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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Japan Page 1 of 2

Mutafukaz

Affiche Muta version web
© 2018 Peppermint Anime

 

Heute Abend – 25. Oktober 2018 – 20:00 Uhr – habt ihr die einmalige Chance, diesen grandiosen Anime auf der großen Leinwand inmitten unzähliger Anime-Fans zu bestaunen. Karten für’s CinemaxX München gibt’s hier.

Warum ihr das tun solltet?

Mutafukaz wird als Anime gelistet und mutet im ersten Moment eher als Comic an, dem seine traditionelle Japan-Einheit komplett fehlt. Und tatsächlich ist das Ursprungsland auch nicht Japan allein, sondern das Teil kommt aus Frankreich und wurde gemeinsam mit Shojiro Nishimi ins Leben gerufen.

Was mich an dem Ding fasziniert hat?

Der Anime fesselt bereits in den ersten Minuten und wirkt ein klein wenig wie das japanische Futurama, bringt dabei aber alle Elemente eines klassischen Animes mit, die man braucht, um als Fan tatsächlich glücklich zu sein: Schräge Figuren, jede Menge Stoff zum Lachen, desaströse Lebenszustände der Charaktere und eine unglaubliche Bildpracht, für die japanische Animes bekannt sind.

Und sobald man sich etwas mit dem französischen Zeichenstil angefreundet hat, geht’s dann richtig zur Sache. Der Plot explodiert, das Universum wird immer schräger und man findet sich alsbald inmitten von unerklärlicher visueller Kraft wieder, die einem die Augen magisch an die Leinwand kleben lässt.

Ich war total gebannt, hab die Story aufgesogen und empfand die gezeichnete Härte als angenehm wohltuend, weil es selten ist, dass eine Geschichte spürbar für Erwachsene ist, ohne dabei in Blut oder Perversitäten zu ertrinken. Dennoch reißt einen der Film aus dem Alltag und schafft eine wunderbare, gesellschaftskritische und unglaublich tiefgründige Denkarea, die so viele Wahrheiten auf einmal ausspricht, dass es als Zuschauer weh tut, wenn man sie alle beim ersten Mal gleich begreifen möchte.

Es ist faszinierend, wie es Menschen immer wieder fertig bringen, Dinge, die unbedingt gesagt werden müssen, zu sagen und wie immer wieder die Leinwände als einzige Plattform dafür herhalten müssen, weil es anderswo scheinbar keinen Platz für Worte gibt, die diese Welt verbessern könnten.

Doch nicht nur deshalb sollte man sich den Spaß unbedingt im Kino gönnen, sondern natürlich auch, weil der Unterhaltungsfaktor immens ist und weil es nirgendwo so viel Spaß macht, einen Film zu sehen, als im Kino – gemeinsam.

Also macht euch den Abend frei und gönnt ihn euch – wo immer ihr wollt: 25. Oktober 2018 – 20:00 Uhr ! Danach ist die Chance dahin.

 

.kinoticket-Empfehlung: Unbedingt heute im Kino ansehen, dieses gemeinsame Sehvergnügen bekommt ihr danach nicht wieder!

Der Zeichenstil verwirrt anfangs ein wenig und lässt glauben, man sitzt in einem Comic statt Manga, die Story reißt einen aber sofort in den Bann und zischt in tiefgründige Abgründe, dass einem Hören und Sehen vergeht. Muss man unbedingt gesehen haben!

 

Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, es folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: Mutafukaz
Length: 94 Min.
Rate: FSK 16

