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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Jannis Niewöhner

Asphaltgorillas

Buck, dem wir u.a. die Bibi und Tina-Filme zu verdanken haben, hat sich auf die Straße gewagt und einen Rennfilm gemacht. Dachte ich. Als ich auf Facebook die Titelabfrage gelesen habe und mitentschieden, wie der Film nun endgültig heißen soll.
Asphaltgorillas war auch meine finale Entscheidung gewesen, was ich allerdings, seit ich diesen Film gesehen habe, nun doch bereue. Nicht, weil der Filminhalt schlecht ist, sondern weil der Titel nun eben doch nicht so optimal passt und ein anderer Vorschlag besser gewesen wäre. Der Inhalt ist nämlich völlig entgegengesetzten Erwartungen gerecht geworden.
Aber mal der Reihe nach. Film kann Deutschland ja erst seit neuestem, nicht zuletzt das Teenie-Machwerk Das Schönste Mädchen der Welt überzeugt mit einer technischen und vor allem inhaltlich- und sprachlichen Eleganz, wie man sie von deutschen Filmschaffenden eigentlich sonst nicht kennt. In etwas älterer Vergangenheit gab es schon einmal “Frankfurter Milieu”-Filme, die ebenfalls ganz brauchbar sind – Nur Gott kann mich richten ist da nur ein Beispiel davon.
Man arbeitet sich also langsam nach oben und merkt, dass ernsthaftes Kino durchaus seine Abnehmerschaft findet und man sich gerne auch ohne auf zwanghaften Humor setzen zu müssen hinter die Kamera stellen und Filme drehen darf.
Hat Buck gemacht. Und irgendwie packt einen der Film ob seiner technischen Raffinesse und Eigenart doch relativ schnell. Auf eine seltsame Art und Weise. Natürlich muss man konform gehen mit den schon im Vorfeld plakativ präsentierten Darstellern, muss eine gewisse Vorliebe für solche Filme mitbringen und sich dann im Kino auch willentlich darauf einlassen, meine vorurteilenden Zweifel habe ich jedenfalls relativ schnell abgelegt.
Das Problem bleibt meiner Meinung nach eher beim Titel hängen, der – so ganz ohne Vorwissen und .trailer nun eben doch etwas völlig anderes verspricht, als der Film schlussendlich liefert. Enttäuscht ist man deswegen aber trotzdem nicht, vor allem die Moves und Kämpfe im Film sind sehr durchgestylt und lassen viel Erfahrung und ästhetisches Geschick vermuten. Und dass in diese Richtung aus dem deutschen Filmeareal noch einiges auf euch zukommen wird, brauch ich ja nicht groß ankündigen, oder?
 

.kinoticket-Empfehlung: Ist kein Rennfilm im klassischen Sinne, sondern ein technisch durchgestylter und plakativer Film, der das deutsche Kino wieder sehr stark aufwertet.
Lässt man sich auf die Schauspieler ein, kann dem “Frankfurter Film” einiges abgewinnen, findet man hier sehr schnell Freude. Und Kida Khodr Ramadan, mach bitte immer so weiter!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, es sei denn, man steht auf den Sound 😉
Kinostart: 30. August 2018

High Society

Da hab ich das deutsche Kino kürzlich noch so überdramatisch gelobt für seine neue Richtung, die es jetzt lobenswerterweise geht und die auch beim Publikum wie mir absolut anschlägt, schon steht das nächste Negativbeispiel auf dem Plan, weswegen ich mir mit der Rezension zu diesem Titel auch ein wenig Zeit gelassen habe.
High Society steht wieder für deutsche Comedy, wie ich sie aus allen Poren verachte. Sorry, Leute: Das ist einfach nur ein billiger Griff ins Klo. Unwitzig, belanglos, langweilig. Einzig Jannis Niewöhner macht eine einigermaßen gute Figur und behält in seinem Part bei diesem Trauerspiel wenigstens noch ein wenig seine Würde, der Rest gehört für mich schon per se zur verachteten Spezies – nicht zuletzt, weil ich genau dieser “High Society” absolut nichts abgewinnen kann und es abscheulich finde, wie man hier beispielsweise mit dem Leid anderer umgeht und dazu meint, die Menschen “unterhalten” zu können auf Kosten solcher Menschen.
Den Darstellern gehört für diese Rolle allen mal mächtig der Arsch versohlt, um zu zeigen, dass so etwas absolut nicht unterstützt werden sollte, sondern man sich mit viel mehr Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit solchen Thematiken widmen sollte. Denn die eigentliche Absicht, hier den Zwist darzustellen, die beide Klassen in der Gesellschaft spaltet, geht in der Lächerlichkeit der Darstellung komplett unter und darum versagt auch jedweder Versuch von Moral und Lehrreichtum in diesem Stück.
Und auch im restlichen Saalpublikum wurden eher Aufrufe wie “Oh mein Gott, nicht dein Ernst” laut statt dass die Szenen mit Lachern gefeiert wurden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein armseliges Beispiel dafür, dass die Zeit für deutsche Komödien abgelaufen ist.
Die Zuschauer fanden’s nicht witzig, ich auch nicht und man fühlt sich peinlich beschämt, wenn man den Lifestyle und das Benehmen der High Society in diesem Film sieht und sich dazu so seine Gedanken macht.
Sorry, sowas geht absolut gar nicht!

