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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Jane Horrocks

Swimming with Men

Nehmt jemand her, der kein Problem mit Vorurteilen hat, lasst ihn oder sie die .kinotickets kaufen und den Rest der Truppe dann einfach mit einem sanft-gemütlichen Arschtritt ins Kino befördern und schauen, was passiert.
Liest man vorab den Plot, schaut sich .trailer oder sonstiges zu dem Titel an, kommt man womöglich auf seltsame Gedanken, die viele wohl erstmal ein klein wenig abstoßen dürften, weil diese Form des Sports eben nicht so geläufig ist, wie manch einer das wohl gerne hätte.
Vor Jahren gab es bereits eine Dokumentation namens Men who Swim, die ziemlich hohe Wellen schlug, und auf der basierend dieser Spielfilm gedreht wurde. Teile der Crew wurden sogar in die Arbeit mit einbezogen, damit ein möglichst wahrheitsgetreues Abbild der Ereignisse von damals geschaffen werden konnte, das dennoch die liebenswerten Qualitäten eines herzerwärmenden Spielfilmes aufweisen und das Kinopublikum zu unterhalten weiß.
Und dabei geht Regisseur Oliver Parker aufs Ganze und trumpft mit britischem Humor erster Güte auf, der die gar nicht mal so unalltägliche Geschichte eines Mannes erzählt.
Das Problem sehe ich hier eigentlich nur im ersten Schritt: Den Zweifeln und Vorurteilen einer ganzen Rasse vorauszugreifen und sie dazu zu bewegen, sich einfach mal ins Kino zu bewegen. Ist das passiert, wird’s garantiert köstlich und amüsant. Die Truppe weiß exzellent zu unterhalten, an Jokes und lustigen Momenten wird nicht gespart und auch die “Merkwürdigkeiten” verschwinden relativ schnell und werden vom Film sehr einfühlsam und respektvoll umschlungen, so dass am Schluss eigentlich jeder begeistert wieder aus dem Saal kommen wird, trotz dieses Themas.
Und darin brilliert dieser Film meisterlich: Er umwirbelt all die Gedanken, fängt sie ein und spinnt daraus ein farbenprächtiges Rad an Situationskomik und Alltagstragik, die eben nicht vollständig erfunden, sondern auf einer wahren Begebenheit beruht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer wieder einmal ungeniert lachen und sich köstlich amüsieren will, dabei aber auch sensible Gefühle zulassen kann, der ist mit diesem Film bestens beraten.
Britischer Humor in seiner vollen Blüte in einer fesselnden und zugleich faszinierenden Story, bei der es nur einen Knotenpunkt gibt: Den Einstieg. Ist man einmal im Saal, wird der Abend definitiv als gelungen in die Geschichte eingehen.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 07. Juni 2018

Absolutely Fabulous

Nachdem schon Zoolander No. 2 als männliches Pendant im deutschen Kino keinen durchschlagenden Erfolg feiern durfte (den er allerdings mehr als recht verdient hätte), gesellt sich nun die weibliche Variante des Modefilms an seine Seite und verdient sich seine Sporen mit zutiefst derbem, britischen Humor.
Tatsache ist, dass Filme über die Modewelt generell als “irre” bezeichnet werden dürfen, wobei Absolutely Fabulous – Der Film hier den absoluten Unterschied macht und nicht mehr nur über den langweiligen Alltag modebewusster Menschen herzieht, sondern sogar bis zur Selbstpersiflage geht.
Verstanden wird diese Art von Humor zumeist nicht, was die Zuschauerzahlen und Meinungen zu diesem Werk nach kürzlich erfolgtem Kinostart weiter bestätigen. Ich selbst habe den Film noch nicht im deutschen Synchronisationsmodus gesichtet, sondern hatte mehr oder weniger das Glück, die britische Originalfassung zu sichten, was gleichzeitig die Befürchtungen hervorruft, dass die gut konstituierten Jokes der Übersetzung anheim fallen und somit aus einem grandiosen Stück Filmkunstgeschichte ein zerstückeltes Werk billigen Sarkasmus’ entsteht, dass nicht mehr witzig, sondern einfach nur noch doof ist oder zumindest den Anschein erweckt.
Dabei gehen die beiden Hauptdarstellerinnen mit ihrem Charakter tatsächlich nicht nur bis an die Grenzen des guten Geschmacks, sondern weit darüber hinaus, indem sie sich einen Dreck um die Gepflogenheiten des normalen Lebens scheren, sondern vielmehr ihre eigene Art zu empfinden ausleben und dabei kompromisslos jedweden Vorwurf über ihre Untauglichkeit zur Allgemeinheit mit Ignoranz und übertriebener Manier zur Übertreibung überdecken.
Dass dies von der breiten Masse nicht verstanden werden kann, ist für mich ein offenes Geheimnis. Wenn man jedoch bedenkt, dass dieses Filmstück auf der gleichnamigen britischen Serie basiert, dann dürfte in gewissen Teilen dieser Welt doch Publikum existieren, dass sich über die ausufernden Auslässe dieser beiden Damen köstlich amüsiert.
Hierzulande dürften wir es allerdings schwer haben, mit den beiden mitzufeiern, denn ich befürchte tatsächlich, dass der Mangel an gekonnten Übersetzungen das Werk als solches in sich zusammenstürzen lässt und somit nur noch als Nischenprodukt dahinvegetieren wird, was wieder mal den glorreichen Untergang des gekonnten Umgangs mit sprachlichen Talenten zelebriert.
Wenn in der deutschen Sneak dann Aussagen wie “Damit haben wir nichts verpasst.” fallen, ist für mich klar, dass der Griff zur OmU an dieser Stelle der richtige gewesen ist – und wohl auch in Zukunft bleiben wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier eine Empfehlung auszusprechen und das richtige Publikum zu finden ist insofern schwierig, da dieses Werk keinerlei Anbahnungen macht, um sich auf der Plattform des Mainstreams niederzulassen, sondern derart abgedreht ist, dass nur Persönlichkeiten, die in so einer Welt zu Hause sind, dabei mitkommen.
Und diese werden teilweise namentlich wieder im Abspann genannt und beweisen erneut, dass die Welt der Mode nichts für Menschen des Durchschnitts ist, sondern hier eine Welt umgarnt wird, die mit der Natürlichkeit sehr viel weniger gemein hat als man denkt.

 
Nachspann
sollte man sich auch noch geben, es ist nicht gleich vorbei.

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