Attack on Titan: The Roar of Awakening

Am 26. Juni 2018 feierte die synchronisierte Fassung von Attack on Titan: The Roar of Awakening in Deutschland seine Premiere. Mit ihr begegnen wir einmal mehr einem Phänomen, dass gerade in der Anime-Welt hohe Wellen schlägt und viele der hart gewonnenen Fans immer derbe vor die Kante schlägt: Synchronisation japanischer Originale, die man auch hierzulande lieber im Original mit Untertiteln ausstrahlen sollte, statt auf die “dämlichen deutschen Stimmen” zurückzugreifen, die aus etwas hoch emotionalem dann etwas mittelklassemäßiges machen, auf das man allenfalls noch als absolut Unwissender stolz sein könnte.
Zugleich ist dies wieder einmal ein Zusammenschnitt einer Serie und somit eine brutal heruntergekürzte Variante einer womöglich großartigen Geschichte, die es zumindest in Japan und den USA auf sensationelle Zahlen geschafft hat. Damals hatte man ja viel zu kämpfen, um auch im europäischen und amerikanischen Markt Anteile an Fans und Leserschaft zu bekommen und bis heute hat es der Anime nicht in den Mainstream der (deutschen) Bevölkerung geschafft. Was eigentlich immer als (Manga)-Serie erschaffen wurde, wird nun also womöglich aus PR-Gründen in zeitraffergeschädigte Schnellverfahrens-Filme gepackt, um damit im Kino Boden zu fassen und neue Kundschaft für sich zu begeistern.
Dieser Plan funktioniert meines Erachtens nur mittelmäßig. Fakt ist: Serien haben Zeit. Zeit, Charaktere aufzubauen, ihnen Leben einzuhauchen, auf Details einzugehen und eine Geschichte wirklich in allen Facetten und Optionen zu erzählen und dabei mit dem Kunden gemeinsam auch in die tiefsten Abgründe literarischer Verzweigungen vorzudringen und den Dingen dabei auf den Grund zu gehen. Anime-Serien nutzen dieses Stilmittel genauso und werden manchmal bedeutungsschwangerer, wenn man eben mal minutenlang auf eine Silhouette schaut oder jemandem “tief in die Augen blickt” und einem dabei Zeit gegeben wird, nachzudenken.
Dieses furchtbare Phänomen habe ich schon bei Neon Genesis Evangelion festgestellt, eine Serie, die glaube ich keine einzigen Hater hat, sondern die jeder abgöttisch liebt: Schaut man sie (egal, wie lang das dauern möge) – ist man verliebt in einfach alles. Diese Schwere, die beständig in der Luft liegt, die Zeit, die man sich nimmt, die dadurch immer länger andauernden Qualen, die die Charaktere durchleiden – es passt einfach vollständig. Schaut man stattdessen die 1.11/2.22 oder 3.33-Kinofilme, kommt man sich einfach nur gehetzt und verarscht vor: Die ganze Geilheit dieser grandiosen Story wird durch diese unmögliche Hatz zu einer Farce und man bekommt eher das große Kotzen als dass man sich zurück in die Serie zurückversetzt fühlt und evtl. sogar nostalgische Faktoren aufblühen lässt.
Attack on Titan ist ebenfalls eine Serie, die nicht nur schon zwei Real-Verfilmungen über sich ergehen lassen durfte, sondern eben in – mit diesem Titel – inzwischen drei Kino-Kürzungen reingepresst wurde. Dabei ersetzte Teil 1 die Folgen 1-13, während Teil 2 dann 14-25 der ersten Staffel inkludiert. Mit Attack on Titan: The Roar of Awakening nimmt man sich jetzt der zweiten Staffel an und bringt somit den Compilation-Film auf den großen Screen.
Was mich wieder zum Beginn meines Beitrags führt.
Kurzes Experiment: Stellt euch mal so ein riesiges Monster (nehmt der Einfachheit einfach einen Dino) vor und sprecht dabei langsam den Titel aus: the ROOOOOOAAAAAARRRRRRRRRRRRRR of Awakening. Hört ihr dieses Vieh schreien?
Okay, nochmal in Deutsch: das GEBRRÜÜÜÜLLLLLLLLLLL des Erwachens.
Und dann hoppelt das Monster davon: “Gebrüll”, “Gebrüll”, “Gebrüll” …. merkt ihr: es ist lächerlich!
Also in Englisch: After that the monster runs away: “ROAR!” “ROAR!” “ROOOAAARRRR” – authentischer? Hört man schon anhand der Sprache das Röhren aus den tiefkehligen Monster-Lungen?
Genau diese Intensität, die man als Zuschauer unterbewusst erlebt, geht in der deutschen Synchronisation vollständig verloren. Und ich wage einfach mal zu behaupten, das ist bei (fast) allen Animes so. Warum also übersetzt ihr die Dinger denn überhaupt? Es reichen doch Untertitel.
Ich denke, darunter hat auch die dritte Verfilmung der Serie stark zu leiden, denn die hierzulande mit FSK 16 freigegebene Kinofilmfassung nimmt sich durch die sprachliche Verstümmelung ein wenig die “Brutalität” und das Monströse, dass die Serie womöglich viel besser aufweisen kann. Und da man eben keine Zeit hat, um alles gebührend vorzustellen und die Neueinsteiger und Zuschauer auch in die Story so einzuführen, dass sie verstanden wird, fühlt man sich stellenweise als Quereinsteiger alleingelassen und ratlos. So kann es schon mal vorkommen, dass man zwischendurch auf die Uhr schaut.
Ein anderer Punkt ist auch: die harmonische Zusammensetzung von Ernsthaftigkeit und “japanischem Anime-Humor” kann durch den Schnitt völlig verhunzt worden sein (ich kenne die Serie nicht), aber zumindest kam mir das in den After-Credits-Szenen zu deutlich heraus: Die haben irre Spaß gemacht und eine ganz andere Seite der Geschichte gezeigt. So bleibt mir wohl nur, mich der Serie als solches anzunehmen und herauszufinden, ob die dann besser komponiert ist, als das im Kinofilm der Fall war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Höchstwahrscheinlich nur extremen Fans zu empfehlen, die sich in der Attack on Titan-Welt auskennen und einfach in kurzen Schnitten an die Zeit zurückerinnert werden wollen, in denen sie die Serie gesehen haben.
Als Quereinsteiger manchmal schwer zu verstehen und die deutschen Dialoge entbehren stellenweise etwas der Ernsthaftigkeit. In diesem Fall ist es wohl kein Fehler, lieber zu den Serien direkt zu greifen, um wirklich in die umfassende Welt dieser Schöpfung eintauchen zu können.

 
Nachspann
✅ auf jeden Fall bis ganz zum Schluss sitzen bleiben, hier kommt nach dem Abspann noch eine fantastische Szene, die gar nicht mal kurz ist.
Kinostart: Event am 26. Juni 2018 – fraglich, ob da noch weitere Vorstellungen kommen werden.