 
Nachspann
beinhaltet keine weiteren Szenen, man darf also beim Abspann gleich nach draußen.
Kinostart: 14. September 2017

Jugend ohne Gott

Ich habe das Plakat gesehen und wusste: Da musst du rein! Den musst du unbedingt sehen!
Und ihr glaubt nicht, welche Hürden ich dafür habe überwinden müssen, nur, um einen Film zu konsumieren, nach dem meine Seele alle Hände ausgestreckt hatte. Warum? Wusste ich nicht – ich wusste nur: Der ist es!
Und was soll ich sagen? Nichts mehr. Fragt das gesamte Personal meines Stammkinos, wieviele Worte ich an diesem Tag noch aus meinem Mund rausgebracht habe. Voller Erfolg!
Neulich habe ich mich ja schon einmal über den neuen Weg ausgelassen, den deutsche Filmemacher jüngst eingeschlagen haben, indem sie sich nicht mehr lachhaften, sondern eher dramatischen Handlungen widmen und damit zumindest bei mir voll ins Schwarze treffen.
Jugend ohne Gott ist ein weiteres Beispiel dafür, das von mir höchsten Respekt und tiefste Anerkennung abverlangt. Natürlich spürt man, dass hierzulande immer noch vergleichsweise wenig Kohle für Filmproduktion übrig ist und die Regisseure ganz andere Schwierigkeiten zu meistern haben, als im Land über dem großen Teich, und auch das Schauspielfachwissen und die Veranlagung zum Ingenium der Schauspieler darf hier noch weiter gefördert werden. Was allerdings mehr als deutlich aus der Tiefe des Bodens hervorquillt ist das Können der Drehbuchschreiber!
Leute: Gebt den Produzenten hier einfach mal das Budget eines durchschnittlichen Hollywood-Schinkens und wir wären mit Jugend ohne Gott an der Stelle, die Amerika überflüssig machen würde! Und das mein ich ernst!
Die durchsetzende Verblüffung und intensive Eindringlichkeit, mit der man hier relevante Themen zeitgemäß und absolut unterhaltsam unters Volk zu bringen vermag, schreit förmlich danach, diesen Menschen endlich die gebührenden Werkzeuge an die Hand zu geben, damit sie ihre Arbeit in Vollendung vollbringen können!
Und damit verwandelt sich diese Kritik in einen Appell an alle: Geht einfach da rein und macht euch erst hinterher darüber Gedanken, ob dieser Gang nun ein lohnenswerter war oder nicht. Denn zumindest seid ihr nicht bei den Unwissenden, die anschließend nicht darüber diskutieren können. Mein Gefühl sagt mir, dass damit ein großer Meilenstein in der Entwicklung deutscher Filmgeschichte gesetzt wurde und man gezeigt hat, wohin man in kommenden Jahren gern gehen möchte – und gleichzeitig auch offenbart, wo genau noch die Schwächen liegen.
Letzteres ist in Anbetracht der durchschlagenden Kraft des Plots absolut verzeihlich und löst nicht mehr Aggression, sondern eher intensives Mitfühlen aus, das sich im tiefsten Inneren wünscht, die Produzenten kriegen für ihre Fortsetzungen einfach größere Mittel an die Hand.
 

