eine kleine Ausnahme, da Serien generell nicht in Kinos anlaufen und durchgehend dort zelebriert werden könnten.)

Die Vorsehung

Anthony Hopkins hat sich in der Vergangenheit ja öfters schon an Werken übersinnlicher Natur probiert und ist damit auch einige Male richtig auf die Schnauze gefallen.
Hier kommt ein weiterer Versuch, bei dem man diesmal vieles richtig gemacht hat, beginnend mit der Ernsthaftigkeit beider Seiten, die dem Ausgangsphänomen gegenüberstehen.
Was als seichte, unüberlegte Kost beginnt, gewinnt sehr schnell an Fahrt und Professionalität und liefert letztlich eine fantastische Jagd nach der Auflösung ab, die in einem großangelegten Finale gipfelt. Hierzu muss gesagt werden, dass dieser Film durchaus verdient, dass man vor ihm warnt, denn das Gezeigte ist nicht etwa massentauglich aufbereitet, sondern wütet manchmal ordentlich vor sich hin, so dass nicht nur von etwas Bösem gesprochen wird, sondern man tatsächlich hin und wieder mit Bildern um sich schlägt, die die Mägen zärterer Gemüter ordentlich aufwirbeln dürften.
Der Gedankengang hinter allem ist großartig und wird auch professionell entschlüsselt, so dass dem Filmspaß bis zum Finale auch kein Abbruch getan, indem bereits vorab Erkenntnisse verraten oder unnötigerweise auf etwas hingewiesen wird. Der Zuschauer darf selbst entwirren und sich von den Machern auf die Fährten führen lassen, die er meint, besteigen zu müssen.
Was gänzlich fehlt, ist die Rührseligkeit bekannter Klischees, in denen solche Filme meistens enden, um hier eine honigseifende Pointe aufs Moralbrot zu schmieren, die selbst die Zunge in Zucker verwandeln würde – ganz im Gegenteil. Man stellt sich Fragen, die im Leben einmal geklärt werden sollten und durchaus zum Nachdenken anregen – und liefert damit nicht nur erstklassige Unterhaltung, sondern auch ein Stück weit Anregung dazu, das Hirn einzuschalten und über gewisse Dinge zu sinnieren.
Allein beim Schluss hätte ich mir etwas mehr Struktur gewünscht, da man zuletzt dann schließlich zu sehr ausbüchst und somit die ansonsten wunderbar geführte Geradlinigkeit verlässt, die dem Film so viel Esprit verleiht.
Und Fragen wie diese, denen sich Hopkins stellen muss, sollten wir uns alle stellen, da sie nicht nur wahnsinnig viel über uns selbst verraten, sondern auch im Umgang mit nahestehenden Personen helfen, Situationen zu ertragen und besser zu verarbeiten.
 

.kinoticket-Empfehlung: In diesem Sinne sollte jeder einmal ab ins Kino und sich dieses Werk ins Hirn ziehen, auch wenn der Zeitpunkt merklich unpassend ist, sofern man grad auf rot-weiß-gold steht und andere Festlichkeiten im Sinn hat.
Dann bitte Ausschau auf TV-Sendern halten, die dieses Werk in ferner Zukunft streamen, denn das Anschauen lohnt sich definitiv – und das Auseinandersetzen mit den Fragen erst recht.

 
Nachspann
läuft keiner, jedoch wird hier noch einmal richtig klar, was für einen grandiosen Soundtrack dieser Film eigentlich genießt. BT hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet.

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