No Game, No Life: Zero

Ich selbst bin ja nicht “offiziell als Kind” aufgewachsen, sondern hatte wegen einiger externer Eigenarten das Problem, vieles, das normale Kinder einfach während ihrer Kindheit tun, später “nachholen” zu müssen. Dazu gehören auch Comics. Ich hatte nie welche, war wohl genauso interessiert daran, sie zu lesen, aber es sollte halt nicht sein.
Den Umweg über Japan und japanische Mangas hätte ich mir als Kind sicherlich auch extrem gewünscht, aber auch hier hat mir das Leben einen Riegel vorgeschoben. Meinen Einstieg in die Anime-Welt habe ich mit der Serie Neon Genesis Evangelion gefeiert, die ich heute noch extrem liebe und verehre und an deren Großartigkeit bis jetzt noch nichts rangekommen ist. Alles, was man später so im TV mitbekommen hat, war mir entweder zu quirlig, zu extrem kindisch oder einfach “unter meinem Niveau”. Ich konnte Serien wie Sailor Moon oder Pokémon nichts abgewinnen und ich habe auch bis heute noch kein Interesse an Dragon Ball oder anderen Dauerbrennern aus dem deutschen Fernsehen.
Neuerdings ist allerdings die Eigenart in unsere Kinos eingezogen, die Welt der Animes nach Filmperlen abzusuchen und diese in Form von Events auf die deutschen Leinwände zu bringen. Auch hier habe ich mir bereits den ein oder anderen Streifen angeschaut und war von manchen Dingen recht positiv angetan. Aber so richtig gepackt hat’s mich eben nicht.
Doch jüngst flammten dann Filmchen wie Your Name. – Gestern, heute und für immer auf, der sich auch gleich mal zum erfolgreichsten Anime aller Zeiten emporhob und den ich mir tatsächlich sogar 2x auf dem Big Screen angeschaut habe, obwohl er in Deutschland nur 2x über die Leinwand ging. Meine Liebe zum japanischen Anime ist geboren und ich frage mich immer öfters, weshalb man es hierzulande nicht schafft, solche Filme einfach dauerhaft ins Kinoprogramm einfließen zu lassen respektive ganze Kinos eröffnet, die ausschließlich animierte Filme aus der Kultur Japans zeigen. Interesse dürfte ja eigentlich reichlich vorhanden sein.
So ließ ich es mir also auch nicht nehmen, jüngst in das Event von No Game, No Life: Zero zu gehen, von dem ich vorher absolut rein gar nichts gehört hatte. Sei’s drum, die Dinger werden immer besser, also geh einfach rein und lass dich überraschen.
Gesagt, getan. Und es hat mich weggebombt.
Was ich grundsätzlich an Animes mag: Die Stimmen. Sie spielen so echt, so verzweifelt, so laut, so brüllend, so emotional, so glaubwürdig: All das, was man in deutschen Produktionen oft anprangert, nämlich, dass sie keine realistische und anständige Sprache sprechen, sondern sich in ihrem Theater-Hochdeutsch selbst die Füße brechen, findet hier nicht statt, sondern man wird hineingerissen in die Gefühle der Charaktere und kann einfach nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen, weil sie ihre Emotionen wahrlich rauslassen.
Was mich genauso begeistert: Der Zeichenstil. Wenn er eben nicht so “kindisch” wie in Sailor Moon und Konsorten ist. No Game, No Life: Zero bringt hier zwar ziemlich viel pink mit ins Spiel und wirkt daher anfänglich für die Boy-Generation etwas abschreckend, allerdings wird man so schnell und intensiv in die Situation hineingezerrt und mit Momenten überströmt, dass es gar kein Entrinnen mehr gibt und man einfach nur gefesselt der Story folgt und hofft, dass alles gut ausgeht.
Was ich ebenfalls grundsätzlich an Animes mag: Der Humor. Die Situationen können noch so deprimierend und niederschlagend sein, man findet immer wieder eine Möglichkeit, um diesen super süßen, sexy Humor auf die Bildfläche zu wedeln und damit für Auflockerung und unfassbar viel Sympathie zu sorgen, ganz egal, wer da grade auf der Leinwand rumspringt.
Und von beidem hat No Game, No Life: Zero mehr als reichlich! Dass ich heute meinem Geldverdien-Job nachgehe und nicht nochmal ins Kino gehen kann, bedauere ich jetzt schon, denn wäre ich im Frei, würde ich sofort wieder Kohle in die Hand nehmen und mir den Titel einfach nochmal anschauen!
Und ich lege euch dringend ans Herz, genau dies zu tun! Diese “Belanglosigkeit”, die man als Erwachsener desöfteren bei Animes aus dem deutschen TV verspüren könnte, passt hier gar nicht rein. Der Streifen wirkt sehr “erwachsen” und “ernst” und bringt einen dabei dennoch ständig zum Lachen und tobt in verschiedenen Szenen vor sich hin.
Fakt ist: Die Laufzeit ist eigentlich relativ kurz – und da die Kinos bei solchen Events in der Regel auch keine Werbung zeigen, kommt es einem noch viel kürzer vor – und das allein hat schon ausgereicht, dass ich mich jetzt nun ernsthaft nach der “Fortsetzung” umsehe: Der Serie.
Diese kommt mit 287 Minuten daher und nennt sich No Game, No Life: Episode 1-12 – dreimal dürft ihr raten, was der Filmtitel dazu ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also nutzt heute die Chance und geht ins Kino, denn der Titel wird wirklich nur noch heute in den Kinos gezeigt.
Nutzt den Kinofinder oder das Portal https://deinkinoticket.de/filme/ – und gebt dort Titel und euren Wohnort ein, um das nächstgelegene Kino zu finden, dass diesen Anime bringt.
Danach hoffe ich nur, dass möglichst viele Events oder Freilichtbühnen diesen Titel aufnehmen und ihn auch in Zukunft noch zum Schauen bereithalten, denn gesehen zu werden hat sich dieses Werk definitiv verdient!

 
Nachspann
Ist sehenswert, hörenswert und sollte definitiv bis zum Schluss abgewartet werden.
Kinostart: 7. Juni 2018

Radiance (mit Gewinnspiel)

Zum Gewinnspiel für 2x 2 Kinofreikarten bitte ganz nach unten scrollen. 🙂

Jüngst habe ich hier meinen 500. Beitrag veröffentlicht und damit wohl besiegelt, dass Kino tatsächlich etwas super Wertvolles in meinem Leben ist. Als Mensch ohne weitere Einschränkungen nimmt man dies fast schon selbstverständlich zur Kenntnis und erhofft sich einfach nur immer weiter gute Unterhaltung.
Dass hinter dem Film an sich aber noch weitaus größere zeit- und kraftraubende Prozesse stehen, erkennen wohl die wenigsten. Dabei ist die Liebe zum Kino mit so viel mehr gespickt, als es auf den ersten Moment den Anschein hat.
Radiance kümmert sich innerhalb einer unglaublich bild- und tongewaltigen Version seiner selbst um einen Bereich, der den meisten wohl eher verborgen bleibt: Der Möglichkeit, auch Menschen ohne Sehvermögen in die Welt der Fantasien und Kreativität eintauchen zu lassen.
Tatsächlich gibt es unzählige Beispiele dieser Arbeit bereits jetzt schon auf dem Markt, ohne dass jemand diese als Hauptaugenmerk wahrnehmen würde. Welch schwieriger Tanz an Herausforderungen dafür hinter den Kulissen der Öffentlichkeit zu meistern ist, hat die japanische Regisseurin hierbei wunderbar herausgearbeitet.
Dabei vereint dieser Film beide meiner größten Leidenschaften und kreiert hier ein Werk, dass vor Sensibilität und Einfühlungsvermögen nur so strotzt. Die Macht, mit der man in diese farbenfrohe Dunkelheit eintaucht, scheint so hell am Leinwandhimmel, dass selbst Blinde dabei anfangen, zu sehen.
Für mich eines der reichhaltigsten, inhaltsträchtigsten und begehrenswertesten Stücke, die man in diesem Jahr auf die Leinwand gebracht hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine Würdigung an die Arbeit unzähliger Menschen, denen ihre Umwelt nicht scheißegal ist, sondern die anderen ermöglichen, auch die Zukunft, Hoffnung und Perspektive im Kino zu finden, die uns auf der Leinwand täglich geboten wird.
Radiance trifft dabei nicht nur voll ins Herz, sondern bricht die Emporen zu völlig neuen Dimensionen der Gefühlswelt auf, um allen anderen zu offenbaren, wie viel mehr in Filmen steckt – und präsentiert damit in brachialer Weise die Kraft des Kinos, die sich in Licht, Farben und Glanz widerspiegelt.
Definitiv sehenswert!