.kinoticket-Empfehlung: Gebt dieser Produktion mal die finanziellen Mittel eines durchschnittlichen USA-Films an die Hand und wir sind an dem Punkt, wo keiner mehr auf Hollywood angewiesen wäre.
Der Inhalt: Bahnbrechend! Die Stimmung: Wow! Die Umsetzung (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) herausragend!
Ganz im Ernst: Jugend ohne Gott setzt komplett neue Maßstäbe, die deutsches Kino auch international neu positionieren und laut herausschreien: So soll es weiter gehen – helft uns dabei!
Ich habe den ganzen Tag kein Wort mehr aus mir raus gekriegt vor Ergriffenheit und 100prozentiger Volltrefferquote, die dieser Film bei mir hinterlassen hat!
REIN DA!

 
Nachspann
lohnt nicht abzuwarten, Stoff zum Nachdenken ist sowieso genügend vorhanden.
Kinostart: 31. August 2017

Ostwind – Aufbruch nach Ora

Nachdem ich hier bereits meine “große Freude” an dieser Filmreihe bekanntgegeben habe, hatte ich natürlich “wahnsinnige Lust”, mir dieses von frevelhaftem Deutsch durchzogene Nachfolgewerk im Kino anzuschauen.
Und sorry, ja, ich bin spät dran. Zu spät.
Und sorry für meine Vorurteile. Ich entschuldige mich zutiefst bei den Machern, denn mit dem dritten Teil der Ostwind-Verfilmungen hat man mich gelinde gesagt extrem vom Kinosessel gehauen!
Die Verniedlichungen sind weg. Alle. Das ist kein Kinderfilm mehr, sondern höchster Anspruch auf Erwachsenen-Niveau, der nicht nur metaphysische Gipfel erklimmt, sondern mit einer Tiefgründigkeit aufwartet, die mehr als erstaunlich ist!
Probe gefällig? Dann zappt allein mal in den Soundtrack des Films (Ostwind – Aufbruch nach Ora – “Opener” reicht da schon fast als Track) rein und macht eure Augen dabei zu. Was seht ihr?
Ich sehe keinen Kinderfilm mehr (auch wenn die Spielzeiten das vermuten lassen). Ich sehe großartiges Kino, wohl bedacht, mächtig, mit Tiefgang und Eleganz, ein Epos. Und genau das ist Ostwind – Aufbruch nach Ora auch: Ein mit Menschlichkeit durchzogener Strang einer Geschichte, die für Kinder erzählt anfing und eine tränenbringende Wendung angenommen hat, die mich zutiefst im Herzen erschüttert.
Ich schreie vor Verzweiflung und Ergriffenheit, wenn der Soundtrack in meinen Ohren dröhnt und die imposanten Bilder des Films in seiner glanzvollen Pracht in meinem Kopf nachhallen, während ich ungeduldig darauf warte, dass dieser Film wieder und wieder über die Leinwand flimmert und ich mich erneut in den Fluten dieser von Niedergeschlagenheit und Ernsthaftigkeit durchzogenen Welt verlieren kann und als stiller Begleiter der Hauptdarstellerin durch die Wesenszüge gleite, die dort sanft umspielt, ernsthaft untermauert und mächtig durch den Boden krachend in die Welt posaunt werden.
Das hier ist kein “Wir sind kleine Hippies, die Pferde anhimmeln” mehr. Es ist so viel größer. So viel ehrbarer. So viel imposanter und mächtiger, dass man längst das Genre verlassen muss, weil Kinder nur noch die nette Beigabe sind, die man außerhalb als Entschuldigung braucht, um sich als Erwachsener ein Bild davon machen zu dürfen.
Und sobald man im Saal sitzt und all die bunten, quietschenden Trailer vorbei sind, landet man in einem Emotionsstrudel, der vor Ernsthaftigkeit und Harmonie nur so sprudelt. Man fiebert. Man weint. Man leidet. Und da ist absolut nichts mehr von dem ursprünglichen Hass des Nichtskönnens oder irgendwelcher Sprache. Oder typisch-deutscher Blödheit. Nichts.
Herrschaft, ich seh kaum noch, während ich diese Zeilen schreibe, weil sich meine Augen bereits beim Klang wieder mit Wasser füllen…
Wie konnte man zwischen zwei Filmen so schnell “erwachsen” werden? Wie konnte man aus einer fast schon “Lachnummer” etwas so dermaßen großartiges werden lassen? Ich bin immer noch beeindruckt und wünsche jedem sehnlichst, dass er meine Worte versteht und sich tatsächlich auf den Weg macht und sich den Film im Kino anschaut.
Denn Kino ist der einzige Ort, wo diese präsente Wucht auch gebührend rübergebracht werden kann. Nicht umsonst landete die Ausstrahlung im größten Saal, der dem Film überraschend angemessen war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Überwindet euren Stolz und traut euch in diesen Film.
Er ist für Erwachsene fast besser geeignet als für Kinder, denn nicht nur die Charaktere sind älter geworden, sondern die Story bezeugt eine derartige Reife, wie sie manch andere – an Erwachsene gerichtete – Filme vermissen lassen.
Mich hat’s zutiefst beeindruckt (und dabei meine ich nicht nur, dass man sich von der üblichen Schmalzigkeit deutscher Filme gelöst hat).
Absolut sehenswert – und dieses Prädikat auch mehr als verdient bekommen!
Reingehen!