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen, sondern in Ruhe bis zum Schluss genießen. Da folgen noch einige Sequenzen.
Kinostart: 14. September 2017
 

* * Gewinnspiel * *

Radiance ist ein absoluter Nischenfilm, der sicherlich nicht in großen Multiplex-Kinos anlaufen und somit die Massen erreichen wird. Umso wichtiger ist es, diese Botschaft der Gesellschaft zugänglich zu machen.
Darum habe ich vom Verleih jeweils 2x 2 Kinofreitickets für Radiance zum Verlosen bekommen, die ich hiermit an euch weitergeben möchte.
Wie funktioniert das genau?
Einfach unter diesem Beitrag oder auf Facebook im entsprechenden Post bis zum einschließlich 10. September 2017 kommentieren, dass ihr diese Tickets gerne gewinnen möchtet.
Solltet ihr gezogen werden, werde ich mich per E-Mail bei euch melden (also gebt mir bitte irgendwo per PN oder in den Kommentaren hier eine gültige E-Mail an), um eure Adressdaten zu erfragen, damit ich euch die Freitickets zuschicken kann.
Mit diesen geht ihr dann in ein Kino eurer Wahl, das Radiance im regulären Programm zeigt und gebt an der Kasse die Freitickets ab. Im Gegenzug erhaltet ihr dafür zwei .kinotickets aus dem Haus und könnt somit kostenfrei in die Vorstellung gehen.
Barauszahlung des Gewinns ist natürlich ausgeschlossen und auch sonst gelten die üblichen Regeln: Facebook, WordPress oder andere Firmen haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu tun. Dies wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de betrieben und die Freitickets wurden von Concorde Filmverleih GmbH gestellt.
Nun wünsche ich euch viel Glück und natürlich wahnsinnig tolle Unterhaltung hier im Blog und im Kino.
Ben
Kurz und knapp:

  • Unterm Beitrag im Blog oder auf Facebook bis 10. September kommentieren, dass ihr gewinnen wollt.
  • E-Mail Adresse dabei hinterlassen.
  • Am 11. September E-Mails kontrollieren und schnell antworten, falls ihr gewonnen habt.

Die Gutscheine werden euch dann per Post zugeschickt und ihr könnt ab 14. September in den Genuss dieses herausragenden Films kommen.

(Trailer) WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Willkommen zurück zum Trailer-Sonntag auf .kinoticket-blog.de – heute mit einem außergewöhnlichen Kinostück, dass mich nicht nur persönlich mehr als fasziniert und bewegt hat, sondern auch gefühlt die komplette Gegend meiner Heimat in seinen Bann gezogen hat (der Saal war restlos ausverkauft + Warteschlange hinten dran!).
Darum auch diesmal ein .trailer, dessen Wartezeit kürzer ist denn je, denn die Screenings sind bereits in vollem Gange und sollten von euch so oft und viel genutzt werden wie nur irgend möglich.
 
[vimeo 211668510 w=640 h=360]

WEIT. Trailer präsentiert von © weit on Vimeo

 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Ich spreche aus eigener Erfahrung, da auch ich schon viele Länder bereist und viel von der Welt und anderen Kulturen gesehen habe und so manche Aussage durchaus mit eigener Erfahrung bestätigen kann:
Die Welt ist längst nicht so, wie sie uns hier in Europa in den Medien präsentiert wird, sondern man entdeckt sehr viel – nicht nur über andere Menschen, sondern vor allem über sich selbst, wenn man reist.
Reisen verändert dich – du kommst als anderer Mensch wieder zurück und bist in vielen Dingen gewachsen.
Reisen zeigt dir, was wirklich Schwierigkeiten und Probleme sind und lässt deinen Alltag ganz anders aussehen, als du ihn vorher vielleicht in Erinnerung hattest.
Diese beiden nehmen dich mit auf ihren ganz persönlichen Trip und erzählen dir Dinge, die du ganz sicher nicht auf dem Schulhof mitkriegst oder dir auf Arbeit erzählt werden.
Du bekommst die Chance, Einblicke in fremde Länder zu erhalten, fremde Kulturen, fremde Strapazen ohne dabei selbst die langen Wartezeiten und harten Schwierigkeiten durchmachen zu müssen, sondern du darfst währenddessen ganz entspannt im Kinosessel liegen und dein Popcorn futtern.
Viele Menschen haben regelrecht Angst vor der Veränderung, die es bedeuten würde, aufzubrechen und eine Weltreise anzutreten, viele haben Schiss vor der scheinbaren Unsicherheit, wenn man seinen Job kündigt oder die Wohnung aufgibt und auf einmal “nichts mehr hat” – und schrecken vor solch einer Erfahrung zurück und verwehren sich den dadurch gewonnenen Erkenntnissen vollends.
Mit WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt bekommt jeder für kleines Geld die Chance, dennoch um die Welt zu reisen und diese beeindruckenden Faszinationen und Momente zu erleben, ohne dabei seine (Schein)Sicherheit aufgeben zu müssen und selbst den Arsch hochzuhieven.
Und wer weiß, vielleicht entdeckt dadurch ja jemand seine Reisefreudigkeit ganz neu oder gräbt sie wieder aus …
 

.kinoticket-Empfehlung: Definitiv sehenswert mit höchst anspruchsvollem Inspirationsgeist, der nicht nur den inneren Schweinehund beflügelt, sondern frischen Wind und neue Lebenskraft einhaucht.
Die gezeigten Momente und Orte sind atemberaubend und ermöglichen den Zugang zu völlig anderen Teilen dieser Erde, von der wir – sind wir ehrlich – so gut wie kaum Ahnung haben.
Nutzt diese Gelegenheit und besucht die Kinos.

 
Nachspann
Enthält kein weiterführendes Material, listet aber spannende Facts und Menschen auf, denen die zwei auf der Reise begegnet sind. Liest sich für jemanden wie mich durchaus spannend!
 
Weitere Videos auf Vimeo.comhttps://vimeo.com/weitumdiewelt
(Hier erhält man schon mal einen kleinen Einblick, wie der Kinofilm ungefähr sein wird…)
Website: http://www.weitumdiewelt.de

Detektiv Conan – Der purpurrote Liebesbrief

Mein Bezug zu Animes sieht folgendermaßen aus: Vor Jahren hat mich ein Kumpel nach einer 4tägigen Dauerwachphase mal gefragt, ob ich Neon Genesis Evangelion bereits kenne, was ich verneinte. “Dann musst du dir unbedingt noch eine Folge anschauen, bevor du ins Bett gehst.”
Ihn dazu zu überreden, mit mir zu schauen, war aufgrund seines Unvermögens, noch länger wach zu bleiben, schlicht unmöglich, ich hab mich jedoch breitschlagen lassen und bin nach allen 26 Folgen in japanischer Sprache mit englischen Untertiteln dann auch endlich ins Bett.
Danach habe ich immer wieder mal die Fühler nach Animes ausgestreckt und niemals mehr eine solche Verbundenheit und Nähe empfunden, wie es bei Neon Genesis Evangelion der Fall war.
Seitdem sind Jahre vergangen. Mittlerweile (oder früher auch schon? Und ich hab es nur nicht registriert?) zelebriert man seine Lieblingsserien ja inzwischen auch in Filmform im Kino und manche Ketten haben dazu extra wiederkehrende Events eingerichtet, die genau diese Klientel ansprechen.
Und wenn’s im Kino läuft, interessiert’s jemanden wie mich, also bin ich hin und habe hier und da wieder neue Erfahrungen mit den japanischen Animationen gemacht.
Manche haben mich erneut ergriffen (One Piece Gold zum Beispiel), andere haben mich eher weniger tangiert. Bei Detective Conan kenne ich weder das Serienvorbild noch habe ich je vorher etwas davon gehört oder konsumiert, es war also ein Sprung ins kalte Wasser.
Der mächtig erfrischt hat! Die Story, die Zeichnung, die Charaktere und das Thema haben mich dermaßen fasziniert und ich war so begeistert von dem Film, dass ich mich hinterher tatsächlich in die Stores aufgemacht und Ausschau nach mehr gehalten habe.
Und es gibt mehr. Viel mehr. Dies ist bereits der 21. Kinofilm, der eine luftig-lockere Erzählweise und einen dazu gegensätzlich straffen, unnachgiebigen Eifer hat, mit der die Protagonisten an ihre Sache rangehen. Und diese Mischung funktioniert exzellent. Es gibt kaum Szenen, in denen der Plot nicht vorangetrieben, die Darsteller nicht weiter preschen und somit Langeweile vorbeugend verhindert wird. Auch die “Größe”, die man hier auffährt, hat längst nichts mehr mit einer günstigen TV-Produktion zu tun, sondern bewegt sich vergleichsweise auf Blockbuster-Niveau.
Nach dieser Vorstellung hat sich nun eine weitere Marke in mein bisher noch recht leeres Anime-Verzeichnis geprägt, nach der ich auch in Zukunft weiterhin Ausschau halten werde, um einfach dann und wann mal wieder in diese Welten abzutauchen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Höchst professionelle Auseinandersetzung mit Teilen der japanischen Kultur, in die die westliche Welt kaum Einblicke hat, insofern man dem Land nicht selbst einen Besuch abstattet.
Das Rätselraten macht Laune und der pointierte Witz macht extrem Lust auf mehr.

 
Nachspann
Sitzenbleiben – hier läufts weiter bis zum Schluss und darüber hinaus.

Kubo – Der tapfere Samurai

Wenn der Titel wie hier nicht gerade anmutig klingt, sondern eher einem schlechten Kinderbuch entsprungen zu sein scheint, dann ist es Zeit, darüber aufzuklären. Kubo – Der tapfere Samurai erzählt nicht etwa die Heldengeschichten aus Fernasien, die jeder an dieser Stelle erwarten würde, sondern entwirft und vervollständigt ein cineastisches Konzept, dass man im Rausch der allgegenwärtigen Wiederholungen und Einfallslosigkeiten der letzten Jahre so lange nicht erlebt hat.
Dass hier wohlweislich Kindern der Vorzug des präferierten Publikums gewährt wird, ist mehr als Randerscheinung denn als Wille anzusehen, denn selbst Erwachsene finden sich hier in einer unglaublichen Erzählung wieder, die nicht nur mit einem unfassbar kreativen Plot, sondern auch einer herrlich-gemütlichen Umsetzung punkten kann.
Die Herzlichkeit, mit derer man sich dieser Geschichte angenommen hat, sprudelt förmlich aus allen Ecken und hinterlässt nicht nur bei mir markante Spuren von Sympathie und Zuneigung.
Dabei wird sowohl sprachlich als auch in der Kontinuität wahrhaftes Können bewiesen. Das Attribut “Kinderfilm” würde ich dem Werk – wäre es nicht so unfassbar gut für Kinder geeignet – komplett absprechen, um die erwachsen-gleichgültige Abwertung zu verhindern, die man als älterer Kinozuschauer dabei entwickeln könnte.
Die Einfälle, derer man sich hier bedient, die liebevolle Umsetzung, der komplett eigene Stil – das ganze Arragement ist derart mit sich selbst im Frieden, dass nicht nur die Moral der Geschichte etwas wertvolles vermittelt, sondern der gesamte Film diese defensive, unglaublich friedliche Kultur nachempfindet und durch kreative Freiräume erst richtig zur Geltung bringt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ganz ehrlich: Wer wieder mal einen richtig sehenswerten Film anschauen möchte, der sollte diesen Titel auf seinem .kinoticket stehen haben, denn der Abend (oder besser Nachmittag) ist durchaus gerettet, während man sich in den Gedankengängen der Macher befindet.
Und sollte tatsächlich jemand mit der Storyline unzufrieden sein, findet er hier genügend andere Dinge, die den Film zu etwas unglaublich Sehenswertem machen, denn dieses Konzept funktioniert und bedient sich dabei nicht aus vielerlei Quellen, sondern glänzt durch authentisches, spannendes und einfallsreiches Kino.
Daumen hoch – davon darf gerne mehr kommen!

 
Nachspann
sollte man auf jeden Fall abwarten, denn der hat es in sich und enthält mega spannende Einblicke, die man definitiv nicht verpasst haben sollte.

(Exklusiv-Interview) Zwei um die Welt: In 80 Tagen ohne Geld

In einem zugegebenermaßen etwas merkwürdigen Trailer habe ich die beiden zum ersten Mal gesehen und dachte mir: Wow – ein Film übers Reisen, da muss ich unbedingt hin.
Pustekuchen. Denn das war kein Film, sondern die beiden Hauptdarsteller waren live vor Ort und haben über ein Experiment berichtet, das so sicherlich noch kein zweiter unternommen hat. Und es war nicht nur mega aufregend, den beiden Zwillingen beim Referieren über ihre Erfahrungen rund um den ganzen Globus zuzuhören und -zu schauen, sondern der Abend hat bei mir und sicherlich vielen anderen auch noch ganz andere Emotionen ausgelöst.
Warum ich hierüber berichten will? Weil ich es spannend und unglaublich wichtig finde, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und für mich das Leben nicht nur aus Facebook, Arbeit und Schlaf besteht, sondern ich das Reisen als elementaren Bestandteil einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung betrachte.
Neben den irrsten Berichten aus aller Herren Länder bringen die beiden auch noch etwas mit, das mich unglaublich beeindruckt hat: Eine Weltoffenheit, Sympathie und Ausgereiftheit, was die Wertvorstellungen im Leben angeht, von denen sich so manch Großer (und Kleiner) mehrere Scheiben abschneiden sollte.
 