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen. Es endet langsam.
Kinostart: 27. Juli 2017

(Trailer) Jugend ohne Gott

Immer wieder sonntags … kommt die Trailerspritze direkt von .kinoticket-blog.de zu euch aufs Display.
Diesmal: Jugend ohne Gott
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Rijc4egGL6E?rel=0&w=560&h=315]
düstere Zukunftsaussichten präsentiert von © Constantin Film Verleih GmbH
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Auch wenn bereits amerikanische Vorbilder existieren, die zwar noch nicht veröffentlicht sind, aber ungefähr die gleichen Inhalte aufweisen, sollte man sich dennoch diese Form der Auseinandersetzung mit dem Thema ins Hirn einflößen, denn in Zeiten der Digitalisierung und Vollüberwachung sind genau das Themen, die eigentlich täglich auf den Tisch des Konsumenten gehören, damit dieser eine Form der Sensibilisierung dafür bekommt, was es bedeutet, wenn er jeden Scheiß überwachen und digitalisieren lässt.
Klar, schauspielerische Höchstleistungen lassen sich jetzt im kurzen Trailer kaum erkennen und auch die Story mutet nach Schema F an, was erfahrungsgemäß dann mit super Einstiegen und dem darauf folgenden Abdriften in völlig absurde Fantasiewelten endet, die kaum noch etwas mit der Realität zu tun haben, dennoch finde ich es wichtig, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, auch wenn sie filmisch vielleicht nicht top umgesetzt wurden.
Im Vergleich zu anderen inländischen Filmen gehört Jugend ohne Gott garantiert wieder zu denjenigen, die man im oberen Viertel angesiedelt findet, da sie sich durch die Fokussierung auf ein anderes Thema vom Rest der üblichen Masse absetzen und mal nicht DAS Klischeethema in zigfacher Weise neu aufarbeiten.
 
Kinostart: 31. August 2017

Smaragdgrün

Betrachtet man die Namensgebung auf dem Kinoplakat, stellt man schnell die Behauptung auf, es handele sich hierbei um eine deutsche Produktion.
Mir aufgefallen, als ich das .kinoticket bereits in den Händen hielt und wenige Minuten vor der Vorstellung im Foyer meines Kinos war und mit dem Personal über dieses Machwerk plauderte. Die Erwartungen sanken dementsprechend in den Keller und zudem gesellte sich noch meine Unwissenheit bezüglich der beiden Vorgänger Rubinrot sowie Saphirblau dazu, was sich in diesem Fall dann tatsächlich zum ersten Mal als echtes Manko entpuppte.
Zu meinem großen Erstaunen gibt es hier aber gar nicht die breite Palette an Ärgerlichkeiten, die man im nationalen Filmbusiness so oft antrifft, sondern lediglich den Hauch eines angekratzten sprachlichen Äußeren, der aber auch nicht so penetrant nervt, wie man es von anderen Produktionen heimischer Filmemacher gewöhnt ist.

Positiv aufgefallen ist mir ebenfalls, dass man sich hier tatsächlich mal völlig auf die Sache eingelassen hat und nicht wieder jeden Dummfug von Anfang an erklärt, sondern als Quereinsteiger durchaus seine lieben Schwierigkeiten hat, mit dem Gesagten mitzukommen, sofern man die Vorläufer der Geschichte nicht kennt. Toll, denn dadurch erlebt man als Kenner eine Geschichte, die nicht langweilt und die Story tatsächlich spannend bleiben lässt, ohne sich mit Nebensächlichem aufzuhalten.