in80tagenohnegeld

Werbung für die Show vorm CinemaxX Augsburg am 10.10.2016
© 2016 kinoticket-blog.de

 
Zur Geschichte von Hansen & Paul Hoepner
Mit dem Fahrrad mal eben von Maastricht nach Milano radeln, um eine Möbelmesse zu besuchen, die seit drei Tagen vorbei ist, das Ganze dann etwas mehr ins Extrem prügeln und mit dem Bike nach Shanghai – für die beiden Zwillinge Hansen & Paul Hoepner gehört das zum Leben dazu.
Ersterer studierte Produktdesign, Goldschmiede und Fotografie, während Paul Mediendesign in Köln und “Human Factors” an der TU Berlin studierte. Beiden wurde die Sehnsucht nach Abenteuern bereits in die Wiege gelegt, da ihre Eltern sie schon frühzeitig mit auf Touren nahmen. Dieses Hobby haben sie ausgebaut und jetzt das Experiment gewagt, in 80 Tagen einmal die Welt zu umrunden, ohne dabei Geld in der Tasche zu haben.
 
Das Ziel des Projekts
Vorurteile abbauen gegenüber anderen Menschen, anderen Kulturen. Die Couchzone verlassen, den Komfort hinter sich lassen und einmal die Erde umrunden, ohne dabei zu betteln oder auf bedürftig zu machen, sondern immer etwas zurückzugeben, wenn man auch etwas bekommen hat.
Das Ergebnis davon ist nicht nur wahnsinnig interessant, sondern sollte von euch allen gesehen werden, wenn sie ihre CinemaxX-Tour durch Deutschland machen und dabei ihr Projekt in den Kinos vorstellen.
 
Für mich ist es ein unglaubliches Privileg, die beiden kennengelernt zu haben und ich freue mich, euch heute hier ein exklusives Interview präsentieren zu dürfen, das ich nach der Vorstellung mit Paul Hoepner führen durfte.
 

Ben
Die erste Frage, die ich habe, ist: Was hat euch überhaupt bewegt, grundsätzlich diese Reise zu machen?

Paul
Ich glaube, der ursprüngliche Gedanke war, dass wir was machen wollten, was wir so vorher noch nicht gemacht haben, und zwar gleich aus zwei Richtungen: Wir wollten wieder ein Abenteuer erleben, wieder auf Reisen gehen, aber wir hatten keinen Bock, unendlich viel Geld auszugeben und unendlich viel zu planen, gerade was Finanzierung angeht, weil das bei unserer ersten Reise eben das aufwendigste war. Also dieses Crowdfunding, was wir gemacht haben, bei der ersten Reise. Und dann haben wir uns überlegt: Wir versuchen’s einfach ohne Geld einmal – keine Ahnung – quer durch Europa. Das war so der erste Plan. Dann haben wir halt immer weiter gesponnen und – wie es bei mir und Hansen dann halt so ist – spinnen wir so lang weiter, bis wir das Maximum haben. Also haben wir gesagt: Wir versuchen’s einmal ganz um die Welt.
Ben
Gab’s da jemals Zweifel daran, ob das Projekt generell durchführbar ist, oder habt ihr gesagt “Das ist auf jeden Fall machbar, nur  – es wird halt interessant”?

Paul
Es ist eigentlich ironischerweise beides, also einerseits hat mein Gefühl mir gesagt, und auch mein Verstand am Anfang, dass es nicht machbar ist. Ich hab auch ehrlich gesagt am Anfang nicht dran geglaubt, dass wir’s schaffen würden. Ich hab immer damit gerechnet, mir immer irgendwelche Trostpreise überlegt, so wie “Naja, wenn wir’s bis Lissabon schaffen, ist ja auch schon ganz schön” und so weiter. Dass wir dann tatsächlich irgendwann nach Kanada rüberkommen, war schon ‘ne Überraschung für mich. Und dass wir’s dann von Kanada tatsächlich auch noch nach Tokio schaffen, war ‘ne Überraschung. Und so kam eigentlich eine Überraschung nach der anderen, bis man’s dann irgendwann fast geschafft hatte, und dann kam natürlich entsprechend die große Enttäuschung, dass man dann so kurz vorm Ziel scheitern soll, wenn man’s schon so weit geschafft hat. Das ist so ein bisschen wie wenn du in einer Quiz-Show bist und du hast die 900.000 € Frage und denkst dir: “Verdammt nochmal, jetzt geh ich auf die Million!” und dann verkackste. (lacht)
Ben
Habt ihr irgendwelche Regeln für’s Unterwegs sein? Also so Regeln, die grundsätzlich gelten, sowas wie “Nimm möglichst wenig Gepäck mit” oder legt ihr das speziell bei jedem Projekt dann neu fest?

Paul
Wir haben wirklich Regeln, die auch auf Erfahrung basieren. Die erste Regel ist, dass die Welt bei weitem nicht so gefährlich ist, wie sie immer dargestellt wird. Dass man vor Ort Sachen viel viel besser einschätzen kann, als wenn man sie von zu Hause aus plant. Das ist glaube ich wichtig, sich zu merken, weil: Wenn ich hier zu Hause eine Reise plane und ich gehe Informationen über ein gewisses Land durch, dann wird man mir durch diese Informationen sagen, ich sollte besser nicht in dieses Land reisen, denn das ist gefährlich. Aber wenn man erst einmal vor Ort ist und sich langsam rantastet an die Leute, an die Kultur, an die Problemzonen vielleicht auch in diesem Land, dann ist das eigentlich immer so, dass man feststellen wird, dass diese ganzen Gefahren, die da so übertrieben dargestellt werden, nur für diese Leute gelten, die total unsensibel in diese Kultur reinplatzen. Die vielleicht mit fetter Spiegelreflexkamera vorm Bauch in irgendein Ghetto reingehen und da Fotos von hungernden Kindern machen, weil sie es irgendwie toll finden und so Leute werden überfallen und vielleicht auch Opfer von irgendwelchen Raubmorden, aber wenn du halt einfach sagst: “Ich geh da nur hin, wenn ich eingeladen werde”, dann ist das was anderes.
Ben
Wieso sollte man sich den Vortrag von euch anschauen? Also, was ist der Beweggrund für jemanden, der jetzt im Internet surft, auf ein Blog geht und sagt: Ich hab hier einen Filmtitel, warum soll ich jetzt da rein?
Paul
Hab ich keinen Grund (lacht). Macht’s auf keinen Fall! (lacht)
Also ich glaube, was so das Feedback ist – kann man ja selber immer schwer einschätzen – aber was das Feedback ist, das wir so kriegen, ist, dass es schön zeigt, wie Menschen von den unterschiedlichsten Kulturen an einem Strang gezogen haben, nämlich dieses Projekt umzusetzen. Es sind ja alle Leute, die uns irgendwie geholfen haben, alle Leute, die uns unterstützt haben, irgendwie Teil dieses Projekts geworden und das wussten die eigentlich auch schon in dem Moment, wo die angefangen haben, uns zu unterstützen. Und das macht irgendwie all diese Leute zu einem Team. Und das ist – glaube ich – echt ein schönes Erlebnis, das zu sehen, wie das funktioniert, quer über alle Kulturen hinweg, über alle Länder, durch die wir gereist sind. Und der Mehrwert, den man auch als Zuschauer vielleicht ein bisschen hat, ist, dass man die Angst vor der Welt ein bisschen verliert. Dass man sich vielleicht eher mal traut, nach Indien zu reisen, wenn man noch kein Hotel gebucht hat, oder sich nicht sicher ist, ob man sich das Hotel leisten kann. Einfach mal hinfahren und zu sagen: Mir wird nichts passieren, weil ich hundertprozentig sicher bin, dass ich irgendjemanden finden werde, der mich freundlich aufnehmen wird, der mir vielleicht sogar ein Hotel zahlen wird, oder was weiß ich. Offenheit ist auf jeden Fall ein gewisses Thema.
Ben
Hat euch jetzt speziell diese Reise persönlich irgendwie verändert oder ist danach irgendetwas anders geworden?
Paul
Also was anders geworden ist, ist so ein Gefühl von “Was soll jetzt noch passieren?” – wenn man es schon schaffen kann, ohne Geld um die Welt zu reisen und von wildfremden Leuten für ein Projekt, was ja eigentlich ein simulierter Zustand war, Hilfe zu bekommen, dann ist man sich eigentlich sehr sehr sicher, dass, wenn man in einer Situation ist, wo man ernsthaft Hilfe braucht, diese Hilfe auch bekommen wird. Und zwar auch überall auf der Welt. Und es gibt einem ein gutes, sehr zuversichtliches Gefühl übers Leben, weil was auch immer passieren wird – worst case ist: Man hat nichts mehr – und offensichtlich kommt man auch so ganz gut zurecht.
Ben
Und würdet ihr jetzt, nachdem ihr das alles erlebt habt und all die Eindrücke, die ihr gezeigt habt heute in der Show, diese Reise nochmal machen?
Paul
Das ist so ein bisschen eine zweiseitige Antwort dazu. Wir haben schon festgestellt, dass wir jedem empfehlen würden, so eine Reise mal zu machen, weil die Erfahrungen, die wir gemacht haben auf dieser Reise so wertvoll sind, allein die Menschen, die wir getroffen haben, mir gezeigt haben, wie Menschen in solchen Ländern eigentlich sind und nicht, wie sie durch die Medien dargestellt werden. Das ist das eine: Ich würd’s jedem empfehlen, das zu machen, aber ich würd’s selber nicht nochmal machen können, weil wenn ich jetzt schon wüsste, welche Strapazen auf mich zukommen, wenn ich diese Reise mache, dann würde ich wahrscheinlich sagen: Ich mach lieber was anderes. Aber trotzdem ist es die Erfahrung absolut wert, so an seine eigenen Grenzen zu kommen und in einer absoluten Abhängigkeit von anderen Menschen zu sein ist wirklich eine Erfahrung, die man mal gemacht haben sollte.
Ben
Und zu dem Projekt, das ihr angekündigt habt für 2017, dass ihr in Deutschland Abenteuer erleben wollt, gibt es da schon ganz konkrete Pläne oder ist das alles noch in der Schwebe?
Paul
Ist eher noch in der Schwebe. Wir wollen irgendwas in Europa machen, was eine Herausforderung ist, was ein Abenteuer ist und was uns auch mit den Menschen in Europa zusammenbringt.
Ben
Vielen Dank für das Interview.
Paul
Sehr gerne.

 
Wow. Wenn man bedenkt, dass sie auf der ganzen Reise eigentlich keine einzige negative Reaktion auf ihr Vorhaben erlebt, sondern allerhöchstens Unglauben entgegengebracht gekriegt haben, zeigt das einmal mehr, wieviel Positives doch in den Menschen steckt.
All dies basierend darauf, dass sie nirgendwo gebettelt haben, sondern ehrlich und aufrichtig mit ihrem Experiment durch die Straßen gezogen sind und die Menschen mit ihrer Geschichte unterhalten haben.
Und all dies ganz bewusst ohne soziale Netzwerke. Paul hat mir gesagt, dass es ihnen wichtig war, nicht auf irgendwelche Hilferufe auf Facebook zu bauen, sondern dass all diese Kontakte tatsächlich im echten Leben stattfinden sollten. Noch nicht mal Bekannte oder Tanten, die man vielleicht irgendwo in Toronto hat, wurden informiert, weil man dieses Kapital dann auch von zu Hause mitgebracht hätte. Kein Couchsurfing, keine Apps, kein Internet.
Dass man dann in Tokio beim Einkaufen eben nicht weiß, was man da gerade kauft und das Mittagessen mal aus kondensierter Gemüsebrühepaste besteht, die ungenießbar ist, gehört dann einfach zum Abenteuer dazu.
Auf jeden Fall haben die Jungs viel von der Welt gesehen und wurden von vielen Menschen unterstützt, was sie nicht nur in finanzieller Form durch Unterstützung verschiedener Projekte wieder an die Welt zurückgegeben haben und -geben.
Insgesamt wurden bei dem Unterfangen rund 150 32GB-SD-Karten an Videomaterial erstellt, von denen knapp 50 Minuten verwertet wurden, die ihr alle auch in ihrer Show Zwei um die Welt – in 80 Tagen ohne Geld im CinemaxX eurer Wahl bestaunen dürft.
Lasst euch diese wertvolle Chance nicht entgehen und bucht die Vorstellung, solange noch Plätze verfügbar sind – dieses einmalige Erlebnis bekommt ihr garantiert so schnell nicht wieder!
Es war mir eine Ehre, euch beide kennengelernt zu haben und ich hoffe, wir laufen uns auch in Zukunft noch oft über den Weg.