Die Effekte und der visuelle Wumms verblüfft für eine deutsche Produktion auch und zeugt von einer Art kreativem Aufstieg, den ich diesem Werk ganz ehrlich nicht zugetraut hätte. Zwar merkt man schon, dass im Vergleich zu den ganz großen Trilogien aus Hollywood noch das Quäntchen Unterbau fehlt, auf dem sich die Story ausbreiten und das Gesamtwerk als solches überzeugen kann, jedoch waren die Abstände zur Oberliga noch niemals so gering wie hier.

Am Ende machte es richtig Spaß und aus einem “Wäh, ich muss mir gleich einen deutschen Film geben” wurde ein “Wow – echt geil, dass ich den gesehen habe”.

Respekt an die Leistung, Respekt an die Darsteller und das Team hinter den Kulissen, das, was ihr damit auf die Beine gestellt hat, treibt den deutschen Film wieder viel mehr in Richtung internationale Professionalität und gerade die Einlagen und der “Stil” des Films, der dann sicherlich wieder aus externen Landen zugeschanzt wurde, macht aus diesem Werk eine Art nationales Hail, Caesar!. So viel Freude am Schluss eines deutschen Machwerks hatte ich bisher noch nie!

 

.kinoticket-Empfehlung: Meinen größten Respekt und allerbesten Dank an die Macher, die diese cineastische Erfahrung mit uns teilen.

Die Inkludierung der altertümlichen Momente, das Heranführen an internationalen Slapstick und die Wesenszüge historischer Filme, die hier aufgegriffen wurden, machen aus diesem Werk etwas wirklich großes.

So einen rühmlichen Einschlag hätte ich dem deutschen Film niemals zugemutet und bin froh, dass ich ihn im Kino sehen konnte. Rubinrot und Saphirblau stehen seitdem definitiv auch auf der Liste der zu sichtenden Filme.

 
Nachspann
greift hier in wunderbarer Manier nochmals einen Rückblick auf die gesamte Trilogie auf, die lobenswerter Weise nicht in zwei Hälften am Ende gesplittet wurde, sondern ihren Finalschlag tatsächlich in einem einzigen Kunststück aufweist.

Ostwind 2

An jemandem, der sich dank Kinoflatrate eigentlich alles anschaut, kam auch der neue Pferdefilm Ostwind 2 nicht vorbei. Zielgerichtet an schätzungsweise junge Mädchen, denen es Vergnügen bereitet, Pferdesticker zu sammeln und Glitzerbücher auszumalen, liefert man hier ein Werk, das eine Geschichte im Stil der Kinderbücher erzählt, bei denen es um Pferde, Gestüte, Siege und Verluste geht.
Das klassische Aufbauschema einer typischen Kindergeschichte wird auch hier nicht verlassen. Man liefert hübsch anzusehende Jungs, eine schlecht sprechende Hauptdarstellerin (erwähnte ich bereits, dass ich dieses gestochene Deutsch dermaßen hasse?) und eine überraschend liebreizende Gestütbesitzerin, denen allen der Druck im Nacken sitzt und die über ihre Grenzen springen müssen, um den bevorstehenden Problemen zu entgehen.
Untermalt von bildschönen Landschaften, Wäldern, der Liebe zur Natur und der Freiheit und natürlich jeder Menge tollen Pferden bietet man hier eine wunderbare Kulisse, die die leicht verkindlichte Story zu entschuldigen weiß.
Auch der Soundtrack versteht es, den zärtlichen Windhauch zu unterstreichen, mit dem die gezeigten Bilder zu beeindrucken versuchen. Hat man für diese Nebensächlichkeiten ein Auge, dann entschuldigt das die teilweise unflüssigen Story-Momente und das aus der Spur gleiten, was die Natürlichkeit des Gezeigten angeht.
Die große Geschichte mit professionell erzählenden Darstellern, wie man es z.B. von Der Pferdeflüsterer kennt, bleibt hier leider aus.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für Kinder und Jugendliche – und natürlich für alle Pferdeliebhaber ist dies gefundenes Fressen, um ihren Hobbys auch auf der großen Leinwand wieder einmal zu frönen.
Gestandene Kerle und Leute, die Story mit Biss suchen, sollten sich dezent um den Film herum bewegen, denn die werden eher enttäuscht.

 
Nachspann
sollte man abwarten, denn der liefert weiterhin wunderschöne Bilder mit Pferden und Natur.

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