The Fourth Phase (4K)

Und wieder einmal hat Red Bull seine Flügel ausgebreitet, um den gemeinen Sportliebhaber ins Kino zu locken und ihm einen Bilderreigen außergewöhnlicher Momente vorzusetzen, die sich diesmal mit der Welt des Wassers auseinandersetzen.
Dabei fällt auf, dass man sich hier nicht so konsequent und ehrlich mit den Begebenheiten auseinandergesetzt hat, die versuchen zu vermitteln, dass es im Leben gewisse Momente gibt, die alles verändern können und einem als Zuschauer den Sport und seine Begeisterung näher bringen, sondern man geht völlig neue Wege und pflanzt eine teils schon nervige, metaphysische Schwafelei über Dinge ein, die meines Erachtens gar nicht mehr mit der Sache als solches korrelieren, sondern in diesem Fall völlig Fehl am Platze sind.
Nichtsdestotrotz: Die Bilder in 4K beeindrucken trotzdem, die Moves und Slides, die man sieht, fordern Respekt von dir und die Kulissen entführen an Orte, an die sicherlich kein Mensch mal eben einfach so vorbeischneit, um hier ein paar Minuten zu verweilen.
Dass hinter der Produktion jede Menge Geld zu stecken scheint, zieht sich nicht nur durch einige Szenen, sondern lässt bedrückende Beklemmnis auftreten, da die Huldigung an den Sport somit der Kapitalisierung weicht, bei der bekanntlich keine großen Gewinner am Schluss stehen, sondern einzig und allein die Profitgier.
Weshalb dieses Werk dann so penetrant promotet wird, darf sich jeder selbst erklären.
Schafft man es, als Zuschauer über diese offensichtlichen Mängel hinwegzusehen, erlebt man eine sportliche Reise, die durch ihre Metaphysik immer wieder belächelt werden kann, deren physische Aktivitäten aber dennoch beeindrucken und vor allem einem wieder große Bühne bieten: Der Natur selbst.
Dass die durch die enorme Technik nun fast schon zu gut aussieht, lässt sich auch noch verschmerzen – wer allerdings den wahren Geist des Sports erleben möchte, dem lege ich lieber die vorherige Sportverfilmung ans Herz: Chasing Niagara.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man hat das Gefühl, das Label Red Bull kommt langsam auf den Geschmack und lässt in Zukunft immer mehr Gelder in die Filmproduktion fließen, die dann sicherlich nicht mehr alle authentisch über die wahren Leidenschaften einiger weniger berichten, sondern genau wie andere Produktionen ihre Ideen aus den Fingern saugen.
Das kann nach hinten losgehen, muss es aber nicht. Die Location-Aufnahmen wurden hier extrem klasse gemeistert und die unglaubliche logistische Herausforderung von einem potenten Unternehmen geschultert, was allerdings an der Sympathie für das gesamte Unterfangen kratzt und somit nicht mehr ganz die Leidenschaft zum alleinigen Motor der Unternehmungen deklariert.
Wer sich jedoch für (Winter)-Sport interessiert, dem sei diese Dokumentation schwer ans Herz gelegt: Die Bilder beeindrucken und ich gehe mal davon aus, die waghalsigen Stunts genauso. Über die Philosophiererei sieht man halt galant hinweg.

 
Nachspann
unbedingt sitzen bleiben: Der ist am authentischsten und macht bis zum Schluss hin richtig Freude.

Dragon Ball Z: Resurrection F (3D)

Freunde der Anime-Welt: Ein neuer Stern ist am Himmel aufgestiegen, der den bis dato bereits 15. Dragon Ball Z-Film auf die großen Screens wirft und somit die Anhängerschaft dieses Kult-Mangas beeindruckt.
Ich persönlich kenne mich in dieser Welt zu wenig aus, um darüber professionelle Aussagen treffen zu können und kann daher wieder mal nur meine persönlichen Eindrücke schildern, die hier in keinster Weise irgendjemandes Vorlieben angreifen oder verletzen sollen.
Meine Vergleichsobjekte sind die für mich bislang unerreichte Neon Genesis Evangelion-Saga sowie die letzte Anime Night, in der One Piece Gold gezeigt wurde.
Letzteren empfand ich als mehr systemkritisch, tiefgründiger und mit viel mehr Material, das hinter den Kulissen angeprangert wurde, während man in Dragon Ball Z: Resurrection F sein Augenmerk eher auf die Kampfszenen und den allgemeinen Spaß richtet.
Und das ist auch völlig okay so. Selbst das 3D im Film lässt sich sehen und liefert hier wieder ein Erlebnis der besonderen Art, in dem man sich als Zuschauer und Fan von Animes gerne verlieren darf.
Die Sprüche sind witzig, der Plot funktioniert und die Charaktere leben durch ihre eigene Seele, die von den Übersetzern auch gefühlt gut rübergebracht wird. Man hat beim Zuschauen durchaus seine helle Freude und die ineinandergreifenden Duelle der verschiedenen Typen bereiten auch genrefremden Leuten jede Menge Spaß.
Dazu kommt das einzigartige Publikum bei solchen Vorstellungen, die mit Gelächter und viel Hintergrundwissen den Saal zusätzlich mit Stimmung aufheizen und dafür sorgen, dass man bei der Vorstellung wirklich richtig Gaudi erlebt.
Selbst in 2D hat das Abenteuer seinen Reiz und bietet nicht weniger Entertainment als in der teureren 3D-Variante. Die Farben und typischen Anime-Elemente reizt man auch hier wieder aus und lässt die Geschichte zwar nicht ganz so im Farbeimer versinken wie in One Piece Gold, liefert allerdings aber genügend eigenständige Kreationen, die die Welt realistisch abbilden und sich nicht an anderen Quellen bedienen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Anime-Szenefans werden diesen Titel sowieso schauen, alle anderen dürften dabei aber auch ihren Spaß haben, denn selbst in 2D macht der Film noch richtig Laune und erzählt eine gute Story mit viel Aufregung und Impression.
Der Humor ist fantastisch, der Plot durchdacht, es wird zu keiner Zeit langweilig und die eigenwillige Art, die Anime’s innewohnt, kommt auch diesmal nicht zu kurz.
Wer noch die Chance hat, darf sich den Streifen daher gerne zu Gemüte führen.

 
Nachspann
sollte man unter keinen Umständen verpassen, denn der ist bis zum Schluss gefüllt mit Material. Sitzenbleiben!

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